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Nasse Schuhe – Kalte Füße

Es ist Ende April und als ich zusammen mit meinem Mann das Haus verlasse, um ihn ein Stück zur Arbeit zu begleiten, ziehe ich meine Halbstiefel an. Sie sind nicht wasserdicht, das war mir klar. „Es wird schon nicht so schlimm werden“, denke ich und gehe los. Doch der Schnee ist so naß, daß er auf der Straße bereits gleich wieder zu Matsch wird. Wir laufen nur wenige Minuten, als mir klar wird, daß ich mit nassen Füßen wieder zu Hause ankommen werde. Obwohl wir noch nicht so weit weg von zu Hause sind, gehe ich nicht zurück, um richtige Winterstiefel anzuziehen. „Die habe ich schon in den Keller geräumt“ erwidere ich meinen Mann, als er mir genau das vorschlägt und gehe entschlossen weiter. Ich spüre wie meine Socken sich vorne mit Wasser voll saugen und die Nässe sich langsam zur Fußmitte ausbreitet. Ich versuche nicht zu jammern. Schließlich habe ich mich ja so entschieden, aber irgendwann wird es so unangenehm, dass ich doch ein klein wenig über meine kalten Füße klage.

Während wir weiter laufen, erinnert mich mein Mann, an die vielen Flüchtlinge, die es zur Zeit auf der Welt gibt. Bestimmt gibt es da auch welche, die noch nie so ein Wetter erlebt haben und folglich gar nicht im Besitz von Winterstiefeln sind. Und dann auf ihrer Flucht, kommen sie in solches Wetter. Auch ihre Füße werden kalt, ihre Kinder weinen und sie sehnen sich, so wie ich auch in diesem Moment, nur nach Wärme. Doch ich weiß, daß ich nach einer halben Stunde wieder zu Hause sein werde. Wie freue ich mich darauf, meine nassen Socken und Schuhe ausziehen zu können und meine kalten Füße mit einer warmen Decke zu wärmen.

Da gehen mein Gedanken wieder zurück an all die Menschen, die auf der Flucht sind, die nicht wissen, wann und wo ihr beschwerlicher Weg zu Ende sein wird. Die sich nach Frieden und einer Zukunft für ihre Kinder sehnen. Was bin ich bereit, für diese Menschen zu tun, die mittlerweile auch in meiner Stadt leben? Ich denke, an die Worte, die ich erst vor wenigen Wochen auf der Generalkonferenz unserer Kirche gehört habe. Dort sprach der Siebziger, Patrick Kearon unter anderem darüber, was wir für diese Menschen, die mittlerweile in unserer Heimat angekommen sind, tun können:

„Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie wir mit anpacken und ein Freund sein können. Wir können umgesiedelten Flüchtlingen helfen, die Sprache ihres Gastlandes zu erlernen, sich neue berufliche Fertigkeiten anzueignen oder sich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Wir können einer Familie oder einer alleinerziehenden Mutter helfen, sich in der neuen Kultur besser zurechtzufinden. Vielleicht bedarf es dazu bloß solcher Kleinigkeiten, wie mit ihnen einkaufen zu gehen oder sie in die Schule zu begleiten. …….

Kommen wir doch aus unserer Sicherheit heraus und geben wir von dem ab, was bei uns im Überfluss vorhanden ist, nämlich Hoffnung auf eine bessere Zukunft, Glaube an Gott und unsere Mitmenschen und Liebe, die über kulturelle und ideologische Unterschiede hinwegsieht auf die herrliche Wahrheit, dass wir alle Kinder des himmlischen Vaters sind.“

In der Bibel können wir lesen, daß Jesus bereits als Kind lernen mußte, was es bedeutet auf der Flucht zu sein. Sein Leben war bedroht, weil König Herodes alle Jungen unter zwei Jahre töten ließ. Deswegen floh er mit Maria und Josef nach Ägypten. Auch später in seinem Leben sagte er von sich: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester, der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“ (Matthäus 8:20) Denken wir daran, was Jesus später sagte, als er über das Weltgericht sprach: „ Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“(Matthäus 25:40)

 

Bildquelle: https://billedekunst.wordpress.com

Nun gab es in Mormon eine Quelle reinen Wassers

Die Umgebung des Versteckes Alma des Älteren ist folgendermaßen beschrieben: „Nun gab es in Mormon eine Quelle reinen Wassers, und dorthin begab sich Alma, denn es gab nahe dem Wasser ein Dickicht von kleinen Bäumen, wo er sich des Tags vor den Nachforschungen des Königs verbarg. 6  Und es begab sich: Alle, die ihm glaubten, gingen dorthin, um seine Worte zu hören.“ (Mosia 18:5-6).

Mir kommt hier sofort die Symbolhaftigkeit `Quelle reinen Wassers´ in den Sinn. Als Jesus von Judäa nach Galiläa unterwegs war, machte er in Samarien am Jakobsbrunnen Rast und bat eine Samariterin ihm zu trinken zu geben. Sie verstand zunächst nicht, was Christus damit meinte, dass er ihr Wasser geben könnte, nachdem ihr nie mehr dürsten würde, wenn sie davon trinken würde (Johannes 4:14; lies ruhig um den Vers herum).

Nun gab es in Mormon eine Quelle reinen Wassers. Alma der Ältere hatte von der Quelle reinen Wassers genossen, als er den Predigten des Propheten Abinadi zuhörte. Nun war er gesättigt und konnte seinerseits denjenigen davon abgeben, die sich der Anstrengung unterzogen, zu ihm in die Wildnis zu ziehen, um auch davon zu trinken. Ich lerne daraus, dass man sich anstrengen muss, um an die Quelle des Wassers, das in das ewige Leben quillt, zu gelangen. Was unternimmst du, um von der Quelle dieses reinen Wassers, das Jesus uns durch seine berufenen Diener anbietet, zu trinken?

jakobsbrunnen

Christus und die Samariterin am Jakobsbrunnen
(Quelle; sieh dir gerne auch den kurzen Clip an)

Alle, die seine Worte hören wollten, die lehrte er

Über die Aktivitäten Alma des Älteren wird uns berichtet: „Und alle, die seine Worte hören wollten, die lehrte er. Und er lehrte sie heimlich, damit es nicht dem König zur Kenntnis käme. Und viele glaubten seinen Worten. 4  Und es begab sich: Alle, die ihm glaubten, begaben sich an einen Ort, der Mormon genannt wurde, und er hatte seinen Namen von dem König bekommen, und er lag in dem Grenzgebiet des Landes, das bisweilen oder zuzeiten von wilden Tieren unsicher gemacht wurde.“ (Mosia 18:3-4).

Dies war der Beginn des Wiedererrichtens der Kirche des Herren in diesem Gebiet nach einem Abfall, verursacht durch König Noa (3. Nephi 5:12). In der Geschichte der Kirche des Herren sehen wir immer wieder, dass Menschen nicht mehr auf seine Diener hören wollten und an deren Stelle ihre eigene Lehre setzten. So warnte Paulus den Timotheus, dass Zeiten kommen würden, wo die Menschen sich ihre eigenen Lehrer aussuchen würden, die Lehren nach ihrem Geschmack lehren würden (2. Timotheus 4:3). Nach Jesu Himmelfahrt wurde seine Kirche weiter aufgebaut, aber mit dem gewaltsamen Tod der von ihm bevollmächtigten Kirchenführer (alle Apostel) gab es eine sehr lange Zeit keine göttliche Vollmacht mehr auf Erden. Zwar wirkte sein Geist auf viele Menschen ein (Kolumbus, Hieronymus, Wycliffe, Tyndale, Luther, Zwingli, Gutenberg …), wodurch eine Wiederherstellung vorbereitet wurde (mehr darüber erfährst du hier). Mit Joseph Smith kam derjenige auf die Erde, der wieder die Wahrheit verbreiten und seine Kirche aufrichten sollte (Joseph Smith – der Prophet der Wiederherstellung).

Alle, die seine Worte hören wollten, die lehrte er. Auch heute sind wir in der Situation, dass alle, die das Wort Gottes von seinen bevollmächtigten Dienern gelehrt bekommen wollen, sich an einem Ort versammeln. Glücklicherweise brauchen wir bei unseren Zusammenkünften keine wilden Tiere fürchten, die die Gegend unsicher machen und uns vor üblen Menschen verstecken, obwohl es in der damaligen DDR doch auch Besucher gab, vor denen sich der Lehrende in Acht nehmen und seine Worte bedacht wählen musste, um nicht als Klassenfeind zu gelten. Ich versammle mich sehr gerne jeden Sonntag in der Kirche des Herrn, um sein Wort gelehrt zu bekommen und ermuntert zu werden, es in meinem Leben anzuwenden, um ihm näherzukommen (Lukas 6:47-49). Wie ergeht es dir?

kirche

Der Ort, wo ich sonntags hingehe, um Worte ewigen Lebens zu lernen