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Alle, die seine Worte hören wollten, die lehrte er

Über die Aktivitäten Alma des Älteren wird uns berichtet: „Und alle, die seine Worte hören wollten, die lehrte er. Und er lehrte sie heimlich, damit es nicht dem König zur Kenntnis käme. Und viele glaubten seinen Worten. 4  Und es begab sich: Alle, die ihm glaubten, begaben sich an einen Ort, der Mormon genannt wurde, und er hatte seinen Namen von dem König bekommen, und er lag in dem Grenzgebiet des Landes, das bisweilen oder zuzeiten von wilden Tieren unsicher gemacht wurde.“ (Mosia 18:3-4).

Dies war der Beginn des Wiedererrichtens der Kirche des Herren in diesem Gebiet nach einem Abfall, verursacht durch König Noa (3. Nephi 5:12). In der Geschichte der Kirche des Herren sehen wir immer wieder, dass Menschen nicht mehr auf seine Diener hören wollten und an deren Stelle ihre eigene Lehre setzten. So warnte Paulus den Timotheus, dass Zeiten kommen würden, wo die Menschen sich ihre eigenen Lehrer aussuchen würden, die Lehren nach ihrem Geschmack lehren würden (2. Timotheus 4:3). Nach Jesu Himmelfahrt wurde seine Kirche weiter aufgebaut, aber mit dem gewaltsamen Tod der von ihm bevollmächtigten Kirchenführer (alle Apostel) gab es eine sehr lange Zeit keine göttliche Vollmacht mehr auf Erden. Zwar wirkte sein Geist auf viele Menschen ein (Kolumbus, Hieronymus, Wycliffe, Tyndale, Luther, Zwingli, Gutenberg …), wodurch eine Wiederherstellung vorbereitet wurde (mehr darüber erfährst du hier). Mit Joseph Smith kam derjenige auf die Erde, der wieder die Wahrheit verbreiten und seine Kirche aufrichten sollte (Joseph Smith – der Prophet der Wiederherstellung).

Alle, die seine Worte hören wollten, die lehrte er. Auch heute sind wir in der Situation, dass alle, die das Wort Gottes von seinen bevollmächtigten Dienern gelehrt bekommen wollen, sich an einem Ort versammeln. Glücklicherweise brauchen wir bei unseren Zusammenkünften keine wilden Tiere fürchten, die die Gegend unsicher machen und uns vor üblen Menschen verstecken, obwohl es in der damaligen DDR doch auch Besucher gab, vor denen sich der Lehrende in Acht nehmen und seine Worte bedacht wählen musste, um nicht als Klassenfeind zu gelten. Ich versammle mich sehr gerne jeden Sonntag in der Kirche des Herrn, um sein Wort gelehrt zu bekommen und ermuntert zu werden, es in meinem Leben anzuwenden, um ihm näherzukommen (Lukas 6:47-49). Wie ergeht es dir?

kirche

Der Ort, wo ich sonntags hingehe, um Worte ewigen Lebens zu lernen

Alma, …, kehrte von seinen Sünden und Übeltaten um …

Was geschah nach dem Feuertod des Propheten Abinadi? „Und nun begab es sich: Alma, der vor den Knechten König Noas geflohen war, kehrte von seinen Sünden und Übeltaten um und ging heimlich unter das Volk und fing an, die Worte Abinadis zu lehren — 2  ja, in Bezug auf das Kommende und auch in Bezug auf die Auferstehung der Toten und die Erlösung des Volkes, die durch die Macht und die Leiden und den Tod Christi und seine Auferstehung und Auffahrt in den Himmel zustande gebracht werden sollte.“ (Mosia 18:1-2).

Alma, …, kehrte von seinen Sünden und Übeltaten um … und fing an, die Worte Abinadis zu lehren. Dieser Alma der Ältere war ein Abkömmling Nephis (Mosia 17:2). Woher hatte er Vollmacht, das Evangelium zu predigen und wie wir später erfahren werden, die Kirche des Herrn aufzubauen? Präsident Joseph Fielding Smith, 10. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (1970-1972), hat erklärt: „Wir können wohl annehmen, dass Alma schon das Priestertum besaß, ehe er sich – zusammen mit anderen – von König Noa verleiten ließ. Es ist aber unerheblich, ob es nun so war oder nicht. Denn im Buch Mosia wird unmissverständlich gesagt, dass er Vollmacht besaß [siehe Mosia 18:13,18].“ (Answers to Gospel Questions, 3:203.). Durch die Predigt des Propheten Abinadi erkannte Alma, dass er sich von der Kirche des Herrn aufgrund schmeichlerischer Machenschaften abgewandt hatte. Er erkannte seinen Fehler, hat sich dem wahren Evangelium wieder zugewandt und göttlichen Dienst an seinen Mitmenschen wieder aufgenommen. Ich lerne daraus, dass ich auf die Worte der Propheten achten muss, sie mit meinem Handeln vergleichen und wenn ich Abweichungen erkenne, wieder auf den rechten Weg zurückkehren muss und vor allem kann. Wie stellst du fest, ob du noch auf dem richtigen Weg bist?

alma predigt

Nachdem Alma umgekehrt war, predigte er die Wahrheit (Quelle)

Er stahl dem Volk das Herz

Von Alma dem Jüngeren lesen wir, ganz entgegengesetzt dem Vorbild und Handeln seines Vaters, der mithilfe des Herrn dessen Kirche wieder unter dem Volk aufrichtete, nachdem sie von König Noah niedergerissen wurde: „Und er wurde ein großes Hindernis für das Wohlergehen der Kirche Gottes; denn er stahl dem Volk das Herz, verursachte viele Auseinandersetzungen unter dem Volk und gab dem Feind Gottes Gelegenheit, seine Macht über sie auszuüben.“ (Mosia 27:9).

Er stahl dem Volk das Herz. Das Herz symbolisiert Sinn und Willen des Menschen und ist Quelle all seiner Empfindungen und Gefühle. Du kennst sicherlich auch die Redewendung: „Jemandem das Herz stehlen.“ Hiermit soll u. a. zum Ausdruck gebracht werden, dass einer jemanden für sich einnimmt, für sich gewinnt, erobert. Wir lesen im Alten Testament, wie so etwas geht: Abschalom, einer der jüngeren Söhne von König David und ein Halbbruder des Salomo (um 1000 v.Chr.), hat sich dadurch in das Herz der Israeliten gestohlen, indem er ihnen versprach, wenn sie ihn zum Richter machen würden, würde er ihnen Recht verschaffen (2. Samuel 15:1-6). Kennen wir solche Machenschaften nicht auch heutzutage zur Genüge? Werden dadurch nicht auch heute Auseinandersetzungen provoziert?

Ich lerne daraus, dass ich mich durch solche Machenschaften nicht beeindrucken lassen sollte, vom Weg des Herrn abzuweichen, um krumme Wege zu gehen (Psalm 125:4-5). Der schmale und gerade Pfad führt mich zu Gott zurück (Matthäus 7:14). Selbstredend darf ich, um ungerechte Ziele zu erreichen, diese Methode auch nicht bei anderen anwenden. Wie gehst du damit um, wenn dir jemand dein Herz stehlen will?

herz stehlen(Bild: Quelle)

Nun wurden die Söhne Mosias zu den Ungläubigen gezählt; und auch einer der Söhne Almas

Nachdem durch den damaligen Kirchenführer Alma dem Älteren und König Mosia II alle Angelegenheiten geregelt und auf den richtigen Weg gebracht wurden, segnete der Herr das Volk und sie breiteten sich im Land in alle Himmelrichtungen aus (Mosai 27:6-7). Die nächste Generation wuchs heran und über die Söhne von König Mosia und Alma den Älteren wird uns berichtet: „Nun wurden die Söhne Mosias zu den Ungläubigen gezählt; und auch einer der Söhne Almas wurde zu ihnen gezählt, er hieß Alma nach seinem Vater, doch wurde er ein sehr schlechter und götzendienerischer Mensch. Und er war ein Mann vieler Worte und sagte den Leuten viel Schmeichelei; darum verführte er viele vom Volk, nach der Weise seiner Übeltaten zu handeln.“ (Mosia 27:8).

Nun wurden die Söhne Mosias zu den Ungläubigen gezählt; und auch einer der Söhne Almas. Wir erkennen, dass auch Söhne von ehrenhaften und gottesfürchtigen Eltern vom Weg abkommen können. Dies ist nicht dem Vorbild der Eltern zuzuschreiben, denn das war ja in jeglicher Hinsicht gut. Jeder Mensch hat eben seine eigene Persönlichkeit und kann sich nach eigenem freien Willen entscheiden (Helaman 14:30). Alma der Jüngere hat sich nun mal dazu entschieden, mit schmeichlerischen Worten viele Menschen zu Übeltaten zu verführen. Vier Söhne Mosias II halfen ihm dabei, Ammon, Aaron, Omner und Himni (Mosia 27:34).

Um mich herum gibt es viele Familien, deren Kinder treu im Glauben stehen und dem Vorbild ihrer Eltern nacheifern. Da könnte ich an mir ins Zweifeln kommen, wenn meine Kinder meinem Vorbild nicht nachfolgen, sondern eigene andere Wege gehen und dem Herrn nicht so treu bleiben, wie ich es mir wünsche. Aus der obigen Schriftstelle lerne ich, dass ich mir keine Vorwürfe machen brauche, solange ich ihnen ein gutes Vorbild war und bleibe. Was ich tun kann: Ich liebe sie weiterhin von ganzem Herzen, mache ihnen keine Vorwürfe und bitte den Herrn tagtäglich in meinen persönlichen Gebeten, dass ihnen auf eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Hilfe zuteilwerde und sie sich eines Tages wieder in der rechten Weise dem Herrn zuwenden. Wie gehst du mit ähnlichen Situationen um, falls du sie erleben solltest?

der verlorene sohnDer verlorene Sohn – Lukas 15,11-32
(Bild: Quelle)

Indem sie dies taten, wurde ihnen die Gnade Gottes reichlich zuteil

Der Aufruf König Mosia II richtete sich auch noch direkt an die Geistlichkeit: „Ja, und alle ihre Priester und Lehrer sollten mit den eigenen Händen für ihren Unterhalt arbeiten, in allen Fällen, außer bei Krankheit oder großer Bedürftigkeit; und indem sie dies taten, wurde ihnen die Gnade Gottes reichlich zuteil.“ (Mosia 27:5).

Was ist darunter zu verstehen, dass den Priestern und Lehrern die Gnade Gottes reichlich zuteilwurde, wenn sie sich an die Weisung halten würden, für ihren Unterhalt selber aufzukommen? Die göttliche Gnade kann im religiösen Sinn verstanden werden als die Nähe Gottes zu seinen Kindern und Gott ist seinen Kindern nahe, wenn sie sich ihm nahen (Lehre und Bündnisse 88:63). Der Bischof der Gemeinde in Jerusalem, Jakobus – der Bruder des Herrn (Markus 6:3), sagt ebenso: „Sucht die Nähe Gottes; dann wird er sich euch nähern.“ (Jakobus 4:8). Gott nahen wir uns, indem wir ihm dienen und ihm dienen wir nur, wenn wir unserem Mitmenschen dienen (Mosia 2:17). Einem Mitmenschen zu dienen erfordert Demut, und dem der demütig ist, schenkt Gott seine Gnade (1. Petrus 5:5). Hier schließt sich wieder der Kreis.

Indem sie dies taten, wurde ihnen die Gnade Gottes reichlich zuteil. Diese Anregung beziehe ich auch auf mich. Gerne will ich mehr und mehr eigenständig werde, mich dem Herrn nahen, indem ich meinen Mitmenschen diene und dadurch sich auch der Herr mir nahe sein wird. Einem jeden, der dies tut, wird die Gnade Gottes zuteil! Was verstehst du darunter, die Gnade Gottes reichlich zu erhalten?

gnade(Bild: Quelle)

Es gab ein strenges Gebot in allen Kirchen

König Mosia II reagierte, nach Beratung mit seinen Mitarbeitern, auf die Klagen der Mitglieder der Kirche (Mosia 27:1) mit einem Aufruf im ganzen Land (Mosia 27:2). Dieser Aufruf beinhaltete: „… ein strenges Gebot in allen Kirchen, dass es unter ihnen keine Verfolgungen geben dürfe, dass es unter allen Menschen Gleichheit geben solle, 4  dass sie sich ihren Frieden von keinem Stolz und keinem Hochmut stören lassen sollten; dass jedermann seinen Nächsten achten solle wie sich selbst und mit seinen eigenen Händen für seinen Unterhalt arbeiten solle.“ (Mosia 27:3-4).

Das strenge Gebot, das Mosia II für alle Gemeinden erließ, beinhaltet die Punkte:

  • keine Verfolgungen
    Auch heute gilt diese Vorgabe für uns, keinen Menschen aufgrund seiner politischen (Glaubensartikel 12) bzw. religiösen (Glaubensartikel 11) Ansichten oder wegen seiner Herkunft zu diskriminieren oder zu unterdrücken. Ja, wir sind angehalten, „… allen Menschen Gutes zu tun; …“ (Glaubensartikel 13).
  • unter allen Menschen Gleichheit
    Es darf keinen Personenkult geben (Mosia 23:7), jeder Mensch ist vor dem Gesetz gleichzubehandeln (Mosia 29:29,32; GG Artikel 3).
  • ihren Frieden von keinem Stolz und keinem Hochmut stören lassen
    Stolz (übertriebene Selbstzufriedenheit, mangelnde oder fehlende Demut bzw. Belehrbarkeit) und Hochmut (Überheblichkeit und Herablassung gegenüber anderen) müssen wir ablegen (Lehre und Bündnisse 88:121), damit Frieden zwischen den Menschen herrschen kann.
  • dass jedermann seinen Nächsten achten solle wie sich selbst
    Lernen wir vom Herrn, er achtet jeden Menschen gleich (1. Nephi 17:35). Erneut fordert uns der Herr in jüngster Zeit auf seinen Bruder zu achten wie sich selbst (Lehre und Bündnisse 38:24-25).
  • mit seinen eigenen Händen für seinen Unterhalt arbeiten
    Es gibt viele Menschen, die vorhandene Sozialsysteme oder Gesetzeslücken ausnutzen, indem sie andere für sich arbeiten lassen. So ist das nicht gedacht. Der Herr hat gesagt, dass der Mensch sein Brot im Schweiße seines Angesichtes essen soll (Genesis 3:19).

Es gab ein strenges Gebot in allen Kirchen. Dieses strenge Gebot besteht heute genauso. Durch unsere heutigen Kirchenführer werden wir regelmäßig aufgefordert, eigenständig zu sein bzw. zu werden (siehe hier). Ich bin bemüht, mich an das Gebot zu halten und mich da zu verbessern, wo ich es noch nicht richtig halte. Wie stehst du zu diesem Gebot, das sicherlich nicht nur in Kirchen seine Gültigkeit hat?

eigenständigkeit(Bild: Quelle)

Ein Ungläubiger [darf] niemanden verfolgen

Die Verfolgung der Gläubigen durch die Ungläubigen nahm unerträgliche Ausmaße an, sodass das Volk anfing, sich bei ihren Kirchenführern darüber zu beklagen und Alma der Ältere diese Klagen dem König Mosia II vorlegte. Dieser beriet sich mit seinen Mitarbeitern (Mosia 27:1): „Und es begab sich: König Mosia sandte einen Aufruf durch das ganze Land ringsum, dass ein Ungläubiger niemanden verfolgen dürfe, der der Kirche Gottes angehörte.“ (Mosia 27:2).

Ein Ungläubiger [darf] niemanden verfolgen. Das Andersgläubige einander gegenseitig wegen ihres Glaubens oder gesellschaftlichen Standes Leid oder Schmerz zufügen, bis hin zur Tötung, ist schon so alt wie die Menschheit und kommt mir gerade aus jüngster Zeit sehr bekannt vor. Das kann und darf nicht sein, denn ein jeder Mensch hier auf Erden ist ein Geistkind ein und derselben himmlischen Eltern. Wir stammen alle von einem Gott ab und der liebt ein jedes seiner Kinder.

Joseph Smith, der die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im Auftrag des Herrn 1830 aufrichtete (Lehre und Bündnisse 21:3), erhob Religionsfreiheit und religiöse Toleranz zum Grundsatz: „Wir beanspruchen das Recht, den Allmächtigen Gott zu verehren, wie es uns das eigene Gewissen gebietet, und gestehen allen Menschen das gleiche Recht zu, mögen sie verehren, wie oder wo oder was sie wollen.“ ( siehe hier). Anlässlich der halbjährlichen Frühjahrsgeneralkonferenz 2008 forderte der derzeitige Präsident und Prophet der Kirche, Thomas S. Monson, mehr Verständnis für andere Religionen: „Ich möchte die Mitglieder der Kirche, wo immer sie auch sein mögen, anspornen, allen Menschen überall freundlich und respektvoll zu begegnen. Die Welt, in der wir leben, ist voller Vielfalt. Wir können und müssen denjenigen, deren Glauben sich von unserem unterscheidet, Achtung erweisen.“ (mehr lies hier „Beziehung zu anderen Religionen“).

Ich bin dankbar für Kirchenführer, die uns so klar und deutlich aufzeigen, dass wir einander mit Respekt und Toleranz zu begegnen haben. Im Gegenzug wünschen wir uns natürlich, dass andere ebenso uns in unserem Glauben respektieren. Wie stehst du Andersgläubigen gegenüber?

toleranz(Bild: Quelle)

Es wurde ihnen von Gott geboten, ohne Unterlass zu beten

Ein weiteres Gebot, dass der Herr den Menschen gibt: „… und es wurde ihnen von Gott geboten, ohne Unterlass zu beten und in allem zu danken.“ (Mosia 26:39).

Es wurde ihnen von Gott geboten, ohne Unterlass zu beten. Im ältesten, der uns erhaltenen Paulusbriefe, gibt der Apostel den Mitgliedern der Gemeinde in Thessalonich Anweisungen für ihr Gemeindeleben. Unter anderem fordert er sie auf: „Betet ohne Unterlass! Dankt für alles;“ (1. Thessalonicher 5:17-18). Dieselbe Aufforderung also, die vom Herrn auch schon etwa 160 Jahre vorher an Alma den Älteren erging. Nach der Vertreibung aus dem Garten Eden wurde Adam von einem Engel geboten: „… du sollst umkehren und Gott im Namen des Sohnes anrufen immerdar.“ (Köstliche Perle Mose 5:8). Dasselbe Gebot, das von Anbeginn galt, gilt genauso uns heute (Lehre und Bündnisse 46:7).

Vielleicht stellst du dir die Frage, wie man es anstellen kann, „ohne Unterlass“ zu beten. Nephi, ein Prophet in Zentralamerika erklärt seinem Volk, dass wir Menschen auf den Geist hören sollen, der uns beten lehrt, und fordert uns auf, immer zu beten (2. Nephi 32:8-9). Der Herr selber erklärt uns, wie wir `immer beten´ können. Als er nach seiner Auferstehung die Nephiten in Zentralamerika besuchte, gebot er der Menge, die sich um ihn versammelt hatte, mit Beten aufzuhören, aber im Herzen sollten sie weiter beten (3. Nephi 20:1). Das ist der Schlüssel: Ein ständiges Gebet im Herzen zu sprechen. Mir geht es häufig so, dass irgendein Ereignis mich dazu veranlasst, dem Herrn im Herzen Dank zu sagen für einen Segen, der mir gerade zuteilwurde. So passiert es mir ab und zu, dass mir beim Spurwechsel in den Sinn kommt, den Schulterblick zu machen. Mehrfach tat ich das dann in letzter Minute und sah schon fast neben mir ein Fahrzeug, das mir vorher im Rückspiegel nicht aufgefallen war. Ein Dankgebet steigt zum Vater empor. So bin ich immer bereit mit dem Vater im Himmel Kontakt aufzunehmen, egal, um was es auch geht: Danken, Bitten – Hilfe in schwierigen Situationen erflehen, für jemand anderen etwas erbitten … und vor allem Danken, Danken, Danken!. Wie ergeht es dir?

gebet des herzens„Wenn meine Arme Menschen, die mir am Herzen liegen, nicht erreichen können, umarme ich sie immer mit meinen Gebeten.“
(Bild: Quelle; Titelbild: Quelle)

Sie ermahnten ihre Brüder; und sie wurden auch ermahnt

Weiterhin wird über Alma den Älteren und seine Mitarbeiter berichtet: „Und sie ermahnten ihre Brüder; und sie wurden auch ermahnt, ein jeder durch das Wort Gottes gemäß seinen Sünden oder den Sünden, die er begangen hatte; … .“ (Mosia 26:39).

Sie ermahnten ihre Brüder; und sie wurden auch ermahnt. Ermahnen hat etwas mit Warnen zu tun. Im Leben, sei es als Kind – „Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht.“, Schüler – „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ -, in der Arbeitswelt – „Sicherheit vor Schnelligkeit“ -oder im privaten Bereich, werden wir ständig vor Gefahren, die uns drohen könnten, gewarnt und dabei ermahnt, uns vor diesen zu schützen. So werden wir heute, ganz genauso wie vor Jahrhunderten, durch unsere Apostel und Propheten gewarnt und ermahnt (Lehre und Bündnisse 1:4). Der Herr weist sogar diejenigen, die schon gewarnt wurden an, auch ihren Nächsten zu warnen (Lehre und Bündnisse 88:81).

Ein Beispiel, wie uns der Herr in unserer Zeit aktuell warnt, ist `das Wort der Weisheit´ (Lehre und Bündnisse 89:4 ff). Hier ermahnt uns der Herr, eine gesunde Lebensführung einzuhalten. Das Wunderbare, er verspricht uns, bei Beachtung der Ermahnung, Kraft und Gesundheit (Lehre und Bündnisse 89:18-21). Diese Ermahnung hat uns der liebevolle himmlische Vater zu einer Zeit gegeben, wo die Wissenschaft diese Erkenntnisse noch nicht hatte und diese so mancher Ungläubige belächelte und nicht daran dachte, sie zu beachten.

Ich bin von Herzen dankbar für die Ermahnungen, die der Herr uns durch seine `Wächter auf dem Turm´ gemäß unserer individuellen Sünden zuteilwerden lässt, um uns vor Gefahren zu schützen. Zuletzt auf der 186sten Frühjahrsgeneralkonferenz (siehe hier). Sollen sie mir nutzen, muss ich natürlich auf sie hören und danach handeln, sonst `verbrenne ich mir die Finger´ („Fass nicht den heißen Herd an …“). Wann bist du das letzte Mal ermahnt worden und wie bist du damit umgegangen?

wächter auf dem turmWächter auf dem Turm
(Bild: Quelle; Videoclip 4:17 Minuten)

All dies vollbrachten Alma und seine Mitarbeiter, die der Kirche vorstanden

Moroni hält in seiner Zusammenfassung der Aufzeichnungen bezüglich der Führung der Kirche in der Zeit um 110 v. Chr. fest: „Und nun, all dies vollbrachten Alma und seine Mitarbeiter, die der Kirche vorstanden; und sie wandelten in allem Eifer, sie lehrten in allem das Wort Gottes; sie litten allerart Bedrängnisse, denn sie wurden von all denen verfolgt, die nicht der Kirche Gottes angehörten.“ (Mosia 26:38).

All dies vollbrachten Alma und seine Mitarbeiter, die der Kirche vorstanden. So wie damals stehen auch heute Propheten und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weltweit dem Werk des Herren hier auf Erden vor.

  • Sie wandelten in allem Eifer:
    Präsident Thomas S. Monson, der heute lebende Prophet des Herren, wandelt ebenso in allem Eifer und ist uns im Dienst am Nächsten ein lebendiges Vorbild, an dem wir uns ausrichten können. Ebenso handeln seine Mitarbeiter, seine beiden Ratgeber Henry B. Eyring und Dieter F. Uchtdorf. Genauso können wir uns an den Mitgliedern des Kollegiums der Zwölf Apostel orientieren und an allen Mitgliedern der Siebzigerkollegien. Sie alle haben ihren Beruf aufgegeben und dienen der gesamten Menschheit, um sie zu Christus zu führen. Ganz genauso, wie es die Jünger getan haben, die von Jesus aus ihrem Alltag heraus berufen wurden Menschenfischer zu werden, ihre Netze sofort beiseitelegten – ihr Berufsleben beendeten – und geistliche Führer wurden (Matthäus 4:18-22; 9:9). Auch gibt es regionale und örtliche berufene Führer, die ehrenamtlich in den unzähligen Gemeinden der Kirche auf Erden ihrem Dienst am Nächsten nachkommen. Hier bekommst du einen Überblick über die Verwaltung der Kirche in heutiger Zeit.
  • Sie lehrten in allem das Wort Gottes:
    In sonntäglichen Gottesdiensten lehren uns die von Gott durch seine Führer berufenen Dienerinnen und Diener das Wort Gottes. Zweimal jährlich ist die gesamte Menschheit eingeladen durch die Worte der von Gott berufenen Apostel, Propheten, Siebziger und Mitglieder weiterer Hauptausschüsse belehrt zu werden (für April 2016 siehe hier).
  • Sie litten allerart Bedrängnisse:
    Auch heute leiden die vom Herrn berufenen Diener Bedrängnisse aller Art, und zwar aufgrund der Unachtsamkeit von Mitgliedern des Volkes des Herrn, aber auch aufgrund des Unwillens vieler Menschen, die das Evangelium von Jesus Christus ablehnen (siehe hier).

Von ganzem Herzen danke ich Gott, dass er uns auch heute wieder Propheten und weitere Mitarbeiter berufen hat, die in allem Eifer wandeln, die uns das Wort Gottes lehren, und die allerart Bedrängnisse leiden um uns Menschen zu helfen Christus näherzukommen. Wie stehst du zu diesen `Menschenfischern´?

menschenfischer(Bild: Quelle)