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Über das hinaus, was wir ertragen können

Gott wird nicht zulassen, dass wir über das hinaus, was wir ertragen können, versucht werden (1.Korinter 10:13). Oft denken wir aber, dass die Versuchung zu stark sei, als dass wir ihr widerstehen könnten. Und wenn dann die Versuchung kommt, denken wir, dass wir über das hinaus versucht werden, was wir ertragen können. Das geschieht aber […]

Baut eine Arche

Gott sprach zu Noa und gab ihm das Gebot, eine Arche zu bauen. Weil Noa diesem Gebot gegenüber gehorsam war, empfing er als Segen sein Leben. Nachdem Gott ihm sagte: „Mach dir eine Arche!“ (Genesis 6:14), tat er genau das. Er baute eine Arche wie Gott es von ihm wollte.

Diese Arche sorgte dafür, dass die Tiere (Gott rettete mehr Tiere als Menschen) und seine Familie die Flut überleben konnten. So baute Noa eine Arche, um sich und seine Familie vor der Schlechtigkeit der Welt zu retten.

Die Arche war eine Zuflucht vor der Flut.

Auch heute ergeht an uns das Gebot, eine Arche zu bauen – oder zumindest Zuflucht in einer Arche zu suchen. Da wir heute eine Wasserflut nicht mehr zu befürchten haben (Genesis 8:21), müssen wir auch keine tatsächliche Arche bauen. Doch so wie das Wasser die gesamte Erde überschwemmen kann, kann die Sünde alle Ecken und Enden der Welt erreichen, um zu zerstören wie Wasser zerstören kann.

Noa war der Prophet der damaligen Zeit und baute eine Arche. Auch heute haben wir Propheten, die für uns eine Arche bauen, in die wir oft gehen müssen, um nicht zu ertrinken. Neben dem Tempel dienen auch das Zuhause und die Familie als geistige Archen, die uns vor Sünde beschützen können.

Der Tempel ist unsere Arche und so wie der Tempel auf einem Berg steht, um dem Himmel näher zu sein, so sollten auch unsere Grundsätze auf Bergen stehen, um dem Himmel näher zu sein und um nicht von einer Welle wegen jeder Kleinigkeit weggeschwemmt zu werden (Jakobus 1:6).

Zu drei Zeiten wurden die Menschen aufgerufen, eine Arche zu bauen. Zu Noas Zeit, zur Zeit der Apostel, als ein Missionar die Hebräer ermahnte, eine Arche zu bauen (Hebräer 11:7), sodass sie zu Gott zurückzusegeln können und in der heutigen Zeit, wenn wir aufgerufen werden, in den Tempel zu gehen, um nicht – wie Petrus es beinahe erging – wegen Versuchungen unter zu gehen.

Die Geschichte der Arche ist heute so aktuell wie zu Noas Zeit. Auch heute haben wir einen Propheten, auch heute wird die Erde überschwemmt mit Schlechtigkeit und auch heute haben wir Archen, in die wir fliehen können, um zu überleben.

Glauben heißt, nichts wissen! Oder?

Häufig, wenn ich mit Leuten außerhalb der Kirche über meinen Glauben spreche, schlägt mir in irgendeiner Form das gängige Klischee entgegen: „Glauben heißt, nichts wissen!“ Dem wird dann in unserer inzwischen sehr weitgehend von atheistischen Ideen geprägten Gesellschaft die Wissenschaft entgegen gestellt, die ja, wie der Name schon sagt, gesichertes Wissen vermittelt. Diesem Gedankengang liegen zwei Missverständnisse zugrunde. Ich möchte hier auf das eine davon eingehen.

Die Online-Version des Duden definiert „Glauben“ als „gefühlsmäßige, nicht von Beweisen, Fakten o. Ä. bestimmte unbedingte Gewissheit, Überzeugung“. Dies ist die Definition, die die meisten Menschen im Hinterkopf haben, wenn es um das Thema „Glauben“ geht. Ein Blick auf die vom Duden angegebenen Synonyme offenbart jedoch, dass in unserer Sprache gewisse Bedeutungen des Wortes verloren gegangen sind. Synonyme für „Glaube“ sind „Meinung, Überzeugung, Vertrauen, Zuversicht“. Glaube im Sinne von Vertrauen oder Zuversicht ist die Bedeutung, die unseren Vorfahren sicher noch geläufig war, vielen von uns aber inzwischen fremd geworden ist.

Vielleicht hat der eine oder andere von uns noch die Worte eines Geistlichen im Ohr: „Du musst einfach glauben!“ Da glauben ja, nach weit verbreiteter Meinung „nichts wissen“ bedeutet, ist das eine sehr unbefriedigende Aussage. Sie bedeutet dieser Definition gemäß, man soll einfach gewisse Glaubenssätze annehmen, ohne einen Beweis dafür zu verlangen und ohne sie zu hinterfragen. Wenn man jedoch Glauben als Vertrauen definiert, ergibt sich daraus eine völlig andere Aussage. Dann bedeutet diese nämlich, man soll auf diese Grundsätze vertrauen, darauf setzen, dass sie wahr ist. Und dies vielleicht einfach nur für eine begrenzte Zeit, bis sich herausgestellt hat, ob sie einen weiterbringen oder nicht.

Dann sind wir genau bei der Aussage in Alma 32 im Buch Mormon. Dort heißt es im Vers 28: „Nun wollen wir das Wort mit einem Samenkorn vergleichen. Wenn ihr nun Raum gebt, dass ein Samenkorn in euer Herz gepflanzt werden kann, siehe, wenn es ein wahres Samenkorn oder ein gutes Samenkorn ist, wenn ihr es nicht durch euren Unglauben ausstoßt, so dass ihr dem Geist des Herrn Widerstand leistet, siehe, so wird es anfangen, in eurer Brust zu schwellen; und wenn ihr dieses Schwellen spürt, so werdet ihr anfangen, in euch zu sagen: Es muss notwendigerweise so sein, dass es ein gutes Samenkorn ist oder dass das Wort gut ist, denn es fängt an, meine Seele zu erweitern; ja, es fängt an, mein Verständnis zu erleuchten; ja, es fängt an, mir köstlich zu sein.“

Was der Prophet Alma hier beschreibt, ist die Tatsache, dass man gewisse spirituelle Wahrheiten nicht beweisen, sondern nur für sich selbst ausprobieren kann, indem man sie als wahr annimmt und ihnen keinen „Widerstand leistet“. Nach einiger Zeit kommt dann die Phase des Hinterfragens: Was hat diese Wahrheit, die ich angenommen habe, mit mir gemacht? Hat sie mein Verständnis erweitert, hat sie mir Freude bereitet, hat
sie mich im Leben vorangebracht?

Diese Art von Glauben ist alles andere als unkritisch oder naiv. Sie ist einfach notwendig, um Wahrheiten zu überprüfen, die sich der wissenschaftlich-intellektuellen Methodik entziehen. Außerdem ist sie sehr vernünftig und entspricht darüber hinaus auch noch unserer Alltagserfahrung. Wer wissen will, ob Sushi gut schmeckt, wird nicht mit Waage, Maßband und Thermometer an einem Maki-Röllchen herum hantieren. Er wird auch nicht alle möglichen Anhänger und Gegner des Sushi-Verzehrs zu ihrer Meinung befragen. Nein, die einzige Methode, um herauszufinden, ob man Sushi mag, ist, zumindest eines davon in den Mund zu nehmen, intensiv zu kauen, bewusst zu schmecken und dann für sich zu entscheiden, ob es einem schmeckt oder nicht.

So ist es auch mit dem Glauben.

Nasse Schuhe – Kalte Füße

Es ist Ende April und als ich zusammen mit meinem Mann das Haus verlasse, um ihn ein Stück zur Arbeit zu begleiten, ziehe ich meine Halbstiefel an. Sie sind nicht wasserdicht, das war mir klar. „Es wird schon nicht so schlimm werden“, denke ich und gehe los. Doch der Schnee ist so naß, daß er auf der Straße bereits gleich wieder zu Matsch wird. Wir laufen nur wenige Minuten, als mir klar wird, daß ich mit nassen Füßen wieder zu Hause ankommen werde. Obwohl wir noch nicht so weit weg von zu Hause sind, gehe ich nicht zurück, um richtige Winterstiefel anzuziehen. „Die habe ich schon in den Keller geräumt“ erwidere ich meinen Mann, als er mir genau das vorschlägt und gehe entschlossen weiter. Ich spüre wie meine Socken sich vorne mit Wasser voll saugen und die Nässe sich langsam zur Fußmitte ausbreitet. Ich versuche nicht zu jammern. Schließlich habe ich mich ja so entschieden, aber irgendwann wird es so unangenehm, dass ich doch ein klein wenig über meine kalten Füße klage.

Während wir weiter laufen, erinnert mich mein Mann, an die vielen Flüchtlinge, die es zur Zeit auf der Welt gibt. Bestimmt gibt es da auch welche, die noch nie so ein Wetter erlebt haben und folglich gar nicht im Besitz von Winterstiefeln sind. Und dann auf ihrer Flucht, kommen sie in solches Wetter. Auch ihre Füße werden kalt, ihre Kinder weinen und sie sehnen sich, so wie ich auch in diesem Moment, nur nach Wärme. Doch ich weiß, daß ich nach einer halben Stunde wieder zu Hause sein werde. Wie freue ich mich darauf, meine nassen Socken und Schuhe ausziehen zu können und meine kalten Füße mit einer warmen Decke zu wärmen.

Da gehen mein Gedanken wieder zurück an all die Menschen, die auf der Flucht sind, die nicht wissen, wann und wo ihr beschwerlicher Weg zu Ende sein wird. Die sich nach Frieden und einer Zukunft für ihre Kinder sehnen. Was bin ich bereit, für diese Menschen zu tun, die mittlerweile auch in meiner Stadt leben? Ich denke, an die Worte, die ich erst vor wenigen Wochen auf der Generalkonferenz unserer Kirche gehört habe. Dort sprach der Siebziger, Patrick Kearon unter anderem darüber, was wir für diese Menschen, die mittlerweile in unserer Heimat angekommen sind, tun können:

„Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie wir mit anpacken und ein Freund sein können. Wir können umgesiedelten Flüchtlingen helfen, die Sprache ihres Gastlandes zu erlernen, sich neue berufliche Fertigkeiten anzueignen oder sich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Wir können einer Familie oder einer alleinerziehenden Mutter helfen, sich in der neuen Kultur besser zurechtzufinden. Vielleicht bedarf es dazu bloß solcher Kleinigkeiten, wie mit ihnen einkaufen zu gehen oder sie in die Schule zu begleiten. …….

Kommen wir doch aus unserer Sicherheit heraus und geben wir von dem ab, was bei uns im Überfluss vorhanden ist, nämlich Hoffnung auf eine bessere Zukunft, Glaube an Gott und unsere Mitmenschen und Liebe, die über kulturelle und ideologische Unterschiede hinwegsieht auf die herrliche Wahrheit, dass wir alle Kinder des himmlischen Vaters sind.“

In der Bibel können wir lesen, daß Jesus bereits als Kind lernen mußte, was es bedeutet auf der Flucht zu sein. Sein Leben war bedroht, weil König Herodes alle Jungen unter zwei Jahre töten ließ. Deswegen floh er mit Maria und Josef nach Ägypten. Auch später in seinem Leben sagte er von sich: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester, der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“ (Matthäus 8:20) Denken wir daran, was Jesus später sagte, als er über das Weltgericht sprach: „ Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“(Matthäus 25:40)

 

Bildquelle: https://billedekunst.wordpress.com

Bau einen Altar und bringe Opfer dar

Vor einigen Jahren arbeitete ich, als ich Anfang 20 war, in einem Natursteingeschäft. Dort musste ich häufig schwere Steine tragen, die oft über 30 Kilogramm gewogen haben. Es waren große Steine und ich musste sie auf eine Palette schaffen, damit sie weggefahren werden konnten. Damit viele Steine auf eine Palette passen konnten, musste ich die Steine sorgfältig stapeln und zwar so hoch, dass sie mir fast bis zur Hüfte reichten.

Es war August und sehr heiß. Während ich mich mit den Steinen abmühte, merkte ich, wie ich zu schwitzen anfing. Der Schweiß war wortwörtlich auf meinem Angesicht. Meine Arme, Hände und Finger fingen zu schmerzen an. Außerdem bekam ich Rückenschmerzen, da ich keine ideale Hebetechnik anwendete. Sechs solche Steinhügel musste ich stapeln.

Mein ganzer Körper schmerzte, ich war verschwitzt und müde. Als ich jeden Stein einzeln auf die anderen Steine legte, dachte ich an Altäre. Ich dachte an den ersten Mensch, der auf der Erde lebte und daran, dass auch er einen Altar baute (womöglich viel symmetrischer als ich das tat). An mich erging damals die schwere Aufgabe Steinhügel zu bauen, an Adam jedoch erging die Aufgabe, einen Altar zu bauen, zu beten und zu opfern (Mose 5:5).

Adam begann erst langsam seine Muskeln zu benutzen, dennoch benutzte er sie und baute so einen Altar.

Nun besteht ein Altar nicht aus einem Stein hier und einem Stein da. Es ist eine sehr ermüdende Arbeit. Nicht nur die Höhe, sondern auch die Stabilität ist wichtig. Er sollte so symmetrisch wie möglich sein, denn er sollte als Sinnbild des Altars dienen, auf dem das Lamm Gottes geopfert werden würde.

Einen Altar ohne Zement und Werkzeuge zu bauen erfordert handwerkliche Fähigkeiten. Somit war Adam nicht nur Feldarbeiter, sondern auch Handwerker.

Ich baute einen Altar, oder eher etwas ähnliches. An diesem heißen Augusttag lernte ich, dass es eigentlich schon ein Opfer ist auch nur einen Altar zu bauen. Die Energie und Kraft, die der Erbauer in diesen Akt der Vorbereitung stecken muss, um Gott anzubeten, ist ein Schatten dessen, was diesem ersten Opfer folgen wird. Und somit opferte Adam gleich zweimal: Einmal, als er diese heilige Erhöhung erbaute, ein Fußschemel für den Allerhöchsten und einmal, als er das Erstling seiner Herde schlachtete.

Jedes Opfer verlangt Vorbereitung. Abraham, der wohl als einziger ein Teil der Gefühle unseres Vaters, der seinen geliebten Sohn gab, fühlen musste, war vorbereitet seinen eigenen Sohn Isaak zu opfern. Auch heute müssen wir uns vorbereiten zu opfern.

Baue einen Altar und bringe Opfer dar, ist ein Gebot, das mehr beinhaltet als nur einen Altar zu bauen. An diesem Tag verstand ich, was es heißt, einen heiligen Stand hochzuziehen und was damit verbunden ist. Das Opfer beginnt nicht damit, ein Lamm oder ein anderes Tier, das als Opfer bestimmt werden darf zu sammeln. Es beginnt mit dem Gebot einen Altar zu bauen.

Folgende Opfer im Alten Testament sind bekannt:
• Sühnopfer (Levitikus 9:7)
• Brand-, Schlacht- und Trankopfer (1.Makkabäer 1:45)
• Versöhnungsopfer (2.Makkabäer 3:33)
• Speise- und Sündopfer (Psalm 40:7)
• Ganzopfer (Psalm 51:21)
• Dankopfer (Psalm 56:13)
• Lobopfer (Psalm 119:108)
• Rauch- und Abendopfer (Psalm 141:2)
• Schuldopfer (Sirach 7:31)
• Heilsopfer (Sirach 35:2)
• Gedenkopfer (Sirach 35:9)
• Feueropfer (Sirach 50:13)
• Kindesopfer (Jeremia 32:35)
• Erstlingsopfer (Ezechiel 20:40-41)
• Weinopfer (Hosea 9:4)

Keines von all diesen ist heiliger als das von Christus. Er trug seinen eigenen Altar in der Form eines Kreuzes. Er betete und wurde erhört. Und sein Sühnopfer erfüllte das Gesetz des Moses.

Heute können wir immer noch geistige Altäre bauen und Gott Opfer darbringen. Wir können unser Alles auf den Altar des Lebens legen und uns dem Herrn Gott ganz opfern beziehungsweise weihen.

Sie fingen an, zu fasten und zum Herrn, zu ihrem Gott, zu beten

Nachdem die Söhne Mosias II Alma den Jüngeren zu seinem Vater gebracht und ihm alles erzählt hatten, was ihnen widerfahren war, rief Alma der Ältere etliche Menschen als Zeugen hinzu: „Und er ließ die Priester sich versammeln; und sie fingen an, zu fasten und zum Herrn, zu ihrem Gott, zu beten, er möge den Mund Almas auftun, dass er sprechen könne und dass auch seine Glieder ihre Kraft empfingen—auf dass die Augen des Volkes aufgetan würden und sie die Güte und Herrlichkeit Gottes sehen und erkennen könnten.“ (Mosia 27:22).

Sie fingen an, zu fasten und zum Herrn, zu ihrem Gott, zu beten. Wenn man etwas Besonderes vom Herrn erbitten möchte, kann dies durch zeitlich begrenzten freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken, unterstützt werden. Der Erfolg des Fastens für Alma den Jüngeren wird uns im Vers 23 berichtet. Eine Begebenheit aus der nachexilischen Zeit der Israeliten (etwa 538 v. Chr.) zeigt, dass die Gläubigen schon seit eh und je fasteten, um von Gott besondere Hilfen, Segnungen oder Unterstützung zu erbitten. Esra, ein Zeitgenosse Davids, Priester (Esra 7:12) und Gesetzeskundiger (Esra 7:10), rief ein Fasten unter dem Volk aus, um bei ihrer Reise aus Babylon nach Jerusalem den Schutz des Herrn zu erhalten, um nicht den König Artaxerxes um Schutz bitten zu müssen, nachdem er diesem gesagt hatte, dass ihr Gott ihnen helfen würde (Esra 8:21-22). Wir lesen, dass der Herr sie erhörte und ihnen den gewünschten Schutz auf ihrer Reise gab (Esra 8:23,31).

Auch heutzutage kennen wir als Volk des Herrn diese Möglichkeit, Gott näherzukommen und besondere Segnungen zu erbitten. Wir tun dies entweder als Gruppe oder als Einzelperson. Einmal im Monat fasten alle Mitglieder der Kirche (Lehre und Bündnisse 59:13-14), stärken sich gegenseitig in ihren Zeugnissen und spenden das Ersparte für die Armen. Wie Fasten durchgeführt werden soll, wird uns in Jesaja 58:3-11 erklärt. Was sind deine Gedanken zum regelmäßigen Fasten, um dadurch dem Herrn näherzukommen und die Bedürftigen zu unterstützen? Wenn du mehr über das Fasten erfahren willst, siehe hier.

fasten
Fasten löst nicht immer alle Probleme, doch es stärkt immer den Glauben sie zu bewältigen
(Bild: Quelle; Titelbild: Quelle)

Nun war die Bestürzung Almas so groß, dass er stumm wurde

Nachdem sich der Engel von den fünf Männern wieder entfernt hatte, stürzten alle wieder zur Erde. Bei Alma dem Jüngeren stellte sich außer überaus großer körperlicher Schwäche auch noch Stummheit ein: „Und nun war die Bestürzung Almas so groß, dass er stumm wurde, so dass er seinen Mund nicht öffnen konnte; ja, und er wurde schwach, so dass er nicht einmal die Hände bewegen konnte; darum nahmen ihn die, die mit ihm waren, und trugen den Hilflosen, ja, bis er vor seinen Vater gelegt wurde.“ (Mosia 27:19).

Nun war die Bestürzung Almas so groß, dass er stumm wurde. Friedrich Nowottny sagte einmal: „Wenn es den Politikern die Sprache verschlägt, halten sie eine Rede.“ Das hast du sicherlich schon mal erlebt, dass es `jemandem die Sprache verschlagen hat´, z.B. als er in außergewöhnlicher Weise überrascht wurde. So erging es Alma dem Jüngeren und den vier Söhnen Mosias II. Und so erging es einigen, die eine göttliche Kundgebung erlebten. So z.B. Daniel. Ihm erschien ein Mann, dessen Körper einem Chrysolith (hellgrünes, durchsichtiges Mineral, wird als Schmuckstein verwendet; siehe Bild) glich, dessen Gesicht wie ein Blitz leuchtete und dessen Augen wie brennende Fackeln waren. Während dieser zu ihm redete, war Daniel sprachlos, ihm fehlte körperliche Kraft und der Atem stockte ihm (Daniel 10:15-17). Ein Esel sah einen Engel des Herrn und benahm sich für Bileam äußerst merkwürdig, sodass dieser ihn dreimal schlug. Hier geschah es, dass der Esel zu sprechen begann (Numeri 22:27-28).

Wenn außergewöhnliche Dinge geschehen, kann es einem schon mal die Sprache verschlagen oder die Kräfte verlassen. Mir passierte so etwas bisher nur in Albträumen. Ich werde darin so stark erschreckt, dass mir trotz äußerster Anstrengung die Stimme versagt und ich nicht in der Lage bin, um Hilfe zu rufen. Wann hat es dir schon mal die Sprache verschlagen?

Peridot-China(Bild: Quelle)

Gehe deines Weges und trachte nicht mehr danach, die Kirche zu vernichten

Der Engel des Herrn gibt Alma schlussendlich folgende Anweisung: „Nun sage ich dir: Gehe hin und denke an die Gefangenschaft deiner Väter im Land Helam und im Land Nephi; und denke daran, was er Großes für sie getan hat; denn sie waren in Knechtschaft, und er hat sie befreit. Und nun sage ich dir, Alma: Gehe deines Weges und trachte nicht mehr danach, die Kirche zu vernichten, damit ihre Gebete Erhörung finden, und dies, auch wenn du selbst verstoßen werden willst.“ (Mosia 27:16).

Gehe deines Weges und trachte nicht mehr danach, die Kirche zu vernichten. Bei dieser Aussage kommt mir direkt die Begebenheit mit der Ehebrecherin in den Sinn. Jesus lehrte das Volk im Tempel. Die Schriftgelehrten (diejenigen, die die Einzelheiten des Gesetzes entwickelten und auf die Umstände ihrer Zeit anwandten. Sie gehörten zur Partei der Pharisäer) und Pharisäer (eine jüdische religiöse Gruppe, die das Gesetz des Mose wortwörtlich befolgten und viele dazu verleiteten an Christus und seinem Evangelium zu zweifeln) brachten eine Ehebrecherin zu Jesus und fragten ihn, was er dazu zu sagen habe, nachdem das mosaische Gesetz für solche Fälle die Steinigung vorsah. Er antwortete ihnen, dass derjenige den ersten Stein auf sie werfen sollte, der ohne Sünde wäre. Einer nach dem anderen ging weg, bis nur noch sie und Jesus da waren. „Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? 11 Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“ (Johannes 8:10-11).

Wenn ich nicht selber daran schuld sein will, dass ich von Christus verstoßen werde, muss auch ich seiner Aufforderung Folge leisten: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“. Das ist bei einigen Geboten für mich kein Problem, bei anderen aber doch nicht ganz so leicht. Immer wieder nehme ich es mir vor, scheitere dann aber doch wieder an meiner Schwachheit. Ich gebe nicht auf und werde es eines Tages doch schaffen vom Tisch des Herrn wegzugehen und wieder eines der Gesetze mehr zu halten, von da an nicht mehr gegen dieses Gebot zu sündigen. Welche Erfahrungen hast du mit dieser Aussage schon gemacht?

ehebrecherinJesus und die Ehebrecherin (Bild: Quelle)

Er hat mit viel Glauben für dich gebetet, damit du zur Erkenntnis der Wahrheit gebracht würdest

Der Engel des Herrn erklärt Alma dem Jüngeren, worin der Grund seines Auftrages zu sehen ist: „Und weiter sprach der Engel: Siehe, der Herr hat die Gebete seines Volkes vernommen, ebenso auch die Gebete seines Knechtes Alma, der dein Vater ist; denn er hat mit viel Glauben für dich gebetet, damit du zur Erkenntnis der Wahrheit gebracht würdest; darum bin ich nun zu diesem Zweck gekommen, dich von der Macht und Vollmacht Gottes zu überzeugen, damit die Gebete seiner Knechte gemäß ihrem Glauben erhört würden.“ (Mosia 27:14).

Er hat mit viel Glauben für dich gebetet, damit du zur Erkenntnis der Wahrheit gebracht würdest. Wir können sicher sein, dass wenn wir selber mit viel Glauben alles tun, um Verständnis zu erlangen, oder für andere Menschen nach Hilfe suchen, alleine aber nicht weiter kommen, der Herr auf unsere demütigen Bitten hört und uns Antworten zukommen lässt, manchmal auch auf unerwartete Weise (Daniel 10:12). In Saulus haben wir ein ähnliches Beispiel. Auch er versuchte die Kirche des Herrn zu vernichten, wurde aber durch den Herrn selber zur Bekehrung veranlasst (Apostelgeschichte 8:3; 9:1-7). Auch Abraham wurde sein Flehen auf spektakuläre Art und Weise beantwortet (Köstliche Perle Abraham 27:15), in diesem Fall allerdings, weil Abraham gläubigen Gehorsam zeigte.

Aus diesen Begebenheiten lerne ich, dass der Herr in bestimmten Fällen gerade auch mit solchen Menschen, die ihn und die Seinen bekämpfen, unter Umständen etwas Besonderes vorhat und sie durch auf sie zugeschnittene Ereignisse zur Umkehr bewegen möchte (Mosia 27:15). Ich werde dadurch darin bestärkt, unablässig für meine Nächsten zu beten (2. Korinther 1:11), die vom Herrn nichts wissen wollen, oder sogar die Gläubigen verfolgen und sogar umbringen. Was geht dir durch den Kopf, wenn du an solche Bekehrungsgeschichten denkst?

paulus zu saulusMichelangelo: Die Bekehrung des Saulus, 1542 – 45, Fresko in der Cappella Paolina im Vatikan (Bild: Quelle; Titelbild: Quelle)

Dies ist meine Kirche, und ich werde sie aufrichten; und nichts wird sie zu Fall bringen

Der Engel, der Alma dem Jüngeren und den Söhnen Mosias erschien, sprach diese, nachdem sie vor Bestürzung zur Erde gefallen waren und seine ersten Worte nicht verstanden (Mosia 27:12), erneut an: „Doch er rief abermals, nämlich: Alma, erhebe dich und tritt vor, denn warum verfolgst du die Kirche Gottes? Denn der Herr hat gesprochen: Dies ist meine Kirche, und ich werde sie aufrichten; und nichts wird sie zu Fall bringen als allein die Übertretung meines Volkes.“ (Mosia 27:13).

Sehr häufig in der Menschheitsgeschichte wurde die vom Herrn aufgerichtete Kirche von innen heraus auch wieder zu Fall gebracht. Die Gläubigen wandten sich aufgrund falscher Versprechungen Satans (Matthäus 24:24) von der Wahrheit ab und wurden so auch noch für weitere ein Stolperstein (Alma 4:10). Wohlstand führt häufig dazu, dass Menschen den Herrn vergessen, sich von der Wahrheit abwenden und andere ebenso verleiten (Helaman 12:2). Ein weiterer großer Abfall ist vor dem Zweiten Kommen Jesu vorhergesagt (2. Thessalonischer 2:3). Die Kirche des Herrn wird aber nicht zu Fall gebracht werden (Lehre und Bündnisse 13:1).

Dies ist meine Kirche, und ich werde sie aufrichten; und nichts wird sie zu Fall bringen. Wie dankbar bin ich dem Herrn, dass er in dieser letzten Evangeliumszeit (Lehre und Bündnisse 27:13) seine Vollmacht, durch Joseph Smith wiederhergestellt, nicht mehr von der Erde nehmen wird und seine Kirche bestehen bleiben wird, bis er selber wieder zur Erde zurückkommen wird, um seine Friedensherrschaft anzutreten (Apostelgeschichte 1:11; Lehre und Bündnisse 29:9-12). Inwiefern beeinflusst der Glaube daran, dass seine Kirche auf Erden ist und bleiben wird, bis er selber wieder kommen wird, deine Entscheidungen.

E4LIM19HR

An der eisernen Stange, dem Wort Gottes, festhalten um nicht abzufallen
(Bild: Quelle)