So wären wir, wie wir meinten, unklug

Nachdem die Krieger Helamans und des Antipus zusammen durch eine Kriegslist ein Großteil des Heeres der Lamaniten aus Antiparach überwinden und viele Gefangene machen konnten, marschierten sie mit diesen wieder zurück zur Stadt Judäa (Alma 56:34,54,57). Ammoron, der lamanitische König, schlug vor, die große Stadt Antiparach gegen gefangen genommene Lamaniten auszutauschen (Alma 57:1). „Aber ich sandte dem König einen Brief, daß wir die Gewißheit hätten, daß unsere Streitkräfte genügen würden, um die Stadt Antiparach mit unserer Streitmacht zu nehmen; und wenn wir die Gefangenen für diese Stadt auslieferten, so wären wir, wie wir meinten, unklug, und wir würden unsere Gefangenen nur im Tausch ausliefern.“ (Alma 57:2).

So wären wir, wie wir meinten, unklug. Wenn du gerne zum Ausdruck bringen willst, dass du das Verhalten deines Gegenüber als Dumm ansiehst, wirst du ihm, wenn du sensibel genug bist, sicherlich nicht direkt sagen: Das war aber Dumm, was du da gemacht hast. Eher wirst du dich wohl dazu entscheiden, zum Ausdruck zu bringen, dass du sein Verhalten als `unklug´ empfindest. Das klingt doch nicht ganz so verletzend oder? Wie klingt es in deinen Ohren, wenn Helaman geschrieben hätte: `So wären wir, wie wir meinten, nicht schlau.´ Klingt das nicht eher überheblich in deinen Ohren?

Meine Gedanken, die ich mir bei der Wortwahl Helamans in seinem Brief mache: Vielfach kommt es darauf an, wie man etwas sagt. Zwar hat Helaman durch diese positive Ausdrucksweise bei Ammoron keinen Blumentopf gewinnen können, aber vielleicht Schlimmeres verhindert. So muss ich mir auch Gedanken machen, was erzeuge ich durch meine Wortwahl in meinem Gegenüber. Wie kann ich, aus meiner Sicht jedenfalls, ehrlich sein, ohne zu verletzen? Ich muss an die Gefühle meines Gegenübers denken, die ich durch meine Worte auslöse. Ich versuche konstruktive, nicht destruktive Gedanken mitzuteilen. Ich vermeide Schuldzuweisungen und verurteile nicht. Mein Tonfall ist mild (Sprichwörter 15:1; 4). Ich bin bedacht darauf, meinem Gesprächspartner Wertschätzung entgegenzubringen, ihn als Geistkind Gottes zu sehen, genauso, wie ich eines bin (Matthäus 7:12). Diese Sicht- und Handlungsweise muss ich mir sicherlich in den unterschiedlichsten Situationen immer wieder in mein Bewusstsein rufen. Was machst du, um andere nicht `vor den Kopf zu stoßen´ – verärgern, brüskieren, verletzen, kränken?

Der Wert der Wertschätzung(Bild: Quelle)

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