Ihr seid zornig auf uns wegen unserer Religion

Der oberste Befehlshaber der Nephiten, Moroni, weiter im Verhandlungsgespräch mit Zerahemnach, dem obersten Befehlshaber der lamanitischen Angreifer: „Siehe, wir sind nicht hergekommen, um gegen euch zu kämpfen, daß wir um der Macht willen euer Blut vergießen; wir haben auch nicht den Wunsch, irgend jemand unter das Joch der Knechtschaft zu bringen. Aber genau das ist der Grund, warum ihr gegen uns gezogen seid; ja, und ihr seid zornig auf uns wegen unserer Religion.“ (Alma 44:2).

Ihr seid zornig auf uns wegen unserer Religion. In diesem Zusammenhang fällt mir sofort die jüngste Kirchengeschichte ein. Joseph Smith hatte, vom Herrn beauftragt, seine Kirche hier auf Erden wiederhergestellt (Lehre und Bündnisse 21:3). Aus den unterschiedlichsten Gründen wurden die Mitglieder der Kirche sofort verfolgt. Sie mündete in der Ausrottungsverordnung des Gouverneurs von Missouri, Lilburn Boggs vom 27. Oktober 1838 (siehe hier). Diese Verordnung bezweckte, die Mitglieder der Kirche aus Missouri zu vertreiben, und zwar aufgrund der Ausübung ihres Glaubens.

Auch heute noch werden Menschen wegen ihres `anderen´ Glaubens verfolgt. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist seit je her ein Verfechter der Religionsfreiheit. Einer ihrer Glaubensartikel, von Joseph Smith aufgestellt, besagt: „Wir beanspruchen das Recht, den Allmächtigen Gott zu verehren, wie es uns das eigene Gewissen gebietet, und gestehen allen Menschen das gleiche Recht zu, mögen sie verehren, wie oder wo oder was sie wollen.“ (Glaubensartikel 1:11). Auch heute stehen die Mitglieder der Kirche dafür ein. Dieter F. Uchtdorf, bis zum Tode von Präsident Monson zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, sagte: „Die Mitglieder der Kirche streben an, zwischen Menschen aller Religionen und jeglicher politischer Überzeugung oder Herkunft ein wohlwollendes Miteinander zu schaffen“ (siehe hier). „Es darf keine Fehde zwischen Religion und Staat geben“, sagte Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel im Oktober 2015 und führt weiter aus: „In einer Atmosphäre der Wut, der Anfeindung und des Streits kann es nur Verlierer geben“, (siehe hier). Ich habe inzwischen sehr tief verinnerlicht, andersgläubige Menschen zu respektieren und nicht verbal oder sonst wie zu bekämpfen, sondern alle Menschen als Kinder ein und desselben Gottes anzusehen. Stehen sie bei mir vor der Tür, dann bin ich aufrichtig freundlich, höre sie an und teile ihnen mit, dass ich ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bin, ihre Bemühungen und ihren Dienst lobenswert finde und mich über ihren Einsatz freue und dass ich Gleiches für meinen Glauben tue. Mit einem guten Gefühl verabschieden sie sich dann und gehen wieder. Wie stehst du zu Andersgläubigen?

Ausrottungsverordnung (Bild: Quelle)

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