Dass der Geist eines jeden Menschen, … zu dem Gott heimgeführt wird, der ihm das Leben gegeben hat

Alma der Jüngere teilt nun seinem Sohn Korianton mit, was er aufgrund seiner eifrigen Befragung des Herrn (Alma 40:3) von einem Engel als Antwort bekommen hat: „Was nun den Zustand der Seele zwischen dem Tod und der Auferstehung betrifft—siehe, mir ist von einem Engel kundgetan worden, dass der Geist eines jeden Menschen, sobald er aus diesem sterblichen Leib geschieden ist, ja, der Geist eines jeden Menschen, sei er gut oder böse, zu dem Gott heimgeführt wird, der ihm das Leben gegeben hat.“ (Alma 40:11).

Dass der Geist eines jeden Menschen, … zu dem Gott heimgeführt wird, der ihm das Leben gegeben hat. Diese Aussage Alma des Jüngeren stammt aus der Zeit um 74 v. Chr. Auch der Prediger Kohelet, der uns nicht weiter bekannt ist und in seinen Schriften Betrachtungen über einige der grundlegendsten Probleme des Lebens anstellt, schrieb schon um das dritte Jahrhundert vor Christus, dass der sterbliche Leib (Staub) zur Erde zurückkehrt, während der Geist (Atem) „… zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.“ (Kohelet 12:7). Wie sind diese beiden Aussagen zu verstehen? Wird jeder Mensch zwischen seinem Tod und der Auferstehung in der Gegenwart Gottes leben?

Das kann man aufgrund der weiteren Ausführungen Almas, die wir uns in den nächsten Tagen näher ansehen werden, nicht annehmen. Auch müsste dann die Geisterwelt, in der sich diejenigen aufhalten, die auf ihre Auferstehung warten, der Ort sein, an dem Gott verweilt. Das kann wohl auch nicht der Fall sein, da in der Gegenwart Gottes nichts Unreines existieren kann (Köstliche Perle Mose 6:57), während in der Geisterwelt ja sowohl Sünder als auch Gerechte auf den Tag des Gerichts warten (1. Nephi 10:20-21). Präsident Joseph Fielding Smith (1876–1972) sagte: „Mit diesen Worten Almas [Alma 40:11-14], wie ich sie verstehe, soll nicht der Gedanke vermittelt werden, dass alle Geister in die Gegenwart Gottes zurückkehren, damit er ihnen einen Ort des Friedens oder der Strafe zuweist und sie vor ihm für sich persönlich einen Richterspruch empfangen. ,Zu … Gott heimgeführt‘ [vgl. Kohelet 12:7] bedeutet einfach, dass ihre irdische Existenz ein Ende hat und sie in die Welt der Geister zurückgekehrt sind, wo ihnen gemäß ihren Werken ein Ort bei den Gerechten oder den Ungerechten zugewiesen wird, an dem sie die Zeit ihrer Auferstehung erwarten. …“ (Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände, 1957–1966, 2:85; lies hier nach). Was sind deine Gedanken zu diesem Punkt?

(Bild: Quelle)

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