Darum brachten sie ihre Furcht zum Schweigen und fingen an, zum Herrn zu schreien

Alma der Ältere ermahnte als geistlicher Führer sein Volk, das vor dem Heer der Lamaniten Angst hatte, sich des Herren ihres Gottes zu erinnern (Mosia 23:27). Die Folge: „Darum brachten sie ihre Furcht zum Schweigen und fingen an, zum Herrn zu schreien, er solle den Lamaniten das Herz erweichen, so dass diese sie und ihre Frauen und ihre Kinder verschonen würden.“ (Mosia 23:28).

Darum brachten sie ihre Furcht zum Schweigen und fingen an, zum Herrn zu schreien. Mich beeindruckt hier, dass das Volk allein aufgrund der Ermahnung Almas, zunächst seine Angst zum Schweigen brachte und erst dann den Herrn im Gebet um Hilfe anrief. Sie erbrachten zuerst, aufgrund Ermahnung, eine Vorleistung. Damit zeigten sie, dass sie auf die Worte ihres geistlichen Führers achteten. Das ist wiederum für mich ein Muster: Achte ich auf die Worte und Ermahnungen meiner geistlichen Führer, vom Heimlehrer über den Bischof, bis hin zum Propheten und allen von ihnen beauftragten, handle danach und bitte dann den Herrn um seine Hilfe, dass mein Handeln Erfolg haben möge? Unter Umständen muss ich über die Ermahnung bzw. Aufforderung nachdenken, um eine angemessene Handlung zu überlegen und sie dem Herrn vorzutragen, um dann seine Hilfe zu erbitten für einen Teil, von dem ich weiß, dass ich ihn nicht aus eigener Kraft erfüllen kann. Wie reagierst du auf Ermahnungen deiner geistlichen Führer?

Mahnung
„… Also sprach in ernstem Ton der Papa zu seinem Sohn, …“
(Quelle)

Alma ging hin … und ermahnte sie, sich nicht zu fürchten, sondern sich … ihres Gottes, zu erinnern

Während das Volk Alma des Älteren in Helam das Land bebaute, kam ein Heer der Lamaniten in ihr Land (Mosia 23:25) und sie fingen an sich vor ihnen zu fürchten (Mosia 23:26): „Aber Alma ging hin und trat unter sie und ermahnte sie, sich nicht zu fürchten, sondern sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern, und er werde sie befreien.“ (Mosia 23:27).

Alma ging hin … und ermahnte sie, sich nicht zu fürchten, sondern sich … ihres Gottes, zu erinnern. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich als kleiner Junge aus dem Stall über den Hof zurück zum Wohnhaus gehen wollte und mittendrin das Hoflicht ausging. Es war stockfinster. In meiner Nachtblindheit konnte ich nichts mehr erkennen und geriet in totale `Angst vor dem bösen Wolf` – „Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.“.sagte schon Erich Kästner (deutscher Schriftsteller, Publizist und Drehbuchautor; 1899-1974). In wem würden nicht Angst und Sorge aufkommen, wenn er in eine Situation gerät, die nichts Gutes für Leib und Leben erahnen lässt. Aus der Schrift aber lerne ich, dass ich keine Angst zu haben brauche, wenn ich vom Feind bedroht bin. Ich muss nur im Gebet mit dem Herrn reden, ihm meine Sorgen vortragen und darauf vertrauen, dass er mich vor dem Feind retten wird (Nehemia 9:27). Mein größter Feind, der mir Angst einjagen kann, ist Satan. Wegen seiner Angriffe, muss ich ständig um Kraft für mich bitten, damit ich diesen widerstehen kann (Lukas 21:36). Wovor hast du am meisten Angst und wie gehst du damit um?

angst_vor_hunden
(Quelle; Titelbild Quelle)

Niemand konnte sie befreien außer … der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs

Mormon sagt uns in seiner Zusammenfassung der großen Platten Nephis (Mosia bis Vierter Nephi; Mormon 2:17-18) weiter: „Denn siehe, ich will euch zeigen, dass sie in Knechtschaft gebracht wurden, und niemand konnte sie befreien außer der Herr, ihr Gott, ja, nämlich der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs.“ (Mosia 23:23).

Niemand konnte sie befreien außer … der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs. In den heiligen Schriften werden uns für Jesus Christus viele Namen genannt. Um nur ganz wenige aufzuzählen: «Ich-bin-da» (Exodus 3:14; in einer neuzeitlichen Übersetzung der hebräischen Bibel im 18. Jahrhundert durch Moses Mendelssohn heißt es »Ich bin das Wesen, welches ewig ist.« hier – abgeleitet von Jehova); «Jahwe» (Exodus 3:15; als der Eigenname des Gottes Israels im Tanach, der hebräischen Bibel); «Jehova» (Moroni 10:34; Köstliche Perle Abraham 1:16 – als vorirdischer Eigenname); und auch «der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs» (Exodus 3:6). Was hat es nun mit dem Namen «der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs» auf sich, von dem er selber sagt: „Das ist mein Name für immer und so wird man mich nennen in allen Generationen“ (Exodus 3:15)?

Abraham (der Herr benannte ihn von `Abram´ – „der Vater ist erhaben“ – um in `Abraham´ – „Vater der Menge von Völkern“; Genesis 17:5), sein Sohn Isaak und sein Enkel Jakob (später Israel – Genesis 32:29) gelten als die Erzväter, aus denen die zwölf Stämme Israels hervorgingen. Mit Abraham schloss der Herr einen Bund (Genesis 17:4). Der Bund umfasste: ein verheißenes Land (Köstliche Perle Abraham 2:6; Genesis 12:7), viele Nachkommen (Köstliche Perle Abraham 2:9-10; Genesis 12:2-3) und das Evangelium Jesu Christi und das Priestertum für Abraham und seine Nachkommen (Köstliche Perle Abraham 2:11; Genesis 17:7). Diesen selben Bund hat der Herr mit Isaak (Genesis 26:1-4) und Jakob (Genesis 48:3-4) jeweils erneut bekräftigt. Er erstreckt sich also auf alle Nachkommen Abrahams, die ihn auf sich nehmen wollen. Diejenigen, die keine direkten Nachkommen sind, aber das Evangelium durch die Taufe annehmen werden in diesen Stammbaum eingepfropft und ebenso Teilhaber dieses Bundes (Lehre und Bündnisse 132:32-33). Welchen Einfluss hat dieses Wissen auf deine Entscheidungen?


Stammbaum
(Quelle; Titelbild Quelle)

Wer auch immer sein Vertrauen in ihn setzt

Uns wird durch den Propheten und Heerführer Mormon, der die großen Platten Nephis zusammenfasste (Mosia bis Vierter Nephi; Mormon 2:17-18), berichtet, dass dem Volk Alma des Älteren Züchtigung widerfuhr, um dessen Geduld und Glauben zu prüfen (Mosia 23:21) und nun zeigt er uns auf: „Dennoch—wer auch immer sein Vertrauen in ihn setzt, der wird am letzten Tag emporgehoben werden. Ja, und so war es mit diesem Volk.“ (Mosia 23:22).

Von Matthias Claudius (deutscher Dichter und Journalist; 1740-1850) stammt dieses Zitat: „Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat.“ Wie viel mehr muss dieses Zitat auch auf unseren Schöpfer zutreffen, denn: „Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.“ (Psalm 118:8).

Wer auch immer sein Vertrauen in ihn setzt. Ich setze gerne mein Vertrauen in den Herrn, denn in meinem Leben bin ich von ihm noch nie enttäuscht worden. Immer hat er auch meine Wege letztendlich zum Guten geführt – wenn ich es dann zugelassen habe (Lehre und Bündnisse 84:116). Dafür bin ich ihm von Herzen dankbar und werde weiterhin mein Vertrauen nur auf ihn zu setzen, nicht auf meine eigene Stärke oder die Anderer! Ich weiß, dass ich auf diese Weise zu ihm emporgehoben werden kann (Alma 37:37). Wie ist es dir bisher ergangen, wenn du dein Vertrauen in den Herrn gesetzt hast? Oder suchst du noch nach einem Weg, wie dein Vertrauen in den Herrn stark werden kann? Dann lies auch noch Lehre und Bündnisse 121:45.

Corporate Climbers

(Quelle; Titelbild Quelle)

Dennoch hält es der Herr für richtig, sein Volk zu züchtigen

In solch einer behüteten Gemeinschaft entwickelten sich die Anhänger Alma des Älteren prächtig und erbauten in dem Land, das sie Helam nannten, eine Stadt, die sie auch Helam nannten (Mosia 23:19-20). Aber: „Dennoch hält es der Herr für richtig, sein Volk zu züchtigen; ja, er prüft ihre Geduld und ihren Glauben.“ (Mosia 23:21)

Unter Züchtigung versteht man, im Sinne des Evangeliums von Jesus Christus, die Zurechtweisung bzw. Bestrafung Einzelner oder auch Gruppen, mit dem Ziel, ihnen zu helfen, sich zu verbessern bzw. stärker zu werden. Aus der Schrift lerne ich, dass der Herr den züchtigt, den er liebt und ich mich deshalb seiner Züchtigung unterwerfen soll (Sprüche 3:11-12) um zu lernen (Psalm 94:12). Wie steht es mit denen, die unbehelligt in Gesundheit und Wohlstand leben. Sie vergessen leicht den Herrn. Durch Krieg und Elend erinnern sich die Menschen wieder seiner und rufen ihn flehentlich an (Helaman 12:3). Züchtigung erinnert mich nach Verstößen gegen das Gesetz des Herrn, von meinem Übeltun abzulassen und demütig umzukehren und neue Erkenntnis zu erlangen (Lehre und Bündnisse 1:27-28). Außerdem kann ich dadurch auch Vergebung erlangen (Lehre und Bündnisse 95:1). Ich lerne auch, dass wenn ich geheiligt werden will, ich bereit sein muss, seine Züchtigung zu ertragen (Lehre und Bündnisse 101:2-5).

Dennoch hält es der Herr für richtig, sein Volk zu züchtigen. Ich erkenne aus den Schriften, dass die Züchtigung des Herrn aus Liebe zu mir geschieht, um mir in meiner Entwicklung zu helfen, indem ich Geduld und Glauben verstärke. Es ist sicherlich nicht ganz so leicht daran zu denken, wenn man gerade von einer Hiobsbotschaft, z. B. in Bezug auf die Gesundheit, betroffen ist. Doch ich denke, wenn ich mich durch Studium geistig gefestigt habe, ich solcherlei Züchtigung annehmen kann und gestärkt aus ihr herausgehen werde. Wie verstehst du Züchtigungen des Herrn und suchst du nach dem WARUM?

züchtigung_
(Quelle; Titelbild Quelle)

Darum wachten sie über ihr Volk

Nachdem Alma der Ältere die Kirche Jesu Christi weiter organisiert hatte, wird uns berichtet: „Darum wachten sie über ihr Volk und nährten es mit dem, was die Rechtschaffenheit betrifft.“ (Mosia 23:18).

Darum wachten sie über ihr Volk. Ich verstehe im Sinne des Evangelium dieses Überwachen nicht wie die eines `Überwachungsstaates´, in dem mittels einer Vielzahl verschiedener staatlich legalisierter technischer Mittel, jegliches Handeln des Volkes dauernd beobachtet wird, ob etwas Verbotenes oder eine Straftat geschieht. Wachen, im Sinne des Evangeliums von Jesus Christus, meint, sich gezielt um das Wohlergehen derer zu kümmern, die einem anvertraut sind. Schon im Alten Testament lerne ich ein wenig über eine solche Wächterfunktion (Ezechiel 3:17-21).

Der Herr erklärt diese Wächterfunktion dem Propheten Ezechiel um die 570 v. Chr. also so:

  • Mit dem, was der Herr ihm sagt, muss er die ihm Anvertrauten warnen.
  • Derjenige, der sündigt und nicht gewarnt wurde, wird bestraft, der Wächter wird, aufgrund Nichterfüllens seiner Warnfunktion, zur Rechenschaft gezogen.
  • Hat er Wächter seine Aufgabe erfüllt, ist er gerechtfertigt, auch wenn der Gewarnte nicht darauf hört.

Ich lerne daraus, dass ich als Wächter die Aufgabe habe, die mir Anvertrauten vor dem Nichteinhalten des Wortes Gottes zu warnen, sie zu ermuntern eifrig im Halten der Gebote des Herrn zu sein. Meine Aufgaben als Wächter heute sind in Lehre und Bündnisse 20:38,42,53-55 beschrieben. Die Aufgabe des Wächters wird als `Heimlehrer´ erfüllt (siehe hier), bei den Schwestern sind es die `Besuchslehrerinnen´ (siehe hier). Hier noch Ausführungen über die Tiefgründigkeit dieser Aufgabe in der Kirche (Wächter auf dem Turm). Was ist deine Meinung über diese Art der `Wächter´-Tätigkeit?

besuchslehrerinnen
Besuchslehrerinnen besuchen eine Verletzte, um ihr zu helfen
(Quelle)

Niemand empfing Vollmacht, zu predigen oder zu lehren, außer durch ihn von Gott

Nachdem Alma der Ältere, als Hohepriester des Herrn (Mosia 23:16), seinem Volk lehrte, dass jedermann seinen Nächsten lieben und es unter ihnen keinen Streit geben solle (Mosia 23:15) wird uns berichtet, wie die Vollmacht, im Namen des Herrn hier auf Erden zu amtieren, weitergegeben wurde: „Und es begab sich: Niemand empfing Vollmacht, zu predigen oder zu lehren, außer durch ihn von Gott. Darum weihte er alle ihre Priester und alle ihre Lehrer; und niemand wurde geweiht, der nicht ein gerechter Mann war.“ (Mosia 23:17).

Niemand empfing Vollmacht, zu predigen oder zu lehren, außer durch ihn von Gott. Nie und nimmer kann es anders sein, als dass jemand von Gott berufen wird, ehe er in seinem Namen auf Erden handeln darf, denn niemand kann sich eigenmächtig die Würde eines Amtes nehmen (Hebräer 5:4). Wie der Herr jemanden beruft und in seine Aufgabe einsetzt, lernen wir auch schon bei Mose, als er im Auftrag des Herrn Josua als Anführer der Gemeinde berief und einsetzte (Numeri 27:16-23):

  • Mose schlug dem Herren vor, einen Heerführer als Hirten der Gemeinde einzusetzen.
  • Der Herr beauftragte Mose Josua die Hände aufzulegen.
  • Vor den Augen des Priesters und der ganzen Gemeinde sollte er ihm Anweisungen geben, seine Vollmacht beschreiben.
  • Mose soll ihm einen Teil seiner Aufgabe (Vollmacht) übertragen.
  • Eleasar solle ihm auf seine Bitten hin, Entscheidungen durch den Urim mitteilen (der Herr hat seine Entscheidungen seinen Priestern über ein Los mitgeteilt, das sogenannte Urim-Orakel; siehe hier).
  • Mose führte die Anweisungen des Herrn aus, legte ihm die Hände auf und gab Josua die für die Ausübung seines Teils der Vollmacht notwendigen Anweisungen.

Genau auf diese Weise erfolgen Berufungen auch heute in der Kirche des Herrn, der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Lehre und Bündnisse 42:11). Was denkst du, wie Vollmacht des Herrn zu den Menschen gelangt?

Berufung
(Quelle; Titelbild Quelle)

Betraut auch niemanden damit, euer Lehrer oder euer geistlicher Diener zu sein, außer es sei ein Mann Gottes

Eine weitere Ansage Alma des Älteren an seine Anhänger, die sich ihn zum König wünschten (Mosia 23:6), wovon er ihnen allerdings dringend abriet (Mosia 23:7): „Und betraut auch niemanden damit, euer Lehrer oder euer geistlicher Diener zu sein, außer es sei ein Mann Gottes, der auf seinen Pfaden wandelt und seine Gebote hält.“ (Mosia 23:14).

Betraut auch niemanden damit, euer Lehrer oder euer geistlicher Diener zu sein, außer es sei ein Mann Gottes. Diese Aufforderung, achtsam mit dem Betrauen von Lehrern und geistlichen Dienern zu sein, gilt heute ganz genauso wie vor gut 2000 Jahren. Allzu viele Lehrer wollen heute Dinge vermitteln, die nichts in der Schule, erst recht nicht im Kindergarten, verloren haben, z.B. Sexualkunde (siehe hier). Viele Geistliche geben sich als Diener Gottes aus, misshandeln aber die ihnen anvertrauten – ob nun physisch oder psychisch. In jeder Kirche gibt es entsprechende Gremien, in denen Gemeindemitglieder mitzureden haben. Sie müssen bei der Betrauung mit entsprechenden Aufgaben ihren Verpflichtungen ernsthaft nachkommen.

In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage werden Berufungen in entsprechenden Gremien, sogenannten Räten, gebetserfüllt vorbereitet und dann den betroffenen Mitgliedern, in Gemeinde, Pfahl oder kirchenweit, zur Abstimmung vorgelegt (Lehre und Bündnisse 20:65). In den Räten wird mithilfe des Geistes einstimmig entschieden und die Mitglieder haben die Verpflichtung verantwortungsvoll ihre Unterstützung zuzusagen, oder, wenn sie etwas wissen was gegen die Berufung spricht, dies in dem entsprechenden Gremium nachweislich vorzubringen. Die letzte kirchenweite Beamtenbestätigung erfolgte im Oktober 2015 (Viedeoclip siehe hier), die nächste im April 2016, jeweils auf der Generalkonferenz in Salt Lake City, die weltweit in Kirchengebäude und im Internet übertragen wird. Auf diese Weise gelingt es, solche Dienerinnen und Diener mit dem Dienst zu betrauen, die auf `seinen Pfaden wandeln und seine Gebote halten´. Wie gehst du vor, wenn du aufgefordert wirst, einer Berufung, für den Dienst an den Mitmenschen, zuzustimmen?

beamten bestätigung
Bestätigung der Beamten der Kirche
(Quelle)

Dass ihr in dieser Freiheit, womit ihr frei gemacht worden seid, fest steht

Alma der Ältere teilt seinen Anhängern, nachdem sie der Knechtschaft König Noas und des Übeltuns entronnen waren, seinen Wunsch mit: „Und da ihr nun durch die Macht Gottes aus diesen Banden befreit worden seid, ja, nämlich aus den Händen König Noas und seines Volkes und auch aus den Banden des Übeltuns, so ist es auch mein Wunsch, dass ihr in dieser Freiheit, womit ihr frei gemacht worden seid, fest steht und dass ihr keinen Menschen damit betraut, König über euch zu sein.“ (Mosia 23:13).

Weit ist die irrige Meinung verbreitet, dass Gesetze einen in seiner persönlichen Freiheit einengen. Ich denke da an die Einführung der Anschnallpflicht für Autofahrer in Deutschland im Jahre 1970, oder das Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen, Arbeitsplätzen … zum Schutz vor Gefahren des Passivrauchens um die Jahre 2006. Wie groß war jeweils der Aufschrei, dass der Staat dadurch die Persönlichkeitsrechte beschneiden und den mündigen Bürger bevormunden würde.

Dass ihr in dieser Freiheit, womit ihr frei gemacht worden seid, fest steht. Nicht immer sind wir Menschen einsichtig und nehmen gute Gesetze hin als Befreiung aus den Ketten der Knechtschaft, Befreiung von übler Abhängigkeit, die unserer körperlichen und geistigen Gesundheit und Sicherheit schadet. Ich weiß, dass der Herr Gott uns nur Gesetze zu diesem Schutz und dieser Sicherheit gibt, nicht um unsere Entscheidungsfreiheit einzuengen, sondern um uns vor der Unterdrückung Satans zu schützen. Durch Christus bin ich wirklich befreit und will gerne in dieser Freiheit verbleiben und nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft Satans gelangen (Galater 5:1; Johannes 8:31-36). Welche Einstellung hast du zu diesem vielschichtigen Thema: „Ich, der Herr, Gott, mache euch frei, darum seid ihr wirklich frei; und das Gesetz macht euch auch frei.“ (Lehre und Bündnisse 98:8)?

freiheit
(Quelle; Titelbild Quelle)

Und seid durch sie zum Übeltun gebracht worden

Alma der Ältere zeigt seinem Volk dessen Vergangenheit unter König Noa auf: „Und nun sage ich euch, ihr seid von König Noa bedrückt worden und wart in seiner und seiner Priester Knechtschaft und seid durch sie zum Übeltun gebracht worden; darum wart ihr mit den Banden des Übeltuns gebunden.“ (Mosia 23:12).

  • Ihr seid von König Noa bedrückt worden
    Bedrückt sein bedeutet unterdrückt, geknechtet und unfrei, unter einem Joch leben zu müssen, voller Kummer, Not und Seelenpein. König Noa hatte ihnen große steuerliche Lasten auferlegt, um seinen und den abartigen Lebensstil seiner selbst ernannten Priester zu finanzieren, ohne dass sie selber arbeiten müssten (Mosia 11:6). Damit achteten sie nicht die Anweisung des Herrn im Alten Testament: „Ihr sollt Witwen und Waisen nicht bedrücken.“ (Exodus 22:21).
  • Wart in seiner und seiner Priester Knechtschaft
    Sie lebten in einem Zustand der Rechtlosigkeit und Ausbeutung, wie es auch Israel unter Pharao erging (Exodus 2:23).
  • Seid durch sie zum Übeltun gebracht worden
    Der schlechte König Noa stiftete mit seinen verdorbenen Priestern vorsätzlich das Volk zu Übeltun an. Nach unserem weltlichen Recht ist dies ein Straftatbestand (StGB § 26). Im Neuen Testament werden wir aufgefordert nicht so zu handeln, da wir uns dadurch gegen Christus versündigen (1. Korinther 8:10-12).

Und seid durch sie zum Übeltun gebracht worden. Ich lerne, dass ich mich davor hüten muss, in einer Gesellschaftsordnung zu verbleiben, in der Herrscher einen zum Übeltun anstiften. Wie Alma der Ältere es mit seinen 204 getauften Seelen getan hat, muss ich es auch tun: Wenn ich in solche eine Situation kommen sollte, muss ich alles dransetzen, um ihr zu entfliehen (Mosia 21:34). Auch darf ich selber nicht der Anlass sein, dass jemand wegen meines schlechten Vorbildes zu Übeltun verleitet wird. Was unternimmst du, um solche Situationen zu vermeiden?

Vorbild
(Quelle; Titelbild Quelle)