Er wird wachsen vor ihm wie zarter Reis

Elder Jeffrey R. Holland hat erklärt, wie bedeutend Jesaja 53 (Mosia 14) als Zeugnis für die Rolle des Erretters ist: „Gewiss wurden das Leben, der Tod und das Sühnopfer des Herrn Jesus Christus nie erhabener, ausführlicher und lyrischer verkündet als im 53. Kapitel des Buches Jesaja, das im Buch Mormon in Gänze von Abinadi zitiert wurde, als er in Ketten vor König Noa stand.“ (Christ and the New Covenant, Seite 89.).

Abinadi zitiert die ersten beiden Verse von Jesaja 53: „Ja, sagt nicht auch Jesaja: Wer hat unserer Kunde geglaubt, und wem ist der Arm des Herrn offenbart? 2  Denn er wird aufwachsen vor ihm wie ein zartes Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich; er hat nicht Gestalt noch Anmut; und wenn wir ihn erblicken werden, wird es da kein Aussehen geben, so dass wir ihn begehren würden.“ (Mosia 14:1-2; vergleiche Jesaja 53:1-2).

Wer hat unserer Kunde geglaubt, und wem ist der Arm des Herrn offenbart?
Die meisten Menschen glaubten nicht an die Prophezeiungen, dass der Sohn Gottes selber auf die Erde herniederkommen würde, erst recht erkannten sie ihn nicht, als er schon unter ihnen wirkte, ihnen seinen Arm, seine Macht, offenbarte (Johannes 12:37-38).

  • Er wird aufwachsen vor ihm wie ein zartes Reis
    In der Einheitsübersetzung ist von einem `jungen Spross´ die Rede. Es handelt sich dabei um einen zarten Trieb, der aus dem Geschlecht Isais erwachsen würde (Jesaja 11:1). Christi Vorfahren gehen zurück auf den Stamm Isai (Matthäus 1:1-16).
  • Wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich
    Hier auf Erden würde Christus allerdings unter Menschen aufwachsen, die seine Botschaft ablehnen würden (Jesaja 11:10; Matthäus 13:3-9; Matthäus 13:54-58; Lukas 13:34).
  • Er hat nicht Gestalt noch Anmut
    Christus würde nicht anders aussehen wie jeder andere Mensch auch, also nicht in besonderer Aufmachung wie z. B. weltliche Würdenträger (z.B. „Am dritten Tag legte Ester ihre königlichen Gewänder an …“, Esther 5:1).

Er wird aufwachsen vor ihm wie ein zartes Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Meine Dankbarkeit kann nicht groß genug sein für Ihn, der sich aus der Gegenwart Gottvaters herabgelassen hat, um sein Reich auf Erden aufzurichten und zu unserem Heil zu wirken. Wie stehst du zu Christus?

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Statue von Jesus Christ im Mesa-Arizona Temple (Quelle)

Haben sie nicht gesagt, Gott selbst werde unter die Menschenkinder herabkommen

Abinadi stellt den falschen Priestern König Noas rhetorische Fragen zu dem, was die Propheten seither über Christus prophezeit haben: „Haben sie nicht gesagt, Gott selbst werde unter die Menschenkinder herabkommen und Menschengestalt annehmen und mit großer Macht auf dem Antlitz der Erde einhergehen? 35  Ja, und haben sie nicht auch gesagt, er werde die Auferstehung der Toten zustande bringen und er selbst werde bedrückt und bedrängt werden?“ (Mosia 13:34-35)

Haben sie nicht gesagt, Gott selbst werde unter die Menschenkinder herabkommen.

Beispielhaft im Alten Testament:

  • Seine Geburt durch eine Jungfrau wurde von Jesaja vorhergesagt (Jesaja 7:14; Jesaja ben Amoz wirkte im damaligen Südreich Juda zwischen 740 und 701 v. Chr.)
  • Daniel sagt voraus, dass ein kraftvoller König mit großer Macht kommen wird (Daniel 11:3; um 600 v. Chr.)
  • Der Erlöser wird sich über den Staub erheben und dadurch die Auferstehung der Toten zustande bringen (Ijob 19:25-26; Köstliche Perse Mose 5:10)
  • Jesaja prophezeit seine Leiden (Jesaja 53:3-7; vergleiche Zitat Abinadis in Mosia 14:3-7)
    Gott hat erfüllt, was alle Propheten über das Leiden des Messias prophezeiten (Apostelgeschichte 3:18)

Beispielhaft im Buch Mormon und in neuzeitlicher Offenbarung:

Er hat für uns alle gelitten wie wir es uns nicht vorstellen können, damit wir nicht leiden müssten, wenn wir Umkehr üben (Lehre und Bündnisse 19:15-16; 2. Nephi 9:21). Wie erzeigen du und ich dafür unsere Dankbarkeit?

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Christus leidet für uns in Getsemani
(Quelle)

Hat nicht Mose ihnen das Kommen des Messias prophezeit?

Abinadi erklärt den falschen Priestern, die König Noa eigenmächtig ernannte: „Denn siehe, hat nicht Mose ihnen in Bezug auf das Kommen des Messias prophezeit und dass Gott sein Volk erlösen werde? Ja, und selbst alle Propheten, die prophezeit haben von Anfang der Welt an — haben sie nicht mehr oder minder mit Bezug darauf gesprochen?“ (Mosia 13:33).

Hat nicht Mose ihnen in Bezug auf das Kommen des Messias prophezeit und dass Gott sein Volk erlösen werde? Anders als im Buch Mormon, wird im Alten Testament der Name `Christus´, welcher ja der `Messias´ ist, nämlich des Sohnes Gottvaters, nie genannt. Wenn dort von Gott oder dem `Herrn´ die Rede ist, wird meist der Name `Jahwe´ (als Eigenname das hebräische Tetragramms: JHWH, übersetzt: „der ewige ICH BIN“; siehe Exodus 3:14) benutzt. Ein Dominikanermönch übersetzte um 1270 das in der griechischen Version benutzte Tetragramm mit `Jehova´ (hier). In neuzeitlicher Offenbarung, in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), wird uns auch gesagt, dass der vorirdische Jesus Christus als Jehova bekannt ist (Lehre und Bündnisse 110:3-4). Im Alten Testament der Einheitsübersetzung kommt der Name `Jahwe´ im Pentateuch (Fünf Bücher Mose) 124 mal vor. Von diesem „Jahwe“, unserem `Retter´ (Exodus 15:2; Lukas 2:11), als dem `Gott Abrahams, Isaaks und Israels (Jakobs)´ prophezeien in der Tat alle Propheten des Alten Testamentes (beispielhaft: Exodus 3:15; Jesaja 7:14). Welche Vorstellung hast du vom Gott des Alten Testamentes?

Jehova

(Quelle)

Ich sage euch, dass dies alles Sinnbilder dessen waren, was kommen wird

Will man einen abstrakten Sachverhalt leicht verständlich machen, so kann man dies dadurch erreichen, dass man ihn bildlich mittels Symbol, Piktogramm oder Icon darstellt, oder verbal mithilfe von Allegorien, Metaphern, Gleichnissen oder Parabeln umschreibt.

Abinadi erklärt den falschen Priestern König Noas, dass das Gesetz des Mose sinnbildlich auf etwas hinweisen will: „Aber siehe, ich sage euch, dass dies alles Sinnbilder dessen waren, was kommen wird.“ (Mosia 13:31).

Ich sage euch, dass dies alles Sinnbilder dessen waren, was kommen wird. Das Gesetz des Mose ersetzte das dem Volk vorher gegebene höhere Gesetz, das es aber nicht bereit war zu befolgen (JSÜ Exodus 34:1-2). Es bestand aus einer Vielzahl von Grundsätzen, Regeln, Zeremonien, Ritualen und Symbolen und umfasste ein Gesetz moralischer, ethischer, religiöser und zeitlicher Gebote und Verrichtungen — einschließlich Opfergaben (Levitikus 1-7). Die ganzen Opferrituale versinnbildlichen das, was Christus als großes und letztes Opfer für uns Menschen erbringen würde (Alma 34:13-14). Das Befolgen sollte das Volk an seine Pflichten und Aufgaben gegenüber Gott erinnern (Galater 3:24). Die Nephiten hielten dieses Gesetz (den alten Bund), weil es ihre Seelen auf Christus hinwies (2. Nephi 11:4) und es ein Sinnbild für den kommenden neuen Bund darstellt. Hast du Ideen, inwiefern welche Rituale aus dem Gesetz des Mose auf Christus hinweisen?

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Offenbarungszelt mit Bundeslade, davor Opferaltar
(Quelle)

Sie waren ein halsstarriges Volk, schnell, Übles zu tun, und langsam, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern

Wenn im Land irgendetwas Unangemessenes passiert, wird doch sehr rasch der Ruf nach schärferen Gesetzen und Strafen laut und der Gedankenaustausch zwischen Befürwortern und Gegnern wird öffentlichkeitswirksam geführt. Die einen fordern unbedingt schärfere Gesetze und Strafen, die anderen sind der Auffassung, dass die bestehenden Gesetze und Strafen ausreichen, sie müssten nur richtig angewendet werden.

Abinadi erklärt den falschen Priestern des Königs Noa, warum es ratsam war, dass dem Volk Israel ein Gesetz gegeben wurde, das es täglich streng beachten sollte: „Und nun sage ich euch: Es war ratsam, dass den Kindern Israel ein Gesetz gegeben wurde, ja, sogar ein sehr strenges Gesetz; denn sie waren ein halsstarriges Volk, schnell, Übles zu tun, und langsam, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern [Deuteronomium 9:12-13]. 30  Darum wurde ihnen ein Gesetz gegeben, ja, ein Gesetz der Verrichtungen und der Verordnungen [1. Chronik 23:32], ein Gesetz, das sie von Tag zu Tag streng beachten sollten [Lukas 1:6], damit sie ständig an Gott und ihre Pflicht ihm gegenüber dächten.“ (Mosia 13:29-30; die Schriftstellenverweise in eckiger Klammer wurden von mir hinzugefügt).

Sie waren ein halsstarriges Volk, schnell, Übles zu tun, und langsam, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern. Bei dieser Aussage frage ich mich, inwiefern ich halsstarrig und schnell im Übeltun, aber langsam im Folgen der Ratschläge und Gebote des Herrn bin, die er uns durch Propheten gegeben hat und je nach Bedarf auch immer noch gibt.

  • Halsstarrig:
    ich lege dabei eine Haltung an den Tag, die sich durch das eigensinnige Beharren auf zum Beispiel der eigenen Überzeugung auszeichnet und ich keine andere Meinung in meine Überlegungen einbeziehe.
  • Langsam im Folgen:
    all zu leicht lasse ich mich durch die Verlockungen der Welt davon abbringen, die Gebote des Herrn zu achten und zu halten.
  • Gebote nicht halten:
    weil ich meine, sie engen mich ein und nicht daran denke, dass sie mir gegeben wurden, um mich freizumachen (Lehre und Bündnisse 98:8).
  • Aussagen der Propheten:
    ich achte nicht die Aussagen der berufenen Diener des Herrn und damit verwerfe ich auch ihn, den, der für mich gelitten hat und mich in sein Reich retten möchte.

Wenn ich über mein Tun reflektiere und mich dann irgendwo bei einem solchen Verhalten ertappe, versuche ich mich schleunigst erneut zum Herrn zu bekehren, indem ich Umkehr übe, um Vergebung bitte und mit dem nächsten Abendmahl erneut verspreche, immer an ihn zu denken und seine Gebote zu halten (Lehre und Bündnisse 20:77,79). Was unternimmst du, um nicht halsstarrig zu sein und langsam im Erinnern an Gott?

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Errettung … durch das Gesetz des Mose

Der Prophet Abinadi spricht mit den falschen Priestern König Noas um 148 v. Chr. über die Frage, ob das Gesetz des Mose Errettung bringt: „Und nun habt ihr gesagt, die Errettung komme durch das Gesetz des Mose … 28  Und ferner sage ich euch, dass die Errettung nicht durch das Gesetz allein kommt; und wenn nicht das Sühnopfer wäre, das Gott selbst für die Sünden und Übeltaten seines Volkes zustande bringen wird, so würde es unweigerlich zugrunde gehen, trotz des Gesetzes des Mose.“ (Mosia 13:27-28).

Errettung … durch das Gesetz des Mose. Das Befolgen der Gesetze des Herrn ist eine der Notwendigkeiten für die Errettung des Menschen von seinem gefallenen Zustand. Zur Errettung gehört jedoch noch etwas anderes. Durch den Fall Adams und Evas im Garten von Eden kamen die Sterblichkeit als auch der geistige Tod (Trennung von Gott) über sie und somit über die gesamte Menschheit (Köstliche Perle Mose 4:25,31). Vom körperlichen Tod, der Sterblichkeit, werden ausnahmslos alle Menschen durch die Auferstehung Jesu errettet, und vom geistigen Tod werden durch sein Leiden in Getsemani all diejenigen errettet, die sein Sühnopfer annehmen. Das Spühnopfer nehmen wir dadurch an, dass wir an ihn und Gott Vater glauben, von unseren Sünden umkehren, mit dem Taufbündnis versprechen, alle seine Gesetze und Verordnungen zu halten und in diesem Bemühen treu zu bleiben bis ans Ende unserer Erdentage (Köstliche Perle Mose 6:52,59). Errettung erlangen wir also zum einen durch das Halten der Gesetze Gottes und zum anderen durch das Sühnopfer von Jesus Christus, welches er durch sein Leiden in Getsemani und am Kreuz nebst seiner Auferstehung erbrachte (Mosia 13:32). Was denkst du, wie wir errettet werden?

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Hättet ihr es getan, so hätte der Herr mich nicht hervortreten und in Bezug auf dieses Volk Böses prophezeien lassen

Abinadi spricht nun zu den falschen Priestern des Königs Noa weiter, nachdem er ihnen die zehn Gebote aufgezählt hat: „… Habt ihr dieses Volk gelehrt, es solle darauf bedacht sein, dies alles zu tun, damit es diese Gebote halte? 26  Ich sage euch: Nein; denn hättet ihr es getan, so hätte der Herr mich nicht hervortreten und in Bezug auf dieses Volk Böses prophezeien lassen.“ (Mosia 13:25-26).

Hättet ihr es getan, so hätte der Herr mich nicht hervortreten und in Bezug auf dieses Volk Böses prophezeien lassen. Abinadi war ein Prophet des Herrn. „Es ist seine Aufgabe, der Menschheit Gottes Willen und wahres Wesen bekanntzumachen und die Bedeutung seines Umgangs mit ihnen aufzuzeigen. Ein Prophet prangert Sünde an und sagt ihre Folgen vorher. Er ist ein Prediger der Rechtschaffenheit.“ (siehe hier). So wie in jeder der vergangenen Evangeliumszeiten, haben wir auch in dieser unserer `Evangeliumszeit der Fülle der Zeiten´(lies hier) Propheten, die als Seher und Offenbarer von Gott berufen sind (Mosia 8:13-16). Ich habe mich entschieden, zu denen zu gehören, die auf ihre Worte achten (Lehre und Bündnisse 20:26-27) und sie nicht verwerfen (2. Nephi 26:3), um nicht aus seinem Volk abgeschnitten zu werden (Lehre und Bündnisse 1:14). Was denkst du über lebende Propheten?

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Du sollst nicht begehren … (10. Gebot)

Das letzte der zehn Gebote wird von Abinadi den falschen Priestern König Noas so zitiert: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgend etwas, was dein Nächster hat.“ (Mosia 13:24; vergleiche Exodus 20:17)

Du sollst nicht begehren … Leicht kommt man in Versuchung jemanden um das, was er hat zu beneiden und sich genau dieses übermäßig für sich zu wünschen. Dann kann es leicht passieren, dass ich mir hinterhältige Machenschaften ausdenke, um an den Besitz desjenigen zu gelangen. Durch dieses `haben wollen´ entsteht Unheil. Dabei kann es so weit gehen, dass ich sogar eine soziale Gemeinschaft zerstöre. Ich muss also darauf achten, meine Gelüste, Leidenschaften, Triebe, Verlangen, Sehnen, im Zaum zu halten. Ich habe mir angewöhnt mich für denjenigen, der etwas hat, was ich nicht habe, zu freuen, aber darauf nicht neidisch zu sein und mich mit dem zufriedenzugeben, was ich habe, in mir kein `Mangelerleben´ aufkommen zu lassen. Dann kommt auch kein `Aneignungswunsch´, kein Begehren in mir auf. In neuzeitlicher Offenbarung hat uns der Herr durch Joseph Smith geboten, einander zu lieben, nicht habgierig zu sein, sondern miteinander zu teilen (Lehre und Bündnisse 88:123). Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf macht uns auf Folgendes aufmerksam: „Die meisten Gebote mit „Du sollst nicht“ sollen uns daran hindern, anderen Schaden zuzufügen. Doch ich bin mir sicher, dass das Gebot „Du sollst nicht begehren“ uns daran hindern soll, uns selbst Schaden zuzufügen.“ (hier). Wie reduzierst du dein Begehren am Besitz eines anderen?

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(Quelle)

Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen gegen deinen Nächsten (9. Gebot)

Das neunte Gebot zitiert Abinadi den falschen Priestern König Noas folgendermaßen: „Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen gegen deinen Nächsten.“ (Mosia 13:23; vergleiche Exodus 20:16).

Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen gegen deinen Nächsten. Doch auch wieder ein hochaktuelles Gebot, denk nur an das heute so vielfach um sich greifende `Mobben`, dem Vorgang der Rufschädigung mittels Falschmeldungen über jemanden mit besonders schlimmen Folgen im heutigen Zeitalter des weltweit digitalen Netzes: Einmal drin, Ruf ist hin. Auch Falschaussagen vor Gericht sind hier gemeint, die wiederum strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen (§ 153 StGB). Ich bin durch dieses Gebot also aufgefordert aufrichtig, wahrhaftig und ohne Falsch zu sein. Der Apostel Petrus fordert die Christen seinerzeit auf, rechtschaffen unter den Heiden zu leben, damit sie durch das gute Vorbild zur Einsicht kommen (1. Petrus 2:12). Genauso gilt das auch für mich heute. Ich muss mir schon, bevor meine Zunge aktiv wird, überlegen, was meine Aussagen über einen Mitmenschen anrichten können. Wie gehst du vor, wenn du über jemand anderen sprichst?

falsch zeugnis ablegen

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Du sollst nicht stehlen (8. Gebot)

Als nächstes führt Abinadi das achte Gebot an: „Du sollst nicht stehlen.“ (Mosia 13:22; vergleiche Exodus 20:15). Auch Jesus hat dieses Gebot u. a. gegenüber dem jungen Mann, der ihn fragte, was er tun solle, um ewiges Leben zu erhalten aufgezählt (Matthäus 19:18).

Du sollst nicht stehlen. Vielfach ist es doch so, dass man gerne das hätte, was der andere besitzt, man selber aber nicht. Nun gibt es verschiedene Wege an das Gewünschte heranzukommen: Man kauft es sich; man borgt es sich aus und vergisst es zurückzugeben; man bringt es in einem unbeobachteten Moment in seinen Besitz. Selbstredend ist nur die erste Lösung die straffreie. In den beiden anderen Fällen begehe ich Diebstahl: Ich mache mir die Sache auf unehrliche oder unrechtmäßige Weise zu eigen. Werde ich erwischt, werde ich mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft (§ 242 StGB), so jedenfalls das weltliche Strafmaß. Der Herr hat in neuzeitlicher Offenbarung auch ein Strafmaß hierfür festgelegt: „… wer stiehlt und nicht umkehren will, soll ausgestoßen werden.“ (Lehre und Bündnisse 42:20). Glücklicherweise bietet der Herr auch hier wieder den Weg der Umkehr an! Wie sieht es damit aus: Man nimmt aus dem Büro, das einem der Arbeitgeber zur Arbeitserledigung zur Verfügung stellt, einen Kugelschreiber mit und nutzt diesen privat … (Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen; § 248a StGB). Wie stellst du sicher, dass du dir nichts unrechtmäßig aneignest, was einem anderen gehört?

Thief

(Quelle)