Wenn ihr solch große Macht habt, warum befreit ihr euch nicht?

Nachdem die Gläubigen nebst den Heiligen Schriften verbrannt waren, kam der oberste Richter zu Alma dem Jüngeren und Amulek und hielt ihnen verächtlich vor, dass sie und ihr Gott nichts dagegen ausrichten konnten und sie wurden befragt, ob sie an ihren Worten gegen das Volk und deren Gesetz festhalten wollten. Sie antworteten ihnen aber nicht und wurden ins Gefängnis geworfen (Alma 14:14-19): „Und es begab sich: Sie entfernten sich und gingen ihres Weges, kamen aber am nächsten Tag wieder; auch schlug der Richter sie wiederum auf die Wange. Und viele traten auch herzu und schlugen sie und sprachen: Werdet ihr wieder auftreten und dieses Volk richten und unser Gesetz schuldig sprechen? Wenn ihr solch große Macht habt, warum befreit ihr euch nicht?“ (Alma 14:20).

Wenn ihr solch große Macht habt, warum befreit ihr euch nicht? Irgendwoher kommt mir das bekannt vor. Ach ja, da gibt es eine Parallele im Leiden von Jesus Christus: „Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. …“ (Matthäus 27:42). Dies begab sich, als Christus am Kreuz hing und die Leute vorbeikamen, ihn verhöhnten, den Kopf schüttelten und sagten: „… Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz!“ (Matthäus 27:40). Weiter riefen sie, ähnlich wie die vielen Gesetzeskundigen, Richter, Priester und Lehrer bei Alma dem Jüngeren und Amulek (Alma 14:24; „… dann befreit euch von diesen Banden, und dann wollen wir glauben …“): „… Er soll vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben.“ (Matthäus 27:42).

Die Geschichte zeigt mir, dass trotz Zeichen, die Menschen gefordert hatten, mit der Zusage bei Eintreten glauben zu wollen, sie dennoch nicht glaubten (Alma 32:17; 3. Nephi 1:22). Es ist andersherum: denjenigen, die glauben, werden Zeichen kundgetan (Lehre und Bündnisse 63:7-11). Ich will erst Glauben üben, dem dann Zeichen des Herrn folgen werden (Lehre und Bündnisse 58:64). Auf diese Art haben wir die Möglichkeit dem Herrn unsere Treue ihm gegenüber zu zeigen. Wenn etwas als wahr bewiesen ist, gibt es keinen Grund mehr, zu glauben. Aber das ist ja Sinn unseres Daseins auf Erden: im Glauben auszuharren, um errettet werden zu können (Lehre und Bündnisse 20:25,29). Welche Beziehung hast du zu Glauben, Zeichen und Wissen?

Er soll vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben.
(Matthäus 27:42; Bild: Quelle)

Unser Werk ist noch nicht vollendet; darum verbrennen sie uns nicht

Amulek gab gegenüber Alma dem Jüngeren zu bedenken, dass sie selber auch verbrannt werden könnten (Alma 14:12), „Und Alma sagte: Dies geschehe gemäß dem Willen des Herrn. Aber siehe, unser Werk ist noch nicht vollendet; darum verbrennen sie uns nicht.“ (Alma 14:13).

Unser Werk ist noch nicht vollendet; darum verbrennen sie uns nicht. Das ist doch einerseits eine trostreiche Aussage. Auf der anderen Seite teilt uns der Herr in neuzeitlicher Offenbarung durch Jospeh Smith 1832 mit, dass er die schlechten Nationen geißeln und dass Plagen „… nicht von der Erde weggenommen werden, bis ich mein Werk vollendet habe, das in Rechtschaffenheit abgekürzt werden wird— 98  bis alle mich kennen werden, die verbleiben, …“ (Lehre und Bündnisse 84:97-98). Aber auch das beinhaltet doch einerseits eine trostreiche Aussage, nämlich, dass sein Werk: „… in Rechtschaffenheit abgekürzt werden wird …“

Ich verstehe das so, dass der Herr die sehr starke Leidenszeit, die über die Menschheit kommen soll, um der Gerechten Willen abkürzen wird (Matthäus 24:15-22). Aber Sein Werk ist noch nicht vollendet (2. Nephi 29:9). Doch wir sind in der glücklichen Lage, Sein Wort zu haben, und zwar aus dem Mund der Juden und der Nephiten, aber zukünftig auch der anderen Stämme Israels und weiterer Völker (2. Nephi 29:10-12). Und durch das Wissen, das uns darin vermittelt wird, können wir Kraft und Trost erlangen, für das, was uns ggf. an Leid und Not durchzumachen auferlegt ist. Uns wird gesagt, dass wir uns heiligen sollen (Lehre und Bündnisse 88:74-75) und wenn wir das tun, tragen wir unseren Teil dazu bei, dass der Herr sein Werk beschleunigen wird (Lehre und Bündnisse 88:73). Welches sind deine Bemühungen, damit die Not nicht zu lange andauern wird, das Erlösungswerk des Herrn beschleunigt wird? Du kannst gerne hier nachlesen.

Es ist an der Zeit, dass wir alle unsere Rolle bei der Beschleunigung des Erlösungswerks besser verstehen.
(Bild: Quelle)

Das Blut der Unschuldigen wird als Zeuge gegen sie dastehen

Amulek wollte Alma den Jüngeren dazu bewegen, mit ihrer Priestertumsvollmacht die dem Feuertod ausgelieferten Ammonihaiten zu retten (Alma 14:10): „Aber Alma sprach zu ihm: Der Geist drängt mich, meine Hand nicht auszustrecken; denn siehe, der Herr nimmt sie zu sich auf in Herrlichkeit; und er lässt zu, dass sie dies tun, ja, dass die Menschen ihnen dies antun können gemäß ihrer Herzenshärte, damit die Richtersprüche, die er in seinem Grimm auf sie anwenden wird, gerecht seien; und das Blut der Unschuldigen wird als Zeuge gegen sie dastehen, ja, und am letzten Tag mächtig gegen sie schreien.“ (Alma 14:11).

Das mag uns kurzsichtigen, nur in vergänglichen Dimensionen denkenden, gerechtigkeitsliebenden Menschen, doch nicht so recht in den Kopf gehen. Wie kann es angehen, dass ein liebender Gott solche Gräueltaten nicht unterbinden will, wenn er diese Macht den Menschen durch das Priestertum schon verliehen hat? Unzählige Menschen haben ihr Blut gegeben, um für die Wahrheit, das Wort Gottes, einzustehen. Nicht zuletzt der Größte selber, Jesus Christus. Nicht einmal sich selber hat er ausgenommen. Nein, Sein Opfer musste es überhaupt erst sein, damit all die anderen Opfer nicht umsonst waren (Johannes 3:16).

Das Blut der Unschuldigen wird als Zeuge gegen sie dastehen. Um das Urteil gegen die schlechten Menschen zu bekräftigen, lässt Gott es zu, dass Unschuldige leiden oder gar ihr Leben lassen. In allen Zeitaltern gab es Märtyrer, ja sogar heutzutage gibt es sie noch. Das Missionswerk Open Doors, das im Dienst der verfolgten Christen weltweit steht, schätzt, dass zurzeit weit mehr als 100 Millionen Menschen weltweit wegen ihres Glaubens an Christus verfolgt werden. Der letzte Prophet, der sein unschuldiges Blut als Zeugnis für Gott hat fließen lassen, war Joseph Smith im Jahr 1844 (Lehre und Bündnisse 135) und zwar in dem Land, das in seinem Grundrechtskatalog seit 1791 u. a. die Religionsfreiheit garantiert. Für all diejenigen, die aus religiösen Gründen wegen ihrer Überzeugungen getötet wurden oder noch werden, heißt es: „… Wer in mir stirbt, wird den Tod nicht schmecken, denn er wird ihm süß sein;“ (Lehre und Bündnisse 42:46). Welche Gefühle bewegen dich, wenn du darüber nachsinnst, dass Gott in solchen Fällen oftmals nicht eingreift, obwohl er es doch könnte?

Der Mob schießt durch das obere Fenster des Carthage Gefängnisses auf Joseph Smith.
(Bild: Quelle)

Damit sie verbrennen und durch Feuer vernichtet würden

„Und sie [der schlechte Teil der Ammonihaiten] holten ihre Frauen und Kinder zusammen, und wer auch immer an das Wort Gottes glaubte oder unterwiesen worden war, daran zu glauben, bei denen veranlassten sie, dass sie ins Feuer geworfen wurden, und sie holten auch ihre Aufzeichnungen mit den heiligen Schriften herbei und warfen sie ebenfalls ins Feuer, damit sie verbrennen und durch Feuer vernichtet würden.“ (Alma 14:8).

Damit sie verbrennen und durch Feuer vernichtet würden. Bücherverbrennungen gab es in der Menschheitsgeschichte schon sehr häufig. In seiner Tragödie Almansor (erschienen 1823), lässt Heinrich Heine, in Anlehnung an die Eroberung des spanischen Granada durch christliche Ritter unter dem inquisitorischen Kardinal Gonzalo Jiménez de Cisneros 1499/1500, den Moslem Almansor ben Abdullah im Gespräch mit Hassan, dem früheren Diener seiner Familie, sagen: „Wir hörten dass der furchtbare Ximenes, Inmitten auf dem Markte, zu Granada – mir starrt die Zung im Munde – den Koran in eines Scheiterhaufens Flamme warf!“, worauf Hassan antwortet: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Später wurde dieser letzte Satz als prophetische Äußerung Heines im Hinblick auf die 1933 durchgeführte Bücherverbnrennung in Deutschland gedeutet.

Dieses Schicksal sollte auch etwa 81 v. Chr. die zum Glauben an Christus bekehrten Ammonihaiten treffen: Sowohl sie selber als auch die heiligen Schriften wurden verbrannt. Nun fühlen wir uns in Alma den Jüngeren und Amuklek hinein, wie sie wohl gelitten haben müssen, als die Meute sie zu der Marterstätte schleppte, damit sie Augenzeugen der Schandtat würden (Alma 14:9). Amulek wollte Alma den Jüngeren dazu bewegen, dass sie ihre Priestertumsvollmacht nutzen sollten, um die ins Feuer getriebenen Brüder und Schwestern zu retten (Alma 14:10). Ich denke, dass ein jeder andere ebenso empfunden und gehandelt hätte. Wie empfindest du, wenn du jemand anderen leiden siehst und unfähig bist, ihm zu helfen?

Dann holten die schlechten Menschen die gläubigen Frauen und Kinder zusammen und warfen sie zusammen mit den heiligen Schriften ins Feuer.
(Alma 14:8; Bild: Quelle)

Siehe, ich bin schuldig, und diese Männer sind makellos vor Gott

Nachdem Zeezsroms Bewusstsein ihn wegen seiner Irreführung der Ammonihaiten marterte (Alma 14:6), wollte er sein falsches Handeln öffentlich richtigstellen: „Und es begab sich: Er fing an, dem Volk zuzurufen, nämlich: Siehe, ich bin schuldig, und diese Männer sind makellos vor Gott. Und von der Zeit an fing er an, sich für sie einzusetzen; aber sie schmähten ihn, nämlich: Bist du auch vom Teufel besessen? Und sie spien ihn an und stießen ihn aus von sich und auch alle diejenigen, die den Worten glaubten, die von Alma und Amulek gesprochen worden waren; und sie stießen sie aus und sandten Männer hin, die mit Steinen nach ihnen werfen sollten.“ (Alma 14:7).

Aufgrund der Worte Alma des Jüngeren und Amuleks, wirkte der Geist des Herrn auf Zeezrom und er erkannte, dass er sich durch Satan hat verführen lassen, das Volk gegen die beiden aufzuhetzen, was womöglich eine Verurteilung aufgrund falscher Behauptungen nach sich ziehen würde.

Siehe, ich bin schuldig, und diese Männer sind makellos vor Gott. Einen Fehler öffentlich einzugestehen ist eine äußerst mutige Tat. Ich erkenne hier, dass, wenn erst einmal der Geist des Herrn in einem wirkt und man sich seines verderblichen Handelns bewusst wurde, man im positiven Sinn über sich selbst hinauswachsen kann. Aber ich denke, dass dazu auch noch ein gewisser Leidensdruck hinzukommen muss. Dieser Leidensdruck wurde bei Zeezrom dadurch erzeugt, dass ihn das „Bewusstsein seiner eigenen Schuld“ marterte (Alma 14:6). Ist dieser nur groß genug, wird er zu einer Triebfeder für Veränderung, überwindet emotionale Hindernisse, wie sich bloßgestellt fühlen oder von einer bestimmten Gruppe nicht mehr anerkannt und sogar selber von ihr verfolgt zu werden …

Wenn mir bewusst wurde, dass ich gegen ein Gebot verstoßen hatte, wollte Luzifer mir erst einreden, dass ich es geheim halten sollte. Irgendwann aber litt ich unter dem Bewusstsein, dass ich gesündigt hatte, so stark, dass ich mich gedrängt fühlte, `reinen Tisch zu machen´, offen mit allen Beteiligten und dem Herrn die Angelegenheit zu klären. Erst nachdem ich volle Umkehr geleistet hatte, fühlte ich mich wieder frei und unbelastet (Lehre und Bündnisse 98:8). Das bewirkt das Sühnopfer Jesu und dafür bin ich dem Herrn zutiefst dankbar. Wodurch wirst du gedrängt, `Tabula rasa´, `reinen Tisch´ zu machen; energisch, rücksichtslos und unbeirrt Ordnung, klare Verhältnisse zu schaffen oder Klarheit herbeizuführen?

(Bild: Quelle)

Seine Seele fing an, vom Bewusstsein seiner eigenen Schuld gemartert zu werden

Einer der fachkundigsten Gesetzeskundigen unter den Ammonihaiten, der Alma den Jüngeren und Amulek zu Fall bringen wollte (Alma 11:21), erkannte seinen Fehler: „Und es begab sich: Zeezrom war über die Worte verwundert, die gesprochen worden waren; und er wusste auch von der Verblendung des Sinnes, die er durch seine Lügenworte unter dem Volk verursacht hatte; und seine Seele fing an, vom Bewusstsein seiner eigenen Schuld gemartert zu werden; ja, er fing an, ringsum von der Pein der Hölle umschlossen zu werden.“ (Alma 14:6).

Die Worte Alma des Jüngeren und Amuleks – beide Diener Gottes, in seinem Auftrag unter den Ammonihaiten – überzeugten mithilfe des Geistes Zeezrom davon, dass er sich von Luzifer hat blenden lassen, indem er die beiden vernichten wollte. Nachdem er nun sah, was er unter seinem Volk durch sein Beispiel angerichtet hatte – dass das Volk vorhatte, Unschuldige umzubringen, die dem Volk nur den Spiegel vorgehalten hatten – wurde er von Schuldgefühlen überwältigt. Diese Erkenntnis bewirkte in ihm sehr starke negative Emotionen, Gewissensbisse quälten ihn.

Seine Seele fing an, vom Bewusstsein seiner eigenen Schuld gemartert zu werden. Von dem Bewusstsein seiner eigenen Schuld gemartert zu werden, ist keine Erfahrung, die man gerne des Öfteren durchmacht. Insbesondere, wenn durch sein Verhalten Unschuldige dem Tod ausgeliefert werden. Ja, es wird sich anfühlen, als würden man die Hölle durchschreiten. Ich habe diese Empfindungen schon erlebt, sicherlich nicht in dem Ausmaß, wie über Zeezrom geschildert, aber es war eine Zeit, die ich nicht öfters durchmachen möchte. Wie bin ich dieser Erfahrung entkommen? Indem ich die Rüstung Gottes erneut anlegte und mich so erfolgreich gegen weitere Angriffe Satans zur Wehr setzen konnte und Kraft zur aufrichtigen Umkehr erhielt, deren Folge totale Erleichterung durch Vergebung war. Diese Rüstung besteht darin, Wahrheit und Gerechtigkeit zu lieben, in der Bereitschaft, für das Evangelium von Jesus Christus einzustehen, Glauben an Gott zu üben, und das Schwert des Geistes, das Wort Gottes, zu nutzen (Epheser 6:13-17). Hast du schon mal eine Zeit erlebt, in der du dich gemartert fühltest und wie bist du da wieder rausgekommen?

whole armor of God

(Bild: Quelle)

Er werde seinen Sohn unter das Volk senden, doch werde er sie nicht erretten

Das Volk band Alma den Jüngeren und Amulek mit Stricken und führte sie vor den obersten Richter (Alma 14:4): „Und das Volk ging hin und sagte gegen sie aus—sie bezeugten, sie hätten das Gesetz und ihre Gesetzeskundigen und die Richter des Landes und auch des ganzen Volkes, das in dem Land war, geschmäht und hätten auch bezeugt, es gebe nur einen Gott, und er werde seinen Sohn unter das Volk senden, doch werde er sie nicht erretten; und viel Derartiges bezeugte das Volk gegen Alma und Amulek. Nun geschah dies vor dem obersten Richter des Landes.“ (Alma 14:5).

Er werde seinen Sohn unter das Volk senden, doch werde er sie nicht erretten. Wie leicht man doch die Aussage eines anderen verkehren kann. Was hatte Amulek gegenüber Zeezrom in Bezug auf die Errettung durch Christus gesagt: „… er kann sie nicht in ihren Sünden erretten; …“ (Alma 11:37). Was machen diejenigen, die einen Grund suchen, Alma und Amulek gerichtlich zu belangen, um sie aus dem Verkehr zu ziehen? Sie lassen einfach drei ganz wesentliche Worte in ihrem Zitat weg: „in ihren Sünden. Das ergibt natürlich einen ganz anderen Sinn.

Ich entnehme für mich daraus, dass ich mich davor zu hüten habe, durch das Weglassen oder Hinzufügen von Worten, anderen eine Aussage unterzuschieben, die sie so gar nicht gemacht haben, um dadurch eigene ungerechte Ziele zu erreichen. Wenn ich jemanden zitiere, bin ich verpflichtet, dies auch wahrheitsgetreu, absolut korrekt, ohne jede Änderung, ohne jede Auslassung oder Hinzufügung, zu tun. Mark Twain sagte einmal: „Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.“ Dies gilt allerdings nicht, wenn ich die Aussagen einer anderen Person wiedergeben will, oder sogar muss, z. B. vor Gericht. Wie sagt der Richter immer so schön, bevor er einen Zeugen im Zeugenstand vernimmt: „Sie dürfen nur die Wahrheit sagen, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit.“ Wie gehst du mit dem Zitieren anderer um?

“Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.”
Mark Twain (1835-1910)
(Bild: Quelle)

Der größere Teil von ihnen hegte den Wunsch, Alma und Amulek zu vernichten

Ein Teil des Volkes Ammoniha glaubte den Worten von Alma dem Jüngeren, die er zu Zeezrom sprach (Alma 14:1), „Aber der größere Teil von ihnen hegte den Wunsch, Alma und Amulek zu vernichten; denn sie waren wegen der Klarheit seiner Worte an Zeezrom zornig auf Alma; und sie sagten auch, Amulek habe sie angelogen und habe ihr Gesetz und auch ihre Gesetzeskundigen und Richter geschmäht.“ (Alma 14:2).

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Unklare Worte sind wie ein blinder Spiegel.“ Daraus schlussfolgere ich, dass klare Worte wie ein guter Spiegel funktionieren. Demzufolge haben die Ammonihaiten aufgrund der Worte Alma des Jüngeren, ihre eigenen Schandtaten klar und deutlich erkennen können. Einige haben sich dadurch beeindrucken lassen und haben eifrig die Schrift studiert, um zu erkennen, was sie tun können, um sich von ihrem falschen Handeln ab- und richtigem Handeln zuzuwenden. Der größere Teil war jedoch so verblendet, dass er die klaren Worte doch nicht erkannte, sie sogar als lügnerischen Angriff gegen sich und ihre geschätzten Gesetzeskundigen und Richter betrachtete. So jemand muss aus ihrer Sicht unschädlich gemacht werden.

Der größere Teil von ihnen hegte den Wunsch, Alma und Amulek zu vernichten. Auch heute haben wir nicht nur lebende Propheten, die uns mit klaren Worten einen Spiegel vorhalten, sondern sicherlich auch Menschen in unserem Umfeld. Ich bemühe mich dies positiv für meine Entwicklung zu nutzen, idem ich in dem Spiegel, der mir vorgehalten wird, versuche zu erkennen, was an meiner Widerspiegelung korrigiert gehört, damit sie sich mehr und mehr dem Bild von Christus annähert (Alma 5:19). Wie nutzt du solche Gelegenheiten?

(Bild: Quelle)

Glaubten viele von ihnen seinen Worten

Mormon, der ja den Bericht von den Platten seiner Vorfahren zusammenfasste (Worte Mormons 1:1,5,9; Mormon 6:6), schreibt über den Erfolg der Worte Alma des Jüngeren an die Ammonihaiten: „Und es begab sich: Nachdem er mit seinen Worten an das Volk zu Ende gekommen war, glaubten viele von ihnen seinen Worten und fingen an, umzukehren und in den Schriften zu forschen.“ (Alma 14:1).

Schön wäre es, wenn auch heute die Menschen sich der Mühe unterziehen würden, die Worte der Missionare, die in die Welt hinausgesandt sind Gottes Wort zu verkünden (Lernen Sie die Missionare kennen), einer persönlichen Prüfung zu unterziehen, indem sie Glauben üben, die Schrift eifrig erforschen, darüber beten (Moroni 10:4-5) und annehmen würden. Ist es so schwer, einer lieben Einladung, sogar noch mit einer wunderbaren Verheißung: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ (Matthäus 11:28), Folge zu leisten? Scheinbar ja. Denn schon zu Lebzeiten Jesu forschten die Menschen in der Schrift, die ja von ihm Zeugnis gibt (lies gerne den Abschnitt: „Die heiligen Schriften geben Zeugnis von Jesus Christus“ in `Zeugnisse aus den heiligen Schriften´ von Elder Russell M. Nelson vom Kollegium der Zwölf Apostel), wollten aber dennoch nicht zu ihm kommen (Johannes 5:39-40). Ja, wie oft lädt der Herr uns Menschen ein und möchte uns unter seinen Flügeln Schutz bieten, aber wir wollen einfach nicht, sind eher bereit, die Boten, die er uns sendet, zu steinigen (Matthäus 23:37). Nun ja, vielleicht nicht im wortwörtlichen Sinn, aber doch gedanklich, indem wir sie abweisen.

Glaubten viele von ihnen seinen Worten. Ich bin dem Vater im Himmel dankbar, dass ich eine Mutter haben durfte, die an die einladenden Worte Seiner Diener, der Missionare, geglaubt hat, sie gebeten hat, ihr mehr vom Wort zu geben und die es angenommen hat und durch ihr gutes Beispiel auch ich in diesen Genuss der Einladung zu Christus zu kommen, gelangte. Schenkst du den Worten der Diener Gottes Glauben?

(Bild: Quelle)

Möge der Herr euch Umkehr gewähren

Bevor Alma der Jüngere noch weitere Worte zum Volk Ammoniha redete, die uns nicht übermittelt sind (Alma 13:31), wird uns zum Schluss noch einer seiner Wünsche für das Volk kundgetan: „Und möge der Herr euch Umkehr gewähren, damit ihr nicht seinen Grimm auf euch herabbringt, damit ihr nicht durch die Ketten der Hölle niedergebunden werdet, damit ihr nicht den zweiten Tod erleidet.“ (Alma 13:30).

Den zweiten Tod erleiden bedeutet, für alle Zeit und Ewigkeit aus der Gegenwart Gottes verstoßen, für immer von den Ketten der Hölle umfangen zu sein (Alma 12:11). Wie wir es schaffen, uns nicht von diesen Ketten binden zu lassen? Wir müssen uns zum Sohn Gottes als unserem Erlöser und Befreier bekennen (Lehre und Bündnisse 138:23).

Möge der Herr euch Umkehr gewähren. Dieses Bekennen zum Sohn Gottes muss noch vor dem großen Tag des Gerichtes passieren. Der Herr hat uns dieses Erdenleben zur Vorbereitung auf die Begegnung mit Ihm gegeben (Alma 34:12). Zwar wird denen, die hier auf Erden das Evangelium nicht kennenlernen konnten, auch noch in der Geisterwelt die Möglichkeit eröffnet, das Evangelium Jesu Christi kennenzulernen und anzunehmen (1. Petrus 3:19). Wenn sie das aus freien Stücken tun, hat der Herr auch ihnen `Umkehr gewährt´, die ihnen Alma der Jüngere wünschte. Denen, die auf Erden weilen `gewährt er solange Umkehr´, solange er sie hier auf Erden belässt. Ich danke dem Herrn für die Zeit der Bewährung, die er mir schenkt und ich will sie nicht vergeuden (2. Nephi 9:27). Wie nutzt du diese Zeit der Bewährung?

(Alma 34:32; Bild: Quelle)