Ohne das Eingreifen ihres allweisen Schöpfers, und zwar wegen ihrer aufrichtigen Umkehr

Als König Mosia II seinem Volk die Nachteile der Monarchie erklärt (Mosia 29:16-18), macht er sein Volk auf folgenden Tatbestand aufmerksam: „Und ohne das Eingreifen ihres allweisen Schöpfers, und zwar wegen ihrer aufrichtigen Umkehr, hätten sie unweigerlich bis heute in Knechtschaft verbleiben müssen.“ (Mosia 29:19).

Sicherlich hast du schon sehr häufig Nachrichtenmeldungen folgender Art mitbekommen: „Dank dem beherzten und schnellen Eingreifen mehrerer Feuerwehrleute und des Sicherheitsdienstes bei einem Brand, der … in einer Unterkunft am Kirchplatz in … ausbrach, wurde Schlimmeres verhindert.“ Dank des Eingreifens dieser erfahrenen Helfer werden immer wieder Leben gerettet.

Ohne das Eingreifen ihres allweisen Schöpfers, und zwar wegen ihrer aufrichtigen Umkehr. Der Herr ließ es zunächst zu, dass das Volk, das durch den gottlosen König Noa dazu verleitet wurde, sich von ihm abzuwenden und seine Gebote zu missachten und zu übertreten (Mosia 11:2), in die Knechtschaft der Lamaniten zu gelangen (Mosia 11:21,23). Als sie sich dann allerdings wieder zum Herrn bekehrten und aufrichtige Umkehr übten (Mosia 11:25), griff der Herr zu dem von ihm für richtig befundenen Zeitpunkt ein und befreite es.

Ich lerne daraus, dass der Herr mich aus meinen Bedrängnissen befreit, in die ich eigenverschuldet gekommen bin, wenn ich aufrichtige Umkehr übe. Das aber zu einem Zeitpunkt, zu dem der `allweise Schöpfer´ der Meinung ist, dass ich das für meine Errettung Notwendige gelernt und verinnerlicht habe, und willens bin es auch anzuwenden. Ich kann mir dieser Hilfe des Herrn sicher sein, wie ich mir der Hilfe der Feuerwehrleute sicher sein kann, wenn ich mich in Lebensgefahr befinde und der Notruf bei ihr einging – im übertragenen Sinn sehe ich meine Umkehr als den Notruf an. Was bedeutet diese Erkenntnis für dich?

notruf(Bild: Quelle)

Wieviel Übeltun wird doch durch einen schlechten König verursacht

In seinem Schreiben an sein Volk (Mosia 29:4) rät König Mosia II, aufgrund Schlechtigkeit vieler Menschen, davon ab, die Monarchie aufrechtzuerhalten (Mosia 29:16) und begründet dies so: „Denn siehe, wieviel Übeltun wird doch durch einen schlechten König verursacht, ja, und welch große Zerstörung!“ (Mosia 29:17).

Es gibt unterschiedliche Staatsformen mit Varianten und unterschiedlichen Regierungssystemen auf der Welt:

  • Monarchien
    Alleinherrschaft – heute eines Monarchen als Souverän.
  • Republiken
    Gegenstück zur Monarchie, geht oft mit Demokratie (Volksherrschaft) einher, das Gemeinwohl steht an erster Stelle.
  • Diktaturen
    Es regiert ein einzelner Diktator ohne freie Wahlen. Kommen illegitim an die Macht durch Sturz einer legitimen Staatsform.

Wieviel Übeltun wird doch durch einen schlechten König verursacht. Weil die Macht auf einen Menschen alleine konzentriert leicht Übeltun und Zerstörung begünstigt (siehe König Noa; Mosia 11:1-15; 29:18), schlägt König Mosia II seinem Volk vor, die Herrschaftsform der Monarchie aufzugeben und durch eine Richterherrschaft zu ersetzen. Sie sollen durch Stimmabgabe gute Menschen als Richter wählen (Mosia 29:25). Um die Möglichkeit der Berufung zu schaffen, soll ein dreigliedriges System von Richtern eingerichtet werden (Mosia 29:27-29). Fast ähnlich haben auch wir bei uns in der heutigen Bundesrepublik ein mehrstufiges Gerichtssystem: Amtsgericht, 1. Instanz Landgericht, 2. Instanz Oberlandesgericht, 3. Instanz Bundesgerichtshof.

Ich lerne daraus, dass wir als Bürger Augen und Ohren offen halten sollen, damit wir gute Menschen als unsere Volksvertreter in die Parlamente wählen, um nicht den Boden für Alleinherrscher zu bereiten. Wie gehst du mit deiner Verantwortung als Staatsbürger um (lies auch „Ein guter Staatsbürger sein“)?

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Wenn es möglich wäre, dass ihr gerechte Männer zu Königen hättet

König Mosia II erklärt seinem Volk in dem Schreiben (Mosia 29:4) weiter: „Darum, wenn es möglich wäre, dass ihr gerechte Männer zu Königen hättet, die die Gesetze Gottes einsetzen und dieses Volk gemäß seinen Geboten richten würden, ja, wenn ihr Männer zu Königen haben könntet, die ebenso handeln würden, wie es mein Vater Benjamin für dieses Volk getan hat—ich sage euch, wenn dies immer der Fall sein könnte, dann wäre es ratsam, dass ihr immer Könige hättet, die über euch herrschen.“ (Mosia 29:13).

Wenn es möglich wäre, dass ihr gerechte Männer zu Königen hättet. In der Welt sind wir alle fehlbar, allein unser Herr und Erlöser Jesus Christus ist unfehlbar (Hebräer 9:14). Aus diesem Grund können wir nichts sehnlicher erwarten, als den Tag, da wir ihn, das erhabenste Wesen, das je auf dieser Erde geboren wurde, eines Tages als unseren `Herrn der Herren und König der Könige´ (1. Timotheus 6:14-15) haben dürfen. In diesen Genuss werden all diejenigen kommen, die an der `ersten Auferstehung´ hervorkommen werden (Mosia 15:21-26) und mit ihm zusammen im Millennium leben dürfen (Offenbarung 20:4-6; Lehre und Bündnisse 29:11).

Gerne setze ich mich mit den Anforderungen auseinander, die zur ersten Auferstehung führen, und versuche sie mehr und mehr zu erfüllen. Nicht weil ich, wie beim Menschen üblich, bei den ersten sein will, sondern weil das der Sinn und Zweck unseres Daseins auf Erden ist (Mose 1:39; Alma 34:32). Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf, wenn du an die Herrschaft des Königs aller Könige denkst?

zweites kommenDas zweite Kommen Cristi, Beginn des Millenniums
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Nun wäre es besser, der Mensch würde von Gott gerichtet als von Menschen

Im Zusammenhang mit der Neuordnung der Angelegenheiten seines Volkes (Mosia 29:11) sagte König Mosia II: „Nun wäre es besser, der Mensch würde von Gott gerichtet als von Menschen, denn die Richtersprüche Gottes sind immer gerecht, aber die Richtersprüche der Menschen sind nicht immer gerecht.“ (Mosia 29:12).

Nun wäre es besser, der Mensch würde von Gott gerichtet als von Menschen. Vor weltlichen Gerichten besteht eine ganz große Gefahr von Fehlurteilen. So gibt es eine Schätzung, dass jedes vierte Strafurteil ein Fehlurteil sei. Dabei liegt die größte Fehlerquelle in Irrtümern von Zeugen bei der Identifizierung Verdächtiger. Auch Falschgeständnisse sollen häufiger vorkommen. All diese und weitere menschliche Fehlerquellen sind bei dem Richter, vor den wir eines Tages alle treten müssen (Römer 14:10; 2. Nephi 9:15), ausgeschlossen, denn all unsere Taten sind in `Büchern´ (Offenbarung 20:12; 3. Nephi 27:23-26) und vor allem in unserem Gedächtnis lückenlos festgehalten (Mosia 2:38; Römer 14:12). Darum wird das Urteil des Herren unanfechtbar sein.

Würde es das Sühnopfer Jesu nicht geben, würden wir alle aufgrund Gerechtigkeit verloren sein. So aber haben wir mithilfe der Umkehr die Möglichkeit Barmherzigkeit zu erfahren (Alma 34:16). Gerne übe ich meinen Glauben zur Umkehr aus, um nicht „dem ganzen Gesetz mit seinen Forderungen der Gerechtigkeit ausgesetzt“ zu sein, sondern Nutznießer des großen und ewigen Plans der Erlösung sein zu dürfen (Alma 34:16). Wie setzt du deinen Glauben ein?

the-last-judgement-john-scott-355306-galleryDas letzte Gericht, Wandgemälde von John Scott im Washington D.C. Temple
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Sandte er hinaus … zu allem Volk, denn er wollte wissen, wen sie zum König haben wollten

„Als nun Mosia dies getan hatte, sandte er hinaus in das ganze Land, zu allem Volk, denn er wollte wissen, wen sie zum König haben wollten. 2  Und es begab sich: Die Stimme des Volkes kam, nämlich: Wir wünschen, dass dein Sohn Aaron unser König und unser Herrscher sei.“ (Mosia 29:1-2).

Sandte er hinaus … zu allem Volk, denn er wollte wissen, wen sie zum König haben wollten. Ein Monarch, in Zentralamerika, Mosia II, nutzt ca. 92 v. Chr. ein Instrument der `direkten Demokratie´, die Volksbefragung. Er bevorzugte also anstelle der Erbmonarchie das System der `Wahlmonarchie´. Auf diese Art wollte Mosia II mehrere, im weiteren Verlauf seines Schreibens an sein Volk (Mosia 29:4), aufgezählte Gefahren abwenden, u. a. Kriege und Streitigkeiten (Mosia 29:7). Nachdem allerdings diejenigen, die vom Volk vorgeschlagen wurden, ablehnten (Mosia 29:6), ermunterte er sein Volk weise und vorausschauend zu sein (Mosia 29:10) und schlug eine Umwandlung des Regierungssystems vor, nämlich von einer Monarchie hin zu einem Rechtsystem mit Richtern (Mosia 29:11,28-29).

Frieden kann nur herrschen, wenn allgemein anerkannte Regeln aufgestellt werden, die auch eingehalten werden. In unserem politischen System sind diese im Grundgesetz und darauf aufbauenden Gesetzeswerken festgelegt. Sollten Regeln nicht eingehalten werden, können wir die Einhaltung über unterschiedlich zuständige Gerichte einfordern (Verfassungsgerichte, Verwaltungsgerichte, Finanzhöfe, Arbeitsgerichte, Sozialgerichte, Straf- und Zivilgerichte, mit der Möglichkeit der Berufung bzw. Revision bei der nächsthöheren Instanz). Jeder von uns trägt durch Beachtung der Regeln zum Frieden bei. Ich bin glücklich, dass ich in einem Staat leben darf, in dem sich das Grundgesetz an den Regeln Gottes orientiert. Vergleiche doch mal das weltliche Rechtssystem mit dem Rechtssystem im Reich Gottes auf Erden mit Bischöfen als allgemeine Richter in Israel (Lehre und Bündnisse 107:72,74) und nächsthöheren Berufungsinstanzen (mehr lies hier: „Die Hirten Israels“)?

richterDer Bischof als allgemeiner Richter in Israel
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Alma … solle dies von einer Generation an die andere weitergeben

In seiner Zusammenfassung der Aufzeichnungen seiner Vorfahren auf den Platten, die er nun als letzter Berichtsführer in Händen hält, schreibt Moroni: „Und nun, wie ich euch gesagt habe, nachdem König Mosia dies alles getan hatte, nahm er die Platten aus Messing und alles, was er gehütet hatte, und übergab es an Alma, der der Sohn Almas war, ja, alle die Aufzeichnungen und auch die Übersetzer, und übergab sie ihm und gebot ihm, er solle sie hüten und bewahren und auch Aufzeichnungen über das Volk führen und solle dies von einer Generation an die andere weitergeben, ja, wie es weitergegeben worden war von der Zeit an, da Lehi Jerusalem verlassen hatte.“ (Mosia 28:20).

Langjährige Mitarbeiter eines Unternehmens haben sich spezielles Wissen angeeignet und Erfahrungen gesammelt. Irgendwann kommt der Tag, dass sie aus dem Unternehmen ausscheiden und wenn keine Vorkehrungen getroffen wurden, verschwindet mit ihnen auch ihre Erfahrung und ihr Wissen. Das ist eine teure Angelegenheit, jeder muss das Rad wieder neu erfinden. Deshalb haben die Unternehmen ein Wissensmanagement eingeführt. Ziel ist es: Wissen im Unternehmen zu erhalten und nutzbar zu machen, indem das Wissen gespeichert wird, dieses von einem auf den anderen Mitarbeiter übertragen wird und Wissensnetzwerke aufgebaut werden – wer weiß was.

Alma … solle dies von einer Generation an die andere weitergeben. Wissensmanagement wird nicht nur heute in Firmen durchgeführt, sondern wurde seit Anbeginn der Menschheit gelebt. Der Herr selber machte darauf aufmerksam (3. Nephi 23:11-14). Aufzeichnungen der Vorfahren sind für die Nachfahren von ganz enormer Bedeutung. In ihnen sind Erfahrungen festgehalten, die den Nachfahren so manches Leid ersparen können, wenn sie daraus lernen. Das, was unsere Vorfahren machten, wird auch heute in der Kirche des Herrn praktiziert. So beauftragte der Herr 1831 Oliver Cowdery, die Geschichte der jüngst wiederaufgerichteten Kirche zusammenzufassen (Lehre und Bündnisse 69:1-3).

Ich lerne daraus, dass auch wir in unseren Familien Wissensmanagement betreiben müssen, indem wir unsere Erfahrungen an unsere Kinder weitergeben. Durch Nephi werden wir aufgefordert, unseren Nachkommen nur das aufzuschreiben, was Gott gefällt und für sie von Wert ist (1. Nephi 6:3-6). Ich führe ein Tagebuch und muss daraus dann noch eine Abkürzung machen, wie es auch Moroni getan hat (mehr zum Tagebuch siehe hier und hier). Auch mein Blog über mein Schriftstudium ist eine solche Art von Wissensweitergabe. Was sind deine Gedanken zu einem solchen `Familienwissensmanagement´?

tagebuch(Bild: Quelle)

Dieser Bericht … brachte … ihnen viel Erkenntnis

Nachdem König Mosia II den Bericht der Jarediten übersetzt hatte: „… ließ dieser Bericht das Volk Mosia über die Maßen trauern, ja, sie waren von Kummer erfüllt; doch brachte er ihnen viel Erkenntnis, worüber sie sich freuten. 19  Und dieser Bericht wird später noch geschrieben werden; denn siehe, es ist ratsam, dass alles Volk weiß, was in diesem Bericht geschrieben steht.“ (Mosia 28:18-19).

Dieser Bericht, der im Buch Ether wiedergegeben ist, der bei den Nephiten übermäßige Trauer hervorrief, ihnen aber auch viel Erkenntnis brachte, wird von Moroni, dem letzten der Propheten der Nephiten, im Buch Ether zusammengefasst. Trauer dürfte er hervorgerufen haben, weil dieses Volk sich selbst durch einen fürchterlichen Bürgerkrieg den Untergang bereitete und viel Erkenntnis, weil darin der liebevolle Umgang des Herrn mit Jared und seinem Bruder und deren Nachkommen, in der Zeit zwischen 2500 v. Chr. bis zu ihrem selbstverschuldeten Untergang wenige hundert Jahre vor Christi Geburt, wiedergegeben ist. Es wird berichtet, wie der Herr Mitleid mit ihnen hatte und sie als Teil des Volkes in ein erwähltes Land führte, um sie dort zu einer großen Nation heranwachsen zu lassen (Ether 1:40-43), wie Jareds Bruder aufgrund seines überaus großen Glaubens den Herrn sehen durfte, verbunden mit der Erkenntnis, dass der Mensch im Ebenbild Gottes erschaffen wurde (Ether 3:13,15). Es wird über rechtschaffene Führer berichtet (Ether 7:1), aber auch darüber, wie Satan unter ihnen wirkte und aus Machtgier heraus geheime Verbindungen entstanden (Ether 8:18), die letztendlich zum Untergang des über zweimillionenstarken Volkes führten (Ether 8:21; 15:2). Nur Koriantumr (König, Ether 12:1 und letzter überlebender Kämpfer, Ether 15:32) und Ether (letzter Prophet der Jarediten; Ether 12.2; 15:33-34) blieben übrig. Koriantumr wurde vom Volk Zarahemla entdeckt (Omni 1:21). Ether verbarg den Bericht des Volkes und das Volk Limhi fand ihn und er wurde von Mosia II übersetzt (Mosia 28:11).

Dieser Bericht … brachte … ihnen viel Erkenntnis. Auch uns heute bringt dieser Bericht viel Erkenntnis. Deshalb hat der Herr Moroni geboten ihn abzukürzen und mit den anderen Sachen zusammen zu verbergen (Moroni 8:1,4), damit sie in unsere Hände gelangen könnten. Wie dankbar wir doch dem Herrn für seine unendliche Liebe und Güte sein können, uns mithilfe der Erfahrungen unserer Vorfahren vor Übeltun und dessen Folgen zu warnen. Wie ist deine Einstellung zu den Berichten, die uns der Herr zur Verfügung stellt?

ether schreibtEther stellt seinen Bericht fertig
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Da war es ein Bericht des Volkes, das vernichtet worden war

„Nachdem nun Mosia die Übersetzung dieser Aufzeichnungen beendet hatte, siehe, da war es ein Bericht des Volkes, das vernichtet worden war, von der Zeit, da es vernichtet wurde, bis zurück zum Bau des großen Turmes zu der Zeit, da der Herr die Sprache der Menschen verwirrte und sie weit über das ganze Antlitz der Erde zerstreut wurden, ja, und sogar von jener Zeit zurück bis zur Erschaffung Adams.“ (Mosia 28:17).

Da war es ein Bericht des Volkes, das vernichtet worden war. Dieser Bericht, den Limhi mit seinen Leuten bei deren Wanderung durch die Wildnis in einem Land fand, dessen Bewohner vernichtet waren (Mosia 21:26-28), handelt es sich um Aufzeichnungen der Jarediten, eines der drei Völkergruppen, über die das Buch Mormon in Zentralamerika berichtet (die anderen zwei sind die Nephiten, inkl. Lamaniten, und Mulekiten). Jared, sein Bruder und einige ihrer Freunde wurden vom Herrn zur Zeit des Turmbaus zu Babel (ca. 2200 v. Chr.; Genesis 11:1-8) von dort weggeführt nach Amerika (Ether 1:33). Dort wuchsen sie zu einem großen Volk heran (Ether 1:42-43), welches sich dann aber in einem fürchterlichen Bürgerkrieg, verursacht aufgrund von Schlechtigkeit, völlig ausrottete (Ether 15:19).

Wie wunderbar, dass es auch in diesem Volk, bis zu ihrem Untergang, Menschen gab, die der Anordnung des Herrn, einen Bericht zu führen, nachkamen und die Nephiten, und dadurch auch wir, aus deren Bericht Lehren, über den Umgang Gottes mit uns Menschen, ziehen können. Der Herr war auch so gütig und hat Mittel bereitet, wie dieser Bericht aus einer fremden Sprache übersetzt werden konnte! Was denkst du über den Auftrag des Herrn, für unsere Nachkommen Berichte über unsere Lebenserfahrungen, insbesondere mit Gott, zu führen?

goldene plattenDie goldenen Platten mit dem zusammengefassten Bericht der Nephiten, Mulekiten und Jarediten
(Bild: Quelle)

Nun übersetzte er sie mit Hilfe jener zwei Steine

Limhi und sein Volk hatten auf ihren Wanderungen durchs Land Aufzeichnungen eines untergegangenen Volkes (Mosia 21:26-27) in unbekannter Sprache gefunden und sie Mosia II zur Übersetzung übergeben (Mosia 28:11). Er besaß nämlich vom Herrn gefertigte `Übersetzersteine´ mit denen fremde Sprachen verstanden werden konnten: „Und nun übersetzte er sie mit Hilfe jener zwei Steine, die in den zwei Rändern eines Bügels befestigt waren.“ (Mosia 28:13).

Auch schon im Alten Testament ist die Rede von zwei besonderen Steinen, die von Hohepriestern in einer Lostasche am Priestergewand über dem Herzen getragen, zur Erkennung des Willen Gottes dienten. Die Steine waren unterschiedlich gefärbt und hießen `Urim und Tummim´ (Exodus 28:30). Aus dem Hebräischen übersetzt bedeuten die Begriffe so viel wie: ‚Lichter und Vollkommenheiten‘. Schon Abraham nutzte den Urim und Tummim, um Offenbarungen zu empfangen (Köstliche Perle Abraham 3:1,4). Im Buch Mormon wird berichtet, wie der Herr dem Bruder von Jared zwei Steine übergab, mit deren Hilfe ihre Überlieferungen, zu der von ihm bestimmten Zeit, übersetzt werden könnten (Ether 3:21-24,28).

Nun übersetzte er sie mithilfe jener zwei Steine. Nachdem diese Steine von den damaligen Propheten, denn nur sie haben sie in Händen gehalten, von Generation zu Generation weitergegeben wurden, um schließlich mit allen anderen heiligen Unterlagen vom letzten lebenden Propheten Moroni vergraben zu werden (ca. 421 n.Chr.; Mormon 8:1,14), wurden sie durch ihn, nun als real existierendes himmlisches Wesen, an Joseph Smith übergeben (JS Lebensgeschichte 1:35,59,62). Somit ist Joseph der nächste rechtmäßige Prophet, Seher und Offenbarer des Herrn (Mosia 28:16) und er konnte mit ihrer Hilfe die alten Schriften, heute als Buch Mormon bekannt, übersetzen (Mosia 28:14). Was sind deine Gedanken zu solchen von Gott bereiteten Hilfsmitteln zur Erlangung von Offenbarung und der Übersetzung fremder Sprachen?

Urim-and-ThummimUrim und Tummim, wie Joseph Smith sie beschrieb
(Bild: Quelle)

Der Herr sprach zu Mosia: Lass sie hinaufgehen

Mosia II befragte den Herrn, ob er seine Söhne zu den Lamaniten schicken solle, damit sie ihnen, ihrem Wunsch entsprechend, das Evangelium predigen könnten (Mosia 28:6): „Und der Herr sprach zu Mosia: Lass sie hinaufgehen, denn viele werden ihren Worten glauben, und sie werden ewiges Leben haben; und ich werde deine Söhne aus den Händen der Lamaniten befreien. 8  Und es begab sich: Mosia gewährte ihnen, hinzugehen und gemäß ihrer Bitte zu handeln.“ (Mosia 28:7-8).

Der Herr sprach zu Mosia: Lass sie hinaufgehen. Aus einem weisen Grund hat der Herr die Söhne Mosias II zusammen mit Alma durch einen Engel zur Umkehr gerufen (Mosia 27:18). Sie hatten damit verbunden ein Erlebnis, dass ihnen ihr Herz all jenen zuwandte, die den Plan der Erlösung ablehnten oder noch nicht kannten, ja sie konnten es sogar nicht ertragen, dass diejenigen eines Tages ewige Pein ertragen sollten (Mosia 28:3). Sie wurden gewarnt und nun wollten auch sie andere warnen, so wie wir, die wir schon gewarnt worden sind, auch aufgefordert sind unseren Nächsten zu warnen (Lehre und Bündnisse 88:81). Der Herr hat uns in heutiger Zeit sogar gesagt, dass dies nicht die Zeit vieler Worte sei, sondern eine Zeit des Warnens (Lehre und Bündnisse 63:58).

Wir sind aufgefordert alles Volk (Lehre und Bündnisse 1:4) vor jeglicher Art von Sünde zu warnen (Jakob 3:12). Allerdings soll das nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und überheblich geschehen, sondern voller Milde und Sanftmut (Lehre und Bündnisse 38:41). Hierbei denke ich an das Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus, das mich ermuntert, Menschen davor zu warnen, durch eigenes Verschulden dereinst an einen Ort der Qual zu kommen, der Qual, zu wissen, dass sie hätten einen besseren Ort erlangen können (Lukas 16:19-31). Was hältst du von diesem Gedanken der Warnung?

warnenDer Rauchmelder warnt uns vor unsichtbaren giftigen Gasen, wer warnt uns vor zukünftigen Qualen die eine Ewigkeit andauern?
(Bild: Quelle)