Als der König sah, dass das Volk besänftigt war

Die Königin hatte ja die Diener beauftragt, das Volk zusammenzurufen, um Aaron und seine Begleiter zu töten, nachdem die Diener dies, aufgrund Angst vor der Macht die in Aaron steckte, verweigert hatten selber zu tun (Alma 22:21). Als das Volk dann am Ort des Geschehens angekommen war, gab es großen Unmut gegen die Nephiten (Alma 22:24). Doch der König beruhigte die Menge (Alma 22:25). „Und es begab sich: Als der König sah, dass das Volk besänftigt war, veranlasste er, dass Aaron und seine Brüder mitten unter die Menge traten und dass sie ihnen das Wort predigten.“ (Alma 22:26).

  • Besänftigen
    `Sänftigen´ bedeutet so viel wie `sanft machen´. Der Vorsatz `be´ umschreibt hier eine Beschäftigung. Also ist unter Besänftigen zu verstehen, dass man versucht, mittels `gutem Zureden´ zu bewirken, dass innere Erregung langsam verringert wird. Es wird versucht, aufgebrachte Gemüter zu beruhigen, sie zu beschwichtigen, entstandene Aggressionen durch entsprechende Aufklärung abzubauen.
  • Wie man `Besänftigung´ erreichen kann?
    Die Schrift sagt uns: „Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung, eine kränkende Rede reizt zum Zorn.“ (Sprüche 15:1). Ich muss also allen Eifer daransetzen, selber nicht auch ungehalten zu werden, sondern innere Ruhe zu bewahren, also Selbstbeherrschung zu üben (2. Petrus 1:5-6). Ich sage mir, dass ein solches Verhalten in Gottes Augen wertvoll ist (1. Petrus 3:4) und ich mir dadurch Freunde schaffe (Jesus Sirach 6:5).

Als der König sah, dass das Volk besänftigt war. Ich lerne aus der Vorgehensweise des Königs, dass Belehrung erst sinnvoll ist, nachdem zunächst aufgebrachte Gemüter beruhigt werden konnten und ihr Kopf somit für geistige Nahrung aufnahmefähig ist. Wie besänftigst du aufgebrachte Gemüter?


„Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“
(Matthäus 11:29-30; Bild: Quelle)

Er diente ihnen geistlich, so dass sein ganzer Haushalt zum Herrn bekehrt wurde

Als Aaron eine Unruhe unter dem Volk befürchtete, nahm er den König, der in seiner `Entrückung´ (Beispiel für Entrückung siehe 3. Nephi 28:13,36) wie tot am Boden lag, bei der Hand und er erhob sich und bekam seine Kräfte zurück (Alma 22:22). „Nun geschah dies in der Gegenwart der Königin und vieler Knechte. Und als sie es sahen, waren sie sehr verwundert und fingen sich zu fürchten an. Und der König trat vor und fing an, ihnen geistlich zu dienen. Und er diente ihnen geistlich, so dass sein ganzer Haushalt zum Herrn bekehrt wurde.“ (Alma 22:23).

Er diente ihnen geistlich, so dass sein ganzer Haushalt zum Herrn bekehrt wurde.

  • Diente ihnen geistlich
    Was hat man darunter zu verstehen? Unter geistlichem Dienst ist zu verstehen, dass im Auftrag Gottes für die Errettung der Menschen notwendige Arbeiten verrichtet werden (Lehre und Bündnisse 90:8). Zum geistlichen Dienst wird man berufen (Lehre und Bündnisse 107:39). Träger des melchisedekischen Priestertums haben diese Aufgabe zu erfüllen (Epheser 4:11-12). Zu einem speziellen geistlichen Dienst sind die Siebziger berufen (Lehre und Bündnisse 107:97). Diese sind reisende geistliche Diener, während Älteste ortsansässige geistliche Diener sein sollen (Lehre und Bündnisse 107:137). Als Ergänzung dazu hat das geringere Priestertum alle `zeitlichen, äußerlichen Verordnungen´ zu verrichten (Lehre und Bündnisse 107:14,20).

Der Herr muss offensichtlich den König über das ganze Land während seiner `Entrückung´ zum geistlichen Dienst berufen haben, ansonsten hätte er nicht mithilfe des Heiligen Geistes so erfolgreich seinen ganzen Haushalt zum Herrn bekehren können. Die meisten von uns werden ohne `entrückt´ zu werden, zum geistlichen Dienst berufen, indem sie zu einem Amt im melchisedekischen Priestertum berufen werden. Ich danke dem Herrn, dass er auch mir die Gelegenheit gewährt, auf diese Weise meinen Mitmenschen zu dienen. Wie ist dir schon mal `geistlicher Dienst´ zuteilgeworden?

A father stands and lays his hands on his daughter’s head to give her a father’s blessing.
Ein Vater legt seine Hände auf das Haupt seiner Tochter und gibt ihr einen Segen
(Bild: Quelle)

Er stand auf seinen Füßen und empfing seine Stärke

Nun wollte die Königin, dass die Dienerschaft das Volk zusammenrief, damit sie Aaron und seine Begleiter töten sollten (Alma 22:21). „Als nun Aaron die Entschlossenheit der Königin sah und weil er auch die Herzenshärte des Volkes kannte, fürchtete er, eine Menge werde zusammenkommen und es werde einen großen Streit und Unruhe unter ihnen geben; darum streckte er die Hand aus und hob den König von der Erde auf und sprach zu ihm: Stehe auf. Und er stand auf seinen Füßen und empfing seine Stärke.“ (Alma 22:22).

Er stand auf seinen Füßen und empfing seine Stärke. Der König über das ganze Land war wohl auch wie sein Sohn Lamoni, seine Schwiegertochter und deren Dienerschaft vom Geist entrückt (Alma 19:6,15-16), um vom Herrn Belehrung zu empfangen. Eine solche Entrückung muss offensichtlich mit enorm großer körperlicher Anstrengung verbunden sein, sodass man hinterher ganz kraftlos ist, wie wir auch am Beispiel von Joseph Smith nach seiner Ersten Vision erkennen können (JS-Lebensgeschichte 1:20).

Der König wurde durch die Macht des Priestertums, welche Aaron übertragen bekommen hatte, wieder auf seine Beine gestellt und durch die Macht Gottes empfing er seine Kraft wieder. Die meisten von uns werden die Anstrengung einer Entrückung nicht durchmachen, aber wir sind dennoch dazu aufgefordert mit `ausdauernder Anstrengung´ sein Wort kennenzulernen, seinem Wort gegenüber gehorsam zu sein, Christus nachzufolgen und unserem Nächsten zu dienen – einfach: mit all unserer Macht im Werk zu arbeiten (Lehre und Bündnisse 75:3). Schon immer habe ich mich darum bemüht, mit Kräften im Werk des Herrn zu arbeiten, aber nun in meinem Ruhestand, kann ich meine ganze Zeit für diese Anstrengung nutzen. Und der Herr segnet mich dankenswerterweise bis heute mit der notwendigen Gesundheit und Kraft. Welche Anstrengungen im Weinberg des Herrn nimmst du gerne auf dich?

A woman holds a rake and talks to an elderly woman while a group of young adults clean up the yard.
„In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll …“
(Apostelgeschichte 20:35; Bild: Quelle)

Wenn doch ein einziger von ihnen mächtiger ist als wir alle

Nachdem der König des ganzen Landes zu Gott gebetet hatte, fiel er wie tot zu Boden (Alma 22:18). Seine Knechte erlebten dies alles und berichteten es der Königin, die annehmen musste, dass Aaron und seine Brüder die Ursache hierfür waren, und gebot den Knechten sie umzubringen (Alma 22:19). „Nun hatten die Knechte gesehen, was die Ursache war, dass der König hingefallen war, darum wagten sie nicht, ihre Hand an Aaron und seine Brüder zu legen; und sie setzten der Königin mit Bitten zu, nämlich: Warum gebietest du uns, diese Männer zu töten, wenn doch ein einziger von ihnen mächtiger ist als wir alle? Darum werden wir vor ihnen fallen.“ (Alma 22:20).

Wir sehen hier eine totale Parallele zu den Ereignissen an König Lamonis Hof, dem Sohn des Königs vom ganzen Land. Ammon, der Bruder von Aaron (Mosia 27:34), belehrte König Lamoni und dieser glaubte seinen Worten und betete zu Gott um Barmherzigkeit für sein Volk und fiel dann wie tot zur Erde nieder (Alma 18:39-42). Ab hier laufen die Begebenheiten etwas auseinander. Die Frau von König Lamoni wird ebenfalls zum Glauben geführt, und zwar zu einem festeren Glauben, als er je unter den Nephiten zu finden war (Alma 19:8-10), was ja bei der Frau von Lamonis Vater zunächst nicht der Fall war. Sie wollte Aaron und seine Begleiter töten lassen, weil sie dachte, sie seien für dessen Tod verantwortlich.

Wenn doch ein Einziger von ihnen mächtiger ist als wir alle. Auch hier haben wir eine Parallele zu Ammon bei König Lamoni. Ammon behauptete sich gegen die Räuber der Herden des Königs und schlug sie alleine in die Flucht (Alma 18:3). Kennst du die Werbung, in der es um `Crowdfunding´ geht? Da trifft sich ein Kaufinteressent mit einem Verkäufer, um den Handel abzuschließen. Der Verkäufer fragt, ob der Käufer das Geld habe, dieser sagt: „Ich nicht, aber die“ und wendet sich zu der Bergkette hinter ihm. Die füllt sich mit Menschenmassen. Das erinnert doch an die Begebenheit mit Elischa und seinem Diener, in der es um den Kampf mit dem König von Aram geht, dessen Truppen die Stadt umstellt hatten. Der Diener Elischas erschrak, als er das Heer sah, und fragte seinen Herrn, was sie tun sollten. Elischa antwortete: „Fürchte dich nicht! Bei uns sind mehr als bei ihnen.“ und betete, dass dem Diener die Augen geöffnet würden und dieser sah „… den Berg rings um Elischa voll von feurigen Pferden und Wagen.“ (2. Könige 6:15-17). Im gesamten Verlauf der Begebenheit sehen wir, dass der Herr Israel durch den Propheten Elischa, den die Aramäer festnehmen wollten, auf wundersame Weise vor kriegerischen Auseinandersetzungen schützte (2. Könige 6:8-23). Ich lerne daraus, dass die Macht des Herrn einen beschützt, wenn er es für geboten erachtet. Wenn ich rechtschaffen lebe, brauche ich mich also nicht zu fürchten. In welchen Situationen hat der Herr dich schon beschützt?

Elischa im Krieg gegen die Aramäer (Gustave Doré, 19. Jh.)
(Bild: Quelle)

Beugte sich der König auf seinen Knien vor dem Herrn nieder; ja, er streckte sich sogar auf die Erde nieder und schrie mächtig

„Und es begab sich: Als Aaron diese Worte gesprochen hatte, beugte sich der König auf seinen Knien vor dem Herrn nieder; ja, er streckte sich sogar auf die Erde nieder und schrie mächtig, nämlich: 18 O Gott, Aaron hat mir gesagt, dass es einen Gott gibt; und wenn es einen Gott gibt und wenn du Gott bist, wollest du dich mir kundtun, und ich werde alle meine Sünden aufgeben, um dich zu erkennen und damit ich von den Toten auferweckt und am letzten Tag errettet werde. Und als nun der König diese Worte gesprochen hatte, traf es ihn, dass er wie tot war.“ (Alma 22:17-18).

Beugte sich der König auf seinen Knien vor dem Herrn nieder; ja, er streckte sich sogar auf die Erde nieder und schrie mächtig. Welch eine Wirkung hatte der Heilige Geist aufgrund der Worte des nephitischen Missionars Aaron auf den König vom ganzen Land und König Lamonis Vater. Er beugte nicht nur seine Knie sondern, streckte seinen ganzen Körper auf den Boden. Man kann nach der Bibel drei Demutsbezeugungen unterscheiden: Das `Sich-zu-Boden-Strecken´ vor der überwältigenden Macht Gottes (Matthäus 17:6), das im Neuen Testament vorkommende `Zu-Füßen-Fallen´ (Markus 5:22) und das Knien (Apostelgeschichte 9:40). Diese drei Arten des `Niederwerfens´ sind Ehrerbietungen und Zeugnis der Demut (Matthäus 14:33). In dieser Weise erbrachte sogar Jesus seinem Vater gegenüber die Ehre zum Ausdruck (Markus 14:35).

Je größer die empfundene Not, umso leichter fällt es einem sich vor dem, von dem man sich Hilfe erhofft, `bis in den Staub´ zu demütigen (Klagelieder 3:29; Alma 34:38). Für mich ist es zu einer Selbstverständlichkeit geworden: Wenn ich mit dem Vater im Himmel in Kontakt trete, bezeuge ich meine Demut und Ehrerbietung dadurch, dass ich meine Knie beuge – und ich spreche mindestens morgens und abends sowie zu den Mahlzeiten formell mit ihm. Weitere informelle Gespräche mit Gott, z. B. Danksagung, während des Autofahrens, dass mir der Gedanke kam, den Schulterblick zu machen und ich dadurch vor einem Unfall bewahrt blieb, erfolgen logischerweise nicht auf den Knien. Wie handhabst du Ehrerbietung gegenüber Gott?

Two parents and their three children kneel around a small table with their heads bowed to pray before bedtime.(Bild: Quelle)

Wenn du, … dann wirst du

Der König des ganzen Landes und Vater König Lamonis hatte den nephitischen Miossionar Aaron gefragt, was er tun solle, um ewiges Leben zu erhalten (Alam 22:15) und Aaron gab ihm folgende Antwort. „… Wenn du dies wünschst, wenn du dich vor Gott niederbeugst, ja, wenn du von all deinen Sünden umkehrst und dich vor Gott niederbeugst und gläubig seinen Namen anrufst, im Vertrauen darauf, dass du empfangen wirst, dann wirst du die Hoffnung empfangen, die du wünschst.“ (Alma 22:16).

Wenn du, … dann wirst du. Hier haben wir es mit einer logischen Verknüpfung zu tun, wie z. B. „Wenn du dich in den Regen stellst, dann wirst du nass“. In der Beziehung zwischen Mensch und Gott finden wir ganz häufig logische Verknüpfungen: wenn -> dann, wie hier als Antwort Aarons auf die Frage des Königs.

Der Herr reagiert auf das Befolgen seiner Gebote und Anweisungen mit damit verknüpften Segnungen. Aaron erklärt, und das gilt genauso für einen jeden von uns, wenn wir uns vor dem Herrn demütigen und von unseren Sünden umkehren, und gläubig seinen Namen anrufen, und dies im Vertrauen tun, dass wir empfangen werden, dann werden wir Hoffnung auf ewiges Leben empfangen. Wir müssen in dieser Sache also vier Bedingungen erfüllen, um Hoffnung zu empfangen. Ich habe durch eigene Erfahrung gelernt, dass logische Verknüpfungen, die durch den Herrn aufgestellt sind, als Ergebnis für den Fall des Erfüllens der Bedingungen, die Einhaltung des darauf gegebenen Versprechens steht (Lehre und Bündnisse 120:20-21). Welche Erfahrungen hast du schon mit Gottes `logischen Verknüpfungen´ gemacht?

wenn dann
Funktion für F: =WENN(UND(B2=“Ja“;C2=“Ja“;D2=“Ja“;E2=“Ja“);“Ja“;“Nein“)
(Nur für den Fall, dass A und B und C und D mit Ja beantwortet sind, wird sich auch E erfüllen; wird auch nur ein Punkt mit Nein beantwortet, ist E auch gleich Nein)

Ich will alles hergeben, was ich besitze, …, damit ich diese große Freude empfangen kann

Nachdem Aaron, einer der nephitischen Missionare, dem König des ganzen Landes und Vater des Königs Lamoni, die Schriften erläutert hatte (Alma 22:13), „… sprach der König: Was soll ich tun, dass ich dieses ewige Leben habe, von dem du gesprochen hast? Ja, was soll ich tun, dass ich aus Gott geboren werde und dieser schlechte Geist mir aus der Brust gerissen werde und ich seinen Geist empfange, damit ich mit Freude erfüllt werde, damit ich nicht am letzten Tag verstoßen werde? Siehe, sprach er, ich will alles hergeben, was ich besitze, ja, ich will meinem Königreich entsagen, damit ich diese große Freude empfangen kann.“ (Alma 22:15).

Ich will alles hergeben, was ich besitze, …, damit ich diese große Freude empfangen kann. Mir kommt bei dieser Aussage des Königs über das ganze Land direkt das Gleichnis vom Schatz und der Perle aus dem Neuen Testament in den Sinn: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. 45 Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. 46 Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.“ (Matthäus 13:44-46).

Christus verdeutlichte seinen Jüngern seine Lehre oftmals mit Gleichnissen. Sie waren aus dem Alltag gegriffen und somit ein lebensnahes Beispiel für einen zu vermittelnden Grundsatz. Durch solche Gleichnisse konnte Jesus den Jüngern die `Augen ihres Verständnisses´ (Epheser 1:18; Lehre und Bündnisse 76:19) öffnen. Mit ihnen ist es auch uns möglich, das zu verstehen, was geistig ist. Ich verstehe nun das Gleichnis so: Das Himmelreich gleicht einem im Acker vergrabenen Schatz. Der Acker ist unsere Welt. In ihr gilt es nun, diesen Schatz zu finden. Um einen Schatz zu finden, bedarf es größerer Anstrengungen. Ich muss mich um die Schatzkarte bemühen und dann den Weg zu ihm suchen. Hat jemand eine Goldmine gefunden, wird er sie auch so lange verborgen halten, bis er das dazugehörige Land in seinen Besitz gebracht hat. So werde ich mein Wissen um das Himmelreich sichern, bis ich herausgefunden habe, was ich tun muss, um es zu besitzen. Wenn ich den Wert des Schatzes erkannt habe, werde ich mein früheres Leben dafür aufgeben, sinnbildlich verkaufen, um durch Bündnisse mit dem Herrn, die ich dann auch einhalten muss, den Acker zu kaufen und somit rechtmäßig zu besitzen. Was bist du bereit herzugeben, um diese große Freude zu empfangen?

Das Gleichnis vom Schatz im Acker von Rembrandt (um 1630)
(Bild: Quelle)

Da der Mensch gefallen war, konnte er von sich aus kein Verdienst zuwege bringen

Aaron erläutert dem König weiter: „Und da der Mensch gefallen war, konnte er von sich aus kein Verdienst zuwege bringen; sondern die Leiden und der Tod Christi sühnen für seine Sünden, durch Glauben und Umkehr und so weiter; und dass er die Bande des Todes zerreißt, damit das Grab keinen Sieg haben wird und damit der Stachel des Todes in den Hoffnungen auf Herrlichkeit verschlungen sei; und Aaron erläuterte dies alles dem König.“ (Alma 22:14).

Da der Mensch gefallen war, konnte er von sich aus kein Verdienst zuwege bringen.

  • Der Fall
    Wenn wir von dem Fall sprechen, so handelt es sich um einen Vorgang der Ureltern aller Menschen, Adam und Eva, im Garten von Eden. Der Herr hatte ihnen geboten: „… Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, 17 doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.“ (Genesis 2:16-17). Adam wollte sich an dieses Gebot halten, doch Eva hat durch Luzifer herausgefunden, dass sie keinen Fortschritt machen könnten und auch nicht das Gebot erfüllen könnten„… Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, …“ (Genesis 1:28), wenn sie nicht von dieser Frucht essen würde. Nachdem ihr Luzifer sagte, dass es keinen anderen Weg des Fortschritts geben würde, entschied sie sich davon zu essen und überzeugte auch Adam es zu tun (Köstliche Perle Mose 4:12). Nun bekamen sie Erkenntnis (Köstliche Perle Mose 4:13), und erst jetzt waren sie in der Lage Gut von Böse zu unterscheiden (Köstliche Perle Mose 4:28), wurden sterblich und aus dem Garten von Eden, und damit aus der Gegenwart Gottes, ausgestoßen (Köstliche Perle Mose 4:29). Dieser Vorgang wird als Fall Adams und Evas bezeichnet und von ihm sind alle ihre Nachkommen betroffen.
  • Kein Verdienst von sich aus
    Wenn du in eine tiefe enge Gletscherspalte fällst, kannst du dich meist auch nicht mit eigenen Kräften, aus eigenem Verdienst, befreien. Du brauchst Hilfe von außen. Aus dem gefallenen Zustand kann sich der Mensch erst recht nicht aus eigenen Kräften befreien. Deshalb hat unser uns liebender und gütiger himmlischer Vater einen Erlöser vorgesehen (Apostelgeschichte 4:10-12), der in der Lage war ein `unbegrenztes Sühnopfer´ zu vollbringen (2. Nephi 9:7), nämlich den Messias (2. Nephi 25:16), ja seinen Einziggezeugten im Fleisch, seinen Sohn (Alma 34:14).

Ohne das `unbegrenzte Sühnopfer´ von Jesus Christus wären wir für immer verloren. Wie unendlich dankbar können wir für seine Liebestat an uns sündigen Menschen sein. In unserem Zustand sind wir gar nicht in der Lage, zu erfassen, was seine Tat für uns bedeutet und ermessen, wie `umfassend´ sie eben ist. Was bewegt dich bei dem Gedanken an Seine Liebestat? Lies auch gerne den Artikel von Russell M. Nelson: „Das Sühnopfer“.

John 20:3–18, Mary Magdalene speaks with the resurrected ChristMaria spricht mit dem, der das `unbegrenzte Sühnopfer´ vollbrachte
(Bild: Quelle)

Wenn du nun sagst, es gibt einen Gott, siehe, so will ich glauben

Nachdem Aaron dem Vater von König Lamoni geantwortet hatte, warum Ammon nicht zu ihm gekommen sei (Alma 22:4), und der König ihn zum Geist des Herrn und der Umkehr befragte (Alma 22:5-6), stellte Aaron ihm zunächst folgende Frage: „… Glaubst du, dass es einen Gott gibt? Und der König sprach: Ich weiß, die Amalekiten sagen, dass es einen Gott gibt, und ich habe ihnen gewährt, Heiligtümer zu bauen, damit sie sich versammeln können, um ihn anzubeten. Und wenn du nun sagst, es gibt einen Gott, siehe, so will ich glauben.“ (Alma 22:7).

Diese Frage, „… glaubst du, dass es einen Gott gibt?“, hatte auch Ammon dem König Lamoni gestellt, bevor er mit weiteren Belehrungen begann (Alma 18:24,36). Offensichtlich spielt diese Frage in einem Gespräch über den Erlösungsplan eine Schlüsselrolle. Sie betrifft den Kern des Gespräches und ist eine Frage, auf deren Beantwortung es ankommt. Die Antwort des Befragten gibt vor, wie das Gespräch weiter zu führen ist. Antwortet er mit nein, muss man zunächst den Grundsatz des Glaubens erklären, antwortet er hingegen mit ja, kann man mit seinem eigenen Zeugnis dies bekräftigen und die Grundsätze erklären, woher wir kommen, weshalb wir hier auf Erden sind und wie es nach unserem irdischen Tod mit uns weitergeht.

Wenn du nun sagst, es gibt einen Gott, siehe, so will ich glauben. Wie oben beschrieben, hat Aaron reagiert, nachdem der König so positiv geantwortet hatte. Aaron bekräftigte die Aussage des Königs durch sein eigenes Zeugnis (Alma 22:8) und es gab eine Frage und eine Antwort über diesen Gott als den Schöpfer, wieder endend mit der Frage: Glaubst du das? (Alma 22:9-10). Wieder gab es eine positive Antwort vom König und Aaron konnte mit der Belehrung aus den Schriften beginnen (Alma 22:12-13). Bewundernswert ist die Einstellung des Königs: „… ich wünsche, dass ihr mir von all diesen Dingen erzählt, und ich werde deinen Worten glauben.“ (Alma 22:11). Welcher Missionar wünscht sich nicht eine solche Situation. Nichts Schöneres kann einem Missionar passieren und die Freude Aarons darüber ist nur allzu verständlich (Alma 22:8). Ich erkenne in dem Vorgehen Ammons und Aarons ein Muster, wie Gespräche über Glaubensfragen geführt werden können. Insbesondere, wenn man vorher um Gelegenheiten Zeugnis abzulegen, viel gefastet und gebetet hat (Alma 17:9). Welche Erlebnisse hattest du schon mit Gesprächen über Glaubensfragen?

Aaron stellt die Schlüsselfrage: Glaubst du, dass es einen Gott gibt?
(Bild: Quelle)

Ich bin in meinem Sinn ziemlich beunruhigt wegen der Großmut und der Erhabenheit in den Worten deines Bruders Ammon

Der nephitische Missionar Aaron, Bruder von Ammon, beginnt nun ein Gespräch mit dem König über das ganze Land, dem Vater von König Lamoni: „Und nun, o König, wenn du unser Leben verschonst, wollen wir deine Knechte sein. Und der König sprach zu ihnen: Erhebt euch, denn ich werde euch euer Leben gewähren, und ich werde nicht zulassen, dass ihr meine Knechte seid; sondern ich bestehe darauf, dass ihr euch meiner annehmt, denn ich bin in meinem Sinn ziemlich beunruhigt wegen der Großmut und der Erhabenheit in den Worten deines Bruders Ammon; und ich wünsche den Grund zu erfahren, warum er nicht mit dir von Middoni heraufgekommen ist.“ (Alma 22:3).

Ich bin in meinem Sinn ziemlich beunruhigt wegen der Großmut und der Erhabenheit in den Worten deines Bruders Ammon. Wie kann man über großmütige und erhabene Worte beunruhigt sein? Beunruhigung empfindet man doch meistens nur bei Erlebnissen, von denen man negative Auswirkungen befürchtet. Hatte der König Befürchtungen in Bezug auf seine Zukunft aufgrund der Aussagen Ammons? Wenn wir folgende Aussage Ammons betrachten vielleicht schon: „… aber wenn du zu dieser Zeit fällst, in deinem Zorn, so kann deine Seele nicht errettet werden.“ (Alma 20:17).

Ich erkenne, dass Gott weiß, welcher Mensch sich in seinem Leben doch noch zu ihm bekehren wird und ihm diese Möglichkeit im Verlaufe seines Erdenlebens schenkt und ihn vor vorzeitigem Abtreten von der Bühne dieses Erdenlebens verschont. In diesem Fall, dass Ammons Verteidigung nur so weit ging, dem König nur eine Verletzung zuzufügen, die ihn am Weiterkämpfen hinderte (Alma 20:20). Dies bringt mich dazu, an unsere heutige Zeit zu denken und zu erkennen, wie der Herr uns die Möglichkeit gibt, trotz Nachrichten über Kriege und Naturkatastrophen, unerschrocken an unserer Bekehrung zu arbeiten (Matthäus 24:6). Gerne nehme ich die Stärkung des Herrn in mir auf: „… Gebt Acht, lasst euch nicht erschrecken! Das muss geschehen. Es ist aber noch nicht das Ende.“ und nutze die Zeit, die der Herr mir noch schenkt, um meine Glaubensansichten, mein Herz und mein Leben dahingehend zu ändern, den Willen Gottes anzunehmen und ihm zu entsprechen, eben ein treuer Jünger Christi zu werden (Apostelgeschichte 3:19) und meinen natürlichen Menschen abzulegen (Mosia 3:19). Diesen Weg versuche ich zu gehen, solange der Herr mich auf der Bühne dieses Erdenlebens belässt und zwar ohne beunruhigt zu sein. Was beunruhigt evtl. deinen Sinn?

Aaron im Gespräch mit Lamonis Vater
(Bild: Quelle)