Dass wir in den Händen Gottes zu Werkzeugen geworden sind

In ihrem Rückblick auf ihre Mission unter den Lamaniten, stellt Ammon fest, dass der Herr ihnen große Segnungen gewährt hat (Alma 26:1) und stellt seinen Brüdern dann eine rhetorische Frage (eine Frage, bei der der Fragesteller keine Antwort von den Zuhörern erwartet, sondern sie selber gibt), um welche Segnungen es sich denn handle (Alma 26:2) und gibt darauf selber folgende Antwort: „Siehe, ich antworte für euch; denn unsere Brüder, die Lamaniten, waren in Finsternis, ja, selbst im finstersten Abgrund; aber siehe, wie viele von ihnen sind dazu gebracht worden, dass sie das wunderbare Licht Gottes sehen! Und dies ist die Segnung, die uns zuteil geworden ist, dass wir in den Händen Gottes zu Werkzeugen geworden sind, dieses große Werk zuwege zu bringen. 4 Siehe, Tausende von ihnen freuen sich und sind in die Herde Gottes gebracht worden.“ (Alma 26:3-4).

Dass wir in den Händen Gottes zu Werkzeugen geworden sind. Ein Werkzeug ist ein Gerät oder ein Gegenstand, mit dem man sich in die Lage versetzt, eine Arbeit auszuführen oder sie zu erleichtern. Was bedeutet es nun, ein Werkzeug in den Händen Gottes zu sein? Schauen wir uns das anhand von einem anderen Beispiel aus der Schrift an. Kurz vor seinem Tod ermahnt Lehi seine Söhne die Waffenrüstung der Rechtschaffenheit anzulegen (2. Nephi 1:23) und gebietet ihnen, sich nicht mehr gegen ihren Bruder Nephi aufzulehnen, denn er hat die Gebote des Herren gehalten und ist deshalb in den Händen des Herrn insofern ein Werkzeug gewesen, als er die Familie mit ihren Anhängern ins verheißene Land geführt hat. Ohne ihn wären sie auf der Reise zugrunde gegangen (2. Nephi 1:24). Der Herr hat sich also des gehorsamen Sohnes Lehis bedient, sein Werk umzusetzen, nämlich die Familie Lehi vor der Zerschlagung in Jerusalem zu verschonen (1. Nephi 1:4; Helaman 8:21) und mit ihren Mitreisenden unversehrt in das für sie verheißene Land zu führen (1. Nephi 17:14).

Wer kann alles ein Werkzeug in den Händen Gottes werden? Don R. Clarke von den Siebzigern hat in seiner Rede „Wie wir ein Werkzeug in der Hand Gottes werden“ in der Herbstgeneralkonferenz 2006 gesagt, dass man keine Berufung in der Kirche braucht, auch keine Einladung jemandem zu helfen, auch nicht einmal Gesundheit, um ein Werkzeug in der Hand Gottes zu sein. Er erzählt eine Begebenheit seines in finanzielle Not geratenen Großvaters. Als dieser nicht mehr ein noch aus wusste, kam völlig unerwartete Hilfe von einem kleinen verkrüppelten Mann. Er gab ihm 200 Dollar und damit konnte er seine verschuldete Farm bei der Bank auslösen und noch ein wenig Kleidung für die Kinder kaufen. „Jim war ein kleiner, verkrüppelter Mann, den Gott damit betraute, einem blinden Farmer mit einer schweren Schuldenlast und drei Kindern zu helfen.“ (die ganze Rede kannst du hier nachlesen, oder anschauen). So kann sich jeder dafür bereit machen, ein Werkzeug in den Händen Gottes zu sein, indem er das Evangelium lebt und auf die Einflüsterungen des Geistes hört. Ich konnte schon sehr häufig in meinem Leben als Werkzeug Gottes meinen Mitmenschen helfen, indem ich eifrig meine Berufungen in der Kirche ausgeübt habe. Wann warst du das letzte Mal so ein Werkzeug?

Young Jesus standing next to Joseph in the carpenter’s shop, working with tools on the wood while Joseph supervises.Childhood of Jesus Christ, by Del Parson (62124); GAK 206
(Bild: Quelle)

Sie sahen, dass der Herr ihnen gemäß ihren Gebeten gewährt hatte

 

Die nephitischen Missionare und Söhne König Mosia des Jüngeren, zogen Bilanz ihrer Missionszeit unter den Nephiten: „Und nun siehe, Ammon und Aaron und Omner und Himni und ihre Brüder freuten sich über die Maßen über den Erfolg, den sie unter den Lamaniten gehabt hatten; denn sie sahen, dass der Herr ihnen gemäß ihren Gebeten gewährt hatte und dass er sein Wort an sie in jeder Einzelheit hatte Wahrheit werden lassen.“ (Alma 25:17).

Sie sahen, dass der Herr ihnen gemäß ihren Gebeten gewährt hatte. Ammon und seine Brüder, die die Übernahme des Königtums ihres Vaters ablehnten, gingen stattdessen lieber mit einigen weiteren Nephiten, zu den Lamaniten auf Mission (ALma 17:6-8). Natürlich hatten sie sich mit vielem Fasten und Beten auf ihre schwere Aufgabe vorbereitet, sie gingen schließlich zu ihren Erzfeinden und wollten sie davon überzeugen, dass ihre Feindschaft auf falschen Überlieferungen ihrer Väter beruht, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit führen (Alma 17:9). Der Herr berief sie dann auch entsprechend ihrem Wunsch um 91 v. Chr. und verhieß ihnen, dass sie ein Werkzeug in seinen Händen sein würden, indem sie viele Seelen zur Errettung führen würden (Alma 17:11). Nun, etwa 77 v. Chr. zogen sie Bilanz und mussten feststellen, dass alles, was der Herr ihnen vor etwa 14 Jahren, aufgrund ihres Betens mitteilte, in jeder Einzelheit eingetroffen war.

Für mich wird hier wieder ganz deutlich, dass der Herr uns auf unsere Gebete antwortet und wenn er in dieser Antwort etwas verheißt, dies auch alles, bis ins kleinste Detail, eintreffen wird. Zum Beispiel denke ich da an den patriarchalischen Segen, den jedes würdige Mitglied erhalten kann. Er wird von einem von Gott berufenen Patriarchen gespendet und enthält für den Empfänger den Rat des Herrn (mehr lies hier). Der erste Patriarch in der wiederhergestellten Kirche des Herrn, Hyrum Smith, wurde 1841 vom Herrn berufen (Lehre und Bündnisse 124:91-92). Genau, wie die Erfüllung der Gebete Ammons und seiner Brüder, wird sich ein solcher persönlicher Segen, in allen Einzelheiten erfüllen. Eine Voraussetzung gibt es allerdings: Gehorsam zu den Geboten des Herrn (Lehre und Bündnisse 130:21). Wann hast du das letzte Mal deinen Segen angeschaut, um Rat zu erhalten, oder zu sehen, was sich alles schon erfüllt hat?

(Bild: Quelle)

Sie befolgten das Gesetz des Mose

Diejenigen Lamaniten in der Wildnis, die das Evangelium von Jesus Christus annahmen, wurden von den übrig gebliebenen Herrschern der Amuloniten verfolgt (Alma 25:7), was dazu führte, dass die Lamaniten diese nun anfingen zu töten (Alma 25:8), wodurch sich Abinadis Prophezeiung weiter erfüllte (Alma 25:9-12). Als die Lamaniten sahen, dass sie gegen die Nephiten nichts ausrichten konnten, schlossen sie sich den Anti-Nephi-Lehiern an, um auf den Wegen des Herrn zu wandeln (Alma 25:13-14). Und sie zusammen „…  befolgten das Gesetz des Mose; denn es war für sie ratsam, das Gesetz des Mose noch zu befolgen, denn es war noch nicht ganz erfüllt. Aber trotz des Gesetzes des Mose schauten sie nach dem Kommen Christi aus und betrachteten das Gesetz des Mose als ein Sinnbild seines Kommens und glaubten, diese äußerlichen Verrichtungen befolgen zu müssen bis zu der Zeit, da er ihnen offenbart werden würde.“ (Alma 25:15).

Sie befolgten das Gesetz des Mose. Warum befolgten sie das Gesetz des Mose, obwohl sie doch die Macht des höheren Priestertums unter sich hatten (Alma 26:7)? Weil es das Gesetz war, das Gott dem Volk Israel gegeben hatte, nachdem es das höhere Gesetz, welches er ihnen zunächst gab, nicht in der Lage waren zu erfüllen (JSÜ, Exodus 34:1-2; Lehre und Bündnisse 84:23-27), und es in seinem Sinn noch nicht erfüllt war. Was war der Sinn? Es sollte das Volk auf das Kommen des Erlösers vorbereiten, indem es in dessen äußerlichen Verrichtungen das kommende Sühnopfer von Jesus Christus begreiflich – im wahrsten Sinne des Wortes – machen (Levitikus 1-7), und ihren Glauben an ihn stärken sollte (Alma 25:16). Wann hat es seinen Sinn erfüllt? Den Nephiten war bewusst, dass mit der Vollendung des Sühnopfers von Jesus Christus, sich das Gesetz des Mose erfüllt haben wird (Alma 34:13-14; 3. Nephi 9:17) und ab diesem Zeitpunkt lebten sie nach dem höheren Gesetz mit dem Abendmahl als ständige Erinnerung an Jesus Christus (3. Nephi 18:1-13).

So leben auch wir heute nach diesem höheren Gesetz. Der Herr hat uns ein Priestertum als vorbereitendes Priestertum gegeben (Lehre und Bündnisse 107:13-14), das in allen zeitlichen Dingen dient (Lehre und Bündnisse 107:68) und des Weiteren das höhere (Lehre und Bündnisse 107:18), welches in allen geistigen Belangen dient (Lehre und Bündnisse 107:8). Auch uns hat der Herr geboten uns seiner, mittels des Abendmahls, ständig zu erinnern (Lehre und Bündnisse 20:75-79). Welches Gesetz befolgst du?

A painting by Walter Rane showing Christ and His Apostles sitting around a table, partaking of the Last Supper by candlelight.Zu meinem Gedächtnis (Das Abendmahl)
(Matthäus 26:26-29, siehe auch JSÜ Matthäus 26; Bild: Quelle)

Darum fingen sie an, den Überlieferungen ihrer Väter nicht mehr zu glauben

Viele der Lamaniten, die in die Wildnis im Osten geflohen waren (Alma 25:5) und „…  die viel Verlust und so viele Bedrängnisse erlitten hatten, fingen an, in der Erinnerung an die Worte, die Aaron und seine Brüder ihnen in ihrem Land gepredigt hatten, aufgestachelt zu werden; darum fingen sie an, den Überlieferungen ihrer Väter nicht mehr zu glauben und an den Herrn zu glauben und dass er den Nephiten große Macht gegeben habe; und so wurden viele von ihnen in der Wildnis bekehrt.“ (Alma 25:6).

Darum fingen sie an, den Überlieferungen ihrer Väter nicht mehr zu glauben. In ihrer misslichen Lage, in der sich die Lamaniten nun in der Wildnis befanden, erinnerten sie sich an die Worte, die ihnen der nephitische Missionar Aaron in ihren Heimatstädten gepredigt hatte (Alma 21:9) und sie überzeugten sich davon, dass die Überlieferungen ihrer Vorfahren falsch waren und die Worte Aarons wahr sind.

Wie kann ich Unwahrheit von Wahrheit unterscheiden? Da gibt es den bekannten Spruch: Lügen haben kruze Beine. Mit anderen Worten, Lügen, also Aussagen, von denen man weiß, oder vermuten muss, dass sie unwahr sind, werden recht schnell enttarnt. Hingegen bleibt Wahrheit für immer bestehen (Lehre und Bündnisse 1:39). Wer einem bei der Enttarnung helfen kann? Der Heilige Geist, die dritte Person in der Gottheit: „… denn der Geist spricht die Wahrheit und lügt nicht.“ (Jakob 4:13) und durch ihn können wir von allem wissen, ob es wahr ist (Moroni 10:5). Und wie wird er uns die Wahrheit vermitteln? Er vermittelt uns diese über unseren Verstand und unser Herz (Lehre und Bündnisse 8:2). Wir müssen also beide einsetzen, um Wahrheit zu erkennen. Wie unterscheidest du Unwahrheit von Wahrheit?

A photograph of a grove of trees paired with the words from Moroni 10:29.„Und Gott wird euch zeigen, dass das, was ich geschrieben habe, wahr ist.“
(Moroni 10:29; Bild: Quelle)

Unter den Lamaniten, die getötet wurden, waren fast alle Nachkommen Amulons und seiner Brüder

Viele Lamaniten kamen in weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Nephiten ums Leben (Alma 25:3). „Und unter den Lamaniten, die getötet wurden, waren fast alle Nachkommen Amulons und seiner Brüder, die die Priester Noas waren, und sie wurden durch die Hand der Nephiten getötet; 5 und die übrigen, die in die Wildnis im Osten geflohen waren und sich die Macht und Gewalt über die Lamaniten angeeignet hatten, veranlassten, dass viele Lamaniten wegen ihres Glaubens durch Feuer zugrunde gingen—“ (Alma 25:4-5).

Unter den Lamaniten, die getötet wurden, waren fast alle Nachkommen Amulons und seiner Brüder. Wir erinnern uns, dass Amulon als abgefallener Nephit, ein Führer der gottlosen Priester König Noas war (Mosia 23:31-33). König Noa, Führer einer Gruppe von Nephiten, hatte mit seinen selbst ernannten Priestern den nephitischen Propheten Abinadi den Feuertod sterben lassen, weil dieser ihnen im Auftrag Gottes ihre Sünden vorgehalten und sie zur Umkehr aufgerufen hatte, wobei Abinadi ihnen prophezeite, dass sie und ihre Nachkommen eines Tages den selben Tod erleiden würden (Mosia 17:15). König Noa traf dieser Tod durch die Hände seiner eigenen Anhänger, die zornig auf ihn wurden um die 130 v. Chr (Mosia 19:19-20). Viele weiterer seiner Anhänger traf es bei den oben zitierten Kämpfen zwischen ihnen und den Nephiten.

Es führt kein Weg dran vorbei, es ist unvermeidlich und absolut notwendig: Das Wort Gottes muss und wird sich erfüllen (Lehre und Bündnisse 1:38). Es wird sich natürlich zu dem von ihm vorgesehenen Zeitpunkt erfüllen und das kann u. U. aus Menschensicht Jahrzehnte später sein. Ich bin also gut beraten, nicht davon auszugehen, dass Gott sein Wort vergessen haben wird, wenn es sich nach längerer Zeit noch nicht erfüllt haben sollte. Umso schlimmer wird die Überraschung für mich sein, wenn dann die Zeit gekommen ist, dass es doch eintritt. Eine Prophezeiung kann sich auf eine Weise oder zu einer Zeit erfüllen, die ich nicht erwarte. Aus diesem Grund bin ich gut beraten, wachsam zu sein (Markus 14:38). Viele Prophezeiungen sind mit einer Bedingung verknüpft. Je nachdem wie die Bedingung formuliert ist, kann ich durch mein Handeln bewirken, dass sie eintrifft oder eben nicht (Beispielhaft: 2. Nephi 9:24). Wie stehst du zu Prophezeiungen, die sich noch nicht erfüllt haben?

Two parents and their three children kneel around a small table with their heads bowed to pray before bedtime.„Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet..“
(Matthäus 26:41; Bild: Quelle)

Überfielen das Volk, das im Land Ammoniha war, und vernichteten es

Dass sich die Brüder der Lamaniten, die sich zum Herrn bekehrt hatten, ohne Gegenwehr haben abschlachten lassen, verursachte unter den umkehrunwilligen Lamaniten Frust. „Und siehe, nun begab es sich: Jene Lamaniten waren um so zorniger, weil sie ihre Brüder getötet hatten; darum schworen sie den Nephiten Rache; und sie unternahmen es zu der Zeit nicht mehr, das Volk Anti-Nephi-Lehi zu töten, 2 sondern sie nahmen ihre Heere und zogen hinüber in das Grenzgebiet des Landes Zarahemla und überfielen das Volk, das im Land Ammoniha war, und vernichteten es.“ (Alma 25:1-2).

Überfielen das Volk, das im Land Ammoniha war, und vernichteten es. Alma der Jüngere und sein Mitarbeiter Amulek missionierten das Volk der Nephiten, welches in Amoniha lebte um 82 v. Chr. (Alma 9:1). Obwohl es ein vom Herrn hochbegünstigtes Volk war, wollte es sich einfach nicht von seinem Übeltun abwenden (Alma 9:20) und der Herr ließ ihnen kundtun, dass sie durch die Hand der Lamaniten vernichtet werden würden (Alma 9:18-19). Nun, kurze Zeit drauf erfüllt sich diese Ankündigung durch die Hand der Lamaniten, die ihr Morden unter den Anti-Nephi-Lehier aufgaben und wohl über die südliche Wildnis nördlich zogen und die Bevölkerung der Stadt Ammoniha vernichteten.

Ich lerne daraus, dass der Herr uns warnt, bevor uns Vernichtung aufgrund unserer Schlechtigkeit ereilt, und es gut für mich ist, diese Warnung ernst zu nehmen und dem Wort des Propheten Glauben zu schenken, anstatt es zu verwerfen (Alma 9:4) und zu spät zu erkennen, dass es ein Fehler war (Alma 16:9-11). Ich weiß mit Bestimmtheit, dass der Herr auch in heutiger Zeit, so wie in jeder Evangeliumszeit, lebende Propheten berufen hat, um uns vor drohender Gefahr und den Folgen der Sünde zu warnen (siehe hier). Ich denke an die liebevolle Aufforderung von Präsident Monson auf der Generalkonferenz im April dieses Jahres: „Heute Morgen spreche ich über die Macht des Buches Mormon und darüber, wie dringend nötig wir als Mitglieder dieser Kirche es haben, uns mit seinen Lehren zu befassen, über sie nachzudenken und sie in unserem Leben anzuwenden. Wie wichtig es ist, ein festes und sicheres Zeugnis vom Buch Mormon zu haben, kann nicht genug betont werden.“ (siehe hier). Welche liebevollen Aufforderungen unserer Propheten und Apostel sind dir aus letzter Zeit in Erinnerung?

Präsident Thomas S. Monson unser lebender Prophet, Seher und Offenbarer; hinter ihm seine beiden Ratgeber
(Bild: Quelle)

So wird sein Zustand schlimmer, als wenn es dies alles nie gekannt hätte

„Und so können wir klar erkennen, wenn ein Volk einmal vom Geist Gottes erleuchtet ist und große Kenntnis von dem erlangt hat, was die Rechtschaffenheit betrifft, und dann in Sünde und Übertretung verfällt, so wird es verstockter, und so wird sein Zustand schlimmer, als wenn es dies alles nie gekannt hätte.“ (Alma 24:30).

So wird sein Zustand schlimmer, als wenn es dies alles nie gekannt hätte. Die Amalekiten und Amuloniten stammen von den Nephiten ab und kannten das Evangelium des Herren (Alma 22:7), haben sich aber davon abgekehrt und mit den Lamaniten verbrüdert (Mosia 23:35). Die Amuloniten haben sich aus einer Gruppe falscher Priester König Noas gebildet (Mosia 23:31). König Noa war der Sohn des nephitischen Königs Zeniff um 160 v. Chr. und tat, „was in den Augen des Herrn ein Greuel ist.“ (Mosia 11:1-2). Amalekiten und Amuloniten waren also vom Glauben abtrünnige Nephiten, die sich mit deren Feinden, den Lamaniten, zusammenschlossen und diese sogar an Feindseligkeit gegenüber den Nephiten übertrafen (Alma 21:3; 43:6).

Über solche, die Wahrheit erkannt und angenommen hatten, dann aber doch Satans Verführungskünsten erliegen, sagt Petrus: „Denn wenn sie durch die Erkenntnis des Herrn und Heilands Jesus Christus entflohen sind dem Schmutz der Welt, werden aber wiederum in diesen verstrickt und von ihm überwunden, dann ist’s mit ihnen am Ende ärger geworden als am Anfang.“ (2. Petrus 2:20). Das lehrt mich, dass ich mich, wenn ich den Herrn erkannt und sein Sühnopfer verstanden und angenommen habe, vor Satans ausgelegten Schlingen hüten muss. Ich muss sie früh genug erkennen, bevor ich mich in ihnen fangen lasse. Wie kann ich das? Indem ich der Ermahnung zu Wachsamkeit Folge leiste: „Wachet aber allezeit und betet, dass ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn.“ (Lukas 21:36). Ansonsten wäre es besser für mich gewesen, wenn ich den Weg der Gerechtigkeit erst gar nicht erkannt hätte (2. Petrus 2:21-22). Wie schützt du dich davor, von wahrer Erkenntnis wieder abzufallen?

A photograph of a row of fallen dominoes with one standing, paired with the words “Don’t Fall for It.”
Bleibe standhaft. Nur weil alle anderen etwas Falsches tun, ist es noch lange nicht richtig
(Bild: Quelle)

Es gab viele, in denen das Herz für diejenigen ihrer Brüder schwoll, die unter dem Schwert gefallen waren

Die hartherzigen Lamaniten fielen nun über ihre Bekehrten Brüder her, mit der Absicht sie zu vernichten und den König abzusetzen (Alma 24:20). Die so überfallenen ließen das Morden über sich ergehen und riefen dabei noch den Namen des Herren an, um ihn zu preisen (Alma 24:21). In dieser Lage wurden eintausendundfünf Bekehrte umgebracht (Alma 24:22). „Als nun die Lamaniten sahen, dass ihre Brüder vor dem Schwert nicht fliehen und sich weder nach rechts noch nach links wenden wollten, sondern dass sie sich hinlegten und zugrunde gingen und Gott selbst dann noch priesen, als sie unter dem Schwert zugrunde gingen—24 als nun die Lamaniten dies sahen, ließen sie davon ab, sie zu töten; und es gab viele, in denen das Herz für diejenigen ihrer Brüder schwoll, die unter dem Schwert gefallen waren, denn sie kehrten von dem um, was sie getan hatten.“ (Alma 24:23-24).

Es gab viele, in denen das Herz für diejenigen ihrer Brüder schwoll, die unter dem Schwert gefallen waren. Was bedeutet es, wenn einem das Herz schwillt? Nach altem Volksglauben haben die Gemütsbewegungen, seien sie positiver oder auch negativer Art, ihren Ursprung im Herzen bzw. wirken sich auf das Herz aus. Wenn jemand gegenüber anderen Mitmenschen großzügig, großmütig, hilfsbereit und voller Liebe ist, spricht man davon, dass er ein großes Herz hat. Schwillt einem das Herz an, so vergrößert es sich und damit bekommen diese Eigenschaften noch mehr Raum in einem. So verstehe ich die obige Aussage dahin gehend, dass sich in ihnen Mitleid für ihre Brüder, die sie gerade mordeten, regte, und dies dazu führte, dass sie von ihrem grausamen Tun umkehrten (Alma 24:25). Bevor allerdings dieses Mitleid einsetzte, haben eintausendundfünf schon ihren Tod gefunden (Alma 24:22).

Ich weiß den Grund nicht, warum diese eintausendundfünf ihr Leben lassen mussten, nachdem sie sich doch zum Herrn bekehrt und Vergebung für ihre Sünden erhalten hatten (Alma 24:6). Lag er darin, dass dadurch weitere Lamaniten, sogar mehr als an diesem Tag getötet wurden, zum Herrn bekehrt wurden (Alma 24:26-27)? Die Getöteten haben ja `nur´ ihr irdisches Leben verlassen, aber in dem Bewusstsein, ihr ewiges zu empfangen (Alma 24:16). Vieles, was wir noch nicht imstande sind zu verstehen, ist uns einfach noch verborgen, aber eines Tages werden wir die Geheimnisse Gottes erkennen (Lehre und Bündnisse 101:32-33). Was ich aber daraus entnehme: Ich bin gut beraten, wenn ich, anstatt mein Herz gegen jemanden zu verhärten, es für meine Mitmenschen anschwellen lasse, im Sinne von Mitgefühl und Liebe, und zwar ohne, dass ich ihm vorher Leid zufüge. Wann ist dir das letzte Mal für einen Mitmenschen dein Herz angeschwollen?


Unterdrücke niemals einen großzügigen Gedanken – —Camilla E. Kimball
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Dass sie die Waffen des Krieges um des Friedens willen begruben

„Und so sehen wir, dass diese Lamaniten, nachdem sie so weit gebracht worden waren, dass sie die Wahrheit glaubten und erkannten, fest waren und sogar lieber den Tod erleiden wollten als Sünde zu begehen; und so sehen wir, dass sie ihre Friedenswaffen begruben oder dass sie die Waffen des Krieges um des Friedens willen begruben.“ (Alma 24:19).

Dass sie die Waffen des Krieges um des Friedens willen begruben. Durch James Fenimore Coopers „Lederstrumpf“-Romane, wurden die Rituale des `Kriegsbeil begrabens´ allgemein bekannt. Das Kriegsbeil war eine Streitaxt mit kultischer Bedeutung. Daher leitet sich dann auch die Redensart ab: „Lass uns das Kriegsbeil begraben.“ in dem Sinne von: Frieden schließen, einen Streit beilegen. Der umgekehrte Vorgang wäre: Das Kriegsbeil ausgraben.

Mein Vorname ist Manfred, was aus dem alemannischen abgeleitet so viel bedeutet wie `Mann des Friedens´. Und in der Tat, ich kann Streit einfach nicht leiden, sollte sich einer anbahnen, fühle ich mich äußerst unwohl. Ich bemühe mich demzufolge, mit allen Kräften, diesem aus dem Weg zu gehen. Sollte es jemals sein, dass dies nicht klappt, bin ich versucht, ihn unter allen Umständen so schnell wie möglich beizulegen, dafür zu sorgen, dass das `Kriegsbeil begraben´ wird und möglichst tief, sodass es nicht so leicht wieder hervorzuholen ist. Wie das geht?

Entsteht doch ein Konflikt, so schnell wie möglich deeskalieren mittels offener Gespräche mit `Ich-Botschaften´ (Genesis 13:8):

  • Wo es sich einrichten lässt: zu Beginn die Bitte um ein gemeinsames Gebet und evtl. eine passende Schriftstelle (Lehre und Bündnisse 136:23)
  • Stolz ablegen, sich demütigen (Sprichwöter 13:10)
  • Gemeinsame Wege über das Vorgehen finden
  • Genügend Zeit für die Konfliktlösung einräumen
  • Mit offenen Karten spielen
  • Lösungen finden, die die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigen
  • Vergebungsbereitschaft (Kolosser 3:13)
  • Besteht die Gefahr der Eskalation, Hilfe von außen holen (Mediation durch nicht involvierte, heilige Schriften als Anleitung nutzen, Beten, ggf. Fasten)

Wie begräbst du die Waffen des Krieges um des Friedens willen?

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Es war in ihren Augen ein Zeugnis vor Gott und auch vor den Menschen

Nachdem König Anti-Nephi-Lehi mit seiner Rede an sein Volk zu Ende gekommen war, wurden sie direkt aktiv und setzten ihren Beschluss, die Waffen zu vergraben, in die Tat um (Alma 24:17). „Und das taten sie, denn es war in ihren Augen ein Zeugnis vor Gott und auch vor den Menschen, dass sie niemals wieder Waffen benutzen würden, um Menschenblut zu vergießen; und das taten sie, indem sie vor Gott beteuerten und gelobten, dass sie, statt das Blut ihrer Brüder zu vergießen, lieber ihr eigenes Leben hingeben wollten; und statt einem Bruder etwas zu nehmen, sie ihm lieber geben wollten; und statt ihre Tage in Trägheit zu verbringen, sie lieber reichlich mit ihren Händen arbeiten wollten.“ (Alma 24:18).

Es war in ihren Augen ein Zeugnis vor Gott und auch vor den Menschen. Ihr festes Vorhaben, ja sogar ihr Bündnis, haben sie mit dem Vergraben ihrer Kriegswaffen für jetzt und die Zukunft, vor Gott und den Menschen, symbolisch bekräftigen wollen. Auch ihnen selber sollte es den Rückfall an der Lust am Morden stark erschweren, da sie ja erst wieder die Waffen ausbuddeln mussten und dabei hätten sie sich dann auf jeden Fall an ihr Versprechen gegenüber Gott erinnert. Sie wollten keinesfalls rückfällig werden, denn sie wussten, dass in dem Fall ihre alten Sünden wieder zählen würden, und deshalb taten sie alles, was sie darin unterstützte, es nicht zu tun.

Ich leite für ein persönliches Problem daraus ab: Wäre ich in der Situation, eine Abhängigkeit ablegen zu wollen, würde ein solches `Vergraben der Waffen´ sehr hilfreich sein. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel: Angenommen, ich hätte eine Handy-Sucht (eine von den Psychotherapeuten offiziell als Mobile and Internet Dependency Syndrome – kurz: MAIDS – bezeichnete Abhängigkeit), würde es mir helfen, diese in den Griff zu bekommen, indem ich das Handy eine festgelegte Zeit lang immer wieder mal `vergrabe´, an einem Platz deponiere, an den ich nur äußerst umständlich rankomme und gezwungen bin, wieder vermehrt persönliche Kontakte zu pflegen und auf diese Weise dem Erleben von Einsamkeit begegnen würde. Nun kommst du sicherlich mit dem Argument: Was ist mit den Schriften in den Sonntagsversammlungen? Nun ja, greife ich doch mal wieder zu meinen Papierversionen. So oder so ähnlich könnte ich mir also Umstände schaffen, durch die ich mir etwas abgewöhnen könnte, was zu einer Sucht geworden ist. Wie würdest du vorgehen? Bei einem realen Suchtproblem lässt dich die Kirche nicht alleine (mehr, folge diesem Link).

Es gibt sogar Apps, die vor Handysucht warnen

(Bild: Quelle)