Die Amlissiten haben sich ihnen [den Lamaniten] angeschlossen

Die von Alma dem Jüngeren ausgesandten Kundschafter Zeram, Amnor, Manti und Limher (Alam 2:22), beobachteten die Aktivitäten der Amlissiten, kehrten eiligst zurück und gaben von großer Furcht ergriffen (Alma 2:23) folgenden Bericht: „Siehe, wir sind dem Lager der Amlissiten gefolgt, und zu unserem großen Erstaunen haben wir im Land Minon, oberhalb des Landes Zarahemla, in Richtung auf das Land Nephi hin, eine zahlreiche Schar Lamaniten gesehen; und siehe, die Amlissiten haben sich ihnen angeschlossen;“ (Alma 2:24).

Die Amlissiten haben sich ihnen [den Lamaniten] angeschlossen. Hat man trotz Übermacht eine Auseinandersetzung verloren, ergreift man jede Möglichkeit sich zu revanchieren. Die Amlissiten trafen im Land Midon auf die Lamaniten, die auch Feinde der Nephiten waren und so verbündeten sie sich mit ihnen, um erneut gegen die Nephiten anzugehen und die erste Niederlage wettzumachen.

Für mich ziehe ich folgende Lehre aus dieser Situation: Wenn Satan es alleine nicht schafft, mich zu einer Untat zu verleiten, sucht er sich Verbündete, um mit vereinten Kräften erneut gegen mich zu kämpfen. Solche Verbündeten können z. B. Freunde sein, die mir weismachen sollen, dass es doch nicht so schlimm ist, bei heißem Wetter am Sonntag eine Abkühlung im Schwimmbad zu finden. Kassierer, Bademeister und andere sind ja sowieso im Dienst und arbeiten nicht nur wegen mir. Außerdem ist Schwimmen gesund und ich würde dadurch schließlich Freundschaften pflegen. Was stellst du an, dich durch solcherlei Angriffe nicht überrumpeln zu lassen?

Schwimmbad_oben(Bild: Quelle)

Alma sandte Kundschafter aus

Während Alma seine Krieger im Tal Gideon ausruhen ließ (Alma 2:20), wollte er dennoch wissen, was der Feind vorhatte: „Und Alma sandte Kundschafter aus, die dem Überrest der Amlissiten folgen sollten, damit er ihre Pläne und ihre Absichten erführe, wodurch er sich gegen sie schützen könne, so dass er sein Volk vor der Zerschlagung bewahre.“ (Alma 2:21).

Alma sandte Kundschafter aus. Wie kann ich diese Maßnahme wieder auf mein Leben beziehen? Ich erkenne, dass Alma der Jüngere darauf bedacht war, herauszufinden, wie sich der Feind verhält, um zum Schutz seines Volkes Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Für mich bedeutet dies, dass ich meinen Feind definieren und sein Vorgehen wachsam verfolgen muss, um daraus Gegen- oder Vorsichtsmaßnahmen abzuleiten, damit er mich nicht überraschen kann. Zur Wachsamkeit gehört aber auch das Gebet (Matthäus 26:41). Ich habe auch die wunderbare Möglichkeit mich auf die Wächter zu verlassen, die der Herr in seinem Weinberg benannt hat (Lehre und Bündnisse 101:45). Diese Wächter und ausgesandten Kundschafter sind die vom Herrn eingesetzten Schlüsselträger (Alma 6:1, Lehre und Bündnisse 46:27). Wenn ich diese Vorsichtsmaßnahmen ergreife, habe ich eine große Chance, von Satan nicht überrumpelt zu werden. Was sind deine Vorsichtsmaßnahmen?

wächterWächter auf dem Turm; April-Liahona 2016, Seite 38
(Bild: Quelle)

Die Nephiten verfolgten die Amlissiten den ganzen Tag lang

Alma berichtet über den Verlauf der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den Amlissiten und Nephiten, nachdem der Herr die Hand der Nephiten gestärkt hatte (Alma 2:18): „Und es begab sich: Die Nephiten verfolgten die Amlissiten den ganzen Tag lang, und sie erschlugen sie in einer großen Schlacht, so sehr, dass von den Amlissiten zwölftausendfünfhundertzweiunddreißig Seelen getötet wurden; von den Nephiten aber wurden sechstausendfünfhundertzweiundsechzig Seelen getötet.“ (Alma 2:19).

Die Nephiten verfolgten die Amlissiten den ganzen Tag lang. Häufig drängt sich mir die Frage auf, warum in den heiligen Schriften so viel von Krieg die Rede ist. Schon im Bericht über das vorirdische Dasein ist von Krieg die Rede „Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen …“ (Offenbarung 12:7-9). Bei Michael handelt es sich um den späteren Adam (Lehre und Bündnisse 27:11) und bei dem Drachen um Luzifer (Luzifer bedeutet so viel wie: `der Leuchtende´ oder `Lichtträger´, auch als `Sohn des Morgens´ bekannt), der hier auf Erden als Satan bekannt wurde und Krieg gegen die Anhänger des Herrn führt (Lehre und Bündnisse 76:25-29).

Nachdem die Wesen im vorirdischen Dasein keinen physischen Körper besaßen, stelle ich mir vor, dass der dort beschriebene Kampf wohl auch eher eine Art geistige Auseinandersetzung gewesen sein wird, die mit der Verbannung Satans und eines Drittels der Geister, die ihm folgten, aus der Gegenwart Gottes endete (Lehre und Bündnisse 29:36-37).

Hier auf Erden nahmen Auseinandersetzungen dann eine physische Form an, beginnend mit dem Brudermord (Köstliche Perle Mose 5:32-37), wobei unbedingt zu berücksichtigen ist, dass durch Tötung nur der physische Körper außer Funktion gesetzt wird (Prediger 12:7), während der Geistkörper in die Geisterwelt geht, um auf seine Auferstehung zu warten (Alma 40:6,9,11).

Warum nun so viel über Kriege in den heiligen Schriften die Rede ist? Meine einfältige Erklärung: Offensichtlich ist es dem Herrn wichtig, dass wir uns damit auseinandersetzen, Schlüsse ziehen und lernen sollen, wie sie vermieden werden können. Wir sollen sicherlich auch erkennen, dass der Herr sie zulässt und sogar eingreift, um damit seine weisen Absichten zu verfolgen, die wir u. U. erst später erkennen werden (Lehre und Bündnisse 101:32-34). Wie erklärst du dir diese Berichte der Kriegsführung in den heiligen Schriften?

krieg(Bild: Quelle)

Doch stärkte der Herr die Hand der Nephiten

Auf dem Hügel Amnihu östlich des Flusses Sidon im Land Zarahemla trafen die Kriegsparteien aufeinander (Alma 2:15). Viele Nephiten kamen um (Alma 2:17): „Doch stärkte der Herr die Hand der Nephiten, so dass sie die Amlissiten in einer großen Schlacht erschlugen, so dass sie anfingen, vor ihnen zu fliehen.“ (Alma 2:18).

Alma der Jüngere liefert uns in seinem Bericht viele Details über die Geografie des Landes, in dem sie lebten. Viele Menschen haben sich darüber Gedanken gemacht, und Karten entworfen, um die Geografie des Lebensraumes der Nephiten und Lamaniten zu visualisieren. Etliche versuchten auch, den Bezug zu bekannter Geografie herzustellen. Doch haben wir bisher keine gesicherten Kenntnisse darüber. Offensichtlich ist das für Wissenschaftler zwar ein äußerst interessantes Thema, aber wohl nicht relevant für unsere Annäherung an Jesus Christus und die Erreichung ewigen Lebens.

Doch stärkte der Herr die Hand der Nephiten. Immer wieder lerne ich aus den heiligen Schriften, dass der Herr diejenigen stärkt, die im Glauben an ihn feststehen und seine Gebote halten und das sowohl in physischer (z. B. Befolgen des Wortes der Weisheit: Lehre und Bündnisse 89:20) als auch geistiger Hinsicht (z. B. Befolgen des Wortes der Weisheit: Lehre und Bündnisse 89:19). Ich scheue jegliche feindselige Auseinandersetzung, seien es Schlägereien, Kriege oder verbale. So sehe ich in dem Fall mit den Amlissiten und Nephiten, auf mich bezogen, eher wieder die geistige Stärkung, die der Herr denjenigen zuteilwerden lässt, die sein Vertrauen in ihn setzen (Alma 36:3,27). Mich beschäftigt also die Frage, wie kann ich mein Vertrauen in den Herrn stärken? Lehre und Bündnisse 121:45 gibt mir die Antwort: Nächstenliebe und tugendhafte Gedanken. Nicht ganz so einfach diese Anforderungen immer zu erfüllen, deshalb bin ich bemüht, mich ständig in diesem sehr weiten Feld zu üben. Ich wünschte mir, dass die Stärkung durch den Herrn in mir, auch so groß sein würde, dass der Satan anfängt vor mir zu fliehen (Köstliche Perle Mose 1:21-22). Wie stärkst du dein Vertrauen in den Herrn?

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Amlissi bewaffnete seine Männer mit allerlei Kriegswaffen jeder Art

Amlissi, der einen Teil des Volkes Nephi von den Wegen des Herrn abgebracht hatte, die ihn auch seinem Ziel entsprechend zum König gewählt hatten, sich vom Volk Nephi abspalteten und ein eigenes Volk, Amlissiten genannt, bildeten, hatte nun mit ihnen zusammen vor, die gläubigen Nephiten unter seine Herrschaft zu zwingen: „Und es begab sich: Amlissi bewaffnete seine Männer mit allerlei Kriegswaffen jeder Art; und er bestimmte auch für sein Volk Herrscher und Führer, die sie zum Krieg gegen ihre Brüder führen sollten.“ (Alma 2:14).

Amlissi bewaffnete seine Männer mit allerlei Kriegswaffen jeder Art. Hinter all diesem ungöttlichen Tun steckt Satan. Ich sehe, dass Satan auch heute seine Anhänger mit allerlei Kriegswaffen jeglicher Art bewaffnet, um gegen die Gläubigen vorzugehen und sie unter seine Herrschaft zu zwingen. Eine seiner Kriegswaffen, die unscheinbar erscheinen mag, ist der Neid.

  • Neid
    Wilhelm Busch (1832 – 1908, deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller) sagte: „Kaum hat mal einer ein bissel was, gleich gibt es welche, die ärgert das.“ Neid ist ein Gefühl, das einen beschleicht, wenn andere etwas haben, das man selber auch gerne hätte, es aber nicht hat. So sagte Busch auch noch: „Um Neid ist keiner zu beneiden.“ Das bringt mich dem Kern der Sache näher, den ich dem Evangelium von Jesus Christus entnehme: Es ist falsch, sich etwas zu wünschen, was einem anderen gehört. Das Beispiel des ersten Brudermordes zeigt mir auf, welches die fatalen Folgen von Neid sein können: „… Der Satan hat mich wegen der Herden meines Bruders versucht.“ sagte Kain dem Herrn (Köstliche Perle Mose 5:38).

Ich lerne daraus, dass ich zwar nach Dingen streben darf, es aber auf meine Motivation (innerer Antrieb) ankommt. Ist das Motiv der Neid, so hat mich der Satan ganz schnell am Wickel und ich werde in meinem Streben ganz leicht in den Abgrund gezogen. Ist mein Motiv, durch das Angestrebte, mir und anderen zu helfen Christus näherzukommen, liege ich richtig, mein Motiv ist die reine Christusliebe (Moroni 7:47). Welchen Kriegswaffen Satans bist du schon begegnet?

kainDer Satan hat mich wegen der Herden meines Bruders versucht
(Bild: Quelle)

Darum bereiteten sie sich vor, ihnen zu begegnen

Nachdem sich das Volk in Nephiten und Amlissiten gespalten hatte (Alma 2:11): „… war sich das Volk der Nephiten der Absicht der Amlissiten bewusst, und sie bereiteten sich gegen einen gewaltsamen Umsturz vor: „ja, sie bewaffneten sich mit Schwertern und mit Krummdolchen und mit Bogen und mit Pfeilen und mit Steinen und mit Schleudern und mit allerlei Kriegswaffen jeder Art. 13  Und so waren sie bereit, den Amlissiten zum Zeitpunkt ihres Kommens zu begegnen. Und es wurden Hauptleute bestimmt, ebenso höhere Hauptleute und oberste Hauptleute, gemäß ihrer Anzahl.“ (Alma 2:12-13).

Darum bereiteten sie sich vor, ihnen zu begegnen. Ich lerne daraus, dass ich die Entwicklung aufmerksam beobachten muss, um mich entsprechend gegen Angriffe des Feindes vorbereiten zu können. Ich meine das jetzt im übertragenen Sinn und beziehe es auf geistige Angriffe Luzifers und seiner Anhänger, auf meine Person.

Meine Vorbereitung sieht so aus, dass ich mich täglich gebeterfüllt mit dem Wort Gottes auseinandersetze, meine Schwachstellen, durch die der Feind eindringen könnte, erkenne, und diese sichere, sodass er mich da nicht überraschen und vernichtend schlagen kann. Zu dieser Vorbereitung gehört natürlich auch der wöchentliche Besuch der Kirchenversammlungen, insbesondere des Abendmahlsgottesdienstes. Hier habe ich die Gelegenheit bei der Einnahme des Abendmahls, den Herrn um Vergebung für meine Verfehlungen zu bitten und ihm erneut zu versprechen, mich in der kommenden Woche weiter zu verbessern. Er verspricht mir dafür, dass ich seinen Geist immer mit mir haben kann (Lehre und Bündnisse 20:75-79), die beste Waffe, mit der ich mich vor jeder Art von Vernichtung schützen kann. Wie bereitest du dich auf Umsturzversuche vor?

vorbereitet sein(Bild: Quelle)

Gebot er ihnen, die Waffen gegen ihre Brüder zu erheben

Der Volksentscheid ging zugunsten der Gegner Amlissis aus, was diese freute, bei den Anhängern Amlissis allerdings Zorn hervorrief (Alma 2:7-8). Entgegen dem Ergebnis der situativ erneut durchgeführten Volksbefragung weihten die Anhänger Amlissis diesen zum König und sie wurden eine von den Nephiten getrennte Volksgruppe und nannten sich Amlisiten (Alma 2:11): „Als nun Amlissi zum König über sie gemacht worden war, gebot er ihnen, die Waffen gegen ihre Brüder zu erheben; und dies tat er, um sie sich zu unterwerfen.“ (Alma 2:10).

Gebot er ihnen, die Waffen gegen ihre Brüder zu erheben. Bei einem Volksentscheid gibt es meistens Gewinner und Verlierer, insbesondere, wenn die Wortführer während der Meinungsbildungsphase entsprechend unehrlich argumentieren, nur um die eigenen Interessen durchzusetzen (jüngtses Beispiel erleben wir gerade in der EU). Gewinner freuen sich, während in Verlierern ungute Gefühle gegenüber den Gewinnern aufkommen und sie versuchen diese `Schmach´ auf irgendeine Weise doch noch in einen Sieg umzuwandeln. Da bleibt manchmal nur noch Gewalt übrig.

Ich lerne daraus, dass es wichtig ist, bei der Meinungsbildung mit offenen Karten zu spielen und die `Win-Win-Strategie´, auch `Doppelsieg-Strategie´ genannt, anzuwenden. Ziel dieser Strategie ist es, dass alle Beteiligten und Betroffenen einen Nutzen erzielen. Die Vertreter der verschiedenen Meinungen respektieren sich gegenseitig und versuchen die Interessen aller Beteiligten ausreichend zu berücksichtigen, auch die Auswirkungen auf Dritte werden ausreichend bewertet. Diese Strategie ist auf langfristigen Erfolg ausgerichtet. Da der Mensch im Allgemeinen ungeduldig ist, fällt ihm diese Strategie oft nicht leicht. Ein Beispiel aus den Church News kannst du hier nachlesen (sinngemäß: Studenten einer Universität bieten freie juristische Dienstleistungen für jene an, die es sich sonst nicht leisten könnten. Win-Win: die Studenten können ihre juristischen Fähigkeiten in der Praxis üben und den Bedürftigen wird geholfen). Wie kannst du diese Strategie auch im Kleinen, in der engeren Umgebung, erfolgreich einsetzen? Gilt das auch im Bereich Gottes Plans der Errettung? Tipps zu dieser Strategie im Alltag kannst du hier nachlesen.

win-winGemeinsam Win-Win-Situationen schaffen
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Die Stimme des Volkes richtete sich gegen Amlissi

Die erneute Volksbefragung (Alma 2:6) ergab: „… Die Stimme des Volkes richtete sich gegen Amlissi, so dass er nicht zum König über das Volk gemacht wurde. 8  Nun verursachte dies viel Freude im Herzen derer, die gegen ihn waren; aber Amlissi stachelte diejenigen, die ihm günstig gesinnt waren, zum Zorn gegen diejenigen auf, die ihm nicht günstig gesinnt waren.“ (Alma 1:7-8).

Die Stimme des Volkes richtete sich gegen Amlissi. In diesem Fall bestätigte sich die Aussage Mosia II, die er bei seinem Vorschlag, sich nicht weiter für ein Alleinherrschaftssystem auszusprechen machte, nämlich: „dass die Stimme des Volkes etwas begehrt, was im Gegensatz zu dem steht, was recht ist; sondern es ist üblich, dass der geringere Teil des Volkes das begehrt, was nicht recht ist;“ (Mosia 29:26).

Leider ist es aber nicht immer so, dass das, was die Mehrheit will, auch das Richtige ist, wie die Weltgeschichte auch immer wieder beweist (Mosia 29:27). Von Mark Twain (1835-1910, eigtl. Samuel Langhorne Clemens, US-amerik. Schriftsteller) stammt diese Aussage: „Wenn du merkst, dass du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren.“ Auch das stimmt nicht immer, aber ich fühle mich auf jeden Fall aufgefordert, mir meine eigene Meinung zu bilden. Dies bedingt, dass ich mich eingehend mit der Thematik auseinandersetze und mit dem Wort Gottes vergleiche, zu meiner Entscheidung komme und den Herrn dann frage, ob sie die richtige ist, und dann auf die feine Stimme des Geistes achte, mich bemühe, sie zu erspüren. Das bedingt aber, dass ich alles tue, was erforderlich ist: „Damit sein Geist immer mit uns sei“ (David A. Bednar Of the Quorum of the Twelve Apostles). Welche Erfahrungen hast du schon in diesem Zusammenhang gemacht?

mehrheit„Und die Erde ist doch eine Scheibe“
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Überall im ganzen Land versammelte sich das Volk

Amlissi trachtet danach König zu werden, obwohl diese Art der Alleinherrschaft gerade vorher vom Volk abgelehnt und durch die Stimme des Volkes eine Herrschaftsform von Richtern eingeführt wurde (Mosia 29:39). Amlissi gewann allerdings viele Anhänger, was unter dem Volk viele Auseinandersetzungen auslöste (Alma 2:1-2). Eine Volksbefragung war die Folge: „Und es begab sich: Überall im ganzen Land versammelte sich das Volk, jedermann gemäß seiner Gesinnung, sei er für oder gegen Amlissi, in getrennten Gruppen, und sie hatten viele Auseinandersetzungen und wunderliche Streitigkeiten miteinander. 6  Und so versammelten sie sich, um in Bezug auf diese Angelegenheit ihre Stimmen geltend zu machen; und diese wurden den Richtern vorgelegt.“ (Alma 2:5-6).

Überall im ganzen Land versammelte sich das Volk. Äußerst aktuell haben wir in der Europäischen Union gerade eine ganz ähnliche Situation in einem Mitgliedsland durchlebt. Da gab es eine starke Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern der Union. In diese Situation war das Volk gekommen, weil ein verantwortlicher Politiker meinte, durch einen Volksentscheid seine Stellung festigen zu können (äußerst vereinfacht dargestellt). Auch hier wurde mit viel Arglist versucht, Meinung zu bilden. Das Volk versammelte sich schließlich in seinen Wahlbezirken und gab seine Stimme ab, die dann von Wahlhelfern ausgezählt und das Ergebnis dem Ministerpräsidenten vorgelegt wurde.

Aus diesem und weiteren aktuellen Ereignissen lerne ich, dass ich mich nicht unüberlegt dem einen oder anderen Lager anschließen darf. Ich muss mich vorher ernsthaft umfassend informieren und bei meiner Entscheidungsfindung um die Hilfe des Heiligen Geistes bitten, denn mit seiner Hilfe kann ich Wahrheit von Irrtum unterscheiden (Moroni 10:5; Lehre und Bündnisse 46:7-8). Welche Gedanken gehen dir bei dieser Thematik durch den Kopf?

volksentscheid(Bild: Quelle)

Nun hatte dieser Amlissi durch seine Arglist viel Volk mit sich fortgezogen

Was ein Nachfolger des wegen Mordes und Verbreitung falscher Lehren hingerichteten Nehor (Alma 1:14-15) verursachte: „Und es begab sich: Zu Beginn des fünften Jahres ihrer Regierung fing ein Streit unter dem Volk an; denn ein gewisser Mann namens Amlissi, der ein sehr arglistiger Mann war, ja, ein weiser Mann nach der Weisheit der Welt, der der gleichen Ordnung angehörte wie der Mann, der Gideon mit dem Schwert getötet hatte und der gemäß dem Gesetz hingerichtet worden war — 2  nun hatte dieser Amlissi durch seine Arglist viel Volk mit sich fortgezogen; ja, so viele, dass sie anfingen, sehr mächtig zu sein; und sie fingen an daranzugehen, Amlissi als König über das Volk zu setzen.“ (Alma 2:1-2).

Unter Arglist versteht man eine `absichtliche, boshafte Hinterlist´. Hinterlist wiederum ist eine nicht auf den ersten Blick erkennbare, verborgene und feindselige Absicht. Es soll getäuscht werden. Im deutschen Zivilrecht gibt es den Tatbestand der `arglistigen Täuschung´. Ist es dir schon mal passiert, dass dir jemand den Abschluss eines Vertrages oder einer Willenserklärung schmackhaft gemacht, dir dabei aber gravierende Nachteile und Risiken absichtlich verschwiegen hat (BGB § 123)?

Nun hatte dieser Amlissi durch seine Arglist viel Volk mit sich fortgezogen. Gerade vor knapp drei Wochen haben wir erlebt, wie arglistige Politiker, nur um der Macht Willen, Menschen zu einem Entscheid bewegt haben, dessen Folgen sie vorher selber nicht durchdacht hatten und damit eine ganze Völkergemeinschaft ins Ungewisse stürzten (Jeremia 17:9).

Ich lerne daraus, dass ich selber unbedingt darauf achten muss, keine Arglist anzuwenden, um etwas zu erreichen, was alleine mir Vorteile verschaffen soll und dass ich wachsam sein muss, dass ich mich durch niemand mit Arglist von der wahren Lehre des Herrn abbringen lasse. Apostel Paulus sagt von sich und seinen Mitarbeitern: „Wir haben uns von aller schimpflichen Arglist losgesagt; wir handeln nicht hinterhältig und verfälschen das Wort Gottes nicht, sondern lehren offen die Wahrheit.“ (2. Korinther 4:2). Was unternimmst du, um `Arglist´ zu erkennen bzw. zu vermeiden?

arglistAbsichtliches Verschweigen absprachewidrig eingesetzter Baumaterialien ist arglistig
(Bild: Quelle)