Dass sie willens waren, Gott von ganzem Herzen zu dienen

Der große Wunsch von Limhi und etlichen aus seinem Volk sich taufen zu lassen, konnte noch nicht erfüllt werden, da es niemanden gab, der die Vollmacht hatte oder sie auszuüben sich in er Lage fühlte (Mosia 21:33), dennoch: „Sie hatten den Wunsch, sich taufen zu lassen als Beweis und zum Zeugnis dafür, dass sie willens waren, Gott von ganzem Herzen zu dienen; doch schoben sie den Zeitpunkt hinaus; und ein Bericht über ihre Taufe wird später noch gegeben werden.“ (Mosia 21:35).

Dass sie willens waren, Gott von ganzem Herzen zu dienen. Ich bin dem Herren unendlich dankbar, dass zu der Zeit, als ich den Wunsch hatte, mich taufen zu lassen, Diener des Herrn da waren, die würdig waren, ihre Priestertumsvollmacht auszuüben und meine Taufe nicht aufgeschoben werden brauchte. Damals hatte ich mich dafür entschieden, ihm, dem Herrn zu dienen (Josua 24:15). Seit diesen Tagen im Jahr 1960 bis heute, ist dieser Wille in mir immer weiter gewachsen, der Wille, Gott von ganzem Herzen zu dienen.

  • Die Frage ist, wie kann ich Gott dienen, der doch persönlich nicht in meiner Nähe weilt?
    Nachdem Christus aufgezählt hat, wie ihm gedient wurde, und die Zuhörer ihn fragten, wann sie das denn getan haben sollten, beantwortet er die Frage wie wir ihm dienen so: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25:40; lies ruhig Verse 35-45). Ich kann also Gott dienen, indem ich einem meiner Mitmenschen diene (Mosia 2:17). Dies tue ich in meiner Gemeinde, indem ich den mir obliegenden Aufgaben nachkomme und auch außerhalb der Kirche, im Rahmen meiner Möglichkeiten, denjenigen helfe, die meiner Hilfe bedürfen.
  • Wie drückt sich, dem Herrn von ganzem Herzen dienen, aus?
    Das Herz wird als Sitz der Gefühle und Empfindungen angesehen. Indem ich diesen Dienst nicht aus reiner Pflichterfüllung heraus tue, sondern aus Liebe zu meinem Mitmenschen, erfülle ich ihn `von ganzem Herzen´ (Galater 5:13). Der Herr hilft mir, Dienst an Gott richtig zu verstehen (Lehre und Bündnisse 4:2).

Wie erfüllst du das Gebot, Gott zu dienen (Lehre und Bündnisse 20:19)?

dienen(Quelle)

Darum bildeten sie zu jener Zeit keine Kirche, sondern warteten auf den Geist des Herrn

Nachdem es niemanden gab, der die Vollmacht des Herrn hatte zu taufen und Ammon, der sie hatte, sich nicht würdig fühlte (Mosia 21:33), blieb erst mal nichts anderes als der Wunsch übrig: „Darum bildeten sie zu jener Zeit keine Kirche, sondern warteten auf den Geist des Herrn. Nun hatten sie den Wunsch, so zu werden wie Alma und seine Brüder, die in die Wildnis geflohen waren.“ (Mosia 21:34).

Darum bildeten sie zu jener Zeit keine Kirche, sondern warteten auf den Geist des Herrn. Die zweite Satzhälfte erinnert mich an ein Theaterstück von Samuel Beckett „Warten auf Godot“, das 1952 veröffentlicht wurde. Darin verbringen zwei Landstreicher, Estragon und Wladimir, ihre Zeit, an einer Landstraße mit einem kahlen Baum, mit Nichtstun. Sie warten eben auf Godot, den sie nicht kennen, von dem sie nichts Genaues wissen, nicht einmal ob es ihn überhaupt gibt. Er erscheint aber nicht. Dennoch können sie sich nicht aus ihrer wartenden Situation lösen, wie ihr immer wiederkehrender Dialog zeigt: „Estragon: Komm, wir gehen! Wladimir: Wir können nicht. Estragon: Warum nicht? Wladimir: Wir warten auf Godot. Estragon: Ah!“

Ähnlich mag es auch dem einen oder anderen ergehen, der auf den Geist des Herrn wartet. Um dessen Gegenwart zu spüren, reicht nichts anderes zu tun, als nur zu warten, nicht aus! Philippus z. B. ließ sich taufen und traf danach den Geist des Herrn, der ihn von diesem Ort des Geschehens nach Aschdod entführte, um das Evangelium zu verkünden (Apostelgeschichte 8:39-40).

Mit dem Geist des Herrn ist in der Schrift sowohl der Heilige Geist gemeint, als auch der Geist Christi:

  1. Den Heiligen Geist kann derjenige als ständigen Begleiter haben, der getauft und konfirmiert wurde (Lehre und Bündnisse 20:41; 121:46) und entsprechend lebt (Ether 2:15).
  2. Der Geist Christi ist jedem Menschen gegeben (Moroni 7:16) – wir nennen ihn auch `Gewissen´ (Alma 15:5; Mosia 4:3).

Ich lerne daraus, dass ich etwas tun muss, damit ich den Geist des Herrn treffen und mich durch ihn leiten lassen kann, ansonsten werde ich nicht wissen, dass er es ist, den ich getroffen habe und ihn nie kennenlernen. Wie lernst du den Geist des Herrn kennen?

geist des herrn
„Denn siehe, jedem Menschen ist der Geist Christi gegeben“
(Moroni 7:16; Quelle)

Es gab keinen im Land, der Vollmacht von Gott hatte

Limhi und viele von seinem Volk sind mit Gott den Bund eingegangen ihm zu dienen, und wünschten sich gerne mehr (Mosia 21:32): „… König Limhi und viele von seinem Volk hatten den Wunsch, sich taufen zu lassen; aber es gab keinen im Land, der Vollmacht von Gott hatte. Und Ammon lehnte es ab, dies zu tun, denn er hielt sich für einen unwürdigen Knecht.“ (Mosia 21:33).

Es gab keinen im Land, der Vollmacht von Gott hatte. Aus diesem Grund waren sie traurig, dass sich aufgrund der Verfolgung durch Noa und seine gottlosen Priester, Alma in eine ihnen unbekannte Gegend zurückgezogen hatte (Alma 21:30) und Ammon, der zwar Vollmacht von Gott hatte, sich aber nicht als würdig erachtete, lehnte es ab, sie zu taufen. Kannst du dir vorstellen, wie traurig man ist, wenn man den starken Wunsch hat, mit dem Herrn das Bündnis der Taufe einzugehen, aber niemand da ist, der die Taufe vollzieht. Mir zeigt es, dass ich mich bemühen muss, ständig so zu leben, dass ich ein würdiger Diener des Herrn bin, um mit seiner Vollmacht jederzeit heilige Handlungen vollziehen zu dürfen, und dadurch meinen Mitmenschen ein Segen zu sein und ihnen zu helfen, näher zu Christus zu kommen (Matthäus 11:28). Bei heiligen Handlungen handelt es sich um Handlungen geistiger Bedeutung, wie z. B. die Taufe, Konfirmation, Krankensegen, Abendmahlsdienst, Kindersegnung, Übertragen des Priestertums … (mehr siehe hier). Meine Art, mich würdig zu halten besteht darin, täglich in den heiligen Schriften zu arbeiten und die Lehren, die ich daraus ziehe, in meinem Alltag anzuwenden. Wie wichtig wäre es dir, wenn du bedrückt wärest, jemanden in deiner Nähe zu wissen, der dir helfen könnte, deine Last zu mildern?

segnen des abendmahls
Priestertumsträger im Dienst am Nächsten:
Segnen des Abendmahls (Quelle)

Mit der Kraft und Macht Gottes und im Glauben … eine Kirche Gottes gebildet

Ammon und diejenigen, die mit ihm gekommen waren, waren betrübt wegen der erlittenen Verluste unter dem Volk Limhi: „und auch, dass König Noa und seine Priester die Ursache waren, dass das Volk so viele Sünden und Übeltaten gegen Gott begangen hatte; und sie trauerten auch wegen Abinadis Tod und auch wegen des Weggangs Almas und des Volkes, das mit ihm gegangen war, das mit der Kraft und Macht Gottes und im Glauben an die Worte, die von Abinadi gesprochen worden waren, eine Kirche Gottes gebildet hatte.“ (Mosia 21:30).

Mit der Kraft und Macht Gottes und im Glauben … eine Kirche Gottes gebildet. Glaube als Grundlage zum Handeln im Werk Gottes darf sich nicht auf Menschenweisheit stützen, sondern nur auf die Kraft Gottes (1. Korinther 2:5). Kraft und Stärke liegen allein in der Hand des Herrn (1. Chronik 29:12). Mit seiner ihm vom Vater verliehenen Kraft und Macht (Matthäus 28:18) schuf er die Welt (Hebräer 1:2). Mit der Kraft und Macht Gottes, der ihm übertragenen Macht des Priestertums (Lehre und Bündnisse 84:19-22), hat Alma die Kirche Gottes gebildet. Mit ebenderselben Kraft und Macht hat Joseph Smith die Kirche des Herrn auf Erden wieder aufgerichtet (Lehre und Bündnisse 20:1-2), nachdem die Vollmacht mit der Hinrichtung des Petrus etwa 67 n. Chr. verloren ging (siehe hier) und damit der große Abfall vom Wort Gottes begann, der schon von Amos, dem Propheten des Nordreiches Israel, etwa 760 v. Chr. vorhergesagt wurde (Amos 8: 11-12).

Für mich lerne ich daraus: Wenn ich etwas tun will, das anderen und mir hilft, Christus näherzukommen, geht das nur mithilfe der Kraft und Macht Gottes (2. Samuel 22:33 in der King James Version). Was stellst du dir unter der `Macht und Kraft Gottes´ vor und wie kannst du sie erlangen?

macht und vollmacht
Johannes der Täufer stellt das Priestertum wieder her
(Lehre und Bündnisse 27:8; Quelle)

Dass König Mosia eine Gabe von Gott besaß, womit er solche Gravierungen übersetzen konnte

Dieser von den Kundschaftern König Limhis gefundene Bericht war in einer Sprache verfasst, die sie nicht verstanden (Mosia 21:27; 8:9): „Und nun wurde Limhi abermals von Freude erfüllt, als er aus dem Mund Ammons erfuhr, dass König Mosia eine Gabe von Gott besaß, womit er solche Gravierungen übersetzen konnte; ja, und auch Ammon freute sich.“ (Mosia 21:28).

Dass König Mosia eine Gabe von Gott besaß, womit er solche Gravierungen übersetzen konnte. Wenn du ein mysteriöses Schreiben in einer fremden Sprache finden würdest, wärst du dann nicht auch auf den Inhalt ganz gespannt? Nachdem nun König Limhi Besuch von seinen Brüdern aus Zarahemla bekommen hatte, fragte er Ammon, den Anführer dieses Expeditionstrupps (Mosia 7:1-2), ob er in der Lage sei, die Schriftzeichen zu entziffern (Mosia 8:12). Doch Ammon war dazu nicht in der Lage, wusste aber von ihrem König Mosia, dass er dazu in der Lage ist, da er eine Gabe von Gott besaß (Mosia 8:13-14). Am 22. September 1827 wurden durch den Engel Moroni genau solche Übersetzersteine, auch `Urim und Tummim´ (Licht und Vollkommenheit) genannt, Joseph Smith übergeben, um mit ihnen das Buch Mormon zu übersetzen (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:52,59), oder auch Offenbarungen von Gott zu empfangen (Überschrift zu Lehre und Bündnisse 6, 11, 14, 15, 16). Solche Steine werden übrigens auch fünfmal in der Einheitsübersetzung des Alten Testamentes erwähnt (z.B. Exodus 28:30).

Ich lerne daraus, dass Joseph Smith auch ein Seher gewesen ist und alle Propheten nach ihm bis heute ebenso. Welche Ansichten hast du in Bezug auf die Gabe des Übersetzens mittels Urim und Tummim?

urim
Amtstracht des Hohenpriesters – In der über der Brust befindlichen Lostasche wurden die Urim und Thummim verwahrt. (Quelle)

Sie brachten einen Bericht mit … auf Platten aus Erz eingraviert

König Limhi sandte einen Suchtrupp aus, der nach der alten Heimat der Nehiten, Zarahemla, suchen sollte (Mosia 21:25). Sie fanden ein zerstörtes Land und meinten, dass es Zarahemla gewesen wäre (Mosia 21:26): „Und sie brachten einen Bericht mit, ja, einen Bericht des Volkes, dessen Gebeine sie gefunden hatten, und er war auf Platten aus Erz eingraviert.“ (Mosia 21:27).

Sie brachten einen Bericht mit … auf Platten aus Erz eingraviert. Dieses Ereignis begab sich etwa 121 v. Chr. in Zentralamerika. Es handelte sich um 24 Platten aus reinem Gold (Mosia 8:9), verfasst in einer ihnen unbekannten Sprache (Mosia 8:11). Später erfahren wir, dass es sich um Platten der Jarediten handelt, die um die Zeit des Turmbaus zu Babel, als der Herr die Völker über die ganze Erde zerstreute (Genesis 11:1-9; kurz nach der Sintflut, etwa um die 2200 v. Chr.), von dort nach Amerika auswanderten (Ether 1:33) und einen Bericht von der Erschaffung der Erde, bis hin zum Untergang dieses Volkes enthält (Ether 1:2-5) und von Ether verfasst wurde (Ether 1:6).

Ich erkenne hieraus, dass der Herr des Himmels und der Erde Menschen über die gesamte Erde verteilte und Amerika schon lange ein Einwanderungsland ist. Ich lerne auch daraus, dass der Herr es gefügt hat, dass Deutschland zwar das Land ist, in dem ich zur Welt kam, ich aber nicht daraus ableiten kann, dass es mir und meinen Landsleuten gehört – der Eigentümer ist immer noch ihr Schöpfer, Jesus Christus (Lehre und Bündnisse 14:9). Wie siehst du die enorm vielschichtige Einwanderungsproblematik?

migranten
Migranten-Monopoly.  Karikatur: Tomicek
(Quelle)

Sie waren nachts in das Land Nephi gekommen und hatten ihr Getreide und viele ihrer Kostbarkeiten weggetragen

König Limhi wollte gerne die schlechten Priester seines Vaters, König Noa, die die Ursache für ihr ganzes Leid waren, dingfest machen (Mosia 21:20): „Denn sie hatten den Wunsch, sie zu ergreifen, um sie zu bestrafen; denn sie waren nachts in das Land Nephi gekommen und hatten ihr Getreide und viele ihrer Kostbarkeiten weggetragen; darum legten sie sich gegen sie auf die Lauer.“ (Mosia 21:21).

Sie waren nachts in das Land Nephi gekommen und hatten ihr Getreide und viele ihrer Kostbarkeiten weggetragen. So etwas nennt man Diebstahl. Wir erinnern uns, dass sich eines der zehn Gebote kurz und bündig mit diesem Sachverhalt befasst: „Du sollst nicht stehlen.“, lautet das achte Gebot, dass der Herr dem Volk Israel durch Mose gab (Exodus 20:15). Dieses Gebot sagt mir, dass ich das `Eigentumsrecht´ (Abgrenzung der Herrschaft über Sachen und andere Vermögensgegenstände zwischen Personen) zu achten habe. Im Falle der Missachtung wird dies nach § 242 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Wie die Strafe des Herren aussieht, eröffnet uns die Schrift nicht. Heute ist es nicht anders als früher: „… Fluch und Betrug, Mord, Diebstahl und Ehebruch machen sich breit …“ (Hosea 4:2). Ich habe erkannt, dass ich etwas das jemand anderem gehört, mir nicht widerrechtlich aneignen darf, auch wenn der Wert noch so klein wäre. Ich denke daran, dass aus etwas Kleinem leicht etwas Großes wird: „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“ (begründet in einem chinesischen Sprichwort). Wie ist deine Einstellung zu dieser Thematik?

Gedanken-Worte-Handlungen
(Quelle)

Nun blieb das Volk Limhi soviel wie möglich als Gruppe beisammen

Nach seinen drei Fehlversuchen sich aus der Unterdrückung durch die Lamaniten zu befreien (Mosia 21:12), wurde das Volk Limhi vorsichtiger: „Nun blieb das Volk Limhi soviel wie möglich als Gruppe beisammen und sicherte sein Getreide und seine Herden. 19  Und der König selbst wagte sich nicht vor die Stadtmauern, wenn er nicht seine Wachen bei sich hatte, aus Furcht, er könnte auf irgendeine Weise den Lamaniten in die Hände fallen.“ (Mosia 21:18-19).

Nun blieb das Volk Limhi soviel wie möglich als Gruppe beisammen. Wie heißt doch ein Motivierungsspruch für Gruppenbildung: “Gemeinsam sind wir stark, alleine gehen wir unter.“ Sowohl in der Tier- als auch in der Menschenwelt erleben wir, dass Individuen Gruppen bilden, weil die Überlebenschancen, die eigene Sicherheit, viel größer ist als alleine. Eine Gruppe wird von einem Feind nicht so leicht attackiert, wie ein Einzelwesen. Ich lerne daraus, dass ich in der Gruppe, vorausgesetzt ich gehöre der Gruppe an, die meinen Idealen entspricht, nicht so erfolgreich von Satan und seinen Anhängern angegriffen werden kann, als wenn ich Einzelkämpfer wäre. Demzufolge suche ich jeden Sonntag die Gemeinschaft in der Kirche (3. Nephi 18:22). Dort werde ich für die Woche, wenn ich wieder überwiegend alleine bin, gestärkt und lerne, wie ich Satan erfolgreich die Stirn bieten kann. Wie erschwerst du demjenigen, auf dessen Speiseplan du stehst, nämlich Satan, die Jagd?

gemeinsam sind wir stark
Nach dem Motto „In der Gruppe sind wir stark“ machen sich diese Pinguine auf den Falklandinseln nur gemeinsam zur Nahrungssuche auf. Auf diese Weise machen sie es Killerwalen, auf deren Speisezettel sie stehen, bei der Jagd schwer. (Quelle)

Jeder Mann solle zum Unterhalt der Witwen und deren Kinder beitragen

Nachdem das Volk Limhi dreimal erfolglos gegen die Lamaniten in den Kampf gezogen war, gab es viele Frauen mit Kindern, deren Männer, bzw. Väter, auf dem Schlachtfeld umkamen: „Nun gab es eine große Zahl von Frauen, ihrer mehr als Männer; darum gebot König Limhi, jeder Mann solle zum Unterhalt der Witwen und deren Kinder beitragen, dass sie nicht vor Hunger zugrunde gingen; und dies taten sie, weil eine so große Anzahl von ihnen getötet worden war.“ (Mosia 21:17).

Jeder Mann solle zum Unterhalt der Witwen und deren Kinder beitragen. König Limhi, ein rechtschaffener Sohn des vom Wort des Herrn abgefallenen Königs Noa, der ein Sohn Zeniffs war, der wiederum mit einer Gruppe Nephiten aus dem Land Zarahemla ins Land Lehi-Nephi auswanderte (Mosia 7:9), hatte noch keinen Bund mit Gott geschlossen, wurde aber wohl vom Geist des Herrn angeleitet, sich um die Witwen und Waisen zu kümmern, so wie es der Prophet des Herrn und König des Volkes, Benjamin, den Nephiten in Zarahemla gelehrt hatte (Mosia 4:16,26). Schon im Alten Testament wurde der zehnte Teil der Jahresernte abgeliefert und eingelagert, sodass die Armen gesättigt werden konnten (Deuteronomium 14:28-29). Dieses Gesetz gilt ebenso heute (Lehre und Bündnisse 83:6; 119:4). Gerne folge ich der Aufforderung des Herrn „Bringt den ganzen Zehnten in das Vorratshaus, damit Nahrung in meinem Hause sei; …“ (3. Nephi 24:10). Der Herr fordert uns auf ihn hierin zu prüfen und meine Erfahrung zeigt, dass der Herr sein Wort an demjenigen erfüllt, der dieses Gebot hält: „… prüft mich nun hiermit, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen herabschütten werde, daß nicht genug Raum sein wird, ihn aufzunehmen.“ (3. Nephi 24:10). Wann hast du das letzte Mal erlebt, dass der Herr dich aufgrund des Haltens eines Gebotes gesegnet hat?

zehten
Das Zahlen des Zehnten bringt Segnungen
(Quelle; lies dort auch gerne die Ausführungen)

Nun war der Herr wegen ihrer Übeltaten langsam, ihr Schreien zu vernehmen

Nachdem das Volk Limhi begriffen hatte, dass es ohne den Herrn zu bitten, nichts ausrichten konnte, demütigte es sich und schrie mächtig zu ihm: „Und nun war der Herr wegen ihrer Übeltaten langsam, ihr Schreien zu vernehmen; dennoch hörte der Herr ihre Schreie und fing an, den Lamaniten das Herz zu erweichen, so dass sie anfingen, ihre Lasten leichter zu machen; doch hielt der Herr es nicht für richtig, sie aus der Knechtschaft zu befreien.“ (Mosia 21:15).

Nun war der Herr wegen ihrer Übeltaten langsam, ihr Schreien zu vernehmen. Der Herr tut dies nicht um sich an jenen zu rächen, die langsam sind auf seine Worte zu achten, aber schnell im Übeltun; er hat ungeachtet dessen Mitleid und ist schlussendlich barmherzig wenn sich seine Kinder seiner doch noch erinnern (Lehre und Bündnisse 101:7-9). Die so Betroffenen verschulden die Verlängerung ihres Leidensweges selber und müssen auf diese harte Weise lernen, dass es hilfreich ist, sich rechtzeitig zu demütigen und den Herrn in allem einzubeziehen. Ich bemühe mich, es nicht so weit kommen zu lassen, dass der Herr langsam auf mein Flehen achtet, weil ich langsam auf seine Worte achte. Ich weiß, dass der Herr mich segnet, wenn ich schnell von unrechtem Tun umkehre, auf seine Stimme, oder die seiner Diener, höre und sie auch schnell befolge (Helaman 12:4-5,23). Wie handhabst du Umkehr, wenn du erkannt hast, dass sie notwendig ist; `schiebst du sie auf die lange Bank´, oder gehst du unverzüglich ran?

lange bank
(Quelle)