Gott habe im Osten des Gartens von Eden Kerubim und ein loderndes Schwert aufgestellt

Nach den Erklärungen Alma des Jüngeren über die Auferstehung, die er an Zeezrom und das Volk Ammoniha richtete, wunderten sie sich noch mehr (Alma 12:19) und einer ihrer obersten Herrscher, Antionach, stellte nun Fragen an Alma den Jüngeren diesbezüglich (Alma 12:20) und versuchte durch eine Fragestellung Lehis Aussage zu widerlegen: „Was bedeutet die Schriftstelle, die besagt, Gott habe im Osten des Gartens von Eden Kerubim und ein loderndes Schwert aufgestellt, damit nicht unsere ersten Eltern hineingingen und von der Frucht des Baumes des Lebens äßen und immerdar lebten? Und so sehen wir, dass es für sie gar keine Möglichkeit gab, immerdar zu leben.“ (Alma 12:21).

Gott habe im Osten des Gartens von Eden Kerubim und ein loderndes Schwert aufgestellt. Antionach argumentierte nun, dass Adam und Eva nach ihrem Fall ja nicht vom Baum des Lebens haben essen können, da Gott ihnen den Weg dorthin versperrte und sie somit ja nie hätten in die Situation des ewigen Lebens kommen können (Köstliche Perle Mose 4:29-31).

Alma der Jüngere erklärt ihm daraufhin, dass, wenn sie von dem Baum des Lebens auch noch gegessen hätten, sie ja nicht sterblich geworden wären (Alma 12:23). So aber hat sich das Wort des Herrn erfüllt, sie sind sterblich geworden und haben eine Zeit der Bewährung bekommen (Alma 12:24) und dass durch den Plan der Erlösung eine Auferstehung zustande gebracht wird (Alma 12:25). Im anderen Fall wäre der Plan der Erlösung vereitelt worden (Alma 12:26). Der Herr hat dann den Menschen durch Engel den Plan der Erlösung kundgetan (Alma 12:28-30). Für den Zweck der Bewährung gab er uns Gebote und wir bekamen Entscheidungsfreiheit sie zu halten oder zu missachten (Alma 12:31-32). Wenn wir nun die Gebote halten, werden wir aufgrund Barmherzigkeit in die Ruhe des Herrn eingehen können (Alma 12:34), wer dies nicht tut, kann nicht in seine Ruhe eingehen (Alma 12:35). Ich bin von Herzen dankbar, dass alles so abgelaufen ist, wie der Herr es in seiner weisen Voraussicht geplant hat und wir auf Erden die Möglichkeit haben, uns für oder gegen Gott zu entscheiden. Für wen entscheidest du dich?

Aufgrund des Sühnopfers Jesu Christi und der Macht seiner Auferstehung werden alle Kinder Gottes ewig leben.
(Bild: Quelle)

Ihre Qualen wie ein See von Feuer und Schwefel

Alma der Jüngere erläutert nun die Qualen derjenigen, die den zweiten Tod erleiden müssen: „Dann ist die Zeit, da ihre Qualen wie ein See von Feuer und Schwefel sein werden, dessen Flamme für immer und immer emporsteigt; und dann ist die Zeit, da sie niedergekettet sein werden zu immerwährender Vernichtung, gemäß der Macht und Gefangenschaft des Satans; denn er hat sie sich gemäß seinem Willen untertan gemacht.“ (Alma 12:17).

Ihre Qualen wie ein See von Feuer und Schwefel. Von wem hier die Rede ist und um welchen Ort es sich handelt, wird uns auch an drei Stellen in der Offenbarung des Johannes erklärt: Ein Ort, an den der Teufel mit denen verbannt werden wird, die ihm nachfolgen (Offenbarung 19:20, 20:10, 21:8). In der Anmerkung zu 19:20 wird uns erklärt: „Der brennende Schwefelsee ist ein Bild für den Ort ewiger Peinigung. Dieser Ort wurde im Judentum «Gehenna» (Hölle) genannt (vgl. Dtn 32,22; Mt 11,23; 23,33; Lk 12,5; 2 Petr 2,4).“ Das ist auch genau das, was uns an anderen Stellen im Buch Mormon und in neuzeitlicher Offenbarung an Joseph Smith erklärt wird (2 Nephi 9:16,19,26; 28:23; Jakob 3:11; 6:10; Mosia 3:27; Alma 12:17; 14:14; LuB 76:36). An diesen Ort werden diejenigen verbannt, die in ihrer Bewährungszeit umkehrunwillig sind und bewusst den Erretter und seinen Erlösungsplan ablehnen.

Zum Thema Seelenqual hat der Prophet Joseph Smith (1805–1844) gesagt: „Der Mensch quält und verurteilt sich selbst. Daher der Satz: Sie werden in den See von Feuer und brennendem Schwefel gehen. … Für den Menschen ist die Qual der Enttäuschung genauso heftig, wie wenn er sich in einem See von Feuer und brennendem Schwefel befände.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, Seite 247.) Das ist also ein Ort, an den ich auf keinen Fall für alle Zeit und Ewigkeit verbannt sein möchte, deshalb bemühe ich mich ständig, dem Vorbild unseres Erlösers Jesus Christus nachzueifern, um der Erlösung teilhaftig zu werden, was im anderen Fall nicht sein kann (Alma 12:18). Wie ergeht es dir? Wenn du willst, lies auch hier.

(Bild: Quelle)

Jeder, der in seinen Sünden stirbt, …, [wird] auch einen geistigen Tod sterben

Alma der Jüngere erklärt, was diejenigen erwartet, die vor ihrem irdischen Tod nicht umgekehrt sind: „Und nun siehe, ich sage euch, dann kommt ein Tod, ja, ein zweiter Tod, der ein geistiger Tod ist; dann ist eine Zeit, da jeder, der in seinen Sünden stirbt, also einen zeitlichen Tod, auch einen geistigen Tod sterben wird; ja, er wird in dem, was die Rechtschaffenheit betrifft, sterben.“ (Alma 12:16).

Jeder, der in seinen Sünden stirbt, …, [wird] auch einen geistigen Tod sterben. Aufgrund Adams und Evas Ungehorsam wurden sie aus der Gegenwart Gottes im Garten von Eden ausgestoßen, sie erlitten eine Trennung von Gott, einen ersten geistigen Tod. Nach ihrer Bewährungszeit auf dieser Erde, starben sie einen physischen Tod. Ihr Geist trennte sich von ihrem Körper und ging in die Geisterwelt. Dort warteten sie auf ihre Auferstehung, die Wiedervereinigung ihres Geistkörpers mit ihrem physischen Körper, nun aber zu einem unsterblichen Wesen. Nachdem alle Menschen ihre Nachkommen sind, erfahren sie desgleichen.

In Zusammenhang mit dieser Auferstehung entscheidet sich, ob wir zu ewigem Leben, oder zu ewiger Verdammnis auferstehen werden. Zu ewigem Leben, wenn wir auf Erden das Sühnopfer Jesu angenommen haben, zu ewiger Verdammnis, wenn wir in unseren Sünden gestorben sind, also bis zum irdischen Tod von ihnen nicht umgekehrt sind. Dieses ist dann der zweite geistige Tod, nun aber als immerwährende Trennung von Gott. Umkehr von unseren Sünden in diesem Leben ist also das angesagte Mittel, um dem zweiten, dem geistigen Tod zu entgehen. Wie nutzt du dieses Wissen?

Schriftstellen: Alma 42:9 (zeitlicher und geistiger Tod und Errettung aus dem geistigen Tod); Alma 40:26 (fürchterlicher Tod der Schlechten); Lehre und Bündnisse 76:31-37 (wer diesen geistigen Tod erleiden wird); Lehre und Bündnisse 76:40-45 (wem die Errettung zuteilwerden wird); Helaman 14:15-18 (Christus ermöglicht uns die Errettung vom ersten und vom zweiten Tod).

aufertsehungDie Auferstehung Jesu ermöglicht uns die Erlösung vom ersten und vom zweiten Tod
(Bild: Quelle; siehe auch das 4-Minütige Video)

Dass er alle Macht hat, einen jeden Menschen zu erretten

Nun spricht Alma der Jüngere über das Gericht, dem wir uns stellen müssen, indem wir uns für unsere Worte, Werke und Gedanken verantworten müssen und wir uns dem aus Scham am liebsten entziehen würden (Alma 12:12-14) und sagt dann: „Aber dies kann nicht sein; wir müssen hervorkommen und vor ihm stehen in seiner Herrlichkeit und in seiner Macht und in seiner Kraft, Majestät und Herrschaft und zu unserer immerwährenden Schande eingestehen, dass alle seine Richtersprüche gerecht sind, dass er in all seinen Werken gerecht ist und dass er zu den Menschenkindern barmherzig ist und dass er alle Macht hat, einen jeden Menschen zu erretten, der an seinen Namen glaubt und Frucht hervorbringt, die der Umkehr entspricht.“ (Alma 12:15).

Christus ist es, der diese Macht hat, uns zu erretten, denn hierfür hat er sich herabgelassen, um durch sein Sühnopfer im Garten Getsemani und am Kreuz auf Golgatha die Voraussetzungen hierfür zu erfüllen (Matthäus 1:21) und nur er konnte es (Apostelgeschichte 4:10-12), denn ihm hat der Vater diesen Auftrag erteilt (1. Johannes 4:14). Die Erkenntnis hierüber wird sich „… in jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk ausbreiten …“ (Mosia 3:20).

Dass er alle Macht hat, einen jeden Menschen zu erretten. Die Bedingung, die wir erfüllen müssen, um in diesen Genuss zu kommen: An den Sohn Gottes glauben und von den begangenen Sünden umkehren (Köstliche Perle Mose 5:15). So einfach und doch so schwer. Glücklicherweise habe ich die Möglichkeit nach jedem ungewollten erneuten gleichen Vergehen, wieder umzukehren, einmal mehr aufzustehen, als ich hinfalle. Deshalb hat der Herr uns das Abendmahl gegeben. Indem wir es einnehmen, erneuern wir unsere Bündnisse, die wir mit ihm schon gemacht haben. Doch darf ich nicht leichtfertig daran teilnehmen, also in der Weise: Ich kann ja ruhig wieder sündigen, denn nächsten Sonntag nehme ich ja wieder vom Abendmahl (1. Korinther 11:29). Wie gehst du mit der Möglichkeit um, Bündnisse mit dem Herrn zu schließen und sie durch Einnahme des Abendmahls zu erneuern?

abendmahl„Wenn ihr vom Abendmahl nehmt, erneuert ihr euer Versprechen, immer an den Erlöser zu denken.“ David L. Beck
(Bild: Quelle)

Doch ist ihnen das strenge Gebot auferlegt, nichts mitzuteilen außer gemäß dem Maß seines Wortes

Die Neugierde des Gesetzeskundigen Zeezrom war nun so stark geweckt, dass er Alma den Jüngeren und Amulek eifrig nach dem Reich Gottes befragte (Alma 12:8): „Und nun fing Alma an, ihm dies alles zu erläutern, nämlich: Es ist vielen gegeben, die Geheimnisse Gottes zu kennen; doch ist ihnen das strenge Gebot auferlegt, nichts mitzuteilen außer gemäß dem Maß seines Wortes, das er den Menschenkindern zugesteht, gemäß der Beachtung und dem Eifer, die sie ihm widmen.“ (Alma 12:9).

Wir Menschen sind von Natur aus neugierig und wollen insbesondere gerne das in Erfahrung bringen, was als geheim eingestuft ist. Menschen, die mit Dingen betraut sind, die der Öffentlichkeit, z. B. aus Gründen der Sicherheit, vorenthalten werden sollen, sind Geheimnisträger. Es wäre nun zu interessant, von ihnen, und zwar nach Möglichkeit exklusiv, etwas von den Geheimnissen in Erfahrung zu bringen. Einige Geheimnisträger wollen die Öffentlichkeit über bestimmte Dinge aufklären und geben Teile der Geheimnisse preis. Sie werden Whistleblower genannt, z. B. Edward Snowden.

Doch ist ihnen das strenge Gebot auferlegt, nichts mitzuteilen außer gemäß dem Maß seines Wortes. Die Aussage Alma des Jüngeren beinhaltet, dass es Menschen gibt, die von Worten Gottes wissen, die sie anderen nicht weitergeben sollen. Sind diese nun solche Geheimnisträger? Im späteren Verlauf teilt uns Alma der Jüngere mit, dass er ein Geheimnisträger ist. Aber war er auch ein Whistleblower? Gibt er doch seinem Sohn Korianton ein Geheimnis über die Auferstehung preis: „… Nun enthülle ich dir ein Geheimnis …“ und sagt ihm dann weiter: „doch gibt es viele Geheimnisse, die gehütet werden, so dass niemand sie kennt als nur Gott selbst.“ (Alma 40:3). Er war sicherlich kein Whistleblower, denn er gab nur preis, was er von dem Plan Gottes preisgeben durfte. Als es darum ging, warum der Herr denn in Gleichnissen sprach, antwortete er auf die Frage seiner Jünger: „… Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben.“ (Matthäus 13:11).

Wie komme ich nun an die Geheimnisse Gottes heran? Paulus gibt uns da einen Tipp: Zuhören, was Propheten uns verkünden, denn ihnen hat sie Gott enthüllt; und bereit sein, den Geist Gottes zu haben (1. Korinther 2:7-16). Einen weiteren Punkt nennt der Herr dem Propheten Joseph Smith gegen Ende August 1831: Er würde denjenigen, die seine Gebote halten, die Geheimnisse seines Reiches kundtun (Lehre und Bündnisse 63:23). Außerdem dürfen wir unsere Herzen nicht verhärten (Alma 12:10-11). Die restlichen immer noch nicht freigegebenen Geheimnisse, wird uns der Herr bei seinem zweiten Kommen offenbaren (Lehre und Bündnisse 101:32-34). Ich versuche nicht mit allen Mitteln das herauszufinden, was uns noch nicht offenbart wurde, sondern gebe mich mit dem zufrieden, was uns bisher an Geheimnissen offenbart ist. Damit habe ich schon genug zu tun, es zu verinnerlichen und versuchen richtig anzuwenden. Wunderbare Gedanken zu diesem Thema kannst du hier nachlesen. Wie sieht es mit deiner Neugierde Geheimnisse aufzudecken aus?

alle-geheimnisse-offenbart-beim-zweiten-kommenAusschnitt aus dem Gemälde Die Offenbarung des Johannes von Paul Mann
(Bild: Quelle)

Er war mehr und mehr von der Macht Gottes überzeugt

 

Nachdem Alma der Jüngere nun Zeezrom und dem Volk erklärt hatte, dass es eine Schlinge Satans war, die Zeezrom einfing, um ihn zu veranlassen Christus zu leugnen (Alma 12:6), „… fing Zeezrom an, überaus mehr als vorher zu zittern, denn er war mehr und mehr von der Macht Gottes überzeugt; und er war auch überzeugt, dass Alma und Amulek Kenntnis von ihm hatten, denn er war überzeugt, dass sie die Gedanken und Absichten seines Herzens erkannten; denn ihnen war Macht gegeben, dies gemäß dem Geist der Prophezeiung wissen zu können.“ (Alma 12:7).

Jemanden überzeugen bedeutet zu erreichen, dass derjenige sich einer bestimmten Meinung anschließt, etwas glaubt oder als richtig ansieht. Die Werbung z. B. ist so ausgerichtet, dass sie dem potenziellen Kunden suggeriert, dass dieses Produkt für ihn unerlässlich sei. Dies wird meist dadurch erreicht, indem sie bei ihm bestimmte `Knöpfe´ drückt, Emotionen anspricht, z. B.: Gier und Geiz, Spaß und Abenteuerlust, Bequemlichkeit, Ansehen, Sicherheit, … . Wenn dann beim Kunden auch noch der erhoffte Effekt eintritt, ist er endgültig überzeugt und teilt diese Überzeugung auch gerne mit anderen. Überzeugung kommt also im Wesentlichen durch eigne Erfahrung zustande. Zunächst gibt es einen Anreiz, dann kommt das Erlebnis, und wenn die Erfahrung dem erwünschten Ergebnis entspricht, ist man überzeugt.

Er war mehr und mehr von der Macht Gottes überzeugt. Bei Zeezrom und dem Volk begann die Überzeugungsarbeit damit, dass ihnen Übersinnliches widerfuhr, etwas was verstandesmäßig unerklärbar war, etwas was auf geistiger Ebene ablief. Sie erlebten, dass Amulek und Alma der Jüngere Macht bekamen, ihre Gedanken zu erkennen (Alma 10:17). Dadurch waren Emotionen angesprochen, in diesem Fall Verwunderung und Ängste (Alma 11:46). Diese wurden im weiteren Verlauf des Geschehens mehr und mehr bestätigt (Alma 12:3). Damit nahm die Überzeugung von der Macht Gottes mehr und mehr zu. Ich bin der Auffassung, dass ich in Glaubensfragen das Evangelium betreffend niemanden überzeugen kann, das kann nur jeder für sich selber, indem er seine eigenen Erfahrungen macht. Ein Anreiz kann den Wunsch erwecken etwas in Erfahrung zu bringen, es folgt das Ausprobieren und das Ergebnis überzeugt einen von der Wahrheit oder auch nicht. In Glaubensangelegenheiten spielt beim Überzeugen der Heilige Geist die wichtigste Rolle, da er direkt unseren Geist beeindrucken kann (1. Nephi 10:19). Der Anreiz zu einem Überzeugungsprozess kann von außen kommen: eine Handlung, eine Unterhaltung, eine Rede, … .Wie läuft bei dir der Überzeugungsprozess ab?

schriftstudium-und-ueberzeugungÜberzeugung durch Studium und Glauben
(Lehre und Bündnisse 88:118; Bild: Quelle)

Das war eine Schlinge des Widersachers, …, um dieses Volk zu fangen

Nachdem Alma darauf hingewiesen hat, dass Zeezroms Wortführung gegenüber Amulek, ein sehr listiger Plan des Teufels war (Alma 12:4-5), erklärt er Zeezrom und dem umstehenden Volk nun: „… Das war eine Schlinge des Widersachers, die er gelegt hat, um dieses Volk zu fangen, damit er euch in Unterwerfung zu sich bringe, damit er euch ringsum mit seinen Ketten umschließe, damit er euch zu immerwährender Vernichtung niederkette gemäß der Macht seiner Gefangenschaft.“ (Alma 12:6).

Sicherlich hat jeder die Bilder von Lasso schwingenden Reitern, die hinter davonpreschenden Rindern herreiten, um sie einzufangen, im Kopf. Das Lasso ist der verlängerte Arm des Rinderhirten. Das Ende des Seils, welches er in der Luft schwingt, hat eine weit geöffnete Schlinge, die er treffsicher über den Hals oder die Hörner des Tieres wirft. Ist das gelungen, zieht sich beim Abbremsen die Schlinge selbstständig zusammen und das so gefangene Rind kann gestoppt und zu Boden geworfen werden. Zur Sicherheit ist das andere Ende des Seils am Sattelhorn oder an einem Ring hinten am Sattel befestigt.

Das war eine Schlinge des Widersachers, …, um dieses Volk zu fangen. Dieses Bild des Cowboys kann man sehr gut auf die Arbeitsweise Satans übertragen. Auch er ist mit seinen Helfern hinter denen her, die er gerne zu Fall bringen möchte, um ihnen sein Brandzeichen einzubrennen und damit klarzustellen, zu wessen Herde sie gehören. Er lässt sein Lasso über ihren Kopf fallen und bremst dann ab und die Schlinge zieht sich zu und der so gefangene kann zu Boden geworfen werden. Was lerne ich daraus? Ich muss ständig darauf achten, wo die Schlinge schwebt – wo meine Schwäche liegt – und alles dransetzen, ihr zu entwischen – meiner Schwäche auszuweichen. Wie kann ich das schaffen? Meine Augen und mein Verstand müssen durch das Wort Gottes geschärft sein, um die Schlinge zu erkennen und ich muss wissen, in welche Richtung ich rennen muss, um in den Armen meines Retters Schutz zu finden. Notwendiges Handwerkzeug hierfür: die heiligen Schriften, das Gebet, die Hilfe des Heiligen Geistes. Was stellst du an, um der Schlinge des Widersachers zu entkommen?

lasso_2(Bild: Quelle)

Du hast nicht nur Menschen angelogen, sondern du hast Gott angelogen

Alma beginnt sowohl zu Zeezrom als auch zu der versammelten Menge zu reden (Alma 12:2): „Nun, Zeezrom, du siehst, dass du in deinem Lügen und deiner Hinterlist ertappt worden bist, denn du hast nicht nur Menschen angelogen, sondern du hast Gott angelogen; denn siehe, er kennt alle deine Gedanken, und du siehst, deine Gedanken werden uns durch seinen Geist kundgetan;“ (Alma 12:3).

Lügen sind Falschaussagen mit Täuschungsabsicht, und wie wir wissen, uns vom Herrn verboten worden: „Ihr sollt nicht stehlen noch lügen noch betrügerisch handeln einer mit dem andern.“ (Levitikus 19:11 – Lutherversion). Ja, Lügner sind dem Herrn sogar ein Gräuel (Sprüche 12:22). Lügen zieht meist fatale Folgen nach sich. Zum Beispiel werde ich zukünftig dauerhaft für unglaubwürdig gehalten, was anderen aber auch einem selber Schaden zufügen kann, denn: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.“ (siehe Fabel „Der Hirtenjunge und der Wolf“).

Der Verfasser des ersten Briefes des Johannes lehrt mich, dass wenn ich meinen Mitmenschen nicht leiden kann, aber behaupte Gott zu lieben, ein Lügner bin (1. Johannes 4:20). Wenn ich mir dann vor Augen halte, wer der Vater der Lüge ist, nämlich der Teufel (Johannes 8:44; Köstliche Perle Mose 4:4), wird mir klar, dass ich ihn durch lügenhaftes Verhalten unterstütze und damit sein Anhänger und ein Feind Gottes bin, was ich wirklich nicht sein möchte. Hinzu kommt noch, dass ich als Lügner, wenn ich keine Umkehr übe, den zweiten Tod erleiden werde, die ewige Trennung von Gott (Offenbarung 21:8), bestätigt durch den Herrn selber in einer Offenbarung an Joseph Smith, den Propheten der Wiederherstellung (Lehre und Bündnisse 63:17).

Du hast nicht nur Menschen angelogen, sondern du hast Gott angelogen. Satan will mir einreden, dass Lügen keine Sünde sei (Lehre und Bündnisse 10:22,25). Darauf darf ich nicht reinfallen. Ich will mich mit aller Kraft bemühen nicht wissentlich die Unwahrheit zu sagen, weder gegenüber Menschen, aber erst recht nicht gegenüber Gott, und wenn es mir dann doch mal passieren sollte, will ich aufrichtige Umkehr üben, ehe es zu spät ist, und hoffe dann auf die Gnade Gottes (2. Nephi 10:24). Wie ergeht es dir in Bezug auf die Lüge?

the_boy_who_cried_wolf_-_project_gutenberg_etext_19994Buchillustration von Milo Winter
(Bild: Quelle)

Er sah, dass er im Bewusstsein seiner Schuld zu zittern anfing

Nachdem Amulek dem Zeezrom und all denen, die um ihn herumstanden, den Plan der Erlösung erklärt hatte und Zeezrom sah, dass er ihm auf die Schliche gekommen ist, fing er an Angst zu bekommen (Alma 11:46) und Alma sah seine Zeit gekommen, die Worte Amuleks zu bestätigen und weiter auszuführen: „Nun sah Alma, dass Amuleks Worte Zeezrom zum Schweigen gebracht hatten, denn er bemerkte, dass Amulek ihn bei seinem Lügen und Täuschen gefangen hatte, womit er ihn vernichten wollte, und er sah, dass er im Bewusstsein seiner Schuld zu zittern anfing, und da öffnete er den Mund und fing an, zu ihm zu sprechen und die Worte Amuleks zu bestätigen und darüber hinaus zu erklären oder die Schriften über das hinaus zu entfalten, was Amulek getan hatte.“ (Alma 12:1).

Da gibt es ein latainisches Sprichwort: „Wer ein schlechtes Gewissen hat, bezieht alles, was gesagt wird, auf sich.“ [Conscius ipse sibi de se putat omnia dici.]. Hast du das auch schon mal erlebt? Wenn man ein schlechtes Gewissen hat, schläft es sich nicht nur schlecht, denn nur „ein reines Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“, sondern man bezieht auch alles, was man hört, extrem auf seine Situation. Ganz anders und einfach entspannter lebt es sich, wenn man „nichts auf dem Kerbholz hat“ (schuldhaft, kriminell sein; Verbrechen begangen haben; sich schuldig gemacht haben; etwas ausgefressen haben; kein unbeschriebenes Blatt sein).

Er sah, dass er im Bewusstsein seiner Schuld zu zittern anfing. Mir fällt in dem Zusammenhang die Begebenheit zwischen David und Saul ein: Das Leben von Saul lag in Davis Händen, aber David schnitt ihm nur heimlich einen Zipfel seines Mantels ab. Dennoch schlug ihm hinterher das Gewissen, da seine Tat symbolisch als das Wegreißen der Herrschaft oder Minderung der Lebenskraft angesehen werden konnte (1. Samuel 24:4-6). Mit all meinen Kräften bemühe ich mich, im Hinblick auf die Auferstehung und das kommende Gericht, mein Gewissen rein zu halten, so wie es auch Paulus vor dem römischen Statthalter Felix anlässlich der Anklage durch den Hohepriester Hananias und einiger Ältester, im Hinblick auf die Auferstehungslehre sagt: „Deshalb bemühe auch ich mich, vor Gott und den Menschen immer ein reines Gewissen zu haben.“ (Apostelgeschichte 24:16). Wie ich das umsetze? Wenn mein Gewissen mich wegen einer falschen Handlung nicht in Ruhe lässt, kläre ich die die Situation mit allen Beteiligten, inklusive der Bitte um Vergebung und der Bekundung der Wiedergutmachung (so möglich) und dem Vorhaben, es nicht wiederzutun. Mit anderen Worten, ich übe Umkehr (Ezechiel 18:30-31). Wie sind deine Empfindungen bezüglich eines reinen Gewissens?

umkehr„Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.“
(Lukas 5:32; Bild: Quelle)

Vom Tod, nämlich vom ersten Tod, zum Leben

Amulek spricht zu den Ammonihaiten über die Auferstehung und erwähnt einen „ersten Tod“: „Nun siehe, ich habe zu euch über den Tod des sterblichen Leibes gesprochen und auch über die Auferstehung des sterblichen Leibes. Ich sage euch, dieser sterbliche Leib wird zu einem unsterblichen Leib auferweckt, das heißt vom Tod, nämlich vom ersten Tod, zum Leben, so dass sie nicht mehr sterben können; ihr Geist vereinigt sich mit ihrem Leib, um nie mehr getrennt zu werden; und so wird das Ganze geistig und unsterblich, so dass sie keine Verwesung mehr erfahren können.“ (Alma 11:45)

Vom Tod, nämlich vom ersten Tod, zum Leben. Unter Tod ist eine Trennung zu verstehen. Wenn es einen ersten Tod gibt, muss es auch zumindest einen „zweiten Tod“ geben. Aber zur besseren Verwirrung gibt es sogar zwei „erste Tode“.

Erster „erster Tod“:
Und um es noch verwirrender zu machen: Dieser erste Tod ist auch der „zweite Tod“. Es ist der Tod, den Adam und Eva starben, als sie vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen hatten. Sie lebten zu der Zeit im Garten Eden, in der Gegenwart Gottvaters und seines Sohnes Jesus Christus. Die Folge dessen, dass sie von der Frucht des Baumes der Erkenntnis aßen: Sie wurden aus deren Gegenwart in die einsame und öde Welt verbannt (Köstliche Perle Mose 4:28-29). Schluss mit dem paradiesischen Leben und der Gegenwart Gottes. Diese Verbannung war der erste Tod, der auch der letzte Tod sein kann, eine geistige Trennung von Gott (Alma 42:9).

Zweiter „erster Tod“:
Nachdem sie aus der Gegenwart Gottes ausgeschlossen wurden und auf die Erde kamen, veränderte sich ihr Zustand derart, dass sie auch körperlich sterblich wurden, was sie im Garten Eden nicht waren (Genesis 2:17; Köstliche Perle Mose 3:17). Nach einer irdischen Bewährungszeit mussten sie dann ihren physischen Körper ablegen. Dieser Vorgang wird auch als erster Tod bezeichnet. Mit ihrem unsterblichen Geistkörper gingen sie in eine Welt, in der sie auf ihre Auferstehung, die Zusammenführung von Körper und Geist zu einer unsterblichen Seele (1. Korinther 15:53-54; 2. Nephi 9:13) warten mussten, die durch Christus ermöglicht wurde.

Nachdem wir alle Nachkommen von diesen ersten Eltern sind, durchlaufen auch wir diesen Kreislauf. Mit unserer Geburt auf diese Erde werden wir von Gott getrennt (erster Tod, der geistige Tod). Nach unserer Bewährungszeit sterben wir, unser Geist verlässt den physischen Körper und geht in die Geisterwelt und wartet dort auf die Auferstehung (Alma 40:13-14). Danach werden wir nach unseren Taten gerichtet und werden entweder zu ewigem Leben in der Gegenwart Gottes auferstehen oder zum „zweiten Tod“, nämlich der immerwährenden Verbannung aus der Gegenwart Gottes (2. Nephi 9:16).

Für mich ziehe ich daraus die Schlussfolgerung, dass wenn ich mich hier auf Erden bemühe, an Gott zu glauben, von meinem Übeltun abzulassen, mich taufen zu lassen, die Bündnisse die ich schließe bis an mein irdisches Ende zu halten, dass mir dann der zweite Tod nichts anhaben kann (Offenbarung 2:11; Alma 13:30). Welches sind deine Ziele in Hinsicht auf das Leben nach diesem Erdendasein?

adamAdam und Eva werden aus dem Garten von Eden verbannt
(Bild: Quelle)