Insofern ihr meine Gebote nicht haltet, werdet ihr von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten

Alma der Jüngere erinnert die Ammonihaiten an die Worte ihres Vorfahren Lehi, der auf Geheiß des Herren um 600 v. Chr. Jerusalem Richtung Amerika verließ (1. Nephi 2:1-4): „Siehe, denkt ihr nicht mehr an die Worte, die er zu Lehi sprach, nämlich: Insofern ihr meine Gebote haltet, wird es euch wohl ergehen im Land? Und weiter heißt es: Insofern ihr meine Gebote nicht haltet, werdet ihr von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten werden.“ (Alma 9:13).

Insofern ihr meine Gebote nicht haltet, werdet ihr von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten. Alma zitiert hier die Worte, die der Herr zu ihrem Urahn Lehi gesprochen hatte, der sie gerade seinen Söhnen lehrt (2. Nephi 1:20). Dann verweist Alma der Jüngere auf ihre Brüder die Lamaniten, die aufgrund Ungehorsams zweier Söhne Lehis, von Anfang an nicht auf die Worte des Herrn gehört haben (1. Nephi 2:11-12). Es bildeten sich zwei Hauptgruppen, die Nephiten und die Lamaniten, wobei die Nephiten die heiligen Aufzeichnungen mitnahmen, wodurch die Lamaniten, wie vom Herrn angekündigt, vom Wort Gottes abgeschnitten waren (2. Nephi 5:5-17).

Ich lerne daraus, dass ich mich bemühen muss, die Gebote des Herrn fleißig zu befolgen, um nicht auch vom Wort des Herrn abgeschnitten zu werden, denn die Geschichte lehrt mich, dass es um mich schlecht bestellt ist, wenn ich mich auf meine eigene Stärke verlasse. Dann verlasse ich den stärkenden Bereich des Herrn und bin mir selber überlassen (Helaman 4:13). Das führt letztendlich dazu, dass ich mich von der erlösenden Kraft des Sühnopfers Jesu abschneide, auf das ewige Leben bezogen, mir mein eigenes Grab schaufle – mir durch mein leichtsinniges Verhalten selber ewigen Schaden zufüge. Was unternimmst du, dass dir dies nicht passiert?

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„Jeder von uns kommt irgendwann zu einem gewissen Grad vom Weg ab. … dank des Sühnopfers des Heilands können wir nach Hause zurückkehren.“ —Elder M. Russell Ballard, „Auf dass die Verlorenen gefunden werden“
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Habt ihr so bald vergessen?

Alma der Jüngere fragt die Ammonihaiten: „Und habt ihr so bald vergessen, wie oft er unsere Väter aus den Händen ihrer Feinde befreit und sie davor bewahrt hat, vernichtet zu werden, ja, durch die Hände ihrer eigenen Brüder?“ (Alma 9:10).

Habt ihr so bald vergessen? Wenn ich diese Frage von Alma dem Jüngeren lese, überlege ich, was mir schon alles durch meinen Gedächtnisrost gefallen ist, woran ich nicht mehr denke, was der Herr, oder irgendein anderer Mensch, mir Gutes getan haben. Solange ich einen unerfüllten Wunsch habe, liege ich dem Herrn ständig mit der entsprechenden Bitte in den Ohren, ermüde ihn sicherlich auch damit. Aber ich habe mir angewöhnt dann dem Herrn zu sagen, dass es zwar mein Wunsch ist, ich mich aber seinem Willen unterordne, weil ich weiß, dass dieser für mich das Richtige ist, auch was den Zeitpunkt einer möglichen Erfüllung angeht – Christus hat es mich gelehrt und ich habe es bewusst angenommen und setze es um – und zwar nicht als Floskel (Lukas 22:42). Ebenso habe ich aus dem Gleichnis des dankbaren Samariters gelernt (Lukas 17:11-19) und mir angewöhnt, mich für die reichen Segnungen, die ich tagtäglich erhalte, bei meinem Vater im Himmel zu bedanken. Und wenn es um einen größeren Segen geht, den ich erhalten habe, dann danke ich ihm dafür ganz bewusst über eine sehr lange Zeit – ich liege ihm sozusagen mit meinem Dank in den Ohren, aber aus tiefstem Herzen aufrichtig gemeint. Ich habe mir angewöhnt in dieser Hinsicht nicht vergesslich zu sein. Wie sieht das bei dir mit der Vergesslichkeit auf diesem Gebiet aus?

vergessen„Haben wir beim Verfolgen unserer eigenen Interessen den Willen des Herrn vergessen?“
(`Wahrhaft gut und ohne Falsch´
Elder Michael T. Ringwood von den Siebzigern)
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Denkt ihr nicht mehr daran, dass unser Vater …

Alma der Jüngere will in den Ammonihaiten die Erinnerung wecken: „Denkt ihr nicht mehr daran, dass unser Vater Lehi durch die Hand Gottes aus Jerusalem geführt wurde? Denkt ihr nicht mehr daran, dass sie alle von ihm durch die Wildnis geführt wurden?“ (Alma 9:9).

Denkt ihr nicht mehr daran, dass unser Vater … . Es gibt einige Dinge, an die ich mich nicht ganz so gerne erinnere, dann aber auch sehr, sehr vieles, das ich mir gerne von meinen Eltern in Erinnerung rufe. So denke ich daran, dass ich eines Tages ganz unbesorgt vom Schuleschwänzen nach Hause kam; wiedermal ein Vormittag in Berlins S-Bahn verbracht. Als ich das Gesicht meiner Mutter sah, schwante mir allerdings nichts Gutes. Es kam wohl so was wie eine Frage, wie es denn in der Schule war. Nach einigem Hin und Her platzte dann die Bombe. Die Lehrerin war bei Mutti und hatte sich nach meinem Befinden erkundigt – oder so ähnlich. Nun musste die Wahrheit heraus und der Rohrstock wurde aktiviert. Ich weiß nicht mehr, ob es bei diesem oder einem ähnlichen Anlass war, dass mein Vater dazwischentrat und zur Mutti sagte: „Lieber hau mich, als den Jungen.“ Mutti war von Gestalt her zwar klein, aber die resolutere, Vati der größere, aber offensichtlich eher der Mitleidende. Von Mutti aber habe ich den Samenkorn des Glaubens ins Herz gelegt bekommen, der von ihr gehegt und gepflegt wurde und der bis heute zu einem stattlichen Baum herangewachsen ist – Vati konnte da nicht viel ausrichten, da er schon früh starb.

Solche und weitere Dinge erinnere ich von meiner Mutter und von meinem Vater. Und wenn ich mich dessen erinnere, fühle ich mich angeregt, ihrem wunderbaren Vorbild nachzueifern. Welcher prägenden Erlebnisse mit deinen Eltern erinnerst du dich?

Sepiazeichnung (um 1850) von Johann Bernhard Schmelzer [1833 - 1909] Systematik: Kulturgeschichte / Schule / 19. Jh. / Strafen Ein Schulmeister bestraft einen Knaben mit dem Rohrstock - Sepiazeichnung (um 1850) von Johann Bernhard Schmelzer.

Sepiazeichnung (um 1850) von Johann Bernhard Schmelzer [1833 – 1909]
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Ich trat unerschrocken hin

Die Ammonihaiten wollten Alma etwas antun, weil sie nicht von seiner göttliche Sendung überzeugt waren: „Und sie traten vor, um Hand an mich zu legen; aber siehe, sie taten es nicht. Und ich trat unerschrocken hin, um ihnen zu verkünden, ja, unerschrocken bezeugte ich ihnen, nämlich: 8  Siehe, o ihr schlechte und verderbte Generation, wie habt ihr die Überlieferung eurer Väter vergessen, ja, wie habt ihr die Gebote Gottes so bald vergessen.“ (Alma 9:7-8).

Da gehen mehrere Jugendliche auf einen Kleineren los und verprügeln ihn. Viele Menschen, inklusive mir selber, sehen das, aber schauen doch lieber weg. Warum? Ich könnte ja selber von der Horde angegriffen werden, wenn ich `Zivilcourage´ zeigen würde und mich für den Kleineren einsetzen würde. Angst selber Schaden davonzutragen ist hier die Triebfeder lieber nichts zu sehen.

Anders bei Alma dem Jüngeren, er „trat unerschrocken hin“, zeigte keine Angst, sondern Mut für etwas einzutreten, was ihm heilig war, nämlich den Auftrag, den er vom Herrn empfangen hatte (Alma 9:1). Es ging hier also nicht um den Schutz einer Person, sondern um das in Erinnerung rufen der Gebote Gottes. Und das erstaunlicherweise auch noch mit einem schweren persönlichen Angriff: „o ihr schlechte und verderbte Generation“. Doch ein äußerst ungünstiger Einstieg, oder? So etwas muss doch zur Eskalation führen. Ähnliche Verbalangriffe habe ich aus dem Neuen Testament in Erinnerung, z. B. bei Johannes dem Täufer: „… Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt?“ (Matthäus 3:7). Sogar von Christus kennen wir solche Vorhaltungen, und zwar gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Es fallen Begriffe wie: Heuchler, blinde Führer, blinde Narren, Söhne der Prophetenmörder, ihr Nattern, ihr Schlangenbrut (Matthäus 23:13-33).

Ich gehe davon aus, dass solcherlei persönliche Angriffe sicherlich nur erfolgen dürfen, wenn der Herr sie in dieser Form durch den Heiligen Geist eingibt. Wenn ich geneigt sein sollte, verbale Angriffe ähnlicher Art zu starten, frage ich mich zunächst, ob mich nicht niedere Motive leiten. In solcher Form öffentlich aufzutreten, wird der Herr m. E. nach nur den Propheten gebieten. Selbstverständlich werde ich ansonsten in angemessener Weise für meinen Glauben an Gott und seinen Sohn Jesus Christus, unseren Erlöser, eintreten und ihn auch verteidigen. Wie siehst du das?

pharisaeer-und-schriftgelehrteChristus, Pharisäer und Schriftgelehrte
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Nun wussten sie nicht, dass Gott solche wunderbaren Werke vollbringen konnte

Die Ammonihaiten sprachen zu Alma dem Jüngeren: „… Wir werden deinen Worten nicht glauben, falls du prophezeien solltest, dass diese große Stadt an einem einzigen Tag zerstört werden würde. 5  Nun wussten sie nicht, dass Gott solche wunderbaren Werke vollbringen konnte, denn sie waren ein hartherziges und ein halsstarriges Volk.“ (Alma 9:4-5)

Nun wussten sie nicht, dass Gott solche wunderbaren Werke vollbringen konnte. Die Ammonihaiten, die ja Nephiten waren, also diejenigen der beiden großen Volksgruppen des Buches Mormon, die über Generationen hinweg das Evangelium des Herrn gelehrt bekommen hatten, blieben dabei, dass sie an die Worte des Propheten Gottes nicht glauben wollten. Damit taten sie sich nichts Gutes an, denn die Kraft Gottes, die sie verleugneten, insbesondere in Bezug auf die Vernichtung ihrer Stadt Ammoniha, samt seinen Einwohnern, zeigte sich innerhalb der nächsten zwei Jahre (Alma 16:9-10).

Ich lerne daraus, dass es für mein Leben vorteilhaft ist, auf die Warnungen der Propheten zu hören, sie aufzunehmen, versuchen zu verstehen und gebeterfüllt in die Tat umzusetzen. Auch wenn ich etwas nicht verstehen sollte, ist es zu meinem Besten, wenn ich mich an ihre Worte halte. Adam hat mir in dieser Sache ein Beispiel gegeben (Köstliche Perle Mose 5:5-6).

Wir haben heute lebende Propheten und sie warnen uns, ebenso wie alle Propheten seither, vor den Schlingen, die Satan auslegt, um uns in seine Garde einzufangen und zu Fall zu bringen, damit wir genauso elend würden, wie er es ist (2. Nephi 2:27). Präsident Monson, der heute lebende Prophet Gottes, hat uns z. B. in der letzten Herbst-Generalkonferenz Zeugnis vom einzigen vollkommenen Weg zu Frieden und Glück abgelegt: „Aus tiefster Seele und in aller Demut gebe ich Zeugnis für jenes großartige Geschenk, nämlich den Plan, den der Vater für uns hat. Dieser Plan ist der einzig vollkommene Weg zu Frieden und Glück – im Diesseits wie auch in der künftigen Welt.“ (um welchen Plan es da geht, kannst du hier erfahren). Wofür entscheidest du dich: Eher den Worten von Gottes Propheten zu glauben und versuchen danach zu handeln, oder sie als unglaubwürdig zurückzuweisen und zu ignorieren?

plan-des-gluecklichseinsDurch den göttlichen Plan des Glücklichseins können die Familienbeziehungen über das Grab hinaus Bestand haben. (Die Familie – eine Proklamation an die Welt)
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Nun verstanden sie die Worte nicht, die sie sprachen

Über die Menschen in Ammoniha wurde in Bezug auf das, was ihnen gepredigt wurde, gesagt: „Nun verstanden sie die Worte nicht, die sie sprachen; denn sie wussten nicht, dass die Erde vergehen wird.“ (Alma 9:3).

Nun verstanden sie die Worte nicht, die sie sprachen. So erging es auch einigen Zeitgenossen Jesu, wenn er in Gleichnissen sprach. Seine Jünger befragten ihn darüber und bekamen die Antwort: „Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben.“ (Matthäus 13:11). Warum es diesen nicht gegeben ist die Geheimnisse des Himmelreiches zu verstehen erklärt der Herr damit, dass sie nicht willens sind, sich mit der Thematik zu beschäftigen (Matthäus 13:15). So erging es auch den Ammonihaiten, sie waren hartherzig und besserwisserisch (Alma 9:5).

Ich lerne für mich daraus, dass ich Interesse für alles Gute aufbringen, mir Wissen aus den besten Büchern durch Studium und Glauben aneignen muss (Lehre und Bündnisse 109:7), wenn ich die Worte Gottes verstehen will. Mein Studium muss also mit Glauben verbunden sein, dann wird passieren, was auch den Jüngern zukam: „Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.“ (mit er ist hier Christus gemeint; Lukas 24:45). Dieser Grundsatz wird uns auch durch Nephi vermittelt (2. Nephi 32:4). Wie gehst du vor, wenn du Verständnis erlangen willst?

verstehenGebet und Schriftstudium
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Meint ihr denn, wir würden dem Zeugnis eines einzelnen Mannes glauben?

Das Volk in Ammoniha begann sein Streitgespräch mit einer provokanten Frage: „Wer bist du? Meint ihr denn, wir würden dem Zeugnis eines einzelnen Mannes glauben, auch wenn er uns predigt, dass die Erde vergehen werde?“ (Alma 9:2).

Das Volk musste Alma den Jüngeren ja schon von seinem ersten Auftritt her kennen, denn da wollten sie ihn ja schon aus der Stadt jagen (Alma 8:13). So kommt mir die Frage „Wer bist du?“ schon auf seine Person bezogen recht abwertend vor. So in der Art: Was willst du denn schon? Aber dann sprechen sie einen Punkt an, dem der Herr schon immer vorbeugen wollte, indem er sagt: „Wenn es um Leben oder Tod eines Angeklagten geht, darf er nur auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin zum Tod verurteilt werden. Auf die Aussage eines einzigen Zeugen hin darf er nicht zum Tod verurteilt werden.“ (Deuteronomium 17:6). Dies bezieht sich zwar auf ein Gerichtsverfahren, aber die Seelsorge betreffend heißt es: „durch den Mund zweier oder dreier Zeugen soll jegliches Wort bestätigt werden.“ (Lehre und Bündnisse 6:28).

Meint ihr denn, wir würden dem Zeugnis eines einzelnen Mannes glauben? Auch wir in heutiger Zeit brauchen nicht dem Wort eines einzelnen Mannes glauben, denn der Herr hat sein Wort durch zwei und mehr Zeugen bestätigen lassen. So haben drei Zeugen, wie es auch im Buch Mormon schon vorhergesagt wurde (Ether 5:2-3), die Platten, von denen das Buch Mormon übersetzt wurde, von einem Engel gezeigt bekommen (siehe: Das Zeugnis von drei Zeugen). Drei nicht genug, weiteren acht Zeugen wurden sie gezeigt und sie durften sie selber in Händen halten (siehe: Das Zeugnis von acht Zeugen). Die Zeugen bekamen diesen Auftrag vom Herrn, damit der Herr seine „rechtschaffenen Absichten für die Menschenkinder in diesem Werk zuwege bringen kann.“ (Lehre und Bündnisse 17:4). Wie findest du heraus, dass das Buch Mormon das Wort Gottes ist?

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Die acht Zeugen, von Olinda Reynolds
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Als ich anfing, ihnen zu predigen, fingen sie mit mir zu streiten an

In den Kapiteln Alma 9 bis 14 werden uns die Worte, die Alma der Jüngere und Amulek dem Volk in Ammoniha predigen sollten, wiedergegeben: „Und weiter: Nachdem mir, Alma, von Gott geboten worden war, ich solle Amulek nehmen und hingehen und diesem Volk, nämlich dem Volk, das in der Stadt Ammoniha war, abermals predigen, da begab es sich: Als ich anfing, ihnen zu predigen, fingen sie mit mir zu streiten an, …“ (Alma 9:1).

Als ich anfing, ihnen zu predigen, fingen sie mit mir zu streiten an. Wie ergeht es dir, bist du eher ein `Streithammel´ oder ein ` Harmonielämmchen´? Du kannst anhand einiger Testfragen herausfinden, welcher Typ du bist. Als Beispiel stell dir vor: Du bittest deine Nachbarn während deines Urlaubs, deine Zimmerpflanzen zu gießen. Als du zurückkommst, lassen die meisten ihre Blätter hängen. Du fragst sie, was denn passiert sei und einer antwortet lapidar, dass sie keine Zeit dafür hatten. Reagierst du damit, dass du ihm sagst, wofür du ihn hältst, oder lässt du ihn wortlos stehen und denkst dir, dass sie halt nicht zuverlässig sind, oder machst du ihnen lauthals Vorwürfe? Mit ähnlichen Fällen und deinen Antworten, kannst du testen, welcher Typ du bist.

Dem Herrn missfällt es, wenn wir streitsüchtig sind: „… weiter hat der Herr, Gott, geboten, dass die Menschen nicht … einer mit dem anderen streiten sollen …“ (2. Nephi 26:32). Wie Abraham mit einer streitträchtigen Situation ungefähr 2080 v. Chr. umging, erfahren wir, als es darum ging, wer von ihnen, Lot und er, welches Land besiedeln sollten. Abraham sagt ganz einfach zu seinem Bruder Lot: „… Zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten soll es keinen Streit geben; wir sind doch Brüder.“ (Genesis 13:8). Abraham machte den Vorschlag, dass Lot das Land in das er ziehen wollte, auswählen solle: „… Wenn du nach links willst, gehe ich nach rechts; wenn du nach rechts willst, gehe ich nach links.“ (Genesis 13:9). Lot wählte das ihm offensichtlich bessere Land am Jordan (östlich des Jordan bzw. Sees Genezareth), während Abraham dann ohne zu Murren die Gegend nach Kanaan hin (westlich des Jordan bzw. Sees Genezareth) besiedelte (Genesis 13:10-12). Es stellte sich dann doch heraus, dass Lot im Endeffekt die schlechtere Gegend gewählt hatte (Genesis 13:13). Ich lerne, dass ich Wege der Schlichtung suchen muss, Lösungen, die für alle Beteiligten zufriedenstellend sind, denn Streit wird von Satan geschürt (3. Nephi 11:29). Wie gehst du mit Streit um?

streitBist du streitsüchtig? 
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Es wurde ihnen Macht gegeben, … , dass sie nicht in Gefängnissen festgehalten werden konnten

Alma der Jüngere und Amulek kamen ihrem Auftrag nach, und verkündeten das Wort des Herrn unter den Ammonihaiten (Alma 8:30): „Und es wurde ihnen Macht gegeben, so sehr, dass sie nicht in Gefängnissen festgehalten werden konnten; auch war es nicht möglich, dass jemand sie töten konnte; doch übten sie ihre Macht erst dann aus, als sie mit Banden gebunden und ins Gefängnis geworfen wurden. Nun geschah dies, auf dass der Herr seine Macht in ihnen zeigen konnte.“ (Alma 8:31).

Es wurde ihnen Macht gegeben, … , dass sie nicht in Gefängnissen festgehalten werden konnten. So etwas würde sich sicherlich jeder Kriminelle wünschen. Waren nun Alma der Jüngere und sein Mitarbeiter Amulek kriminell? Mit absoluter Sicherheit gehört das Verkünden des Wortes Gottes unter der Führung des Heiligen Geistes nicht zu kriminellen Aktivitäten, die mit Gefängnis bestraft werden, außer ein weltliches Gesetz würde das Missionieren mittels des Wortes Gottes unter Strafe verbieten (Lehre und Bündnisse 58:21). Solch ein Gesetz bestand damals nicht, sondern jedermann durfte seinen Glauben ausüben (Alma 30:7-9), so gab der Herr ihnen in diesem Fall die Macht, sich frei zu bewegen, ohne über längere Zeit festgehalten werden zu können (Alma 14:23,28).

Wohl gibt es heutzutage Länder, in denen christliches Missionieren verboten ist. So in der Regel z. B. in vom Islam geprägten Ländern. Algerien garantiert zwar Religionsfreiheit, verbietet aber unter Strafandrohung christliches Missionieren. Aber jüngst verbot auch Russland, im Rahmen seiner neuen Anti-Terror-Gesetze, das religiöse Missionieren in der Öffentlichkeit. Hier, wie auch überall sonst, hält sich die Kirche an die Landesgesetze, sucht allerdings nach gesetzlich erlaubten Wegen, Menschen Christus näherzubringen. Was denkst du, welche Macht hatten Alma der Jüngere und Amulek, dass sie weder getötet noch festgesetzt werden konnten?

almas-befreiung-aus-dem-gefaengnisAlmas und Amuleks Befreiung aus dem Gefängnis
(Bild: Quelle)

Wenn ihr nicht umkehrt, werde ich dieses Volk in meinem Zorn heimsuchen

Nachdem Amulek den Propheten auf Geheiß eines Engels mit in sein Haus nahm und ihn verköstigte, und Alma der Jüngere sich ihm vorgestellt hatte und Amulek und sein Haus gesegnet und seinen göttlichen Auftrag erklärt hatte (Alma 8:21-28), erging in Bezug auf Amulek das Wort Gottes an Alma: „… Gehe hin; und prophezeit diesem Volk, nämlich: Kehrt um, denn so spricht der Herr, wenn ihr nicht umkehrt, werde ich dieses Volk in meinem Zorn heimsuchen; ja, und ich werde meinen grimmigen Zorn nicht abwenden.“ (Alma 8:29).

Wenn ihr nicht umkehrt, werde ich dieses Volk in meinem Zorn heimsuchen. Der Herr hat ein hehres Ziel: „… die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Köstliche Perle Mose 1:39). Um dieses Ziel erreichen zu können, gilt es Bedingungen, die der Herr in Bündnissen mit den Menschen schließt, zu erfüllen. Hat der Mensch nun solche Bündnisse mit dem Herrn aus freien Stücken geschlossen und verstößt willentlich, wissentlich und fortdauernd dagegen, versucht der Herr ihn aufzurütteln. Dieses Wachrütteln wird u. U. auch mit drastischen Mitteln erfolgen, ggf., dass sich die Menschen sogar gegenseitig umbringen (Lehre und Bündnisse 63:32-33). Schon den Israeliten drohte der Herr bei Missachtung der Gebote an, dass er zornig auf sie werden und drastische Maßnahmen gegen sie einleiten würde (Exodus 22:20-23).

Inwiefern ist der Herr gerechtfertigt, wenn er zornig auf die Sünder wird, während er uns Menschen gebietet nicht zornig zu sein (Matthäus 5:22)? Ich weiß nicht alles, kann mir aber vorstellen, dass das Motiv hierbei eine entscheidende Rolle spielt. Bei uns Menschen ist die Motivation wohl in erster Linie Rache, bei Gott Liebe. Dallin H. Oaks, Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel, drückt es so aus: „In der Bibel und in den neuzeitlichen heiligen Schriften lesen wir immer wieder von Gottes Zorn über die Schlechten und davon, was er in seinem Grimm gegen diejenigen unternimmt, die seine Gesetze übertreten. Inwiefern sind Zorn und Grimm wohl ein Beweis für Gottes Liebe? Joseph Smith hat gesagt: „Gott selbst [ließ] Gesetze wirksam werden …, die [den Geistern, die er auf die Welt schicken würde] einen ebensolchen Fortschritt ermöglichen konnten.“ Gottes Liebe ist so vollkommen, dass er uns liebevoll auffordert, seine Gebote zu halten. Denn er weiß, dass wir nur durch Gehorsam gegenüber seinen Gesetzen vollkommen werden können, wie er es ist. Daher stehen Gottes Zorn und sein Grimm nicht im Widerspruch zu seiner Liebe, sondern sind ein Beweis seiner Liebe. Alle Eltern wissen, dass man ein Kind voll und ganz lieben kann, während einem noch so manches einfällt, weil man zornig oder enttäuscht über dessen selbstzerstörerisches Verhalten ist.“ (hier nachzulesen). Was denkst du, rechtfertigt deinen Zorn nicht, aber den des Herrn?

zornAufgebrachte Menschen wollen die Ehebrecherin steinigen
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