Dass sie die Waffen des Krieges um des Friedens willen begruben

„Und so sehen wir, dass diese Lamaniten, nachdem sie so weit gebracht worden waren, dass sie die Wahrheit glaubten und erkannten, fest waren und sogar lieber den Tod erleiden wollten als Sünde zu begehen; und so sehen wir, dass sie ihre Friedenswaffen begruben oder dass sie die Waffen des Krieges um des Friedens willen begruben.“ (Alma 24:19).

Dass sie die Waffen des Krieges um des Friedens willen begruben. Durch James Fenimore Coopers „Lederstrumpf“-Romane, wurden die Rituale des `Kriegsbeil begrabens´ allgemein bekannt. Das Kriegsbeil war eine Streitaxt mit kultischer Bedeutung. Daher leitet sich dann auch die Redensart ab: „Lass uns das Kriegsbeil begraben.“ in dem Sinne von: Frieden schließen, einen Streit beilegen. Der umgekehrte Vorgang wäre: Das Kriegsbeil ausgraben.

Mein Vorname ist Manfred, was aus dem alemannischen abgeleitet so viel bedeutet wie `Mann des Friedens´. Und in der Tat, ich kann Streit einfach nicht leiden, sollte sich einer anbahnen, fühle ich mich äußerst unwohl. Ich bemühe mich demzufolge, mit allen Kräften, diesem aus dem Weg zu gehen. Sollte es jemals sein, dass dies nicht klappt, bin ich versucht, ihn unter allen Umständen so schnell wie möglich beizulegen, dafür zu sorgen, dass das `Kriegsbeil begraben´ wird und möglichst tief, sodass es nicht so leicht wieder hervorzuholen ist. Wie das geht?

Entsteht doch ein Konflikt, so schnell wie möglich deeskalieren mittels offener Gespräche mit `Ich-Botschaften´ (Genesis 13:8):

  • Wo es sich einrichten lässt: zu Beginn die Bitte um ein gemeinsames Gebet und evtl. eine passende Schriftstelle (Lehre und Bündnisse 136:23)
  • Stolz ablegen, sich demütigen (Sprichwöter 13:10)
  • Gemeinsame Wege über das Vorgehen finden
  • Genügend Zeit für die Konfliktlösung einräumen
  • Mit offenen Karten spielen
  • Lösungen finden, die die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigen
  • Vergebungsbereitschaft (Kolosser 3:13)
  • Besteht die Gefahr der Eskalation, Hilfe von außen holen (Mediation durch nicht involvierte, heilige Schriften als Anleitung nutzen, Beten, ggf. Fasten)

Wie begräbst du die Waffen des Krieges um des Friedens willen?

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Es war in ihren Augen ein Zeugnis vor Gott und auch vor den Menschen

Nachdem König Anti-Nephi-Lehi mit seiner Rede an sein Volk zu Ende gekommen war, wurden sie direkt aktiv und setzten ihren Beschluss, die Waffen zu vergraben, in die Tat um (Alma 24:17). „Und das taten sie, denn es war in ihren Augen ein Zeugnis vor Gott und auch vor den Menschen, dass sie niemals wieder Waffen benutzen würden, um Menschenblut zu vergießen; und das taten sie, indem sie vor Gott beteuerten und gelobten, dass sie, statt das Blut ihrer Brüder zu vergießen, lieber ihr eigenes Leben hingeben wollten; und statt einem Bruder etwas zu nehmen, sie ihm lieber geben wollten; und statt ihre Tage in Trägheit zu verbringen, sie lieber reichlich mit ihren Händen arbeiten wollten.“ (Alma 24:18).

Es war in ihren Augen ein Zeugnis vor Gott und auch vor den Menschen. Ihr festes Vorhaben, ja sogar ihr Bündnis, haben sie mit dem Vergraben ihrer Kriegswaffen für jetzt und die Zukunft, vor Gott und den Menschen, symbolisch bekräftigen wollen. Auch ihnen selber sollte es den Rückfall an der Lust am Morden stark erschweren, da sie ja erst wieder die Waffen ausbuddeln mussten und dabei hätten sie sich dann auf jeden Fall an ihr Versprechen gegenüber Gott erinnert. Sie wollten keinesfalls rückfällig werden, denn sie wussten, dass in dem Fall ihre alten Sünden wieder zählen würden, und deshalb taten sie alles, was sie darin unterstützte, es nicht zu tun.

Ich leite für ein persönliches Problem daraus ab: Wäre ich in der Situation, eine Abhängigkeit ablegen zu wollen, würde ein solches `Vergraben der Waffen´ sehr hilfreich sein. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel: Angenommen, ich hätte eine Handy-Sucht (eine von den Psychotherapeuten offiziell als Mobile and Internet Dependency Syndrome – kurz: MAIDS – bezeichnete Abhängigkeit), würde es mir helfen, diese in den Griff zu bekommen, indem ich das Handy eine festgelegte Zeit lang immer wieder mal `vergrabe´, an einem Platz deponiere, an den ich nur äußerst umständlich rankomme und gezwungen bin, wieder vermehrt persönliche Kontakte zu pflegen und auf diese Weise dem Erleben von Einsamkeit begegnen würde. Nun kommst du sicherlich mit dem Argument: Was ist mit den Schriften in den Sonntagsversammlungen? Nun ja, greife ich doch mal wieder zu meinen Papierversionen. So oder so ähnlich könnte ich mir also Umstände schaffen, durch die ich mir etwas abgewöhnen könnte, was zu einer Sucht geworden ist. Wie würdest du vorgehen? Bei einem realen Suchtproblem lässt dich die Kirche nicht alleine (mehr, folge diesem Link).

Es gibt sogar Apps, die vor Handysucht warnen

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Da dies alles war, was wir tun konnten, um unsere Makel von uns nehmen zu lassen

König Lamoni hält eine motivierende Rede an sein Volk (Alma 24:7-14), die mit folgenden Worten ihrem Ende entgegenging: „O wie barmherzig ist unser Gott! Und nun siehe, da dies alles war, was wir tun konnten, um unsere Makel von uns nehmen zu lassen, und unsere Schwerter glänzend gemacht sind, lasst uns sie tief verbergen, damit sie glänzend bleiben zum Zeugnis vor unserem Gott am letzten Tag, ja, an dem Tag, da wir dazu gebracht werden, vor ihm zu stehen, um gerichtet zu werden, dass wir unsere Schwerter nicht mit dem Blut unserer Brüder befleckt haben, seitdem er uns sein Wort mitgeteilt und uns dadurch rein gemacht hat.“ (Alma 24:15).

Da dies alles war, was wir tun konnten, um unsere Makel von uns nehmen zu lassen. Was war alles, was sie tun konnten und warum? Zuerst das Warum: Sie hatten sich aufgrund der Überlieferungen ihrer Vorfahren einem gottlosen Leben hingegeben, mit jeglicher Schlechtigkeit, Müßiggang und Morden. Was war zu tun? Nachdem sie durch die nephitischen Missionare das Wort Gottes kennengelernt und ihren gefallenen Zustand erkannt hatten, konnten sie nichts anderes tun, als sich vor dem Herrn zutiefst zu demütigen und ihre Taten zu bereuen und davon umzukehren und mit dem Herrn Bündnisse zu schließen. So wurde ihnen Vergebung zuteil. Die Aufrichtigkeit ihrer Umkehr zeigt sich nun in ihrem Tun. Als sie merkten, dass ihre nicht bekehrten Brüder zornig auf sie wurden und über sie kommen und sie umbringen wollten, wollten sie nicht mehr in ihr altes Muster zurückfallen und anstatt sich zu verteidigen, eher umkommen, in dem Wissen, dass sie so gerecht vor den Richterstuhl Gottes treten würden. Im anderen Fall war ihnen klar, dass ihre Vergebung, die sie gerade erhalten hatten, hinfällig geworden wäre. So hatten sie alle vor, nie wieder ihre Waffen zu benutzen (Alma 24:6,16).

Ich erkenne aus ihrem Verhalten, dass sie sich dessen bewusst waren, dass der Herr ihnen all ihre Sünden aufgrund aufrichtiger Umkehr und Eingehen von Bündnissen, vergeben hatte, und er ihrer nicht mehr gedachte, ausgenommen sie würden in ihr altes Muster zurückfallen. Für den Fall war ihnen klar, dass ihre alten Sünden vor dem Richterstuhl Gottes wieder zählen würden, so, als wenn sie keine Umkehr geübt hätten. Für mich ergibt sich daraus: Wenn ich umkehr geübt habe, darf ich meine erlangte Vergebung nicht dadurch aufs Spiel setzen, dass ich mich meinen alten Sünden bewusst wieder hingebe. Ich werde also sinnbildhaft die Werkzeuge, mit denen ich sie begangen habe, tief in die Erde vergraben, um sie nicht wieder hervorzuholen. Welche Kenntnisse ziehst du aus der Rede König Anti-Nephi-Lehis?

Sie vergruben ihre Waffen ganz tief in der Erde und versprachen Gott, nie mehr zu töten.
(Bild: Quelle)

Um mit Lamoni und auch mit seinem Bruder Anti-Nephi-Lehi Rat zu halten

Lamonis Vater und König über das ganze Land der Lamaniten, übertrug das Königtum nun einem seiner Söhne und nannte ihn Anti-Nephi-Lehi und starb (Alma 24:3-4). „Als nun Ammon und seine Brüder und alle diejenigen, die mit ihm heraufgekommen waren, die Vorbereitungen der Lamaniten für die Vernichtung ihrer Brüder sahen, zogen sie hin in das Land Midian, und dort traf Ammon alle seine Brüder; und von dort zogen sie in das Land Ischmael, um mit Lamoni und auch mit seinem Bruder Anti-Nephi-Lehi Rat zu halten, was sie tun sollten, um sich gegen die Lamaniten zu verteidigen.“ (Alma 24:5).

Um mit Lamoni und auch mit seinem Bruder Anti-Nephi-Lehi Rat zu halten. Wenn Entscheidungen zu treffen sind, die eine Gruppe von Menschen betrifft, wurde in der Kirche des Herrn schon seit jeher `Rat´ gehalten. Wir werden unterrichtet, dass, bevor die Erde gestaltet wurde, die Götter Rat hielten (Köstliche Perle Abraham 4:26). Weiterhin wissen wir durch den Propheten Joseph Smith, dass der Vater im Himmel einen Rat mit seinen Geistkindern, also uns, abhielt, um über seinen Plan, unseren Fortschritt und unsere Erlösung betreffend, zu beraten und zu Beschlüssen zu kommen. In der Schrift kommt der Begriff `Rat im Himmel´ nicht direkt vor, doch gibt es viele Schriftstellen, die auf einen solchen indirekt hinweisen (Hiob 38:4-7; Offenbarung 12:7-8; …) „In einer großen vorirdischen Ratsversammlung erzählte der Vater uns von seinem Plan. Als wir den Plan verstanden hatten, waren wir so glücklich, dass wir vor Freude jubelten und die Morgensterne zusammen jauchzten“ Elder Weatherford T. Clayton von den Siebzigern (siehe hier; mehr lies hier).

Diesem Beispiel folgend, haben wir auch heute in der Kirche des Herrn Zusammenkünfte, in denen Verantwortungsträger darüber beraten, wie der Familie und dem Einzelnen am besten geholfen werden kann, größtmögliche Fortschritte zu machen. Das geht in der Familie los mit dem `Familienrat´ und weiter über alle Kirchengremien in den Gemeinden, Pfählen (geografisches begrenztes Gebiet), den Regionen (mehrere Pfähle umfassend) und allen weltweit agierenden Organisationseinheiten, bis hin zur Ersten Präsidentschaft (siehe Einleitung zu Lehre und Bündnisse 104). Diese Ratsversammlungen werden, unter der Leitung des jeweiligen Priestertumsführers, in regelmäßigen Abständen abgehalten. In welchem Gremium hast du eine Ratsversammlung erlebt und mit welchem Ergebnis?

Seven adults sit in a bishop’s office in blue chairs, talking, writing, and interacting with one another.Mitglieder des Gemeinderates diskutieren und beschließen Belange ihrer Gemeinde
(Bild: Quelle)

Darum nahmen sie die Waffen gegen das Volk Anti-Nephi-Lehi auf

Dass sich ein großer Teil der Lamaniten zum Herrn bekehrt und der Kirche des Herrn angeschlossen hatte (Alma 23:4), war Satan ein Dorn im Auge. „Und ihr Hass [der Amalekiten, Amuloniten und restlichen Lamaniten] wurde überaus heftig gegen sie, ja, so sehr, dass sie anfingen, sich gegen ihren König aufzulehnen, so sehr, dass sie ihn nicht mehr als ihren König haben wollten; darum nahmen sie die Waffen gegen das Volk Anti-Nephi-Lehi auf.“ (Alma 24:2; Eckige Klammer hinzugefügt).

Darum nahmen sie die Waffen gegen das Volk Anti-Nephi-Lehi auf. Satan ging zum Gegenangriff über. Nachdem er weiß, dass er seine Chancen, Macht im Himmel zu ergreifen, völlig verspielt hat (2. Nephi 24:12), wünscht er sich nichts mehr, als all die anderen der zwei Drittel, die sich für den Herrn entschieden hatten (Lehre und Bündnisse 29:36-37), mit aller Macht so elend zu sehen, wie er es selber geworden ist (2. Nephi 2:27). Darum wendet er alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel an (2. Nephi 28:20). Er stachelt diejenigen, die er noch beeinflussen konnte, zum Zorn gegen diejenigen auf, die sich von ihm ab- und dem Herrn zugewendet hatten, und zwar in der Weise, dass sie bereit waren, die Waffen gegen ihre Brüder zu erheben.

Habe ich gegen die schweren Geschütze, die Satan in meinem Leben gegen mich auffährt, eine Chance, mich wirkungsvoll zur Wehr zu setzen? Eindeutig: Ja. Und warum? Wir sind ihm gegenüber insofern im Vorteil, dass wir einen Körper haben und er nicht. William P. McIntire, berichtet über eine Rede von Joseph Smith Anfang 1841 in Nauvoo, Illinois: „Der Satan kann uns mit seinen Verlockungen nicht verführen, es sei denn, wir sind im Herzen einverstanden und geben nach. Wir wurden so erschaffen, dass wir dem Teufel widerstehen können; wären wir nicht so erschaffen, könnten wir nicht selbständig handeln.“ (William Patterson McIntire, Notebook 1840–1845, Archiv der Kirche; siehe hierzu auch: Helaman 14:30). Ob Satan mich verführt oder nicht, liegt ganz in meiner Hand. Genauso, wie der Herr es tat, kann auch ich es tun, dem Satan befehlen und er muss gehorchen: „… Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: …“ (Matthäus 4:10). Das große Problem dabei ist nur: „Der Geist ist willig, …“ (Matthäus 26:41). Deshalb sind wir hier auf Erden, dass wir lernen, das Fleisch dem Geist unterzuordnen. Wie gehst du daran, das Fleisch dem Geist unterzuordnen?

Die Spitzfindigkeit Satans„… Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: …“
(Matthäus 4:10; Bild: Quelle)

Wurden von den Amalekiten und von den Amuloniten zum Zorn gegen ihre Brüder aufgestachelt

Die Bildung der neuen religiösen und politischen Gruppe der Anti-Nephi-Lehier durch die bekehrten Lamaniten, verursachte unter den Hardlinern natürlich große Sorge. „Und es begab sich: Die Amalekiten und die Amuloniten und die Lamaniten, die im Land Amulon waren und auch im Land Helam und die im Land Jerusalem waren, kurz gesagt, in allem Land ringsum, die nicht bekehrt waren und den Namen Anti-Nephi-Lehi nicht auf sich genommen hatten, wurden von den Amalekiten und von den Amuloniten zum Zorn gegen ihre Brüder aufgestachelt.“ (Alma 24:1).

Wurden von den Amalekiten und von den Amuloniten zum Zorn gegen ihre Brüder aufgestachelt. Im Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland gibt es einen Titel, der sich mit Friedensverrat beschäftigt. Im § 80a geht es um das „Aufstacheln zum Verbrechen der Aggression“ und da heißt es: „Wer im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) zum Verbrechen der Aggression (§ 13 des Völkerstrafgesetzbuches) aufstachelt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

Schon alleine aufgrund dieses Gesetzes muss ich mit Freiheitsstrafe rechnen, wenn ich unter unserem Volk das tun würde, was die Amalekiten und Amuloniten vor etwas mehr als 2000 Jahren mit ihren Brüdern taten. Und das nur aus dem Grund, dass sie sich zum Herrn bekehrt hatten und dies dadurch dokumentierten, dass sie sich einen anderen Namen gaben. Gibt es aber auch noch ein Aufstacheln, das nicht unter diesen Paragrafen fällt? Wie, wenn ich jemanden dazu aufstacheln würde, Umkehr von seinem Übeltun zu üben? Hiermit stachle ich ja nicht zum Verbrechen der Aggression auf, sondern ggf. eher, sich von Aggression abzukehren (Jarom 1:12). So stachelt auch der Herr Menschen auf, an ihre Pflicht zu denken, wenn wir diese vernachlässigen (Mosia 1:17). Bei mir verlief ein solches Aufstacheln meist über ein äußerst, sowohl geistiges als auch körperliches Unbehagen, das mich so lange leiden ließ, bis ich die richtigen Schritte der Umkehr eingeleitet und Vergebung erlangt habe. Danach habe ich dann schlagartig wieder inneren Frieden verspürt (Johannes 14:27). Ich bin für ein solches Aufstacheln dankbar, werde ich doch vor dem zweiten Tod (Alma 13:30), dem geistigen Tod (Lehre und Bündnisse 29:41), bewahrt (Lehre und Bündnisse 18:6). In welcher Hinsicht bist du schon aufgestachelt worden?


(Bild: Quelle)

Der Fluch Gottes folgte ihnen nicht mehr nach

Über diejenigen Lamaniten, die sich zu Gott bekehrten, heißt es: „Und sie fingen an, ein sehr fleißiges Volk zu sein; ja, und sie waren freundlich zu den Nephiten; darum nahmen sie mit ihnen Verbindung auf, und der Fluch Gottes folgte ihnen nicht mehr nach.“ (Alma 23:18).

Der Fluch Gottes folgte ihnen nicht mehr nach. Was hat es mit dem Fluch Gottes, der ihnen nicht mehr nachfolgte, auf sich? Wir machen uns zunächst klar, dass ein Fluch das Gegenteil von einem Segen ist. Fluch und Segen sind Folgen bestehender Gesetzmäßigkeiten. Wen segnet der Herr? Diejenigen, die seine Gebote halten (Lehre und Bündnisse 130:20-21). Wen verflucht der Herr? Diejenigen, die sich ihm mutwillig widersetzen und seine Gebote missachten (Deuteronomium:28:20). So war die gesetzmäßige Folge ihrer Schlechtigkeit kein Segen, sondern ein Fluch (Alma 3:14). Genauso, als wenn ich die Gesetzmäßigkeit der Schwerkraft außer Acht lasse und mich vom Dach eines Hochhauses stürzen würde. Worin bestand ihr Fluch? Nicht wie all zu leicht aufgrund Alma 3:14 angenommen werden kann, mit dem `Kennzeichen´ einer schwarze Haut, das er auf sie setzte, sondern im Entzug der Segnung der Gegenwart Gottes, indem sie das Evangelium und die Kirche des Herrn nicht mehr hatten und damit auch kein Priestertum (2. Nephi 5:20-24).

Ich lerne daraus, dass ich den Fluch des Herrn selber auf mich bringe (Alma 3:19), indem ich Bündnisse, die ich mit dem Herrn geschlossen habe, wissentlich und mutwillig breche. Aber, dass der Herr dennoch seine Arme ausgebreitet lässt, und mich freudig wieder empfängt, wenn ich mich reumütig ihm wieder zuwende, indem ich Umkehr übe, erkenne ich daran, dass der Fluch den bekehrten Lamaniten nicht mehr folgte, sowie z. B. am Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15:24). Ich erkenne auch, dass es notwendig ist, meine Trägheit abzulegen und eifrig in den Schriften zu forschen und deren Anweisungen in Handeln umzusetzen. Welche Segnungen sind dir schon mal nicht zuteilgeworden, weil du etwas falsch gemacht hast und wie hast du dich gefühlt?

A painting by Robert T. Barrett of Cain leaning on a staff and Abel holding a lamb, with storm clouds gathering overhead.Kain brachte den Fluch auf sich, weil er seinen Bruder Abel aus niederen Gründen tötete
(Genesis 4:11-12; Bild: Quelle)

Sie nannten ihren Namen Anti-Nephi-Lehier

Nachdem sich nun im ganzen Land der Lamaniten ein so großer Teil von ihnen zu Gott bekehrt hatte, wollten sie sich durch einen anderen Namen von dem Rest unterscheiden. „Und nun begab es sich: Der König und diejenigen, die bekehrt waren, hatten den Wunsch, einen Namen zu haben, um sich dadurch von ihren Brüdern zu unterscheiden; darum beriet sich der König mit Aaron und vielen von ihren Priestern in bezug auf den Namen, den sie auf sich nehmen sollten, um sich zu unterscheiden. 17 Und es begab sich: Sie nannten ihren Namen Anti-Nephi-Lehier; und sie wurden mit diesem Namen genannt und wurden nicht mehr Lamaniten genannt.“ (Alma 23:16-17).

Sie nannten ihren Namen Anti-Nephi-Lehier. Nach meinen ersten Überlegungen fragte ich mich, wieso sie den Begriff `Anti´ benutzen, der aus dem Griechischen stammend so viel wie `dagegen sein´ bedeutet. Sie haben sich doch mit ihnen verbrüdert (Alma 23:18), wieso also `Gegen-Nephi-Lehier´? Nun bin ich kein Sprachforscher, aber ich habe herausgefunden, dass der Sinn ein entgegengesetzter ist, wenn man ihn anstatt aus dem Griechischen aus dem Ägyptischen liest, denn die Nephiten bedienten sich des `reformierten Ägyptischen´ (1. Nephi 1:2; Mormon 9:32). Da bedeutet das Adjektiv `nty´ so viel wie `welches ist´ (siehe hier), was dann annähernd bedeuten würde: `Diejenigen, welche sind Nephi-Lehier´. Hierdurch bekundeten sie offen, dass sie sich von der etablierten politischen Ordnung der Lamaniten abgetrennt und mit den Nephiten verbündet haben. Somit widersprachen sie den Traditionen ihrer Väter und bekannten sich als Nachkommen von Lehi, die im Lande Nephi lebten. Wie wir im weiteren Verlauf sehen werden, hatte diese Verbrüderung mit den Nephiten weitreichende politische Folgen für sie.

Ich erkenne, welch große Herzenswandlung – kein Verlangen mehr danach Böses zu tun, stattdessen nach dem zu trachten, was von Gott ist – diese Bekehrten durchgemacht haben müssen, dass sie sich zu einem so radikalen Schritt entschlossen, der ihnen in der Folge Feindschaft zu ihren einstigen lamanitischen Brüdern und Schwestern einbrachte. So mancher Bekehrter in heutiger Zeit schafft sich durch seinen mutigen Schritt, sich der Kirche des Herrn anzuschließen, auch nicht nur Freunde. Was denkst du darüber?

The prefix Anti- may come from the Egyptian adjective nty, which could give Anti-Nephi-Lehi the meaning of that which is of Nephi Lehi.Das Anti mag aus dem Ägyptischen nty stammen, was dann soviel bedeuten würde wie: Diejenigen von Nephi-Lehi
(Bild: Quelle)

Die Amalekiten wurden nicht bekehrt, außer einem einzigen; auch wurden keine Amuloniten bekehrt

Jetzt folgt eine Aufzählung der Gruppen, die sich zum Evangelium bekehrten und derer, die es nicht taten: „Nun sind es diese, die sich zum Herrn bekehrten:“(Alma 23:8). In den Versen 9-13 werden Lamaniten in den Ländern Ischmael, Middoni, Schilom, Schemlon, und den Städten Nephi, Lemuel und Schimnilom aufgezählt (Lage der Städte zueinander siehe Karte unten; `Schimnilom´ wurde in einer frühen Ausgabe des Buches Mormon von 1852 `Schimnilon´ geschrieben, siehe hier). „14  Und die Amalekiten wurden nicht bekehrt, außer einem einzigen; auch wurden keine Amuloniten bekehrt; sondern sie verhärteten ihr Herz und auch das Herz der Lamaniten in jenem Teil des Landes, wo immer sie wohnten, ja, und in all ihren Dörfern und all ihren Städten.“ (Alma 23:14).

Die Amalekiten wurden nicht bekehrt, außer einem einzigen; auch wurden keine Amuloniten bekehrt (zu Amalekiten und Amuloniten siehe mein Blogbeitrag „Die Amalekiten und Amuloniten waren noch verstockter“). Wie uns berichtet wird, wurden nur reine Abkömmlinge Lamans und Lemuels [Söhne Lehis, der mit seiner Familie um 600 v. Chr. auf Geheiß Gottes aus dem alten Jerusalem der östlichen Hemisphäre auswanderte (1. Nephi 2:2,11), die älteren Brüder Nephis – aus ihnen entwickelten sich, nach ihrer Trennung, die verfeindeten Völker der Nephiten und Lamaniten (2. Nephi 5:5,14)], außer einem Amalekiten, bekehrt (siehe auch Alma 24:29). Die Amalekiten und Amuloniten lebten in der von ihnen auf der westlichen Hemisphäre erbauten Stadt Jerusalem (Alma 21:2-3; siehe Karte unten).

Ich lerne hieraus, welch enorme Anstrengung die Söhne Mosia des Jüngeren, im Land der Lamaniten, in dieser kurzen Zeit von weniger als dreizehn Jahren unternommen haben müssen, und wie der Herr sie mit Erfolg gesegnet hat, einen Großteil zweier verfeindeter Völker wieder miteinander zu versöhnen. Von solchen Anstrengungen kann ich noch nicht einmal träumen. Dessen ungeachtet versuche ich einen ganz bescheidenen Teil dadurch zu tun, dass ich die mir gebotenen Gelegenheiten nutze, Zeugnis von Jesus Christus und seinem Erlösungswerk abzulegen – auch wenn es nicht in Feindesland ist.


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So fielen diejenigen Lamaniten, die ihrem Predigen glaubten und sich zum Herrn bekehrten, niemals ab

Durch das Predigen des Wortes Gottes, bekehrten sich Tausende Lamaniten zum Herrn und sie wurden weiter im überlieferten Wort Gottes unterrichtet (Alma 23:5). „Und so wahr der Herr lebt, so gewiss war es, dass alle, die glaubten, oder alle, die zur Erkenntnis der Wahrheit gebracht wurden durch das Predigen Ammons und seiner Brüder gemäß dem Geist der Offenbarung und der Prophezeiung und der Macht Gottes, die in ihnen Wundertaten wirkte—ja, ich sage euch, so wie der Herr lebt, so fielen diejenigen Lamaniten, die ihrem Predigen glaubten und sich zum Herrn bekehrten, niemals ab.“ (Alma 23:6).

So fielen diejenigen Lamaniten, die ihrem Predigen glaubten und sich zum Herrn bekehrten, niemals ab. Es grenzt doch schon an ein Wunder, dass die Lamaniten, die von ihren Vätern über Generationen hinweg falsche Lehren über den Glauben ihrer Brüder, die Nephiten, ins Herz gepflanzt bekommen hatten, sich nun durch ebendiese nephitischen Missionare zum Herrn bekehrten. Was muss geschehen sein, dass sie sich nach Erlangung der Wahrheit, also der `Kenntnis von Dingen wie sie sind, waren und sein werden´ (Lehre und Bündnisse 93:24), niemals wieder von der wahren Erkenntnis abwendeten, und ihre Auflehnung gegen Gott und ihre Brüder aufgegeben haben (Alma 23:7)? Sie haben Glauben ausgeübt und aufrichtig nach Wahrheit gesucht und deshalb Erkenntnis geistiger Wahrheit, ein Zeugnis, durch Offenbarung erlangt, wie wir es am Beispiel des Simon Petrus durch Christus gelehrt bekommen (Matthäus 16:15-17). Diese Lamaniten haben zum einen Wissen erlangt, dass das Evangelium wahr ist, also ein Zeugnis, und zum anderen blieben sie diesem Wissen treu, sie haben sich also aufrichtig bekehrt.

Für mich ergibt sich daraus die Erkenntnis, dass wenn ich treu ausharren will bis an mein irdisches Ende, also nie mehr die wahre Erkenntnis ablegen will, ich mittels Offenbarung durch den Heiligen Geist, zu dem Wissen gelangen muss, dass das Evangelium wahr ist, also ein Zeugnis erlangen muss. Danach muss ich dieses Zeugnis vertiefen, indem ich eifrig in der Schrift studiere und nach ihr handle, um dieses Zeugnis fest zu verankern. Außer ein Zeugnis zu erlangen, muss ich mich also auch noch Bekehren – bewusst meinen früheren Lebenswandel aufgeben, mich ändern und ein Jünger Christi werden. Wie stellst du es an, von erworbener Wahrheit nicht abzulassen?


Für wen haltet ihr mich?
(Bild: Quelle; sieh dir auch gerne das kurze Video „Du bist der Messias“ an)