Die Stimme des Volkes richtete sich gegen Amlissi

Die erneute Volksbefragung (Alma 2:6) ergab: „… Die Stimme des Volkes richtete sich gegen Amlissi, so dass er nicht zum König über das Volk gemacht wurde. 8  Nun verursachte dies viel Freude im Herzen derer, die gegen ihn waren; aber Amlissi stachelte diejenigen, die ihm günstig gesinnt waren, zum Zorn gegen diejenigen auf, die ihm nicht günstig gesinnt waren.“ (Alma 1:7-8).

Die Stimme des Volkes richtete sich gegen Amlissi. In diesem Fall bestätigte sich die Aussage Mosia II, die er bei seinem Vorschlag, sich nicht weiter für ein Alleinherrschaftssystem auszusprechen machte, nämlich: „dass die Stimme des Volkes etwas begehrt, was im Gegensatz zu dem steht, was recht ist; sondern es ist üblich, dass der geringere Teil des Volkes das begehrt, was nicht recht ist;“ (Mosia 29:26).

Leider ist es aber nicht immer so, dass das, was die Mehrheit will, auch das Richtige ist, wie die Weltgeschichte auch immer wieder beweist (Mosia 29:27). Von Mark Twain (1835-1910, eigtl. Samuel Langhorne Clemens, US-amerik. Schriftsteller) stammt diese Aussage: „Wenn du merkst, dass du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren.“ Auch das stimmt nicht immer, aber ich fühle mich auf jeden Fall aufgefordert, mir meine eigene Meinung zu bilden. Dies bedingt, dass ich mich eingehend mit der Thematik auseinandersetze und mit dem Wort Gottes vergleiche, zu meiner Entscheidung komme und den Herrn dann frage, ob sie die richtige ist, und dann auf die feine Stimme des Geistes achte, mich bemühe, sie zu erspüren. Das bedingt aber, dass ich alles tue, was erforderlich ist: „Damit sein Geist immer mit uns sei“ (David A. Bednar Of the Quorum of the Twelve Apostles). Welche Erfahrungen hast du schon in diesem Zusammenhang gemacht?

mehrheit„Und die Erde ist doch eine Scheibe“
(Bild: Quelle)

Überall im ganzen Land versammelte sich das Volk

Amlissi trachtet danach König zu werden, obwohl diese Art der Alleinherrschaft gerade vorher vom Volk abgelehnt und durch die Stimme des Volkes eine Herrschaftsform von Richtern eingeführt wurde (Mosia 29:39). Amlissi gewann allerdings viele Anhänger, was unter dem Volk viele Auseinandersetzungen auslöste (Alma 2:1-2). Eine Volksbefragung war die Folge: „Und es begab sich: Überall im ganzen Land versammelte sich das Volk, jedermann gemäß seiner Gesinnung, sei er für oder gegen Amlissi, in getrennten Gruppen, und sie hatten viele Auseinandersetzungen und wunderliche Streitigkeiten miteinander. 6  Und so versammelten sie sich, um in Bezug auf diese Angelegenheit ihre Stimmen geltend zu machen; und diese wurden den Richtern vorgelegt.“ (Alma 2:5-6).

Überall im ganzen Land versammelte sich das Volk. Äußerst aktuell haben wir in der Europäischen Union gerade eine ganz ähnliche Situation in einem Mitgliedsland durchlebt. Da gab es eine starke Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern der Union. In diese Situation war das Volk gekommen, weil ein verantwortlicher Politiker meinte, durch einen Volksentscheid seine Stellung festigen zu können (äußerst vereinfacht dargestellt). Auch hier wurde mit viel Arglist versucht, Meinung zu bilden. Das Volk versammelte sich schließlich in seinen Wahlbezirken und gab seine Stimme ab, die dann von Wahlhelfern ausgezählt und das Ergebnis dem Ministerpräsidenten vorgelegt wurde.

Aus diesem und weiteren aktuellen Ereignissen lerne ich, dass ich mich nicht unüberlegt dem einen oder anderen Lager anschließen darf. Ich muss mich vorher ernsthaft umfassend informieren und bei meiner Entscheidungsfindung um die Hilfe des Heiligen Geistes bitten, denn mit seiner Hilfe kann ich Wahrheit von Irrtum unterscheiden (Moroni 10:5; Lehre und Bündnisse 46:7-8). Welche Gedanken gehen dir bei dieser Thematik durch den Kopf?

volksentscheid(Bild: Quelle)

Nun hatte dieser Amlissi durch seine Arglist viel Volk mit sich fortgezogen

Was ein Nachfolger des wegen Mordes und Verbreitung falscher Lehren hingerichteten Nehor (Alma 1:14-15) verursachte: „Und es begab sich: Zu Beginn des fünften Jahres ihrer Regierung fing ein Streit unter dem Volk an; denn ein gewisser Mann namens Amlissi, der ein sehr arglistiger Mann war, ja, ein weiser Mann nach der Weisheit der Welt, der der gleichen Ordnung angehörte wie der Mann, der Gideon mit dem Schwert getötet hatte und der gemäß dem Gesetz hingerichtet worden war — 2  nun hatte dieser Amlissi durch seine Arglist viel Volk mit sich fortgezogen; ja, so viele, dass sie anfingen, sehr mächtig zu sein; und sie fingen an daranzugehen, Amlissi als König über das Volk zu setzen.“ (Alma 2:1-2).

Unter Arglist versteht man eine `absichtliche, boshafte Hinterlist´. Hinterlist wiederum ist eine nicht auf den ersten Blick erkennbare, verborgene und feindselige Absicht. Es soll getäuscht werden. Im deutschen Zivilrecht gibt es den Tatbestand der `arglistigen Täuschung´. Ist es dir schon mal passiert, dass dir jemand den Abschluss eines Vertrages oder einer Willenserklärung schmackhaft gemacht, dir dabei aber gravierende Nachteile und Risiken absichtlich verschwiegen hat (BGB § 123)?

Nun hatte dieser Amlissi durch seine Arglist viel Volk mit sich fortgezogen. Gerade vor knapp drei Wochen haben wir erlebt, wie arglistige Politiker, nur um der Macht Willen, Menschen zu einem Entscheid bewegt haben, dessen Folgen sie vorher selber nicht durchdacht hatten und damit eine ganze Völkergemeinschaft ins Ungewisse stürzten (Jeremia 17:9).

Ich lerne daraus, dass ich selber unbedingt darauf achten muss, keine Arglist anzuwenden, um etwas zu erreichen, was alleine mir Vorteile verschaffen soll und dass ich wachsam sein muss, dass ich mich durch niemand mit Arglist von der wahren Lehre des Herrn abbringen lasse. Apostel Paulus sagt von sich und seinen Mitarbeitern: „Wir haben uns von aller schimpflichen Arglist losgesagt; wir handeln nicht hinterhältig und verfälschen das Wort Gottes nicht, sondern lehren offen die Wahrheit.“ (2. Korinther 4:2). Was unternimmst du, um `Arglist´ zu erkennen bzw. zu vermeiden?

arglistAbsichtliches Verschweigen absprachewidrig eingesetzter Baumaterialien ist arglistig
(Bild: Quelle)

Darum gab es bis zum fünften Jahr der Regierung der Richter unter dem Volk Nephi viel Frieden

„Und es begab sich: Dadurch, dass das Gesetz so auf sie angewendet wurde, indem jedermann gemäß dem litt, was er getan hatte, wurden sie friedlicher und wagten keinerlei Schlechtigkeit zu begehen, die bekannt werden würde; darum gab es bis zum fünften Jahr der Regierung der Richter unter dem Volk Nephi viel Frieden.“ (Alma 1:33).

Darum gab es bis zum fünften Jahr der Regierung der Richter unter dem Volk Nephi viel Frieden. Ich lerne aus dieser Schriftstelle, was auch heute für uns genauso gilt: Gesetze alleine nützen nicht viel, ihre Einhaltung muss auch überwacht und Übertretungen müssen geahndet werden. Überwacht? Das ist wohl bei vielen inzwischen ein Reizwort. Im Alten Testament wird die Überwachung als Eigenschaft der Weisheit aufgezählt (Weisheit 7:22-23). Hat Überwachung also etwas mit weise sein zu tun?

Klar ist doch, dass wenn es z. B. keine Geschwindigkeitsüberwachung geben würde, fast niemand die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit einhalten würde. Anwohner würden durch zu starken Lärm belästigt und durch erhöhten Schadstoffausstoß gesundheitlich stärker gefährdet und somit `unzufrieden´ sein. Schlimmer noch die akute Lebensgefahr durch Raser. Dann gibt es noch Überwachungsgeräte, die mitteilen, wo überwacht wird, um die eigene Übertretung nicht `bekannt werden´ zu lassen …

Klar ist für mich: Überwachung, mit Durchsetzung angedrohter Konsequenzen, führt letztendlich zu Frieden, ob im weltlichen Bereich oder im Reich Gottes. Der größte Überwacher bin ich allerdings selber. All mein Denken und Handeln werden in meinem `Gehirn´ unauslöschlich gespeichert und zu gegebener Zeit vor dem großen Richter ausgespeichert. Mein Gewissen, das innere Gespür für richtig und falsch, das vom Licht Christi her rührt, ist das Überwachungsgerät, das mich vor Übertretung warnt (Römer 2:14-15; Moroni 7:16). Ich bin sehr bemüht, seine Warnungen des eigenen Friedens willen, aber ebenso des meiner Mitmenschen, ernst zu nehmen. Was sind deine Gedanken zum Thema Überwachung?

Überwachung(Bild: Quelle)

Und so erging es ihnen wohl

Über die materielle Situation der gläubigen Mitglieder der Kirche des Herrn zuzeiten Alma des Jüngeren heißt es: „Und so erging es ihnen wohl, und sie wurden viel wohlhabender als diejenigen, die nicht ihrer Kirche angehörten. 32  Denn diejenigen, die nicht ihrer Kirche angehörten, gaben sich Zaubereien und Götzendienst oder Müßiggang hin, ebenso dem Geschwätz und dem Neid und dem Hader; sie trugen kostbare Gewänder; sie wurden im Stolz ihrer eigenen Augen überheblich; sie verfolgten, logen, stahlen, raubten, begingen Hurerei und Mord und allerart Schlechtigkeit; doch wurde das Gesetz, soweit dies möglich war, bei all denen geltend gemacht, die es übertraten.“ (Alma 1:31-32).

  • Zaubereien und Götzendienst
    Zauberei und Götzendienst hat der Herr schon dem Volk Israel verboten (Levitikus 19:26; Exodus 20:3-4) und dieses war ihnen bekannt.
  • Müßiggang
    Denkst du, dass die Ermahnung des Apostels Paulus an die Thessalonicher bezüglich Müßiggang nur diesen galt: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“ (2. Thessalonicher 3:10)? Bei der Vertreibung aus dem Garten Eden hat der Herr dem Menschen geboten: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, …“ (Genesis 3:19).
  • Geschwätz
    Schon der Psalmist warnt uns: „Bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede!“ (Psalm 34:14).
  • Neid und … Hader
    Bei Neid bin ich mit etwas oder jemandem unzufrieden, ich hadere mit den Umständen, bin unzufrieden und beklage mich ggf. darüber. Der Herr hat uns gesagt, dass das größte Gebot die Liebe sei. Wenn wir dieses Gebot befolgen, werden wir automatisch nicht neiden (Moroni 7:45). All dies gab es unter den Nephiten nach dem Erscheinen von Christus nicht (4. Nephi 1:16).

Und so erging es ihnen wohl. Ich lerne daraus, dass ich darauf achten muss, dass, wenn es mir gut geht, daran zu denken, wem ich das zu verdanken habe, ich muss demütig bleiben. Zwar habe ich meinen Teil dazu beigetragen materiell gut dazustehen, aber wer hat mir diese Güter bereitgestellt? Welche Gefahren siehst du für dich, für den Fall, dass du in allen Dingen reichlich hast?

müßiggang„Müßiggang ist aller Laster Anfang“
(Bild: Quelle)

Sie trugen keine kostbaren Gewänder, doch waren sie ordentlich und schicklich

Wie sich die Nephiten zuzeiten Alma des Jüngeren um 90 v. Chr. in Amerika kleideten: „…und sie trugen keine kostbaren Gewänder, doch waren sie ordentlich und schicklich. 28  Und so ordneten sie die Angelegenheiten der Kirche; und so fingen sie wiederum an, beständig Frieden zu haben, trotz all ihrer Verfolgungen.“ (Alma 1:27-28).

Sie trugen keine kostbaren Gewänder, doch waren sie ordentlich und schicklich. Obwohl die Nephiten zuzeiten Alma des Jüngeren, aufgrund ihres Gehorsams gegenüber den Geboten des Herrn, erfolgreich in ihren Unternehmungen und dadurch reich waren (Alma 1:29), zeigten sie dies nicht durch extravagante Kleidung. Sie begnügten sich damit, „ordentlich und schicklich“ gekleidet zu sein.

Heute sind wir ebenso aufgefordert uns was Kleidung, äußere Erscheinung, Ausdrucksweise und Verhalten angeht, von Bescheidenheit und Schicklichkeit leiten zu lassen, um keine ungebührliche Aufmerksamkeit auf uns zu lenken. Sollten wir unsicher sein, welche Kleidung diese Forderungen erfüllt, könnten wir uns fragen: „Würde ich mich mit meinem Aussehen wohlfühlen, wenn ich mich in der Gegenwart des Herrn befände?“ Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass unsere Kleidung Ausdruck unserer Persönlichkeit ist. Durch angemessene Kleidung laden wir den Heiligen Geist ein, unser Begleiter zu sein und können auf unsere Mitmenschen einen guten Einfluss ausüben. „An unserem Aussehen und unserem Verhalten soll erkennbar sein, dass wir wahrhaftig Jünger Christi sind.“ (Elder Jeffrey R. Holland). Was ist deine Einstellung zu ordentlicher und schicklicher Kleidung?

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(Bild: Quelle)

Sie teilten von ihrer Habe

Die Nephiten zuzeiten Alma des Jüngeren um 90 v. Chr. in Zentralamerika: „… teilten von ihrer Habe, ein jeder gemäß dem, was er hatte, mit den Armen und den Bedürftigen und den Kranken und den Bedrängten; und sie trugen keine kostbaren Gewänder, doch waren sie ordentlich und schicklich. 28  Und so ordneten sie die Angelegenheiten der Kirche; und so fingen sie wiederum an, beständig Frieden zu haben, trotz all ihrer Verfolgungen.“ (Alma 1:27-28).

Auch hierin hielten sich die Mitglieder der Kirche zuzeiten Alma des Jüngeren an das, wozu sie nach dem Evangelium aufgefordert waren (Mosia 18:27). Dabei denke ich an die Aufforderung Jesu an den reichen Jüngling, der all die von Jesus im Gespräch angeführten Gebote schon gehalten hatte, aber dieser letzen nicht nachkam: „… Verkauf alles, was du hast, verteil das Geld an die Armen …“ (Lukas 18:22). Wollte Jesus ihn, und damit auch uns, auffordern, all unsere Habe zu veräußern, um mit dem Erlös den armen zu helfen? Ich denke, dass dies nicht die Lehre ist, die wir daraus ziehen sollen, denn anschließend sagt er seinen Jüngern, dass es für diejenigen, die an ihrem weltlichen Reichtum hängen und eher darauf setzen, als auf den Dienst am Nächsten, schwerer sein wird, in sein Reich zu gelangen als einem Kamel durch den niedrigen kleinen Seiteneingang des Stadttores in die Stadt zu gelangen (Markus 10:23-25).

Sie teilten von ihrer Habe. Ich bin nicht wirklich aufgefordert all meinen Besitz aufzugeben, um es unter den materiell Bedürftigen zu verteilen. Die vollkommenste Form wäre die, die die Nephiten, nach dem Besuch des Heilandes bei ihnen, lebten: „… sie hatten alles unter sich gemeinsam …“ (4. Nephi 1:3). Sie lebten nach dem Gesetz der `Weihung´, welches der Herr auch den Mitgliedern der wiederhergestellten Kirche 1831 gab (Lehre und Bündnisse 70:14).

Auch wir sind heute aufgefordert, uns um die Bedürftigen zu kümmern und ihnen von dem Überfluss, den uns der Herr schenkt, abzugeben (Lehre und Bündnisse 104:17-18). Durch eine großzügige Spende in den Fastopferfond der Kirche, der speziell allen materiell Bedürftigen zugutekommt „… seien sie alt oder jung, seien sie geknechtet oder frei, seien sie männlich oder weiblich, sei es außerhalb der Kirche oder in der Kirche …“ (Alma 1:30), komme ich dieser Aufforderung des Herrn nach. Vorbild sind mir dabei gerade die Nephiten zuzeiten Alma des Jüngeren. Wie sieht dein Teilen mit den Armen aus?

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Diakone sammeln das Fastopfer ein
(Bild: Quelle; lies auch den gesamten Artikel „Fasten und Fastopfer“)

Der Priester achtete sich nicht höher als seine Zuhörer

Über die Tätigkeit der Priester um die 90 v. Chr. in Amerika wird uns berichtet: „Und wenn die Priester ihre Arbeit verließen, um dem Volk das Wort Gottes mitzuteilen, da verließ auch das Volk seine Arbeit, um das Wort Gottes zu hören. Und wenn die Priester ihnen das Wort Gottes mitgeteilt hatten, kehrten alle eifrig zu ihrer Arbeit zurück; und der Priester achtete sich nicht höher als seine Zuhörer, denn der Prediger war nicht besser als der Hörer, und der Lehrer war um nichts besser als der Lernende; und so waren sie alle gleich, und sie arbeiteten alle, ein jeder gemäß seiner Kraft.“ (Alma 1:26).

Einen Tag in der Woche hatten die Nephiten festgesetzt, an dem sie zusammenkommen wollten, um im Wort Gottes zu unterweisen und unterwiesen zu werden, darüber hinaus wollten sie sich so oft versammeln, wie es in ihrer Macht stand (Mosia 18:25). Dabei verließ ein jeder seine Arbeit, denn jeder war angehalten selber für seinen Unterhalt zu sorgen und keiner sollte sich höher schätzen als seinen Nächsten (Mosia 27:4). Bei allem sollten sie sich dabei aber nicht über ihre Kräfte hinaus abmühen und dennoch eifrig sein (Mosia 4:27). Gleichen weisen Umgang mit unseren Kräften hat der Herr uns heute genauso empfohlen (Lehre und Bündnisse 10:4).

Der Priester achtete sich nicht höher als seine Zuhörer. Sicherlich bist du schon Mitmenschen begegnet, die bei dir den Eindruck hinterlassen haben, dass sie aufgrund ihrer Stellung etwas Besseres seien als du. Sie haben sich selbst überbewertet und überheblich auf dich herabgesehen. Sie waren einfach eingebildet, anmaßend, arrogant, großtuerisch, dünkelhaft, selbstgefällig, aufgeblasen, blasiert.

Für mich ist es allerdings wichtiger meine eigene Art zu reflektieren und darauf zu achten, dass ich selber nicht in die gleichen Muster verfalle. Dabei hilft mir ungemein, auf die verbalen, als auch nonverbalen Rückmeldungen meiner Mitmenschen zu achten. Außerdem gibt es im Berufsleben sogenannte Mitarbeitergespräche. Wenn ich diese Rückmeldungen selbstkritisch reflektiere, helfen sie mir zu erkennen, wie ich auf andere wirke. Nun muss ich nur noch die richtigen Schlüsse daraus ziehen und bereit sein, sie umzusetzen. Welche Möglichkeiten nutzt du, um Negativeigenschaften zu erkennen und zu vermeiden?

eingebildet(Bild: Quelle)

Nun war dies eine große Prüfung für diejenigen, die fest im Glauben standen

Die Bedrängnisse durch die Ungläubigen: „… war … eine große Prüfung für diejenigen, die fest im Glauben standen; doch waren sie standhaft und unverrückbar im Halten der Gebote Gottes, und sie ertrugen die Verfolgung, womit sie überhäuft wurden, mit Geduld.“ (Alma 1:25).

  • Standhaft, unverrückbar
    ist man, wenn man trotz Widerwärtigkeiten entschlossen zu seinem Glauben steht und darin Beharrlichkeit zeigt. Schon immer gab es Menschen, die ihres Glaubens an das Wort Gottes Willen verfolgt wurden und der Herr hat ihnen gesagt: „Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.“ (Matthäus 10:22). Paulus ermuntert die Mitglieder in Korinth, dass sie standhaft und unerschütterlich am Werk des Herrn teilnehmen sollen und diese Mühe nicht vergeblich wäre (1. Korinther 15:58). Die Krönung der Standhaftigkeit im Glauben ist das ewige Leben (2. Nephi 31:20).
  • Geduldiges Ertragen
    ist die Fähigkeit Bedrängnisse, Beleidigungen oder Kränkungen klaglos und ohne Vergeltung hinzunehmen. Die Apostel und Hiob sind uns darin ein großes Vorbild (Jakobus 5:10-11).

Nun war dies eine große Prüfung für diejenigen, die fest im Glauben standen. Durch eine Prüfung will der Prüfer in einer arrangierten Situation die Leistungsfähigkeit des Prüflings feststellen. Diese arrangierte Situation kann z. B. eine Versuchung oder ein schweres Leid sein. Oftmals finden wir uns in einer solchen Situation wieder und dürfen unsere Standhaftigkeit oder unser geduldiges Ertragen unter Beweis stellen. Täglich bitte ich den Herrn um Kraft, solche Prüfungen zu bestehen. Das alleine reicht allerdings nicht aus, ich muss selber auch etwas dafür tun, ich muss meinen Geist trainieren, indem ich die Schriften studiere, um sie dann in diesen Situationen richtig anzuwenden. Wie gehst du mit solchen Prüfungen um?

prüfung(Bild: Quelle)

Vielen verhärtete sich das Herz, und ihre Namen wurden ausgelöscht

„Nun geschah dies [die Streitigkeiten mit Handgreiflichkeit; siehe Vers 22] im zweiten Jahr der Regierung Almas, und es war die Ursache von viel Bedrängnis für die Kirche; ja, es war die Ursache von viel Prüfung für die Kirche. 24  Denn vielen verhärtete sich das Herz, und ihre Namen wurden ausgelöscht, so dass man ihrer unter dem Volk Gottes nicht mehr gedachte. Und auch zogen sich viele von ihnen zurück.“ (Alma 1: 23-24).

Auch hierin handelten die Kirchenautoritäten zuzeiten des Volkes Nephi nach dem Gesetz, das der Herr dem Mose gab, als er bei ihm Sühne erwirken wollte, dafür, dass sich das Volk während seiner Abwesenheit Götter aus Gold gemacht hatte: „Der Herr antwortete Mose: Nur den, der gegen mich gesündigt hat, streiche ich aus meinem Buch.“ (Exodus 32:33).

Vielen verhärtete sich das Herz, und ihre Namen wurden ausgelöscht. So wie es schon immer im Reich des Herrn auf Erden gehandhabt wurde, nämlich, dass Umkehrunwillige bei entsprechenden Übertretungen ihre Rechte der Mitgliedschaft in der Kirche des Herrn verwirkten und aus den Büchern gestrichen wurden, geschieht es auch heute (Lehre und Bündnisse 42:28). In Lehre und Bündnisse 102 ist das Ausschlussverfahren durch das Gremium des Hohen Rates niedergelegt, der in die Verfahren durchzuführen hat, die nicht von einem Bischof zur Zufriedenheit der Beteiligten durchgeführt wurde (Lehre und Bündnisse 102:2). Sollte das Verfahren hier auch unzufriedenstellend ausgehen, können die Beteiligten Berufung beim Hohen Rat am Sitz der Ersten Präsidentschaft der Kirche einlegen (Lehre und Bündnisse 102:27). Dies ist die letzte anzurufende Instanz (Lehre und Bündnisse 102:31), wobei die Erste Präsidentschaft jedoch darüber entscheiden kann, ob „… ein Anspruch auf eine neue Verhandlung gerechtfertigt ist“ (Lehre und Bündnisse 102:33).

Ich habe nicht das Verlangen danach, mein Herz gegen die Lehre und die Kirche des Herrn zu verhärten, auch wenn es ebenso heute viele Mitglieder der Kirche gibt, die falsche Lehren verbreiten. Wie gehst du damit um?

ausgelöscht(Bild: Quelle)