Wenn dieser Fluch von dir genommen würde

Korihor flehte Alma an, dass der Fluch von ihm genommen werden würde (Alma 30:54). Die Antwort Almas lautete: „… Wenn dieser Fluch von dir genommen würde, dann würdest du das Herz dieses Volkes abermals verführen; darum soll dir geschehen, ja, wie der Herr es will.“ (Alma 30:55).

Wenn dieser Fluch von dir genommen würde. Alma der Jüngere geht aufgrund seiner Menschenkenntnis davon aus, dass Korihor mit seinen lügnerischen Machenschaften weiter machen würde, wenn der Herr ihm seine Sprache wieder geben würde. Das Schockerlebnis wäre viel zu kurz gewesen und seine heilende Wirkung würde sofort wieder verfliegen und er würde durch Satans Verführungskünste wieder in altes Fahrwasser geraten und dort weitermachen, wo er aufgehört hatte, die falschen Lehren Satans weiter zu verbreiten und Anhänger zu finden und wenn möglich, eine eigene Kirche zu gründen (1. Nephi 4:9).

Hast du das auch schon mal erlebt, dass wenn du etwas Gesetzwidriges gemacht hast und dafür bestraft worden bist, die erzieherische Wirkung zeitlich recht begrenzt war. Ich denke da an einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsverordnung. Man ist mit dem Wagen unterwegs, sieht ein Geschwindigkeitsbegrenzungsschild und hält sich nicht dran. Zu spät erkannt, dass da eine Geschwindigkeitsmessung der Verkehrshüter durchgeführt wird. Man ärgert sich total, und bis man den Bußgeldbescheid bekommt, verhält man sich gesetzestreu und wartet gebannt auf die Höhe der Strafe. Hat man sie dann beglichen und ist froh, dass keine Punkte kassiert wurden, oder sogar ein Fahrverbot ausgesprochen wurde, geht man wieder recht schnell zu alten Gewohnheiten über. Auf das Evangelium übertragen, heißt das für mich, dass ich es auf keinen Fall drauf ankommen lassen sollte, den Herrn so lange herauszufordern, bis er zu schärferen Maßnahmen greift, die er dann auf mein Flehen hin, nicht mehr zurücknimmt, das Sühnopfer des Sohnes Gottes nicht mehr wirksam sein kann, keine Barmherzigkeit, sondern die Gerechtigkeit zum Zuge kommt (Mosia 2:38-39). Welche Erfahrungen hast du schon mit der zeitlich begrenzten Wirkung von Sanktionen gemacht?

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Er möge zu Gott beten, dass der Fluch von ihm genommen werde

Der Antichrist Korihor hatte, nachdem er nun durch Alma den Jüngeren, den Hohepriester der ganzen Kirche, im Namen Gottes mit Stummheit geschlagen war (Alma 30:50), zugegeben, dass er von Satan getäuscht wurde (Alma 30:53), und flehte nun Alma an, „… er möge zu Gott beten, dass der Fluch von ihm genommen werde.“ (Alma 30:54).

Er möge zu Gott beten, dass der Fluch von ihm genommen werde. Es gibt da ein Sprichwort: „Späte Einsicht ist besser als keine“, aber geht das immer auf? Korihor war von Satan so sehr geblendet worden, dass er durch sein Predigen viele weitere Menschen des Volkes vom wahren Glauben an Gott, Christus und den Erlösungsplan, weggeführt hatte, hin zu Ablehnung all dessen. Somit hat er diesen Menschen einen unüberschaubaren Schaden zugefügt, was für ihn sicherlich nicht ohne Konsequenzen bleiben wird, wie wir später auch noch sehen werden. Da greift dann das Zitat, das der englische Dichter und Dramatiker William Shakespeare König Lear in den Mund legt: „Weh, wer zu spät bereut!“

Ich lerne daraus, dass ich, ehe es für andere und für mich zu spät ist, früh genug zur Einsicht in mein Abdriften vom Weg des Herrn kommen muss, denn dann gibt es noch die Chance, dass der Spruch wirken kann: „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.“ Es ist aber unabdingbar, dass mir klar ist, dass dies in der Tat nur `der erste Schritt´ ist. Nach der Einsicht, muss dann das Handeln kommen. Ich werde mich mit dem Herrn besprechen und ihn um seine Hilfe bitten, aus der Verwirrung, die Satan angestiftet hat, wieder zu klarer Sicht zu kommen. Sicherlich kann es auch hilfreich sein, andere zu bitten, den Herrn um Hilfe für mich anzuflehen. Auf jeden Fall muss ich mich gebeterfüllt mit dem Wort des Herrn auseinandersetzen und es auch anwenden, um Licht- Erkenntnis – aus der richtigen Quelle zu empfangen (Johannes 8:12). Wie gehst du vor, wenn du spürst, dass du nicht mehr klar siehst?

John 8:12–58, Jesus stands in the temple and speaks with the PhariseesJesus erklärt: Ich bin das Licht der Welt.
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Der Teufel hat mich getäuscht; denn er erschien mir in der Gestalt eines Engels

Der als Zeichen mit Stummheit geschlagene Antichrist Korihor (Alma 30:50) antwortete schriftlich weiter auf die Frage des obersten Richters über das ganze Land, ob er nun von der Macht Gottes überzeugt sei: „Aber siehe, der Teufel hat mich getäuscht; denn er erschien mir in der Gestalt eines Engels und sprach zu mir: Gehe hin und gewinne dieses Volk zurück; denn sie sind alle nach einem unbekannten Gott in die Irre gegangen. Und er sprach zu mir: Es gibt keinen Gott; ja, und er lehrte mich das, was ich sagen sollte. Und ich habe seine Worte gelehrt; und ich habe sie gelehrt, weil sie für den fleischlichen Sinn angenehm waren; und ich habe sie gelehrt, ja, bis ich viel Erfolg hatte, so sehr, dass ich wirklich glaubte, sie seien wahr; und aus diesem Grund habe ich der Wahrheit widerstanden, ja, bis ich diesen schweren Fluch über mich gebracht habe.“ (Alma 30:53).

Der Teufel hat mich getäuscht; denn er erschien mir in der Gestalt eines Engels. Im Buch Mormon und im Neuen Testament wird uns bestätigt, dass der Teufel sich als `Engel des Lichts´ tarnen kann (2. Nephi 9:9; 2. Korinther 11:14), und so Nachfolger für sich und seine Falschlehren gewinnt und veranlasst, dass sie in ihrer Überheblichkeit umhergehen und die Menschen lehren: „… Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott …“ (Psalm 10:4). Weil die Lehren Satans „… für den fleischlichen Sinn angenehm …“ sind, verfestigen sie sich in seinen Anhängern so sehr, dass sie die Lügen Satans als wahr ansehen und die Wahrheit als Lüge.

Satan versucht uns Sterbliche in fleischliche Sicherheit zu wiegen, und somit für seine Lehre zu gewinnen (2. Nephi 28:21). Dass er uns damit betrügt und uns so ganz sachte, Stück für Stück, fast unmerklich ins Verderben führt, merken wir oftmals erst, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Wenn wir „den Stall erst abschließen, wenn die Kuh gestohlen ist“ macht es keinen Sinn mehr. Vorher muss ich den Stall abschließen, so dass der Dieb sich nicht meiner Seele bemächtigen und sie in die Hölle hinab ziehen kann. Wie schließt du den Stall ab, um deine Seele zu sichern?

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Ich habe immer gewusst, dass es einen Gott gibt

Auf die schriftliche Frage, ob Korihor nun von der Macht Gottes überzeugt sei, antwortete dieser schriftlich: „… Ich weiß, dass ich stumm bin, denn ich kann nicht sprechen; und ich weiß, dass allein die Macht Gottes dies über mich hat bringen können; ja, und ich habe immer gewusst, dass es einen Gott gibt.“ (Alma 30:52).

Ich habe immer gewusst, dass es einen Gott gibt. Was passiert, wenn man von jemandem dorthin geführt wird, wo das Licht einer Lampe abgeschirmt ist? Man wird nicht mehr in der Lage sein, zu erkennen, was vor sich geht. Daraus entstand die Redewendung: „Jemanden hinters Licht führen“, wenn jemand getäuscht, hereingelegt oder betrogen wird. Wie sehr kann Satan uns Menschen doch offensichtlich täuschen, hereinlegen oder betrügen, `hinters Licht führen´. Er hat Korihor, der seinen eigenen Bekundungen zufolge schon immer wusste, dass es Gott gibt, so arg `hinters Licht geführt´, dass er dieses Wissen aufgab und den Schmeicheleien Satans (2. Nephi 28:22) erlag und meinte, genau das Gegenteil wäre richtig.

Es gibt da einen Ausspruch des österreichischen Schriftstellers und Kritikers Alfred Polgar (1873-1955): „Es ist sehr schwierig, Menschen hinters Licht zu führen, sobald es ihnen aufgegangen ist“. Allerdings schafft es Satan, der Feind der Rechtschaffenheit, bei dem einen oder anderen offensichtlich doch. Am Beispiel Korihors lerne ich, dass Satan keine Anstrengung scheut, sogar diejenigen, die im Licht stehen – Kenntnis von der Existenz Gottes besitzen – hinters Licht zu führen, ihnen weis zu machen: Es gibt keinen Gott. Was kann ich tun, um mich davor zu schützen? Jakobus, der Bruder von Jesus Christus (Markus 6:3), und nach dem Weggang des Petrus (Apostelgeschichte 12:17) Leiter (Bischof) der Gemeinde der Judenchristen in Jerusalem, gibt mir da einen guten Ratschlag: „Ordnet euch also Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand; dann wird er vor euch fliehen.“ (Jakobus 4:7). Auch darf ich das Gebet nicht außer Acht lassen (Alma 34:39). Es wäre ein fataler Fehler, dem Trugschluss zu verfallen: Ich bin fest in meinem Zeugnis, der Satan kann mich nicht `hinters Licht führen´ und hochmütig zu werden. Was unternimmst du, damit Satan dich nicht `hinters Licht führt´?

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An wem hättest du gewünscht, dass Alma sein Zeichen zeige?

Als der oberste Richter des ganzen Landes, der bei dem Gespräch zwischen Alma dem Jüngeren, dem Hohepriester des ganzen Landes, und Korihor zugegen war (Alma 30:29-30), erkannte, dass Korihor nicht mehr sprechen konnte, wie Alma es im Namen Gottes geboten hatte, „… streckte er seine Hand aus und schrieb an Korihor, nämlich: Bist du von der Macht Gottes überzeugt? An wem hättest du gewünscht, dass Alma sein Zeichen zeige? Wolltest du, dass er andere bedrängt, um dir ein Zeichen zu zeigen? Siehe, er hat dir ein Zeichen gezeigt; und willst du nun noch weiter streiten?“ (Alma 30:51).

An wem hättest du gewünscht, dass Alma sein Zeichen zeige? Ist ja nun sicherlich nicht gerade das, was sich Korihor als Zeichen gewünscht hätte, selber mit Stummheit geschlagen zu werden. Lieber wäre es ihm wohl gewesen, das Zeichen wäre irgendein anderes gewesen, an einer anderen Person z. B., oder einem anderen Objekt.

Ich lerne daraus, dass es u. U. ungünstig für mich ausgehen kann, wenn ich vom Herrn eine wundertätige Kundgebung – ein Zeichen – fordere, damit ich meine Neugierde befriedigt bekomme, oder Glauben an ihn erhalte bzw. verstärken kann, denn wie sagte der Herr zu den Pharisäern: „… Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen …“ (Matthäus 12:39). Dazu möchte ich nicht gehören. Es passiert nämlich genau anders herum. Der Herr wird nach seinem Ermessen denen Zeichen zukommen lassen, die Glauben üben (Lehre und Bündnisse 58:64). Und außerdem sagt er uns in neuzeitlicher Offenbarung: „Verlangt keine Wundertaten, außer ich gebiete es euch …“ (Lehre und Bündnisse 24:13). Außerdem hat der Herr schon so viele „… Zeichen und Wunder am Himmel und auf der Erde …“ (Daniel 6:28) gewirkt, ich muss nur Augen, Ohren und Herz offen halten, um sie zu erkennen. Nur muss ich ein Gespür dafür entwickeln, welche Wunder von wem kommen, denn es gibt da auch noch Luzifer, der falsche Christusse und Propheten schickt, um mich zu verführen (Joseph Smith – Matthäus 1:22). Wie sind deine Gedanken zu Zeichen und Wundern?

Jesus Christus in a white robe, walking along the banks of the sea and calling out to a group of fishermen, who are pulling their nets into their boat.„Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.
(Johannes 21:6; Bild: Quelle)

Und ich sage, im Namen Gottes wirst du mit Stummheit geschlagen werden

Korihor bestand darauf, dass Alma der Jüngere, der Hohepriester der ganzen Kirche, ihm ein Zeichen geben solle, ehe er an Gott glauben würde (Alma 30:48). Alma sprach deshalb zu ihm: „… Dies will ich dir zum Zeichen geben: Du wirst gemäß meinen Worten mit Stummheit geschlagen werden, und ich sage, im Namen Gottes wirst du mit Stummheit geschlagen werden, so dass du nicht mehr wirst reden können.“ (Alma 30:49).

Und ich sage, im Namen Gottes wirst du mit Stummheit geschlagen werden. Alma dem Jüngeren war die Vollmacht Gottes, hier auf Erden sein Sprachrohr und der Hohepriester über die gesamte Kirche zu sein, von seinem Vater übertragen worden (Mosia 29:42). Alma der Ältere hatte diese Vollmacht von König Mosia übertragen bekommen (Mosia 26:8). Der Hohepriester über die gesamte Kirche ist der Schlüsselträger des Herrn hier auf Erden (Matthäus 16:18-19) und was er sagt, das ist so, als wenn der Herr es selber sprechen würde (Lehre und Bündnisse 21:1,5). So hat Alma der Jüngere mit der ihm übertragenen Schlüsselvollmacht des hohen Priestertums, im Namen des Herrn, Korihor ein Zeichen gegeben, nämlich dass er stumm sein würde.

Die Schlüsselvollmacht über die ganze Kirche wird von Jesus Christus übertragen. So hat er Adam als ersten Menschen diese Schlüssel übertragen (Köstliche Perle Mose 6:7,57-58,66-68). Wie wir im Vers sieben gelesen haben, besteht dieses Priestertum immer fort. Natürlich gab es zwischendurch immer wieder Zeitabschnitte, in denen Menschen nicht würdig waren es zu haben. So z.B. nachdem alle Apostel, die der Herr Jesus Christus berufen hatte, nach seiner Himmelfahrt, nach und nach ermordet wurden. Aber der Herr hat immer wieder Menschen mit seinem Geist ausgestattet, dass sie dazu beitragen konnten, eine Wiederherstellung zu ermöglichen, z. B. die ganzen Reformatoren und all diejenigen, die mit ihren Erfindungen dazu beitrugen, dass das Wort Gottes alle Menschen erreichen konnte, vom Buchdruck bis hin zum Internet. Zwischendurch war dann auch die Zeit reif, dass Schlüssel wieder auf die Erde gelangen konnten. Es begann mit der Erscheinung Gott Vaters und seines Sohnes Jesus Christus dem jungen Joseph Smith, der sich im Jahr 1820 mit der Frage welcher Kirche er sich anschließen solle, an den Herrn wandte (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:1-20). Die Folge war die Wiederherstellung aller Priestertumsschlüssel. Sie wurden von Joseph Smith ununterbrochen bis heute weiter gegeben und sie sollen nie mehr von der Erde genommen werden (lies zu der ganzen Thematik gerne hier mehr) . Dass diese Schlüsselvollmacht heute der Hohepriester über die ganze Kirche, Thomas S. Monson, innehält, dafür brauche ich kein Zeichen verlangen, das weiß ich schon aus tiefstem Herzen. Wie sieht es bei dir mit dem Verlangen nach Zeichen aus?

Korihor fordert von Alma dem Jüngeren ein Zeichen
(Bild: Quelle)

Ich leugne nicht das Dasein eines Gottes, aber ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt

Entgegen seinen vorhergehenden Aussagen schwächt Korihor nun, nachdem er gehört hat, dass Gott ihn schlagen würde, wenn er weiterhin dessen Existenz leugnen würde, seine Aussage ab. Zunächst hatte er Alma dem Jüngeren gegenüber ja die Frage, ob er Gott leugnet, bejaht (Alma 30:39,45), aber „Nun sprach Korihor zu ihm: Ich leugne nicht das Dasein eines Gottes, aber ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt; und ich sage auch, du weißt nicht, dass es einen Gott gibt; und wenn du mir nicht ein Zeichen zeigst, werde ich nicht glauben.“ (Alma 30:48).

Ich leugne nicht das Dasein eines Gottes, aber ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt. Korihor zieht die klare Leugnung zurück und beschränkt sich darauf, zu äußern, dass er nicht daran glaubt, dass es Gott gibt. Er fordert aber weiterhin ein Zeichen, ehe er sich zum Glauben bekehren würde, und stellt sogar eine Behauptung auf, nämlich, dass Alma selber wissen würde, dass es keinen Gott geben würde. Wie will er diese Behauptung beweisen oder womit rechtfertigen?

Ich stelle bei vielen Menschen fest, dass sie leichtfertig unzulässige Verallgemeinerungen äußern, bzw. Behauptungen aufstellen, deren Wahrheit sie nicht in der Lage sind nachzuweisen. Wie häufig hörst du Aussagen wie: `Das macht doch jeder´ oder `Dem geht doch alles schief´ oder `Nie macht er irgendwas richtig´ oder `Alles muss man ihm abnehmen´ oder `Nichts kann man ihn alleine machen lassen´. Wie häufig kommt es vor, dass man solche unzulässigen Verallgemeinerungen selber behauptet? Unzulässig, weil sie mit Sicherheit nicht allgemeingültig – immer und überall geltend – sind, sondern nur auf einen bestimmten Fall, oder einige wenige Fälle, zutreffen. Wieso? Vielleicht aufgrund von oberflächlicher, unbedachter, Kommunikation oder falschen Angewohnheiten in der Kommunikation. Ich lerne daraus, dass ich, bevor ich Behauptungen aufstelle, mir darüber klar sein muss, ob sie zutreffend, und damit nachweisbar sind, oder nicht. Du kennst sicherlich den Spruch: „Erst denken, dann reden!“ In welchen Fällen hast du schon unbedacht Verallgemeinerungen geäußert?

(Bild: Quelle)

Wenn du darum weiter leugnest, siehe, dann wird Gott dich schlagen

Alma der Jüngere und Hohepriester über die ganze Kirche, weiter zu dem Antichristen Korihor: „Aber siehe, es ist besser, deine Seele geht verloren, als dass du der Anlass dafür bist, dass viele Seelen durch dein Lügen und durch deine schmeichlerischen Worte zur Vernichtung hinabgeführt werden; wenn du darum weiter leugnest, siehe, dann wird Gott dich schlagen, dass du stumm wirst, dass du deinen Mund nie mehr öffnen wirst, dass du dieses Volk nicht mehr täuschen wirst.“ (Alma 30:47).

Wenn du darum weiter leugnest, siehe, dann wird Gott dich schlagen. Bei Leugnung denke ich direkt an Petrus. Auf seine Aussage hin, dass er bereit sei, mit Christus ins Gefängnis und in den Tod zu gehen, sagte der Herr ihm voraus, dass er ihn vor dem Hahnenschrei dreimal verleugnen werde (Lukas 22:33-34). Als das Vorhergesagte kurz darauf eintraf, weinte Petrus bitterlich, nachdem sich der Blick des Herrn mit dem seinen traf (Lukas 22:54-62).

Leugnen bedeutet für mich, dass ich etwas abstreite, wovon ich doch weiß, dass es wahr ist. Ich stelle etwas Offenkundiges, wider besseres Wissen, als unwahr hin. Ich erkläre allgemein anerkannte Lehren oder Weltanschauungen als nicht existent. Wenn ich also hergehen würde, und wider besseres Wissen, die Behauptung aufstellen würde, Christus habe nie auf Erden existiert, wovor ich mich hüten werde, wäre das eine Leugnung historischer Wahrheit und ich hätte sicherlich mit Konsequenzen zu rechnen. Du meinst, die Existenz von Jesus Christus sei doch wissenschaftlich gar nicht bewiesen? Mag sein, doch gibt es einige außerchristliche antike Quellen zu Jesus von Nazaret. So z. B. vom römisch-jüdischen Historiker Flavius Josephus aus dem Jahr 93 oder 94 n. Chr.; von Sueton, einen am Kaiserhof geachteten Römer, Schriftsteller und Verwaltungsbeamten; vom Politiker Tacitus; von dem Stadthalter von Bithynien Plinius dem Jüngeren; als auch im Talmud … Allerdings geht man davon aus, dass deren auf Christus bezogene Aussagen teilweise etwas verändert wurden (siehe hier). Aber es gibt auch immer mehr archäologische Funde, die Einzelheiten aus der Bibel bestätigen (siehe hier). Zudem wurden vor Kurzem sechs neue Entdeckungen über Jesus von Nazareth gemacht (siehe hier) und es gibt historische Belege für die Missionsarbeit der zwölf Apostel Jesu und deren Tötung. Wie begegnest du dem Leugnen von Tatsachen?

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Dass du noch immer dem Geist der Wahrheit widerstehst

Trotz des Zeugnisses, das Alma der Jüngere Korihor bezüglich der Existenz Gottes und seines Sohnes ablegte, beharrte er auf seinen falschen Behauptungen (Alma 30:45) und: „… Alma sprach zu ihm: Siehe, ich bin wegen deiner Herzenshärte bekümmert, ja, dass du noch immer dem Geist der Wahrheit widerstehst, so dass deine Seele vernichtet werden könnte.“ (Alma 30:46).

Dass du noch immer dem Geist der Wahrheit widerstehst. Was ist mit dem `Geist der Wahrheit´ gemeint? Es ist der Beistand, den Christus vom Vater, nach seiner Himmelfahrt, den Menschen senden wollte. Und dieser würde Zeugnis von Jesus Christus ablegen (Johannes 15:26). Dieser Geist, wird uns in die ganze Wahrheit führen und uns verkünden, was die Zukunft bringen wird (Johannes 16:13). Es handelt sich also um die dritte Person in der Gottheit, den Heiligen Geist (Lehre und Bündnisse 50:14). Das Gegenstück zum `Geist der Wahrheit´ ist der `Geist des Irrtums´ (1. Johannes 4:6). Die weltlich gesinnten Menschen werden den `Geist der Wahrheit´ nicht empfangen, da sie ihn nicht sehen und auch nichts von ihm wissen, während diejenigen, die an Christus glauben ihn kennen (Johannes 14:17).

Da gibt es einen Ausspruch von einem deutsch-kanadischen Kaufmann, Aphoristiker und Publizisten, Willi Meyer, der da lautet: „Die Menschheit hinters Licht führen heißt, eine Mondfähre auf der unbeschienenen Seite des Mondes landen zu lassen.“ Und ein chinesischer Aphorismus besagt: „Führst du mich einmal hinters Licht, Schande über dich; führst du mich zweimal hinters Licht, Schande über mich.“ Nicht ganz so toll, betrogen zu werden oder? Wer möchte schon gerne dem Irrtum unterliegen? Niemand lässt sich gerne `hinters Licht führen´. So lerne ich, dass ich nicht auf diejenigen hören werde, die Jesus Christus leugnen, denn sie unterliegen dem `Geist des Irrtums´. Ich kenne inzwischen aufgrund Erfahrung mit ihm, den `Geist der Wahrheit´. Ihn höre ich in den Aussagen der berufenen Diener Gottes, und ich fühle ihn in meinem Herzen, da es glücklicherweise nicht verhärtet ist. Wie gehst du mit diesen beiden Geistern um?

An image of a young woman smiling, paired with a quote by Elder L. Tom Perry: “We must never let the noise of the world … overwhelm that still, small voice.”Wir dürfen niemals zulassen, dass der Lärm der Welt die sanfte, leise Stimme übertönt und ausblendet.“ Elder L. Tom Perry
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Du hast Zeichen genug erhalten; willst du deinen Gott versuchen?

Alma redet weiter zu Korihor, der die Existenz eines Gottes und des Kommens von Jesus Christus leugnet, dies dem Volk auch als Lehre kundtut, und Alma um ein Zeichen gebeten hat (ca. 75 v. Chr.): „… Du hast Zeichen genug erhalten; willst du deinen Gott versuchen? Willst du sagen: Zeige mir ein Zeichen, wo du doch das Zeugnis all dieser deiner Brüder und auch aller heiligen Propheten hast? Die Schriften liegen vor dir, ja, und alles deutet darauf hin, dass es einen Gott gibt; ja, sogar die Erde und alles, was auf ihrem Antlitz ist, ja, und ihre Bewegung, ja, und auch alle Planeten, die sich in ihrer regelmäßigen Ordnung bewegen, bezeugen, dass es einen Allerhöchsten Schöpfer gibt.“ (Alma 30:44).

Du hast Zeichen genug erhalten; willst du deinen Gott versuchen? Sind wir oftmals auch geneigt, den Herrn um ein Zeichen zu bitten? Das führt zu keinem guten Ergebnis. Der Verfasser des Buches der Weisheit lässt die Herrscher der Erde wissen, dass sie in Frömmigkeit an den Herrn denken und ihn mit reinem Herzen suchen sollen: „Denn er lässt sich finden von denen, die ihn nicht versuchen, und zeigt sich denen, die ihm nicht misstrauen.“ (Weisheit 1:2). Er sagt weiter, dass verkehrte Gedanken uns von Gott trennen und wer seine Macht herausfordern sollte, zurückgewiesen werden würde (Weisheit 1:3). In der Ausgabe der Lutherbibel weist Christus selber auf die Aussage im Alten Testament hin (Matthäus 4:7): „Ihr sollt den HERRN, euren Gott, nicht versuchen, …“ (Deuteronomium 6:16).

Ich lerne daraus, dass ich genügend Zeugnisse für die Existenz Gottes, sowie seines Sohnes und des Heiligen Geistes, der dritten Person in der Gottheit, habe. Und wenn dem so ist, was will ich denn noch mehr? Ich denke hierbei an das, was der Herr zu Oliver Cowdery sprach, der als Schreiber für Joseph Smith fungierte. Er hatte schon ein Zeugnis von der Wahrheit der Platten, worauf das Buch Mormon graviert war, empfangen, wollte aber noch ein weiteres Zeugnis haben. Die Antwort des Herrn durch den Propheten Joseph Smith lautete: „Habe ich deinem Sinn nicht Frieden in dieser Angelegenheit zugesprochen? Welch größeres Zeugnis kannst du haben als von Gott?“ (Lehre und Bündnisse 6:22-24). Auch ohne, dass ich vom Herrn, oder einem seiner irdischen Diener, ein Zeichen für seine Existenz fordere, habe ich durch meine Erfahrungen, die ich durch das Befolgen seiner Lehren gemacht habe, Zeugnis genug und ich brauche nicht mehr als den Frieden in meinem Herzen, der entsteht, wenn ich im Einklang mit den Geboten des Herrn lebe. Ich will nicht erst mit Stummheit geschlagen werden, wie Zacharias, der durch einen Engel gesagt bekam, dass er in seinem hohen Alter noch einen Sohn bekommen solle und den Engel fragte: „Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist?“ (Lukas 1:13-22). Wie ergeht es dir in Bezug auf Zeichen, um die Existenz Gottes anzuerkennen?

Luke 1:57–80, Zacharias with Elisabeth and JohnEr verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.
(Lukas 1:63; Bild: Quelle)