Vertrage dich mit deinem Widersacher schnell

(Bild: Quelle)

Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge weiter: „Vertrage dich mit deinem Widersacher schnell, während du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit er dich nicht auf einmal ergreift und du ins Gefängnis geworfen wirst. 26  Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Du wirst auf keine Weise von dort eher herauskommen, als bis du die allerletzte Senine bezahlt hast. Und während du im Gefängnis bist, kannst du auch nur eine Senine bezahlen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Nein.“ (3. Nephi 25-26).

Vertrage dich mit deinem Widersacher schnell. In der Einheitsübersetzung lautet der Text wieder ein klein wenig anders, wobei der Sinn derselbe bleibt: „Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist! Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. 26 Amen, ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.“ (Matthäus 5:25-26), außer, dass im Buch Mormon noch die Feststellung gemacht wird, dass wenn wir im Gefängnis verweilen, ja gar nicht in der Lage sein werden etwas für das Abtragen unserer Schuld tun zu können.

Hier fordert mich Jesus Christus auf, mit meinem Widersacher – Person, die als Gegner*in versucht, die Bestrebungen o. Ä. der anderen Person zu hintertreiben, ihr zu schaden – zu einer Einigung zu kommen, bevor die Angelegenheit vor Gericht ausgetragen werden muss. Sollte ich vor Gericht verurteilt werden, wird es mir umso schwerer fallen, meine Schuld gegenüber meinem Gegner zu begleichen. Im übertragenen Sinn verstehe ich das auch so, dass es mit einer Wiedergutmachung schlecht aussieht, wenn ich mit ihr solange warte, bis ich vor dem Richterstuhl des Herrn stehe. Dann werde ich nach dem Richterspruch nämlich keine Gelegenheit mehr dazu haben. Ich bin bemüht, mich mit einem möglichen Gegner so schnell es geht außergerichtlich zu einigen. Nach Möglichkeit lasse ich es gar nicht erst dazu kommen, dass ich einen Gegner habe, indem ich mich gegenüber Jedermann zumindest respektvoll verhalte.

Worauf lässt du es ankommen, bis du dich mit einem Gegner einigst?

Gehe deinen Weg zu deinem Bruder und versöhne dich zuerst

„Wenn wir wöchentlich am Abendmahl teilnehmen, können wir uns immer fragen: „Wie gut erfülle ich das, was ich bei meiner Taufe versprochen habe?“ (Schwester Oscarson; siehe Bildquelle)
(Bild: Quelle)

Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge: „Darum, wenn ihr zu mir kommt oder den Wunsch habt, zu mir zu kommen, und es fällt dir dabei ein, daß dein Bruder etwas gegen dich hat — 24  so gehe deinen Weg zu deinem Bruder und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, und dann komme mit voller Herzensabsicht zu mir, und ich werde dich empfangen.“ (3. Nephi 12:23-24).

Gehe deinen Weg zu deinem Bruder und versöhne dich zuerst. In der Einheitsübersetzung wurden diese beiden Verse ein wenig anders übersetzt: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe!“(Matthäuas 5:23-24). Die Bedeutung für uns heute ist aber keine andere. Die inspirierte Übersetzung der Bibel von Joseph Smith hat denselben Wortlaut wie er im Buch Mormon zu finden ist (Matthew 5:25-26). Wenn wir heute zum Tisch des Herrn gehen wollen, wollen wir ja auch eine Opfergabe darbringen, unser `reuiges Herz und unseren zerknirschten Geist´ (3. Nephi 9:20).

Christus fordert uns hier auf, bevor wir sogar nur den Wunsch haben zu ihm zu kommen, sollen wir zu unserem Nächsten gehen und uns mit unserem Nächsten versöhnen, wenn zwischen uns ungute Gefühle herrschen. Für mich bedeutet es z. B., wenn ich sonntags den Wunsch habe `zum Tisch des Herrn zu kommen´ – am Abendmahl teilzunehmen –, dann soll ich vorher überprüfen, ob ich zu keinem meiner Nächsten ungute Gefühle hege. Sollte es dennoch der Fall sein, soll ich mich noch vor dem Gottesdienst mit ihm ausgesprochen und versöhnt haben. Wir sollen einander unsere Fehlverhalten vergeben haben. Doch ich bin alleine für mich verantwortlich. Nimmt mein Gegenüber meinen guten Willen nicht an, ist das sein Problem, wenn ich mit aufrichtigem Herzen alles mir mögliche gebeterfüllt getan habe (Lukas 17:3), anderenfalls würde ich nicht schuldlos vor dem Herren stehen (Lehre und Bündnisse 82:1) und ich würde unwürdig am Abendmahl teilnehmen (3. Nephi 18:29). Das wäre zu meinem Schaden und dies versuche ich auf jeden Fall zu vermeiden.

Wie gehst du vor, wenn du zu Christus kommen willst, aber es in deinem Bauch rumort, weil du gegen irgendjemandem ungute Gefühle hast?

Ihr habt gehört, dass von denen in alter Zeit gesagt worden ist

(Bild: Quelle)

Nach den Seligpreisungen, die der Herr sowohl den Israeliten auf der westlichen Erdhälfte predigte, als auch hier auf dem amerikanischen Kontinent den Nephiten, erklärt er nun die volle Bedeutung des alten Gesetzes, das er nicht zerschlägt, sondern auf eine höhere Ebene hebt: „Ihr habt gehört, daß von denen in alter Zeit gesagt worden ist, und es steht auch vor euch geschrieben: Du sollst nicht töten, und wer auch immer tötet, dem droht das Strafgericht Gottes; 22  aber ich sage euch: Wer auch immer seinem Bruder zürnt, dem droht sein Strafgericht. Und wer auch immer Hohlkopf zu seinem Bruder sagt, dem droht der Rat; und wer auch immer sagt: Du Narr, dem droht das höllische Feuer.“ (3. Nephi 12:21-22).

Ihr habt gehört, dass von denen in alter Zeit gesagt worden ist. Diese höhere Ebene kann man auch als Teil des neuen Bundes betrachten, bei dem es nicht um die Ausführung des Buchstabens, sondern den Geist des Gesetzes geht (2. Korinther 3:6). Es wird nun ein viel höheres Maß an Rechtschaffenheit gefordert als im Gesetz des Mose. Wobei zu berücksichtigen ist, dass das Gesetz des Mose den Menschen nicht erretten konnte. Das ist erst durch das Sühnopfer von Jesus Christus und den neuen Bund, den er anstelle des alten setzte, möglich. Mit den viel höheren Anforderungen sind bei Übertretung auch viel härtere Konsequenzen verbunden. Hegt man gegen jemanden Zorn, steht einem das Strafgericht Gottes ins Haus, bei Beleidigung ein Ratsgericht bzw. höllisches Feuer.

Im Strafgericht Gottes geht es um die Umsetzung der Absichten Gottes gegen die Schlechten und Gottlosen der Welt. Strafgerichte des Herrn gab es in jedem Zeitalter (Beispielhaft Omni 1:7). Auch in unserer Zeit finden Strafgerichte nach den Aussagen des Engels Moroni gegenüber Joseph Smith, bis zum zweiten Kommen Jesu, statt (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:45; Lehre und Bündnisse 109:45). Damit will wohl der Herr uns zum Bewusstsein seiner Macht und seiner Absichten bringen, damit wir von unseren Sünden umkehren und uns auf das Zweite Kommen Christi vorbereiten. Wenn wir allerdings die Gebote des Herrn befolgen, haben wir nichts zu befürchten (Lehre und Bündnisse 136:42). Ich strebe danach, niemandem zu zürnen, auch nicht in irgendeiner Weise zu beleidigen.

Wie verstehst du das mit dem Strafgericht bzw. sogar höllischem Feuer?

Darum kommt zu mir und lasst euch erretten

Der auferstandene Jesus Christus, der den Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent, am Tempelplatz im Land Überfluss erschienen ist (3. Nephi 11:1,9-10), redet weiter zu ihnen: „Darum kommt zu mir und laßt euch erretten; denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr meine Gebote nicht haltet, die ich euch zu dieser Zeit geboten habe, werdet ihr auf keinen Fall ins Himmelreich eingehen.“ (3. Nephi 12:20).

Darum kommt zu mir und lasst euch erretten. Jesus Christus erklärt der versammelten Menge am Tempelplatz im Land Überfluss (Bountiful)  in Amerika (mögliche Lage siehe Karte hier), dass, um in das `Himmelreich´ eingehen zu können, `Errettung´ durch ihn erforderlich ist, und die ist nur möglich, wenn die Menschen zu ihm kommen und seine Gebote, die er vom Vater bekommen hat (3. Nephi 12:19), halten.

  • Errettung wovon?
    Durch den Fall von Adam und Eva im Garten von Eden, sind sie und ihre Nachkommen sterblich geworden und aus dem Garten von Eden auf die `einsame und öde Welt´ geschickt worden (Köstliche Perle Mose 4:12,25,29). Aus diesem sterblichen Zustand hat uns Jesus Christus durch seine Auferstehung errettet (1. Korinther 15:22).
  • In das Himmelreich eingehen?
    Es ist zu unterscheiden zwischen dem `Himmelreich auf Erden´, der Kirche des Herrn und dem Himmelreich in der zukünftigen Welt, das wir erben können. Zur Errettung aus dem gefallenen Zustand, dem physischen Tod, braucht der Mensch nichts dazutun, aber um ins Himmelreich eingehen zu können, bedarf es des Glaubens an Jesus Christus, der Taufe durch bevollmächtigte Diener des Herrn und weiterer Bündnisse, sowie das Ausharren im Gehorsam gegenüber seinen Geboten bis zum Ende unseres irdischen Daseins (Alma 11:37).

Die Errettung wird uns durch die zwei Teile des Sühnopfers Jesu zuteil.

  • Teil 1: Er hat im Garten Getsemani für unsere Sünden gelitten, dadurch ist es uns möglich sein Himmelreich zu ererben (Lehre und Bündnisse 19:15-19).
  • Teil 2: Er hat durch seinen freiwilligen Kreuzestod auf Golgotha (Johannes 19:30) und seine Auferstehung aus dem Grab nach drei Tagen (Markus 8:31), die Auferstehung aller Menschen ermöglicht (1. Korinther 15:21). Was nutzt diese unwahrscheinliche Liebestat Jesu, wenn wir sie nicht annehmen? „Darum kommt zu mir und laßt euch erretten …“.

Wie folgst du dieser Einladung Jesu?

Und siehe, ich habe euch das Gesetz und die Gebote meines Vaters gegeben

Theodor Fontane (1883) (Gemälde von Carl Breitbach)
(Bild: Quelle; Text eingefügt)

Der auferstandene Jesus Christus, der den Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent, am Tempelplatz im Land Überfluss erschienen ist (3. Nephi 11:1,9-10), redet weiter zu ihnen: „Und siehe, ich habe euch das Gesetz und die Gebote meines Vaters gegeben, damit ihr an mich glaubt und damit ihr von euren Sünden umkehrt und mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu mir kommt. Siehe, ihr habt die Gebote vor euch, und das Gesetz ist erfüllt.“ (3. Nephi 12:19).

Und siehe, ich habe euch das Gesetz und die Gebote meines Vaters gegeben. Dieser Vers unterscheidet sich nun von der Überlieferung im Neuen Testament in dem Zusammenhang der Seligpreisungen und anschließender Verse. Im Neuen Testament folgt jetzt die Aussage Jesu, dass derjenige, der eines der kleinsten Gebote aufhebt, auch im Himmelreich klein sein wird, wer sie aber hält und weitergibt, wird dort groß sein (Matthäus 5:19).

Im Buch Mormon lässt der Herr uns alle wissen, dass die Gesetze und Gebote vom himmlischen Vater stammen, und zwar zu dem Zweck, dass wir an Jesus Christus glauben und uns zu ihm bekehren. In einem anderen Zusammenhang sagt Jesus im Neunen Testament etwas, dem man auch entnehmen kann, dass die Gebote vom Vater kommen: „Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.“ (Johannes 15:10). An weiterer Stelle ist davon die Rede, dass nur der ins Himmelreich kommt, der den Willen des Vaters tut (Matthäus 7:21). Und dann sagt Jesus nicht zuletzt, dass die Worte, die er verkündet, er nicht aus sich heraus spricht, sondern der Vater seine Werke vollbringt (Johannes 14:10). Ich lerne, dass unser himmlischer Vater uns Gebote durch seinen Sohn Jesus Christus gegeben hat, und entsprechend Notwendigkeit immer noch gibt, mit der Absicht, dass wir von unseren Sünden mit einem reuigen Herzen und einem zerknirschten Geist zu ihm kommen (3. Nephi 9:20). Ein reuiges Herz zu haben bedeutet für mich, dass man Schmerz wegen begangener schlechter Taten empfindet. Unter zerknirscht sein verstehe ich, dass man wegen seiner begangenen Fehler niedergeschlagen ist. Schmerzen und Niedergeschlagenheit will man gerne wieder loswerden, also nehme ich `Schmerztabletten´ – ich übe aufrichtige Umkehr und blühe wieder auf.

Was unternimmst du gegen geistige Schmerzen und Niedergeschlagenheit?

Denkt nicht, dass ich gekommen bin, um das Gesetz oder die Propheten zu zerstören

Mose auf dem Berg Sinai (Jean Léon Gérôme – öl auf leinwand – 1895)
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus, der den Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent, am Tempelplatz im Land Überfluss erschienen ist (3. Nephi 11:1,9-10), redet weiter zu ihnen: „Denkt nicht, daß ich gekommen bin, um das Gesetz oder die Propheten zu zerstören. Ich bin nicht gekommen, um zu zerstören, sondern um zu erfüllen; 18  denn wahrlich, ich sage euch: Nicht ein Jota und nicht ein Pünktchen vom Gesetz ist vergangen, sondern in mir ist es alles erfüllt.“ (3. Nephi 12:17-18).

Denkt nicht, dass ich gekommen bin, um das Gesetz oder die Propheten zu zerstören. Hier gibt es in der Einheitsübersetzung 2017, der King James Version und der Insprired Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt eine kleine Abweichung. Im Vers 18 heißt es da: „Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.“ (Matthäus 5:17-18; Matthew 5:17-18; Matthew 5:19-20). Im Buch Mormon fehlt also der Zusatz: `Bis Himmel und Erde vergehen´. Auch weicht der letzte Teil des Satzes ab. Im Buch Mormon heißt es: `sondern in mir alles erfüllt ist´ anstatt `bevor nicht alles geschehen ist.´

Worum geht es bei dieser Aussage, dass Christus nicht das Gesetz oder die Propheten zerstört hat, sondern in ihm alles erfüllt wurde? Das Gesetz, welches hier gemeint ist, ist das Gesetz des Mose, das durch ihn erfüllt wurde und damit auch die Vorhersagen der Propheten des Alten Testaments. Erfüllt wurde beides durch sein `letztes Opfer´, sein Sühnopfer (Alma 34:13-14) und Er brachte nun das höhere Gesetz wieder, einen `neuen Bund´ (Jeremia 31:31-33; 2. Korinther 3:6), das Mose als Erstes am Berg Sinai empfing (Exodus 31:18), aber dann durch den Abfall der Israeliten zurückgezogen (Exodus 32:19) und durch das niedrigere Gesetz ersetzt wurde (Exodus 34:1). In beiden Gesetzen geht es um das `Opfer´, das auf Christus hinweist. Von Mose bis Christus handelte es sich um `Blutopfer´, ab Jesus Christus `forderte der Herr kein solches mehr, sondern ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist´ (3. Nephi 9:19-20). Ich erkenne, dass alle Gesetze, die der Herr gegeben hat und noch geben wird, Bestand haben, bis sie erfüllt sind. So wie sich die Einstellung und das Handeln von seinen Kindern verbessert, wird er auch die Gesetze anpassen. Dies verhilft uns, uns von Stufe zu Stufe weiter und höher zu entwickeln. Würden die Gesetze nicht angepasst, wenn sie erfüllt wurden, würden wir stets auf derselben Stufe verharren. Wir könnten uns nicht weiter entwickeln. Ich bin so dankbar, dass wir in dieser `Evangeliumszeit der Fülle´ auf Erden sein dürfen, und laufende Anpassungen durch die lebenden Propheten erleben können, um uns weiter in Richtung `Erben des Reiches Gottes´ zu entwickeln (4. Nephi 1:17).

Welche jüngsten Anpassungen hast du erlebt?

Ich gebe es euch, das Licht dieses Volkes zu sein

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus, der den Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent, am Tempelplatz im Land Überfluss erschienen ist (3. Nephi 11:1,9-10), redet weiter zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich gebe es euch, das Licht dieses Volkes zu sein. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben. 15  Siehe, zündet man eine Kerze an und stellt sie unter einen Scheffel? Nein, sondern auf einen Leuchter, dann gibt sie allen Licht, die im Hause sind; 16  darum laßt euer Licht vor diesem Volk so leuchten, daß sie eure guten Werke sehen können und euren Vater, der im Himmel ist, verherrlichen.“ (3. Nephi 12:14-16).

Ich gebe es euch, das Licht dieses Volkes zu sein. Auch bei diesem Vers lautet der Anfang in der Einheitsübersetzung und King James Version etwas anders. Dort fehlt wieder die Aussage, dass der Herr es gibt, das Licht der Welt, bzw. dieses Volkes, zu sein (Matthäus 5:14-16).

Licht bedeutet Erkennen, was in Finsternis nicht möglich ist. Von wem erlangen wir das Licht – die Erkenntnis –, das wir hochhalten sollen? Von Jesus Christus, denn er ist das Licht (3. Nephi 18:24). Warum hochhalten? Weil sich dann der Raum, der vom Licht erfasst wird, vergrößert. Decke ich die Lichtquelle ab, begrenze ich die Ausbreitung von Erkenntnis. Ich werde vom Herrn aufgefordert, meine `guten Werke´ nicht im Verborgenen zu vollbringen sondern so, dass sie anderen als gute Anregung dienen, gleichermaßen Gutes zu tun. Wie ist das nun aber vereinbar mit den Aussagen des Herrn, dass wir nicht mit unseren Almosen prahlen sollen (Matthäus 6:2), unsere Gebete nicht öffentlich zur Schau stellen sollen (Matthäus 6:5), oder uns mit unserem Fasten nicht brüsten sollen (Matthäus 6:16)? Ich denke, die Motivation macht den Unterschied. Tue ich es, um mich vor Menschen selber besser dastehen zu lassen, oder um meinem Nächsten zu dienen, den Herrn in den Vordergrund zu stellen, von dem ich ja das Licht auch bekommen habe! Im ersten Fall haben wir schon selber für unseren Lohn gesorgt, aber anderen noch lange nicht am `Licht´ teilhaben lassen, ihnen geholfen mehr Gotteserkenntnis zu erlangen, unseren Vater, der im Himmel ist, zu verherrlichen! Wieder so eine Medaille mit zwei Seiten. Welche Seite hältst du in die Höhe?

Wie verhinderst du dabei aber, dass die falsche Seite auch gesehen wird?

Ich gebe es euch, das Salz der Erde zu sein

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus, der den Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent, am Tempelplatz im Land Überfluss erschienen ist (3. Nephi 11:1,9-10), redet weiter zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich gebe es euch, das Salz der Erde zu sein; wenn aber das Salz seine Würzkraft verliert, womit soll dann die Erde gesalzen werden? Das Salz ist hinfort zu nichts mehr nütze, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.“ (3. Nephi 12:13).

Ich gebe es euch, das Salz der Erde zu sein. Zunächst eine Überlegung zu der Einleitung: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: …“. Eine solche Einleitung begegnet uns in der Lutherbibel 2017 Neunundsechzigmal, ebenso in der King James Version, die auf Grundlage der von William Tyndale aus dem griechischen Urtext übersetzten Version entstand. Eine solche Einleitung soll uns darauf aufmerksam machen, dass das im Anschluss Gesagte für uns von großer Bedeutung ist. Christus will damit unsere besondere Aufmerksamkeit wecken. Nun zur eigentlichen Aussage. In der Einheitsübersetzung 2017 lautet diese folgendermaßen: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.“ (Matthäus 5:13).

Wie wir in dem Vers schon lernen und aus Erfahrung des täglichen Einsatzes wissen, wird Salz zum Würzen von Speisen benutzt, ja Salz ist sogar aufgrund seiner Mineralien für uns überlebenswichtig. Keine Zelle des Körpers könnte ohne Salz überleben. Des Weiteren konserviert Salz und bewahrt vor Verfaulen. Auf uns Menschen bezogen soll uns das sagen, dass wir, die an Gott glaubenden, durch das Streuen unseres Wirkens, das Gute stärken und fördern und den Fäulnisprozessen, dem Negativen, entgegenwirken können. Wie nun kann es sein, dass wir unsere Würz- und Konservierungskraft verlieren, wenn es Salz im chemischen Sinn doch nicht tut? Ich denke, das muss man im übertragenen Sinn versuchen zu verstehen. Es gibt Salzvorkommen, die mit pflanzlichen und erdigen Stoffen vermischt sind, also nicht reines Salz. Wenn in dieser Mischung der Salzgehalt verloren geht, bleiben die restlichen Verunreinigungen übrig und damit sind auch die Würz- und Konservierungskräfte verloren. Wenn wir Menschen uns mit Göttlichem vermischen, erlangen wir diese Kräfte, trennen wir uns davon, verlieren wir sie und sind für das Reich Gottes nutzlos (Lehre und Bündnisse 101:39-40). Das bedeutet für mich, der nicht gerne `hinausgeworfen und von den Menschen zertreten´ werden möchte, – wer möchte das schon gerne? – dass ich mich ständig eifrig bemühen muss, göttlichem Einfluss ausgesetzt zu sein. Jetzt fällt mir auch auf, dass im Buch Mormon und in der Inspried Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt, der Vers ganz anders beginnt: „… Ich gebe es euch, das Salz der Erde zu sein …“, anstelle von „Ihr seid das Salz der Erde.“ Das `der Herr es mir gibt´, das Salz der Erde zu sein, erreiche ich dadurch, dass ich an ihn glaube, mich mit seinem Wort beschäftige, meine Handlungen kontrolliere und ggf. korrigiere, Bündnisse eingehe und sie halte … .

Was machst du, um deine `Würzkraft´ nicht zu verlieren?

Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen

(Bild: Quelle; Screeshot aus Videoclip `Book of Mormon: Lehi’s Dream´; Text eingefügt)

Zum Schluss der Seligpreisungen fügt der auferstandene Jesus Christus, der dem Volk Nephi am Tempelplatz im Land Überfluss erschienen ist, nun noch eine Ergänzung zu der vorhergehenden (3. Nephi 12:10) an: „Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. 12  Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt.“ (3. Nephi 12:11-12).

Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. In der Einheitsübersetzung 2016  heißt es ganz ähnlich: „Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. 12 Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt.“ (Matthäus 5:11-12), ebenso in der King James Version: „Blessed are ye, when men shall revile you, and persecute you, and shall say all manner of evil against you falsely, for my sake. 12 Rejoice, and be exceeding glad: for great is your reward in heaven: for so persecuted they the prophets which were before you.“ (Matthew 5:11-12) und in der Inspried Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt: „And blessed are ye when men shall revile you, and persecute you, and shall say all manner of evil against you falsely, for my sake;14  For ye shall have great joy and be exceeding glad; for great shall be your reward in heaven; for so persecuted they the prophets which were before you.“ (Matthew 5:13-14).

In diesen beiden letzten Versen ergänzt Jesus Christus zu `Verfolgung´ noch `Schmähung´ und `Übelreden´ um des Herren willen. Dies bedeutet für mich, dass ich bereit sein muss, Jesus Christus und seinen Lehren zu gehorchen und für sie einzustehen, auch wenn ich aus diesem Grund verspottet und schlecht behandelt werde. Stehe ich dies glaubenstreu durch, kann ich damit rechnen, dass mich der Herr außerordentlich belohnen wird. Wer will nicht gerne belohnt werden? Klar ist aber auch: vor Belohnung steht immer erst der Fleiß! Will ich eine Gehaltserhöhung bekommen, muss ich dafür auch bewiesen haben, dass ich ihrer Wert bin, indem ich dem Unternehmen einen Mehrwert gegenüber vorher geboten habe. Du kennst das deutsche Sprichwort: „Ohne Fleiß kein Preis“.

Auf welche Art und Weise hast du bisher Belohnungen erhalten?

Gesegnet sind alle, die um meines Namens willen verfolgt werden

Stephanus betet um Vergebung für diejenigen, die ihn steinigen
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus predigt dem Volk am Tempelplatz im Land Überfluss die Seligpreisungen: „Und gesegnet sind alle, die um meines Namens willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (3. Nephi 12:10).

Gesegnet sind alle, die um meines Namens willen verfolgt werden. Die Einheitsübersetzung formuliert diese Seligpreisung folgendermaßen: „Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (Matthäus 5:10), in der King James Version: „Blessed are they which are persecuted for righteousness sake: for theirs is the kingdom of heaven.“ (Matthew 5:10) und in der Inspried Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt heißt es: „Blessed are all they that are persecuted for my name’s sake; for theirs is the kingdom of heaven.“ (Matthew 5:12).

Im Sinne des Evangeliums wird unter Verfolgung verstanden, wenn anderen wegen ihres Glaubens oder ihres gesellschaftlichen Standes Leid oder Schmerz zugefügt, andere belästigt, oder unterdrückt werden. Verfolgung um des Namens Christi Willen haben unzählige Menschen erleben dürfen, insbesondere die von ihm berufenen Diener*innen. Beispielhaft aus dem Neuen Testament Stephanus (Apostelgeschichte 7:59, 11:19). Ein Beispiel aus der jüngsten Geschichte der Kirche, Joseph Smith. Unzählige Male wurde er unschuldig ins Gefängnis geworfen, geteert und gefedert und nicht zuletzt von einem Mob ermordet. Der Herr hat ihn insofern getröstet, als ihm all dies Erfahrung bringen und zum Guten gereichen würde (Lehre und Bündnisse 122:5-9). Auch viele Mitglieder der Kirche wurden mit ihm verfolgt. Ich lerne, will ich dereinst nicht zugrunde gehen, sondern das Himmelreich ererben, muss ich auch Verfolgung um des Namens Jesu Christi willen geduldig ertragen (2. Nephi 26:8). Bisher hat mich der Herr weitestgehend verschont. Wenn ich an die Generation vor mir denke, die hat schon wesentlich mehr Verfolgung erleiden müssen.

Wie reagierst du auf religiöse Verfolgung, egal ob es dich betrifft oder andere?