Das Land wurde wegen seiner Herzenshärte um seinetwillen verflucht (Teil 2)

Dornen und Disteln wird er dir hervorbringen
(Köstliche Perle Mose 4:24; Bild: Quelle)

Mormon, der Sohn Mormons, berichtet von seinen Erlebnissen unter den schlecht gewordenen Volk: „Doch ich verblieb unter ihm, aber wegen seiner Herzenshärte wurde es mir verboten, ihm zu predigen; und das Land wurde wegen seiner Herzenshärte um seinetwillen verflucht.“ (Mormon 1:17).

Das Land wurde wegen seiner Herzenshärte um seinetwillen verflucht. Was verstehe ich darunter, dass das Land `mit einem Fluch´ belegt wurde?

Im Allgemeinen versteht man unter einem Fluch eine böse Verwünschung, den Wunsch, dass jemandem ein Unheil widerfahren soll. Das schließe ich selbstredend bei Gott aus. Ganz im Gegenteil, Flüche Gottes sind Zeichen seiner Liebe und Gerechtigkeit. Flüche in Zusammenhang mit den heiligen Schriften, sind nichts anderes, als die Anwendung göttlicher Gesetze. Werden diese Gesetze von jemandem oder einem ganzen Volk missachtet, sind Strafgerichte als Fluch die entsprechende Folge. So können solche Flüche z. B. Naturkatastrophen sein, oder wie in Adams Fall die Verfluchung des Erdbodens, sodass er Dornen und Disteln hervorbringen sollte (Köstliche Perle Mose 4:23-25). Durch diese möchte der Herr seine Kinder aufrütteln, dass sie wieder an ihn und seine Gebote denken, zur Umkehr veranlasst werden und wieder zu ihm zurückkommen. Gründe für einen Fluch, sind oftmals nur Gott selber bekannt. Einen Fluch bringe ich über mich, wenn ich Gott vorsätzlich und absichtlich nicht gehorche (Alma 3:19). Das gilt natürlich ebenso für ein ganzes Volk. Der Fluch besteht dann darin, dass sich der Geist des Herrn entzieht. Der Herr nimmt Flüche unter der Voraussetzung auch wieder zurück, dass Umkehr geübt wird, und die Gesetze und Verordnungen des Evangeliums wieder beachtet werden (Alma 23:16-18). So bin ich bemüht, Gott mehr und mehr zu gehorchen (Deuteronomium 28:15). So gebe ich ich u. a. den vollen Zehnten in Gottes Vorratshaus (Maleachi 3:6-10), folge keinen anderen Göttern nach – z. B. das Trachten nach weltlichem Besitz vor Gott stellen (Deuteronomium 11:26-28), kümmere mich um meine Vorfahren (Lehre und Bündnisse 128:18) … Allerdings gibt es sicherlich noch vieles, wo ich an meinem Gehorsam arbeiten muss. Es ist nicht wichtig, woher ich komme, sondern wohin ich gehe!

Was unternimmst du, um einen Fluch Gottes von dir abzuwenden?

Das Land wurde wegen seiner Herzenshärte um seinetwillen verflucht (Teil 1)

(Bild: Quelle)

Mormon, der Sohn Mormons, berichtet von seinen Erlebnissen unter dem schlecht gewordenen Volk: „Doch ich verblieb unter ihm, aber wegen seiner Herzenshärte wurde es mir verboten, ihm zu predigen; und das Land wurde wegen seiner Herzenshärte um seinetwillen verflucht.“ (Mormon 1:17).

Das Land wurde wegen seiner Herzenshärte um seinetwillen verflucht. Das Herz ist Symbol für Sinn und Willen eines Menschen, es ist die Quelle aller Empfindungen und Gefühle. Du kennst sicherlich die Redensart: „Ein Herz aus Stein haben“. Damit will man zum Ausdruck bringen, dass der so bezeichnete, kalt, ablehnend, gefühllos, ohne Mitgefühl, unbarmherzig, kaltblütig, inhuman, rücksichtslos, eben ohne christusähnlicher Liebe ist. Im Gegensatz dazu ist der Weichherzige sanftmütig, mitfühlend, nachgiebig, besitzt den Geist des Mitleids, des Mitgefühls, der Vergebung, ist somit voller Liebe für seinen Mitmenschen, er ist barmherzig.

Bei Ezechiel, dem Priester, der 579 v. Chr. mit der ersten Verbannung nach Babylon deportiert wurde, und dort von 593 bis ca. 571 gewirkt hat, lese ich über die Erneuerung Israels durch den Herrn: „Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres. Ich beseitige das Herz von Stein aus eurem Fleisch und gebe euch ein Herz von Fleisch.“ (Hesekiel 36:26). Ich möchte gerne `mein Herz am rechten Fleck haben´, wie wir umgangssprachlich häufig sagen, mich mit `Herzblut´ für die Sache Jesu einsetzen, und ich wünsche mir nicht, dass mir dabei `das Herz in die Hose rutscht´ – ich dabei große Angst bekomme. Ich bete darum, dass aus meinem Herzen immer nur das Gute hervorkommt und mein Herz davon überfließt (Lukas 6:45). Das gelingt mir am Ehesten dadurch, dass ich mich eifrig mit dem `Guten´ befasse, mit dem `guten Wort Gottes´ (Alma 17:2).

Wie schützt du dich vor einem `Herz aus Stein´?

Ich ging daran, diesem Volk zu predigen, aber der Mund wurde mir verschlossen

(Bild: Quelle)

Mormon lässt uns über sich weiter wissen: „Und ich ging daran, diesem Volk zu predigen, aber der Mund wurde mir verschlossen, und es wurde mir verboten, ihm zu predigen; denn siehe, es hatte sich vorsätzlich gegen seinen Gott aufgelehnt; und wegen seines Übeltuns wurden die geliebten Jünger aus dem Land hinweggenommen.“ (Mormon 1:16).

Ich ging daran, diesem Volk zu predigen, aber der Mund wurde mir verschlossen. Wenn der Herr schon vorher die `geliebten Jünger´ hinweggenommen hatte, dann wird er eben auch Mormons Mund verschlossen haben. Das Volk hatte sich bewusst soweit vom Herrn entfernt, und ist in seinem Tun so schlecht geworden, dass Heiliges unter ihm keinen Platz haben konnte. Es hatte sich `vorsätzlich gegen Gott aufgelehnt´ und war daher nicht bereit, das Wort Gottes aufzunehmen. Nicht von den drei geliebten Jüngern Jesu, die der Herr aus ihrer Mitte hinwegnahm, und nicht von Mormon, deshalb verschloss der Herr Mormons Mund, und hat ihm verboten, ihm zu predigen.

Was stelle ich mir darunter vor, dass der Herr Mormon den `Mund verschloss´? Verschließen bedeutet, mit einem Gegenstand oder einer Vorrichtung dafür Sorge zu tragen, dass etwas nicht nach außen entweichen kann. Hat der Herr Mormon etwa einen Reißverschluss an den Mund gemacht 🙂 ? Mir passiert es inzwischen, ich nehme an aufgrund meines schon reichlich abgenutzten Gedächtnisses 🙂 , dass mir bei einer Unterhaltung ein bestimmter Begriff einfach nicht `über die Lippen kommen will´. So kann der Herr natürlich dafür sorgen, dass einem Worte, die man von Herzen gerne weitergeben möchte, einfach nicht über die Lippen kommen. Sein Mund war für die Botschaft des Herrn an das sündhafte Volk `verschlossen´. Das kann ich natürlich auch auf die Einflüsterungen des Heiligen Geistes übertragen. Sollte ich mich vorsätzlich gegen den Herrn auflehnen, so wird der Mund des Heiligen Geistes verschlossen bleiben, ich mir selbst überlassen, und damit verloren sein. Dann tappe ich in Finsternis umher und werde mich verletzen und bestimmt mein Ziel verfehlen. Das will ich keinesfalls riskieren. Wie? Ich darf nicht im Geringsten anfangen, wissentlich irgendwelche Kompromisse einzugehen, die nicht dem Maßstab des Herrn entsprechen. Ich darf nicht auf den Gedanken kommen, wenn andere das machen, und es ihnen dabei vermeintlich gut geht, dann wird es schon nicht so schlimm sein. Mit der Zeit stumpfe ich dann ab und meine Auflehnung nimmt seinen Lauf.

Was unternimmst du, dass der Mund des Heiligen Geistes unverschlossen bleibt?

Da ich von ziemlich ernsthaftem Sinn war, darum wurde ich vom Herrn besucht

Detail aus  Die Wünsche meines Herzens II , von Walter Rane
(Bild: Quelle)

Mormon berichtet von sich: „Und ich, da ich fünfzehn Jahre alt war und da ich von ziemlich ernsthaftem Sinn war, darum wurde ich vom Herrn besucht und kostete und wusste von der Güte Jesu.“ (Mormon 1:15).

Da ich von ziemlich ernsthaftem Sinn war, darum wurde ich vom Herrn besucht. Hast du schon mal etwas ernsthaft im Sinn gehabt, z. B. die Planung eines bestimmten Lebensabschnittes? Da wirst du sicherlich zielgerichtet, mit besonderer Sorgfalt überlegt und abgewogen haben, welche Möglichkeiten dir mit welcher Ausbildung offen stehen, um deinen und den Lebensunterhalt für deine Familie sicherzustellen. Du wirst alle Möglichkeiten engagiert erforscht haben und mit Besonnenheit, die für dich am besten geeignete ausgewählt haben. Dabei wirst du sicherlich dein Evangeliumswissen mit einfließen lassen haben, du wirst gebetet und vielleicht gefastet haben und du wirst versucht haben, auf die feine und leise Stimme des Herrn zu hören. Warum? Weil es um eine Entscheidung ging, die für dich und deine Familie von größter Bedeutung war. Das ganze aber wohl noch nicht in einem Alter von 15 Jahren, und nicht im Geringsten wirst du erwartet haben, dass der Herr dich besucht und mit dir über dein Anliegen spricht.

Doch bei Mormon war es so. Ammoron ist seine Ernsthaftigkeit, die ihn schon mit Zehn auswies, aufgefallen (Mormon 1:2), und er selber hat es auch festgestellt. Das Resultat seiner Ernsthaftigkeit? Der Herr, Jesus Christus selber, besuchte ihn und der Fünfzehnjährige kam in den Genuss seiner Güte. Nicht viel anders war es mit Joseph Smith, dem Propheten der Wiederherstellung. Auch er hatte ein ernsthaftes Anliegen an den Herrn, suchte die Abgeschiedenheit auf, in der er sich ungestört an den Herrn wenden konnte, und sogar Gott Vater selbst erschien ihm und stellte ihm seinen Sohn vor, auf den er hören sollte (lies hier nach). Das lehrt mich, dass wenn ich nur ernsthaft genug bin, der Herr mir nicht unbedingt erscheinen wird, aber mir doch Antworten auf meine dringenden Fragen in den Sinn kommen lassen wird. Dazu muss ich allerdings auch meine geistigen Ohren öffnen. Aber, ich sollte nicht nur alleine um mich und meine Fragen besorgt sein, sondern, wie ich in dem Brief an die Judenchristen lese, auch um meine Nächsten (Hebräer 4:1). Das bin ich in meinem täglichen Leben immer wieder aufs Neue bestrebt zu tun.

Um welches Problem hattest du dich zuletzt mit `ziemlich ernsthaftem Sinn´ gekümmert und wie bist du bei der Lösungsfindung vorgegangen?

Der Heilige Geist kam wegen ihrer Schlechtigkeit und ihres Unglaubens über niemanden

Die heute lebenden Jünger des Herrn, dahinter die Christusstatue und die ersten Jünger (Rom Italien Tempel)
(Bild: Quelle)

Von Mormon erfahren wir, dass ein Krieg zwischen den feindlich gesinnten Lamaniten gegen die Nephiten geführt wurde, den die Nephiten für sich entscheiden konnten. Daraufhin gab es für vier Jahre wieder Frieden zwischen ihnen (Mormon 1:8-12). „Aber die Schlechtigkeit nahm im ganzen Land überhand, so sehr, dass der Herr seine geliebten Jünger hinwegnahm, und das Wirken von Wundertaten und Heilungen hörte wegen des Übeltuns des Volkes auf. 14  Und es gab keine Gaben vom Herrn, und der Heilige Geist kam wegen ihrer Schlechtigkeit und ihres Unglaubens über niemanden.“ (Mormon 1:13-14).

Der Heilige Geist kam wegen ihrer Schlechtigkeit und ihres Unglaubens über niemanden. Wie schlimm muss es gewesen sein, dass der Herr wegen der Schlechtigkeit der Menschen seine Jünger von der Erde nehmen musste. Um welche Jünger handelte es sich? Um die neun Apostel, die sich von ihm wünschten, schnell in seine Gegenwart zurückkehren zu können, sobald ihr Dienst auf Erden erfüllt ist (3. Nephi 28:1,12). Nun war er erfüllt und nur noch die drei, die sich wünschten, bis zu seinem zweiten Kommen auf Erden bleiben zu dürfen, blieben zurück, ausgestattet mit der göttlichen Macht, dass ihnen kein Ungemach etwas anhaben könnte (3. Nephi 28:19-22,38).

Des Weiteren gab es wegen ihres Unglaubens auch keine `Gaben vom Herrn´ mehr (Moroni 10:24). Um welche Gaben des Herrn handelte es sich? Um die Gaben, die im Moroni 10:8-16 beschrieben sind: Worte der Weisheit und Erkenntnis zu lehren, Gabe des Glaubens und Heilens, Wundertaten zu wirken, zu Prophezeien, Engel und dienende Geister zu erleben, in fremden Sprachen reden zu können, sie zu verstehen oder auch auszulegen. Außerdem wurden sie wegen ihrer Schlechtigkeit und ihres Unglaubens nicht mehr durch den Heiligen Geist, die dritte Person in der Gottheit, betreut. Wie dankbar bin ich doch, dass wir heute wieder die `Jünger´des Herrn unter uns haben dürfen und ebenso diese `Gaben vom Herrn´ und die Führung und Leitung durch den Heiligen Geist. Die heute betrachteten Verse sagen mir auch, wie ich mich verhalten muss, um weiterhin diese göttlichen Vorzüge genießen zu dürfen.

Wie stellst du dir eine Welt vor, in der all diese wunderbaren Gaben des Herrn nicht vorhanden sind?

Das ganze Land war mit Bauwerken bedeckt

Guatemaltekische LiDAR-Daten nach zusätzlicher grafischer Verarbeitung
(Bild: Quelle)

Mormon lässt uns im weiteren Verlauf seines Berichtes wissen, was er erlebt hat: „Und es begab sich: Als ich elf Jahre alt war, wurde ich von meinem Vater in das Land südwärts gebracht, ja, in das Land Zarahemla. 7  Das ganze Land war mit Bauwerken bedeckt, und das Volk war beinah so zahlreich, als ob es Sand am Meer sei.“ (Mormon 1:6-7).

Das ganze Land war mit Bauwerken bedeckt. Skeptiker des Buches Mormon konnten eine solche Aussage nicht akzeptieren und lehnten es deshalb als unwahr ab. Sie waren der Ansicht, dass es eine solch starke Besiedelung zu der Zeit nicht gegeben haben konnte.

Heutige Techniken ermöglichen aber eine genauere Untersuchung des Untergrundes unter dem dichten Walddach Guatemalas. LIDAR-Technologie macht es möglich. Mit diesen Geräten wird ein langsames Gittermuster über einem Zielgebiet abgeflogen. Gepulste Laserstrahlen durchdringen das Walddach und zeichnen darunterliegende Strukturen auf. Mittels entsprechender Grafikverarbeitung entsteht eine hochpräzise 3-D-Karte der gescannten Fläche. Was hat das nun mit dem heutigen Vers Sieben zu tun? Die Auswertungen der kartografierten Landschaft ergab, dass die Maya-Tieflandbevölkerung 15 Millionen Menschen hätte erreichen können und dass die Bebauung der ausgewerteten Gebiete bis zu 100 % betragen haben könnte (siehe hier). Somit bestätigt die Wissenschaft wieder einmal das, was das Buch Mormon hergibt. Zweihundert Jahre nach der Übersetzung durch Joseph Smith, werden Skeptiker eines Besseren belehrt. Dessen ungeachtet gilt für mich, dass ich nicht auf die Wissenschaft warte, bis sie etwas herausgefunden zu haben meint. Ich vertraue auf göttliche Propheten und glaube ihren Aussagen, die sie im Auftrag des Herrn verkünden.

Worauf verlässt du dich eher, auf wissenschaftliche Erkenntnisse, oder auf göttliche prophetische Aussagen, und weshalb?

Ich gedachte dessen, was Ammaron mir geboten hatte

(Bild: Quelle)

Und ich, Mormon, der ich ein Abkömmling Nephis bin (und der Name meines Vaters war Mormon), ich gedachte dessen, was Ammaron mir geboten hatte.“ (Mormon 1:5).

Ich gedachte dessen, was Ammaron mir geboten hatte. Wessen Mormon gedachte, lesen wir einen Vers vorher: Die Platten Nephis an sich zu nehmen, den Rest liegen zu lassen, und den Bericht auf diesen Platten in Bezug auf seine Beobachtungen zu Ende zu führen (Mormon 1:4).

Ich denke daran, dass manche Aufforderungen, die an mich als Kind in dem Alter ergingen, doch recht schnell wieder aus meinem Gedächtnis verschwunden waren. Nun gut, es mag sich auch nicht um so spannende Aufgaben gehandelt haben, wie sie dem jungen Mormon aufgetragen wurden, Platten aus einem Versteck herauszuholen. Dieser Teil seiner Aufgabe mag ja noch recht spannend gewesen sein, aber da gab es dann ja auch noch den Auftrag, die Geschichte seines Volkes nachzutragen, immerhin über vierzehn Jahre. Entweder hatte er sich zwischendurch Notizen gemacht, oder sein Gedächtnis war außergewöhnlich. Mein Gedächtnis reicht in manchen Dingen nicht von heute bis morgen – was in früheren Jahren allerdings noch besser war. So muss ich mich bemühen, mein Tagebuch ggf. mehrfach am Tag zu führen, um nicht etwas zu vergessen, wessen ich mich irgendwann doch noch erinnern wollte.

Wie ergeht es dir mit der Erinnerung und mit der Niederschrift deiner Erlebnisse?

Darum, wenn du etwa vierundzwanzig Jahre alt bist

JosephSmith liest in Jakobis 1:5
(Bild: Quelle)

Heute einen anderen Aspekt dieses Verses von gestern betrachtend: „darum, wenn du etwa vierundzwanzig Jahre alt bist, möchte ich, dass du dich dessen erinnerst, was du in Bezug auf dieses Volk beobachtet hast; und wenn du so alt bist, gehe in das Land Antum zu einem Hügel, der Schim genannt sein wird; und dort habe ich für den Herrn alle heiligen Gravierungen in Bezug auf dieses Volk verwahrt.“ (Mormon 1:3).

Darum, wenn du etwa vierundzwanzig Jahre alt bist. Wie wir im Vers vorher lesen, war Mormon in einem zarten Alter von zehn Jahren, als Ammoron zu Mormon kam , einem direkten Nachkommen Lehis (3. Nephi 5:12,20), der auf Geheiß des Herrn aus Jerusalem auswanderte, um von ihm in ein verheißenes Land geführt zu werden (1. Nephi 2:1-4), um mit ihm über den Auftrag zu sprechen, den der Herr für ihn vorgesehen hatte (Mormon 1:2), den er im Alter von vierundzwanzig Jahren erfüllen sollte.

Der Herr hatte eine große Aufgabe für Mormon und ihm wurde diese in sehr jungen Jahren angetragen. Ich werde an einen anderen Jungen erinnert, der ebenfalls in sehr jungen Jahren auf dieser Aufgabe Mormos aufbauen sollte. Als dieser Junge gerade mal vierzehn Jahre alt war, hatte er den tiefen Wunsch, herauszufinden welcher Kirche er sich anschließen sollte, denn sie alle lagen im Streit miteinander. Er tat, was ihm im Jakobusbrief empfohlen wurde, Gott zu bitten, wenn es einem an Weisheit fehlt (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:14; Jakobus 1:5). Die Folge war, dass Gott der Vater ihm erschien, ihn mit seinem Namen ansprach, und ihm seinen Sohn vorstellte, den er anhören sollte (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:17). In seinem achtzehnten Lebensjahr wandte sich dieser Junge wieder an den Herrn, mit dem Wunsch, dass ihm seine Vergehen vergeben werden mögen (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:29). Die Folge war, dass ihm ein himmlischer Bote erschien, nämlich der Sohn dieses Mormons, von dem wir im obigen Vers lesen, Moroni. Dieser nannte ihn auch wieder bei seinem Namen, und teilte ihm mit, dass Gott für ihn eine Arbeit hätte (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:33). In seinem zweiundzwanzigsten Lebensjahr übergab ihm Moroni diese Platten, die sein Vater um 385 v. Chr. (Mormon 6:6), und er die restlichen Aufzeichnungen um die 421 n. Chr. (Mormon 8:13-14), in einem Hügel Cumorah verborgen hatte, und Joseph sollte sie übersetzen (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:59,62). Damit begann ein Wunder, ja ein wunderbares Werk unter uns Menschen, die Wiederherstellung der Kirche von Jesus Christus.

Mormon sagte, dass die Platten selber keinen Wert hätten, aber deren Inhalt sei von großem Wert. Welchen Wert hat für dich der Inhalt des Buches Mormon und wie kannst du deinen Dank denjenigen gegenüber zeigen, die sich so große Mühe gaben und sogar ihr Leben dafür ließen?

Gehe in das Land Antum zu einem Hügel, der Schim genannt sein wird

Hügel Cumorah in Palmyra, wo Joseph Smith die Platten des Buches Mormon erhielt
(Joseph Smith Lebensgeschichte 1:51; Bild: Quelle)

Ammaron spricht weiter zu dem, schon mit seinen zehn Jahren, ernsthaften, und mit einer schnellen Beobachtung ausgestatteten Mormon (Mormon 1:2): „darum, wenn du etwa vierundzwanzig Jahre alt bist, möchte ich, dass du dich dessen erinnerst, was du in Bezug auf dieses Volk beobachtet hast; und wenn du so alt bist, gehe in das Land Antum zu einem Hügel, der Schim genannt sein wird; und dort habe ich für den Herrn alle heiligen Gravierungen in Bezug auf dieses Volk verwahrt.“ (Mormon 1:3).

Gehe in das Land Antum zu einem Hügel, der Schim genannt sein wird. Immer wieder, wenn man auf geografische Angaben im Buch Mormon trifft, ist man begierig geneigt, herauszufinden, wo sich diese Plätze befanden und heute zu verorten sind. Viele Wissenschaftler bemühen sich, Beweise in dieser Hinsicht zu führen. Dennoch finde ich es wichtig, dass wir dieses Buch immer noch `im Glauben´ annehmen müssen und dessen Wahrheit selber durch Studium, Glauben und Gebet (Lehre und Bündnisse 109:7) herausfinden müssen (Moroni 10:4).

In einer Abhandlung über diesen Hügel Cumorah heißt es: „Es scheint, dass der Herr die Buch-Mormon-Länder seit der Auslöschung der Nephiten geändert hat, so dass niemand sagen kann: Hier ist die ‚Landenge’; hier ist der schmale Streifen Wildnis; hier ist der Fluss Sidon; hier ist der Hügel Cumorah in Zentralamerika; hier ist der Hügel Shim im Lande Antum; usw., usw. Wenn solche Orte mit Sicherheit ermittelt werden könnten, würde das Wissen von der Wahrhaftigkeit des Buches Mormon ohne Glauben kommen; und diese Art von Wissen ist statisch… Er hält alle möglichen Tatsachen von dieser Generation fern, die Wissen von der Wahrheit des Buches Mormon erzeugen würden, ohne die Ausübung des Glaubens. Wissen, das nach der Ausübung des Glaubens kommt, erzeugt immer Glücklichsein, Wissen, das uns aufgedrängt wird, wahrscheinlich nicht.“ (Geography of the Book of Mormon, S. 122-126 von Fletcher Bartlett Hammond Jr. Zitat siehe hier).

Welchen Wert hätte das Buch Mormon für dich, wenn alle seine Schauplätze wissenschaftlich verortet wären?

Ich sehe, du bist ein ernsthaftes Kind und bist schnell im Beobachten

(Bild: Quelle)

Im weiteren Verlauf kommen wir zu dem Bericht, den Moromon selber verfasste (Mormon 1:1): „Und ungefähr zu der Zeit, da Ammoron die Aufzeichnungen für den Herrn verbarg, kam er zu mir (ich war ungefähr zehn Jahre alt, und ich fing an, in der Weise des Wissens meines Volkes ein wenig gebildet zu sein); und Ammaron sprach zu mir: Ich sehe, du bist ein ernsthaftes Kind und bist schnell im Beobachten;“ (Mormon 1:2).

Ich sehe, du bist ein ernsthaftes Kind und bist schnell im Beobachten. Ammaron, der die heiligen Berichte auf Drängen des Heiligen Geistes verborgen hatte (4. Nephi 1:47-49), kam nun mit einem Auftrag des Herrn zu einem zehnjährigen Jungen Namens Mormon (übrigens, der Prophet Joseph Smith (1805–1844) hat gesagt: „Das Wort ,Mormon‘ bedeutet buchstäblich ,besser‘, more good.“ History of the Church, 5, Kapitel 21, Seite 400.) der gerade erst anfing, in Dingen seiner Welt gebildet zu werden. Ammaron gibt ihm eine Rückmeldung, dass er ihn als `ernsthaftes Kind´ erlebt, mit einer `schnellen Beobachtungsgabe´ ausgestattet sei.

  • Ernsthaftigkeit
    ist eine Fähigkeit, eine Charaktereigenschaft, eine Tugend, die dazu führt, sich einer Sache in der Weise zu widmen, dass man sie zum Erfolg führen kann. Wer diese Eigenschaft besitzt, geht an die Ausführung einer Sache mit Engagement, mit Herz, Besonnenheit und Entschlossenheit heran. Das Gegenteil ist `Leichtfertigkeit´.
  • Beobachtungsgabe
    ist die Eigenschaft, Dinge bewusst mit offenen Augen wahrzunehmen, erkennen zu können, und mit Bekanntem richtig zu verknüpfen. Für eine gute Beobachtungsgabe muss ich alle fünf Sinne einsetzen. Ich muss bemerken, analysieren und mich erinnern. Will ich sie entwickeln, muss ich alle Sinne auf Empfang schalten, innehalten, um alles um mich herum wahrzunehmen, auf die Details achten, Notizen über das Beobachtete machen.

Beides erstrebenswerte Eigenschaften, die nun schon dieser zehnjährige Junge, mit Namen Mormon, aufwies, der dann später selber einen Bericht führte und die anderen Berichte seines Volkes zusammenfasste. Wenn ich diese Eigenschaften entwickle, werde ich das Evangelium von Jesus Christus besser und tiefer erkennen, mit meiner Umwelt richtig in Verbindung bringen und dadurch tiefere Gotteserkenntnis erlangen, so wie es auch einem vierzehnjährigen Bauernjungen in den 1820ger Jahren gelang: Joseph Smith, dem späteren Propheten der Wiederherstellung.

Welche Erfahrungen hattest du schon in Sachen `Ernsthaftigkeit´ und `schneller Beobachtung´?