So vergingen die drei Tage

Mormon lässt uns wissen: „Und es begab sich: So vergingen die drei Tage. Und es war am Morgen, und die Finsternis zerteilte sich vom Antlitz des Landes hinweg, und die Erde hörte auf zu zittern, und die Felsen hörten auf, sich zu spalten, und das schreckliche Stöhnen hörte auf, und all das heftige Getöse verging. 10  Und die Erde fügte sich wieder zusammen, so daß sie stand; und das Trauern und das Weinen und das Wehklagen der Menschen, deren Leben verschont worden war, hörten auf, und ihr Trauern wandelte sich in Freude und ihr Wehklagen in Preis und Danksagung an den Herrn Jesus Christus, ihren Erlöser.“ (3. Nephi 10:9-10).

So vergingen die drei Tage. Aus dem zusammengefassten Bericht Mormons erfahren wir, dass es für etwa drei Stunden Naturkatastrophen gab und danach für drei Tage und Nächte eine so starke Finsternis, dass die Schwaden derselben gefühlt werden konnten (3. Nephi 8:19-20). Während dieser Finsternis vernahm das Volk im Land Zarahemla eine Stimme die zu Jesus Christus gehörte (3. Nephi 9:1,15). Sie teilte ihm mit, welche Zerstörungen stattgefunden hatten, bestätigte ihnen seine Göttlichkeit, erklärte ihnen, dass in ihm das Gesetz des Mose erfüllt sei und lud alle ein, zu ihm zu kommen und sich von ihm retten zu lassen (3. Nephi 9).

Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn man all solche Worte hört, sich wohl schon die Trauer über den Verlust seiner Lieben und ob der ganzen Verwüstungen, in Trost und Zuversicht wandelt, und man stattdessen Freude, Lobpreis und Danksagung an den Herrn, zum Ausdruck bringen wird. Auch heute noch will der Herr schützend seine `Küken unter seine Flügel sammeln`. Ich bin aus tiefstem Herzen dankbar für diese ausdauernde Liebe, die Christus einem jeden von uns, den Kindern seines Vaters, die dieser ihm gegeben hat, entgegenbringt (Johannes 17:24). Was unternimmst du, um die Schwierigkeiten in deinem Leben aus dem Weg zu räumen, dein Wehklagen in Freude zu verwandeln, deinen Erlöser zu loben und zu preisen und seiner Einladung, unter seinen Flügeln Schutz zu finden, nachzukommen?

schutzhütte

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Wenn ihr umkehrt und mit voller Herzensabsicht zu mir zurückkommt

Die Stimme Jesu ist immer noch zu vernehmen: „O ihr Haus Israel, die ich verschont habe, wie oft werde ich euch sammeln, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel sammelt, wenn ihr umkehrt und mit voller Herzensabsicht zu mir zurückkommt. 7  Aber wenn nicht, o Haus Israel, dann werden die Stätten eures Wohnens wüst werden bis zu der Zeit, da der Bund für eure Väter in Erfüllung gehen wird.“ (3. Nephi 10:6-7).

Wenn ihr umkehrt und mit voller Herzensabsicht zu mir zurückkommt. Zunächst sagt die Stimme Jesu, etwas darüber, dass er einige vom Haus Israel verschont hat, und zwar diejenigen, die rechtschaffener waren als andere (3. Nephi 9:13). Das sagt mir, dass der Herr auch mich, wenn ich rechtschaffener wäre als andere, verschonen könnte. Wenn ich dann verschont geblieben bin, dann sollte ich auch der Einladung Jesu folgen, mich unter seine schützende Flügel sammeln zu lassen.

Dazu muss ich allerdings `mit voller Herzensabsicht´ zu Christus `zurückkommen´. Das Herz symbolisiert den Sinn und Willen des Menschen und ist die Quelle aller Empfindungen und Gefühle. Mit `voller Herzensabsicht´ bedeutet für mich demzufolge, dass mein ganzes Sinnen und Streben auf Christus gerichtet sein muss, was entsprechende Empfindungen und Gefühle freisetzt. Diese starken Empfindungen und Gefühle wiederum werden mein Sinnen und Streben verstärken, sodass ich mich in einer positiven Spirale auf dem Weg ins Himmelreich befinde. Wie ich das bewerkstelligen kann? Ich muss `all die fremden Götter und Astarten´ (Astarte ist eine weibliche nordwestsemitische Gottheit, die als Fremdgottheit, wie die Baale, vom Volk angebetet wurde) aus meinem Leben entfernen und nur dem Herrn allein dienen (1. Samuel 7:3). Ich muss für mich herausfinden, welche `Fremdgötter bete ich an´, setze ich also vor Gott – Auto, Haus, Gold, Smartphone … . Sie gilt es nun in der Bedeutung herabzustufen, mich nicht vordringlich um sie zu bemühen, sondern den Dienst im Werk des Herrn an erste Stelle zu setzen (1. Samuel 7:4). Sollte mir dies nicht gelingen, muss ich damit rechnen, dass `die Stätte meines Wohnens´ wüst werden. Wie habe ich mir das vorzustellen? Ich denke u. a. an Katastrophen, wie im vorliegenden Fall bei den Nephiten und Lamaniten. Wem wendest du dich gerne `voller Herzensabsicht zu´?

herzensabsicht

Wie oft hätte ich euch sammeln mögen, wie eine Henne ihre Küken sammelt

Die Stimme des Herrn ist weiterhin vom Volk im Land Zarahemla zu vernehmen: „Und weiter, wie oft hätte ich euch sammeln mögen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel sammelt, ja, o ihr Volk vom Haus Israel, die ihr gefallen seid; ja, o ihr Volk vom Haus Israel, die ihr zu Jerusalem wohnt, wie ihr, die ihr gefallen seid; ja, wie oft hätte ich euch sammeln mögen, wie eine Henne ihre Küken sammelt, und ihr habt nicht gewollt.“ (3. Nephi 10:5).

Wie oft hätte ich euch sammeln mögen, wie eine Henne ihre Küken sammelt. Wie endet dieser Satz des Herrn? „… und ihr habt nicht gewollt.“ Gleiches hat der Herr im Jerusalem der alten Welt dem Volk vorgehalten (Matthäus 23:37; Lukas 13:34). Kannst du die tiefe Enttäuschung in dieser Aussage Jesu heraushören? Er hat sich von seinem Himmelsthron bei seinem Vater herabgelassen (1. Nephi 11:26-28), um `seine Küken unter seine Flügel zu sammeln´, damit sie vor dem Zerstörer beschützt sein mögen. Aber sie haben diese Rettungsversuche abgelehnt! Sogar in heutiger Zeit hat der Herr diese Aussage gegenüber dem Propheten Joseph Smith wiederholt (Lehre und Bündnisse 43:24).

Inwiefern hat der Herr uns `oft unter seinen Flügeln sammeln wollen´? Er hat unzählige Male immer und immer wieder seine Diener beauftragt uns Menschen überall auf der Welt vor den Fängen Satans zu warnen und uns zur Umkehr aufzurufen. Aber die meisten Menschen haben dies nicht hören wollen und die Propheten getötet. Heute auch noch? Ja, z. B. Joseph Smith, den Propheten der Wiederherstellung, im Jahre 1844 (lies hier). Ich will nicht zu jenen gehören, die sich gegen die Propheten des Herrn wenden, sich gegen sie auflehnen (Mosia 15:26), sondern mich gerne zu meinem Schutz unter die Flügel Jesu sammeln lassen. Wie ich das mache? Indem ich eifrig gebeterfüllt das Wort des Herrn in mich aufnehme, überdenke und herausfinde, wie ich es in meinem Leben, sowohl zu meinem, als auch dem Wohl meiner Mitmenschen, anwenden kann. Wie lässt du dich von wem unter wessen Flügel sammeln?

Joseph Smith and his brother Hyrum were martyred at Carthage Jail on June 27, 1844.

Am Nachmittag des 27. Juni 1844 stürmte ein Mob das Gefängnis in Carthage, Illinois, und ermordete den Propheten Joseph Smith und Hyrum Smith.
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Die ihr Abkömmlinge Jakobs seid, ja, die ihr vom Haus Israel seid

Die Stimme von Jesus Christus wird vom Volk gehört, wie sie sagt: „O ihr Volk dieser großen Städte, die gefallen sind, die ihr Abkömmlinge Jakobs seid, ja, die ihr vom Haus Israel seid, wie oft habe ich euch gesammelt, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel sammelt, und habe euch genährt.“ (3. Nephi 10:4).

Die ihr Abkömmlinge Jakobs seid, ja, die ihr vom Haus Israel seid. Nun hört das Volk im Land Zarahemla selbst aus dem Mund von Jesus Christus, dass das stimmt, was schon Lehi aufgrund der Familiengeschichte Labans, die in den Messingplatten Labans enthalten und auf Geheiß Gottes in seine Hände gelangt war (1. Nephi 3:2-4), herausgefunden hatte (1. Nephi 5:14). Er, Lehi, und damit all seine Nachkommen, stammen aus der Linie Josephs, des jüngsten Sohnes Jakobs, der von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft wurde, weil sie ihm seine von Gott gegebene Führungsrolle neideten (Genesis 37; erkennst du eine Parallele zu Nephi und seinen älteren Brüdern?). Aber auch dies entsprach dem Willen des Herrn, weil Joseph dadurch seine Familie später vor dem Hungertod retten konnte.

Ich lerne aus den Anstrengungen, die Nephi mit seinen Brüdern anstellen musste, um an die Platten zu gelangen (1. Nephi 3,4), dass außer dem Wort Gottes auch Familiengeschichte eine wesentliche Rolle in unserem Leben spielt. Wie wichtig, wird uns durch Maleachi mitgeteilt. Sollten die Familienbande nämlich nicht geknüpft werden, würde das ganze Land mit einem Bann geschlagen werden (was den `Bann´ anbelangt, hat Joseph Smith uns die Worte, die ihm Moroni zitierte übermittelt: Joseph Smith Lebensgeshichte 1:33,39). Um dazu angeregt zu werden, hat uns der Herr den Propheten Elija gesandt (Maleachi 3:23-24; siehe auch Lehre und Bündnisse 128:17-18), auch um die Vollmacht für diese Zuwendung zu erteilen, die Vollmacht des Priestertums (Lehre und Bündnisse 2). Diese Zuwendung wird in den Tempeln Gottes vollendet. Die Familienbande werden dort für alle Zeit und Ewigkeit geschlossen, und zwar für die Lebenden, als auch für diejenigen Verstorbenen, die daran noch nicht teilhaben konnten (Lehre und Bündnisse 138:47-48) – allerdings nur auf Grundlage ihrer eigenen freien Entscheidung. Ich bin also aufgefordert, mein Herz meinen Vorfahren zuzuwenden und Sorge dafür zu tragen, dass die Familienbande im Haus des Herrn geschlossen werden können. Welches Verständnis hast du in Bezug auf die gegenseitige Zuwendung der Herzen?

meine familie

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Abermals erging eine Stimme an das Volk

Mormon lässt uns wissen, wie es nach dem Zeitraum vieler Stunden der Stille (3. Nephi 10:1) weiterging: „Und es begab sich: Abermals erging eine Stimme an das Volk, und alles Volk hörte und war dessen Zeuge, nämlich:“ (3. Nephi 10:3).

Abermals erging eine Stimme an das Volk. Aus den Ausführungen der nächsten Verse ist zu entnehmen, dass es sich wiederum um die Stimme von Jesus Christus handelte. Und wir nehmen zur Kenntnis, dass das Volk die Stimme `hörte´.

Mir stellt sich die Frage, hörte das Volk, hörte es hin, oder hörte es aktiv zu? Du fragst dich, welcher Unterschied da besteht?

  • Hören
    bedeutet, dass ich nicht unbedingt voll auf den Gesprächsinhalt konzentriert bin. Meine Gedanken schweifen häufig ab und ich warte nur darauf selber loszuwerden, was mir in den Sinn kommt.
  • Hinhören
    bedeutet, dass ich zwar aufnehme, was die Person sagt, aber ich bemühe mich noch lange nicht, herauszufinden, was sie meint. Ich bin gefühlsmäßig noch unbeteiligt.
  • Zuhören
    bedeutet, dass ich mich in die Person hineinversetze, ihr volle Aufmerksamkeit schenke und dass ich auch auf die Zwischentöne achte. Meine Haltung und Reaktion zeigt der Person, dass es für mich momentan nichts Wichtigeres gibt als sie.

Was bedeutet das für mich, wenn Diener des Herrn in seinem Namen reden? Es darf für mich momentan nichts Wichtigeres geben als das, was der Herr mir sagen will. Also werde ich mich voll auf das Wort konzentrieren, darauf achten, welche Gefühle dabei in mir ausgelöst werden (Heiliger Geist) und mir merken, welche Handlungen ich daraus ableiten will. Damit ich es nicht vergesse, werde ich mir ggf. Notizen machen. Wie sieht bei dir `Zuhören aus´?

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Nach diesen Worten war für den Zeitraum vieler Stunden Stille im Land

Mormon lässt uns weiter wissen: „Und nun siehe, es begab sich: Alles Volk des Landes vernahm diese Worte und war dessen Zeuge. Und nach diesen Worten war für den Zeitraum vieler Stunden Stille im Land; 2  denn so groß war das Erstaunen des Volkes, daß sie aufhörten, zu wehklagen und zu heulen wegen des Verlustes ihrer Verwandten, die getötet worden waren; darum war für den Zeitraum vieler Stunden Stille im ganzen Land.“ (3. Nephi 10:1-2).

Nach diesen Worten war für den Zeitraum vieler Stunden Stille im Land. Vieles wurde dem Volk im ganzen Land durch die Stimme von Jesus Christus mitgeteilt: Aufforderung zur Umkehr, die Zerstörungen die stattgefunden hatten wurden erläutert, die Einladung sich zu Christus zu bekehren um geheilt zu werden wurde ausgesprochen, dass seine Arme der Barmherzigkeit ausgestreckt sind alle zu empfangen die kommen würden, Bezeugung dass er der Sohn Gottes ist und sie beide eins seien, dass die Seinen ihn nicht angenommen haben, dass durch ihn die Schriften erfüllt wurden und damit das Gesetz des Mose sein Ende gefunden habe, und vieles mehr.

Stell dir vor, du hast gerade so viele Katastrophen erlebt und danach hörst du dann klar und deutlich eine Stimme die bezeugt, dass sie zu Christus gehört und die viele Belehrungen ausspricht, siehst aber die sprechende Person nicht, was wäre deine Reaktion? Ich würde mich sehr verwundern, aber zugleich tief ergriffen sein von all dem, was die Stimme mitgeteilt hat. Ich würde eine Zeit brauchen, um über das alles nachzudenken, es auf mich wirken zu lassen, es einzuordnen und zu verstehen und Entschlüsse zu fassen bezüglich der ausgesprochenen Einladungen. In diesem Zusammenhang denke ich an die vielen Belehrungen, die wir in den Generalkonferenzen der Kirche des Herrn durch seine berufenen Diener erhalten (Lehre und Bündnisse 1:38). Auch hier gibt es vielfach Erstaunen über das Gesagte und ich brauche eine Zeit der Stille, um über all das nachzudenken, es zu verstehen und herauszufinden, was ich damit anfangen muss, damit es mir in meinem Fortschritt hilft. Ein halbes Jahr haben wir einen `Zeitraum vieler Stunden Stille´, dann spricht die Stimme wieder zu uns. Wie nutzt du diese Stunden der Stille?

Mormon Newsroom

Weltweite Konferenz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Salt Lake City
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Für solche habe ich mein Leben niedergelegt und habe es wieder aufgenommen

Die Stimme von Jesus Christus wird vom Volk weiter gehört, wie sie sagt: „Darum, wer umkehrt und zu mir kommt wie ein kleines Kind, den werde ich empfangen, denn solchen gehört das Reich Gottes. Siehe, für solche habe ich mein Leben niedergelegt und habe es wieder aufgenommen; darum kehrt um, und kommt zu mir, ihr Enden der Erde, und laßt euch erretten.“ (3. Nephi 9:22).

Für solche habe ich mein Leben niedergelegt und habe es wieder aufgenommen. Diesen Worten Jesu können wir klar und eindeutig entnehmen, dass er selber Herr über sein Leben und seinen Tod war. Er alleine hat darüber bestimmt, ob und wann er sein Leben hingab. Auch in der alten Welt hat er dies noch zu seinen Lebzeiten gegenüber den Juden klar gemacht, als er ihnen sagte, dass er der `gute Hirte´ sei: „Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. 18 Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.“ (Johannes 10:17-18).

Ein Ding, das man sich sehr schlecht vorstellen kann. Aus Liebe zu uns Menschen, gibt Jesus Christus freiwillig sein Leben hin und nimmt es wieder auf, damit wir erlöst und errettet werden können! Wohlgemerkt, nicht in unseren Sünden, sondern von unseren Sünden (Offenbarung 1:5). Um in den vollen Genuss dieses seines Sühnopfers im Garten Getsemani, wo aufgrund der auf ihm liegenden unaussprechlich großen Last der Sünden aller Menschen, sein Schweiß wie Blut war, das auf die Erde tropfte (Lukas 22:44), und am Kreuz auf Golgatha, wo er sprach: „… Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist …“ (Lukas 23:46), zu kommen, bleibt uns nur das eine: „… umzukehren von all unseren Sünden und den vielen Morden, die wir begangen haben, und Gott zu bewegen, daß er sie uns aus dem Herzen wegnimmt, …“ (Alma 24:11). Nicht jeder wird unbedingt gemordet haben im wortwörtlichen Sinn, aber vielleicht doch unzählige Rufmorde? Die größte Freude, die wir ihm dafür bereiten können: Sein Sühnopfer voller Dankbarkeit annehmen, indem „wir unseren geschlossenen Bündnissen und Verpflichtungen, die göttlichen Gebote, die uns gegeben sind, zu halten, treu sind.“ (siehe hier). Wie reagierst du auf die Einladung von Jesus Christus umzukehren und zu ihm zu kommen, um dich von ihm retten zu lassen?

Bildergebnis für golgatha lds

(Bild: Quelle; Kopie von hier)

Ich bin in die Welt gekommen, um der Welt die Erlösung zu bringen

Die Stimme von Jesus Christus ist weiter zu hören, wie sie sagt: „Siehe, ich bin in die Welt gekommen, um der Welt die Erlösung zu bringen, um die Welt von der Sünde zu erretten.“ (3. Nephi 9:21).

Ich bin in die Welt gekommen, um der Welt die Erlösung zu bringen. Hier verrät Christus dem Volk, zu welchem Zweck er in die Welt gekommen ist: die Welt zu erlösen und von ihren Sünden zu erretten. Was ist damit gemeint?

  • Erlösen
    meint, dass Jesus Christus die Welt, also alle Menschen, durch seine Auferstehung vom körperlichen Tod – Trennung von Körper und Geist (Alma 11:45) – freigekauft hat, und all jene, die an ihn glauben und Umkehr üben, ebenso vom geistigen Tod – Trennung von Gott und seinem Einfluss (Helaman 14:16-19).
  • Erretten
    meint, dass Christus es uns ermöglichen kann, Erben des Himmelreiches werden zu können (Alma 11:37).

Christus erlöst uns also, indem er es uns ermöglicht, durch die Auferstehung dem ewigen Tod zu entkommen, und er errettet uns durch sein Leiden in Getsemani aus der bedrohlichen Situation, in die wir uns selber durch unseren Ungehorsam gegenüber seinen Geboten bringen, der ewigen Verdammnis. Nach dieser Definition heißt das, Christus erlöst alle Menschen vom zeitlichen Tod (2. Nephi 9:11,15), erretten kann Christus aber nur diejenigen, die ihn annehmen und ihm in Gehorsam bis ans Ende folgen, und zwar vom geistigen Tod (Alma 13:30). Erlöst wird jeder Mensch, was muss ich aber tun, um auch errettet zu werden? Ich muss geistig gesinnt sein (2. Nephi 9:39). Wie verstehst du das mit dem erlöst und errettet werden?

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Rettung von Passagieren aus einer bedrohlichen Situation
(Bild: Quelle)

Ihr sollt mir als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen

Die Stimme von Jesus Christus ist weiterhin zu hören mit folgender Anweisung: „Und ihr sollt mir nicht länger Blutvergießen opfern; ja, eure Opfer und eure Brandopfer sollen abgeschafft sein, denn ich werde keines eurer Opfer und eurer Brandopfer annehmen. 20  Und ihr sollt mir als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen. Und wer mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu mir kommt, den werde ich mit Feuer und mit dem Heiligen Geist taufen gleichwie die Lamaniten, die wegen ihres Glaubens an mich zur Zeit ihrer Bekehrung mit Feuer und mit dem Heiligen Geist getauft wurden, und sie wußten es nicht.“ (3. Nephi 9:19-20).

Ihr sollt mir als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen. Das `Gesetz des Opferns´ besteht seitdem Adam und Eva aus dem Garten von Eden vertrieben worden waren, wozu u. a. auch das Opfern der `Erstlinge ihrer Herden´ gehörte. Die Symbolik darin war der Hinweis auf die Darbringung des Opfers von Jesus Christus, dem Einziggezeugten Sohn Gottes (Köstliche Perle Mose 5:4-8). Das Volk des Herrn hatte dieses Gebot des Opferns bis zur Erbringung dieses `großen und letzten Opfers´ zu befolgen (Alma 34:13-14).

Nachdem Jesus Christus sich selbst als Opfer für die Errettung der Menschheit dargebracht hatte (2. Nephi 2:6-7), war sein Volk aufgefordert, die Tier- und Blutopfer nicht mehr zu erbringen. Stattdessen wurde es angewiesen, `als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen´. Als Symbolik der Erinnerung an Sein Opfer, nehmen wir heutzutage so oft es geht (Lehre und Bündnisse 20:75), am Abendmahl teil (Lukas 22:14-20). An diesem Mahl darf ich ungestraft nur teilnehmen, wenn ich würdig dazu bin (1. Korinther 11:29). Ich verspreche dabei, dass ich den Namen Christi auf mich nehmen, immer an ihn denken und seine Gebote halten werde (Lehre und Bündnisse 20:75). Welche Segnungen sind mir verheißen? Ewiges Leben (Johannes 6:54). Was bedeutet es nun für mich dieses neue Opfer zu erbringen? Ich muss demütig und umkehrwillig und bereit sein, den Geboten Gottes zu gehorchen. Worin besteht für dich das Opfer, das Christus von uns fordert?

Bilder der Bibel - Die Opfer Kains und Abels

Die Opfer Kains und Abels – 1. Mose 4, 4 – 5.
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Ich bin das Licht und das Leben der Welt

Die Stimme von Jesus Christus wird weiter gehört, wie sie sagt: „Ich bin das Licht und das Leben der Welt. Ich bin Alpha und Omega, der Anfang und das Ende.“ (3. Nephi 9:18).

Ich bin das Licht und das Leben der Welt. Licht hat etwas mit Erkennen und mit Leben zu tun. Ohne Licht gibt es kein Leben. Darum war es auch bei der Schöpfung das erste, was der Herr, nachdem er die Erde geformt hatte und Wasser auf ihr war, hervorbrachte (Genesis 1:1-4). Aber mit welcher Kraft geschah es, dass Christus dies alles veranlassen konnte? Er besaß eine von Gott ausgehende Macht oder Energie, die allem Leben oder Licht gibt. Durch diese Macht wird alles im Himmel und auf Erden regiert (Lehre und Bündnisse 88:12-13). Durch dieses Licht ist es uns Menschen eben auch möglich Evangeliumswahrheiten zu verstehen und dadurch den Weg zu ewigem Leben zu erkennen und gehen zu können (Johannes 17:3). Das Licht Christi ist keine Person, es ist vielmehr ein Einfluss zum Guten in allen Menschen (Johannes 1:9).

Dieses Licht Christi ist als eine Erscheinungsform das `Gewissen´ eines jeden Menschen. Es hilft dem Menschen zwischen Gut und Böse zu unterscheiden (Moroni 7:16). Hast du noch das Bild im Kopf, wie ein Bauer seine Wiese mit einer Sense mäht? Du wirst dann auch sicher vor deinen geistigen Augen haben, dass er nach einiger Zeit das Mähen unterbricht, weil seine Sense nicht mehr richtig schneidet. Durch den Gebrauch ist sie mit der Zeit abgestumpft. Um die Arbeit erfolgreich fortzusetzen, bleibt er stehen, zieht einen Wetzstein aus seiner Halterung und schärft die Schneide wieder. Dann kann die Arbeit wieder fortgesetzt werden. Dies geschieht auch mit unserem Gewissen. Beschäftigen wir uns insbesondere mit geistig unzuträglichen Themen, stumpft unser Gewissen ab. Die Schneide muss geschärft werden, wenn wir sie wieder erfolgreich einsetzen wollen. Wie schärfe ich aber die Schneide, mein Gewissen? Ich benutze regelmäßig den richtigen `Wetzstein´, das Evangelium von Jesus Christus (Moroni 7:19). Wie schärfst du deine Schneide – dein Gewissen?

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Wetzstein in Gebrauch. Gemälde (1904) von Raffaele Faccioli (1845–1916)
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