Ihr seid denen zugezählt, die der Vater mir gegeben hat

Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
(Johannes 10:1; Bild: Quelle)

Der auferstandene Christus spricht weiter zu seinen neu berufenen zwölf Jüngern in Amerika (3. Nephi 15:11): „Aber siehe, ihr habt sowohl meine Stimme vernommen als auch mich gesehen; und ihr seid meine Schafe, und ihr seid denen zugezählt, die der Vater mir gegeben hat.“ (3. Nephi 15:24).

Ihr seid denen zugezählt, die der Vater mir gegeben hat. Welch ein unermessliches Vorrecht hatte der Teil des Volkes der Nephiten, die vor der Vernichtung, die stattgefunden hatte, verschont geblieben war, weil er der rechtschaffenere Teil war. Diese kamen in den Genuss, den auferstandenen Christus persönlich zu erleben, von ihm direkt belehrt zu werden. Nun sagt er auch noch seinen Jüngern, dass sie seine Schafe seinen und zu denen gehören würden, die `der Vater ihm gegeben hat´.

Jesus Christus hat das getan, was sein Vater von ihm erwartete. Er hat in allem seinen Willen gelitten (Johannes 6:37; 3. Nephi 11:11). Die Folge war, dass ihm der Vater alles gegeben hat, was er ihm verheißen hatte, u. a. seine Herde (Lehre und Bündnisse 27:14). Das wunderbare, jeder der zu dieser Herde gehören möchte, wird von Christus nicht abgewiesen (Johannes 6:37) und er wird seiner Hand auch nicht entrissen werden (Johannes 10:27-29). Welch eine herrliche Aussicht. Wenn ich zu seiner Herde gehören möchte, durch das richtige Tor (2. Nephi 9:41), nicht durch die Hintertür (Johannes 10:1), eintrete – gemeint die Taufe –, und mich an die Bündnisse halte, wird mich keiner aus seiner Hand entreißen. Was sich für mein Verhalten anderen gegenüber daraus ableitet, dass Christus niemanden, der zu ihm kommen will, abweist, ich darf erst recht keinem gegenüber abweisende Gefühle hegen.

Was meinst du, was du tun musst, wenn du zu jenen gezählt werden möchtest, die `der Vater Christus gegeben hat´?

Und sie verstanden mich nicht, denn sie meinten, es seien die Andern

(Bild: Quelle)

Von den Juden in Jerusalem sagte der Herr zu seinen neu berufenen zwölf Aposteln in Amerika (3. Nephi 15:11): „Und sie verstanden mich nicht, denn sie meinten, es seien die Andern; denn sie verstanden nicht, daß die Andern durch ihr Predigen bekehrt werden sollten.“ (3. Nephi 15:22).

Und sie verstanden mich nicht, denn sie meinten, es seien die Andern. Als Christus den Juden in Jerusalem von den anderen Schafen erzählte, die er auch noch zu betreuen hat (Johannes 10:16), meinten diese, er würde von jenen reden, die nichtisraelitischer bzw. nichtjüdischer Abstammung wären. Sie verstanden nicht, dass diese nicht durch Christus direkt belehrt werden würden (3. Nephi 15:23), sondern durch das Predigen jener, die er dazu beruft, wie z. B. Petrus, der beauftragt wurde in das Haus des Kornelius zu gehen und ihm und seinem Haus, alles Heiden, das Wort zu predigen (Apostelgeschichte 10:9-48).

Und wie wir in der Apostelgeschichte lesen, war dieses Predigen erfolgreich, sie bekehrten sich, wurden vom Heiligen Geist erfüllt und Petrus ordnete ihre Taufe an. So begann sich auch das Wort des Herrn zu erfüllen, dass es zu gegebener Zeit nur noch eine Herde und einen Hirten geben würde (1. Korinther 12:13). In gleicher Weise hat auch das Buch Mormon den Zweck, nicht nur die Lamaniten und die Juden davon zu überzeugen, dass `Jesus der Christus ist´, sondern auch die `Andern´ (siehe Titelseite des Buches Mormon). In neuzeitlicher Offenbarung wird dieser Zweck des Buches Mormon auch bestätigt (Lehre und Bündnisse 20:8-9). Und dann wird noch bestätigt, dass das Predigen in dieser Evangeliumszeit der Fülle , zuerst bei den Andern begonnen werden soll und danach erst bei den Juden (Lehre und Bündnisse 133:8). Das erinnert mich an ein Wort Jesu im Zusammenhang mit dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg: „So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.“ (Matthäus 20:16).

Wie ergeht es dir, verstehst du manche Worte des Evangeliums auch nicht sofort richtig, und wenn ja, was machst du dann?

Ihr seid es, von denen ich gesagt habe: Andere Schafe habe ich, die nicht von dieser Herde sind

Hochlandschäfer
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Christus spricht weiter zu seinen neu berufenen zwölf Jüngern in Amerika (3. Nephi 15:11): „Und wahrlich, ich sage euch: Ihr seid es, von denen ich gesagt habe: Andere Schafe habe ich, die nicht von dieser Herde sind; auch sie muß ich herführen, und sie werden meine Stimme vernehmen; und es wird eine Herde sein und ein Hirte.“ (3. Nephi 15:21).

Ihr seid es, von denen ich gesagt habe: Andere Schafe habe ich, die nicht von dieser Herde sind. Jesus Christus bezieht sich hier auf sein Gleichnis des `guten Hirten´, das er seinem Volk, den Juden in Jerusalem erzählte. Er vergleicht sich mit einem `guten Hirten´ und sagt, dass die Schafe die Stimme des Hirten kennen und nur ihm und keinem fremden folgen würden. Dann sagt er weiter: „Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.“ (Johannes 10:16). Diese anderen Schafe nun, sagt er zu seinen Zwölfen in Amerika, seien sie mit ihrem Volk.

Mein Schwager hatte eine Schafherde. Morgens führte er sie aus dem Stall auf die Weide und abends rief er sie, sie wendeten ihren Kopf in die Richtung, aus der die Stimme kam, unterbrachen ihr Fressen und liefen dem rufenden Hirten entgegen, zurück in den sicheren Stall. Wenn ich das Gleiche versuchte, weideten sie unbeirrt weiter und kümmerten sich nicht um mich. Wie kam es dazu? Mit meinem Schwager sind sie aufgewachsen, sie hörten von Geburt an seine Stimme und wussten, er ist derjenige, der sich gut um sie kümmert. Ihm vertrauten sie. Meine Stimme war ihnen hingegen nicht vertraut und so achteten nicht auf sie. Ich habe von Kindesbeinen an das Evangelium von Jesus Christus kennengelernt und kenne somit seine Stimme und weiß, dass er mir nur Gutes will, vertraue ihm also und höre auf sein Rufen und folge ihm. Auch wenn ich mal zwischendurch eine Kurve nehme, weil es etwas Interessantes gibt, so höre ich doch sein Rufen und strebe wieder ihm entgegen.

Welche Stimme kennst du, der du vertrauensvoll folgst, wenn sie deinen Namen ruft, zu welcher Herde gehörst du, wer ist `dein guter Hirte´?

Es ist wegen ihres Übeltuns, dass sie nicht von ihnen wissen

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Christus erklärt seinen neu berufenen zwölf Aposteln in Amerika (3. Nephi 15:11), warum er niemandem sagen sollte, wohin Teile seines Volkes hinweggeführt wurden (3. Nephi 15:13-15): „Nun aber, wegen Halsstarrigkeit und Unglaubens verstanden sie mein Wort nicht; darum wurde mir vom Vater geboten, ihnen darüber nichts mehr zu sagen. 19  Aber wahrlich, ich sage euch: Der Vater hat mir geboten, und ich sage es euch, daß ihr wegen ihres Übeltuns von ihnen getrennt worden seid; darum ist es wegen ihres Übeltuns, daß sie nicht von euch wissen. 20  Und wahrlich, weiter sage ich euch: Die anderen Stämme hat der Vater von ihnen getrennt; und es ist wegen ihres Übeltuns, daß sie nicht von ihnen wissen.“ (3. Nephi 15:18-20).

Es ist wegen ihres Übeltuns, dass sie nicht von ihnen wissen. Zunächst führt Christus Halsstarrigkeit und Unglauben an, die dazu führten, dass den zurückgebliebenen Verständnis für die Problematik fehlte. Wenn einem Verständnis für eine Sache fehlt, macht es auch keinen Sinn, dass die Thematik vertieft wird. Und so hat der Vater entschieden, dass der Sohn ihnen nicht mehr offenbaren sollte, als dass es andere Schafe gibt, um die er sich auch zu kümmern habe. Ein weiterer Grund, dass sie nicht erfahren sollten, wo die Verstreuten sich aufhielten, war ihre Sündhaftigkeit. Das war auch ein Grund für die vom Herrn befohlene Trennung.

Halsstarrigkeit, zeichnet sich durch ein eigensinniges Beharren auf der eigenen Überzeugung aus. Einen Menschen, der diese Charaktereigenschaft auslebt, bezeichnet man auch als Dickschädel. Ein solcher Typ hat wahrscheinlich auch eine sehr eingeschränkte Sichtweise, weil er im geistigen Sinne, seinen Kopf nicht wenden kann – entgegen einem `Wendehals´, der seine Einstellung stets der aktuellen Situation anpasst, `seine Fahne in den Wind hängt´. Wir erkennen aus der Geschichte, dass Menschen, die halsstarrig sind, keinen Glauben üben Ich möchte solche Halsstarrigkeit nicht haben. Ich übe lieber Glauben und versuche meine empfindlichen Antennen auf die Einflüsterungen des Heiligen Geistes auszurichten, um Offenbarungen empfangen zu können, die mir helfen, mich positiv weiterzuentwickeln (Jarom 1:4).

Welche Zusammenhänge erkennst du zwischen Halsstarrigkeit, Unglauben und Sündhaftigkeit?

Und siehe, dies ist das Land eures Erbteils

Jesus belehrt die Nephiten
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus spricht weiter zu seinen neu berufenen Aposteln in Amerika (3. Nephi 15:11): „Und siehe, dies ist das Land eures Erbteils; und der Vater hat es euch gegeben. 14  Und zu keiner Zeit hat der Vater mir geboten, euren Brüdern zu Jerusalem davon zu erzählen. 15  Auch hat zu keiner Zeit der Vater mir geboten, ihnen von den anderen Stämmen des Hauses Israel zu erzählen, die der Vater aus dem Land weggeführt hat.“ (3. Nephi 15:13-15).

Und siehe, dies ist das Land eures Erbteils. Christus bestätigt seinen Zwölfen, dass dieses Land, Amerika, das Land ist, welches er ihnen als ihr Erbteil zugesagt hatte. Der Herr hat schon immer jenen, die ihm glaubenstreu nachfolgten Länder als Erbteile verheißen – verheißene Länder. So hat der Herr z. B. Abraham aufgrund seines Glaubens in ein Land der Verheißung geführt (Hebräer 11:8-9). Isaak und Jakob waren Miterben und lebten ebenso in diesem Land (Exodus 6:4), in das er auch die in ägyptischer Gefangenschaft lebenden führen wollte (Exodus 6:8). Lehi hatte um die 600 v. Chr. vom Herrn den Auftrag bekommen, den Juden in Jerusalem Umkehr zu predigen. Sie hörten nicht auf ihn und bevor sie ihn töten konnten, führte der Herr ihn, seine Familie und einige Verwandte und Freunde von dort in ein anderes verheißene Land, in ein Land, welches hinter großen Gewässern lag, Amerika (1. Nephi 2:1-4; 1. Nephi 17:8,13). Auch die Jarediten, die vom Turmbau zu Babel (Genesis 11:5-9) ausgewandert waren, wurden vom Herrn nach Amerika geführt (Ether 1:38).

Jesus hatte nun das Gebot vom Vater, niemandem zu offenbaren, welche seiner Schafe in welches ihnen verheißene Land geführt wurden. Er durfte nur davon erzählen, dass er auch noch `andere Schafe´ hat, die er auch betreuen müsse (Johannes 10:16; 3; Nephi 15:16-17). Eines Tages aber würden alle seine Schafe zu einer gemeinsamen Herde mit einem gemeinsamen Hirten zusammengeführt werden (3. Nephi 16:1-4). Zu ihnen gehören nicht nur die verstreuten Israels, sondern auch die zehn verlorenen Stämme Israels, denen sich Jesus nach dem Besuch der Nephiten auch zeigen würde (3. Nephi 17:4). Und so, wie der Herr die in Ägypten geknechteten seines Volkes befreite und in ihr verheißenes Land führte, wird es zu gegebener Zeit auch mit all den anderen verstreuten Völkern geschehen (3. Nephi 21:26-29).

Was meinst du, warum hat der Herr sein Volk in verschiedenen Gruppen über die ganze Erde zerstreut?

Ihr seid ein Licht für dieses Volk, das ein Überrest des Hauses Joseph ist

„Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus.“
(Matthäus 5:15; Bild: Quelle)

Jesus wendet sich nun bei seinem Besuch auf dem amerikanischen Kontinent, nachdem er zu der gesamten Menge gesprochen hatte, wieder seinen gerade neu berufenen zwölf Jüngern (3. Nephi 12:2) zu. „Und nun begab es sich: Als Jesus diese Worte geredet hatte, sprach er zu den Zwölf, die er erwählt hatte: 12  Ihr seid meine Jünger; und ihr seid ein Licht für dieses Volk, das ein Überrest des Hauses Joseph ist.“ (3. Nephi 15:11-12).

Ihr seid ein Licht für dieses Volk, das ein Überrest des Hauses Joseph ist. Christus erklärte den Zwölfen, welches ihre Aufgabe ist: Vorbild für das Volk zu sein, das von dem Joseph abstammt, der von seinen älteren eifersüchtigen Brüdern für 20 Silberstücke nach Ägypten verkauft wurde (Genesis 37:28). Damit bestätigt Jesus die Ahnentafel, die in den Messingplatten das Laban enthalten war (1. Nephi 5:14), die Nephi im Auftrag des Herrn aus Jerusalem mitnahm (1. Nephi 3:3-4). Kleiner Ausflug: Dass Joseph für 20 Silberstücke verkauft wurde erinnert doch sehr an die Summe, für die Jesus durch Judas Iskariot an die Hohepriester verraten wurde. Dieser bekam für seine ruchlose Tat 30 Silberstücke (Matthäus 26:14-15). Rechnet man mit einer Geldentwertung zwischen diesen Zeiten, kommen beide Summen auf denselben Wert. Also kann man in dem Verkauf des Joseph ein Sinnbild für den Verrat an Jesu sehen.

Zurück zum Licht für das Volk. Eine gleichlautende Aussage tätigte Jesus gegenüber seinen Jüngern in Jerusalem: „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.“ (Matthäus 5:14). Wie können seine Jünger dieses Licht der Welt sein? Ich verstehe das so, dass jeder, der Jesus annimmt und ihm nachfolgt, von seinem Licht bekommt, von seiner Fackel angezündet selber ein Fackelträger wird, ein Licht, das den Mitmenschen den Weg in dieser finsteren Welt erleuchtet. Ich fühle mich ermuntert, das Licht, das ich erhalten habe, nicht unter einen Scheffel zu stellen – nicht gemeint im Sinne von Bescheiden sein -, um es für mich alleine zu behalten – Wissen ist Macht -, sondern es hochzuhalten, damit es allen in meiner Umgebung nutzt und alle den Weg zum Vater zurück erkennen können. Ob sie ihn dann auch gehen, hängt von ihnen ab.

Wie gehst du mit nützlichem Wissen, das du erlangt hast um, nutzt du es, um auch andere daran teilhaben zu lassen, oder behältst du es für dich – entsprechend dem Motto: Wissen ist Macht?

Sie haben wahrhaftig von mir gezeugt

Jesaja schreibt über die Geburt Christi
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Christus spricht, bevor er sich wieder seinen Jüngern zuwendet, noch zu der vor dem Tempel im Land Überfluss in Mesoamerika versammelten Volksmenge (3. Nephi 11:1,10): „Siehe, ich habe euch die Gebote gegeben; darum haltet meine Gebote. Und dies ist das Gesetz und die Propheten, denn sie haben wahrhaftig von mir gezeugt.“ (3. Nephi 15:10).

Sie haben wahrhaftig von mir gezeugt. Christus hatte der vor dem Tempel versammelten Menge sein Evangelium mit seinen Gesetzen dargelegt und sie aufgefordert, sie zu befolgen und darauf hingewiesen, dass sie und die Propheten Zeugnis von ihm ablegten.

Warum war es erforderlich, seine Gebote zu befolgen? Ein wenig früher hatte er ihnen schon diese Antwort gegeben: „… Wenn ihr meine Gebote nicht haltet, die ich euch zu dieser Zeit geboten habe, werdet ihr auf keinen Fall ins Himmelreich eingehen.“ (3. Nephi 12:20). Inwiefern legen diese Dinge Zeugnis von Christus ab? Alles Gesetz samt den Propheten, die sie uns übermittelten und immer noch übermitteln, weisen auf unseren Erretter Jesus Christus hin (Mosia 13:33). So hatte Lehi z. B. 600 v. Chr. den Juden in Jerusalem Zeugnis davon abgelegt, dass der Messias nach 600 Jahren auf diese Erde kommen würde und er legte auch Zeugnis  von den Propheten ab, die ihrerseits Zeugnis gaben vom `Erretter der Welt´ (1. Nephi 10:4-5). Der jüngere Bruder Nephis, Jakob, erklärt dem gebildeten Christusleugner Scherem um die 540 v. Chr., dass die Schriften Zeugnis ablegen von Christus und „… keiner der Propheten geschrieben noch prophezeit hat, ohne über diesen Christus zu sprechen.“ (Jakob 7:11). In der Tat haben alle Propheten des Alten Testamentes über Christus prophezeit. Dort gibt es mehr als 300 Prophezeiungen über den kommenden Messias, die sich alle im Leben, Sterben und der Auferstehung Jesu erfüllten. Nur ein Beispiel: Jesaja spricht ca. 740 v. Chr. davon, dass eine junge Frau einen Sohn gebären würde, dem sie den Namen Immanuel geben würde (Jesaja 7:14). Die Erfüllung wird in Matthäus 1:18;23 (siehe dazu Lehre und Bündnisse 128:22) dadurch bestätigt, dass Maria, die verlobte Josefs, ein Kind vom Heiligen Geist bekommen würde, dem sie den Namen Immanuel geben würden (verloben taten sich junge Frauen Israels ab dem Alter von 12 Jahren). Ich glaube all diesen Prophezeiungen und dass Christus uns sein Gesetz gegeben hat damit wir durch dessen Befolgung errettet werden – zurückkommen können in die Gegenwart unserer himmlischen Eltern.

Welche Propheten kennst du, die vom Kommen Christi Zeugnis abgelegt haben?

Siehe, ich bin das Gesetz und das Licht

Für wen halten die Menschen den Menschensohn?
(Matthäus 16:13; Bild: Quelle)

Der auferstandene Christus spricht weiter zu den vor dem Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelten Nephiten (3. Nephi 11:1,10): „Siehe, ich bin das Gesetz und das Licht. Blickt auf mich, und harrt bis ans Ende aus, und ihr werdet leben; denn dem, der bis ans Ende ausharrt, werde ich ewiges Leben geben.“ (3. Nephi 15:9).

Siehe, ich bin das Gesetz und das Licht. Im Neuen Testament kommt eine Einleitung einer Aussage mit `siehe´ bzw. `und siehe´ 189 mal vor, im Buch Mormon `und siehe´ 269 mal (siehe konnte ich nicht exakt zählen, weil es auch in anderen Zusammenhängen vorkommt; insgesamt kommt es aber 1556 mal vor). Hierbei dürfte es sich keinesfalls um eine Floskel handeln. Ich denke, hierdurch soll die besondere Aufmerksamkeit des Lesers auf die folgende Aussage gelenkt werden. Im vorliegenden Vers darauf, dass Christus sowohl das Gesetz ist, als auch das Licht.

Einige vom Machtrausch besessene Menschen argumentieren gerne „Ich bin hier das Gesetz“. Aber auch, wenn Menschen Hüter, oder Vertreter des Gesetzes sind, benutzen sie auch eine solche Argumentation gegenüber vermeintlichen Gesetzesübertretern. Bei Christus ist es allerdings eine ganz andere Situation. Er vertritt hier auf Erden seinen, unser aller Vater, der der ursprüngliche Gesetzgeber ist und somit kann er mit Fug und Recht sagen, dass er das Gesetz ist. Außerdem besitzt er alle Weisheit, alles Wissen und das bedeutet, dass er das Licht ist, an dem wir uns in Allem orientieren können. Wenn wir dies bis ans Ende unseres Erdendaseins tun, verspricht er uns `ewiges Leben´ zu geben! Etliche Menschen machen sich Gedanken darüber, wie sie vielleicht durch Einfrieren und späteres Auftauen, ihr Leben verlängern können. Aber einfacher ist es doch, sich mit Christus zusammenzuschließen, sein Licht auszunutzen – es ist sogar kostenlos –, seinem Gesetz zu folgen und auf diese Art und Weise zu `ewigem Leben´ zu gelangen.

Wenn in meiner Jugend ein Polizist von mir etwas verlangte, dann bin ich seiner Aufforderung mit höchstem Respekt nachgekommen. Wie erging es dir, wenn jemand zu dir sprach: „Ich bin hier das Gesetz“?

Der Bund, den ich mit meinem Volk gemacht habe, ist noch nicht ganz erfüllt

Gottes Bund mit Abraham
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Christus spricht weiter zu den vor dem Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelten Nephiten (3. Nephi 11:1,10): „Und weil ich euch gesagt habe, das Alte sei vergangen, zerstöre ich nicht das, was in bezug auf Zukünftiges gesprochen worden ist. 8  Denn siehe, der Bund, den ich mit meinem Volk gemacht habe, ist noch nicht ganz erfüllt; aber das Gesetz, das Mose gegeben wurde, hat in mir ein Ende.“ (3. Nephi 15:7-8).

Der Bund, den ich mit meinem Volk gemacht habe, ist noch nicht ganz erfüllt. Geben sich zwei Parteien ein feierliches Versprechen, so gehen sie miteinander einen `Bund´ ein. Entgegen einem weltlichen Bund, sind bei einem Bund mit Gott die Bündnispartner nicht gleichgestellt. Gott legt die Bedingungen fest und der Mensch willigt ein. Für Einhaltung des Bundes durch den Menschen, verheißt Gott bestimmte Segnungen.

  • So hat Gott mit Abraham einen Bund aufgerichtet, der für ihn und seine Nachkommen gelten sollte. Der Herr würde ihm ein bestimmtes Land als immerwährenden Besitz zuweisen, er würde aus ihm eine große Nation machen, seinen Namen unter allen Nationen groß machen, durch Abraham würden seine Nachkommen mit dem Priestertum gesegnet sein, alle die das Evangelium annehmen würden, würden zu seinen Nachkommen gezählt werden. Durch Abraham sollte also das Gottes Evangelium verbreitet werden (Abraham 2:6-11).
  • Der Herr schloss weiterhin einen Bund mit Noah. Er würde durch eine Flut die Menschen vernichten. Noah aber sollte eine Arche bauen und mit seiner engsten Familie und Tieren überleben. Dadurch sollte die Menschheit von Neuem leben (Genesis 6:17-22).
  • Mit Mose richtete er den Bund auf, dass er das hebräische Volk aus der ägyptischen Gefangenschaft befreien und in das `gelobte Land´ führen sollte (Exodus 3:10). Später gab der Herr Mose die Worte des Bundes an das Volk Israel, welche die Zehn Gebote enthielten (Exodus 34:28). Diese Worte des Bundes enthielten genaue Vorschriften, die einzuhalten waren, zu dem Zweck, dass das Volk auf Christus und sein Sühnopfer hingewiesen werden und sich ständig daran erinnern sollte.

Dieser Teilbund, das Gesetz des Mose, war nun durch das Sühnopfer Jesu erfüllt und brauchte nicht mehr befolgt zu werden. Andere Bündnisse haben aber noch Bestand. Sie befinden sich in der Erfüllung oder werden erst erfüllt.

Was denkst du, welche Menschen zählen heute zu den Teilhabern an Gottes Bündnissen?

Siehe, ich zerstöre nicht die Propheten

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Christus spricht weiter zu den vor dem Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelten Nephiten (3. Nephi 11:1,10): „Siehe, ich zerstöre nicht die Propheten; denn alle, die in mir noch nicht erfüllt sind, wahrlich, ich sage euch, werden alle erfüllt werden.“ (3. Nephi 15:6).

Siehe, ich zerstöre nicht die Propheten. Nachdem Christus dem Volk gesagt hatte, dass das Gesetz des Mose in ihm ein Ende gefunden hat, könnten die Angesprochenen annehmen, dass er sich gegen die Aussagen der Propheten stellt und sie für ungültig erklärt. Doch Christus betont, dass alles, was die Propheten prophezeit hatten und sich noch nicht erfüllt hat, sich noch erfüllen würde.

So gibt Christus dem Volk, und damit einem jeden von uns, sogar das Gebot, in den prophetischen Aussagen eifrig zu forschen, insbesondere spricht er die Prophezeiungen Jesajas an, weil sich dessen Prophezeiungen auf sein Volk, das Volk Israel, beziehen. Jesus bestätigt, dass die Worte Jesajas wahr sind und sich erfüllen werden (3. Nephi 23:1-5). Viele Lehren von Propheten haben sich in der Vergangenheit schon erfüllt, insbesondere diejenigen, die sich auf das Opfer beziehen, das Christus für die Menschenkinder zu deren Errettung erbracht hat. Alle anderen werden sich noch erfüllen, bzw. sind im Begriff sich zu erfüllen. So z. B. die Sammlung Israels (Jesaja 54:7), alle Worte Jesu an alles Volk auf Erden werden zusammengefügt (2. Nephi 29:13-14), eine neue Stadt Jerusalem wird erbaut werden (3. Nephi 21:23), die Prophezeiungen des Johannes in seiner Offenbarung, und schließlich der Höhepunkt, das Zweite Kommen Jesu (Daniel 7:13-14). Ich erkenne, dass ich noch vieles aus den Propheten zu lernen habe – erst recht der lebenden (lies gerne hier), denn sie sprechen von Christus (2. Nephi 25:26) und ich kann lernen, worauf ich zu achten habe, um in den Genuss seiner Segnungen, die er für einen jeden von uns bereithält, zu kommen.

Was meinst du, inwiefern Christus `die Propheten nicht zerstört´ hat, indem er den Alten Bund durch einen Neuen ersetzt hat, das Gesetz des Mose als erfüllt erklärte?