Sogar seinen Bruder erweckte er von den Toten

Über die Macht Nephis, des Sohnes Nephi, des Sohnes Helaman des Jüngeren, erfahren wir von Mormon: „Und im Namen Jesu trieb er Teufel und unreine Geister aus; und sogar seinen Bruder erweckte er von den Toten, nachdem dieser gesteinigt worden war und durch das Volk den Tod erlitten hatte.“ (3. Nephi 7:19).

Sogar seinen Bruder erweckte er von den Toten. Unvorstellbar, die Macht, die Nephi vom Herrn empfangen hatte, schon bevor er vom auferstandenen Jesus Christus, der den Nephiten in der neuen Welt erschien, zu einem seiner Zwölf Apostel berufen wurde. Ihm wurde die Macht zuteil, ihn ins Leben zurückzuholen, das was Jesus auch während seiner Erdenmission viele Male vollbrachte (Mosia 3:5). Er durfte dem Geist seines leiblichen Bruders Timotheus, der vom Volk gesteinigt worden war, befehlen, wieder in seinen sterblichen Körper zurückzukehren (3. Nephi 9:4). Ja, er trieb auch, wie Jesus und seine Zwölf in der alten Welt, Teufel und unreine Geister aus.

Dies alles geschieht ganz real mittels Macht und Kraft des Priestertums Gottes. Nun wird nicht jeder Priestertumsträger Gottes dazu in der Lage sein, diese Macht anzuwenden. Wir sehen es am Beispiel des Versuchs seiner Jünger in der alten Welt. Sie hatten offensichtlich noch nicht in Erfahrung gebracht, wie diese Macht erfolgreich angewendet werden konnte (Matthäus 17:19). Diese Macht kann nur angewendet werden, wenn es im Sinne des Herrn ist und nur von demjenigen, der rein gemacht worden ist, von Gott ordiniert und beauftragt wurde (Lehre und Bündnisse 50:26-29). Auch in heutiger Zeit hat der Herr seinen Dienern diese selbe Macht und Kraft erteilt (Lehre und Bündnisse 124:97-101). Wie unvorstellbar groß doch die Mächte des Himmels sind. Und wie wunderbar, dass der Herr sie auch seinen berufenen Dienern zuteilwerden lässt, um durch richtige Anwendung himmlische Prinzipien kennenlernen zu können. Ich weiß aber, dass diese Mächte „… nur nach den Grundsätzen der Rechtschaffenheit beherrscht und gebraucht werden können.“ (Lehre und Bündnisse 121:36). Nun gilt es herauszufinden, welches die `Grundsätze der Rechtschaffenheit´sind! Hierbei hilft Lehre und Bündnisse 121:41-45 weiter.

rechtschaffen

Der höchste Lohn für Rechtschaffenheit ist „Frieden in dieser Welt und ewiges Leben in der künftigen Welt“ (Elder Quentin L. Cook vom Kollegium der Zwölf Apostel).
(Bild: Quelle)

Sie waren auf ihn zornig, nämlich weil er größere Macht hatte als sie

Wie das Volk auf Nephis Macht reagierte schildert Mormon so: „Und es begab sich: Sie waren auf ihn zornig, nämlich weil er größere Macht hatte als sie, denn es war ihnen nicht möglich, seinen Worten nicht zu glauben, denn so groß war sein Glaube an den Herrn Jesus Christus, daß Engel ihm täglich dienten.“ (3. Nephi 7:18).

Sie waren auf ihn zornig, nämlich weil er größere Macht hatte als sie. Wie fühlst du dich, wenn ein anderer mehr Macht hat als du, du ihm also in bestimmten Dingen haushoch unterlegen bist? Wenn ich mich in einer solchen Situation befinde, bedeutet es für mich herauszufinden, ob ich mich in bestimmten Dingen noch verbessern kann, unter Berücksichtigung der Frage, ob es auch erstrebenswert ist.

Wie heißt doch ein Aphorismus des deutschen Frühsozialisten und Theoretikers des Kommunismus Wilhelm Weitling (1808 – 1871): „Glauben heißt nicht wissen.“ Andererseits heißt ein deutsches geflügeltes Wort: „Wissen ist Macht.“ Beides zusammengebracht würde ja bedeuten: wenn ich Glauben habe, habe ich kein Wissen und damit auch keine Macht. Aber Nephi hatte aufgrund seines großen Glaubens Macht! Und wie lautet nochmal Jesu Antwort auf die Frage seiner Jünger warum sie nicht böse Geister austreiben konnten? „Er antwortete: Wegen eures Kleinglaubens. Denn, amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort! und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.“ (Matthäus 17:20). Also schon mit ganz kleinem Glauben würden wir in der Lage sein, mittels Ansage, Berge zu verrücken, ja uns würde sogar nichts unmöglich sein. Ein anderer Evangelist erinnerte sich, dass Christus dazu noch äußerte, dass diese Macht nur durch Fasten und Gebet entfacht werden kann (Markus 9:29; KJV). Letztendlich wird also durch Glauben, Fasten und Gebet eine himmlische Macht aktiviert. Es ist die Macht, durch deren Wort die Erde und alles andere erschaffen wurde (Genesis 1:3). Nun habe ich einige Gedankenanstöße gegeben. Wie funktioniert denn das mit der `Macht durch Glauben´ (Philipper 4:13)?

glauben

(Bild: Quelle)

Nephi diente mit Macht und mit großer Vollmacht

Wie Nephi Junior, der Enkel Helamans im Werk des Herrn diente, beschreibt Mormon so: „Und er diente ihnen auf vielerlei Weise; und nicht alles davon kann niedergeschrieben werden, und ein Teil davon würde nicht genügen, darum ist es in diesem Buch nicht niedergeschrieben. Und Nephi diente mit Macht und mit großer Vollmacht.“ (3. Nephi 7:17).

Nephi diente mit Macht und mit großer Vollmacht. Der Dienst von Nephi, dem Sohn Nephis, der der Sohn Helaman des Jüngeren war, war im Werk des Herrn offensichtlich so umfangreich, dass Mormon es in diesem Buch nicht genügend würdigen konnte. Mormon schreibt nur, dass Nephi mit Macht und großer Vollmacht diente.

  • Macht
    Du kennst das geflügelte Wort: „Wissen ist Macht“. Der Begriff Macht ist meist negativ belegt, weil er die Fähigkeit beschreibt, auf das Verhalten und Denken anderer so einzuwirken, bzw. es zu beeinflussen, dass sie sich unterordnen. In den Heiligen Schriften ist damit oft aber die `Macht Gottes´ gemeint. Und Gott setzt Macht nie zu etwas ein, das die Entwicklung seiner Kinder in eine falsche Richtung führen würde. Dazu ist nur der Satan in der Lage. Wie heißt es so schön in den Sprichwörtern: „Ein weiser Mann wirkt mit Macht, ein verständiger Mensch entfaltet Kraft.“ (Sprüche 24:5).
  • Vollmacht
    Unter Vollmacht ist im weltlichen Sinn die durch ein Rechtsgeschäft begründete Vertretungsmacht zu verstehen. Im Sinne des Evangeliums ist es die durch Berufung bzw. Ordinierung zustande gekommene Erlaubnis, im Namen Gottes zu handeln, um sein Werk zu vollbringen (Lehre und Bündnisse 42:11).

Nephi ist für mich ein wunderbares Vorbild, wie Macht und Vollmacht im Reich Gottes benutzt werden und in neuzeitlicher Offenbarung wird es mir dediziert aufgelistet (Lehre und Bündnisse 121:34-46). Wie wunderbar wäre es in der Welt, wenn sich alle Menschen an diese Vorgaben halten würden. Wie gehst du mit Macht und Vollmacht um, wenn sie dir übertragen worden sind?

A panoramic scale painting of Christ in white robes, laying His hands on the head of one of His Apostles while the other eleven stand on either side.

Christus ordiniert die Zwölf Apostel
(Bild: Quelle)

Nephi … fing an, unerschrocken Umkehr und Sündenvergebung … zu bezeugen

Mormon lässt uns wissen: „Und es begab sich: Nephi—den Engel besucht hatten und auch die Stimme des Herrn, da er nun Engel gesehen hatte und ein Augenzeuge war und da ihm Macht gegeben war, auf daß er vom geistlichen Wirken Christi wisse, und da er auch Augenzeuge ihrer schnellen Abkehr von der Rechtschaffenheit zu ihrer Schlechtigkeit und zu ihren Greueln war, 16  da er darum wegen ihrer Herzenshärte und ihrer Sinnesverblendung bekümmert war—ging im gleichen Jahr unter sie aus und fing an, unerschrocken Umkehr und Sündenvergebung durch den Glauben an den Herrn Jesus Christus zu bezeugen.“ (3. Nephi 7:15-16).

Nephi … fing an, unerschrocken Umkehr und Sündenvergebung … zu bezeugen. Wir haben früher schon festgestellt, dass es sich bei diesem Nephi um den ältesten Enkel Helaman des Älteren handelt. Sein Vater, der aus Zarahemla wegzog, ohne dass man ihn je wiedergesehen hätte (3. Nephi 2:9), hieß ebenfalls Nephi. Er hatte vor seinem Weggang all die heiligen Unterlagen der Vorfahren seinem Sohn Nephi anvertraut (3. Nephi 1:2-3), der sie fortgeführt hat. Kurze Zeit später wurde er sogar beim Besuch des auferstandenen Jesu auf dem amerikanischen Kontinent, von diesem zu einem seiner zwölf Apostel erwählt (3. Nephi 19:4). Weiteres über ihn, werden wir morgen bei Betrachtung der nächsten Verse erfahren.

Dieser Nephi ist mir nun auch wieder ein unvorstellbar großes Vorbild. Er war so glaubenstreu, dass er von Engeln besucht wurde, die Stimme des Herrn hörte, über das geistliche Wirken Jesu, das zu gerade dieser Zeit in der alten Welt stattfand, informiert war, und aufgrund dessen dem strauchelnden zerstrittenen Volk, das die Propheten tötete (3. Nephi 7:14), unerschrocken Umkehr und Sündenvergebung durch Glauben an Christus predigte. An seinem Beispiel sehe ich, was ich aufgrund großen Glaubens zu tun imstande sein könnte. Momentan bin ich in einer Situation, in der ich ohne Todesangst Zeugnis von Jesus Christus und seinem Erlösungswerk ablegen kann und dennoch bin ich vielfach zurückhaltend. Mir fehlt noch ein gehöriges Quantum an Courage (Mut, Tapferkeit). Wobei ich aber meine, dass ich Ausdauer habe: „Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser“ (Theodor Fontane). Was wolltest du dir von diesem Nephi abschauen?

courage

(Bild: Quelle; Text eingefügt)

Doch hatten sie ihr Herz vom Herrn … abgewandt, und sie steinigten die Propheten und stießen sie von sich aus

Nachdem der Teil des Volkes im Land Zarahemla, der ein Königtum eingerichtet hatte, zahlenmäßig dem restlichen Teil des Volkes unterlegen war, verließen sie fluchtartig ihre einstige Heimat und siedelten sich im Norden an, um dort in Ruhe anwachsen zu können, bis sie stark genug wären, die Stämme anzugreifen (3. Nephi 7:12-13). Über diese restlichen Stämme erfahren wir: „Und es begab sich: Im einunddreißigsten Jahr waren sie in Stämme geteilt, ein jeder Mann gemäß seiner Familie, seiner Verwandtschaft und seinen Freunden; doch waren sie zu der Vereinbarung gekommen, daß sie miteinander keinen Krieg führen würden; aber hinsichtlich ihrer Gesetze und ihrer Art von Regierung waren sie nicht einig, denn diese waren gemäß dem Sinn derer festgesetzt worden, die ihre Häuptlinge und ihre Führer waren. Aber sie setzten sehr strenge Gesetze fest, daß sich kein Stamm gegen den anderen vergehen dürfe, so daß sie in gewissem Maße Frieden im Land hatten; doch hatten sie ihr Herz vom Herrn, von ihrem Gott, abgewandt, und sie steinigten die Propheten und stießen sie von sich aus.“ (3. Nephi 7:14).

Doch hatten sie ihr Herz vom Herrn … abgewandt, und sie steinigten die Propheten und stießen sie von sich aus. Auch dies wieder eine jüdische Tradition, Apostel und Propheten, die ihnen nicht passten, aus der Stadt zu treiben und zu steinigen. Ein prominentes Beispiel: Die Steinigung des Stephanus, einer der von den Aposteln neu berufenen Sieben (Apostelgeschichte 6:1-6; heute unsere `Siebziger´ in der weltweit tätigen Führungsebene der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage). Einige seiner eigenen Landsleute stellten sich gegen ihn, diesen Mann `voller Gnade und Kraft´, und er wurde verhaftet (Apostelgeschichte 6:8-15). Vor dem Hohepriester hielt er dann eine längere Rede über die Geschichte Israels. Zum Ende wirft er seinen Zuhörern auch noch vor, dass sie sich dem Heiligen Geist widersetzen würden und ihre Väter die Propheten verfolgt hätten (Apostelgeschichte 7:1-53). Darüber waren die religiösen Führer auf das äußerste empört und „… trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.“ (Apostelgeschichte 7:54-60).

Ich möchte nicht zu jenen zählen, denen die Wehrufe Jesu galten an deren Ende er bedauernd feststellte: „Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt.“ (Matthäus 23:37). Ich bin aus tiefstem Herzen dankbar für die Boten, die uns Jesus Christus auch heute noch sendet, um die Kinder, die sein Vater ihm gegeben hat (Johannes 17:24), unter seine schützenden Flügel zu sammeln. Du kennst sicherlich die Redensart „jemanden unter seine Fittiche nehmen“, die zum Ausdruck bringen soll, dass jemand von jemandem beschützt wird – `Fittich´ gehört zum Wortstamm `Feder´ und bezeichnet die Flügel von Vögeln, mit denen sie ihre Brut zum Schutz bedecken. Wen kennst du alles, der dich `unter seine Fittiche nehmen´ wollte?

… wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt …
(Matthäus 23:37; Bild: Quelle)

Im Hass gegen diejenigen einig, die ein Bündnis eingegangen waren, die Regierung zu zerschlagen

Über die Einigkeit der verschiedenen Stämme des Volkes im Land Zarahemla in einem Punkt berichtet uns Mormon: „Und es begab sich: Sie waren nicht so stark an Zahl wie die Stämme des Volkes, die sich einig waren, außer daß ihre Führer ihre eigenen Gesetze aufrichteten, ein jeder gemäß seinem Stamm; doch waren sie Feinde; obwohl sie kein rechtschaffenes Volk waren, waren sie doch im Haß gegen diejenigen einig, die ein Bündnis eingegangen waren, die Regierung zu zerschlagen.“ (3. Nephi 7:11).

Im Hass gegen diejenigen einig, die ein Bündnis eingegangen waren, die Regierung zu zerschlagen. Das einst geeinte Volk im Land Zarahemla hatte sich in einzelne Stämme aufgelöst, mit jeweils eignen Häuptlingen, die untereinander zerstritten waren, außer in einem Punkt: Hass gegen die geheime Bande, die sich unter der Führung eines Mannes Namens Jakob gebildet hatte, um die Regierung zu zerschlagen (3. Nephi 7:6,9).

Im Ziel sind wir uns einig, wie wir hinkommen allerdings zerstritten. Stell dir vor, du bist mit deiner Familie unterwegs und willst mit ihr nach Rom. Der eine meint, du musst da lang, der andere widerspricht lautstark und meint, es geht dort lang, ein Dritter meint, dass das ganz falsch sei, er wisse ganz genau, wo es langgehen würde und aus dem Navi ertönt eine liebliche Stimme, die dir schon zum zehnten Mal sagt: „Bei der nächsten Möglichkeit bitten wenden!“ Da denkst du dir: „Wie gut, dass alle Wege nach Rom führen“. Wie sieht es aber aus, wenn es um höhere Ziele geht? Einig im Ziel, aber uneinig über die Richtung. Geht nun jeder seinen eigenen Weg und kommen doch alle am selben Ziel an? Das Ziel ist in die Gegenwart unseres himmlischen Vaters zurückzukehren (Köstliche Perle Mose 1:39). Eine Bedingung für die Zielerreichung ist das Tor, durch das ein jeder gehen muss, die Taufe (Johannes 3:5). Dann gibt es noch weitere wichtige Etappenziele, weitere Bündnisse (1. Nephi 13:23). Die Wege dazwischen sehen sicherlich bei jedem etwas anders aus. Was ist also wichtig? Das große Ziel kennen, die einzelnen Etappenziele anpeilen und nach und nach erreichen, egal ob der eine etwas Umwege macht und es dadurch etwas länger dauert, oder der andere gleich den direkten Weg einschlägt. Wenn das eigene Navi – das Gewissen – mal bei einer Abbiegung nicht korrekte Angaben macht, dann dürfen andere, deren Navi funktioniert, sicherlich liebevolle Unterstützung geben – Familienmitglieder, Freunde, Kirchenführer … . Was unternimmst du in dem Fall: Im Ziel einig, aber nicht über den Weg?

Viele verfolgen hartnäckig
den Weg, den sie
gewählt haben, aber
nur wenige das
Ziel.

— Friedrich
Nietzsche

(Bild: Quelle: Encouragement Memes)

Er war einer der vordersten, der seine Stimme gegen die Propheten, die von Jesus zeugten, erhoben hatte

Über die Gegner derjenigen, die an Christus glaubten, lässt uns Mormon wissen: „Nun versammelte sich diese geheime Verbindung, die soviel Übeltun über das Volk gebracht hatte, und stellte einen Mann, den sie Jakob nannten, an ihre Spitze; 10  und sie nannten ihn ihren König; darum wurde er der König über diese schlechte Bande; und er war einer der vordersten, der seine Stimme gegen die Propheten, die von Jesus zeugten, erhoben hatte.“ (3. Nephi 7:9-10).

Er war einer der vordersten, der seine Stimme gegen die Propheten, die von Jesus zeugten, erhoben hatte. Wieder schloss sich eine große Volksgruppe, zu einer geheimen Verbindung mit einem König an der Spitze zusammen.

Wer wird vielfach zu einem Führer gekürt? Derjenige, der am lautesten die Meinung der Menge artikuliert. In diesem Fall ein Mann namens Jakob. Welch ein Zynismus. Der Name Jakob kommt aus dem Hebräischen und bedeutet nach einer Deutungsart so viel wie `[Gott] möge schützen´. Aus dem Alten Testament kennen wir die Geschichte der Zwillingsbrüder Jakob und Esau, deren Eltern Rebekka und Isaak waren. Esau kam als Erster aus dem Mutterleib und an dessen Ferse festhaltend kam der Zwilling hinterher. Nachdem er sich an der Ferse Esaus festgehalten hatte, wurde er mit einem Namen benannt, der so viel wie `Fersenhalter´ bedeutet (Genesis 25:25-26). Dieser Jakob wurde einer der drei Stammväter des Volkes Israel: Abraham, Isaak und Jakob – später von Gott in `Israel´ umbenannt, was `Gottesstreiter´ bedeutet (Genesis 32:29). Nun ein solcher als König derjenigen, die ihre Stimme gegen die Propheten erhoben, die von Jesus zeugten. Er soll nie und nimmer mein Vorbild sein. Ich liebe die Propheten Gottes und will ihnen folgen und sie unterstützen, indem ich auf ihre Einladungen Christus zu folgen, achte. Welche Bilder kommen dir in Verbindung mit dem Namen Jakob in den Sinn?

Esau eating

Esau gibt wegen einer Linsensuppe sein Erstgeburtssegen an Jakob
(Genesis 25:30-34; Bild: Quelle)

Abgewandt … wie ein Hund zu dem, was er gespien hat

Wir erfahren über das Volk in Zarahemla weiter: „Und so waren noch keine sechs Jahre vergangen, seit der größere Teil des Volkes sich von seiner Rechtschaffenheit abgewandt hatte wie ein Hund zu dem, was er gespien hat, oder wie eine Sau zu dem Kot, worin sie sich gewälzt hat.“ (3. Nephi 7:8).

Abgewandt … wie ein Hund zu dem, was er gespien hat. Du hast es sicherlich schon erlebt, dass Hunde erbrechen. Die Ursache kann zu schnelles Fressen, eine plötzliche Nahrungsumstellung, eine Infektion, eine Entzündung, ein verschlungener Fremdkörper, eine Lymphknotenschwellung, oder gar eine Vergiftung sein. Erbrechen ist nicht nur bei Tieren ein Schutzeffekt. Woher kannte nun aber das Volk in Zarahemla das Sprichwort hierzu aus dem Neuen Testament im Zusammenhang mit der Abwendung von den heiligen Geboten des Herrn: „Auf sie trifft das wahre Sprichwort zu: Der Hund kehrt zurück zu dem, was er erbrochen hat, und: Die gewaschene Sau wälzt sich wieder im Dreck.“ (2. Petrus 2:22)? Wir erinnern uns, Lehi hatte bei seiner Auswanderung aus der alten Welt die Anweisung bekommen, die Messingplatten Labans mitzunehmen. In ihnen waren heilige Schriften enthalten von der Schöpfung bis hinab zur Zeit Jeremias (1. Nephi 5:10-16). Jeremias Wirkungszeit als Prophet war etwa von 626 v. Chr. bis 585 v. Chr. in Jerusalem, also eine Zeit, die noch in die Aufzeichnungen der Messingplatten Labans fällt. In den Sprichwörtern nämlich finden wir nun auch diese Redensart wieder: „Wie ein Hund, der zurückkehrt zu dem, was er erbrochen hat, so ist ein Tor, der seine Dummheit wiederholt.“ (Sprichwörter 26:11). Das Buch der Sprüche geht nach jüdischer Tradition auf Hiskija, den König von Juda zurück, dessen Amtszeit von 725 v. Chr. bis 696 v. Chr war. Also könnten die Nephiten diese Redensart daher gekannt haben.

So interessant diese Erklärung auch sein mag, auch in Hinsicht auf die Wahrheit des Buches Mormon, wichtiger für mich ist bei meinen Überlegungen der Sinn dieses Sprichwortes: Wenn man Wahrheiten erkannt hat, doch wieder zu seinen alten Dummheiten zurückzukehren (siehe auch ergänzend 2. Petrus 2:21). So wie ich mich meinem Erbrochenen nicht wieder zuwenden werde, will ich mich auch nicht meinen alten Dummheiten wieder zuwenden. Natürlich kann ich einem Erbrechen auch vorbeugen, indem ich z. B. keine falsche Nahrung zu mir nehme – hier im geistigen Sinne gemeint. Welche Anregung entnimmst du aus diesen Schriftstellen für dich?

Erbrechen: Erleichterung oder Warnsignal? / Wenn Hunde sich übergeben, wollen sie oftmals einfach nur etwas loswerden / Es kann aber auch eine ernsthafte Krankheit dahinterstecken

(Bild: Quelle: „obs/Bundesverband für Tiergesundheit e.V./BfT/pressmaster/shutterstock.com“)

Sie teilten sich einer vom anderen in Stämme

Bevor diejenigen des Volkes im Land Zarahemla, die sich gegen das Gesetz stellten, einen König einsetzten (3. Nephi 6:30), ermordeten sie erst einmal den derzeitigen obersten Richter und Regierenden des Landes, Lachoneus den Jüngeren (3. Nephi 7:1). „Und das Volk entzweite sich, einer gegen den anderen; und sie teilten sich einer vom anderen in Stämme, ein jeder gemäß seiner Familie und seiner Verwandtschaft und seinen Freunden; und so zerschlugen sie die Regierung des Landes.“ (3. Nephi 7:2).

Sie teilten sich einer vom anderen in Stämme. Nachdem die Gesetzesgegner den Regierenden des Landes ermordet, die Landesregierung und gemeinsame Gesetze zerschlagen hatten, löste sich das Volk auf. Sie bildeten entsprechend ihrer Verwandtschaft und Freundschaften einzelne Stämme, die von Häuptlingen geführt wurden. Die einzelnen Familien waren sehr groß, womit auch die Stammesverbände groß wurden. All dies geschah, weil die überaus meisten sich Satan `ans Messer lieferten´ und somit blieben nur noch sehr wenig Rechtschaffene übrig (3. Nephi 7:3-7).

`Jemanden ans Messer liefern´, bedeutet, jemanden verraten bzw. seinen Verfolgern ausliefern. Die Mehrzahl des Volkes ist nicht durch jemand anderen dem Satan ausgeliefert worden, sondern hat es selbst zustande gebracht. Auch heute haben wir dieses Phänomen, dass sich Familien und Freunde vom Volk distanzieren und einen eigenen Stamm bilden, Clan genannt. Sie unterstellen sich meist nicht dem allgemein gültigen Recht, sie machen sich ihr eigenes Recht. Solche Clans gibt es nicht nur in Teilen Italiens, Afrikas oder Kurdistans, oder …, sondern auch in Deutschland. Arabische, russische oder italienische Großfamilien machen inzwischen immer mehr Schlagzeilen im Bereich der organisierten Kriminalität. Ich lerne, dass ich mich nicht dazu hinreißen lassen darf, einem solchen Clan beizutreten. Durch die Taufe habe ich mich für ein anderes Leben entschieden. Ich bin aufgefordert, meine Glieder nicht als Waffen der Ungerechtigkeit zur Verfügung zu stellen. Sollte ich das tun, werde ich ein Sklave der Sünde, die zum Tode führt. Ich entscheide mich lieber, Sklave des Gehorsams zu sein, der zur Gerechtigkeit führt (Römer 6:13-16). Diese ganze Clangeschichte hat nichts mit der Vorstellung von Familienbindung zu tun, die der Vater im Himmel sich für uns wünscht. Natürlich ist es wunderbar, wenn Großfamilien zusammenhalten, allerdings als Gesetzestreue Bürger eines Volkes. Letztendlich ist die Menschheit eine große Familie, die auf Adam und Eva zurückzuführen ist (2. Nephi 2:20). Von welchen Clans hast du schon gehört?

Clash Of Clans Builder: Basis bauen und Taktiken schmieden

Spiele-App Clash Of Clans
(Bild: Quelle)

Und sie boten dem Gesetz und den Rechten ihres Landes Trotz

Über diejenigen des Volkes im Land Zarahemla, die sich zu einem Bund gegen die Gerechtigkeit zusammenschlossen, berichtet uns Mormon weiter: „Und sie boten dem Gesetz und den Rechten ihres Landes Trotz; und sie gelobten einer dem anderen, den Regierenden zu vernichten und einen König über das Land zu setzen, damit das Land nicht mehr frei sei, sondern Königen untertan sei.“ (3. Nephi 6:30).

Und sie boten dem Gesetz und den Rechten ihres Landes Trotz. Diese Situation erinnert an die `Königsleute´, die vor knapp 100 Jahren unter Alma dem Jüngeren auch einen Führungswechsel anstrebten. Gerade erst vor fünfundzwanzig Jahren hatte König Mosia das Volk davon überzeugt, dass eine Alleinherrschaft durch einen König negative Auswirkungen auf das Volk haben könnte, je nachdem ein König gottesfürchtig ist oder nicht (Mosia 29:25-32). Sie wählten also die Regierungsform der Richter. Den Königsleuten missfiel diese Regierungsform und sie stellten sich dagegen und wollten wieder einen König einsetzen (Alma 51:5).

Eine ähnliche Situation finden wir auch als Samuel das Königtum aufgrund Alters aufgab und seine Söhne als Richter einsetze. Hier allerdings beugten sie das Gesetz und das Volk wollte wieder einen König haben. Samuel war dagegen, aber der Herr sagte ihm, dass er auf die Stimme des Volkes hören solle, „… Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein.“ (1. Samuel 8:5-67). Ich lerne, dass es nicht unbedingt auf die Regierungsform ankommt, sondern auf diejenigen, die die entsprechenden Ämter innehaben. Solange sie Gott als ihren König ansehen und verehren, werden sie auch seinem Wort folgen und damit wäre es unerheblich, ob Monarchie oder Demokratie (Mosia 29:13,16,26). Ich jedenfalls freue mich auf die Zeit, wo Christus wieder auf die Erden kommen wird, um seine Herrschaft anzutreten (Lehre und Bündnisse 29:11). Wie siehst du das mit der weltlichen Regierungsform?

Deutscher Bundestag

Der deutsche Bundestag
(Bild: Quelle)