Tretet ein durch die enge Pforte

Der breite und der schmale Weg
(Bild: Quelle)

Mormon berichtet: „Und es begab sich: Als Jesus mit diesen Worten zu Ende gekommen war, sprach er zu seinen Jüngern: Tretet ein durch die enge Pforte; denn eng ist die Pforte und schmal ist der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden; aber weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Tod führt, und viele sind es, die auf ihm hingehen, bis die Nacht kommt, in der kein Mensch arbeiten kann.“ (3. Nephi 27:33).

Tretet ein durch die enge Pforte. Bei dieser Aussage fällt mir auch gleich wieder die sogenannte Bergpredigt ein (Matthäus 5:1-2), in der die Lehre Jesu zusammengefasst ist. Unter anderem fordert Jesus dort seine Zuhörerschaft dazu auf, den Weg durch das `enge Tor´ zu wählen, denn das weite Tor führt ins Verderben. Hingegen führt der schmale Weg durch ein enges Tor zum Leben (Matthäus 7:13-14). Ich muss dabei auch an das Beispiel Jesu mit dem Nadelöhr denken, dass ein Kamel leichter durch ein Nadelöhr gehen würde, als ein reicher in das Reich Gottes gelangt (Matthäus 19:24).

Was hat das mit dem Kamel und dem Nadelöhr auf sich? Ein Kamel war ein Lastentier und somit immer hoch beladen. Wenn nun ein Kaufmann mit ihm abends, als das große Stadttor schon geschlossen war, noch in die Stadt wollte, musste er den kleinen Nebeneingang benutzen. Aber was tun mit dem beladenen Kamel. Er musste die Lasten abladen, dann konnte das Kamel auf den Knien dieses kleine Tor auch durchschreiten. Wie sieht das nun mit dem schmalen Weg aus? Da kann ich auch nicht so viel Lasten bewegen. Will ich den Weg des Lebens nehmen, muss ich meinen Ballast abwerfen und hinter mir lassen. Dann kann ich den schmalen, vielleicht unbequemen Weg beschreiten und passe durch das Nadelöhr. Jedoch muss ich noch etwas tun, bevor ich durch die `enge Pforte´ eintreten kann.

Was ist es, was ich vorher noch tun muss? Hilfestellung: Lehre und Bündnisse 22.

Ich bin betrübt wegen der vierten Generation nach dieser Generation

(Bild: Quelle)

Christus spricht immer noch zu seinen im Land Überfluss in Amerika berufenen Jüngern von Angesicht zu Angesicht: „Aber siehe, ich bin betrübt wegen der vierten Generation nach dieser Generation, denn sie werden von ihm in Gefangenschaft geführt, so wie es mit dem Sohn des Verderbens war; denn sie werden mich verkaufen um Silber und um Gold und um das, was Motten zerfressen und was Diebe, die einbrechen, stehlen können. Und an dem Tag werde ich sie heimsuchen, ja, ihnen ihre Werke auf ihr eigenes Haupt zurückbringen.“ (3. Nephi 27:32).

Ich bin betrübt wegen der vierten Generation nach dieser Generation. Oftmals ist, wenn der Herr von `dieser Generation´ spricht, im weiteren Sinn eine ganze Evangeliumszeit oder ein ganzes Zeitalter gemeint (siehe auch hier, dritter Absatz). Hier nun allerdings bezieht der Herr diese Aussage tatsächlich auf diese nun gerade lebende Generation. Was ist denn eine Generation? In der Familiengeschichtsforschung (Genealogie) rechnet man eine Generation als Zeitspanne von der Geburt eines Elternteils bis zur Geburt eines Kindes. Diese Definition lesen wir auch im Alten Testament: „Dann wird eine spätere Generation, also eure Söhne, die nach euch erstehen, …“ (Deuteronomium 29:21).

Über die hier von Christus angesprochene vierte Generation hatte auch schon Nephi, der Sohn des mit seiner Familie und weiteren Freunden aus Jerusalem ausgewanderten Lehi, um die 550 v. Chr. prophezeit (2. Nephi 26:9). Der Grund für die Betrübnis Jesu bezüglich dieser vierten Generation wird von Jesus auch schon Alma dem Jüngeren um die 73 v. Chr. kundgetan, was dieser jedoch dem Volk nicht preisgeben sollte, und er gibt dabei auch die Zeitspanne von vierhundert Jahren für die vier Generationen an: Unglauben, Werke der Finsternis, Ausschweifungen und allerart Übeltaten, obwohl sie so große Erkenntnis haben würden. Die Folgen werden schlimm sein: Kriege, Seuchen, Hungersnöte, Blutvergießen, bis hin zur Auslöschung des ganzen Volkes Nephi (Alma 45:9-12). Das Einzige, was diese Generation vor ihrer Vernichtung retten könnte, wäre Umkehr (Helaman 13:10). Für mich entnehme ich aus dem obigen Vers: Ich möchte den Herrn nicht in der Weise betrüben, wie es diese vierte Generation getan hat. Ich will die lebensrettende Reißleine ziehen: Umkehr üben wann immer erforderlich.

Wie verstehst du das mit der Aussage, dass der Herr ihre Werke auf ihr eigenes Haupt zurückbringen wird?

Meine Freude ist groß

Jesu Freude unter den besuchten Nephiten war voll
(Bild: Quelle)

Jesus Christus spricht immer noch zu den nephitischen zwölf Jüngern am Tempel im Land Überfluss: „Und nun, siehe, meine Freude ist groß, ja, bis zur Fülle, wegen euch und auch dieser Generation; ja, und selbst der Vater freut sich, und auch alle heiligen Engel, wegen euch und dieser Generation; denn niemand davon ist verloren. 31  Siehe, ich möchte, dass ihr das versteht; denn ich meine diejenigen, die von dieser Generation jetzt am Leben sind; und niemand von ihnen ist verloren, und an ihnen habe ich eine Fülle der Freude.“ (3. Nephi 21:30-31).

Meine Freude ist groß. Welches Kind hört nicht von Herzen gerne, wenn sein Vater zu ihm sagt: „Ich habe eine Fülle an Freude an dir, du bist auf dem Weg, der dich zur Vervollkommnung führt!“ Das macht die Eltern glücklich, und ebenso das Kind, zudem wird es durch solch ein Lob noch motiviert, sich im positiven Sinn, nach Möglichkeit noch zu steigern.

Mir kommt eine Aussage aus dem Abschiedsgebet Jesu zu seinem Vater im Himmel in Jerusalem in den Sinn: „Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllte.“ – wobei mit dem Sohn des Verderbens der Verräter Judas Iskariot gemeint ist (Johannes 17:12). Die Situation in Jerusalem, als auch in Amerika: Jesus war jeweils noch unter seinen berufenen Aposteln und hatte sie unter seinen Fittichen behütet, sodass niemand verloren ging.

Wie können auch wir, die wir heute nicht in der direkten Gegenwart Jesu leben, so behütet sein, dass wir nicht verloren gehen und dem Herrn eine Fülle an Freude bereiten?

Nun gehe ich zum Vater

(Bild: Quelle)

Christus sagt seinen nephitischen Jüngern, die er nach seiner Auferstehung in Amerika besucht, wohin er nun gehen wird: „Und nun gehe ich zum Vater. Und wahrlich, ich sage euch: Was auch immer ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird euch gegeben werden. 29   Darum bittet, und ihr werdet empfangen; klopfet an, und es wird euch aufgetan werden; denn wer bittet, der empfängt, und wer anklopft, dem wird aufgetan werden.“ (3. Nephi 27:28-29).

Nun gehe ich zum Vater. Wie empfindest du, wenn dich eines deiner Familienmitglieder verlässt, ohne dir mitzuteilen, was es vorhat. Insbesondere bei Kindern wirst du dir dann schon wünschen, dass sie es dir vorher mitteilen, dass im Fall, dass etwas passieren sollte, du weißt, wo du nachfragen kannst.

So hat Jesus auch seinen Jüngern mitgeteilt, wo er vorhat hinzugehen, und an wen sie sich bei Fragen wenden können. Eine Entsprechung finde ich, als Jesus nach seiner Auferstehung der Maria erscheint. Er beauftragt sie, seinen Brüdern mitzuteilen, dass er zu seinem Vater geht (Johannes 20:17). Unvorstellbar, wenn wir mit Fragen zu unserem Dasein, zum Zweck dieses Lebens, wo kommen wir her, was ist hier unsere Aufgabe, wo gehen wir danach hin, alleine gelassen würden. Christus sagt uns, dass wir uns mit all unseren Fragen und Bitten in Seinem Namen an unseren gemeinsamen Vater im Himmel wenden können und verheißt uns, dass uns gegeben werden wird, dass wenn wir anklopfen, er uns öffnen wird. So dürfen wir in unseren Bitten darauf vertrauen (Matthäus 7:7-8). Eines will ich dabei aber unbedingt berücksichtigen, um sicher sein zu können, dass ich empfangen werde: Ich will mich bei meinen Bitten nur im Rahmen Seines Wortes bewegen (Johannes 15:7). Aber ich vergesse dabei auch nicht meine Mitmenschen (Epheser 6:18) und ich bitte voller Glauben, ohne zu zweifeln, dass der Herr mir das zuteilwerden lässt, was für meinen Fortschritt notwendig ist (Jakobus 1:6). Mir ist klar, was passiert, wenn ich etwas `in böser Absicht´ bitten würde (Jakobus 4:3).

Welche Erfahrungen hast du schon mit dem Bitten und Anklopfen gemacht?

Wisset, dass ihr Richter dieses Volkes sein werdet, gemäß dem Richterspruch, den ich euch gebe

Jesus ordiniert seine nephitischen Apostel
(3. Nephi 12:1, 19:4; Bild: Quelle)

Jesus Christus spricht weiter zu seinen von ihm berufenen nephitischen Jüngern: „Und wisset, dass ihr Richter dieses Volkes sein werdet, gemäß dem Richterspruch, den ich euch gebe und der gerecht sein wird. Darum: Was für Männer sollt ihr sein? Wahrlich, ich sage euch: So, wie ich bin.“ (3. Nephi 27:27).

Wisset, dass ihr Richter dieses Volkes sein werdet, gemäß dem Richterspruch, den ich euch gebe. In diesem Vers teilt der Herr seinen über die Nephiten berufenen zwölf Apostel mit, dass sie in Seinem Namen Gericht halten werden über das Volk Nephi und dessen Überrest. Nachdem sie selber aber auch aus der Linie Judas abstammen, sollen sie, seine nephitischen zwölf Apostel, von den im Land Jerusalem vom Herrn berufenen zwölf Aposteln gerichtet werden (1. Nephi 12:9-10; Mormon 3:19). Allerdings bemerke ich im Besonderen die Aussage Jesu, dass der Richterspruch vom Herrn eingegeben werden wird, und dass dieser gerecht sein wird.

Dann stellt der Herr noch die rhetorische Frage, was für Männer sie sein sollen, und beantwortet sie sogleich selber: „So wie ich bin.“ Ich denke an die sogenannte Bergpredigt, in der der Herr u. a. über die Liebe zu den Feinden spricht, und seine Zuhörerschaft auffordert: „Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!“ (Matthäus 5:48). In Lehre und Bündnisse 107:43 lesen wir von einem so vollkommenen Mann, nämlich Set (bedeutet so viel wie „Ersatz“ [für Abel, der durch Kain erschlagen wurde]), wobei dessen Vater, Adam, ihm das Vorbild darin war (Lehre und Bündnisse 107:43; Genesis 5:3). So sind wir also aufgefordert, vollkommen zu werden wie Jesus oder unser himmlischer Vater (3. Nephi 12:48).

Was meinst du, wenn Adam, sein Sohn Set es schafften, können wir das hier auf Erden auch schaffen, vollkommen zu werden wie unsere Vorbilder Jesus und unser aller Vater?

Aus den Büchern, … soll dieses Volk gerichtet werden

(Bild: Quelle)

Jesus Christus erklärt seinen nephitischen Jüngern, die er nach seiner Auferstehung besuchte, nachdem er sie beauftragt hatte die Werke ihres Volkes zu dokumentieren (3. Nephi 27:23-24): „Denn siehe, aus den Büchern, die geschrieben worden sind und die man noch schreiben wird, soll dieses Volk gerichtet werden, denn durch sie werden seine Werke den Menschen kundwerden. 26  Und siehe, alles wird vom Vater geschrieben; darum wird aus den Büchern, die geschrieben sein werden, die Welt gerichtet.“ (3. Nephi 27:25-26).

Aus den Büchern, … soll dieses Volk gerichtet werden. Ich muss an eine entsprechende Aussage in der Offenbarung des Johannes denken, in der es um das Gericht über die Verstorbenen geht: „ Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; und ein anderes Buch, das Buch des Lebens, wurde geöffnet. Die Toten wurden gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war, nach ihren Taten.“ (Offenbarung 20:12). Schon Daniel (Bedeutung: „Gott richtet“), ein Zeitgenosse Lehis (wurde im Jahr 597 mit seinen drei Freunden Schadrach, Meschach und Abed-Nego durch Nebukadnezzars Truppen nach Babylonien deportiert), sah in einer Vision in Bezug auf die Gerichtsbarkeit, dass Bücher aufgeschlagen wurden (Daniel 7:10). Ja, sogar schon zu Adams Zeiten wurde ein Buch der Erinnerung geführt (Köstliche Perle Mose 6:5). Auch zu Maleachis Zeiten lesen wir darüber, dass ein solches Buch geführt wurde (Maleachi 3:16).

Joseph Smith, der Prophet der Wiederherstellung, gibt uns eine Erklärung zu den Büchern, die nach der Offenbarung des Johannes aufgeschlagen wurden. Er kommt zu dem Schluss, dass die Bücher die aufgeschlagen wurden, die Bücher sind, die auf Erden geführt wurden und werden und das Buch des Lebens jenes ist, welches im Himmel geführt wird (Lehre und Bündnisse 128:6-7). Dieses Buch enthält die Gesamtheit der Gedanken und Handlungen eines jeden Menschen. Ich stelle mit zunehmendem Alter fest, dass ich in jüngeren Jahren ein besseres Erinnerungsvermögen hatte, gehe aber zuversichtlich davon aus, dass kein angeeignetes Wissen verloren gegangen ist. So habe ich auch Erinnerungen an viele meiner Handlungen – und zwar sehr detailliert. Ich verstehe das so, dass ich mit einem vollständigen Wissen all meiner Gedanken und Handlungen vor dem Herrn stehen werde, und somit Rechenschaft über mich selbst ablegen werde (Römer 14:12). Das wird mit Sicherheit mit den auf Erden als auch im Himmel geführten Aufzeichnungen übereinstimmen – und damit hätten wir auch zwei oder drei Zeugen (Matthäus 18:16).

Wie siehst du das mit der Selbstdarlegung eigener Gedanken und Handlungen des gesamten Erdendaseins vor dem höchsten Richter?

Schreibt nieder, was ihr gesehen und gehört habt

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Christus fordert die Nephiten auf: „Schreibt nieder, was ihr gesehen und gehört habt, außer es sei etwas, was verboten ist. 24  Schreibt die Werke dieses Volkes nieder, die sein werden, ja, wie das niedergeschrieben worden ist, was gewesen ist.“ (3. Nephi 27:23-24).

Schreibt nieder, was ihr gesehen und gehört habt. Ein Auftrag des auferstandenen Jesus Christus an die Nephiten, die sich nach den schweren Naturereignissen, die mit der Kreuzigung Jesu in Jerusalem, einhergingen, am Tempel im Land Überfluss auf dem amerikanischen Kontinent versammelt hatten (3. Nephi 11:1-2), und den Besuch des Heilandes bei ihnen, und seine Belehrungen, erleben durften (3. Nephi 11:7-10). Und ich bin aus tiefstem Herzen jenen dankbar, die dieser Aufforderung über die Jahrhunderte gehorsam nachkamen. Nur auf diese Weise sind wir heute im Besitz des Evangeliums von Jesus Christus.

Stellt sich die Frage, ob diese Aufforderung Jesu an die Nephiten auch jedem anderen Menschen gilt. Mir kommt eine Aussage des Herrn an Joseph Smith, den Propheten der Wiederherstellung, in den Sinn: „… was ich zu einem sage, das sage ich zu allen: …“ (Lehre und Bündnisse 82:5) und ich denke, diese Aussage gilt nicht nur in dem Zusammenhang dieses Verses, sondern hat allgemein Gültigkeit. Also fühle auch ich mich aufgefordert, niederzuschreiben, was ich erlebe, und von dem ich ausgehen kann, dass es den Leser erbauen wird. Dabei versuche ich das Zitat des ungarisch-amerikanischen Journalisten, Herausgebers und Zeitungsverlegers Joseph Pulitzer zu erlernen: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ Darin ist mir die heilige Schrift Vorbild.

In welcher Form hältst du deine Werke für deine Nachfahren fest?

Ihr wisst, was ihr in meiner Kirche tun müsst

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Christus lässt die Nephiten, und so auch uns, wissen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Dies ist mein Evangelium; und ihr wisst, was ihr in meiner Kirche tun müsst; denn die Werke, die ihr mich habt tun sehen, die sollt ihr auch tun; denn das, was ihr mich habt tun sehen, ja, das sollt ihr tun;“ (3. Nephi 27:21).

Ihr wisst, was ihr in meiner Kirche tun müsst. Hast du schon mal folgende Ansage eines Anrufbeantworters gehört: „Dies ist ein Anrufbeantworter. Du weißt, was du zu tun hast, also mach es“?

Also, was macht man normalerweise, wenn der angerufene Teilnehmer nicht selber am Apparat ist? Man weiß es aufgrund Erfahrung, man hinterlässt eine Nachricht. Ebenso wissen wir aufgrund dessen, dass wir das Evangelium von Jesus Christus gelehrt bekommen haben, was wir in Seiner Kirche zu tun haben, nämlich das, was Christus uns vorgelebt hat. Und was hat er uns vorgelebt? Er zog umher und tat Gutes und heilte alle, die in Schwierigkeiten waren (Apostelgeschichte 10:38). Von Jakobus, dem Bruder Jesu und Bischof der Gemeinde in Jerusalem, der 62 n. Chr. den Märtyrertod erlitt, lerne ich, wenn ich Gutes zu tun in der Lage bin und es unterlasse, sündige ich (Jakobus 4:17). Um nicht der Sünde zu erliegen, werde ich mich also befleißigen, sowohl in der Kirche des Herrn, als auch in meinem Umfeld, Gutes zu tun und denen Heilung anzubieten, die in Schwierigkeiten sind. Hinzu kommt, dass ich am letzten Tag von Christus emporgehoben werde (3. Nephi 27:22). Wünscht sich das nicht jedes Kind von seinem liebevollen Vater?

Wie bringst du aber in Erfahrung, was für deinen Nächsten das `gute´ ist?

Damit ihr durch den Empfang des Heiligen Geistes geheiligt werdet

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Der auferstandene Heiland, der den Nephiten um die 34 n. Chr. erschien, erklärt ihnen – und was er einem sagt, das sagt er allen (Lehre und Bündnisse 92:1), somit auch uns: „Dies nun ist das Gebot: Kehrt um, all ihr Enden der Erde, und kommt zu mir, und lasst euch in meinem Namen Taufen, damit ihr durch den Empfang des Heiligen Geistes geheiligt werdet, damit ihr am letzten Tag makellos vor mir stehen könnt.“ (3. Nephi 27:20).

Damit ihr durch den Empfang des Heiligen Geistes geheiligt werdet. Weiß ich, weißt du, was es bedeutet, ´geheiligt´ zu werden?

Eine ausführliche Antwort auf diese Frage finden wir in der Köstlichen Perle, einer „Auswahl aus den Offenbarungen, Übersetzungen und Schriften von Joseph Smith“, dem ersten „Prophet, Seher und Offenbarer für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (siehe hier), anerkannt als Heilige Schrift der Kirche, auf der Generalkonferenz im Oktober 1880. Dort wird uns erklärt, dass wir durch die Taufe im Wasser das Gebot halten, durch den Empfang des Heiligen Geistes wir gerechtfertigt werden, und schließlich durch das Blut Jesu `geheiligt´ werden (Köstliche Perle Mose 6:60). Im Vers vorher wird uns erklärt, dass `geheiligt werden´ bedeutet, durch das Blut Jesu von aller Sünde gesäubert zu werden (Köstliche Perle Mose 6:59). Voraussetzung hierfür ist die Taufe mit Wasser. Beides zusammen, verbunden mit der vorausgegangenen Umkehr von unseren Sünden, bildet dies, ein von Neuem in das Himmelreich geboren werden. Die Heiligung ist ein Reinwaschen, das über die Vergebung der Sünden bei der Taufe mit Wasser hinausgeht. Was muss ich also tun, um geheiligt zu werden? Mein Herz Gott hingeben (Helaman 3:33-35), eine mächtige Herzenswandlung durchlaufen (Mosia 5:2).

Wie stellst du dir den Prozess des `Geheiligtwerdens´ vor?

Nichts Unreines kann in sein Reich eingehen

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Mormon bestätigt auch uns: „Und nichts Unreines kann in sein Reich eingehen; darum geht nichts in seine Ruhe ein außer diejenigen, die ihre Kleider in meinem Blut gewaschen haben, wegen ihres Glaubens und der Umkehr von all ihren Sünden und ihrer Glaubenstreue bis ans Ende.“ (3. Nephi 27:19).

Nichts Unreines kann in sein Reich eingehen. Ich denke an Landwirtschaft. Der Bauer geht in den Stall, mistet aus und versorgt die Tiere. Dabei macht er sich und seine Arbeitskleidung unweigerlich schmutzig. So unrein ließ ihn die Bäuerin sicherlich nicht in die `gute Stube´ zum Kaffe eingehen. Deshalb wird er sich in der Umkleidekammer gewaschen und wieder seine saubere Hauskleidung angezogen haben.

Dabei denke ich an das Betreten des Hauses des Herrn, den Tempel. Auch hier legen wir unsere Straßenkleidung ab und ziehen weiße Kleidung – symbolisiert Reinheit, an. Auch dort werden wir nicht anders eingehen dürfen. So ist es erst recht mit dem Reich Gottes in geistiger Hinsicht. Nicht nur, dass wir saubere Kleidung tragen, wir müssen `das Gefäß auch von innen her gereinigt haben´ (Matthäus 23:25-26). Unsere schmutzige Kleidung waschen wir im Wasser mit Seife. Wie bekommen wir unser Inneres sauber? Die Israeliten bekamen ein Gesetz, dass sie nur reine Tiere verzehren durften (Levitikus 11). Übertragen auf den Geistkörper: Ich muss unreiner geistiger Nahrung entsagen (Philipper 4:8). Das tägliche Schriftstudium hilft mir reine Nahrung zu mir zu nehmen. Es hilft mir, mich frei von Sünde und schlechten Wünschen zu halten. Die grundsätzliche Reinigung wird durch Glauben an den Erretter in die Wege geleitet, welcher mich zur Taufe mit Wasser und dem Feuer führt. Danach passiert es mir aber doch immer wieder, mich zu beschmutzen, wie bei der Arbeit im Stall. Dort habe ich meine Umkleidekammer, diese ist im geistigen Sinn die Nutzung der Umkehr sowie die wöchentliche Teilnahme am Tisch des Herrn – waschen unserer Kleider im Blut des Herrn. Dann können wir `Zion´ werden und uns freuen (Lehre und Bündnisse 97:21).

Wie stellst du sicher, dass du sowohl von außen, als auch von innen rein wirst, um in die `Ruhe des Herrn´ eingehen zu können (Lehre und Bündnisse 84:24)?