Die Lamaniten hetzten die Räuberbande Gadiantons

Über die bekehrten Lamaniten berichtet uns Mormon: „Und es begab sich: Die Lamaniten hetzten die Räuberbande Gadiantons; und sie predigten das Wort Gottes unter dem schlechteren Teil von ihnen, so daß diese Räuberbande unter den Lamaniten völlig vernichtet wurde.“ (Helaman 6:37).

Die Lamaniten hetzten die Räuberbande Gadiantons. Jemanden hetzen bedeutet ihn vor sich herzutreiben, ihn zu jagen (Hetzjagd) oder scharf zu verfolgen. Wie muss ich mir diese Jagd vorstellen? Haben sie den schlechteren Teil ihrer Brüder und Schwestern in der Weise vor sich hergetrieben, dass sie ihnen das Wort Gottes hinterherriefen und dadurch auch die Räuberbande vernichtet wurde? Es bleibt unserer Vorstellung überlassen, wie sie dies bewerkstelligten.

Ich leite daraus eine Parallele zu meinen Handlungen ab und frage mich, hetze ich jemanden? Glücklicherweise habe ich um mich herum keine Räuberbande, die ich hetzen müsste. Aber ich habe andere Möglichkeiten jemanden, den ich vielleicht nicht leiden kann, oder der einen anderen Glauben hat als ich, zu hetzen, indem ich die Person diffamiere oder mobbe. Das kann als Journalist in der Presse großflächig geschehen oder auch als Privatperson noch großflächiger im Internet, sogar ohne gleich erkannt zu werden. Auch diese Hetze kann bis zur Vernichtung führen, wie wir schon häufig erfahren haben. Ob nun begründet oder unbegründet, dies ist nicht der Weg, den mir das Evangelium aufzeigt (Markus 12:28-34). Umgekehrt könnte ich aber auch der `Gehetzte´ sein, was dann tun?. Was hältst du von solcherlei Hetzerei?

jagenDrei Panzerknacker, die hinter Dagobert Duck herjagen
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So sehen wir, dass der Geist des Herrn anfing, sich von den Nephiten … zurückzuziehen

Die Folge dessen, dass die  Nephiten anfingen in Unglauben zu verfallen (Helaman 6:34), beschreibt Mormon so: „Und so sehen wir, daß der Geist des Herrn anfing, sich von den Nephiten wegen ihrer Schlechtigkeit und Herzenshärte zurückzuziehen.“ (Helaman 6:35). Im Gegensatz hierzu ergoss sich sein Geist über die Lamaniten, weil sie „… willig an seine Worte glaubten.“ (Helaman 6:36).

So sehen wir, dass der Geist des Herrn anfing, sich von den Nephiten … zurückzuziehen. Das ist eine Sache der Relation (wechselseitigen Bedingung). Es kommt auf den Betrachter an, wer sich von wem zurückzieht. Ist es dir auch schon mal passiert, dass du in einem im Bahnhof stehenden Zug gesessen bist, auf dem Nachbargleis auch ein Zug war und du den Eindruck hattest, dass dein Zug sich bewegt? Stimmt gar nicht, deiner steht immer noch, aber der Nachbarzug hat seine Fahrt aus dem Bahnhof hinausbegonnen. Da die beiden Züge so dicht nebeneinander standen, hattest du keinen festen Bezugspunkt um festzustellen, wer sich tatsächlich bewegt. Ganz besonders beängstigend in einem Kopfbahnhof 🙂

Ich meine damit, dass ich mich wohl als erster bewege, und zwar in die falsche Richtung, auf den Prellbock zu, bevor sich dann auch der Geist des Herrn in Bewegung setzt. So entferne ich mich zunächst vom Geist des Herrn (Mosia 2:36) und nachdem dieser in keinen `schmutzigen Tempeln´ wohnen kann, entfernt er sich auch aus mir (1. Korinther 3:16-17; Alma 7:21). Das bedeutet für mich, nachdem es mir als Mensch nicht gelingt, ständig sauber zu bleiben, ich mich eben ständig waschen muss. Genauso, wie ich es nach getaner Arbeit mit meinem physischen Körper tue, muss ich es auch mit meinem geistigen Körper halten: ständig waschen! Wie? Nachdem ich getauft bin, kann ich dieses `ständige Waschen´ nur durch ständige Umkehr und die regelmäßige Teilnahme am `Tisch des Herrn´, der Einnahme des Abendmahls, tun (1. Korinther 11:23-29). Bevor ich am Abendmahl teilnehme, habe ich mein Bestes gegeben, meine Fehltaten zu bereuen und vor dem Herrn zu bekennen, also Umkehr zu üben (Ezechiel 18:30-31) und beim Abendmahl erneuere ich dann meine Bündnisse mit dem Herrn – seinen Namen auf mich zu nehmen, immer an ihn zu denken und seine Gebote zu halten (Lehre und Bündnisse 20:77.79). Nun bin ich durch das Sühnopfer Jesu wieder reingewaschen (1. Johannes 1:7). Was unternimmst du, damit sich der Geist des Herrn nicht von dir zurückziehen muss?

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So sehen wir, dass die Nephiten anfingen, in Unglauben zu verfallen

Mormon berichtet uns, dass sich die Nephiten innerhalb sehr kurzer Zeit dem Übeltun zuwandten (Helaman 6:32-33). „Und so sehen wir, daß die Nephiten anfingen, in Unglauben zu verfallen und an Schlechtigkeit und Greueln zuzunehmen, während die Lamaniten anfingen, über die Maßen an Erkenntnis ihres Gottes zuzunehmen; ja, sie fingen an, seine Satzungen und Gebote zu halten und voller Wahrheit und Untadeligkeit vor ihm zu wandeln.“ (Helaman 6:34).

So sehen wir, dass die Nephiten anfingen, in Unglauben zu verfallen. Wenn jemand in Unglauben verfällt, bedeutet dies, dass sein Glaube an Gott und sein Evangelium verloren gegangen ist. Ist jemand ungläubig, ist er auch nicht in der Lage das Wort Gottes zu verstehen, ja, er verhärtet sogar sein Herz dagegen (Mosia 26:3). Ich denke da an `die Ablehnung Jesu in seiner Heimat´. In seiner Heimatstadt lehrte er die Menschen in ihrer Synagoge und sie konnten sich, ob seiner einfachen Abstammung aus dem Hause eines Zimmermannes, seine Weisheit und Wunderkräfte nicht erklären, ja sie nahmen sogar Anstoß (Beanstanden, Tadeln, Kritisieren, Missbilligen, Ablehnen) an ihm (Matthäus 13:53-56).

Du kennst sicherlich die Redewendung: „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.“ Dies sagt man, wenn man zum Ausdruck bringen will, dass die Bedeutsamkeit einer Person, oder ihre Leistung, im unmittelbaren Umfeld eher verkannt wird, während sie von Außenstehenden jegliche Anerkennung erfährt. Woher stammt diese Redewendung? Wenn wir im Matthäus weiterlesen, erhalten wir die Antwort: „Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat und in seiner Familie.“ (Matthäus 13:57). Ich will mich hüten, in Unglauben zu verfallen, und nicht mehr in der Lage zu sein, das Wort Gottes zu verstehen. Auch lerne ich, dass ich diejenigen, die mir nahe stehen (Familienmitglieder …), nicht gering schätzen darf, nur weil ich tagtäglich auch mit ihren `Schwachheiten´ konfrontiert bin. Ihre `Machttaten´ (`Wunder´ in älterer Einheitsversion) dürfen mich nicht in `Staunen´ versetzen, sondern meinen Glauben stärken. Wie gehst du mit `Unglauben´ um?

jesus sohn eines tischlersIst das nicht der Sohn des Zimmermanns?
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Sie traten die Gebote Gottes mit Füßen

Mormon lässt uns über den Einfluss Satans auf die einst gläubigen Nephiten wissen: „Und nun siehe, er hatte auf das Herz der Nephiten großen Einfluß erlangt, ja, so daß sie über die Maßen schlecht geworden waren; ja, der größere Teil von ihnen hatte sich vom Weg der Rechtschaffenheit abgewandt; sie traten die Gebote Gottes mit Füßen und wandten sich ihren eigenen Wegen zu und machten sich Götzen aus ihrem Gold und ihrem Silber.“ (Helaman 6:31).

Sie traten die Gebote Gottes mit Füßen. Du kennst die Redewendung: „etwas mit Füßen treten“? Sie will zum Ausdruck bringen, dass jemand mit etwas oder jemandem respektlos umgeht, etwas oder jemanden grob missachtet, ignoriert oder jemandem zuwiderhandelt.

Es ist nun mal so, dass Menschen Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven sehen und bewerten. Der eine hält etwas für besonders wertvoll, andere erachten es allerdings für wertlos oder sogar verachtenswürdig. Es gibt Menschen, die achten und ehren den Gott Israels, andere wiederum achten ihn für nichts und hören nicht auf seine Einladung zu ihm zu kommen (1. Nephi 19:7). Sie widersetzen sich ihm sogar, was auch die Weigerung einschließt, seinen berufenen Dienern und Dienerinnen zu folgen und bewusst Ungehorsam gegenüber seinen Geboten zu sein. Mose forderte das Volk des Herrn auf: „Lehnt euch nur nicht gegen den HERRN auf!“ (Numeri 14:9). Diese Aufforderung hat heutzutage ihre Gültigkeit sicherlich nicht verloren, wie wir aus einer Offenbarung an den Propheten der Wiederherstellung, Joseph Smith, wissen: „… die Widersetzlichen werden von viel Leid durchbohrt werden …“ (Lehre und Bündnisse 1:3). In seiner Rede an den bösen König Noa und sein Volk sagte der Prophet des Herrn, Abinadi, „… der Herr erlöst keine, die sich gegen ihn auflehnen und in ihren Sünden sterben …“ (Mosia 15:26). Ich will mich davor hüten, das Evangelium unseres Herrn, seinen gütigen Plan der Erlösung, mit Füßen zu treten und `von viel Leid durchbohrt zu werden´. Was unternimmst du, um nicht Gefahr zu laufen, die Gebote Gottes mit Füßen zu treten, dich in `offene Auflehnung gegen Gott zu begeben´ (Alma 3:18-19).?

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Peter Weibels Kunstwerk „Das Recht mit den Füssen Treten“ im Ludwig Forum für Internationale Kunst.
(Bild: Quelle Henning Kaiser/dpa)

Es ist jener, der der Urheber aller Sünde ist

Über das Wesen, das sich mit Kain verschworen hat (Helaman 6:27), sagt Mormon weiter: „Und siehe, es ist jener, der der Urheber aller Sünde ist. Und siehe, er führt seine Werke der Finsternis und des geheimen Mordens fort und überliefert ihre Verschwörungen und ihre Eide und ihre Bündnisse und ihre Pläne furchtbarer Schlechtigkeit von Generation zu Generation, so wie er Einfluß auf das Herz der Menschenkinder erlangen kann.“ (Helaman 6:30).

Es ist jener, der der Urheber aller Sünde ist. Von Heinz Köm stammt der Text des Liedes „Wir sind alle kleine Sünderlein, ’s war immer so, ’s war immer so …“ Ob klein oder nicht so klein, er hat eindeutig recht mit seiner Aussage. Im Zusammenhang mit dem `Kreuz Jesu als Heilsort für alle Menschen´ (die Gnade durch die Erlösung Jesu), schreibt der Apostel Paulus an die christliche Gemeinde in Rom um die 57 v. Chr.: „Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.“ (Römer 3:23). Jawohl, es ist so, dass ein jeder Mensch in irgendeiner Weise mehr oder weniger `bewussten Ungehorsam gegenüber den Geboten Gottes´ erbringt. Kein Mensch verhält sich sündlos im Leben (Johannes 8:7-9). Der Einzige ist Jesus Christus (Hebräer 4:14-15).

Das Ziel unseres Erdendaseins besteht darin, durch Lernen und richtigem Handeln, uns soweit wir es können, vorzubereiten, in die Gegenwart unserer himmlischen Eltern wieder zurückkehren zu können. Dies gelingt uns aber nur, wenn wir von unseren Sünden gereinigt werden. Wir können unsere Sünden aber nicht einfach nur zudecken und denken, damit sind sie nicht mehr zu sehen. Wir müssen sie bekennen und fortan meiden (Sprüche 28:13). Eine weitere Bedingung ist die Taufe, mit der unsere Sünden symbolisch abgewaschen werden (Apostelgeschichte 22:16), wozu auch die Gabe des Heiligen Geistes notwendig ist (Apostelgeschichte 2:38). Wenn wir das tun, kommen wir in den Genuss des Sühnopfers Jesu, durch das die Sünden der Welt, deren Urheber Satan ist, hinweggenommen werden (Johannes 1:29). Was meinst du, wie wir am besten unsere Dankbarkeit für diesen generösen `Plan der Erlösung´ von unseren Sünden zeigen können (Alma 12:25-34)?

The_Plan_of_Salvation_deutsch(Bild: Quelle)

Diese geheimen Eide und Bündnisse gelangten nicht aus den Aufzeichnungen … an Gadianton

Der Herr hatte Alma dem Jüngeren und seinem Sohn Helaman geboten, Kenntnisse über die geheimen Verbindungen zurückzuhalten (Alma 37:27-32; Helaman 6:25). Mormon berichtet uns nun, wie sie dennoch an das Volk gelangten: „Aber siehe, diese geheimen Eide und Bündnisse gelangten nicht aus den Aufzeichnungen, die Helaman übergeben worden waren, an Gadianton; sondern siehe, sie wurden Gadianton von demselben Wesen ins Herz gelegt, das unsere ersten Eltern verleitete, von der verbotenen Frucht zu essen—27  ja, von demselben Wesen, das sich mit Kain verschworen hatte, daß es der Welt nicht bekannt werden sollte, wenn er seinen Bruder Abel ermordete. Und es verschwor sich von jener Zeit an mit Kain und dessen Nachfolgern.“ (Alma 6:26-27).

Diese geheimen Eide und Bündnisse gelangten nicht aus den Aufzeichnungen … an Gadianton. Alma und Helaman hielten sich an die Anweisungen des Herrn. So musste sich Satan einen anderen Weg suchen, wie er diese Kenntnisse unter das Volk bringen konnte. Offensichtlich hat er die Möglichkeit, den Menschen seine zerstörerischen Machenschaften selber in ihr Herz dringen zu lassen, verbunden mit der Absicht sie zu vernichten (Helaman 6:28-29).

Ich werde hierbei daran erinnert, dass mir, z. B. bei Betreuungsbesuchen (siehe hier), hier und da jemand persönliche Dinge anvertraut, von denen er nicht möchte, dass sie weitergegeben werden. Der Mensch neigt jedoch gerne dazu, bei anderen mit geheimem Wissen zu prahlen. Diese Person setzt jedoch Vertrauen in mich, dass ich ihrem Wunsch nach vertraulichem Behandeln auch nachkomme. So werde ich, genauso wie Alma und Helaman in diesem Beispiel, dieses Vertrauen nicht missbrauchen, und das mir Anvertraute auch bei mir behalten. Anderenfalls würde ich meine Integrität verlieren und was viel schlimmer ist, demjenigen, der mir etwas anvertraut hat, Schaden zufügen, da nun über ihn getratscht werden würde. Da ich als `Betreuer´ im Auftrag des Herrn unterwegs bin, gilt für mich die Aussage des Psalmisten: „Besser, sich zu bergen beim HERRN, als zu vertrauen auf Menschen.“ (Psalm 118:8). Ich darf also nicht wie ein `natürlicher Mensch´ handeln (Mosia 3:19). Wie gehst du mit dir Anvertrautem um, das du nicht weitersagen solltest?

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Nicht gemäß den Gesetzen ihres Landes, sondern gemäß den Gesetzen ihrer Schlechtigkeit

Über die eigenen Gesetze, die sich die Gadiantonräuber gaben, berichtet uns Mormon: „Und wenn jemand von denen, die zu ihrer Bande gehörten, der Welt von ihrer Schlechtigkeit und ihren Greueln etwas offenbarte, so sollte gegen ihn vorgegangen werden, aber nicht gemäß den Gesetzen ihres Landes, sondern gemäß den Gesetzen ihrer Schlechtigkeit, die von Gadianton und Kischkumen gegeben worden waren.“ (Helaman 6:24).

Nicht gemäß den Gesetzen ihres Landes, sondern gemäß den Gesetzen ihrer Schlechtigkeit. Geheimbünde können natürlich nur erfolgreich agieren, wenn ihre Mitglieder Verschwiegenheit über ihre unrechtmäßigen Handlungen gegenüber Außenstehenden bewahren. Das Brechen der Geheimhaltung wird unter ihnen als Kapitalverbrechen, also als besonders schweres Vergehen, angesehen. Gegen diejenigen ihrer Bandenmitglieder, die sich nicht an das Bündnis der Geheimhaltung (Helaman 6:21) hielt, und gegenüber Nichtmitgliedern der Bande etwas verriet, gingen sie nach Gesetzen vor, die sie sich selber gegeben hatten und standen auch damit außerhalb der von der legetimen Regierung erlassenen Gesetze.

Genauso agieren auch heute bestehende Geheimbünde. Üblicherweise werden Verräter ermordet. Was sagt mir die heilige Schrift über solche Geheimbünde, also Verbindungen, die sich bilden, um die unrechtmäßigen Ziele der Gruppe zu verwirklichen?

  • Dass Menschen von Satan verleitet werden, solche Verbindungen ins Leben zu rufen (2. Nephi 9:9) und der Herr nicht in geheimen Verbindungen wirkt (Ether 8:19).
  • Dass Nationen, die solche Geheimbünde fördern, vernichtet werden (Ether 8:22).
  • Ich aufgefordert bin, die verbrecherischen Ziele solcher Bünde, die es schon seit Adams Tagen gibt, (Köstliche Perle Mose 5:51) zu erkennen, um ihnen nicht zu verfallen (Ether 8:23).

Ich bin dem Herrn zutiefst dankbar, dass ich bis jetzt mit solchen Kreisen nichts zu tun bekommen habe. Wie ergeht es dir in Hinsicht darauf, dass es Gruppen gibt, die sich gegen das Landesgesetz stellen und sich `eigene Gesetze der Schlechtigkeit´ geben?

Bildergebnis für Der Geheimbund von SuppenstadtAus dem Kinderfilm „Der Geheimbund von Supppenstadt
(Bild: Quelle)

So konnten sie dann … Hurerei und allerlei Schlechtigkeit begehen

Nachdem sich die Mitglieder der Gadiantonräuber mittels geheimer Zeichen zu erkennen geben konnten, schütze sie das davor, sich gegenseitig Schaden zuzufügen (Helaman 6:22). „Und so konnten sie dann morden und plündern und stehlen und Hurerei und allerlei Schlechtigkeit begehen, entgegen den Gesetzen ihres Landes und auch den Gesetzen ihres Gottes.“ (Helaman 6:23).

So konnten sie dann … Hurerei und allerlei Schlechtigkeit begehen. Der Begriff Hurerei wird in den heiligen Schriften in dreierlei Bedeutung verwendet:

  1. Frauen geben sich einem Mann, der nicht ihr Ehemann ist, sexuell hin. Sie wurden als Dirnen (Genesis 38:15-25) bzw. Huren (Levitikus 19:29) bezeichnet, verachtet und mit dem Tode bedroht. Männer im Alten Testament hingegen durften dies tun, auch wenn sie verheiratet waren.
  2. Im Alten Testament wird das Abwenden von Gott zu den Götzen hin, symbolisch als Hurerei bezeichnet (Jesaja 23:17; 2.Chronik 21:11).
  3. Im Neuen Testament wird der treulose Umgang mit Babylon, der Mutter der Huren, oft symbolhaft mit Hurerei beschrieben (Offenbarung 17:1-5).

Im Buch Mormon werde ich sehr häufig davor gewarnt, Hurerei zu begehen. Ich darf auch nicht meinen, mich mit dem Verhalten von David bzw. Salomo entschuldigen zu können (Jakob 2:23-26). Bevor ich aber jemanden wegen unkeuschem Verhalten verurteile, muss ich das Gleichnis vom willigen und unwilligen Sohn berücksichtigen. Der eine nahm zwar einen Auftrag des Herrn an, führte ihn dann jedoch nicht aus. Der zweite nahm ihn zunächst nicht an, führte ihn dann aber aus. Darauf sagte der Herr: „Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“ (Matthäus 21:28-32). Wie verhältst du dich gegenüber Sündern?

„Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen; aber tu diese Sünde nicht mehr!“
(Johannes 8:3-11; Bild: Quelle)

Der Satan stachelte dem größeren Teil der Nephiten das Herz auf

„Aber siehe, der Satan stachelte dem größeren Teil der Nephiten das Herz auf, so daß sie sich mit jenen Räuberbanden vereinigten und in deren Bündnisse und deren Eide eintraten, nämlich daß sie einander in allen möglichen schwierigen Umständen, in die sie geraten würden, schützen und bewahren wollten, so daß sie für ihre Morde und ihre Plünderungen und ihre Diebstähle nicht zu leiden hätten.“ (Helaman 6:21).

Der Satan stachelte dem größeren Teil der Nephiten das Herz auf. Stell dir vor, du stehst vor einer Brombeerhecke, siehst die wunderschönen reifen Brombeeren und willst dich an ihnen gütlich tun. Wenn du unachtsam bist, kann dir der Spaß recht schnell verdorben werden. Die Brombeeren wehren sich nämlich gegen das Pflücken. Sie haben einen `Fraßschutz´, Stacheln. Diese verursachen nicht unerhebliche Verletzungen, die recht wehtun und du wirst u. U. ungehalten und sehr gereizt.

Dies will Satan auch bei uns erreichen. Er ist sehr bemüht, uns Menschen so zu reizen, dass wir meinen, wir könnten uns nur mit `finsteren Taten´ Erleichterung vor irgendeinem Schmerz verschaffen. Er ist immer bemüht, uns zu schlimmen Taten aufzustacheln (2. Nephi 9:9). Dies aus dem einzigen Grund, dass wir genauso elend werden wie er es ist (2. Nephi 2:27). Allerdings liegt es ganz in unserer Hand, ob wir einen unflätigen Schrei herauslassen, wenn wir beim Brombeerpflücken zerkratzt werden, oder uns dazu entscheiden den Schmerz, in Anbetracht der süßen Frucht, in Ruhe zu ertragen. Die süße Frucht kann ich mit der Liebe Gottes vergleichen. Gerne möchte ich sie genießen. Satan stelle ich mir als den `Fraßschutz´ vor, der mich davon abhalten will, an die süße Frucht, die Liebe Gottes, zu kommen. An seinen Stacheln kann ich mich verletzen und dadurch sehr gereizt werden `finstere Taten´ zu tun. Doch habe ich es in der Hand, darauf zu verzichten. Es braucht tagtägliche Anstrengung, aber ich habe es in meiner Hand (2. Nephi 2:15-16). Wie reagierst du auf das `Aufstacheln deines Herzens´ durch Satan?

Brombeere 0815-23.jpg(Bild: Quelle)

Sie gebrauchten jedes Mittel in ihrer Macht, um sie vom Antlitz der Erde hinweg zu vernichten

Die Reaktion, der zum Herrn bekehrten Lamaniten, auf das Morden und Plündern, durch Mitglieder der Bande Gadiantons (Helaman 6:18-19): „Und nun begab es sich: Als die Lamaniten entdeckten, daß es unter ihnen Räuber gab, waren sie über die Maßen bekümmert; und sie gebrauchten jedes Mittel in ihrer Macht, um sie vom Antlitz der Erde hinweg zu vernichten.“ (Helaman 6:20).

Sie gebrauchten jedes Mittel in ihrer Macht, um sie vom Antlitz der Erde hinweg zu vernichten. Die zum Herrn bekehrten Lamaniten, waren darauf bedacht, die gesetzeswidrigen Handlungen ihrer Mitbürger zu unterbinden. Hierzu setzten sie alle Mittel ein, die ihnen gesetzmäßig zur Verfügung standen.

Die meisten Menschen reagieren sicherlich `über die Maßen bekümmert´, wenn schlimme Straftaten begangen werden. und rufen die Gesetzeshüter auf, dagegen vorzugehen. Denken wir nur an die Terroranschläge und Amokläufe in jüngster, und Attentate in vergangener Zeit (eine Liste findest du hier). Immer haben sich die Verantwortlichen ´über die Maßen bekümmert´ gezeigt und die Verfolgung der Täter mit aller Härte des Gesetzes beschworen. So z. B. die Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Angesichts der schrecklichen Geschehnisse in Münster bin ich zutiefst erschüttert. Es wird jetzt alles Denkbare zur Aufklärung der Tat und zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen getan. Allen Einsatzkräften vor Ort gilt mein Dank.“ (dieses und weitere Zitate siehe hier). Die Exekutive (vollziehende Gewalt) kümmert sich bei uns um die Aufklärung und Verhinderung von Straftaten im Rahmen, der ihr vom Gesetzgeber (Legislative) eingeräumten `Mittel der Macht´ und führt die ermittelten Straftäter der Judikative (richterliche Gewalt) zu. Was kann ich tun? Wenn mir etwas auffällt oder bekannt ist, meine Kenntnisse den entsprechenden Behörden mitteilen. Was meinst du, was du dazu beitragen kannst, dass solche schlimmen Dinge aufgeklärt, bzw. unterbunden werden können?

Zahlreiche Straßenblockaden brannten im Schanzenviertel.Krawalle beim G20-Gipfel in Hamburg 2017
(Bild: Quelle; FOTO: IMAGO/XIM.GS)