Denkt nicht, dass ich gekommen bin, um das Gesetz oder die Propheten zu zerstören

Mose auf dem Berg Sinai (Jean Léon Gérôme – öl auf leinwand – 1895)
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus, der den Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent, am Tempelplatz im Land Überfluss erschienen ist (3. Nephi 11:1,9-10), redet weiter zu ihnen: „Denkt nicht, daß ich gekommen bin, um das Gesetz oder die Propheten zu zerstören. Ich bin nicht gekommen, um zu zerstören, sondern um zu erfüllen; 18  denn wahrlich, ich sage euch: Nicht ein Jota und nicht ein Pünktchen vom Gesetz ist vergangen, sondern in mir ist es alles erfüllt.“ (3. Nephi 12:17-18).

Denkt nicht, dass ich gekommen bin, um das Gesetz oder die Propheten zu zerstören. Hier gibt es in der Einheitsübersetzung 2017, der King James Version und der Insprired Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt eine kleine Abweichung. Im Vers 18 heißt es da: „Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.“ (Matthäus 5:17-18; Matthew 5:17-18; Matthew 5:19-20). Im Buch Mormon fehlt also der Zusatz: `Bis Himmel und Erde vergehen´. Auch weicht der letzte Teil des Satzes ab. Im Buch Mormon heißt es: `sondern in mir alles erfüllt ist´ anstatt `bevor nicht alles geschehen ist.´

Worum geht es bei dieser Aussage, dass Christus nicht das Gesetz oder die Propheten zerstört hat, sondern in ihm alles erfüllt wurde? Das Gesetz, welches hier gemeint ist, ist das Gesetz des Mose, das durch ihn erfüllt wurde und damit auch die Vorhersagen der Propheten des Alten Testaments. Erfüllt wurde beides durch sein `letztes Opfer´, sein Sühnopfer (Alma 34:13-14) und Er brachte nun das höhere Gesetz wieder, einen `neuen Bund´ (Jeremia 31:31-33; 2. Korinther 3:6), das Mose als Erstes am Berg Sinai empfing (Exodus 31:18), aber dann durch den Abfall der Israeliten zurückgezogen (Exodus 32:19) und durch das niedrigere Gesetz ersetzt wurde (Exodus 34:1). In beiden Gesetzen geht es um das `Opfer´, das auf Christus hinweist. Von Mose bis Christus handelte es sich um `Blutopfer´, ab Jesus Christus `forderte der Herr kein solches mehr, sondern ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist´ (3. Nephi 9:19-20). Ich erkenne, dass alle Gesetze, die der Herr gegeben hat und noch geben wird, Bestand haben, bis sie erfüllt sind. So wie sich die Einstellung und das Handeln von seinen Kindern verbessert, wird er auch die Gesetze anpassen. Dies verhilft uns, uns von Stufe zu Stufe weiter und höher zu entwickeln. Würden die Gesetze nicht angepasst, wenn sie erfüllt wurden, würden wir stets auf derselben Stufe verharren. Wir könnten uns nicht weiter entwickeln. Ich bin so dankbar, dass wir in dieser `Evangeliumszeit der Fülle´ auf Erden sein dürfen, und laufende Anpassungen durch die lebenden Propheten erleben können, um uns weiter in Richtung `Erben des Reiches Gottes´ zu entwickeln (4. Nephi 1:17).

Welche jüngsten Anpassungen hast du erlebt?

Ich gebe es euch, das Licht dieses Volkes zu sein

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus, der den Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent, am Tempelplatz im Land Überfluss erschienen ist (3. Nephi 11:1,9-10), redet weiter zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich gebe es euch, das Licht dieses Volkes zu sein. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben. 15  Siehe, zündet man eine Kerze an und stellt sie unter einen Scheffel? Nein, sondern auf einen Leuchter, dann gibt sie allen Licht, die im Hause sind; 16  darum laßt euer Licht vor diesem Volk so leuchten, daß sie eure guten Werke sehen können und euren Vater, der im Himmel ist, verherrlichen.“ (3. Nephi 12:14-16).

Ich gebe es euch, das Licht dieses Volkes zu sein. Auch bei diesem Vers lautet der Anfang in der Einheitsübersetzung und King James Version etwas anders. Dort fehlt wieder die Aussage, dass der Herr es gibt, das Licht der Welt, bzw. dieses Volkes, zu sein (Matthäus 5:14-16).

Licht bedeutet Erkennen, was in Finsternis nicht möglich ist. Von wem erlangen wir das Licht – die Erkenntnis –, das wir hochhalten sollen? Von Jesus Christus, denn er ist das Licht (3. Nephi 18:24). Warum hochhalten? Weil sich dann der Raum, der vom Licht erfasst wird, vergrößert. Decke ich die Lichtquelle ab, begrenze ich die Ausbreitung von Erkenntnis. Ich werde vom Herrn aufgefordert, meine `guten Werke´ nicht im Verborgenen zu vollbringen sondern so, dass sie anderen als gute Anregung dienen, gleichermaßen Gutes zu tun. Wie ist das nun aber vereinbar mit den Aussagen des Herrn, dass wir nicht mit unseren Almosen prahlen sollen (Matthäus 6:2), unsere Gebete nicht öffentlich zur Schau stellen sollen (Matthäus 6:5), oder uns mit unserem Fasten nicht brüsten sollen (Matthäus 6:16)? Ich denke, die Motivation macht den Unterschied. Tue ich es, um mich vor Menschen selber besser dastehen zu lassen, oder um meinem Nächsten zu dienen, den Herrn in den Vordergrund zu stellen, von dem ich ja das Licht auch bekommen habe! Im ersten Fall haben wir schon selber für unseren Lohn gesorgt, aber anderen noch lange nicht am `Licht´ teilhaben lassen, ihnen geholfen mehr Gotteserkenntnis zu erlangen, unseren Vater, der im Himmel ist, zu verherrlichen! Wieder so eine Medaille mit zwei Seiten. Welche Seite hältst du in die Höhe?

Wie verhinderst du dabei aber, dass die falsche Seite auch gesehen wird?

Ich gebe es euch, das Salz der Erde zu sein

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus, der den Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent, am Tempelplatz im Land Überfluss erschienen ist (3. Nephi 11:1,9-10), redet weiter zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich gebe es euch, das Salz der Erde zu sein; wenn aber das Salz seine Würzkraft verliert, womit soll dann die Erde gesalzen werden? Das Salz ist hinfort zu nichts mehr nütze, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.“ (3. Nephi 12:13).

Ich gebe es euch, das Salz der Erde zu sein. Zunächst eine Überlegung zu der Einleitung: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: …“. Eine solche Einleitung begegnet uns in der Lutherbibel 2017 Neunundsechzigmal, ebenso in der King James Version, die auf Grundlage der von William Tyndale aus dem griechischen Urtext übersetzten Version entstand. Eine solche Einleitung soll uns darauf aufmerksam machen, dass das im Anschluss Gesagte für uns von großer Bedeutung ist. Christus will damit unsere besondere Aufmerksamkeit wecken. Nun zur eigentlichen Aussage. In der Einheitsübersetzung 2017 lautet diese folgendermaßen: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.“ (Matthäus 5:13).

Wie wir in dem Vers schon lernen und aus Erfahrung des täglichen Einsatzes wissen, wird Salz zum Würzen von Speisen benutzt, ja Salz ist sogar aufgrund seiner Mineralien für uns überlebenswichtig. Keine Zelle des Körpers könnte ohne Salz überleben. Des Weiteren konserviert Salz und bewahrt vor Verfaulen. Auf uns Menschen bezogen soll uns das sagen, dass wir, die an Gott glaubenden, durch das Streuen unseres Wirkens, das Gute stärken und fördern und den Fäulnisprozessen, dem Negativen, entgegenwirken können. Wie nun kann es sein, dass wir unsere Würz- und Konservierungskraft verlieren, wenn es Salz im chemischen Sinn doch nicht tut? Ich denke, das muss man im übertragenen Sinn versuchen zu verstehen. Es gibt Salzvorkommen, die mit pflanzlichen und erdigen Stoffen vermischt sind, also nicht reines Salz. Wenn in dieser Mischung der Salzgehalt verloren geht, bleiben die restlichen Verunreinigungen übrig und damit sind auch die Würz- und Konservierungskräfte verloren. Wenn wir Menschen uns mit Göttlichem vermischen, erlangen wir diese Kräfte, trennen wir uns davon, verlieren wir sie und sind für das Reich Gottes nutzlos (Lehre und Bündnisse 101:39-40). Das bedeutet für mich, der nicht gerne `hinausgeworfen und von den Menschen zertreten´ werden möchte, – wer möchte das schon gerne? – dass ich mich ständig eifrig bemühen muss, göttlichem Einfluss ausgesetzt zu sein. Jetzt fällt mir auch auf, dass im Buch Mormon und in der Inspried Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt, der Vers ganz anders beginnt: „… Ich gebe es euch, das Salz der Erde zu sein …“, anstelle von „Ihr seid das Salz der Erde.“ Das `der Herr es mir gibt´, das Salz der Erde zu sein, erreiche ich dadurch, dass ich an ihn glaube, mich mit seinem Wort beschäftige, meine Handlungen kontrolliere und ggf. korrigiere, Bündnisse eingehe und sie halte … .

Was machst du, um deine `Würzkraft´ nicht zu verlieren?

Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen

(Bild: Quelle; Screeshot aus Videoclip `Book of Mormon: Lehi’s Dream´; Text eingefügt)

Zum Schluss der Seligpreisungen fügt der auferstandene Jesus Christus, der dem Volk Nephi am Tempelplatz im Land Überfluss erschienen ist, nun noch eine Ergänzung zu der vorhergehenden (3. Nephi 12:10) an: „Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. 12  Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt.“ (3. Nephi 12:11-12).

Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. In der Einheitsübersetzung 2016  heißt es ganz ähnlich: „Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. 12 Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt.“ (Matthäus 5:11-12), ebenso in der King James Version: „Blessed are ye, when men shall revile you, and persecute you, and shall say all manner of evil against you falsely, for my sake. 12 Rejoice, and be exceeding glad: for great is your reward in heaven: for so persecuted they the prophets which were before you.“ (Matthew 5:11-12) und in der Inspried Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt: „And blessed are ye when men shall revile you, and persecute you, and shall say all manner of evil against you falsely, for my sake;14  For ye shall have great joy and be exceeding glad; for great shall be your reward in heaven; for so persecuted they the prophets which were before you.“ (Matthew 5:13-14).

In diesen beiden letzten Versen ergänzt Jesus Christus zu `Verfolgung´ noch `Schmähung´ und `Übelreden´ um des Herren willen. Dies bedeutet für mich, dass ich bereit sein muss, Jesus Christus und seinen Lehren zu gehorchen und für sie einzustehen, auch wenn ich aus diesem Grund verspottet und schlecht behandelt werde. Stehe ich dies glaubenstreu durch, kann ich damit rechnen, dass mich der Herr außerordentlich belohnen wird. Wer will nicht gerne belohnt werden? Klar ist aber auch: vor Belohnung steht immer erst der Fleiß! Will ich eine Gehaltserhöhung bekommen, muss ich dafür auch bewiesen haben, dass ich ihrer Wert bin, indem ich dem Unternehmen einen Mehrwert gegenüber vorher geboten habe. Du kennst das deutsche Sprichwort: „Ohne Fleiß kein Preis“.

Auf welche Art und Weise hast du bisher Belohnungen erhalten?

Gesegnet sind alle, die um meines Namens willen verfolgt werden

Stephanus betet um Vergebung für diejenigen, die ihn steinigen
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus predigt dem Volk am Tempelplatz im Land Überfluss die Seligpreisungen: „Und gesegnet sind alle, die um meines Namens willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (3. Nephi 12:10).

Gesegnet sind alle, die um meines Namens willen verfolgt werden. Die Einheitsübersetzung formuliert diese Seligpreisung folgendermaßen: „Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (Matthäus 5:10), in der King James Version: „Blessed are they which are persecuted for righteousness sake: for theirs is the kingdom of heaven.“ (Matthew 5:10) und in der Inspried Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt heißt es: „Blessed are all they that are persecuted for my name’s sake; for theirs is the kingdom of heaven.“ (Matthew 5:12).

Im Sinne des Evangeliums wird unter Verfolgung verstanden, wenn anderen wegen ihres Glaubens oder ihres gesellschaftlichen Standes Leid oder Schmerz zugefügt, andere belästigt, oder unterdrückt werden. Verfolgung um des Namens Christi Willen haben unzählige Menschen erleben dürfen, insbesondere die von ihm berufenen Diener*innen. Beispielhaft aus dem Neuen Testament Stephanus (Apostelgeschichte 7:59, 11:19). Ein Beispiel aus der jüngsten Geschichte der Kirche, Joseph Smith. Unzählige Male wurde er unschuldig ins Gefängnis geworfen, geteert und gefedert und nicht zuletzt von einem Mob ermordet. Der Herr hat ihn insofern getröstet, als ihm all dies Erfahrung bringen und zum Guten gereichen würde (Lehre und Bündnisse 122:5-9). Auch viele Mitglieder der Kirche wurden mit ihm verfolgt. Ich lerne, will ich dereinst nicht zugrunde gehen, sondern das Himmelreich ererben, muss ich auch Verfolgung um des Namens Jesu Christi willen geduldig ertragen (2. Nephi 26:8). Bisher hat mich der Herr weitestgehend verschont. Wenn ich an die Generation vor mir denke, die hat schon wesentlich mehr Verfolgung erleiden müssen.

Wie reagierst du auf religiöse Verfolgung, egal ob es dich betrifft oder andere?

Gesegnet sind alle Friedensstifter

(Bild: Quelle; Screenshot aus dem Videoclip „Der Welt ein Licht“)

Der auferstandene Jesus Christus predigt dem Volk am Tempelplatz im Land Überfluss die Seligpreisungen: „Und gesegnet sind alle Friedensstifter, denn sie werden die Kinder Gottes heißen.“ (3. Nephi 12:9).

Gesegnet sind alle Friedensstifter. In der Einheitsübersetzung lautet der Vers dieser Seligpreisung: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ (Matthäus 5:9). Die King James Version lautet hier: „Blessed are the peacemakers: for they shall be called the children of God.“ (Matthew 5:9) und die Insprired Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt: „And blessed are all the peacemakers; for they shall be called the children of God.“ (Matthew 5:11).

Unter Frieden kann verstanden werden die Abwesenheit von Konflikten und Aufruhr, aber auch eine persönliche innere Ruhe. Präsident Henry B. Eyring hat in der Frühjahrsgeneralkonferenz 2003 der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage folgende Definition eines Friedensstifters gegeben: „Es ist die Gabe, Gemeinsamkeiten zu finden, wo andere nur Unterschiede sehen. Ein Friedensstifter hat die Gabe, anderen zu verdeutlichen, dass das, was jemand gesagt hat, ein wichtiger Beitrag war und keine Kritik.“ (siehe Absatz 21 hier). Friedensstifter sind also Menschen, die Frieden schaffen oder fördern. Frieden kann insbesondere durch das Evangelium von Jesus Christus herbeigeführt werden (Mosia 15:11-18). Wie wir aus der Schrift lernen, haben Namen ihre bestimmte Bedeutung. Sie werden oftmals hinter dem entsprechenden Namen erklärt (Beispielhaft: Genesis 25:26) Mein Vorname `Manfred´ leitet sich aus dem alemannischen ab und bedeutet `Mann des Friedens´. In der Tat ist es so, dass ich allen Streitigkeiten, so gut es geht, aus dem Wege gehe. Ich versuche die Gemeinsamkeiten zu finden, anstatt das Trennende hervorzuheben.

Wie sehen deine Bemühungen aus `Frieden zu stiften´?

Gesegnet sind alle, die im Herzen rein sind

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus predigt dem Volk am Tempelplatz im Land Überfluss die Seligpreisungen: „Und gesegnet sind alle, die im Herzen rein sind, denn sie werden Gott sehen.“ (3. Nephi 12:8).

Gesegnet sind alle, die im Herzen rein sind. In der Einheitsübersetzung heißt es: „Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.“ (Matthäus 5:8), ebenso in der King James Version „Blessed are the pure in heart: for they shall see God.“ (Matthew 5:8) und die Insprired Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt entspricht wieder genau der Aussage im Buch Mormon „And blessed are all the pure in heart; for they shall see God.“ (Matthew 5:10). Im Buch Mormon finden wir jeweils die Aussage `Und gesegnet´ anstatt wie in der Bibel `Selig´. Für mich wird dadurch deutlicher, dass der Herr uns `segnet´ – uns seine Gunst überträgt – wenn wir die angesprochene Eigenschaft haben oder entwickeln. Dadurch entsteht dann in uns ein Zustand der `Seligkeit´, ein tiefes Glücksgefühl.

Was habe ich nun unter `im Herzen rein´ sein zu verstehen? Im geistigen Sinn bedeutet es, frei zu sein von Sünde, sogar in unseren Gedanken. Ich muss also ein tugendhaftes Leben führen, wenn ich `im Herzen rein´ sein will (Psalm 24:4-5). Meine Gedanken und Taten müssen in jeder Hinsicht rein sein. Wenn ich sündige, habe ich die Möglichkeit, durch aufrichtige und vollständige Umkehr wieder durch das Sühnopfer Jesu rein gemacht zu werden (Jesaja 1:18). `Im Herzen rein´ zu sein ist für mich ein lebenslanger Prozess, denn bin ich in einer Sache rein geworden, mache ich mich an einer anderen Stelle sicherlich wieder schmutzig, manchmal auch wieder und wieder an derselben Stelle. Welche unendliche Geduld der Herr doch mit uns hat (Psalm 103:8 Lutherbibel 2017!

Was bedeutet für dich `im Herzen rein´ sein?

Gesegnet sind die Barmherzigen

Auf dem Weg nach Jericho (Bild: Quelle)
Ein Mann fiel unter die Räuber
Nicht hinsehen und vorbeigehen, oder Barmherzigkeit erweisen?
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus predigt dem Volk am Tempelplatz im Land Überfluss die Seligpreisungen: „Und gesegnet sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ (3. Nephi 12:7).

Gesegnet sind die Barmherzigen. In der Einheitsübersetzung heißt es: „Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.“ (Matthäus 5:7). In der King James Version und der Insprired Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt, die direkt dem griechischen Original entstammen, ist der Text dieses Verses gleichlautend.

„Barmherzigkeit bedeutet, dass ein Mensch mit mehr Mitgefühl behandelt wird, als er verdient hat.“ („Barmherzigkeit“, Evangeliumsthemen). Die Barmherzigkeit ist auch wieder eine Eigenschaft des menschlichen Charakters – erst recht ist sie eine göttliche Eigenschaft. Ist jemand barmherzig, so öffnet derjenige sein Herz gegenüber denen, die in Not geraten sind und nimmt sich ihrer mildtätig an, er gibt niemanden verloren, ist reich an Huld und Treue (Exodus 34:6; Deuteronomium 4:31). Jeder Mensch kann die Barmherzigkeit des himmlischen Vaters dank des Sühnopfers von Jesus Christus erlangen (Alma 33:1). Inwiefern erweist uns Gott Barmherzigkeit? Aufgrund dessen, dass der `natürliche Menschen´ ein Feind Gottes ist, kann er auch nicht in seine Gegenwart zurückkommen. Wenn wir aber von unseren Sünden umkehren, vergibt uns Gott diese und hilft uns durch Bündnisse wieder in seine Gegenwart zurückkehren zu können (Mosia 3:19). Ich lerne, dass ich selber gegenüber meinem Nächsten barmherzig sein, Umkehr von meinen Sünden üben und mich voll dem Herrn zuwenden muss, wenn ich die Barmherzigkeit Gottes erlangen möchte.

Wie äußert sich deine Barmherzigkeit gegenüber deinen Mitmenschen?

Gesegnet sind alle, die hungern und dürsten nach Rechtschaffenheit

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus predigt dem Volk am Tempelplatz im Land Überfluss die Seligpreisungen: „Und gesegnet sind alle, die hungern und dürsten nach Rechtschaffenheit, denn sie werden vom Heiligen Geist erfüllt werden.“ (3. Nephi 12:6).

Gesegnet sind alle, die hungern und dürsten nach Rechtschaffenheit. In der Einheitsübersetzung 2000 lautet diese Aussage: „Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.“ (Matthäus 5:6). Die Kings James Version lautet: „Blessed are they which do hunger and thirst after righteousness: for they shall be filled.“ (Matthäus 5:6), während die Insprired Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt mit dem Wortlaut des Buches Mormon übereinstimmt: „And blessed are all they that do hunger and thirst after righteousness; for they shall be filled with the Holy Ghost.“ (Matthew 5:8).

Wikipedia beschreibt Rechtschaffenheit „… als die Neigung und das Bestreben, den Pflichten seines Standes gegenüber Gott und den Menschen genüge zu tun.“ Die einzige Erläuterung der Bibel was unter Rechtschaffenheit verstanden werden kann finden wir in der Aussage des Herrn bezüglich des Lebenswandels Hiobs: „… ein Mann untadelig und rechtschaffen, er fürchtet Gott und meidet das Böse.“ (Hiob 1:8). Mir leuchtet ein, dass der Mensch, der Gott fürchtet – im Sinne von tiefer Achtung und Respekt – und das Böse meidet, der Begleitung des Heiligen Geistes sicher sein kann. Ich lerne auch noch, dass es Glücklichsein ohne Rechtschaffenheit nicht gibt (2. Nephi 2:13). Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch sich nach Glücklichsein sehnt, also danach `hungert und dürstet´. Welche Anstrengungen unternimmst du, um glücklich zu sein?

Gesegnet sind die Sanftmütigen

Der auferstandene Jesus Christus predigt dem Volk am Tempelplatz im Land Überfluss die Seligpreisungen: „Und gesegnet sind die Sanftmütigen, denn sie werden die Erde ererben.“ (3. Nephi 12:5).

Gesegnet sind die Sanftmütigen. In der Einheitsübersetzung 2016 heißt die zweite Satzhälfte „… denn sie werden das Land erben.“ (Matthäus 5:5), in der King James Version wiederum `Erde´ (Matthew 5:5), gleichlautend in der Insprired Version of the Bible von Joseph Smith im Auftrage Gottes übersetzt (Matthew 5:7).

Stellt sich die Frage, was unter Sanftmut zu verstehen ist. Sanftmut ist eine bestimmte Gemütsart, Tugend bzw. Charaktereigenschaft, die mit Demut, Langmut und Geduld verbunden ist. Jemand, der sanftmütig ist, lernt seine Zornausbrüche zu zügeln. Das Gegenteil von Sanftmut ist `Zornmut´, d. h. Jähzorn. Wer keine Sanftmut hat, ist aufbrausen und aggressiv. Der Sanftmütige erträgt z. B. Kränkung ohne Verbitterung, er ist bereit, die Lehren des Evangeliums zu befolgen. Der verstorbene Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel, Robert D. Hales erklärte: „Sanftmut ist keine Schwäche. Sie ist ein Kennzeichen christlichen Muts.“ (Robert D. Hales, „Christlicher Mut – der Preis der Nachfolge“, Liahona, November 2008). In Teilen bin ich noch dabei mich in der Sanftmut zu verbessern. Es kommt doch noch vor, dass ich bei entsprechend starker Reizung ungeduldig und im äußersten Fall auch verhalten aufbrausend bin. Da habe ich noch an mir zu arbeiten. Was es nun mit dem „… denn sie werden die Erde ererben.“ auf sich hat, da kann ich mir vorstellen, dass es sich dabei um das `Reich Gottes´ handeln könnte, wir Erben dieses Reiches werden, dadurch, dass wir in allen Dingen den Lehren des Evangeliums folgen (2. Nephi 9:18; Lehre und Bündnisse 45:57-58; 84:38). Wie ergeht es dir mit der Sanftmut?

sanftmut

(Bild: Quelle)