Sie fingen an, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern

Der Streit unter den Nephiten bezüglich der Warnungen Nephis, des Sohnes Helaman des Jüngeren, und seiner Aufforderung Umkehr zu üben (Helaman 10:11-12), führte schließlich zu Krieg (Helaman 11:1). Nephi sah die Möglichkeit, das Volk durch Hungersnot doch noch zur Gotteserkenntnis zu führen und er nutze seine ihm vom Herrn übertragene Macht (Helaman 10:5) und führte eine solche herbei (Helaman 11:4). Das Volk brachte sich also nicht unverzüglich gegenseitig um, sondern es sah seinen Tod aufgrund Nahrungsmangels (Helaman 11:5-6) langsam auf sich zukommen und hatte so noch die Möglichkeit sich zu besinnen: „Und es begab sich: Das Volk sah, daß es daran war, durch Hungersnot zugrunde zu gehen, und sie fingen an, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern; und sie fingen an, sich der Worte Nephis zu erinnern.“ (Helaman 11:7).

Sie fingen an, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern. Immer wieder erkennen wir in der Geschichte der Menschheit: wenn es den Menschen dreckig geht und sie dem Tod ins Auge sehen, entbrennt in ihnen der Gedanke an eine Macht, die sie doch noch retten könnte und sie fangen an zu beten. So also auch hier im Fall der Nephiten. Nephis Gedankengang geht auf. Sie fingen an `sich zu erinnern´.

Ich lerne daraus, dass ich mich auch `erinnern´ sollte, und zwar bevor irgendein schlimmes Ereignis mich dazu drängt. Bevor ich etwas gegen den Willen des Herrn tue, soll ich mich an die Worte und Ermahnungen der Propheten des Herrn erinnern und mir über die Folgen meines Handelns klar werden. Dann muss ich abwägen, was für meinen ewigen Fortschritt das Beste ist und mich dafür entscheiden, anstatt nur kurzfristigen weltlichen Vergnügungen nachzugehen. Wenn es z. B. darum geht abhängig machende Substanzen zu konsumieren, kann ich auf bisher aufgenommene Eindrücke zurückgreifen – erinnern, die mir zum einen sagen, dass der Herr mich davor warnt (Lehre und Bündnisse 98) und zum anderen die Wissenschaft inzwischen eindeutig rät: „Null Alkohol“ (z. B. Dr. Emmanuela Gakidou of the Institute for Health Metrics and Evaluation at the University of Washington: „Zero alcohol consumption minimizes the overall risk of health loss.“ lies hier). Schon die kleinsten Mengen zerstören Zellen im Gehirn, abgesehen von all den anderen negativen Folgen gesundheitlicher Art: Magen, Leber, Bewusstseinsstörungen … und den enormen volkswirtschaftlichen Kosten (näheres siehe beispielhaft hier). Das Problem: die meisten Schädigungen treten ja nicht sofort ein. Übrigens: zuzeiten Joseph Smith, dem der Herr dieses Gesundheitsgesetz 1833 offenbarte, wusste man über die gesundheitsschädigende Wirkung noch nichts; für mich ein eindeutiger Beweis, dass er ein Prophet des Herrn war. Was unternimmst du, um dich an ermahnende Worte Gottes zu `erinnern´?

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Es fingen Streitigkeiten an

Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, erfüllte gehorsam und vollständig den Auftrag des Herrn (Helaman 10:11): „Und es begab sich: So ging er hin im Geist, von einer Menge zur anderen, und verkündete das Wort Gottes, ja, bis er es ihnen allen verkündet hatte oder es unter alles Volk gesandt hatte. 18  Und es begab sich: Sie wollten nicht auf seine Worte hören; und es fingen Streitigkeiten an, so sehr, daß sie untereinander uneinig wurden und anfingen, einer den anderen mit dem Schwert zu töten.“ (Helaman 10:17-18).

Es fingen Streitigkeiten an. Wir können immer wieder im Laufe der Menschheitsgeschichte erkennen, wie Meinungsverschiedenheiten letztendlich auf eine blutige Art und Weise ausgetragen werden. Irgendwie ist der Mensch nicht in der Lage seine Emotionen im Griff zu halten. Das Austragen unterschiedlicher Meinungen führt leider viel zu Häufig zu blutigen Auseinandersetzungen.

Wir erleben es gerade auch anhand der Meinungsverschiedenheiten beim Thema Emigration. Die Emotionen werden solange geschürt, bis Menschen sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als dass sie aggressiv werden. Und dieses Schüren, da mischt einer in besonderer Weise mit: Satan. Der Teufel freut sich darüber und hilft uns, dass Streit in Handgreiflichkeiten ausartet, bis hin zu Krieg. Sogar innerhalb der Kirche erleben wir es heutzutage immer wieder, dass Meinungsverschiedenheiten die Gemüter hochkochen lassen. Ich lerne, dass ich Streit, anhaltende Auseinandersetzungen zwischen Personen oder Institutionen, vermeiden muss. In einer besonderen Konferenz, die König Benjamin um die 124 v. Chr. abhielt (Mosia 2:1-2), forderte er sein Volk auf, Streitigkeiten zu vermeiden (Mosia 2:32). Ich muss mir im Klaren sein, dass der Geist des Streites vom Teufel kommt und es nicht die Lehre des Herrn ist miteinander zu streiten (3. Nephi 11:29-30). Meinungsverschiedenheiten wird es immer geben, aber wir dürfen uns nicht vom Teufel dazu verleiten lassen, im Zorn miteinander zu streiten! Wie kann ich Streit vermeiden? Indem ich `ungezogene Fragen´ zurückweise, denn sie rufen Streit hervor. Der Herr fordert seine Knechte auf nicht streitsüchtig zu sein (2. Timotheus 2:23-24). Wie stehst du zum Thema Streit?

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(Bild: Quelle)

Er wurde vom Geist genommen und aus ihrer Mitte hinweggetragen

Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, erfüllte den Auftrag des Herrn, dem Volk Umkehr zu predigen. Das schien dem Volk nicht zu gefallen und so schmähte es Nephi und es wollte ihn sogar ins Gefängnis werfen (Helaman 10:15). „Aber siehe, die Macht Gottes war mit ihm, und sie konnten ihn nicht ergreifen, um ihn ins Gefängnis zu werfen, denn er wurde vom Geist genommen und aus ihrer Mitte hinweggetragen.“ (Helaman 10:16).

Er wurde vom Geist genommen und aus ihrer Mitte hinweggetragen. Eine unvorstellbare Handlung? Hat von uns noch niemand erlebt, dass jemand vom Geist aus einer Menschenmenge hinweggetragen worden ist, oder? Prominentestes Beispiel aus der Bibel ist, wie Christus vom Geist in die Wüste geführt wurde, um dort vom Teufel versucht zu werden (Matthäus 4:1). Er wurde in diesem Zusammenhang laut Korrektur der Bibelübersetzung durch Joseph Smith, den Gründungspropheten, auch jeweils vom Geist auf die Zinne des Tempels gestellt und auch auf einen überaus hohen Berg (Matthäus 4:5, 8; vergleiche Joseph Smith-Übersetzung hier). Ein etwas anderes Beispiel haben wir bei Elia, der mit feurigen Wagen und Pferden im Wirbelsturm zum Himmel emporfuhr (2. Könige 2:11). Das hört sich für mich auch nach `vom Geist genommen´, aus ihrer Mitte hinweggetragen an. Prophetenjünger hatten es kurz vorher dem Nachfolger Elia´s, Elischa, kundgetan und er und fünfzig Prophetenjünger waren Zeugen dieses Ereignisses (2. Könige 2:6-7).

Im Buch Mormon werden etliche Ereignisse geschildert, in denen Personen vom Geist an einen besonderen Ort geführt wurden. So wurde auch Alma der Jüngere im Geist zu Gott aufgenommen (Alma 45:18-19), genauso wie Henoch (Genesis 24:5) und viele andere. Ich hege keine Zweifel an solcherlei Vorkommnissen. Gott hat die Himmel und die Erde durch seinen Sohn Jesus Christus erschaffen lassen (Lehre und Bündnisse 14:9), dann sollte er nicht entscheiden können, wen er wollte, durch `den Geist hinwegtragen zu lassen´? Welche Gedanken hast du dazu?

A painting by W. H. Margetson showing Elijah ascending to heaven in a whirlwind, leaving behind his cloak, while Elisha looks on.(Bild: Quelle)

Darum schmähten sie ihn und trachteten danach, Hand an ihn zu legen

Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, war dem Gebot des Herrn gehorsam, ging nicht nach Hause, sondern unverzüglich zurück zum Volk und predigte ihm Umkehr. Das Volk wollte aber, trotz seiner vollbrachten Wundertaten, nicht auf ihn hören (Helaman 10:12-14). „Und es begab sich: Als Nephi ihnen das Wort verkündet hatte, siehe, da verhärteten sie ihr Herz noch immer und wollten nicht auf seine Worte hören; darum schmähten sie ihn und trachteten danach, Hand an ihn zu legen, um ihn ins Gefängnis zu werfen.“ (Helaman 10:15).

Darum schmähten sie ihn und trachteten danach, Hand an ihn zu legen. Nephi kam dem Gebot des Herren nach und wurde aufgrund dessen vom Volk geschmäht, ja es wollte ihn sogar ins Gefängnis werfen. Jemanden `schmähen´ ist eine milde Umschreibung dessen, dass man verächtlich über ihn redet. Damit verbunden können auch sein Beleidigungen, Beschimpfungen, bzw. das Schlechtmachen, durch den Schmutz ziehen, jemanden herabsetzen oder über ihn lästern.

Das alles musste Nephi über sich ergehen lassen, wobei er doch den Willen des Herrn erfüllte. Das löst sicherlich keine Euphorie in einem aus. In der Bibel werden auch viele Ereignisse geschildert, in denen jemand geschmäht wurde, dabei stand z. B. auf dem Schmähen der Mutter die Todesstrafe durch Steinigung (Markus 7:10). Andererseits sagt der Herr in den Seligpreisungen, dass derjenige, der um seinetwillen `geschmäht´ werden würde, selig sei (Matthäus 5:11). Selbst Christus wurde geschmäht (Johannes 8:49; Markus 14:65). Ich lerne daraus, dass ich Schmähungen meines Glaubens an Gott, geduldig ertragen sollte. Die Segnungen des Herren werden nicht ausbleiben! Andererseits bin ich, insbesondere als Christ, aufgefordert, niemanden zu schmähen (Titus 3:2). Inwiefern bist du schon mal `geschmäht´ worden und wie hast du dich gefühlt und wie reagiert?

Matthew 26:57–75, Jesus watches Caiaphas as He is tried(Bild: Quelle)

Hielt dieser inne und ging nicht zu seinem eigenen Haus

Nach der gebietenden Aufforderung des Herrn Jesus Christus, im persönlichen Gespräch mit Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren (Helaman 10:11), lesen wir über dessen Reaktion: „Und siehe, nun begab es sich: Als der Herr diese Worte zu Nephi gesprochen hatte, hielt dieser inne und ging nicht zu seinem eigenen Haus, sondern kehrte zu den Menschenmengen zurück, die sich über das Antlitz des Landes zerstreut hatten, und fing an, ihnen das Wort des Herrn zu verkünden, das zu ihm gesprochen worden war in bezug auf ihre Vernichtung, wenn sie nicht umkehrten.“ (Helaman 10:12).

Hielt dieser inne und ging nicht zu seinem eigenen Haus. Nephi war ja gerade von den Ereignissen um den ermordeten Richter herum, auf dem Weg zu seinem Haus, als ihm der Herr erschien und mit ihm redete und ihm gebot, das Volk vor den Folgen seines Ungehorsams zu warnen, sofern es nicht Umkehr üben würde. Nephi war sicherlich schon gestresst genug von dem, was er bis dahin mit dem Volk erlebt hatte und nun sollte er nochmals in die Konfrontation gehen? Er war dem Gebot des Herrn gehorsam, ging nicht nach Hause, sondern kehrte auf dem Fuße um. Welch ein Vorbild an Vertrauen und Gehorsam gegenüber dem Herrn.

Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich von einer Ratsversammlung in der Kirche am späten Abend auf dem Weg nach Hause wäre und mich ein Anruf ereilen würde, dass ich an einer anderen Stelle noch dringend einen Auftrag erfüllen sollte. Es ist immer sehr hypothetisch, zu spekulieren, wie man in bestimmten angenommenen Situationen reagieren würde. Ich gehe aber davon aus, dass ich der Dringlichkeit entsprechend bereit wäre, den Dienst zu tun, insbesondere, wenn ich durch den Geist spüren würde, dass dies ein Auftrag des Herrn ist. Wie denkst du über solche Situationen?

gehorsam
Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Und nun siehe

Der Herr sagt im persönlichen Gespräch zu Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren: „Und nun siehe, ich gebiete dir, hinzugehen und diesem Volk zu verkünden: So spricht der Herr, Gott, der der Allmächtige ist: Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr geschlagen werden, ja, bis zur Vernichtung.“ (Helaman 10:11).

Und nun siehe. Eine Redewendung, die einem nichts sagt? Sehr häufig wird sie aber im Buch Mormon benutzt, 111 mal hab ich sie in der deutschen Ausgabe von 2003 gezählt. Aber nicht nur dort, auch in der Bibel kommt sie in der Lutherversion 2017 noch siebenmal vor; in der Elberfelder sogar siebzehnmal. In der King James Version zähle ich das englische Pondon „and now behold“ zwölfmal. Auch in neuzeitlicher Offenbarung, der `Lehre und Bündnisse´ konnte ich sie in der Ausgabe von 2003 dreiundzwanzig mal zählen und in der `Köstlichen Perle´ dreimal. Darüber hinaus beginnen viele Aussagen auch mit: „Und siehe …“, wie im nächsten Vers. Allein im Buch Mormon 272 mal, in der Einheitsübersetzung der Bibel 162 mal, in der 2017ner Lutherbibel 255 mal.

Picken wir ein Beispiel aus der Bibel heraus: „Und nun siehe, der HERR hat mich am Leben gelassen, wie er mir zugesagt hat.“ (Josua 14:10). Kaleb sprach dies zu Josua als es um das Erbteil ging, das ihm zugesagt war. Ein Beispiel aus Lehre und Bündnisse: „Und nun siehe, du hast ein Zeugnis empfangen; …“ (Lehre und Bündnisse 6:24), aus einer Antwort des Herren an Oliver Cowdery, als dieser ein weiteres Zeugnis bezüglich der Wahrheit erbeten hatte. Und noch ein Beispiel aus der Köstlichen Perle: „Und nun siehe, dieses eine zeige ich dir, Mose, mein Sohn, …“ (Köstliche Perle Mose 1:7). Ich verstehe in dieser Redewendung eine Aufforderung genau aufzupassen, was als nächstes gesagt wird. Sowas wie `pass auf´; `hör genau zu´; `mach deine geistigen Augen auf und siehe´. Also eine Aufforderung `aktiv zuzuhören´, die Grundvoraussetzung für einen verständnisvollen Dialog, um Missverständnisse zu vermeiden. Beim `aktiven Zuhören´ bringt man seinem Gegenüber Akzeptanz und bedingungslose positive Beachtung entgegen. Wie versuchst du besondere Beachtung zu bekommen, wenn du etwas Wichtiges mitteilen willst?

hör mal zu(Bild: Quelle)

Wenn du zu diesem Berg sagen wirst

Der Herr erläutert Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren, beispielhaft, was er mit dieser Art von Macht, die er ihm überträgt, bewirken kann: „Und so, wenn du zu diesem Tempel sagen wirst, er solle entzweibrechen, so wird es geschehen. 9  Und wenn du zu diesem Berg sagen wirst: Stürze dich nieder und sei eben, so wird es geschehen. 10  Und siehe, wenn du sagen wirst, Gott werde dieses Volk schlagen, so wird es sich begeben.“ (Helaman 10:8-10).

Wenn du zu diesem Berg sagen wirst. Du kennst ganz sicher die Redensart: Der Glaube kann Berge versetzen. Doch mit der Umsetzung hapert es doch meist. Auch gut so, denn sonst würde wohl die Schöpfung des Herrn ganz schön durcheinander gebracht werden – jeder will einen Berg ganz woanders haben. Diese Redensart ist, wie so viele, auch der Bibel entsprungen. Im Zusammenhang mit dem Ereignis des vom Herrn verfluchten Feigenbaumes sagt Jesus seinen Jüngern, sie sollten Glauben an Gott haben und führt weiter aus: „… Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer! und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen.“ (Markus 11:23).

Damit hat Jesus zum Ausdruck gebracht, dass der Glaube eine uns unerklärliche, unfassbare, aber dennoch reale Macht ist. Sie ist so groß, dass einem alles zuteilwerden würde, worum man den Herrn bitten würde (Markus 11:24). Etwas schiebt Christus allerdings noch nach, was man gerne leicht überliest: „Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.“ (Markus 11:25). Ich lerne, dass Glauben, Beten und Vergeben drei Dinge sind, die mir ganz enormen Fortschritt ermöglichen, wenn ich sie richtig anwende. Diese Macht `Berge zu versetzen´ und alles vom Herrn zu erbitten und es zu bekommen, wird allerdings nie im Gegensatz zu Gottes Willen funktionieren (Helaman 10:5). Einem Vater, der wegen der Heilung seines vom stummen Geist besessenen Sohnes zu Jesus kam, sagte dieser: „… Alles kann, wer glaubt.“ (Markus 9:23)? So wie dem Vater geht es in vielen Dingen auch mir: „Da rief der Vater des Knaben: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9:24). Wie gehst du mit Glauben, Beten und Vergeben um?

angst_illusion(Bild: Quelle)

Ich gebe dir Macht, dass, was auch immer du auf Erden siegeln wirst, im Himmel gesiegelt sein wird

Christus spricht weiter zu Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren: „Siehe, ich gebe dir Macht, daß, was auch immer du auf Erden siegeln wirst, im Himmel gesiegelt sein wird, und was auch immer du auf Erden lösen wirst, im Himmel gelöst sein wird; und so wirst du Macht unter diesem Volk haben.“ (Helaman 10:7).

Ich gebe dir Macht, dass, was auch immer du auf Erden siegeln wirst, im Himmel gesiegelt sein wird. Kommt dir diese Aussage nicht auch sehr bekannt vor? Jesus Christus hatte mit fast denselben Worten diese siegelnde Vollmacht, gültig für die Erde, als auch für den Himmel, für das irdische Leben, als auch für das Leben nach diesem Erdendasein, seinem Apostel Petrus übertragen. Und Christus sagt noch, dass dies die Schlüssel des Himmelreichs sind (Matthäus 16:19).

Was bedeutet nun diese weitreichende und umfassende siegelnde oder bindende Macht des Priestertums Gottes? Unter anderem ist es die göttliche Macht, Mann und Frau nicht nur für dieses Erdenleben aneinander zu binden, sondern auch für `alle Zeit und Ewigkeit´, ebenso deren Kinder an sie und untereinander, als ewige Familie. Diese Macht wurde durch den Propheten Elija auf Joseph Smith, den Propheten der Wiederherstellung, übertragen (Lehre und Bündnisse 110:13-16). Es ist sogar die Macht, mit der diejenigen, denen diese Macht von Gott erteilt wurde, Sünden auf Erden, als auch im Himmel, vergeben, oder aber zu belassen können (Lehre und Bündnisse 132:46). Ja und alle Bündnisse, die mit dem Herrn geschlossen werden, haben nur Gültigkeit für Zeit und Ewigkeit, wenn sie durch die Macht des `Heiligen Geistes der Verheißung´ gesiegelt werden (Lehre und Bündnisse 132:7). Und er wird sie nur dann endgültig siegeln, wenn wir ihnen treu geblieben sind, bis wir von der Erde abberufen werden. Wie wunderbar, dass wir in einer Zeit leben dürfen, in der diese Macht Gottes wieder auf Erden ist. Welche Gedanken bewegen dich in Bezug auf diese Macht?

A painting by Dan Lewis showing Elijah in a white robe, standing by a window inside the Kirtland Temple and talking to Joseph Smith and Oliver Cowdery.Elia bringt die siegelnde Vollacht
(Bild: Quelle)

Dass du Macht haben wirst über dieses Volk

Der Herr führt nun in dem persönlichen Gespräch das er mit Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren führt, aus, welche Macht er ihm im Einzelnen erteilt: „Siehe, du bist Nephi, und ich bin Gott. Siehe, ich verkünde dir in der Gegenwart meiner Engel, daß du Macht haben wirst über dieses Volk und die Erde mit Hungersnot schlagen wirst und mit Seuche und Vernichtung, gemäß der Schlechtigkeit dieses Volkes.“ (Helaman 10:6).

Dass du Macht haben wirst über dieses Volk. Entsprechend der Schlechtigkeit des Volkes bekam Nephi Macht, das Volk mit Hungersnot, Seuche und Vernichtung zu schlagen. Welche Bürde ist ihm da auferlegt worden. Wie er damit umging, erfahren wir im weiteren Verlauf des Berichtes.

Eine Parallele fällt mir da bei Elia aus Tischbe ein, der in der Zeit der Könige Ahab und Ahasja im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts v. Chr. im Nordreich Israel wirkte. Der Prophet kündigt gegenüber dem König Ahab eine mehrjährige Dürre an, die über das ganze Land kommen wird, und zwar aufgrund dessen, dass die Israeliten des Nordreiches den Gott Baal anbeteten (1. Könige 17:1; 18:17-18). Dies war eine Kampfansage an diesen Götzen, der als Herrscher über Regen und Fruchtbarkeit verehrt wurde. Nach dreieinhalb Jahren Dürre betete Elia, diesmal aber darum, dass es wieder regnen möge (Jakobus 5:17-18). Auf sein Wort hin endete die Dürre (1. Könige 18:41-46). Ich lerne, dass der Herr denjenigen, denen er vertrauen kann, Macht verleiht, Dinge zu tun, die nur durch seine göttliche Macht bewerkstelligt werden können. Er weiß, dass diese Menschen nichts gegen seinen Willen veranlassen würden. Dieses Vertrauen zu erlangen, ist etwas Erstrebenswertes. Nicht um über andere zu herrschen, sondern um sie mit der Macht der christusähnlichen Nächstenliebe einzuladen, zu ihm, unserem Retter, zu kommen. Nach welcher Macht strebst du?

eliaWährend der Dürre wird Elija von Raben versorgt
(1. Könige 17:2-4; Bild: Quelle)

Ich werde dich mächtig machen …, dass dir alles gemäß deinem Wort geschehe

Der Herr spricht weiter zu Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren: „Und nun, weil du dies so unermüdlich getan hast, siehe, so werde ich dich segnen immerdar; und ich werde dich mächtig machen im Wort und im Tun, im Glauben und in Werken; ja, selbst so, daß dir alles gemäß deinem Wort geschehe, denn du wirst nichts erbitten, was gegen meinen Willen ist.“ (Helaman 10:5).

Ich werde dich mächtig machen …, dass dir alles gemäß deinem Wort geschehe. Ein unglaublicher Vertrauensbeweis, den der Herr gegenüber Nephi hier aufbringt. Alles, was Nephi aussprechen würde, würde der Herr eintreten lassen. Wie kann das sein? Der Herr kannte Nephi und wusste, dass er niemals etwas gegen seinen Willen veranlassen würde. In all seinem vorherigen Tun, hat Nephi dem Herrn dies auch schon bewiesen und deshalb segnete er ihn mit dieser unwahrscheinlich überirdischen Macht. Wie wir im weiteren Verlauf sehen werden, nutzt Nephi sie auch nur zum Wohl seiner Mitmenschen.

Diese Macht, die Nephi dort übertragen wurde, war natürlich auch eine ganz enorme Bürde, die nun auf ihm lastete. Was kann ich nun wieder aus diesem Ereignis für mein tägliches Leben ableiten? Dadurch, dass der Herr denjenigen, die mit ihm Bündnisse eingegangen sind, einen Teil seiner Macht übertragen hat, z. B. das Priestertum, hat er auch ihnen dieses große Vertrauen entgegengebracht. Insbesondere seinem Propheten und seinen Aposteln. Er kennt alle seine Kinder schon aus dem Vorherdasein (Jeremia 1:5) und weiß, dass die von ihm berufenen, mit der ihnen übertragenen Macht, keine `ungerechte Herrschaft` ausüben würden. Würden sie es dennoch tun, dann hätte ihre Macht ein Ende (Lehre und Bündnisse 121:37). Auch auf ihren Schultern liegt also eine ganz enorme Last, die Macht, die ihnen vom Herrn übertragen wurde, nur in der Art und Weise zu nutzen, dass sie ihren Brüdern und Schwestern, ihren Mitmenschen, zum ewigen Fortschritt und Nutzen gereichen würde. Dies gilt sowohl für den Propheten, als auch bis zum jüngsten Diakon und sonstigen Verantwortungsträgern, bzw. sonstiger Verantwortungsträgerin, in den Gemeinden der Kirche des Herrn. Dieser Verantwortung muss sich ein jeder im Reich Gottes bewusst sein, denn ein jeder, der Bündnisse mit ihm eingegangen ist, ist von ihm berufen, seinem Nächsten zu helfen, zu Christus zu kommen (Lehre und Bündnisse 20:59). Wie stellst du sicher, dass du die Macht, die Gott dir übertragen hat, auch nur in seinem Sinn nutzen wirst?

Macht und Glauben nur zum Segen von Menschen nutzen – so wie Jesus
(Bild: Quelle)