Ich habe euch die Namen unserer ersten Eltern gegeben

Nephi und Lehi, die Söhne Helaman des Jüngeren (Helaman 4:14; 2:2), predigten nun das Wort Gottes, weil sie an die Worte dachten, die ihr Vater zu ihnen gesprochen hatte (Helaman 5:4-5) und Mormon zitiert in den folgenden Versen diese Worte: „Siehe, meine Söhne, ich wünsche, daß ihr daran denkt, die Gebote Gottes zu halten; und ich möchte, daß ihr dem Volk diese Worte verkündet. Siehe, ich habe euch die Namen unserer ersten Eltern gegeben, die aus dem Land Jerusalem gekommen sind; und dies habe ich getan, damit ihr an sie denkt, wenn ihr an euren Namen denkt; und wenn ihr an sie denkt, damit ihr an ihre Werke denkt; und wenn ihr an ihre Werke denkt, damit ihr wißt, wie es gesprochen und auch geschrieben ist, daß sie gut waren.“ (Helaman 5:6).

Ich habe euch die Namen unserer ersten Eltern gegeben. Wieso tat er dies?, Spielen Namen eine so große Rolle? Hast du dir mit dem anderen Elternteil zusammen lange überlegt, wie euer Kind heißen soll? Nach welchen Kriterien habt ihr dessen Vornamen ausgesucht? Wenn wir in das Alte Testament schauen, haben wir viele Beispiele, wo der Herr seinen zukünftigen Dienern oder Dienerinnen einen anderen Namen gegeben hat, und zwar, weil dieser etwas über ihre Aufgabe oder Berufung aussagen sollte. Nehmen wir beispielhaft Sarai (Bedeutung nicht klar), die Ehefrau Abrams. Im Zusammenhang mit der Ankündigung ihres Nachkommens Isaak, änderte Gott ihren Namen in Sara und den Namen von Abram (`erhabener Vater´) in Abraham. Sara hat die Bedeutung `Herrin´ (Genesis 17:15-16) und Abraham, bedeutet so viel wie `Vater der Menge´ (Genesis 17:5). Beide erfüllten dann auch diese Aufgabe, genauso, wie in vielen anderen Beispielen.

Meine Eltern gaben mir den aus dem alemannischen abgeleiteten Namen Manfred, was so viel bedeutet wie `Mann des Friedens´. Spiegelt sich diese Bedeutung in meinem Verhalten wider? Sicherlich bin ich während meines Lebens auch öfters zornig gewesen, doch habe ich Auseinandersetzungen jeglicher Art immer versucht zu umschiffen, dort wo sie auftauchten, habe ich versucht schlichtend einzuwirken. Unserem Sohn gaben wir den Namen Gabriel, was so viel bedeutet wie `Mann/Kraft/Held Gottes´. Unsere Tochter nannten wir Verena, `glaubwürdig´. Beide werden beweisen müssen, ob sie ihrem Namen Ehre machen. Wenn ich über meinen Namen nachdenke, kommt mir in den Sinn, wie bei Nephi und Lehi, was meine Eltern mich gelehrt haben, und welches Beispiel sie mir gegeben haben und ich frage mich, mach ich diesem Namen Ehre? Wie ergeht es dir?

Frieden schaffen(Bild: Quelle)

Da … diejenigen, die das Böse wählten, zahlreicher waren als diejenigen, die das Gute wählten

Wir erfahren in der Zusammenfassung der Geschichte der Nephiten von Mormon, dass Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, seinen Richterstuhl an Zezrom übergab, denn das Volk wurde halsstarrig, damit unregierbar, und Nephi wollte deshalb mit seinem Bruder zusammen das Wort Gottes predigen (Helaman 5:1,3-4). „Denn da ihre Gesetze und ihre Regierungen von der Stimme des Volkes eingesetzt wurden und diejenigen, die das Böse wählten, zahlreicher waren als diejenigen, die das Gute wählten, darum wurden sie reif zur Vernichtung, denn die Gesetze waren verderbt geworden.“ (Helaman 5:2).

Da … diejenigen, die das Böse wählten, zahlreicher waren als diejenigen, die das Gute wählten. Schlechte Karten haben meist diejenigen, die in der Minderheit sind. Umso schlimmer, wenn diejenigen, die sich für das Gute entschieden haben, in der Unterzahl sind. Sie werden dann meist unterdrückt und werden gegen ihren Willen bedrängt, dem Guten abzusagen. So entscheidet sich nun auch Nephi dazu, sein Amt als oberster Richter aufzugeben, um dem Volk Umkehr zu predigen. Ein Beispiel findet er in seinem Urgroßvater Alma dem Jüngeren. Auch er gab sein Amt als oberster Richter auf, um dem Volk das Wort Gottes zu predigen, „… sie aufzustacheln, an ihre Pflicht zu denken, und um durch das Wort Gottes allen Stolz und alle Hinterlist und alle Streitigkeiten, die es unter seinem Volk gab, niederzureißen; denn er sah keinen Weg, um sie zurückzugewinnen, als daß er sie mit reinem Zeugnis gegen sie bedrängte.“ (Alma 4:15-20).

Auch in der Zeit bevor Christus wiederkommen wird (Apostelgeschichte 1:11), um seine Herrschaft auf Erden zu übernehmen (Lehre und Bündnisse 133:25), werden diejenigen, die das Böse wählen zahlreicher sein, als diejenigen, die das Gute wählen. Der Herr offenbarte dem Propheten Joseph Smith: „… die Liebe der Menschen wird erkalten, und das Übeltun wird überhandnehmen.“ (Lehre und Bündnisse 45:27). Nicht umsonst schickt auch heute die Kirche des Herrn tausende von Missionare überall in die Welt und lässt Umkehr predigen. Ja der Prophet und die Apostel und alle anderen Generalautoritäten und berufenen Diener und Dienerinnen sehen keinen anderen Weg, als uns mit ihrem Zeugnis zu bedrängen, an unsere Pflichten zu denken, alles Übel niederzureißen. Nicht immer hat die Mehrheit recht. Und so muss ein jeder für sich herausfinden, ob er das Böse gewählt hat und Umkehr üben muss, wenn er auf der Seite des Herrn stehen will. Wie gehst du in dieser Sache – Mehrheit, Minderheit – vor?

mehrheit
(Bild: Quelle; Aphorismus: Quelle)

Infolge ihrer Übertretung schwach geworden

Mormon beschreibt den Zustand der Nephiten aufgrund ihrer furchtbaren Schlechtigkeit (Helaman 4:25): „Denn siehe, sie sahen, daß die Stärke der Lamaniten so groß war wie ihre eigene Stärke, ja, Mann für Mann. Und so waren sie in diese große Übertretung gefallen; ja, so waren sie im Zeitraum nicht vieler Jahre infolge ihrer Übertretung schwach geworden.“ (Helaman 4:26)

Infolge ihrer Übertretung schwach geworden. Wie kann man aufgrund von Schlechtigkeit schwach werden? Der Mensch ist von sich aus grundsätzlich schwach, es mangelt ihm an Fähigkeiten, Kraft oder Fertigkeiten. Stärke und Macht, rechtschaffene Taten zu tun, empfängt er erst durch Gottes Gnade. Wie kann dies geschehen? Wir müssen in den heiligen Schriften forschen. Durch die darin enthaltenen Zeugnisse erlangen wir Hoffnung und unser Glaube wird unerschütterlich, und zwar „… so sehr, daß wir wahrhaftig im Namen Jesu gebieten können, und selbst die Bäume gehorchen uns oder die Berge oder die Wellen des Meeres.“ (Jakob 4:6). Damit wir aber nicht größenwahnsinnig werden, holt uns der Herr immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, indem er uns unsere Schwächen vor Augen führt (Jakob 4:7).

Wende ich mich nun von den Schriften ab und entferne mich dadurch von Gott, wird meine Stärke mit zunehmendem Abstand schwächer. Wie bei einem Magnet. Seine unsichtbaren Kraftlinien breiten sich im Raum aus. Bin ich mit meiner eisernen Rüstung ganz nahe am Magneten, wirken seine Kräfte sehr stark und werden mich an ihn binden und andere störende Einflüsse fernhalten. Entferne ich mich nun gewaltsam von ihm, nimmt die Anziehungskraft immer mehr ab. Ist der Abstand zu groß geworden, wirkt sie gar nicht mehr und ich kann den anderen Einflüssen allein nicht mehr standhalten, ihnen gegenüber bin ich schwach geworden (denke daran, wie uns das Erdmagnetfeld vor kosmischen Strahlen schützt und was passiert, wenn wir die Erde ungeschützt verlassen würden). Was machst du, um nicht schwach zu werden?

Das Magnetfeld (blau) schützt die Erde vor dem Sonnenwind. Foto: ESA
(Bild: Quelle)

Er hatte sich von ihnen zurückgezogen, weil der Geist des Herrn nicht in unheiligen Tempeln wohnt

Was die sich vom Herrn entfernenden Nephiten anbelangt, schreibt Mormon: „Und sie sahen ein, daß sie schwach geworden waren so wie ihre Brüder, die Lamaniten, und daß der Geist des Herrn sie nicht mehr bewahrte; ja, er hatte sich von ihnen zurückgezogen, weil der Geist des Herrn nicht in unheiligen Tempeln wohnt—25  darum hörte der Herr auf, sie durch seine wundertätige und unvergleichliche Macht zu bewahren, denn sie waren in einen Zustand des Unglaubens und der furchtbaren Schlechtigkeit gefallen; und sie sahen, daß die Lamaniten überaus zahlreicher waren als sie, und wenn sie nicht am Herrn, an ihrem Gott, festhielten, mußten sie unweigerlich zugrunde gehen.“ (Helaman 4:24-25).

Er hatte sich von ihnen zurückgezogen, weil der Geist des Herrn nicht in unheiligen Tempeln wohnt. Was ist damit gemeint, dass der Geist des Herr nicht in unheiligen Tempeln wohnt? Zum einen ist hier mit Tempeln der physische Körper des Menschen gemeint. Der Apostel Paulus schreibt an die Korinther im Kontext mit dem Aufbau der Gemeinde: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1. Korinther 3:16). Weiter schreibt er, dass derjenige, der diesen Tempel zerstört, nicht damit rechnen kann, erhalten zu bleiben (1. Korinther 3:17). Zerstören tue ich meinen Körper, indem ich mich nicht an die Gebote, Gesetze und Bündnisse halte. Demzufolge stellten die Nephiten fest, dass sie schwach geworden sind im Verhältnis zu den Lamaniten. Beim Geist des Herrn, ist meinem Verständnis nach, hier die Rede vom Heiligen Geist, der dritten Person in der Gottheit. Nur er kann, aufgrund seiner Beschaffenheit als Person aus Geist, in uns wohnen (Lehre und Bündnisse 130:22).

Ich lerne für mich daraus, dass, wenn ich gerne möchte, dass der Heilige Geist mein ständiger Begleiter sein soll, ich den `Tempel Gottes´, meinen Körper, nicht verunreinigen darf, indem ich die Gebote und Gesetze Gottes übertrete. Rein hingegen halte ich meinen Tempel, wenn ich mein Innerstes von Nächstenliebe erfüllt sein lasse und tugendhafte Gedanken hege und pflege (Lehre und Bündnisse 121:45-46). Nun kommt es aber doch immer wieder vor, dass Schmutz in ihn eindringt. Was kann ich tun? Salopp gesagt: Staub wischen, indem ich Umkehr übe. Damit mache ich den Weg frei für Vergebung durch den Herrn (Alma 12:34). Was machst du, um deinen `Tempel´ von Schmutz freizuhalten?

Staubwischen: Die 10 häufigsten Fehler rund um die nervigste Hausarbeit(Bild: Quelle)

Die Strafgerichte Gottes starrten ihnen ins Gesicht

Mormon berichtet in seiner Zusammenfassung (3. Nephi 5:11-16), über den Zustand der Kirche im zweiundsechzigsten Jahr der Regierung der Richter, etwa 30 v. Chr.: „Und wegen ihres Übeltuns hatte die Kirche angefangen zu verfallen; und sie fingen an, nicht mehr an den Geist der Prophezeiung und an den Geist der Offenbarung zu glauben; und die Strafgerichte Gottes starrten ihnen ins Gesicht.“ (Helaman 4:23).

Die Strafgerichte Gottes starrten ihnen ins Gesicht. Wegen des Übeltuns unter den Nephiten, kehrten sich viele von der Lehre des Herrn und seiner Kirche ab. Es gab einen Abfall von der wahren Lehre Gottes. Damit verbunden ist das Nichteinhalten bzw. Übertreten der Gesetze und Bündnisse, die ein Mitglied der Kirche des Herrn anerkannt, bzw. auf sich genommen hat. Werden Gesetze übertreten, stehen darauf, im weltlichen, als auch kirchlichen Bereich, vorher festgelegte Strafen. Das Strafmaß wird in einem `Strafgericht´ festgelegt. Demjenigen, der also Gottes Gesetz übertritt, starrt auch das `Strafgericht Gottes ins Gesicht´, er muss sich zur festgesetzten Zeit vor Gott verantworten.

Ein solches Strafgericht kann einem schon auf Erden bevorstehen (2. Chronik 24:24), aber auf jeden Fall beim `Jüngsten Gericht´, das nach der Auferstehung stattfinden, und wo Christus der `gerechte Richter´ sein wird (Johannes 5:22; 3. Nephi 27:16). Was muss ich tun, damit es kein Strafgericht, sondern ein mildes Gericht wird, ein herrlicher Tag, vor dem ich keine Angst zu haben brauche (2. Nephi 9:46)? Ich muss dafür sorgen, dass in den Büchern, die über mich, sowohl hier auf Erden, als auch im Himmel geführt werden (Lehre und Bündnisse 128:6-7), nur Gutes zu finden ist, all mein Fehlverhalten aufgrund von aufrichtiger Umkehr und dem Sühnopfer Jesu ausradiert wurde. Ich stelle mir vor, dass das Buch das auf Erden geführt wird, ich selber in meinem Gedächtnis erstelle. Was hältst du von einer solchen Art der Dokumentation, sowohl auf Erden, als auch im Himmel?

strafgericht„… ich will die Flut, das Wasser, über die Erde bringen …“
(Genesis 2:17; Bild: Quelle)

Dass sie … das, was der Herr ihm geboten hatte, … abgeändert und mit Füßen getreten hatten

Die Nephiten sahen ein, dass sie die Gebote Gottes für nichts geachtet hatten (Helaman 4:21), „und daß sie die Gesetze Mosias oder das, was der Herr ihm geboten hatte, dem Volk zu geben, abgeändert und mit Füßen getreten hatten; und sie sahen ein, daß ihre Gesetze verderbt geworden waren und daß sie ein schlechtes Volk geworden waren, so sehr, daß sie so schlecht waren wie die Lamaniten.“ (Helaman 4:22).

Dass sie … das, was der Herr ihm geboten hatte, … abgeändert und mit Füßen getreten hatten. Etwas mit Füßen treten bedeutet, es grob zu missachten. Hier fällt mir die Prophezeiung über den Verräter Jesu ein, die wir im Psalm Davids finden: „Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen.“ (Psalm 41:10; in der Einheitsübersetzung: „… hat die Ferse gegen mich erhoben.“). Bei dem Mahl zum Paschafest wusch der Herr seinen Jüngern die Füße als Beispiel, wie sie einander dienen sollten, um rein zu sein. Dann sagte Jesus, dass nicht alle von ihnen rein seien und sich dadurch das Sprichwort aus den Psalmen erfüllen müsse (in Anspielung auf den Verrat durch Judas; Johannes 13:18).

Ja, Menschen haben oft die Worte des Herrn mit Füßen getreten, grob missachtet, und nach ihrem Gutdünken abgeändert, oder sogar ganz aus den Schriften entfernt (2. Nephi 33:1-2). Nephi, dem Sohn Lehis, wird in einer großartigen Vision von einem Engel u. a. über das Buch, das aus dem Mund eines Juden hervorkommen wird und in seiner Ursprünglichkeit die Fülle des Evangeliums des Herrn enthielt, gesagt, dass viele Teile daraus herausgenommen würden, um die rechten Wege des Herrn zu verkehren. Das Buch würde über die ganze Erde verbreitet und viele würden stolpern, weil Kostbares entfernt wurde (1. Nephi 13:20-29). Wie glücklich können wir uns schätzen, dass der Herr auch noch den Bericht eines anderen Volkes für uns hat fertigen und hervorkommen lassen (Mormon 8:1-5,26-35), das die Fülle des Evangeliums enthält und das Buch der Juden, die Bibel, komplettiert. Eine Prophezeiung des Ezechiel (um die 580 v. Chr.) erfüllte sich, als das Buch Mormon, geschrieben von Nachkommen Ephraims, hervorkam, und nun mit dem Buch des Juden, der Bibel, zusammen verfügbar ist (Ezechiel 37:16-19). Meine Wertschätzung bringe ich dadurch zum Ausdruck, dass ich die Worte der Bücher eifrig studiere und versuche mehr und mehr zu leben. Welche Einstellung hast du zu diesen beiden Hölzern?


(Bild: Quelle)

Sie sahen ein, dass sie ein halsstarriges Volk gewesen waren

Moronihach, der Sohn und Nachfolger Hauptmann Moronis, und die Söhne Helaman des Älteren, Nephi und Lehi, predigten den Nephiten und prophezeiten ihnen, was wegen ihres Übeltuns über sie kommen würde, wenn sie nicht umkehr üben würden. Die Folge war, dass sie umkehrten und Moronihach mit seinen Truppen die Hälfte ihrer Besitztümer wieder zurückerobern konnte (Helaman 4:14-16). Mehr gelang ihnen aber nicht, da sie vor der großen Anzahl der Lamaniten Angst hatten (Helaman 4:18-20). „Ja, sie fingen an, sich an die Prophezeiungen Almas und auch an die Worte Mosias zu erinnern, und sie sahen ein, daß sie ein halsstarriges Volk gewesen waren und daß sie die Gebote Gottes für nichts geachtet hatten“ (Helaman 4:21).

Sie sahen ein, dass sie ein halsstarriges Volk gewesen waren. Wie sagt der Volksmund so passend: „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.“ Diese Selbsterkenntnis führte bei dem Volk Nephi zu einer positiven Veränderung und sie konnten wieder mithilfe des Herrn einen Teil ihrer Besitzungen zurückerlangen.

In der Trostschrift von Plutarch (griechischer Schriftsteller und Philosoph, um 45 – um 125 n. Chr.) an Apollonius heißt es: „Einsicht verschafft das Gute, erhält es, mehrt es und macht rechten Gebrauch davon.“ Die rechte Einsicht verhilft mir, in den Genuss der Segnungen des Herrn zu kommen (3. Nephi 20:43). In den Moralischen Briefen an Lucilius schreibt Seneca (* etwa im Jahre 1 in Corduba; † 65 n. Chr. in der Nähe Roms, ein römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker und als Stoiker einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit): „Wer volle Einsicht besitzt, beherrscht sich selbst, wer sich selbst beherrscht, bleibt sich gleich, wer sich gleich bleibt, ist ungestört, wer ungestört ist, ist frei von Betrübnis, wer frei von Betrübnis ist, ist glücklich: also ist der Einsichtige glücklich und die Einsicht genügt zum glücklichen Leben.“ Ich versuche auch einsichtig zu sein, wenn ich aufgrund von Rückmeldungen oder konstruktiver Kritik, auf Verbesserungspotenzial hingewiesen werde. Der Einsicht lasse ich dann natürlich auch entsprechende Taten folgen. Das Erfolgserlebnis macht mich dann auch glücklich. Was machst du mit Einsicht, also mit etwas, was dir bisher unklar war, du nun aber, als Ergebnis von Nachdenken, verstanden hast?

einsicht
(Bild: Quelle)

Darum erging es ihnen nicht wohl, sondern sie wurden bedrängt und geschlagen

Weil es unter den Nephiten, ja sogar unter den Mitgliedern der Kirche, überaus große Schlechtigkeit gab, wurden sie wieder von den Lamaniten bezwungen (Helaman 4:11). „Und es war wegen ihres Herzensstolzes, wegen ihres übergroßen Reichtums, ja, es war, weil sie die Armen bedrückten, ihre Nahrung den Hungrigen vorenthielten, ihre Kleidung den Nackten vorenthielten und ihre demütigen Brüder auf die Wange schlugen und das, was heilig war, verspotteten und den Geist der Prophezeiung und der Offenbarung leugneten, weil sie mordeten, plünderten, logen, stahlen, Ehebruch begingen, sich in großen Streitigkeiten erhoben und in das Land Nephi zu den Lamaniten überliefen—13  und wegen dieser ihrer großen Schlechtigkeit und weil sie mit ihrer eigenen Stärke prahlten, blieben sie ihrer eigenen Stärke überlassen; darum erging es ihnen nicht wohl, sondern sie wurden bedrängt und geschlagen, und die Lamaniten jagten sie vor sich her, bis sie den Besitz fast aller ihrer Länder verloren hatten.“ (Helaman 4:12-13).

Darum erging es ihnen nicht wohl, sondern sie wurden bedrängt und geschlagen. Will ich nicht bedrängt und geschlagen werden, muss ich Folgendes vermeiden:

  • Herzensstolz
    Wenn ich mich selbst überschätze, werde ich fallen (Lehre und Bündnisse 101.42; Obadja 1-4).
  • Arme vernachlässigen bzw. verfolgen und verachten
    Ich bin vom Herrn aufgefordert, meine Hand ihnen gegenüber zu öffnen (Deuteronomium 15:7; Lehre und Bündnisse 42:30).
  • Das was heilig ist verspotten
    Der Herr warnt mich, dass er sich nicht verspotten lassen wird (Lehre und Bündnisse 53:68).
  • Prophezeiung und Offenbarung leugnen
    Ich darf nicht meinen, Offenbarung gibt es heutzutage nicht mehr (Mormon 9:7-9).
  • Die Gebote des Herrn übertreten, die Bündnisse die ich mit ihm geschlossen habe brechen
    Der ich mit dem Herrn Bündnisse geschlossen habe, muss alles daransetzen, sie auch einzuhalten (Exodus 19:5; Lehre und Bündnisse 42:78).
  • Zum Feind überlaufen
    Ich darf das, was wahr ist, nicht verraten (Lehre und Bündnisse 122:3).

Das ist eine ganze Menge, an der ich mein Leben lang zu arbeiten habe. Aber dafür bin ich ja hier auf der Erde (Alma 34:32). Ist der Berg zu hoch? Nicht, wenn ich einen Schritt vor den anderen setze, das Gipfelziel nie aus den Augen verliere, und mich durch Ermattung nicht entmutigen lasse. In dem Wort Gottes finde ich immer wieder Ermunterung, weiterzumachen. Wie verhinderst du, vom Feind gejagt und bezwungen zu werden?

(Bild: Quelle)

Schlechtigkeit … gab es auch unter denen, die sich als Angehörige der Kirche Gottes bekannten

Aufgrund des aufkommenden Stolzes unter den Nephiten, gab es Abspaltungen. Abtrünnige Nephiten vereinigten sich mit den Lamaniten und stachelten diese zum Krieg gegen die Nephiten auf und nahmen fast alles Land der Nephiten ein. Die Nephiten eroberten unter dem Heerführer Moronihach, Sohn und Nachfolger Hauptmann Moronis (Alma 62:43), allerdings wieder die Hälfte ihrer Besitzungen zurück (Helaman 4:1-10). „Nun wären dieser große Verlust der Nephiten und das große Gemetzel, das es unter ihnen gab, nicht geschehen, wären da nicht ihre Schlechtigkeit und ihre Greuel gewesen, die es unter ihnen gab; ja, und dies gab es auch unter denen, die sich als Angehörige der Kirche Gottes bekannten.“ (Helaman 4:11)

Schlechtigkeit … gab es auch unter denen, die sich als Angehörige der Kirche Gottes bekannten. Kommt solche Schlechtigkeit in der Kirche des Herrn auf, bleibt Abfall von der Kirche und dem Evangelium von Jesus Christus nicht aus. Es ist, wie in der Vision Lehis vom Baum des Lebens beschrieben, Satan vernebelt den geistigen Horizont der Mitglieder der Kirche und diejenigen, die auf dem engen und schmalen Pfad wandelten, verloren die Orientierung und gingen verloren (1. Nephi 8:23). Sie hielten sich nicht mehr an der `eisernen Stange´, dem Evangelium fest, die sie im Nebel sicher zur Quelle lebendigen Wassers oder zum Baum des Lebens geleitet hätte (1. Nephi 11:25).

Manch einer mag dem Gedanken anhangen: Ich gehöre zur Kirche des Herrn, mir kann nichts passieren, ich bin aktiv, habe eine `wichtige Berufung´, `ich sitze fest im Sattel´. Bei mittelalterlichen Turnierkämpfen preschten die gegnerischen Ritter fest in den Sattel gepresst, mit einer Lanze in der Hand, aufeinander zu und versuchten sich gegenseitig vom Pferd zu stoßen. Saß einer von beiden dann  nicht fest genug im Sattel, wie er meinte, landete er am Boden. Ich lerne, dass ich keinem Trugschluss unterliegen darf, nicht stolz werden darf wegen meiner vermeintlichen Erfolge, dass ich mich unbedingt ständig an der `eisernen Stange´ festhalten muss, wenn ich im Nebel auf dem engen Pfad nicht danebentreten und in den tiefen Abgrund, den Satan ausgehoben hat, stürzen möchte, nicht von der Kirche abfallen möchte. Wie sicherst du dich im Sattel, dass du dich aufgrund Schlechtigkeit nicht von der Kirche abspalten lässt?

fest im sattel(Bild: Quelle)

Heiligung kommt zustande, wenn man sein Herz Gott hingibt

Über die Nephiten, die durch die Stolzen verfolgt wurden sagt Mormon: „Doch fasteten und beteten sie oft und wurden stärker und stärker in ihrer Demut und standhafter und standhafter im Glauben an Christus, so daß ihre Seele mit Freude und Trost erfüllt wurde, ja, bis daß ihr Herz gereinigt und geheiligt wurde, und diese Heiligung kommt zustande, wenn man sein Herz Gott hingibt.“ (Helaman 3:35)

Heiligung kommt zustande, wenn man sein Herz Gott hingibt. Heiligung bedeutet etwas `für heilige Zwecke absondern´ oder ´weihen´. Will sich jemand heiligen, so muss er sich von Sünde trennen und Gott zuwenden, was so viel bedeutet, dass er durch Glauben wiedergeboren (Johannes 3:3-7), von Sünde gereinigt werden (2. Chronik 30:17) und bereit sein muss, ihm mit all seiner Macht, mit ganzem Sinn und all seiner Kraft zu dienen (2. Chronik 31:18). Zustande kommt Heiligung letztendlich nur durch die Gnade von Jesus Christus (Hebräer 10:10; Lehre und Bündnisse 20:31).

Will auch ich Heiligung erfahren, muss ich von meinen Sünden Umkehren, zu Christus kommen, mich in seinem Namen taufen lassen. Durch die Gabe des Heiligen Geistes werde ich schließlich geheiligt (3. Nephi 27:20). Durch Wasser wird mein sterblicher Körper symbolisch von dem Schmutz der Sünde gereinigt, der Heilige Geist wirkt wie Feuer und reinigt meinen Geistkörper (Matthäus 3:11). Ich bin gewillt, alles zu tun, um geheiligt zu werden. Dazu gehört, dass ich bereit bin, auf den Heiligen Geist zu hören. Deshalb richte ich meinen Sinn auf Gott (Lehre und Bündnisse 88:68). Was unternimmst du, um Heiligung zu erfahren?

Jesus betet mit den NephitenDer Erretter erscheint und betet dafür, dass die Menschen durch ihren Glauben rein gemacht werden
(3. Nephi 19:14-36; Bild: Quelle)