Wir haben eine Anklage gegen dich gefunden

Drei Tage hatte König Noa mit seinen falschen Priestern beraten, um herauszufinden, wessen sie Abinadi beschuldigen könnten (Mosia 17:6). Danach ließ er ihn aus dem Gefängnis vor sich bringen: „Und er sprach zu ihm: Abinadi, wir haben eine Anklage gegen dich gefunden, und du verdienst den Tod. 8  Denn du hast gesagt, Gott selbst werde unter die Menschenkinder herabkommen; und aus diesem Grund sollst du nun hingerichtet werden, wenn du nicht alle Worte widerrufst, mit denen du Schlechtes in bezug auf mich und mein Volk gesprochen hast.“ (Mosia 17:7-8).

Dieses Ereignis erinnert mich stark daran, wie die Juden krampfhaft nach einem Anlass suchten Jesus töten zu können. Jesus wurde nach dem Matthäusevangelium ergriffen und vor den Hohepriester Kajaphas (amtierender Hohepriester von 18-36 n. Chr.), die Schriftgelehrten und Ältesten, gebracht. In den anderen Evangelien lesen wir, dass sie ihn vor Hannas brachten und der ihn dann zu Kajaphas bringen ließ (Johannes 18:24). Dies rührt daher, dass die Römer den eigentlichen Hohepriester Hannas abgesetzt hatten und eigenmächtig seinen Schwiegersohn Kajafas einsetzten. Dessen ungeachtet suchten sie zusammen nach falschen Zeugen, fanden aber nichts, womit sie ihn hätten anklagen können. Auf das, was sie vorbrachten verteidigte Christus sich nicht. Daraufhin fragte ihn Kajaphas, ob er der Sohn Gottes sei, was dieser indirekt bejahte. Endlich hatten sie ihrer Meinung nach, dem jüdischen Gesetz entsprechend, einen Anklagepunkt, auf den die Todesstrafe steht: Gotteslästerung (Matthäus 26:57-66). Sie schleiften Christus somit vor Pontius Pilatus, den Stadthalter des römischen Kaisers Tiberius in den Provinzen Judäa und Samaria, und klagten ihn an, wo er letztendlich zum Tode verurteilt wurde (Matthäus 27:22).

Wir haben eine Anklage gegen dich gefunden. Wie häufig kommt es vor, dass man jemanden eines Vergehens anklagt, dessen er nicht schuldig ist und somit sein Ruf unwiederbringlich geschädigt wird. Wie leicht lässt man sich in einer ganzen Gruppe dazu hinreißen, jemanden, den man nicht leiden kann, oder der einem beruflich im Wege steht, zu mobben, psychisch zu terrorisieren, mit der Absicht ihn in Verruf zu bringen, leichtfertig in Kauf nehmend, ihm bleibenden Schaden zuzufügen. Da mache ich nicht mit, ich stelle mich offen dagegen, auch wenn es vielleicht zunächst nur den Anschein eines Spaßes haben sollte. Wie verhältst du dich in solchen Fällen?

mobbing

Mobbing bezeichnete ursprünglich ein Verteidigungsverhalten bei Tieren (Quelle)

Während er viele Tage lang verborgen war, schrieb er alle Worte nieder

König Noa hätte diesen jungen Alma auch umbringen lassen wollen: „Aber er floh vor ihnen und versteckte sich, so dass sie ihn nicht fanden. Und während er viele Tage lang verborgen war, schrieb er alle Worte nieder, die Abinadi gesprochen hatte.“ (Mosia 17:4).

Anderen Dienern des Herrn erging es auch so, dass sie sich verstecken sollten, als ihnen nach dem Leben getrachtet bzw. sie ausgestoßen wurden. Z. B.: Elija sollte sich am Bach Kerit östlich des Jordan verbergen (1. Könige 17:3); Ether verbarg sich in einer Felsenhöhle (Ether 13:13). Nicht zuletzt gebot ein Engel den jungen Eltern des Erlösers, nach Ägypten zu fliehen (Matthäus 2:13).

Während er viele Tage lang verborgen war, schrieb er alle Worte nieder. Alma der Ältere, nutze die Zeit seines Verstecktseins, um die gesprochenen Worte des Propheten Abinadi zum Nutzen der Nachwelt aufzuschreiben. Wie dankbar bin ich doch diesen treuen Brüdern, die sich dieser Mühe unterzogen um uns, als ihren Nachkommen, auf solch wunderbare Weise zu dienen. Ich stelle mich der Aufgabe, auch für meine Nachkommen etwas aufzuschreiben, und du?

Ein zweiter Aspekt, der mir aufgrund aktuellster Ereignisse auffällt: Flüchtlinge. Diener des Herrn mussten fliehen, weil sie dem Herrn gehorsam waren, ja sogar das junge Jesuskind musste mit seinen Eltern seine Heimat fluchtartig verlassen, um in der Fremde Schutz für Leib und Leben zu finden. Wie aktuell ist denn das? Ich heiße Flüchtlinge willkommen und versuche in dem Rahmen zu helfen, in dem ich kann. Wie gehst du mit dieser Problematik um?

joseph flieht mit dem Jesuskind

Joseph flieht mit dem Jesuskind aus Jerusalem (Quelle; sieh dir gerne den sechsminütigen Clip „The First Christmas spirit“ an)

Einer unter ihnen, dessen Name war Alma, … glaubte den Worten, die Abinadi gesprochen hatte

Nachdem Abinadi nun seine Worte an König Noa und dessen selbsternannte Priester beendet hatte, begab sich Folgendes: „Aber es war einer unter ihnen, dessen Name war Alma, und er war auch ein Abkömmling Nephis. Und er war ein junger Mann, und er glaubte den Worten, die Abinadi gesprochen hatte, denn er wusste von dem Übeltun, das Abinadi gegen sie bezeugt hatte; darum fing er an, dem König mit Bitten zuzusetzen, er möge auf Abinadi nicht zornig sein, sondern zulassen, dass er sich in Frieden entferne.“ (Mosia 17:2).

Aus Vers 1 geht hervor, dass dieser Alma (nachdem er später einen Sohn selben Namens hat, bekommt er den Zusatz `der Ältere´) einer, der von Noa selbst ernannten Priester war. Er hörte die Worte Abinadis und erkannte, dass dieser die Wahrheit sagte, und glaubte ihm. Seine Bitte führte dazu, dass Noa noch wütender wurde und außer Abinadi auch Alma töten lassen wollte (Mosia 17:3).

Einer unter ihnen, dessen Name war Alma, … glaubte den Worten, die Abinadi gesprochen hatte. Außer seinem großen Mut erscheint mir seine Jugend in diesem Zusammenhang als bemerkenswert. Zeigt es doch wieder, dass junge Menschen unvoreingenommener gegenüber Gottes Wort sind. Ich denke daran, dass der Herr einen jungen Mann, Joseph Smith (1805-1844), mit 14 Jahren dazu auserkoren hat, ein letzte mal vor seinem zweiten Kommen, die Fülle seines Evangeliums auf Erden wieder aufzurichten. Auch er stand der Wahrheit unvoreingenommen gegenüber, obwohl es einen riesigen Streit über die Auslegung der Bibel gab (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:1-20). Ich selber durfte auch im jugendlichen Alter von 15 Jahren erkennen, dass Joseph Smith ein Prophet war und im Auftrag des Herrn sein Evangelium und seine Kirche wiederhergestellt hat, da sie mit dem gewaltsamen Tod seiner neutestamentlichen Apostel verloren ging. Wie unvoreingenommen stehst du dem Evangelium von Jesus Christus gegenüber?

die erste vision

Die erste Vision 1820 (Quelle)

Lehrt auch, dass es ein Schatten dessen ist, was kommen wird

Im zweiten Teil von Friedrich Wilhelm Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ (1882/83) hört dieser im Traum zu sich eine lautlose Stimme sagen: „Oh Zarathustra, du sollst gehen als ein Schatten dessen, was kommen muss: so wirst du befehlen und befehlend vorangehen.“

Abinadi spricht um 148 v. Chr. zu König Noah, in Bezug auf das Gesetz des Mose, in einer Form, die ganz ähnlich klingt (scherzhaft: man könnte meinen, Nietzsche habe das übernommen): „Darum, wenn ihr das Gesetz des Mose lehrt, dann lehrt auch, dass es ein Schatten dessen ist, was kommen wird — 15  lehrt sie, dass die Erlösung durch Christus, den Herrn, kommt, der wahrhaftig der ewige Vater ist. Amen.“ (Mosia 16:14-15).

Lehrt auch, dass es ein Schatten dessen ist, was kommen wird. Wie kann etwas ein Schatten dessen sein, was kommen wird? Das Licht muss von hinten auf das Objekt fallen, dann liegt der Schatten vor dem, was kommt. Christus stand vor dem Licht und so war das Gesetz des Mose sein Schatten, und es deutete in all seinen Verrichtungen symbolhaft auf ihn hin. Dadurch sollte das Volk täglich an ihn und an seine Pflichten ihm gegenüber erinnert werden (Mosia 13:30). Seit Christus als Mensch auf Erden das Sühnopfer vollbracht hatte, ist das Licht vor ihm und der Schatten, das Gesetz des Mose, der alte Bund, hinter ihm. Das Gesetz des Mose ist erfüllt (3. Nephi 9:17) und Christus führte als Erinnerung an ihn den neuen Bund, das Abendmahl als ständige Erinnerung an ihn ein (Lukas 22:19-20). Mit der Einnahme versprechen wir jedes Mal, dass wir seinen Namen auf uns nehmen, immer an ihn denken und seine Gebote halten wollen. Was verspricht uns der Herr dafür? Wenn du spicken willst, lies hier nach.

schaten

(Quelle)

Die Arme der Barmherzigkeit waren ihnen entgegengestreckt

Abinadi erklärt, dass man zu endlosem Glücklichsein oder zu endloser Verdammnis auferstehen wird: „Selbst dieses Sterbliche wird Unsterblichkeit anziehen, und dieses Verwesliche wird Unverweslichkeit anziehen und wird dazu gebracht werden, vor dem Gericht Gottes zu stehen, um von ihm gemäß ihren Werken gerichtet zu werden, ob sie gut seien oder ob sie böse seien — 11  wenn sie gut sind, zur Auferstehung endlosen Lebens und Glücklichseins; und wenn sie böse sind, zur Auferstehung endloser Verdammnis, und werden dem Teufel übergeben, der sie unterworfen hat, und das ist Verdammnis —, 12  denn sie sind gemäß ihrem eigenen fleischlichen Wollen und Wünschen gegangen; sie haben nie den Herrn angerufen, solange ihnen die Arme der Barmherzigkeit entgegengestreckt waren; denn die Arme der Barmherzigkeit waren ihnen entgegengestreckt, und sie wollten nicht; sie wurden vor ihren Übeltaten gewarnt, und doch wollten sie nicht von ihnen lassen; und es wurde ihnen geboten umzukehren, und doch wollten sie nicht umkehren.“ (Mosia 16:10-12).

  • Selbst dieses Sterbliche wird Unsterblichkeit anziehen, und dieses Verwesliche wird Unverweslichkeit anziehen
    Im Brief an die Korinther schreibt Paulus in ganz ähnlicher Weise über die Auferstehung (1. Korinther 15:53-54) und an Timotheus schreibt er, dass Christus es war, der den Tod zunichtegemacht hat (2 Timotheus 1:10). Unsterblichkeit bedeutet, dass Geist und Leib des Menschen wiederhergestellt, wieder zusammengeführt werden (2. Nephi 9:13);
  • und wird dazu gebracht werden, vor dem Gericht Gottes zu stehen
    Nach unserer Auferstehung erwartet uns dann ein endgültiges Gerichtsverfahren. Vor Jesus Christus muss sich jeder Mensch (Johanes 5:22) für seine Handlungen auf Erden verantworten (Römer 14:10; 1. Nephi 10:20);
  • um von ihm gemäß ihren Werken gerichtet zu werden, ob sie gut seien oder ob sie böse seien
    An all unsere Werke werden uns klar und deutlich erinnern und außerdem sind sie auch in Büchern festgehalten (Offenbarung 20:12).
  • sie wurden vor ihren Übeltaten gewarnt, und doch wollten sie nicht von ihnen lassen
    Z. B. warnte Jesaja davor (Jesaja 1:16), oder in heutiger Zeit der Herr selber in einer Offenbarung an Joseph Smith im Jahre 1831 (Lehre und Bündnisse 43:11);
  • es wurde ihnen geboten umzukehren, und doch wollten sie nicht umkehren
    Unter Umkehr ist eine Wandlung von Herz und Sinn zu verstehen, die eine neue Einstellung zu Gott, zu sich selbst und zum Leben bewirkt. Es bedeutet, sich vom Bösen abzuwenden und Gott zuzuwenden (Ezechiel 18:30-31). Ebenso gebietet der Herr es uns heute, wie wir in neuzeitlicher Offenbarung an den Propheten Joseph Smith im Jahr 1831 lesen (Lehre und Bündnisse 133:16).

Die Arme der Barmherzigkeit waren ihnen entgegengestreckt. Diese Möglichkeit der Umkehr ist ein Teil der `Arme der Barmherzigkeit´, die er allen Menschen entgegenstreckt. Was empfindest du bei diesem Gedanken, dass der Herr uns die Arme der Barmherzigkeit entgegenstreckt?

arme der gerechtigkeit

(Quelle)

Sie sind fleischlich und teuflisch, und der Teufel hat Macht über sie

Von den Nachkommen Adams sagt Abinadi, der Prophet des Herrn um 148 v. Chr.: „Denn sie sind fleischlich und teuflisch, und der Teufel hat Macht über sie; ja, nämlich jene alte Schlange, die unsere ersten Eltern verleitet hat, was die Ursache ihres Falles war; was die Ursache dafür war, dass die ganze Menschheit fleischlich, sinnlich, teuflisch geworden ist und Böses von Gutem unterscheiden kann und sich dem Teufel unterwirft.“ (Mosia 16:3).

Als der Mensch sich im vorirdischen Dasein nicht mehr weiterentwickeln konnte, begann für ihn die nächste Entwicklungsstufe, und zwar mit Adam und Eva im Garten von Eden. Sie befanden sich noch in der Gegenwart des Herrn und er gebot ihnen von allen Früchten außer denen, vom Baum der Erkenntnis, zu essen, denn dann würden sie sicherlich sterben (Köstliche Perle 3:16-17). In einer Unterhaltung zwischen Satan und Eva, durch deren Mund der Schlange,  wurde Eva davon überzeugt, dass es für ihre weitere Entwicklung notwendig sei, doch von der verbotenen Frucht zu essen und sie tat es und gab auch Adam davon (Köstliche Perle Mose 4:6-12). So wurde der Mensch sterblich und aus der Gegenwart Gottes ausgestoßen (Köstliche Perle Mose 4:25,29,31).

Sie sind fleischlich und teuflisch, und der Teufel hat Macht über sie. Obwohl es im Plan Gottes keine Erbsünde gibt, haben wir aufgrund des Falls doch alle die Sterblichkeit vererbt bekommen und wir sind in eine Welt hineingeboren, in der Satan so viel Macht hat, wie wir ihm zugestehen. Der Prophet Joseph Smith hat über die Macht des Satans Folgendes gesagt: „Alle Wesen, die einen Körper haben, besitzen Macht über diejenigen, die keinen haben. Der Teufel hat nur so viel Macht über was, wie wir ihm einräumen. In dem Augenblick, wo wir uns gegen etwas, was von Gott kommt, auflehnen, ergreift der Teufel die Macht.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 184 f.; siehe auch hier). Somit sind wir ständig der Versuchung des `Fleischlichen´ (Galater 5:16-26) ausgesetzt und unterliegen ihr allzu häufig (Ether 3:2), können aber zwischen Gut und Böse unterscheiden (Köstliche Perle Mose 4:11) und frei wählen (Lehre und Bündnisse 29:39). Welche Gedanken bewegen dich, wenn du über den Sinn der heute betrachteten Schriftstelle nachdenkst?

der herr redet mit mose

Der Herr offenbart Mose den Erlösungsplan (Quelle)

Brecht in Jubel aus, Jerusalems; denn der Herr hat … Jerusalem erlöst

Über Jerusalem und sein Volk erfahren wir durch den Propheten Abinadi (um 148 v. Ch.): „Brecht in Jubel aus, jauchzt mitsammen, ihr wüsten Stätten Jerusalems; denn der Herr hat sein Volk getröstet, er hat Jerusalem erlöst. 31  Der Herr hat seinen heiligen Arm entblößt vor den Augen aller Nationen, und alle Enden der Erde werden die Errettung unseres Gottes sehen.“ (Mosia 15:30-31).

Brecht in Jubel aus, …, ihr wüsten Stätten Jerusalems; denn der Herr hat … Jerusalem erlöst. Jerusalem ist in der Geschichte der Kirche des Herrn und in seinem Leben eine ganz besondere Stadt, wenn nicht die wichtigste. David eroberte sie von den Jebusitern (2.Samuel 5:6-7) und baute sie zu seiner Hauptstadt aus. Nach der Trennung Israels in einen Nord- und einen Südsaat (Israel und Juda), blieb Jerusalem die Hauptstadt Judas.

  • Ihr wüsten Stätten Jerusalems
    Immer wieder wurde Jerusalem von eindringenden Heeren angegriffen und seiner religiösen Schätze beraubt (z. B. 1. Könige 14:25-26), bis hin zur völligen Zerstörung, auch des Tempels, durch die Römer (70 n. Chr.). Vom Tempel steht heute nur noch die Westmauer.
  • Der Herr hat sein Volk getröstet, er hat Jerusalem erlöst
    Jerusalem sollte zu gegebener Zeit wieder aufgebaut werden (Ether 13:5; 3. Nephi 20:46). Im Jahre 1948 wurde wieder ein jüdischer Staat in Israel errichtet.
  • Alle Enden der Erde werden die Errettung unseres Gottes sehen
    Von diesem Jerusalem wird das Gesetz des Herren ausgehen und von dem noch zu errichtenden `Neuen Jerusalem´ (Offenbarung 3:12) auch Zion genannt (Lehre und Bündnisse 133:56), wird das Wort Gottes ausgehen (2. Nephi 12:1-3).

Brecht in Jubel aus, …, ihr wüsten Stätten Jerusalems; denn der Herr hat … Jerusalem erlöst. Wie verstehst du die Erlösung Jerusalems?

klagemauer

Die Klagemauer in Jerusalem (Quelle)

Deine Wächter werden ihre Stimme erheben

Über die Zukunft prophezeite Abinadi dem König Noa (um 148 v. Chr.): „Und nun sage ich euch, dass die Zeit kommen wird, da die Errettung des Herrn jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk verkündet wird. 29  Ja, Herr, deine Wächter werden ihre Stimme erheben; mit vereinter Stimme werden sie jauchzen; denn Aug in Auge werden sie sehen, wenn der Herr Zion wiederbringen wird.“ (Mosia 15:28-29).

Deine Wächter werden ihre Stimme erheben. Seit Menschheitsbeginn wurde das Evangelium des Herrn schon verkündet, allerdings meist auf einem begrenzten Raum. Engel unterwiesen Adam (Köstliche Perle 5:58-59), Adam unterwies seine Familie (Köstliche Perle Mose 6:1), die jeweiligen Propheten vor Christus ihr jeweiliges Volk (z. B. Noach: Köstliche Perle 8:19). Christus gab seinen Zwölfen dann den erweiterten Auftrag: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ (Matthäus 16:15). Nach diesen ersten Zwölf gab es dann aber wieder einen großen Abfall und die Menschheit lebte wieder in Finsternis (Mormon 8:28,32), bis der Herr seine letzte Evangeliumszeit einläutete (Apostelgeschichte 3:21; Lehre und Bündnisse 27:6). Unsere heutigen `Wächter´ sind die von Gott berufenen lebenden Propheten und Apostel und sie haben auch den Auftrag ihre Stimme gegenüber allen Menschen zu erheben (Lehre und Bündnisse 42:58). Was denkst du über das `Erheben ihrer Stimme´ in heutiger Zeit?

christus organisiert seine kirche

Christus organisiert sein Werk auf Erden (Quelle)

Die keinen Teil an der ersten Auferstehung haben

Nun schildert Abinadi noch, wer an der ersten Auferstehung nicht teilhaben wird: „Aber seht und fürchtet euch und zittert vor Gott, denn ihr solltet zittern; denn der Herr erlöst keine, die sich gegen ihn auflehnen und in ihren Sünden sterben; ja, nämlich alle diejenigen, die von Anfang der Welt an in ihren Sünden zugrunde gegangen sind, die sich vorsätzlich gegen Gott aufgelehnt haben, die die Gebote Gottes gekannt haben, sie aber nicht halten wollten, diese sind es, die keinen Teil an der ersten Auferstehung haben.“ (Mosia 15:26).

  • Fürchtet euch und zittert vor Gott
    Denjenigen, die nicht zur ersten Auferstehung aufgerufen werden, werden sich vor ihrer Zukunft fürchten und sie werden zitternd ihrem Richter gegenüberstehen, weil sie wissen, dass ihnen der Ausstoß aus dem Gottesreich zuteil werden wird (Jakob 6:9; Mosia 16:2).
  • Der Herr erlöst keine, die sich gegen ihn auflehnen und in ihren Sünden sterben
    Die Sünden derjenigen, die entgegen ihrer Erkenntnis den Herrn verstoßen (Ijob 24:13), werden nicht durch das Sühnopfer reingewaschen, sie werden der Gerechtigkeit, nicht der Barmherzigkeit, übergeben (Mosia 15:27) und in ihrem sündigen Zustand verbleiben (2. Nephi 9:38).
  • Diejenigen, die von Anfang der Welt an in ihren Sünden zugrunde gegangen sind
    Alle Menschen, seit der Schöpfung bis zu dem Zeitpunkt da das Gericht beginnt, die Christus vorsätzlich verwarfen, können nicht erlöst werden, da die Gerechtigkeit ihren Tribut fordert (Ezechiel 18:4).

Die keinen Teil an der ersten Auferstehung haben. Was müssen also diejenigen tun, die nicht in diese Kategorie fallen wollen?

das jüngste gericht

Das Jüngste Gericht, aus dem Freskenzyklus von Luca Signorelli im Dom von Orvieto (Quelle)

Der Sohn regiert und hat Macht über die Toten

Mit einer Waffe hat jemand schon Macht einem das Leben zu nehmen, es aber wiederzugeben, dazu ist noch keine Möglichkeit gefunden worden. Auch hat die Zunge Macht über Tod und Leben sagt uns David in einem Psalm (Sprüche 18:21). Das ist aber nicht gemeint, wenn Abinadi dem König Noa Folgendes erklärt (um 148 v. Chr.): „Aber siehe, die Bande des Todes werden zerrissen werden, und der Sohn regiert und hat Macht über die Toten; darum bringt er die Auferstehung der Toten zustande.“ (Mosia 15:20).

  • Die Bande des Todes werden zerrissen
    Durch den Fall Adams und Evas im Garten von Eden kam entsprechend der Vorhersagen des Herrn der Tod über sie und all ihre Nachkommen. Da es des Herrn Ziel und Zweck ist, die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen (Köstliche Perle Mose 1:39), muss die Folge der Übertretung von Adam und Eva, als auch die von einem jeden Menschen, die `Bande des Todes´ (Köstliche Perle Mose 6:48), zerrissen werden.
  • Der Sohn regiert
    Schon Jesaja, der Prophet des Südreiches Juda (zwischen 740 und 701 v. Chr.), teilt uns mit, dass Christus derjenige ist, auf dessen Schultern die Herrschaft liegt und dass er als Fürst des Friedens regieren wird (Jesaja 9:5). Die Juden warten immer noch auf diesen Fürsten, obwohl sie verantwortlich für seine Kreuzigung waren. Er wird ein zweites Mal auf die Erde kommen (Apostelgeschichte 1:11) und dann wird er seine Herrschaft antreten (Offenbarung 11:15).
  • Hat Macht über die Toten
    Nach dem Ableben auf dieser Erde, gehen die Geister der Verstorbenen in die sogenannte Geisterwelt, in der sie auf ihre Erlösung warten (Alma 40:11), auf die Zusammenführung ihres unsterblichen Geistes mit einem dann auch unsterblichen Körper. Die Macht, dieses zu vollziehen, liegt in den Händen des Erlösers Jesus Christus (Johannes 10:17-18).
  • Bringt … die Auferstehung der Toten zustande
    Dadurch, dass Christus sein Leben freiwillig am Kreuz geopfert hat, hat er auch unsere Auferstehung zustande gebracht (Alma 11:42-44).

Der Sohn regiert und hat Macht über die Toten. Er wird zu gegebener Zeit hier auf Erden in sein Reich kommen und seine Herrschaft als Fürst des Friedens antreten. Ihm, dem Sohn Gottes, verdanken wir unsere Auferstehung vom Tod zu ewigem Leben. Welche Vorstellung hast du von der Macht über den Tod?

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Maria begegnet dem auferstanden Christus (Quelle)