Ich stellte rings um das Land Wachen auf

Hast du schon mal eine Gruppe von Enten beim Schlaf beobachtet? Wenn ja, dann wirst du festgestellt haben, dass die Tiere am Rand nur ein Auge zumachen, während das andere offen ist. Merkwürdig? Nein, denn Vögel haben einen sogenannten `unihemisphärischen Schlaf´. Mit einem Auge und einer Hirnhälfte `schieben sie Wache´, um Angriffe durch Räuber frühzeitig mitzubekommen.

Um sich vor einem erneuten feindlichen Übergriff zu schützen, machte König Zeniff Folgendes: „Und ich stellte rings um das Land Wachen auf, damit nicht die Lamaniten abermals unversehens über uns kämen und uns vernichteten; und so schützte ich mein Volk und meine Herden und bewahrte sie davor, unseren Feinden in die Hände zu fallen.“ (Mosia 10:2).

Ich stellte rings um das Land Wachen auf. Nicht alleine vor menschlichen Feinden müssen wir uns schützen, sondern viel schlimmer noch, vor den Streitkräften Satans, die unsere Achillesferse (benannt nach Achill, dem griechischen Sagenhelden, der vom gegnerischen Pfeil an seiner einzig verwundbaren Stelle, seiner Ferse, getroffen wurde)  – unseren Schwachpunkt, die Eigenschaft, die für uns gefährlich sein kann – kennen und uns dort treffen wollen, um unser ewiges Leben in Gottes Gegenwart zu verspielen. Der Herr kennt dieses Wollen Satans und hat um uns herum auch Wächter aufgestellt. Unsere Wächter sind lebende Apostel, Propheten – wie einst Ezechiel (Ezechiel 3:17.21) – und weitere Diener Gottes, bis hinunter zu Heimlehrern und Besuchslehrerinnen. Ihnen hat der Herr aufgetragen über einen jeden zu wachen (Lehre und Bündnisse 20:53-55). Sie sind diejenigen `Gänse´, die am Rand der Gruppe nächtigen und immer ein Auge offen haben und Alarm schlagen, wenn der Feind mit seiner Strategie in die Herde eindringen will, um Beute zu machen. Wie schiebst du Wache?

wache_schieben

(Quelle)

Damit ich auf diese Weise Waffen für mein Volk hätte

Hast du noch das Motiv zum Symbol der Friedensbewegung in der damaligen DDR in Erinnerung? Es leitete sich aus dem Alten Testament ab. Nachdem Micha sich gegen Habsucht der Reichen, gegen Rechtsbrecher, gegen habgierige Propheten und Bestechliche weltliche Führer ausgelassen hat, wird in Kapitel vier über die wunderbare Zeit gesprochen, in der der Herr seine Regierung auf Erden antreten würde, denn: „Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen.“ (Micha 4:3; lies ruhig insgesamt Verse 1-5).

Zeniff und sein Volk befanden sich um die 180 v. Chr. noch nicht in dieser, noch weit in der Zukunft liegenden, komfortablen Lage. Nachdem sie die sie angreifenden Lamaniten aus ihrem Landesteil mithilfe der Kraft des Herrn vertrieben hatten, bereitete Zeniff sein Volk vor, sich gegen erneute Angriffe zu wappnen: „Und es begab sich: Wir fingen wieder an, das Königreich aufzurichten, und wir fingen wieder an, das Land in Frieden zu besitzen. Und ich ließ Kriegswaffen jeder Art fertigen, damit ich auf diese Weise Waffen für mein Volk hätte gegen die Zeit, da die Lamaniten wiederum zum Krieg gegen mein Volk heraufkommen würden.“ (Mosia 10:1).

Damit ich auf diese Weise Waffen für mein Volk hätte. Auch heute liegt diese Zeit der Friedensherrschaft des Herrn noch in der Zukunft und allzu viele Menschen sind leider immer noch nicht in der Lage, Schwerter in Pflugscharen und Lanzen in Winzermesser zu wandeln (Prediger 9:18). Immer noch sind wir dabei Waffen zu ersinnen und zu schmieden und Strategien zu entwerfen, um uns gegen potenzielle Angreifer zu schützen. Für mich, der sich derzeit in einem Land aufhalten darf, in dem es Frieden, jedenfalls keinen militärischen Konflikt gibt, besteht die Aufgabe darin, mich in geistiger Hinsicht gegen die Angriffe Satans zu rüsten. Dies tue ich, indem ich gebeterfüllt eifrig das Wort Gottes aufnehme (Lehre und Bündnisse 97:1), mich zum Herrn bekehre (Lehre und Bündnisse 109:65-66) und versuche, seinen Plan des Glücklichseins zu verstehen und überlege, wie ich diesen in Handlungen umsetzen kann. Wie sieht dein Aufrüstungsprogramm aus?

schwerter zu pfluscharen

(Quelle)

Wir zogen in seiner Macht aus

Zeniff und sein Volk waren in einer Situation, in der sie um ihr Leben fürchteten aufgrund der Raffgier der Lamaniten (Mosia 9:14). So taten sie das, was in ihrer Macht stand, um ihr Leben zu verteidigen. Sie rüsteten sich für einen Verteidigungskampf (Mosia 9:16). Doch sie verließen sich nicht allein auf ihre eigene Stärke, sondern sie schrien zum Herrn, dass er ihnen helfen möge, dass sie aus den Händen ihrer Feinde befreit werden mögen (Mosia 9:17). Das Ergebnis ihrer Bemühungen schildert Zeniff so: „Und Gott vernahm unser Schreien und erhörte unsere Gebete; und wir zogen in seiner Macht aus; ja, wir zogen gegen die Lamaniten aus, und in einem Tag und einer Nacht töteten wir dreitausendunddreiundvierzig; ja, wir töteten sie, bis wir sie aus unserem Land gejagt hatten.“ (Mosia 9:18).

Überall in der Geschichte des Volkes Gottes lesen wir über Krieg und darüber, dass der Herr denen Macht zukommen ließ, die ihm treu waren. Ich denke als ein Beispiel an Abraham. Er sollte von den Götzenpriestern seines Heimatlandes geopfert werden. Er flehte Gott um Hilfe an und dieser erhörte ihn, sandte einen Engel, der seine Fesseln löste und der Herr gebot ihm in eine fremdes, ihm und seinen Nachkommen verheißenes, Land zu ziehen (Köstliche Perle Abraham 1:15-16).

Wir zogen in seiner Macht aus. Für mich ziehe ich folgende Lehre daraus: Sollte ich in einer lebensbedrohlichen Situation stecken – egal ob aufgrund menschlicher Feindseligkeit oder durch Verführung Satans die Gebote zu missachten, mein physisches oder geistiges Leben bedroht ist, kann ich mich glaubensvoll an den Herrn wenden. Er wird mein aufrichtiges Flehen erhören und mir Macht zukommen lassen, mich zu befreien (Daniel 10:12). Wie gehst du vor, wenn du in Bedrängnis bist?

bedrängnis

(Quelle)

In der Kraft des Herrn gingen wir hinaus, um gegen die Lamaniten zu kämpfen

Ist es schon mal passiert, dass du dir bei einer Auseinandersetzung gewünscht hast, dass du einen starken Freund neben dir gehabt hättest? So ähnlich erging es auch den Nephiten, als sie von den Lamaniten im Land Schilom in vernichtender Absicht überfallen wurden (Mosia 9:14) und in der Stadt Nephi bei ihrem König Zeniff um Hilfe flehten (Mosia 9:15). Zeniff rüstete sein Volk auf, um sich gegen die Aggressoren zu verteidigen (Mosia 9:16). Sie erinnerten sich auch daran, dass Gott in ähnlichen Situationen schon ihren Vorfahren beistand und so schrien sie ihn in ihrer Not an. Die Folge ihres Glaubens: „Ja, in der Kraft des Herrn gingen wir hinaus, um gegen die Lamaniten zu kämpfen; denn ich und mein Volk schrien mächtig zum Herrn, er möge uns aus den Händen unserer Feinde befreien; denn in uns wurde die Erinnerung an die Befreiung unserer Väter wach.“ (Mosia 9:17).

In der Kraft des Herrn gingen wir hinaus, um gegen die Lamaniten zu kämpfen. Auch ich stehe in ständigem Kampf, und zwar mit Satan und bedarf der Kraft des Herrn, um seinen Anfechtungen widerstehen zu können. Auch ich schreie jeden Tag zum Herrn und flehe um seinen Beistand (Psalm 30:9). Ich weiß, dass ich ohne die Hilfe des Herrn kraftlos bin (2. Korinther 12:9), aber mit „seiner Kraft kann ich alles tun“ (Alma 26:12). Wie dankbar bin ich dafür! Wie gehst du in den täglichen Kampf gegen Satans Anfechtungen?

kraft

Kraft durch Vertrauen in Gott (Jesaja 40:31; Quelle)

Laman fing an, sein Volk aufzustacheln

Das Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland kennt den Straftatbestand des „Aufstachelns zum Angriffskrieg“. Im § 80a heißt es: „Wer im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) zum Angriffskrieg (§ 80a) aufstachelt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

Genau so etwas tat nun König Laman: „Darum begab es sich: König Laman fing an, sein Volk aufzustacheln, so dass sie mit meinem Volk Streit begannen; darum begannen Kriege und Streitigkeiten in dem Land.“ (Mosia 9:13).

Laman fing an, sein Volk aufzustacheln. Hier kommt mir die kriegerische Auseinadersetzung zwischen den Seleukiden aus Syrien, unter König Antiochus, und den Juden um die 170 v. Chr. in den Sinn. Des Königs Truppen schwärmten aus und stießen in die Trompeten und reizten ihre Elefanten mittels Trauben- und Maulbeersaft zum Kampf (1. Makkabäer 6:34). Muss ja nun nicht gleich das Aufstacheln zu einem Angriffskrieg sein, reicht ja schon, wenn jemand einen anderen gegen einen ungeliebten Mitmenschen aufstachelt – ihn antreibt, aufhetzt – ihm Leid, in welcher Form auch immer, anzutun. Ist es doch ein Mittel, zu dem immer wieder gerne gegriffen wird, um nicht selber der Übeltäter zu sein. Wie viele Menschen nutzen gerade jetzt wieder diese Machenschaft Satans, Volksgruppen gegeneinander zum Krieg aufzustacheln! Solche Handlungsweise steht dem Wunsch ewiges Leben zu gewinnen im Weg (Lukas 10:25-27). Was hast du schon in Bezug auf das Aufstacheln gegen jemanden erlebt und wie ist das ausgegangen?

aufstacheln

(Quelle)

Sie waren aber ein träges … Volk

Zeniff lässt uns über die Lamaniten im Land Nephi wissen, dass sie faul waren, nicht viel davon hielten, sich durch redliche Arbeit und im Schweiße ihres Angesichts für ihren Lebensunterhalt zu sorgen (Genesis 3:19): „Sie waren aber ein träges und ein götzendienerisches Volk; darum hatten sie den Wunsch, uns in Knechtschaft zu bringen, damit sie es sich durch die Arbeit unserer Hände wohl sein lassen könnten, ja, um sich an den Herden unserer Felder gütlich zu tun.“ (Mosia 9:12).

Mir fällt dazu die aus dem Neuen Testament entliehene Redensart ein: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ Paulus weist damit die Müßiggänger der Gemeinde von Thessalonich zurecht und ermahnt die Mitglieder, im Namen von Jesus Christus, ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbst verdientes Brot zu essen und anderen nicht zur Last zu fallen (2. Thessalonicher 3:10-12).

Sie waren aber ein träges … Volk. Wie dankbar bin ich meiner Mutter – mein Vater konnte nicht viel dazu beitragen, da er zu früh verstarb – dass sie mich in jungen Jahren gelehrt hat, für meinen Unterhalt hart und ehrlich zu arbeiten. Die Zeit kurz nach Kriegsende hat ihren Teil dazu beigetragen, dass auch Kinder schon mithelfen mussten. Glücklicherweise hatte ich keine Scheu vor ehrlicher Arbeit und dem Lohn, der daraus erwuchs, auch wenn er nicht unbedingt groß war. Viel gab es zu tun: Gartenarbeit jeglicher Art – Unkraut jäten und Johannisbeeren ernten waren dabei nicht meine Favoriten, Eierzustellung auf dem Fahrrad in diversen Stadtteilen Berlins, auf dem Marktstand mithelfen, Werbung austragen, in einem Friseurladen mitarbeiten … Das hat mir geholfen mich vor keiner Arbeit zu scheuen sondern gerne anzupacken – nicht nur für mich selber, sondern auch im Dienst für Andere – und dem Gebot des Herrn Folge zu leisten: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, …“ (Genesis 3:19). Was ist deine Einstellung zu der Aufforderung des Paulus?

faulheit

(Quelle)

Fing König Laman an, unruhig zu werden aus Furcht, mein Volk könnte … in dem Land stark werden

Die Tausende von Flüchtlingen aus den Kriesengebieten wurden von unzähligen Menschen in Deutschland willkommen geheißen. Doch gibt es auch Angst. Und wenn die Euphorie verklungen ist, kann es sein, dass sie überhandnimmt, die Angst davor, dass unsere Kultur und unsere Sicherheit verloren gehen.

Genauso erging es König Laman, der den Nephiten ja mit einem Hintergedanken einen Teil des von seinem Volk bewohnten Gebietes abtrat. Zeniff, der Anführer dieser Nephiten berichtet: „Darum begab es sich: Nachdem wir für den Zeitraum von zwölf Jahren in dem Land gewohnt hatten, fing König Laman an, unruhig zu werden aus Furcht, mein Volk könnte auf irgendeine Weise in dem Land stark werden und dass sie es nicht mehr überwältigen und es in Knechtschaft bringen könnten.“ (Mosia 9:11).

Fing König Laman an, unruhig zu werden aus Furcht, mein Volk könnte … in dem Land stark werden. Nun galt die Besorgnis König Lamans eher dem Umstand, seine Hinterlist (Mosia 9:10), seine verborgene feindselige Absicht die Nephiten zu täuschen, könnte nicht aufgehen, weil sie ihm mit zunehmender Zeit an Stärke überlegen werden könnten. Dies erinnert mich an die Angst der Ägypter, vor den Israeliten, die unter Joseph in Ägypten Zuflucht vor dem Hungertod gesucht und erhalten hatten (Genesis 47:11), dass sie ihnen nun nach Jahren zu zahlreich wurden (Exodus 1:7-10). Darin sahen sie für sich eine Bedrohung und aus Asylgebern wurden nun härteste Unterdrücker (Exodus 1:11). Das funktionierte allerdings auch nicht so gut (Exodus 1:12). Du siehst, dieses Phänomen ist nicht neu, es besteht seit Jahrtausenden. Das Asylproblem ist also sehr vielschichtig: Auf der einen Seite muss Menschen in Not geholfen werden, auf der anderen Seite muss man damit leben, dass sich Kulturen vermischen, ggf. neue entstehen, Existenzängste zu bewältigen sind … Wie gehst du mit der aktuellen Flüchtlingssituation um?

flüchtlinge

(Quelle)

Nun war es die Schlauheit und die Hinterlist König Lamans

Nehmen wir mal an, du magst sehr gerne Sahnebonbons. Deine Schwester hat welche und du tauschst diese gegen den Nachtisch ein, den es geben wird. Bis zum Mittagessen hast du die ganzen Bonbons genascht. Der Nachtisch wird serviert. Es gibt wunderbaren Schokoladenpudding, den du auch so gerne magst und plötzlich weißt du von dem Tauschhandel mit deiner Schwester nichts mehr und beharrst darauf ihn auch zu essen. Deine Schwester ruft plötzlich: „Schau mal dort drüben!“ Als du den Kopf dorthin wendest, schnappt sie sich den Pudding, um zu ihrem Recht zu kommen. Schlauheit? List? Hinterlist?

Hinter einer vermeintlich guten Tat versteckt sich manchmal schlau getarnt eine List oder eine Hinterlist: „Nun war es die Schlauheit und die Hinterlist König Lamans, mein Volk in Knechtschaft zu bringen, weswegen er uns das Land abtrat, damit wir es besäßen.“ (Mosia 9:10)

Da fällt mir doch die Begebenheit mit dem Erstgeburtssegen ein, den Isaak seinem Erstgeborenen Esau hat geben wollen, der aber durch eine List der Mutter Rebekka, dem zweitgeborenen Sohn Jakob gespendet wurde (Genesis 27:35; lies auch gerne die ganze Begebenheit in den Versen 1-40).

Rebekka musste eine List anwenden, um Jakob zu seinem Recht zu verhelfen:

  • Der Herr hatte ihr auf ein Gebet hin offenbart, dass in ihrem Leib zwei Völker heranwachsen und der Jüngere der Herrscher sein sollte (Genesis 25:23).
  • Esau hatte den ihm nach jüdischem Recht zustehenden Erstgeburtssegen vorher gegen eine Linsensuppe seinem Bruder Jakob abgetreten (Genesis 25:31-34).

Nun war es die Schlauheit und die Hinterlist König Lamans. Ich lerne daraus, dass es, wie bei allem im Leben, immer zwei Seiten einer Medaille gibt: List, bzw. Hinterlist, kann sowohl im negativen, als auch im positiven Zusammenhang eingesetzt werden, um etwas Rechtmäßiges zu erzielen (siehe Rebekka im Fall Jakobs), oder aber um seine unrechtmäßigen Ziele zu erreichen (Anschlag auf Simeon; 1. Makkabäer 16:13-17). List, eine ausgefuchste Täuschung, ein verborgenes taktisches Manöver, ist also die eine Seite, Hinterlist, als eine verborgene feindselige Absicht jemanden zu täuschen, die zweite Seite der Medaille. In welchen Fällen hast du schon mal List bzw. Hinterlist angewendet um Ziele zu erreichen?

hinterlist

Drei Gestalten huschen näher an das Bett voll Hinterlist. (Wilhelm Busch: Pater Filucius; Quelle)

Wir fingen an, den Boden zu bebauen, … mit Neas und mit Schehum

Nachdem Zeniff mit seinem Volk das ihnen überlassene Land Lehi-Nephi und Schilom besiedelte, bauten sie auch Nahrungsmittel an: „Und wir fingen an, den Boden zu bebauen, ja, selbst mit allerart Samen, mit Samen von Mais und von Weizen und von Gerste und mit Neas und mit Schehum und mit Samen von allerart Früchten; und wir fingen an, uns zu mehren und in dem Land zu gedeihen.“ (Mosia 9:9).

Mais, Weizen, Gerste, das sind uns geläufige Samennamen, aber was bitte hat es mit Neas und Schehum auf sich? Zuzeiten von Joseph Smith, als er das Buch Mormon 1827 übersetzte und 1830 veröffentlichte, waren Kritiker schon der frohen Auffassung, dass damit doch bewiesen sei, dass er Unsinn übersetzte. Wie immer in Sachen des Herrn erwies sich ihre Freude doch etwas verfrüht.

  • Neas
    Dieser Same wird im Buch Mormon nur einmal, und zwar an dieser Stelle, und sonst nirgendwo erwähnt. Bis heute weiß man auch nichts über diese Frucht. Wieso übersetzt Joseph Smith dennoch diesen Samen? Er hätte sich doch denken müssen, dass er sich damit blamieren könnte. Er tat es dennoch und eines Tages werden wir wissen, worum es sich bei Neas handelt.
  • Schehum
    Hierbei verhält es sich etwas anders. Zwar war dieser Begriff zuzeiten der Übersetzung des Buches auch nicht bekannt, aber inzwischen ist die Wissenschaft etwas weiter. Wissenschaftler sind sich ziemlich sicher, dass dieser Ausdruck vom akkaischen (babylonisch-assyrischen) „she’um”, Gerste (Altassyrisch: Weizen) stammt, dem bekanntesten Getreidenamen im antiken Mesopotamien.

Wir fingen an, den Boden zu bebauen, … mit Neas und mit Schehum. Wenn Kritiker an solchen Stellen beweisen wollen, dass das Buch Mormon eine Erfindung von Joseph Smith sei, dann sind sie in Erklärungsnot. Sie müssen erklären, wieso er diese Begriffe benutzte, obwohl sie nicht bekannt waren bzw. im Falle von Schehum erst 27 Jahre nach der Veröffentlichung des Buches Mormon übersetzt wurde. Es ist wunderbar, dass die Wahrheit des Buches Mormon nicht mit der Wissenschaft bewiesen werden muss, sondern jeder, dessen Wahrheit durch eigenes Studium, Nachsinnen, Beten und die Stimme des Heiligen Geistes herausfinden kann (Moroni 10:4). Wie findest du geistige Wahrheiten heraus?

bebauten den boden

(Quelle)

Er schloss mit mir ein Bündnis, dass ich das Land Lehi-Nephi und das Land Schilom besitzen dürfe

Zeniff, der Anführer der nephitischen Expedition in das Land ihres ersten Erbteiles Lehi-Nephi (Mosia 9:1-2), verhandelte mit dem König der Lamaniten, die jetzt in dem Land lebten, ob sie in dieses Land zurückkehren könnten: „6  Und ich ging hinein zum König, und er schloss mit mir ein Bündnis, dass ich das Land Lehi-Nephi und das Land Schilom besitzen dürfe. 7  Und er gebot auch, sein Volk solle aus dem Land wegziehen; und ich und mein Volk gingen in das Land, um es zu besitzen.“ (Mosia 9:6-7)

Er schloss mit mir ein Bündnis, dass ich das Land Lehi-Nephi und das Land Schilom besitzen dürfe. Ja der König der Lamaniten sorgte sogar dafür, dass diejenigen seines Volkes, die gerade im Land Lehi-Nephi und im Land Schilom lebten, dieses für die Nephiten frei machen sollten. Dies erinnert mich an unsere heutige Situation, da Tausende von Flüchtlingen aus Kriegsgebieten Zuflucht in Europa und da hauptsächlich in Deutschland suchen. Viele heißen sie willkommen, einige machen keinen Hehl aus ihrer Ablehnung.

Zwei Aspekte sind für meine Einstellung zum Thema Flüchtlinge von Bedeutung:

  • Selber mal Flüchtling gewesen?
    In unserer letzten Pfahlkonferenz stellte sich aufgrund einer Abfrage unter den einheimischen Anwesenden heraus, dass mindestens ein Drittel selber, oder deren direkte Vorfahren, einmal Flüchtlinge waren.
  • Angst oder Chance?
    Habe ich Angst vor Muslime oder ist die Situation für unzählige Muslime eine Chance das Christentum kennenzulernen und ggf. eines Tages in ihre Heimat zu tragen?

Wie dankbar müssen wir sein, wenn uns aus einer Notlage liebevoll geholfen wird. LDS-Charities, eine Nichtregierungsorganisation, die von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage unterstützt wird (mehr hier), hat der jordanischen Regierung und weiteren Hilfsorganisationen Hilfe in Höhe von einer Millionen Dollar für syrische Flüchtlinge zugesagt (siehe hier). Ich nutze u. a. die kirchlichen Kanäle, um humanitäre Hilfe zu unterstützen (Fond für humanitäre Hilfe). Was ist deine Einstellung in Bezug auf Hilfe für in Not geratene?

hilfe für flüchtlinge

Die Münchner haben dem Rest der Republik gezeigt, wie Willkommenskultur für Flüchtlinge funktioniert. (Quelle)