Damit er ihre Übertretungen auslöschen kann gemäß der Macht seiner Befreiung

Weiter erklärt Alma der Jüngere, warum Jesus Christus im Fleische leiden wird: „Nun weiß der Geist alles; doch leidet der Sohn Gottes gemäß dem Fleische, damit er die Sünden seines Volkes auf sich nehmen kann, damit er ihre Übertretungen auslöschen kann gemäß der Macht seiner Befreiung; und nun siehe, dies ist das Zeugnis, das in mir ist.“ (Alma 7:13).

Derjenige, der in der Schule noch mit Feder und Tinte zu tun hatte, der kennt es: die Feder zu tief ins Fass gesteckt und schon hattest du einen deftigen Klecks auf dem Papier – was nun. Da gab es dann das sogenannte `Löschpapier´. Es hat einen löchrigen Aufbau und kann per Kapillarwirkung den Tintenklecks aufsaugen. Ein Fleck blieb dennoch übrig. Im Zeitalter der Schreibmaschine gab es dann Tipp ex. Da wurde derselbe Buchstabe nochmals angeschlagen, wobei Tipp ex zwischen Papier und dem Hammer, der die entsprechende Type trug, zu liegen kam. Der ursprüngliche Buchstabe wurde dadurch geweißt und war nicht mehr zu sehen. Hier wurde also etwas, was eigentlich nicht da sein sollte, mittels der Macht der Physik ausgelöscht, übertüncht. Heute gibt es die Rückwärts- oder Markieren und Entfernentaste.

Damit er ihre Übertretungen auslöschen kann gemäß der Macht seiner Befreiung. Wie ist nun das Auslöschen menschlicher Übertretungen der Gebote Gottes zu verstehen? Johannes erklärt es so, als wenn es nichts Einfacheres auf der Welt geben würde: „Wenn wir aber im Licht leben, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde.“ (Johannes 1:7). Das laienhafte Beispiel mit dem Tintenklecks zeigt uns, dass wir diesen mittels Löschpapier nicht ganz entfernen können. Durch unsere Übertretungen werden wir auch unrein. Trotz Umkehr, die wir üben können, bleibt davon etwas zurück, das nur unser Erlöser durch sein `Löschpapier´, sein Sühnopfer, ganz entfernen kann. In der Köstlichen Perle wird uns dieser Vorgang als `Plan der Errettung´ etwas genauer erklärt (Köstliche Perle Mose 6:59-60,62). Wenn wir diesen Plan annehmen und danach leben, wird uns das Blut Jesu reinigen und wir haben die Möglichkeit für alle Zeit und Ewigkeit in der Gegenwart unserer himmlischen Familie leben zu dürfen. Was sind deine Gedanken zum reinigenden Blut Jesu?

loeschpapierLöschpapier
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Damit er gemäß dem Fleische wisse, wie er seinem Volk beistehen könne

Alma der Jüngere prophezeit ca. 113 Jahre vor Eintreten der Ereignisse über unseren Erlöser Jesus Christus: „Und er wird den Tod auf sich nehmen, auf dass er die Bande des Todes löse, die sein Volk binden; und er wird ihre Schwächen auf sich nehmen, auf dass sein Inneres von Barmherzigkeit erfüllt sei gemäß dem Fleische, damit er gemäß dem Fleische wisse, wie er seinem Volk beistehen könne gemäß dessen Schwächen.“ (Alma 7:12).

  • Er wird den Tod auf sich nehmen
    Das verstehe ich so, dass er selber es zulassen wird, getötet zu werden, wie es auch eingetreten ist. Am Ende seiner Mission im irdischen Körper hat er zwar im Garten Getsemani mit sich gerungen, es aber dann dem Willen seines Vaters entsprechend zugelassen (Markus 14:36), von den Menschen unschuldig gekreuzigt zu werden und gab auf Golgatha selber sein Leben auf (Lukas 23:46).
  • Auf dass er die Bande des Todes löse, die sein Volk binden
    Durch die Übertretung Adams und Evas im Garten Eden wurden sie und all ihre Nachkommen, also auch wir, dem körperlichen Tod unterworfen (Genesis 2:16-17; Köstliche Perle Mose 6:48). Aber Jesus Christus hat die Bande dieses Todes für alle Menschen zerrissen (Mosia 15:8-9), auf dass wir durch den Tod zu ewigem Leben schreiten können, wenn wir sein Sühnopfer annehmen (Hebräer 5:9; Lehre und Bündnisse 75:5).
  • Er wird ihre Schwächen auf sich nehmen, auf dass sein Inneres von Barmherzigkeit erfüllt sei
    Mit einem anderen Mitmenschen kann man nur mitempfinden und ihm helfen, wenn man Ähnliches selber erfolgreich durchlebt hat. Hierdurch entwickelt man die Möglichkeit sich in das Gefühlsleben seines Gegenübers hinein zu versetzen, mit ihm mitzuleiden, oder sich mitzufreuen. Da man ihn gefühlsmäßig versteht, kann man ihm auch behilflich sein. Christus hat all das, was Menschen je durchleiden selber durchgemacht und auf diese Weise Empathie entwickelt und weiß, wie es uns in bestimmten Situationen ergeht und kann uns helfen, wenn wir es zulassen (Mosia 14:4-5).

Damit er gemäß dem Fleische wisse, wie er seinem Volk beistehen könne. Wie unendlich dankbar kann ich ihm sein, dass er alles Leid der Menschen durchgemacht hat, um uns zu verstehen und helfen zu können. Dies regt mich an, ebenso Empathie für meinen Nächsten zu entwickeln, um ihm in entsprechenden Situationen Beistand leisten zu können. Wann hast du das letzte Mal mit deinem Nächsten mitempfunden?

empathieKommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen (Matthäus 11:28).
(Bild: Quelle)

Er werde die Schmerzen und die Krankheiten seines Volkes auf sich nehmen

Alma der Jüngere prophezeit gute 100 Jahre vor Eintreten dieser Ereignisse: „Und er wird hingehen und Schmerzen und Bedrängnisse und Versuchungen jeder Art leiden; und dies, damit sich das Wort erfülle, das da sagt, er werde die Schmerzen und die Krankheiten seines Volkes auf sich nehmen.“ (Alma 7:11).

In Jesaja Kapitel 53, nach Angaben in der Einheitsübersetzung ist der Verfasser der Kapitel 40 bis 45 unbekannt, wird von Christus prophezeit und u. a. die Aussage getroffen, die auch durch Alma den Jüngeren getätigt wird: „Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen.“ (Jesaja 53:4). Auch Matthäus nimmt Bezug auf diese Aussage, schreibt sie allerdings tatsächlich Jesaja zu (Matthäus 8:17), dessen Wirken in der Zeit von 740 bis 701 v. Chr. lag.

Das warum ist uns selbstverständlich bekannt. In Jesaja wird es uns erklärt: „Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jesaja 53:5). Dass es bei diesen Aussagen um Jesus Christus geht, ist eindeutig zu erkennen. Im Vers 2 ist vom jungen Spross die Rede und im Vers 10 davon, dass er sein Leben als Sühnopfer hingab und im Vers 12 davon, dass er die Sünden von vielen trug. Die Berichte über die Erfüllung dieser Vorhersagen liegen uns im Neuen Testament vor.

Er werde die Schmerzen und die Krankheiten seines Volkes auf sich nehmen. Für dieses unfassbare Werk der Liebe, der gesamten Menschheit gegenüber, können wir in unserem gesamten Erdenleben nie und nimmer genügend Dank entgegenbringen. Doch wir können eines tun: Sein Sühnopfer achten indem wir es aufrichtig annehmen, um dadurch zu ewigem Leben errettet werden zu können, was ja auch der Sinn und Zweck desselben ist (Mosia 4:6-8). Wie kannst du das Sühnopfer Jesu annehmen?

schmerzen-auf-sich-nehmenEr wird die Schmerzen und die Krankheiten seines Volkes auf sich nehmen
(Bild: Quelle)

Er wird von Maria zu Jerusalem geboren werden

Nachdem Alma der Jüngere im vorigen Vers angekündigt hatte, dass das Himmelreich, durch das Kommen des Gottessohnes, nahe ist, sagt er ca. 83 Jahre vor dem Ereignis voraus, wer seine irdische Mutter sein wird: „Und siehe, er wird von Maria zu Jerusalem geboren werden, das das Land unserer Vorväter ist; und sie ist eine Jungfrau, ein kostbares und erwähltes Gefäß, und sie wird überschattet werden und durch die Macht des Heiligen Geistes empfangen und einen Sohn zur Welt bringen, ja, selbst den Sohn Gottes.“ (Alma 7:10).

  • Maria
    wird der Name der Mutter des Gottessohnes sein, und sie wird bis zu diesem Ereignis eine unberührte Frau, ein, für diese in der Weltgeschichte einmalige Empfängnis, erwähltes Gefäß sein (Lukas 1:27).
  • Er wird von Maria zu Jerusalem geboren werden, das das Land unserer Vorväter ist
    Über diese Aussage mag sich mancher wundern, denn Christus kam doch in einem Stall zu Bethlehem zur Welt. Man braucht sich deshalb aber nicht beirren zu lassen. Diese Aussage hat schon seine Richtigkeit. In der Antike war es gängige Praxis, auch die Gegend um eine große Stadt herum mit eben dem Namen der Stadt zu benennen. Aus einigen der Amarnabriefen (Funde aus dem Palastarchiv des Pharaos Echnaton), Nr. 287 und 290 (Abdi-Hepat, König von Jerusalem an den Pharao), geht z. B. hervor, dass Bethlehem als Teil des Landes von Jerusalem bezeichnet wurde (siehe: Why does the Book of Mormon say that Jesus would be born in Jerusalem? Alma 7:10).
  • Durch die Macht des Heiligen Geistes
    Einfacher ausgedrückt: Die bis dahin unberührte Maria, hat Jesus Christus „durch die Macht Gottes empfangen“ (Mosia 15:3). Lukas berichtet darüber, dass Maria vom Engel Gabriel unterwiesen wurde, dass sie die Mutter eines Knaben werden würde, den sie Jesus nennen solle. Sie wunderte sich darüber, da sie doch noch mit keinem Mann zusammen war, und bekam darauf die Antwort: „… Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; …“ (Lukas 1:26-35).

Er wird von Maria zu Jerusalem geboren werden. Für mich wieder viele Beweise dafür, dass Alma der Jüngere in der Tat ein Prophet Gottes war, denn woher konnte er dies alles in dieser genauen Form wissen, wenn nicht von Gott. Für mich auch einer der Beweise, dass Joseph Smith sich das Buch Mormon nicht einfach ausgedacht hat, sondern ebenso als ein Prophet Gottes die Übertragung ins Englische vollbrachte. Wie ordnest du diese Aussagen Alma des Jüngeren ein?

amarna_akkadian_letterEA 161 (Vorderseite), Aziru von Amurru an den Pharao
(einer der Amarna-Briefe)
(Bild: Quelle)

Wandelt auf seinen Pfaden

Alma der Jüngere spricht weiter zu dem Volk in Gideon: „Aber siehe, der Geist hat mir soviel gesagt, nämlich: Rufe diesem Volk zu, nämlich: Kehrt um, und bereitet den Weg des Herrn, und wandelt auf seinen Pfaden, die gerade sind; denn siehe, das Himmelreich ist nahe, und der Sohn Gottes kommt auf das Antlitz der Erde.“ (Alma 7:9).

Alma der Jüngere fordert mit seiner Aussage auch mich auf, auf den `schmalen geraden Wegen´ des Herrn zu wandeln, um das Himmelreich zu erlangen. Auf einem Pfad zu wandeln, ist meist nicht ganz so einfach und komfortabel, wie auf einer glatten breiten Straße. Einen Pfad kann man auch nicht unbedingt so leicht erkennen und finden (Ijob 24:13), wie eine breite Straße. Ich muss willens sein, mir seine Wege, die Wege des Herrn, von ihm, bzw. seinen berufenen Dienern, zeigen zu lassen, damit ich standhaft auf seinen Pfaden wandeln kann (Jesaja 2:3). Seine Pfade werden markiert durch seine Gebote. Sie dienen mir als Leitplanke. Ich muss über sie nachdenken (Psalm 119:15), auf dass ich nicht vom Pfad abkomme (Psalm 17:5). Wenn ich versuche, den Herrn zu erkennen, dann hilft er mir, seine Pfade besser gehen zu können (Sprüche 3:6). Und dann kommt es dennoch oft genug  vor, dass ich den rechten Weg verliere (Sprüche 2:13). Dann muss ich Umkehren, um wieder den geraden Pfad zu betreten, mich mit Christus wieder versöhnen und seine Pfade bis ans Ende meines Erdenlebens treu beschreiten (2. Nephi 33:9).

Wandelt auf seinen Pfaden. Wenn du nicht weißt, wo du hin willst, ist es auch ganz egal, wo du langgehst. Ich gehe aber davon aus, dass es dir nicht egal ist, wo du eines Tages ankommst. Wie stellst du sicher, dass du auf den richtigen Pfaden wandelst?

pfadJohn Musgrave Heritage Path near Torquay and Kinkerswell
(Bild: Quelle)

Ich sage nicht, dass er zu der Zeit zu uns kommen wird

Alma der Jüngere sagt über das Kommen Jesu: „Siehe, ich sage nicht, dass er zu der Zeit zu uns kommen wird, da er in seiner sterblichen Hülle wohnt; denn siehe, der Geist hat mir nicht gesagt, dass dies der Fall sein werde. Was nun dies betrifft, so weiß ich es nicht; aber soviel weiß ich, dass der Herr, Gott, die Macht hat, alles zu tun, was gemäß seinem Wort ist.“ (Alma 7:8).

Ich sage nicht, dass er zu der Zeit zu uns kommen wird. Hier bringt der präsidierende Hohe Priester und Prophet der Kirche des Herrn, Alma der Jüngere, 83 Jahre bevor der Herr sich, von seinem himmlischen Thron neben seinem Vater, herablässt (1. Nephi 11:16-18), im Land Jerusalem der östlichen Erdhälfte, einen irdischen Körper auf der Erde anzunehmen, klar zum Ausdruck, dass Christus nicht mit seinem irdischen Körper ihr Land auf der westlichen Halbkugel besuchen würde.

Wie recht er doch wieder haben sollte. Wie auch nicht, er ist ja zu dieser Zeit das Sprachrohr Gottes auf Erden. Christus besuchte diese Erdhälfte nämlich erst 34 Jahre nach seiner Geburt und somit als auferstandenes Wesen (1. Nephi 11:13-14), also tatsächlich nicht in „seiner sterblichen Hülle“. Daran erkennst du Propheten Gottes: Was sie im Namen des Herrn sprechen, trifft ein! Manchen dauert es vielleicht zu lange, bis das Prophezeite eintrifft und sie wollen partout nicht daran glauben, bis es für sie zu spät ist (beispielhaft die Vorhersage der Zeichen des Todes von Jesu: 3. Nephi 8:3-4, die dann eintrafen: 3. Nephi 8:5 ff) und sie unvorbereitet Vernichtung trifft (3. Nephi 8:15).

Ich ziehe wiedermal daraus den Schluss, dass ich sowohl auf die Worte der verstorbenen, aber noch mehr auf die der lebenden Propheten, achte und sie versuche zu befolgen. Welche Schlüsse ziehst du?

christus-erscheint-den-nephitenJesus besucht die Nephiten als Auferstandener
(Bild: Quelle; Seite 121)

Die Zeit ist nicht fern, da der Erlöser lebt und zu seinem Volk kommt

Etwa 83 v. Chr. prophezeit Alma der Jüngere seinem Volk im Tal Gideon: „Denn siehe, ich sage euch, es gibt vieles, was kommen wird; und siehe, eines ist wichtiger als alles andere—denn siehe, die Zeit ist nicht fern, da der Erlöser lebt und zu seinem Volk kommt.“ (Alma 7:7).

Alma der Jüngere sagt, dass in der Zukunft viele Ereignisse eintreffen werden, doch dass davon ein Ereignis wichtiger sein wird, als alle anderen: Die Geburt des `Erlösers´ hier auf die Erde inmitten seines Volkes. Alma sagt dieses Ereignis der Ereignisse, das sich auf der östlichen Hemisphäre 83 Jahre später ereignen sollte, auf der westlichen Hemisphäre voraus. Ein Jahr später wiederholt er diese Vorhersage nochmals gegenüber dem Volk von Ammoniha (Alma 9:26), welches nahe der Grenze zum Land Zarahemla lebt, als er diesem das Wort Gottes predigte (Alma 25:2; 8:1,3,6).

Die Zeit ist nicht fern, da der Erlöser lebt und zu seinem Volk kommt. Was denkst du, wer nur konnte ein solches Geschehen vorhersagen? Doch nur ein Prophet des Herrn, dem solches durch den Geist offenbart wurde. Wie wir inzwischen alle aus dem Neuen Testament wissen, ist dieses Ereignis auch tatsächlich eingetroffen (Matthäus 1:18).

Leider gibt es nur wenig Menschen, die an die Worte von Propheten des Herrn glauben. Ich weiß, dass wir auch heute lebende Propheten haben, die uns das Wort Gottes verkünden, verbunden mit der Aussage: „… so spricht der Herr …“ (Beispielhaft Lehre und Bündnisse 70:2). Gerade heute und morgen sprechen wieder vom Herrn berufene Diener zu allem Volk der Erde auf der Herbstgeneralkonferenz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (nachlesen hier). Und ich höre auf ihr Wort, und versuche es mehr und mehr in meinem Leben umzusetzen. Wie gehst du mit ihren Worten um?

stimme-des-prophetetnKommt höret, was der Heiland spricht, Propheten tat er´s kund (Gesangbuch Nr. 13)
(Bild: Quelle)

Ich vertraue darauf, dass ihr nicht Götzen anbetet

Alma der Jüngere fährt in positiver Bestärkung des Kirchenvolkes im Tal Gideon fort: „Aber siehe, ich vertraue darauf, dass ihr nicht in einem Zustand von ebensoviel Unglauben seid, wie eure Brüder es waren; ich vertraue darauf, dass ihr nicht in Herzensstolz überheblich geworden seid; ja, ich vertraue darauf, dass ihr euer Herz nicht auf Reichtümer und die Nichtigkeiten der Welt gesetzt habt; ja, ich vertraue darauf, dass ihr nicht Götzen anbetet, sondern dass ihr den wahren und lebendigen Gott anbetet und dass ihr mit immerwährendem Glauben nach der Vergebung eurer Sünden ausschaut, die kommen wird.“ (Alma 7:6).

Das erste Gebot, das der Herr uns Menschen durch Mose hat geben lassen, lautet: „Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“ (Exodus 20:2-3). Nachbarvölker Israels, hatten viele Götter die sie verehrten (Polytheismus) und damit mussten sich die Israeliten, die ja nur den einen Gott verehren sollten, auseinandersetzen. Da gab es die Kanaaniter, Babylonier, Griechen, Ägypter und weitere Nachbarvölker mit ihren diversen Gottheiten. Israel war aufgefordert, keinen dieser, der eigenen Religion fremden Götter, zu verehren.

Ich vertraue darauf, dass ihr nicht Götzen anbetet. Auch für mich heutzutage ist dieses erste der zehn Gebote in Kraft. Es gibt auch heute unterschiedlichste Gottheiten unter den Völkern. So soll es im Hinduismus mehre Millionen Götter geben. Aber diese sind für mich wohl nicht die große Gefahr, dass ich sie anbete. Wohl eher bereitet mir u. U. der Mammonismus (Geldgier) Schwierigkeiten, mich von meinem einzig zu verehrenden Gott abzuwenden. Mein stärkstes Streben muss es sein, dem Vorbild Jesu nachzueifern. Sollte es mir dann noch gewährt sein, in äußerst bescheidenem Maß `weltlichen Reichtum´ zu erlangen, will ich damit Gutes tun, Arme und Bedürftige unterstützen. Wie sieht dein Gottesbild aus und welchen Gott betest du an und welchem dienst du?

goetzenDer Tanz um das goldene Kalb (Exodus 32:8)
(Bild: Quelle)

Meine Freude an ihnen kommt erst nach dem Durchwaten von viel Bedrängnis und Sorge

Alma der Jüngere beginnt seine Ansprache an das Volk im Tal Gideon mit einer Erklärung, warum er jetzt erst das erste Mal persönlich zu ihnen sprechen kann (Alma 7:1) und bekundet seine positive Hoffnung darüber, dass sie sich gegenüber Gott gedemütigt hätten (Alma 7:3) und der Bekundung, dass ihre Brüder in Zarahemla, sich wieder dem Herrn zugewandt haben (Alma 7:4): „Und gemäß dem Geist Gottes, der in mir ist, vertraue ich darauf, dass ich auch an euch Freude haben werde; doch wünsche ich nicht, dass meine Freude an euch durch ebenso viele Bedrängnisse und Sorge zustande komme, wie ich sie für die Brüder in Zarahemla empfunden habe; denn siehe, meine Freude an ihnen kommt erst nach dem Durchwaten von viel Bedrängnis und Sorge.“ (Alma 7:5).

Vielleicht hast du schon mal die Redewendung gehört: „Wir mussten durch tiefsten Morast waten“. Morast ist ein sumpfiger, schlammiger Boden und es bedarf größerer Anstrengungen, sich darin fortzubewegen. Ist man darin z. B. mit einem Gefährt unterwegs, kann man ohne Weiteres stecken bleiben, weil es tief einsinkt.

Meine Freude an ihnen kommt erst nach dem Durchwaten von viel Bedrängnis und Sorge. Alma der Jüngere erzählt nun dem Volk in Gideon, dass es für ihn sehr schwer war, die Mitglieder der Kirche in Zarahemla, nachdem sie sich vom Herrn abgewandt hatten, wieder auf den rechten Weg zurückzuführen. Ihre gottlose Einstellung, verbunden mit entsprechendem negativen Handeln, hat ihn in eine schwierige und unangenehme Lage gebracht und Sorgen bereitet, wie er sie dazu bewegen konnte, von diesem falschen Weg umzukehren. Nachdem er dann erfolgreich diese Schwierigkeiten `durchwatet´ hatte, konnte er Freude empfinden.

Auf mich bezogen, mache ich mir Gedanken darüber, wem ich solche Schwierigkeiten bereitet habe, oder auch noch bereite. Meinen lieben Eltern habe ich sicherlich häufig solches `Durchwaten´ bereitet und nicht zuletzt Christus. Dennoch lieben sie mich und versuchen mir zu helfen Umkehr zu üben. Dafür schulde ich ihnen größten Dank. Diesen kann ich am besten dadurch zum Ausdruck bringen, indem ich ihnen letztendlich doch noch Freude bereite dadurch, dass ich mich ständig bemühe, auf den rechten Pfad zurückzukehren. Was unternimmst du, um denjenigen, die sich um dich bemühen, nach `Durchwaten von viel Bedrängnis und Sorge´ doch noch Freude zu bereiten?

durchwatenJona musste auch Bedrängnisse durchwaten (Jona 1)
(Bild: Quelle)

Gemäß dem Zeugnis von Jesus Christus

Nachdem Alma der Jüngere seine Konferenz in Zarahemla abgeschlossen und geistliche Führer ordiniert hatte (Alma 6:1), nachte er sich auf den Weg zum Volk im Tal Gideon jenseits des Flusses Sidon (Alma 6:7): „Und Alma ging hin und fing an, der Kirche, die im Tal Gideon aufgerichtet war, das Wort Gottes zu verkünden, gemäß der Offenbarung über die Wahrheit des Wortes, das von seinen Vätern gesprochen worden war, und gemäß dem Geist der Prophezeiung, der in ihm war, gemäß dem Zeugnis von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, der kommen wird, um sein Volk von ihren Sünden zu erlösen, und der heiligen Ordnung, durch die er berufen war. Und so ist es geschrieben. Amen.“ (Alma 6:8).

Wenn jemand das Zeugnis von Jesus Christus hat, besitzt er den Geist prophetischer Rede (Offenbarung 19:10). So war es bei Alma und so war es und ist es in jeder der Evangeliumszeiten (siehe hier), die seit Menschenbeginn waren und in einer solchen, in der wir heute leben. Nach einer Rede von Joseph Smith am 16. Juni 1844 in Nauvoo, Illinois, schickt Gott immer dann eine neue Evangeliumszeit in die Welt, wenn Menschen von der Wahrheit abgefallen sind und das Priestertum, die Vollmacht im Namen Gottes auf Erden zu handeln, verloren haben. So haben z. B. Adam, Henoch, Noach, Abraham, Mose, Jesus Christus und andere jeweils eine neue Evangeliumszeit begonnen, weil sich die Menschheit zwischendurch gegen Christus gestellt hatte und das Priestertum von der Erde genommen wurde, und der Herr jeweils durch einen neuen Propheten die Wahrheit des Plans der Erlösung offenbarte und das Priestertum wiederhergestellt wurde. Das letzte Beispiel ist Joseph Smith (Leher und Bündnisse 27:13). Ihm wurden die Schlüssel des Himmels übergeben (Lehre und Bündnisse 110:12-16) und er war derjenige, der in dieser letzten Evangeliumszeit, der Zeit der Fülle, als erster das Priestertum wieder empfing und als Schlüsselträger weitergeben durfte (Lehre und Bündnisse 27:12-13).

Gemäß dem Zeugnis von Jesus Christus. Weil seit Joseph Smith wieder die Schlüssel des Himmelreiches auf Erden sind (zur Vertiefung lies auch: „Das Priestertum von Adam bis zur Wiederherstellung“), sprechen mit ebendieser Vollmacht, mit der Alma der Jüngere zu seinem Volk gesprochen hat, auch unsere heutigen Propheten, Seher und Offenbarer zu uns. Ich vernehme ihre Stimme und bemühe mich ihren Aufforderungen zu folgen. Wie gehst du mit den Worten um, die sie auch zu dir sprechen?

elijah-appearing-in-the-kirtland-temple-322894-galleryElias überträgt Schlüssel der Evangeliumszeit Abrahams an Joseph Smith und Oliver Cowdery (Lehre und Bündnisse 110:12)
(Bild: Quelle)