Da war das Volk wütend auf mich

Alma der Jüngere teilt uns mit: „Nun begab es sich: Als ich, Alma, diese Worte gesprochen hatte, siehe, da war das Volk wütend auf mich, weil ich ihnen gesagt hatte, sie seien ein hartherziges und ein halsstarriges Volk. 32  Und auch, weil ich ihnen gesagt hatte, sie seien ein verlorenes und ein gefallenes Volk, waren sie zornig auf mich und wollten Hand an mich legen, um mich ins Gefängnis zu werfen.“ (Alma 9:31-32).

Erinnerst du dich an das Wort des Jahres 2010? Dieses Wort wurde durch ein Essay des Journalisten Dirk Kurbjuweit im Nachrichtenmagazin Der Spiegel zu einem Modeschlagwort und beschreibt einen durch Enttäuschung über bestimmte politische Entscheidungen öffentlich protestierenden und demonstrierenden Bürger: Wutbürger.

Da war das Volk wütend auf mich. Menschen auf menschliche Fehlentscheidungen wütend ist noch einigermaßen nachvollziehbar, aber Menschen auf einen Propheten Gottes wütend? Wie z. B. bei den ersten Demonstrationen zu Stuttgart 21, wird aus Wut sehr schnell Zorn, und die Fronten verhärten sich und es kommt ganz leicht zu körperlichen Übergriffen mit unabsehbaren Folgen. Der erste in der Bibel wiedergegebene Zornausbruch passierte Kain (Genesis 4:5; in der King James-Version wird der Begriff wroth=Zorn benutzt, lies hier). Dieser Ausbruch führte letztendlich zum Mord an seinem Bruder Abel (Genesis 4:8).

Ich lerne daraus, dass ich starke negative Gefühle, die im Wesentlichen ja nur mir selber schaden, in die richtigen Bahnen lenken, kanalisieren muss (Sprüche 15:1), ehe sie zu unkontrollierten Handlungen führen. Auch bin ich darin gefordert, meinen Mitmenschen, insbesondere in meiner Familie, nicht zum Zorn zu reizen (Epheser 6:4), und erst recht nicht Gott (Jesaja 65:2-3). Da gibt es die unterschiedlichsten Ansätze: Negative Gedanken durch positive ersetzen; erbauende Lieder singen; die auslösende Situation verlassen; Wut in Bewegung in der Natur ersetzen; Bauchatmung; ggf. seine Empfindungen zu Papier bringen. Nicht zuletzt, aber nicht zu vergessen: Schriftenstudium und Gebet. Wie reagierst du, wenn du merkst, dass in dir Wut hochkommt?

wutEs liegt an dir, du kannst eine Situation anheizen oder abkühlen
(Matthäus 5:9; Bild: Quelle)

In Anbetracht dessen, dass ihr ein verlorenes und ein gefallenes Volk seid

Alma der Jüngere erklärt den Ammonihaiten warum sie Umkehr sollten: „Und nun, meine geliebten Brüder, denn ihr seid meine Brüder, und ihr solltet geliebt sein, und ihr solltet Werke hervorbringen, die der Umkehr entsprechen, in Anbetracht dessen, dass sich euer Herz stark gegen das Wort Gottes verhärtet hat, und in Anbetracht dessen, dass ihr ein verlorenes und ein gefallenes Volk seid.“ (Alma 9:30).

In Anbetracht dessen, dass ihr ein verlorenes und ein gefallenes Volk seid. Ich frage mich: Muss ich mir diesen Schuh auch anziehen? Soll meinen: Muss ich diese Aussage auch auf mich beziehen, gehöre auch ich zu diesem `verlorenen und gefallenen Volk´? Oder sind damit nur die Ammonihaiten gemeint?

Gehen wir zurück in die Zeit von Adam und Eva im Garten von Eden. Sie standen vor dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Sie wussten, dass sie davon nicht essen sollten. Würden sie es tun, wäre die Folge, dass sie sterblich werden würden (Genesis 2:16-17). Aufgrund großer Überzeugungskraft konnte Luzifer Eva mit einsichtigen Argumenten davon überzeugen, doch davon zu essen. Dann sollte sie auch Adam dazu bringen, von der Frucht zu essen. Sie wiederum konnte ihn wirkungsvoll davon überzeugen, es auch zu tun (Köstliche Perle Mose 4:10-12). Würde er es nicht tun, würde er alleine im Garten verbleiben, weil sie hinausgestoßen werden würde. Er wählte Eva und wurde mit ihr aus der Gegenwart Gottes im Garten Eden verbannt (Köstliche Perle Mose 4:28-31). Sie waren nun sterblich und in der Lage Nachkommen zu zeugen (Köstliche Perle Mose 4:22).

Ich gehöre zu diesen ihren Nachkommen und demzufolge muss ich mir den Schuh auch anziehen: Ich gehöre zu diesem gefallenen Volk. Was bedeutet, dass auch ich Werke hervorbringen muss, die der Umkehr entsprechen. Wie siehst du dich in diesem Zusammenhang, ziehst du dir diesen Schuh auch an, oder meinst da, dass es dich nicht betrifft?

schuh-anziehen(Bild: Quelle)

Die Zeit ist nahe, da alle Menschen den Lohn für ihre Werke ernten werden

Über den Lohn, den die Menschen vom Herrn erhalten, sagt Alma der Jüngere: „Darum bereitet den Weg des Herrn, denn die Zeit ist nahe, da alle Menschen den Lohn für ihre Werke ernten werden gemäß dem, was sie gewesen sind—wenn sie rechtschaffen gewesen sind, werden sie die Errettung ihrer Seele ernten gemäß der Macht Jesu Christi und seiner Befreiung; und wenn sie böse gewesen sind, werden sie die Verdammung ihrer Seele ernten gemäß der Macht des Teufels und seiner Gefangennahme.“ (Alma 9:28).

Du kennst ganz sicher diese Redensart: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Klingt nach „Rache ist süß“. Wer also etwas Schlimmes tut, hat mit einer noch schlimmeren Reaktion zu rechnen. Übrigens leitet sich diese Redensart auch wieder aus der Bibel ab (Hosea 8:7).

Die Zeit ist nahe, da alle Menschen den Lohn für ihre Werke ernten werden. Glücklicherweise geht es beim Herrn gerecht zu, von ihm bekommen wir den Lohn, der uns für unsere Taten versprochen wurde, nicht mehr und nicht weniger. Allerdings berücksichtigt der Herr offensichtlich unser Verhalten gegenüber unserem Nächsten. Handeln wir nach dem „Rache ist süß“-Prinzip, wird der Herr uns entsprechend zukommen lassen (Lehre und Bündnisse 1:10). Das motiviert mich, meinem Nächsten gegenüber nachsichtiger zu sein, ihm wohlwollend gegenüberzutreten und nach dem Prinzip zu handeln: Was der Mensch sät, wird er ernten (Galater 6:7). Welches Prinzip bevorzugst du und warum?

saeen-und-ernten(Bild: Quelle)

Diejenigen zu erlösen, die sich aus Glauben an seinen Namen zur Umkehr taufen lassen

Den Auftrag des „Einziggezeugten des Vaters“ umschreibt Alma der Jüngere kurz und trotzdem allumfassend: „Und siehe, er kommt, diejenigen zu erlösen, die sich aus Glauben an seinen Namen zur Umkehr taufen lassen werden.“ (Alma 9:27).

Diejenigen zu erlösen, die sich aus Glauben an seinen Namen zur Umkehr taufen lassen. Nicht umsonst ist einer der weiteren Namen dieses Einziggezeugten des Vaters „Erlöser“ (Jesaja 16:63), oder auch „Retter“ (Lukas 2:11). Der Titel Erlöser oder Erretter deutet also nicht nur, wie im Alten Testament vom Volk häufig benutzt, auf deren Rettung aus der Gefangenschaft in Ägypten hin, sondern mehr noch auf seinen eigentlichen Auftrag, uns von dem Tod zu erlösen (Hosea 13:4,14), der durch Adams und Evas Fall eintrat (Genesis 2:17).

Von diesem Tod werden wir alle, die wir auf dieser Erde waren, sind und sein werden, durch sein Sühnopfer erlöst. Aber nicht nur das, wenn wir von unseren Sünden umkehren und uns taufen lassen, und darin ausharren bis zu unserem Ende, werden wir in einem noch umfassenderen Sinn erlöst, nämlich, dass wir auch wieder in seine Gegenwart zurückkehren können, aus der wir jetzt ausgestoßen sind (Lehre und Bündnisse 29:44). Wenn wir also Glauben, umkehren und uns taufen lassen, also das Sühnopfer unseres Retters annehmen und bis ans Ende ausharren, können wir uns wie Adam und Eva auf unsere Erlösung freuen (Köstliche Perle Mose 5:9-11). Was denkst du, warum wir uns zur Umkehr taufen lassen müssen?

taufeSaulus von Hananias getauft und zum Paulus geworden (Apostelgeschichte 9:17-18)
(Bild: Quelle)

Seine Herrlichkeit wird die Herrlichkeit des Einziggezeugten des Vaters sein

Alma der Jüngere weissagt 82 Jahre vor dem Ereignis weiterhin, dass Christus auf die Erde kommen würde: „und in nicht vielen Tagen wird der Sohn Gottes in seiner Herrlichkeit kommen; und seine Herrlichkeit wird die Herrlichkeit des Einziggezeugten des Vaters sein, voller Gnade, Gerechtigkeit und Wahrheit, voller Geduld, Barmherzigkeit und Langmut, schnell bereit, die Schreie seines Volkes zu vernehmen und ihre Gebete zu erhören.“ (Alma 9:26).

Seine Herrlichkeit wird die Herrlichkeit des Einziggezeugten des Vaters sein. Christus hat viele Namen, u. a. ist er auch bekannt als der „Einziggezeugte des Vaters“. Nun mag mancher meinen: Sind wir denn nicht alle gezeugte Kinder unseres himmlischen Vaters? Ja, das sind wir. Wir alle sind buchstäbliche Geistkinder unseres himmlischen Vaters (Deuteronomium 14:1). So heißt es auch in einem Erlass zum Schutz der Juden in Esther 8:12 (p-q): „Wir aber finden, dass die Juden, die dieser Erzschurke ausrotten wollte, keine Aufrührer sind, sondern dass sie als Bürger nach sehr gerechten Gesetzen leben, (q) als Kinder des höchsten, größten und lebendigen Gottes, der unser Reich, wie schon zu Zeiten unserer Vorfahren, in der schönsten Ordnung erhält.“  Desweiteren werden wir sogar im übertragenen Sinn auch noch Kinder dieses `Einziggezeugten´, nämlich durch unsere Neugeburt durch Wasser und Geist (Mosia 5:7).

Christus ist aber nicht nur, so wie wir alle, ein Geistsohn Gottvaters, sonder auch der buchstäblich von ihm gezeugte Sohn im Fleische, und zwar als Einziger, deshalb hat er u. a. den Namen der „Einziggezeugte des Vaters“. Über die Art und Weise der Geburt dieses Einziggezeugten wird Maria, dessen irdische Mutter, vom Engel Gabriel so in Kenntnis gesetzt: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“ (Lukas 1:35). Übrigens, dieser Engel Gabriel war nach Aussagen von Joseph Smith zu seinen Lebzeiten auf Erden Noach (lies hier nach). Welches Verständnis hast du von dem Namen „Einziggezeugter des Vaters“?

einziggezeugter„Da er auferstanden ist, muss er ein Gott, ja, der einziggezeugte Sohn des Vaters gewesen sein.“ – Die Auferstehung Jesu Christi, Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel
(Bild: Quelle)

Dass ihr nicht ausgetilgt werdet, hat der Herr seinen Engel gesandt

Alma der Jüngere sagte den Ammonihaiten, dass sie vernichtet werden würden, wenn sie sich gegen den Herrn auflehnen würden (Alma 9:24), aber: „Und nun, aus diesem Grund, dass ihr nicht ausgetilgt werdet, hat der Herr seinen Engel gesandt, damit dieser viele von seinem Volk besuche und ihnen verkünde, dass sie hingehen müssen und diesem Volk machtvoll zurufen, nämlich: Kehrt um, denn das Himmelreich steht nahe bevor,“ (Alma 9:25).

Über Engel hat wahrscheinlich jeder so seine eigene Vorstellung. Der eine kennt sie nur aus der Weihnachtszeit als Schokoladenengel mit Flügeln, der andere meint wieder, dass jeder Mensch seinen eigenen `Schutzengel´ hat, und weiß sicherlich auch mindestens eine Geschichte dazu. Eine Begebenheit fällt mir aus dem Alten Testament ein: Lot beherbergte, zu deren Schutz vor den verderbten Männern aus Sodom, zwei Engel in seinem Haus. Die Männer forderten deren Herausgabe, aber Lot versuchte dies, wenig erfolgreich, zu verhindern. Als die Männer aus Sodom anfingen zu randalieren: „Da streckten jene Männer die Hand aus, zogen Lot zu sich ins Haus und sperrten die Tür zu.“ (Genesis 19:10, lies auch gerne die Verse drum herum und vergleiche mit JST Genesis 19:9-15). Der mittelalterliche französische Abt Bernhard von Clairvaux hatte auch seine eigene Meinung zu diesen Wesen: „Eine Seele ist nie ohne Geleit der Engel, wissen doch diese erleuchteten Geister, dass unsere Seele mehr Wert hat als die ganze Welt.“ Wie wahr er dies doch erkannt hat: Engel sind zum einen Geister, aus der Gegenwart Gottes und in seinem Auftrag unter uns Menschen unterwegs, wobei es auch Engel unter uns Sterblichen gibt, aber auch noch weitere Wesen (lies hier).

Dass ihr nicht ausgetilgt werdet, hat der Herr seinen Engel gesandt. Auch heute schickt der Herr uns Engel, damit wir nicht ausgetilgt werden (Lehre und Bündnisse 27:16). Einige dieser Engel werden in den vorhergehenden Versen namentlich aufgezählt: Moroni, Elias, Johannes der Täufer, Elija, Petrus, Jakobus und Johannes (Lehre und Bündnisse 27:5-15). Wie dankbar bin ich für diese Boten des Himmels. Ich weiß aber, dass es auch Engel des Teufels gibt, vor denen ich mich in acht zu nehmen habe, denn sie wollen mich dazu verleiten, die Pfade des Herrn zu verlassen und Luzifer anzuhängen (Offenbarung 12:9; Lehre und Bündnisse 29:36-37; 2. Nephi 9:9,16). Wie stellst du sicher, dass die Botschaft, die dir ein Engel übermittelt, auch eine vom Herrn ist und nicht von Luzifer?

angel-moroni-appears-to-joseph-129546-galleryEngel Moroni erscheint Joseph Smith
(Joseph Smith—Lebensgeschichte 1:27–47)
(Bild: Quelle)

Wenn sie in Übertretung verfielen, dann wäre es für die Lamaniten weit erträglicher als für sie

Nachdem Alma der Jüngere alle Segnungen aufgezählt hatte, die der Herr diesem seinem Volk, den Nephiten, hat zukommen lassen (Alma 9:19-22), sagt er zu den Ammonihaiten, die ja zu diesem begünstigten Volk gehörten: „… Wenn dieses Volk, das so viele Segnungen aus der Hand des Herrn empfangen hat, nun gegen das Licht und die Erkenntnis, die es hat, Übertretung begeht, ich sage euch, wenn das der Fall wäre, wenn sie in Übertretung verfielen, dann wäre es für die Lamaniten weit erträglicher als für sie.“ (Alma 9:23).

Da kommen mir die Vorwürfe von Christus gegenüber der Bevölkerung der galiläischen Städte in den Sinn, in denen er die meisten Wunder getan hatte, die Bevölkerung sich dessen ungeachtet dadurch nicht hat bekehren lassen. Zu ihnen sagte er schließlich: „… Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.“ (Matthäus 11:20-24).

Wenn sie in Übertretung verfielen, dann wäre es für die Lamaniten weit erträglicher als für sie. Ich lerne daraus, dass es mir, der ich mit dem Herrn Bündnisse eingegangen bin und sie dann fortwährend brechen würde, schlechter ergehen würde, als denjenigen, die solche Bündnisse nicht eingegangen sind, weil sie sie nicht kannten. Das bedeutet aber nicht, dass ich mich am besten erst gar nicht um die Gesetze des Herrn kümmern sollte, wenn ich die Gelegenheit dazu hätte. Wenn ich also die Gelegenheit habe und sie willentlich nicht nutze, hätte ich ebenso meine Chance vertan und würde nicht in den Genuss der reichen Segnungen des Herrn kommen. Demzufolge habe ich mich dazu entschieden, den Erlösungsplan des Herrn zu studieren und seine Forderungen Stück für Stück in meinem Leben umzusetzen – notwendige Bündnisse mit dem Herrn schließen, wo erforderlich immer wieder Umkehr üben, meinem Nächsten dienen denn nur so diene ich dem Herrn, … . Wie nutzt du die Gelegenheiten, die der Herr dir gibt?

unsere-liebe-zum-erloeser„Unsere Liebe zum Erlöser ist der Schlüssel dazu, so gehorsam zu sein wie er.“ – „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“ Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel
(Bild: Quelle)

Ihr werdet mit völliger Vernichtung heimgesucht werden

Alma der Jüngere prophezeit etwa 82 v. Chr. dem Volk Ammoniha: „Aber siehe, ich sage euch: Wenn ihr in eurer Schlechtigkeit verharrt, so werden eure Tage in dem Land nicht verlängert werden, denn die Lamaniten werden über euch gesandt werden; und wenn ihr nicht umkehrt, werden sie zu einer Zeit kommen, die ihr nicht wisst, und ihr werdet mit völliger Vernichtung heimgesucht werden; und es wird gemäß dem grimmigen Zorn des Herrn sein.“ (Alma 9:18).

Wahrer Prophet Gottes oder Wichtigtuer? Die Antwort fällt uns heute leicht, da die Prophezeiung in der Vergangenheit liegt, als auch deren Eintreffen. Nicht einmal ein Jahr war seit der Prophezeiung Alma des Jüngeren vergangen, als die Nephiten in Ammoniha, nebst ihrer großen Stadt, durch die Lamaniten vollkommen vernichtet waren (Alma 16:2-3,9). Wenn das die einzige Prophezeiung Alma des Jüngeren gewesen wäre, könnte man noch sagen: Zufall. Dem war nun aber nicht so, alle seine Prophezeiungen gingen in Erfüllung und so können wir nur sagen: ein wahrer Prophet Gottes.

Ihr werdet mit völliger Vernichtung heimgesucht werden. Für mich lerne ich: Wenn ich in meiner Schlechtigkeit verharre, muss ich auch damit rechnen, dass mich Vernichtung treffen wird. Es muss ja nicht unbedingt eine körperliche Vernichtung sein, viel schlimmer ist der geistige Tod, das abgeschnitten sein von Gott. Doch um uns herum sehen wir auch Verderben, Kriege und Tod. Alles Dinge, die Propheten Gottes prophezeit haben, und die eintreffen! Alles Wort des Herrn hat sich erfüllt, erfüllt sich und wird sich erfüllen (Lehre und Bündnisse 1:37-38); und ich tue gut daran, ständig Umkehr zu üben, wenn ich die Gebote des Herrn übertreten habe, um nicht in meiner Schlechtigkeit zu verharren. Lebende Propheten helfen mir auch in dieser Zeit, das Wort Gottes zu verstehen. Wie nimmst du das Wort der Propheten auf?

propheten„Der lebendige Herr führt seine lebendige Kirche!“ – Elder Russell M. Nelson vom Kollegium der Zwölf Apostel
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Der Herr wird zu all denen barmherzig sein, die seinen Namen anrufen

Über die Zukunft der Lamaniten, die den Erlösungsplan Gottes, aufgrund ihrer abtrünnigen Vorfahren, nicht kennen, prophezeit Alma der Jüngere dem nephitischen Volk in Ammoniha: „Und sie werden dereinst dazu gebracht werden, dass sie an sein Wort glauben und erkennen, dass die Überlieferungen ihrer Väter unrichtig waren; und viele von ihnen werden errettet werden; denn der Herr wird zu all denen barmherzig sein, die seinen Namen anrufen.“ (Alma 9:17).

Etwa 338 Jahren vor dieser Prophezeiung betete der nephitische Prophet und Berichtführer im Buch Mormon, und Sohn Jakobs, Enos, der der jüngere Bruder von Nephi war, für das Wohl nicht nur seines eigenen Volkes, der Nephiten, sondern auch darum, dass seinen Brüdern den Lamaniten, eines Tages doch das errettende Evangelium von Jesus Christus zuteilwerden möge (Enos 1:11,13). Der Herr sagte ihm zu, ihm wegen seines Glaubens diesen Wunsch zu gewähren (Enos 1:12). Eben um 82 v. Chr. prophezeit Alma der Jüngere nun Gleiches, und nachdem sich die Zeichen des Kommens Jesu erfüllt hatten, bekehrten sich viele Lamaniten zum Herrn (Helaman 5:18-19; der Nephi der hier predigt, ist ein nephitischer Feldherr und Sohn Helamans, des Sohnes Alma des Jüngeren, der dem Volk Ammoniha predigt).

Der Herr wird zu all denen barmherzig sein, die seinen Namen anrufen. Das ist doch wieder eine sehr trostreiche Zusage. Im Brief an seinen engen Mitarbeiter Titus, erklärt der Apostel Paulus, dass wir nicht in der Lage sind, so gerechte Werke zustande zu bringen, dass wir allein dadurch errettet werden könnten, sondern nur durch das Erbarmen von Jesus Christus, wenn wir durch das Bad der Wiedergeburt gehen würden (Titus 3:5). Wenn wir die Barmherzigkeit nicht hätten, würde uns die volle Gerechtigkeit, die unausbleibliche Folge von Strafe für Sünde, von der man nicht umgekehrt ist, treffen, und wir könnten nie wieder in die Gegenwart unserer himmlischen Familie zurückkehren, was ja der eigentliche Sinn dieses Lebens ist. Wie ist deine Einstellung zu Barmherzigkeit?

barmherzigkeit
„…darum sühnt Gott selbst für die Sünden der Welt, um den Plan der Barmherzigkeit zuwege zu bringen …“ (Alma 42:15)
(Bild: Quelle)

Es wird für sie am Tag des Gerichts erträglicher sein als für euch

Alma der Jüngere erinnert die Ammonihaiten daran, dass die Lamaniten wegen ihres Ungehorsams gegenüber dem Wort des Herrn, von seiner Gegenwart abgeschnitten wurden (Alma 9:14; 2. Nephi 5:20) und fährt dann fort: „Doch ich sage euch: Es wird für sie am Tag des Gerichts erträglicher sein als für euch, wenn ihr in euren Sünden verharrt, ja, und selbst in diesem Leben erträglicher für sie als für euch, wenn ihr nicht umkehrt.“ (Alma 9:15).

Es wird für sie am Tag des Gerichts erträglicher sein als für euch. Wie kann dies sein? Recht einfach: Die Lamaniten hatten sich von den Nephiten getrennt und dadurch waren sie nicht mehr im Besitz des Evangeliums und der Vollmacht des Priestertums Gottes. Die späteren Genrationen hatten nur noch falsche Überlieferungen ihrer Väter als Anhalt und kannten das Evangelium nicht mehr (Alma 9:16). Somit können sie nicht nach dem Gesetz gerichtet werden (Römer 5:13). Die Nephiten jedoch waren im Besitz des Gesetzes des Herrn, somit werden ihre Handlungen auch daran gemessen. Das heißt, sie verstoßen wissentlich gegen das Gesetz und bekommen deshalb seine ganze Schärfe zu spüren. Deshalb wird es für Lamaniten, die nicht unter dem Gesetz lebten, am Tag des Gerichts erträglicher sein als für die Nephiten.

Ich lerne für mich daraus: Ich kenne das Gesetz des Herrn und darf nicht mutwillig dagegen verstoßen, sonst wird es auch mir so ergehen, dass es für mich am Tag des Gerichts unerträglicher sein wird, als für diejenigen, die das Gesetz nicht hatten. Das bedeutet, dass ich ständig die Richtung, in die ich mich entwickle, überprüfen muss, und ggf. unbedingt Umkehr zu üben habe. Nur dann habe ich Anspruch auf die Barmherzigkeit Gottes (Alma 42:15). Wie beziehst du die Aussage Alma des Jüngeren auf dich?

alma-zu-den-ammonihaitenAlma predigt den Ammonihaiten
(Bild: Quelle)