Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie den Ostwind ernten

„Ich bin heute früh ins Freie gegangen; aber es war ein wunderlicher erster Mai. Die Natur prangte in ihrem schönsten Schmucke, das Grün war frisch und schön, die Sonne schien hell vom Himmel, aber es wehte ein so scharfer und rauer Ostwind, dass es einem mitten im Glanze fror und schauerte.“ schrieb der schweizer Literat Gottfried Keller (1819-1890) in „Das Tagebuch und das Traumbuch“.

Auch der Herr bemüht in seinen Warnungen häufig den `Ostwind´. So zitiert König Limhi: „Und weiter spricht er: Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie den Ostwind ernten, der unmittelbare Vernichtung bringt.“ (Mosia 7:31).

Im Alten Testament ist mit dem `Ostwind´ immer Vernichtung verbunden:

Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie den Ostwind ernten. Ich will mich, im geistigen Sinne gesehen bemühen, durch das Halten der Gebote des Herrn, keinen Schmutz zu säen. Durch einen solchen Gehorsam bin ich meinen Mitmenschen ein gutes Vorbild, säe also Gutes. Dies hilft mit dann auch, der unmittelbaren Vernichtung durch den Ostwind des Herrn zu entrinnen. Was stellst du an, um vor dem unwirtlichen Wind bewahrt zu bleiben?

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Scharfer und rauer Ostwind (Quelle)

Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie die Spreu davon im Wirbelsturm ernten

Du kennst sicherlich die Redensart: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“, wieder einmal aus der Bibel abgeleitet (Hosea 8:7). Hiermit wird umschrieben, dass demjenigen das vermehrt heimgezahlt wird, was er anderen Schlechtes tut. Oder: wer Böses tut, dem wird eine noch höher bemessene Rache widerfahren.

König Limhi zitiert den Herrn in ähnlicher Weise gegenüber seinem Volk: „Und weiter spricht er: Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie die Spreu davon im Wirbelsturm ernten; und die Wirkung davon ist Gift.“ (Mosia 7:30).

  • Wer Schmutz sät
    Schmutz säe ich, wenn ich mich aufgrund bewusstem Ungehorsam gegenüber Gott geistig verunreinige, und dies schlimmstenfalls sogar noch Auswirkungen auf meine Mitmenschen hat;
  • wird Spreu davon ernten
    Die Spreu ist der für Menschen nutzlose Teil des Weizens (Spelzen und Hülsen, Grannen, Samenhüllen und Stängelteile). Beim Dreschen wird sie vom Weizenkorn getrennt und dient höchsten noch als Tierfutter. In früheren Zeiten erfolgte die Trennung durch das Worfeln (das gedroschene Getreide wurde in der Worfel nach oben geworfen und der Wind fegte die leichtere Spreu beiseite und der Weizen blieb in der Worfel übrig).

Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie die Spreu davon im Wirbelsturm ernten. Ich lerne daraus, dass es folgende göttliche Gesetzmäßigkeit gibt: Wenn ich bewusst gegen Gottes Wort verstoße, ernte ich, im übertragenen Sinn, nutzlose Nahrung für meinen Geist. Stell dir vor, du willst mit verdreckter Straßenkleidung am Wiener Hofball teilnehmen, das wird schlecht gehen. Eben so wenig wird es klappen, im geistigen Sinne schmutzig in die Gegenwart Gottes eingelassen zu werden, beim letzten Gericht werde ich wie die Spreu ausgeschieden (Alma 5:22-25). Was tust du, um nicht durch den Wirbelsturm ausgesondert zu werden?

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(Quelle)

Ihre Taten werden wie ein Stolperstein vor ihnen sein

König Limhi erklärt seinem Volk, dass der Grund seiner schwierigen Lage darin begründet ist, dass es ungehorsam gegenüber den Worten des Propheten Gottes war (dem nephitischen Propheten Abinadi, der es zuzeiten des `bösen´ Königs Noa, einem Sohn Zeniffs, unterwies; siehe ab Mosia 11): „Denn siehe, der Herr hat gesprochen: Ich werde meinem Volk am Tage ihrer Übertretung nicht beistehen, sondern ich werde ihnen ihre Wege versperren, auf dass es ihnen nicht wohl ergehe; und ihre Taten werden wie ein Stolperstein vor ihnen sein.“ (Mosia 7:29).

Ihre Taten werden wie ein Stolperstein vor ihnen sein. Wenn ich einem Mitmenschen einen wertvollen Dienst geleistet habe, dann bin ich froh darüber und das Erfolgserlebnis beflügelt mich, sodass ich weitere gute Taten vollbringen möchte. Wenn ich hingegen irgendeinen gravierenden Fehler gemacht habe, so bedrückt mich der Misserfolg und liegt wie ein `Stolperstein´ vor mir, über den ich zu Fall kommen kann, wenn ich nicht achtsam bin und mir himmlische Kraft aus der Schrift hole. So geht es auch jemandem, der aufgrund starker geistiger Anstrengung `müde´ geworden ist. Muss er einen beschwerlichen Weg gehen, stolpert er auch viel leichter, als wenn er hellwach und guter Dinge ist (Jesaja 40:30.31). Aber nicht nur auf mich muss ich aufpassen, sondern ebenso muss ich auch darum bemüht sein, dass ich durch meine Taten nicht für Andere ein Stolperstein werde (Alma 4:10). Bist du schon mal in der Situation gewesen, dass du dachtest: Was der da redet, stimmt nicht mit dem überein, wie er handelt? Hast du dich daran gestört und war das wie ein Stolperstein für dich?

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Stolpersteine (Quelle)

Ich werde meinem Volk am Tage ihrer Übertretung nicht beistehen

König Limhi sagt seinem Volk, das in großen Schwierigkeiten steckt: „Denn siehe, der Herr hat gesprochen: Ich werde meinem Volk am Tage ihrer Übertretung nicht beistehen, sondern ich werde ihnen ihre Wege versperren, auf dass es ihnen nicht wohl ergehe; und ihre Taten werden wie ein Stolperstein vor ihnen sein.“ (Mosia 7:29).

Ich werde meinem Volk am Tage ihrer Übertretung nicht beistehen. Wenn jemand dich unendlich tief verletzt hat und dann, wohlgemerkt, selbst verschuldet in eine äußerst missliche Lage kommt, würdest du ihm ungeachtet dessen beistehen, oder würdest du eher sagen, dass es ihm recht geschieht? Ich habe aus der Schrift gelernt, dass wir ihm verzeihen sollen und ihm helfen sollten, auf den rechten Weg zurückzukommen. Im Vers oben gilt das für den Herrn offensichtlich nicht oder? Zum einen gilt für mich, was der Herr in Lehre und Bündnisse 64:10 sagt: „Ich, der Herr, vergebe, wem ich vergeben will, aber von euch wird verlangt, dass ihr allen Menschen vergebt.“, zum anderen weiß er sehr wohl, auf welche Art welche Menschen das lernen, was er möchte, dass sie es lernen sollen. Und Drangsal ist ein Lehrmeister (Apostelgeschichte 14:22). Leider besinnen sich viele Menschen oft nur auf Gott, wenn sie in großer Not stecken. Lieber wäre es mir natürlich, ohne Übertretung zu lernen, sodass der Herr es mir wohlergehen lassen kann, doch das klappt leider oft nicht und dann muss ich auf schmerzliche Weise lernen (2. Chronik 24:20). In welchen Situationen hast du gemerkt, dass der Herr dir nicht beigestanden hat?

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(Quelle)

Wegen unserer Übeltaten und Gräuel hat er uns in Knechtschaft geraten lassen

Sicherlich kennst du die Idee der Erziehung mit „logischen Konsequenzen“ und hast sie vielleicht auch schon an eigenem Leib erfahren, sei es im Kindesalter oder aber auch als Erwachsener: „Wenn du nicht aufräumst, dann können wir nicht spielen, weil kein Platz ist.“, „Wenn Sie Ihr Quartalsziel übererfüllen, dann fällt Ihre Provision entsprechend höher aus.“ …

König Limhi erklärt seinem Volk, weshalb ihr Gott sie in die Hände der Lamaniten hat geraten lassen (Mosia 7:22): „Und weiter hat dieser selbe Gott unsere Väter aus dem Land Jerusalem geführt und hat sein Volk auch bis jetzt erhalten und bewahrt; und siehe, wegen unserer Übeltaten und Gräuel hat er uns in Knechtschaft geraten lassen.“ (Mosia 7:20).

Wegen unserer Übeltaten und Gräuel hat er uns in Knechtschaft geraten lassen. Hierbei fällt mir eines der unzähligen Beispiele aus der Heiligen Schrift ein: Der Herr hat dem Volk Israel bei dem Abschluss der Verkündigung seines Gesetzes Konsequenzen für das Befolgen, als auch für das Nichtbefolgen aufzeigt (Deuteronomium 28:1,15; lies auch gerne das ganze Kapitel). Unser Handeln zieht unweigerlich logische Konsequenzen nach sich. Ich habe im dritten Stockwerk über die Balkonbrüstung einen Lappen ausgeschüttelt. Dabei ist er mir aus der Hand gerutscht und was soll ich dir sagen, ich musste die Treppen runterlaufen, um ihn wieder zu bekommen. Genauso verhält es sich mit dem Befolgen bzw. Nichtbefolgen der Gesetze, die unser Schöpfer zu unserem Schutz aufgestellt hat, sie ziehen `logische Konsequenzen´ nach sich. So bin ich bedacht darauf, die Gesetze und ihre Konsequenzen durch eifriges Schriftstudium kennenzulernen und entsprechend zu handeln, und zwar so, dass niemandem ein Schaden daraus entsteht. Das klappt nicht immer, aber ich lerne dazu, wie ein Kind, das sich verbrennt, wenn es die eingeschaltete Herdplatte berührt. Welche positiven bzw. negativen Erfahrungen hast du schon mit `logischen Konsequenzen´ gemacht?

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Setzt euer Vertrauen in den Gott, der der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs war

König Limhi erklärt seinem Volk, in welchen Gott sie ihr Vertrauen setzen sollen:: „Darum erhebt das Haupt und freut euch, und setzt euer Vertrauen in Gott, in den Gott, der der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs war, und den Gott, der auch die Kinder Israel aus dem Land Ägypten geführt hat und sie auf trockenem Grund durch das Rote Meer hat gehen lassen und sie mit Manna gespeist hat, damit sie nicht in der Wildnis zugrunde gingen; und vieles mehr hat er für sie getan.“ (Mosia 7:19).

Zwei Dinge lerne ich aus dieser Aussage:

  1. Spezifizierung des Gottes in den sie ihr Vertrauen setzen sollten
    Damit es nicht zu Missverständnissen kam, war es offensichtlich hilfreich, den einen Gott, um den es in dem Glauben des Volkes des Herrn geht, genau zu bestimmen. Obwohl der Herr dem Volk Israel das Gebot gab: „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“ (Exodus 20:3), ist es vielen Menschen immer wieder das Bedürfnis gewesen, sich eigene Götter zu schaffen und anzubeten (Daniel 5:23).
  2. Die Nephiten kannten das Wort Gottes aus der östlichen Hemisphäre
    Dass Limhi den Gott des Himmels und der Erde so beschrieben hat, wie er immer wieder im Alten Testament beschrieben wird, zeigt mir, dass sie die alten Schriften tatsächlich gehabt haben. Und das war für das Volk überlebenswichtig, wie wir an den Lamaniten sehen, die sich ja auch überwiegend dem Götzendienst hingaben, ja und teilweise sogar die Nephiten (Alma 50:21).

Setzt euer Vertrauen in den Gott, der der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs war. Gilt das auch noch in unserer heutigen Moderne? Heute gibt es ebenso Götzen (ein der Religion fremder Gott ggf. ein von Menschenhand gefertigtes und danach angebetetes Objekt – siehe Abb. unten), denen viele Menschen anhängen und über die sie den einzigen wahren und lebendigen Gott (Johannes 17:3) vergessen. Mir geht es eher so wie Josua und den Israeliten zu seiner Zeit, denen es ferne lag, anderen Göttern als dem Herrn, ihrem Schöpfer, zu dienen (Josua 24:14-16). Bist du eher damit beschäftigt, dich um moderne Götzen (z. B. Wertsachen jeglicher Art über den eigenen Bedarf hinaus) zu kümmern, oder widmest du dich voller Dankbarkeit deinem Schöpfer, indem du seinen Willen kennenlernst und in deinem Alltag umsetzt?

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Biblisches Götzenbild des goldenen Kalbes in Hartmann Schedels Weltchronik (Nürnberg 1493) (Quelle)

Setzt euer Vertrauen in Gott

Dem russischen Politiker, Revolutionär und Marxist, Lenin, wird folgende Redewendung zugeschrieben:„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Sie ist so in seinen Werken nicht zu finden, aber folgende Aussage ist nachgewiesen: „Vertraue, aber prüfe nach“. Sie will uns sagen: Verlass dich nur auf das, was du selber nachgeprüft hast.

Nun rät uns aber König Limhi: „Darum erhebt das Haupt und freut euch, und setzt euer Vertrauen in Gott, in den Gott, der der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs war, und den Gott, der auch die Kinder Israel aus dem Land Ägypten geführt hat und sie auf trockenem Grund durch das Rote Meer hat gehen lassen und sie mit Manna gespeist hat, damit sie nicht in der Wildnis zugrunde gingen; und vieles mehr hat er für sie getan.“ (Mosia 7:19).

Setzt euer Vertrauen in Gott. Verlässt du dich beim Einkauf und setzt deine Zuversicht darauf, dass du auch tatsächlich das bekommst, was dir für dein Geld versprochen wird, oder wiegst du schon mal nach, um zu kontrollieren, ob die Gewichtsangabe korrekt ist … ? Wie sieht dein Vertrauen in geistiger Hinsicht aus, verlässt du dich auf Gott und dessen Zusagen? Ich denke, als nur ein Beispiel von unzähligen, an den Gelähmten, der von seinen vier Helfern durch das Dach eines Hauses hinabgelassen wurde, da er auf keinem anderen Weg hätte zu Christus gelangen können, um geheilt zu werden. Was geschah aufgrund seines und seiner Helfer Vertrauen in den Herrn, denn hätten sie ohne Vertrauen eine solche Tortur auf sich genommen? Das Ergebnis: Er konnte wieder gehen und zudem wurden ihm noch seine Sünden vergeben (Markus 2:2-12). Auch ich setze mein Vertrauen in den Herrn, denn ich weiß: Er kann nicht lügen (Ether 3:12; Numeri 23:19)! Worein setzt du dein Vertrauen?

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(Quelle)

Doch bin ich sicher, dass noch eine wirksame Anstrengung gemacht werden muss

Du kennst sicherlich die Redewendung: „Das ist ihm (wie eine reife Frucht) in den Schoß gefallen“. Gemeint ist damit, dass jemand überraschend etwas Besonderes ohne Mühe erlangt hat. Er hat eigentlich nichts getan, als nur den Mund zu öffnen und schon flogen ihm die `gebratenen Tauben´ in denselben.

Etwas anders sieht König Limhi die Möglichkeit ihrer bevorstehenden Befreiung aus der Knechtschaft der Lamaniten mithilfe ihrer Brüder aus Zarahemla: „Und es begab sich: Als sie sich versammelt hatten, sprach er zu ihnen folgendermaßen, nämlich: O ihr mein Volk, erhebt das Haupt und seid getrost; denn siehe, die Zeit ist nahe oder ist nicht mehr fern, da wir unseren Feinden nicht länger unterworfen sein werden, ungeachtet unserer vielen Anstrengungen, die vergeblich gewesen sind; doch bin ich sicher, dass noch eine wirksame Anstrengung gemacht werden muss.“ (Mosia 7:18).

Doch bin ich sicher, dass noch eine wirksame Anstrengung gemacht werden muss. Um etwas Großartiges zu erreichen, bedarf es auch eines besonderen Kraftaufwandes, besonderer Mühe, besonderen Fleißes und bestimmt auch besonderer Ausdauer. Eine besondere Herausforderung, vor der jeder von uns steht, ist die, in die Gegenwart unserer himmlischen Eltern zurückkehren zu können. Hierzu bedarf es selbstredend besonderer Anstrengungen: Glaube an den Herrn Jesus Christus, Umkehr von bewusst gewordener Übertretung der Gebote Gottes, Taufe von bevollmächtigten Dienern Gottes auf den Namen Jesu Christi (Apostelgeschichte 19:4), weitere Bündnisse eingehen und dies alles bis zum Ende meines Erdenlebens durchhalten (3. Nephi 27:6). Dies ist eine lebenslange Herausforderung, jedenfalls für mich. Welchen besonderen Herausforderungen stellst du dich?

anstrengungen

(Quelle)

König Limhi aufruf an sein Volk, … beim Tempel versammeln

Tempel sind die heiligsten Stätten der Gottesanbetung hier auf Erden. Seit alters hat der Herr in allen Evangeliumszeiten den Menschen geboten solche Stätten zu errichten, damit die würdigen Nachfolger Jesu all die Bündnisse empfangen können, die ihnen helfen in die Gegenwart Gottes wieder zurückkehren zu können und dort in ewigen Familienverbänden zu leben. Wie wichtig dem Herrn solche Orte für seine Kinder sind, sehen wir daran, dass er schon Mose den Auftrag gab, dem Volk Israel in seiner vierzigjährigen Wanderschaft durch die Wüste einen mobilen Tempel zu bauen, bekannt als das Offenbarungszelt (Exodus 25:8-9). Als dieses fertiggestellt war, nahm der Herr es an (Exodus 40:33-34). Nachdem ihre Wanderungen durch die Wüste durch die Landeinnahme Kanans beendet war, baute Salomo um 957 v. Chr. dem Herrn ein festes Haus (1. Könige 6:1).

Auch die Nephiten hatten einen Tempel, zu dem zu kommen König Limhi sein Volk einlud, damit er seine Freude mit ihm teilen konnte (Mosia 7:14): „Und nun begab es sich: Am nächsten Tag sandte König Limhi einen Aufruf an sein ganzes Volk, demzufolge sie sich beim Tempel versammeln sollten, um die Worte zu vernehmen, die er zu ihnen sprechen würde.“ (Mosia 7:17). Nephi hatte diesen Tempel nach dem Vorbild des Tempels Salomos um 580 v. Chr. auf der westlichen Hemisphäre in Zentralamerika errichtet (2. Nephi 5:16).

Sandte König Limhi einen Aufruf an sein ganzes Volk, … sich beim Tempel [zu] versammeln. Auch in dieser, der letzten Dispensation (Evangeliumszeit), hat der Herr seinen Kindern geboten, ihm ein Haus zu errichten (Lehre und Bündnisse 88:119). Der erste Tempel in dieser letzten Zeit vor dem zweiten Kommen Jesu wurde von Joseph Smith Jr. am 27. März 1836 in Kirtland geweiht. Seitdem errichtet die Kirche je nach Gebrauch weitere Tempel. Heute haben wir über 148 Tempel weltweit (hier). Ich bin dem Herrn zutiefst dankbar, dass wir diese Stätten der Anbetung immer mehr in der Nähe der Mitglieder bekommen, damit wir sie häufig zu unserem und dem Nutzen unserer Vorfahren aufsuchen können. Was weißt du über solche heiligen Stätten, die im Auftrag des Herrn gebaut werden?

Kirtland Mormon Temple

Kirtland Tempel (Quelle)

Nun will ich mich freuen, und morgen will ich …….

Du kennst sicherlich das altbekannte Sprichwort: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude. In diesem Sinn handelte auch König Limhi: „Und nun begab es sich: Nachdem Limhi die Worte Ammons gehört hatte, war er überaus froh und sprach: Nun weiß ich mit Gewissheit, dass meine Brüder, die im Land Zarahemla waren, noch leben. Und nun will ich mich freuen, und morgen will ich dafür sorgen, dass auch mein Volk sich freut.“ (Mosia 7:14).

Unser Wohlbefinden kann gesteigert werden, wenn wir unsere Erlebnisse mit anderen teilen können. Denk nur einmal an ein äußerst freudiges Erlebnis zurück. War es da nicht dein Bestreben, diese Freude mit anderen zu teilen – z. B. als du in jungen Jahren das erste Mal verliebt warst? Hattest du es mit solchen Menschen geteilt, die im Wesentlichen mit deiner eigenen Einstellung übereinstimmen, bestärkte ihr positives Mitempfinden wiederum dein Glücksgefühl. Hattest du es auch mal mit jenen Menschen versucht, die deinen Empfindungen eher kritisch gegenüberstanden? Wenn du deine Freude mit ihnen teiltest und sie darauf nicht positiv reagierten, wurde deine eigene Freude eher gedämpft.

Nun will ich mich freuen, und morgen will ich dafür sorgen, dass auch mein Volk sich freut. Auch der Herr will uns gerne an seiner Freude teilhaben lassen (Matthäus 25:21). Ich lerne daraus, dass es für mein Wohlbefinden förderlich ist, wenn ich sowohl positive als auch negative Erlebnisse mit anderen Menschen teile, besonders aber mit Freunden und Verwandten, da ihre Auffassungen mit meinen eigenen Überzeugungen am stärksten übereinstimmen. Durch ihre Zustimmung geben sie mir ein Gefühl der Zugehörigkeit und tragen somit dazu bei, dass ich doppeltes Glück empfinde. Wie gehst du mit Erlebnissen um, teilst du sie eher und wenn ja, wie wirkt sich das auf dein Befinden aus?

freud und leid teilen

(Quelle)