Sie brachten einen Bericht mit … auf Platten aus Erz eingraviert

König Limhi sandte einen Suchtrupp aus, der nach der alten Heimat der Nehiten, Zarahemla, suchen sollte (Mosia 21:25). Sie fanden ein zerstörtes Land und meinten, dass es Zarahemla gewesen wäre (Mosia 21:26): „Und sie brachten einen Bericht mit, ja, einen Bericht des Volkes, dessen Gebeine sie gefunden hatten, und er war auf Platten aus Erz eingraviert.“ (Mosia 21:27).

Sie brachten einen Bericht mit … auf Platten aus Erz eingraviert. Dieses Ereignis begab sich etwa 121 v. Chr. in Zentralamerika. Es handelte sich um 24 Platten aus reinem Gold (Mosia 8:9), verfasst in einer ihnen unbekannten Sprache (Mosia 8:11). Später erfahren wir, dass es sich um Platten der Jarediten handelt, die um die Zeit des Turmbaus zu Babel, als der Herr die Völker über die ganze Erde zerstreute (Genesis 11:1-9; kurz nach der Sintflut, etwa um die 2200 v. Chr.), von dort nach Amerika auswanderten (Ether 1:33) und einen Bericht von der Erschaffung der Erde, bis hin zum Untergang dieses Volkes enthält (Ether 1:2-5) und von Ether verfasst wurde (Ether 1:6).

Ich erkenne hieraus, dass der Herr des Himmels und der Erde Menschen über die gesamte Erde verteilte und Amerika schon lange ein Einwanderungsland ist. Ich lerne auch daraus, dass der Herr es gefügt hat, dass Deutschland zwar das Land ist, in dem ich zur Welt kam, ich aber nicht daraus ableiten kann, dass es mir und meinen Landsleuten gehört – der Eigentümer ist immer noch ihr Schöpfer, Jesus Christus (Lehre und Bündnisse 14:9). Wie siehst du die enorm vielschichtige Einwanderungsproblematik?

migranten
Migranten-Monopoly.  Karikatur: Tomicek
(Quelle)

Sie waren nachts in das Land Nephi gekommen und hatten ihr Getreide und viele ihrer Kostbarkeiten weggetragen

König Limhi wollte gerne die schlechten Priester seines Vaters, König Noa, die die Ursache für ihr ganzes Leid waren, dingfest machen (Mosia 21:20): „Denn sie hatten den Wunsch, sie zu ergreifen, um sie zu bestrafen; denn sie waren nachts in das Land Nephi gekommen und hatten ihr Getreide und viele ihrer Kostbarkeiten weggetragen; darum legten sie sich gegen sie auf die Lauer.“ (Mosia 21:21).

Sie waren nachts in das Land Nephi gekommen und hatten ihr Getreide und viele ihrer Kostbarkeiten weggetragen. So etwas nennt man Diebstahl. Wir erinnern uns, dass sich eines der zehn Gebote kurz und bündig mit diesem Sachverhalt befasst: „Du sollst nicht stehlen.“, lautet das achte Gebot, dass der Herr dem Volk Israel durch Mose gab (Exodus 20:15). Dieses Gebot sagt mir, dass ich das `Eigentumsrecht´ (Abgrenzung der Herrschaft über Sachen und andere Vermögensgegenstände zwischen Personen) zu achten habe. Im Falle der Missachtung wird dies nach § 242 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Wie die Strafe des Herren aussieht, eröffnet uns die Schrift nicht. Heute ist es nicht anders als früher: „… Fluch und Betrug, Mord, Diebstahl und Ehebruch machen sich breit …“ (Hosea 4:2). Ich habe erkannt, dass ich etwas das jemand anderem gehört, mir nicht widerrechtlich aneignen darf, auch wenn der Wert noch so klein wäre. Ich denke daran, dass aus etwas Kleinem leicht etwas Großes wird: „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“ (begründet in einem chinesischen Sprichwort). Wie ist deine Einstellung zu dieser Thematik?

Gedanken-Worte-Handlungen
(Quelle)

Nun blieb das Volk Limhi soviel wie möglich als Gruppe beisammen

Nach seinen drei Fehlversuchen sich aus der Unterdrückung durch die Lamaniten zu befreien (Mosia 21:12), wurde das Volk Limhi vorsichtiger: „Nun blieb das Volk Limhi soviel wie möglich als Gruppe beisammen und sicherte sein Getreide und seine Herden. 19  Und der König selbst wagte sich nicht vor die Stadtmauern, wenn er nicht seine Wachen bei sich hatte, aus Furcht, er könnte auf irgendeine Weise den Lamaniten in die Hände fallen.“ (Mosia 21:18-19).

Nun blieb das Volk Limhi soviel wie möglich als Gruppe beisammen. Wie heißt doch ein Motivierungsspruch für Gruppenbildung: “Gemeinsam sind wir stark, alleine gehen wir unter.“ Sowohl in der Tier- als auch in der Menschenwelt erleben wir, dass Individuen Gruppen bilden, weil die Überlebenschancen, die eigene Sicherheit, viel größer ist als alleine. Eine Gruppe wird von einem Feind nicht so leicht attackiert, wie ein Einzelwesen. Ich lerne daraus, dass ich in der Gruppe, vorausgesetzt ich gehöre der Gruppe an, die meinen Idealen entspricht, nicht so erfolgreich von Satan und seinen Anhängern angegriffen werden kann, als wenn ich Einzelkämpfer wäre. Demzufolge suche ich jeden Sonntag die Gemeinschaft in der Kirche (3. Nephi 18:22). Dort werde ich für die Woche, wenn ich wieder überwiegend alleine bin, gestärkt und lerne, wie ich Satan erfolgreich die Stirn bieten kann. Wie erschwerst du demjenigen, auf dessen Speiseplan du stehst, nämlich Satan, die Jagd?

gemeinsam sind wir stark
Nach dem Motto „In der Gruppe sind wir stark“ machen sich diese Pinguine auf den Falklandinseln nur gemeinsam zur Nahrungssuche auf. Auf diese Weise machen sie es Killerwalen, auf deren Speisezettel sie stehen, bei der Jagd schwer. (Quelle)

Jeder Mann solle zum Unterhalt der Witwen und deren Kinder beitragen

Nachdem das Volk Limhi dreimal erfolglos gegen die Lamaniten in den Kampf gezogen war, gab es viele Frauen mit Kindern, deren Männer, bzw. Väter, auf dem Schlachtfeld umkamen: „Nun gab es eine große Zahl von Frauen, ihrer mehr als Männer; darum gebot König Limhi, jeder Mann solle zum Unterhalt der Witwen und deren Kinder beitragen, dass sie nicht vor Hunger zugrunde gingen; und dies taten sie, weil eine so große Anzahl von ihnen getötet worden war.“ (Mosia 21:17).

Jeder Mann solle zum Unterhalt der Witwen und deren Kinder beitragen. König Limhi, ein rechtschaffener Sohn des vom Wort des Herrn abgefallenen Königs Noa, der ein Sohn Zeniffs war, der wiederum mit einer Gruppe Nephiten aus dem Land Zarahemla ins Land Lehi-Nephi auswanderte (Mosia 7:9), hatte noch keinen Bund mit Gott geschlossen, wurde aber wohl vom Geist des Herrn angeleitet, sich um die Witwen und Waisen zu kümmern, so wie es der Prophet des Herrn und König des Volkes, Benjamin, den Nephiten in Zarahemla gelehrt hatte (Mosia 4:16,26). Schon im Alten Testament wurde der zehnte Teil der Jahresernte abgeliefert und eingelagert, sodass die Armen gesättigt werden konnten (Deuteronomium 14:28-29). Dieses Gesetz gilt ebenso heute (Lehre und Bündnisse 83:6; 119:4). Gerne folge ich der Aufforderung des Herrn „Bringt den ganzen Zehnten in das Vorratshaus, damit Nahrung in meinem Hause sei; …“ (3. Nephi 24:10). Der Herr fordert uns auf ihn hierin zu prüfen und meine Erfahrung zeigt, dass der Herr sein Wort an demjenigen erfüllt, der dieses Gebot hält: „… prüft mich nun hiermit, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen herabschütten werde, daß nicht genug Raum sein wird, ihn aufzunehmen.“ (3. Nephi 24:10). Wann hast du das letzte Mal erlebt, dass der Herr dich aufgrund des Haltens eines Gebotes gesegnet hat?

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Das Zahlen des Zehnten bringt Segnungen
(Quelle; lies dort auch gerne die Ausführungen)

Nun war der Herr wegen ihrer Übeltaten langsam, ihr Schreien zu vernehmen

Nachdem das Volk Limhi begriffen hatte, dass es ohne den Herrn zu bitten, nichts ausrichten konnte, demütigte es sich und schrie mächtig zu ihm: „Und nun war der Herr wegen ihrer Übeltaten langsam, ihr Schreien zu vernehmen; dennoch hörte der Herr ihre Schreie und fing an, den Lamaniten das Herz zu erweichen, so dass sie anfingen, ihre Lasten leichter zu machen; doch hielt der Herr es nicht für richtig, sie aus der Knechtschaft zu befreien.“ (Mosia 21:15).

Nun war der Herr wegen ihrer Übeltaten langsam, ihr Schreien zu vernehmen. Der Herr tut dies nicht um sich an jenen zu rächen, die langsam sind auf seine Worte zu achten, aber schnell im Übeltun; er hat ungeachtet dessen Mitleid und ist schlussendlich barmherzig wenn sich seine Kinder seiner doch noch erinnern (Lehre und Bündnisse 101:7-9). Die so Betroffenen verschulden die Verlängerung ihres Leidensweges selber und müssen auf diese harte Weise lernen, dass es hilfreich ist, sich rechtzeitig zu demütigen und den Herrn in allem einzubeziehen. Ich bemühe mich, es nicht so weit kommen zu lassen, dass der Herr langsam auf mein Flehen achtet, weil ich langsam auf seine Worte achte. Ich weiß, dass der Herr mich segnet, wenn ich schnell von unrechtem Tun umkehre, auf seine Stimme, oder die seiner Diener, höre und sie auch schnell befolge (Helaman 12:4-5,23). Wie handhabst du Umkehr, wenn du erkannt hast, dass sie notwendig ist; `schiebst du sie auf die lange Bank´, oder gehst du unverzüglich ran?

lange bank
(Quelle)

Er fürchtete, die Strafgerichte Gottes würden über ihn kommen

Beinahe hätte König Noa den Propheten Abinadi, der ihm und seinen falschen Priestern Strafe für Auflehnung gegenüber Gott angekündigt hatte, freigelassen: „Und nun war König Noa nahe daran, ihn freizulassen, denn er fürchtete sein Wort; denn er fürchtete, die Strafgerichte Gottes würden über ihn kommen. 12  Aber die Priester erhoben ihre Stimme gegen ihn und fingen an, ihn anzuklagen, nämlich: Er hat den König geschmäht. Darum wurde der König zum Zorn gegen ihn aufgestachelt, und er gab ihn hin, auf dass er getötet würde.“ (Mosia 17:11-12). Hierbei kommt mir sofort das Verhör von Jesus vor Pilatus, der danach auch dem Volk mitteilte, dass er keine Schuld an ihm finden könne, das Volk ihn dennoch drängte, Jesus zu kreuzigen, in den Sinn (Johannes 38:38; Markus 15:14-15).

Was gilt als moralisch richtiges Handeln und welche Motivation liegt diesem zugrunde? Bei König Noa war die Motivation Angst davor, dass sich die negativen Vorhersagen Abinadis erfüllen könnten: „er fürchtete, die Strafgerichte Gottes würden über ihn kommen.“ Entscheidungen für richtiges Handeln sollten sich aus der richtigen Einstellung und der persönlichen Haltung ergeben, die aufgrund innerer Neigungen resultieren. Will ich also moralisch richtig handeln, muss ich an meiner Einstellung arbeiten, Tugenden entwickeln (2. Petrus 1:5-7). Der Herr fordert uns auf, uns voll Eifer einer guten Sache zu widmen und viel Rechtschaffenes aus freien Stücken zu tun (Lehre und Bündnisse 58:26-28). Wie gehst du vor, um herauszufinden, welches die Beweggründe deines Handelns sind?

"I struggled for years to understand what motivates me to do the things I do. Only took the jury five minutes."

„I struggled for years to understand what motivates me to do the things I do. Only took the jury five minutes.“

„Ich brauchte Jahre um die Motive meines Handelns zu ergründen.
Die Jury brauchte dafür nur fünf Minuten.“
(Quelle)

Er gebot ihnen, den Sabbattag zu beachten und heiligzuhalten

Alma der Ältere forderte die von ihm Getauften auf: „Und er gebot ihnen, den Sabbattag zu beachten und heiligzuhalten, und auch jeden Tag sollten sie dem Herrn, ihrem Gott, danken.“ (Mosia 18:23).

  • Sabbattag heilighalten
    Wer kennt nicht das dritte der Zehn Gebote, die der Herr dem Mose um die 1300 v. Chr. auf dem Berg Sinai gegeben hat: „Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!“ mit weiteren Erklärungen (Exodus 20:8-11). Zuzeiten Mose stand die Entweihung des Sabbattages unter Todesstrafe (Exodus 35:2). Wie Christus diesen Tag der Ruhe heiligte, lesen wir im Neuen Testament in diversen Beispielen. Wir lesen auch, dass der Menschensohn der Herr über diesen Tag ist (Matthäus 12:8). Wie geht der Mensch heute mit diesem Gebot um? Im Wesentlichen wird er zur Freizeitgestaltung genutzt. Was heutige Kirchenführer zu dem Thema sagen lies auf dieser Seite: Führer der Kirche rufen zu besserer Einhaltung des Sabbats auf.
  • Jeden Tag dem Herrn danken
    Wenn dir etwas Gutes angetan wird, so bist du sicherlich dankbar und das nicht nur in Gedanken, sondern du gibst diesen auch Worte, u. U. auch Taten. Gott tut uns jeden Tag etwas Gutes, wie sieht es da mit unserem Dank aus?

Er gebot ihnen, den Sabbattag zu beachten und heiligzuhalten. Ich bemühe mich jeden Sonntag heiligzuhalten, indem ich meine Bündnisse, die ich mit dem Herrn geschlossen habe, beim Abendmahl erneuere (Lehre und Bündnisse 20:77,79) und mich im Wort des Herrn unterweisen lasse und lerne, was ich in meinem Leben wie verbessern kann. Dazu gehört dann auch, dass ich etwas davon in der folgenden Woche umsetze (Jakobus 1:22). Dank sage ich dem Herrn fast laufend, da mein Herz davon überfließt (Alma 34:38). Was machst du am Sabbat und wie bringst du deinen Dank gegenüber Gott zum Ausdruck?

sabbatheiligung
Wenn wir den Sabbat heilighalten, werden wir geheiligt!
(Quelle; lies gerne auch die Botschaft unter dem Bild)

Dies wird am letzten Tag als ein Zeugnis gegen euch dastehen

Du weißt sicherlich, wie jeder geladene Zeuge vom Richter vor der Befragung belehrt wird. Dies klingt etwa so: „Sie wissen, dass sie vor Gericht die Wahrheit und nichts als die Wahrheit sagen müssen. Andernfalls machen sie sich strafbar.“ Ein Zeuge steht also für die Wahrheit.

So sagt auch Abinadi gegenüber König Noa und dessen selbst ernannten Priestern, dass seine Worte, und die Handlungen der Schurken, als Zeugnis gegen sie vor Gott dastehen werden: „Ja, und ich werde bis zum Tod leiden, und ich werde meine Worte nicht widerrufen, und sie werden als ein Zeugnis gegen euch dastehen. Und wenn ihr mich tötet, werdet ihr unschuldiges Blut vergießen, und auch dies wird am letzten Tag als ein Zeugnis gegen euch dastehen.“ (Mosia 17:10).

Dies wird am letzten Tag als ein Zeugnis gegen euch dastehen. Am letzten Tag stehen wir alle vor unserem gerechten Richter, Jesus Christus (Johannes 5:22), und werden nach unseren Taten gerichtet (1. Nephi 10:20), seien sie gut oder seien sie böse (Alma 11:44). Unsere Taten sind im Gericht gegenwärtig und bezeugen die Wahrheit. Diejenigen, die uns die Worte Gottes und sein Gesetz gelehrt haben stehen ebenfalls als Zeugen zur Verfügung. Alles wurde auch noch schriftlich in Büchern festgehalten (Lehre und Bündnisse 128:6-7). So kann der Herr dann, gestützt auf Zeugen, ein gerechtes Urteil fällen. Dieses Urteil legt unsere zukünftigen Möglichkeiten fest (Alma 3:26). Deshalb müssen wir jetzt und hier handeln (Lehre und Bündnisse 132:21-23). Ich denke, jeder wünscht sich für seine Zukunft nur das Beste. Was musst du tun, um eine möglichst gute Ausgangsbasis für deine ewige Zukunft, deine weitere Entwicklung, zu erarbeiten?

abinadi vor noa

Abinadi vor König Noa (Quelle)

Ich werde die Worte, … nicht widerrufen, denn sie sind wahr

In den sozialen Medien ist es leicht gefälschte bzw. manipulierte Meldungen zu platzieren, um eigene niedrige Ziele zu erreichen. Gerade im Zuge der Flüchtlingskrise können wir dieses Phänomen erleben. Denjenigen, denen solche Meldungen passen, oder die sie gutgläubig als wahr hinnehmen, posten sie dann gerne weiter und so verbreiten sich vermeintliche Wahrheiten rasant in der gesamten Welt und können ungeahnten Schaden anrichten. Wie sieht es mit einem Widerruf aus?

Von einem Widerruf seiner ausgesprochenen Wahrheiten darüber, dass Gott selbst auf die Erde kommen würde, wollte Abinadi nichts wissen, obwohl ihm die Todesstrafe angedroht wurde (Mosia 17:8): „… Ich sage euch, ich werde die Worte, die ich in Bezug auf dieses Volk zu euch gesprochen habe, nicht widerrufen, denn sie sind wahr; und damit ihr wisst, dass sie gewiss wahr sind, habe ich selbst es zugelassen, dass ich euch in die Hände gefallen bin.“ (Mosia 17:9).

Was fällt leichter, sich zu Unwahrheiten zu bekennen und sie zu widerrufen, oder Wahrheiten widerrufen, obwohl man genau weiß, dass Gott es auch weiß?

  • Wahrheit nicht widerrufen
    • Joseph Smith hat in seiner ersten Vision Gottvater und seinen Sohn gesehen. Er hat es kundgetan und trotz Androhung von Leid und Tod nicht widerrufen (JS-Lebensgeschichte 1:25).
  • Unwahrheit bekennen
    • So hat Ijob widerrufen, was er über Gott gesagt hat, das er nur vom Hörensagen wusste (Ijob 42:5-6). Er hat wohl an der Größe und Macht des Herrn gezweifelt (Ijob 40:8) und musste dann erkennen, dass er sich geirrt hat (Ijob 42:1-3).
    • Obwohl Scherem es besser wusste, leugnete er die Existenz von Jesus Christus. Im Angesicht seines Todes widerrief er seine Falschaussage (Jakob 7:17).
  • Gebieten und widerrufen
    • Der Einzige, dem dies im Rahmen des Reiches Gottes nach eigenem Ermessen zusteht, ist der Herr selber (Lehre und Bündnisse 56:4).

Ich werde die Worte, … nicht widerrufen, denn sie sind wahr. Evangeliumswahrheit, nachdem ich sie erkannt habe zuerst bekennen und sie dann widerrufen, das ist nicht meine Sache. Wie gehst du damit um?

petrus verleugnet jesus

Jesus wird von Petrus verleugnet (Matthäus 26:69-75; Quelle, siehe dir dort auch den 4:20-minütigen Videoclip an)

Wir haben eine Anklage gegen dich gefunden

Drei Tage hatte König Noa mit seinen falschen Priestern beraten, um herauszufinden, wessen sie Abinadi beschuldigen könnten (Mosia 17:6). Danach ließ er ihn aus dem Gefängnis vor sich bringen: „Und er sprach zu ihm: Abinadi, wir haben eine Anklage gegen dich gefunden, und du verdienst den Tod. 8  Denn du hast gesagt, Gott selbst werde unter die Menschenkinder herabkommen; und aus diesem Grund sollst du nun hingerichtet werden, wenn du nicht alle Worte widerrufst, mit denen du Schlechtes in bezug auf mich und mein Volk gesprochen hast.“ (Mosia 17:7-8).

Dieses Ereignis erinnert mich stark daran, wie die Juden krampfhaft nach einem Anlass suchten Jesus töten zu können. Jesus wurde nach dem Matthäusevangelium ergriffen und vor den Hohepriester Kajaphas (amtierender Hohepriester von 18-36 n. Chr.), die Schriftgelehrten und Ältesten, gebracht. In den anderen Evangelien lesen wir, dass sie ihn vor Hannas brachten und der ihn dann zu Kajaphas bringen ließ (Johannes 18:24). Dies rührt daher, dass die Römer den eigentlichen Hohepriester Hannas abgesetzt hatten und eigenmächtig seinen Schwiegersohn Kajafas einsetzten. Dessen ungeachtet suchten sie zusammen nach falschen Zeugen, fanden aber nichts, womit sie ihn hätten anklagen können. Auf das, was sie vorbrachten verteidigte Christus sich nicht. Daraufhin fragte ihn Kajaphas, ob er der Sohn Gottes sei, was dieser indirekt bejahte. Endlich hatten sie ihrer Meinung nach, dem jüdischen Gesetz entsprechend, einen Anklagepunkt, auf den die Todesstrafe steht: Gotteslästerung (Matthäus 26:57-66). Sie schleiften Christus somit vor Pontius Pilatus, den Stadthalter des römischen Kaisers Tiberius in den Provinzen Judäa und Samaria, und klagten ihn an, wo er letztendlich zum Tode verurteilt wurde (Matthäus 27:22).

Wir haben eine Anklage gegen dich gefunden. Wie häufig kommt es vor, dass man jemanden eines Vergehens anklagt, dessen er nicht schuldig ist und somit sein Ruf unwiederbringlich geschädigt wird. Wie leicht lässt man sich in einer ganzen Gruppe dazu hinreißen, jemanden, den man nicht leiden kann, oder der einem beruflich im Wege steht, zu mobben, psychisch zu terrorisieren, mit der Absicht ihn in Verruf zu bringen, leichtfertig in Kauf nehmend, ihm bleibenden Schaden zuzufügen. Da mache ich nicht mit, ich stelle mich offen dagegen, auch wenn es vielleicht zunächst nur den Anschein eines Spaßes haben sollte. Wie verhältst du dich in solchen Fällen?

mobbing

Mobbing bezeichnete ursprünglich ein Verteidigungsverhalten bei Tieren (Quelle)