Groß und schrecklich war das Aussehen der Heere Giddianhis

Gidgiddoni, der Heerführer der Gadiantonräuber, erkannte, dass er mit seinen Leuten in der Ödnis, die die Nephiten zurückgelassen hatten, keine Überlebensmöglichkeiten hatte. Auch wollte er keine Lebensmittel anbauen, da er dadurch seine Truppen auseinanderreißen und somit schwächen würde. So starteten sie ihren Angriff gegen die Nephiten (3. Nephi 4:5-6). „Und es begab sich: Sie zogen zum Kampf heran; und es war im sechsten Monat; und siehe, groß und schrecklich war der Tag, da sie zum Kampf heranzogen; und sie waren nach der Art von Räubern gegürtet; und sie hatten ein Lammfell um die Lenden, und sie waren mit Blut beschmiert, und ihre Köpfe waren geschoren, und sie hatten darauf Kopfplatten; und groß und schrecklich war das Aussehen der Heere Giddianhis wegen ihrer Rüstung und weil sie mit Blut beschmiert waren.“ (3. Nephi 4:7).

Groß und schrecklich war das Aussehen der Heere Giddianhis. Wenn einem solch ein Heer in unfriedlicher Absicht entgegenstürmt, kann einem sicherlich angst und bange werden. Wie war die Reaktion der Nephiten? Sie „… fielen alle zur Erde und erhoben ihre Schreie zum Herrn, …“ (3. Nephi 4:8). Dies wiederum interpretierten die Gadiantonräuber falsch. Sie dachten, diese „… seien aus Furcht vor der Schrecklichkeit ihrer Heere niedergefallen.“ (3. Nephi 4:9). Nein, sie fielen mit Ehrfurcht vor ihrem Gott nieder und flehten ihn um Stärke an (3. Nephi 4:10). Und mit diesem Gottvertrauen der Nephiten, begann eine der schrecklichsten Auseinandersetzungen seitdem ihr Vorfahre Lehi, vor gut 400 Jahren Jerusalem verlassen hatte (3. Nephi 4:11), in der sich die Nephiten erfolgreich Verteidigen konnten (3. Nephi 4:12). Ja, sogar ihr Anführer Giddianhi fand in den Kämpfen den Tod und die Gadiantonräuber zogen zwei Jahre lang nicht mehr in den Kampf gegen die Nephiten, die sich wieder an ihren Sammlungsort, ihren Ort der Sicherheit, zurückbegaben (3. Nephi 4:13-15).

Von Nephi, dem Sohn Lehis lernen wir, dass er die Schriften auf sich anwandte, um Nutzen daraus zu ziehen und zu lernen (1. Nephi 19:23). So mancher mag sich in dem Zusammenhang nun fragen, welchen Nutzen er aus diesen Versen, in denen es wiedermal um kriegerische Auseinandersetzungen geht, für seine Lebensführung ziehen, und was er daraus lernen kann. Für mich lerne ich daraus, dass ich im Vertrauen auf Gott, in Gefahrensituationen Hilfe von ihm erwarten kann, wenn ich seine Gebote halte und mich ehrfürchtig an ihn wende. Der Nutzen liegt dann darin, dass ich mit Seiner Stärke gegen meinen Feind Satan bestehen kann. Welche Lehre und welchen Nutzen ziehst du aus solchen Schriftstellen?

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Heftige Kriege zwischen Lamaniten und Nephiten
(Bild: Quelle)

Und hatten für sich Vorräte angehäuft …, sodass sie für den Zeitraum von sieben Jahren überleben konnten

Die Gadiantonräuber nahmen nun die verödet zurückgelassenen Orte der Nephiten ein, die sich alle an einem Ort im Land Zarahemla und dem Land Überfluss (Bountiful) gesammelt hatten. So hatten die Angreifer bis auf Tiere aus der Wildnis keine Nahrung (3. Nephi 4:1-3). „Darum gab es für die Räuber keine Möglichkeit, zu plündern und Nahrung zu erlangen, außer in offenem Kampf gegen die Nephiten heranzuziehen; und die Nephiten waren in nur einer Gruppe und waren an Zahl so viele und hatten für sich Vorräte angehäuft und Pferde und Rinder und Kleinvieh jeder Art, so daß sie für den Zeitraum von sieben Jahren überleben konnten, in welcher Zeit sie hofften, die Räuber vom Antlitz des Landes hinweg zu vernichten; und so verging das achtzehnte Jahr.“ (3. Nephi 4:4).

Und hatten für sich Vorräte angehäuft …, sodass sie für den Zeitraum von sieben Jahren überleben konnten. Eine gut durchdachte Strategie des obersten Regierenden der Nephiten, Lachoneus dem Jüngeren, sein Volk samt all seiner Habe, inklusive aller Nahrungsmittel und Tiere, an einem Ort zusammenzuziehen. Außerdem errichtete er Befestigungen und rief das Volk auf, Umkehr zu üben und den Herrn um Hilfe anzuflehen. Und das Volk strengte sich mit aller Macht an, seine prophetischen Aufforderungen zu befolgen (3. Nephi 3:13-16).

Eine Überlebensstrategische Vorkehrung war doch die, einen siebenjährigen Vorrat anzulegen, in der Hoffnung, dass die Angreifer diese Zeit ohne Nahrung nicht durchhalten, und sie diese währenddessen besiegen konnten. So eine siebenjährige Vorratshaltung kommt mir aus dem Alten Testament bekannt vor. Da hat doch aufgrund der Träume des Pharaos über sieben fette und sieben magere Jahre, der Hebräer Joseph einen göttlichen Rat erteilt: „Der Pharao möge handeln: Er bestelle Bevollmächtigte über das Land und besteuere das Land Ägypten mit einem Fünftel in den sieben Jahren des Überflusses. 35 Sie sollen alles Brotgetreide der kommenden guten Jahre sammeln und unter der Hand des Pharao Getreide als Nahrungsmittel in den Städten speichern und verwahren. 36 Das Brotgetreide soll dem Land als Rücklage dienen für die sieben Jahre der Hungersnot, die über das Land Ägypten kommen werden. Dann wird das Land nicht an Hunger zugrunde gehen.“ (Genesis 4:34-36). Auch unsere heute lebenden Propheten fordern uns seit Langem auf, Vorräte an Nahrungsmitteln und Geld, aber auch geistiger Nahrung anzulegen (siehe beispielhaft hier). Viele haben die Dringlichkeit nicht unbedingt erkannt, in Zeiten des Überflusses in den Supermärkten Nahrungsmittel zu bevorraten oder mit dem Geld, das man einnimmt, so zu arbeiten, dass man für Notzeiten auch noch etwas auf die Seite legen kann. Viele lebten so weiter, wie Menschen zu Noachs Zeiten, als der Herr die Flut ankündigte und Noach mitten auf dem trockenen Land ein Schiff baute (Genesis 6:14) und man ihn für verrückt erklärte. Kannst du dich erinnern, wie es in den Supermärkten, an den Tankstellen, den Banken aussah, als Naturkatastrophen durch die Lande zogen, es eine Ölkrise oder den Bankencrash gab? Ich bin dankbar für die Fürsorge, die der Herr uns entgegenbringt (Lehre und Bündnisse 104:15). Ich brauche mich nicht zu fürchten, wenn ich mich an die Ratschläge und Aufforderungen der Propheten halte (Lehre und Bündnisse 38:30). Die Vorratshaltung wurde insofern erweitert, dass wir seit einigen Jahren aufgefordert sind, nach `Eigenständigkeit´ zu streben (lies gerne hier). Inwiefern ist Eigenständigkeit umfassender als Bevorratung?

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(Bild: Quelle)

Lachoneus veranlasste, dass sie sich in dem Land südwärts sammelten

Alles Volk, das sich zu den Nephiten zählte, versammelte sich auf Geheiß des obersten Regierenden, Lachoneus dem Älteren, im Land Zarahemla, und zwar mit allem Hab und Gut, um sich so am besten gegen die Gadiantonräuber verteidigen zu können (3. Nephi 3:22-23). „Und es gab sehr viele tausend Leute, die Nephiten genannt wurden, die sich in diesem Land sammelten. Aber Lachoneus veranlaßte, daß sie sich in dem Land südwärts sammelten, und zwar wegen des großen Fluches, der auf dem Land nordwärts lag.“ (3. Nephi 3:24).

Lachoneus veranlasste, dass sie sich in dem Land südwärts sammelten. Die Karte unten deutet die Lage der Länder, Städte und Entfernungen zueinander an, ohne dass uns die tatsächliche Lage geoffenbart wurde (es handelt sich um eine von mehreren Vorstellungen; siehe auch offizielle Stellungnahme der Kirche hier ). Sie beruht auf den etwa 550 geografischen Textaussagen im Buch Mormon und wurde von der BYU entworfen. Wir können erkennen, in welchem Gebiet sich die Nephiten zusammenzogen. Es handelte sich um das Land Zarahemla und das Land des Überflusses (Bountiful), während nördlich davon das Land der Verwüstung (Desolation) liegt.

Das Land Nordwärts, also das Land, das das Land der Verwüstung (Desolation) genannt wurde, – und ich nehme an ebenso die Länder nordwärts dieses Streifens der Verwüstung – wurden von den Nephiten nebst ihrer Habe, ihren Tieren und ihren Lebensmitteln, geräumt. Auf diese Weise hinterließen sie für die Gadiantonbande wenig an Überlebenswertem und bildeten zudem im Süden an der Landenge eine geballte Macht. Desweiteren erhofften sie aufgrund Umkehr und Gebet, die Hilfe des Herrn bei einem Angriff der Räuber zu erhalten (3. Nephi 3:25-26). Das Land der Verwüstung war das Land, in dem bis zu ihrer Vernichtung die Jarediten lebten (Ether 7:5-6), die zuzeiten des Turmbaus zu Babel durch die Hand des Herrn in das Land umgesiedelt wurden (Ether 1:33). Weil sie sich gegen die Propheten und den Herrn stellten, verfluchte der Herr das Land (Ether 9:28-35). Der letzte Überlebende der Jarediten war Koriantumr, ihr letzter König. Er wurde vom Volk Zarahemla entdeckt und lebte einige Zeit bei ihnen (Omni 1:21-22). Aus den von ihrem Anführer Lachoneus angeordneten gründlichen Vorbereitungen lerne ich, wie ich mich zu verhalten habe, um gegen die zu erwartenden Angriffe meines geistigen Feindes, Satan, die Hilfe des Herrn zu erhalten. Weißt du eine andere Erklärung, was mit `dem großen Fluch´ gemeint ist, der auf dem Lande nordwärts lag?

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Interne BYU-Karte
(Bild: Quelle)

Wir werden nicht gegen sie ziehen, sondern wir werden warten, bis sie gegen uns ziehen

Lachoneus der Ältere, oberster Regierender des Volkes im Land Zarahemla (3. Nephi 3:1), organisiserte seine Schutzmächte. Als Oberbefehlshaber setze er Gidgiddoni ein, der auch den Geist der Offenbarung und Prophezeiung besaß (3. Nephi 3:17-19). Das Volk wollte gerne die Gadiantonräuber in ihren Verstecken in den Bergen angreifen (3. Nephi 3:20), „Aber Gidgiddoni spricht zu ihnen: Der Herr verhüte es; denn wenn wir gegen sie hinaufziehen, so würde der Herr uns in ihre Hände liefern; darum werden wir uns in der Mitte unserer Länder bereitmachen, und wir werden alle unsere Heere sammeln, und wir werden nicht gegen sie ziehen, sondern wir werden warten, bis sie gegen uns ziehen; darum, so wahr der Herr lebt, wenn wir dies tun, wird er sie in unsere Hände liefern.“ (3. Nephi 3:21).

Wir werden nicht gegen sie ziehen, sondern wir werden warten, bis sie gegen uns ziehen. Das Volk wollte gerne den angesagten Angriffen der Gadiantonräuber (3. Nephi 3:6) zuvorkommen und seinerseits diese in ihren Besitzungen angreifen. Dass Gidgiddoni ein Mann Gottes war, erkennen wir an seiner Reaktion. Er hatte die Schrift in Erinnerung und wusste, dass der Herr einen Angriffskrieg nicht rechtfertigen würde. Er hatte dies sicherlich aus dem Vorgehen des Volkes zuzeiten Alma des Jüngeren vor ca. 100 Jahren gelernt, wo der Herr sie lehrte, dass man weder den ersten, noch den zweiten Anstoß geben sollte, danach aber sei man in seiner Verteidigung gerechtfertigt (Alma 43:46).

So lerne ich, dass ich niemals den ersten Anstoß zu einer Auseinandersetzung geben sollte, erst recht, wenn es um eine militärische gehen würde. Auseinandersetzungen versuchte ich schon immer aus dem Weg zu gehen. Einmal ist es mir dann doch passiert, dass ich mich auf dem Schulhof in einer Pause gegen die Angriffe eines Mitschülers zur Wehr setzte. Ich gab ihm eine Backpfeife und er trug einen Trommelriss davon. In der Folge gab eine rechtliche Auseinandersetzung wegen Körperverletzung. Glücklicherweise hatte ich nicht den ersten und auch nicht den zweiten Anlass gegeben. Andere Mitschüler konnten bezeugen, dass ich derjenige war, der angegriffen wurde und ich mich nur zur Wehr gesetzt hatte. Zum Schlagen benutzte ich die rechte Hand und nicht den Handrücken der linken Hand, wie sie bei den Römern als Verachtung des Gegenübers benutzt wurde, als Demütigung. Auch wenn es um verbale Angriffe geht, bin ich bemüht, nicht den ersten Anlass zu geben. Wie gehst du mit dem Hinhalten der `linken Wange´ um, wenn dich jemand provoziert (Matthäus 5:39)?

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(Bild: Quelle)

Sie strengten sich mit aller Kraft an, gemäß den Worten des Lachoneus zu handeln

Die Wirkung der Worte des obersten Regierenden bei den Nephiten beschreibt Mormon so: „Und so groß und wunderbar waren die Worte und Prophezeiungen des Lachoneus, daß sie Furcht über das ganze Volk kommen ließen; und sie strengten sich mit aller Kraft an, gemäß den Worten des Lachoneus zu handeln.“ (3. Nephi 3:16).

Sie strengten sich mit aller Kraft an, gemäß den Worten des Lachoneus zu handeln. Lachoneus der Ältere, von dem hier die Rede ist, war ein gerechter Mann (3. Nephi 3:12) und offensichtlich ein großer Prophet (3. Nephi 3:19), oberster Richter und Regierender im Land Zarahemla (neue Welt) in der Zeit um die Geburt Jesu im Land Jerusalem in der alten Welt – gewirkt von etwas vor der Geburt Jesu, bis ca. 30 n. Chr. als er sein Amt an seinen Sohn Lachoneus den Jüngeren übergab. Von seinen Prophezeiungen ist uns nichts weiter überliefert, aber sie waren offensichtlich so groß, dass das ganze Volk sich anstrengte, nach seinen Worten zu handeln und Umkehr übte (3. Nephi 3:25).

Ich nehme mir ein Beispiel an dem Volk zu diesem Zeitpunkt. Es befand sich aufgrund der Bedrohung durch die Gadiantonräuber in einer äußerst kritischen Lage. Ein Prophet rief sie zur Umkehr und zu vielen weiteren Aktionen auf, um sie sowohl vor dem physischen, als auch vor dem geistigen Untergang zu retten und das Volk befolgte die Aufforderungen. Auch wir leben in einer kritischen Zeit, in der sich unzählige Menschen in ihrer Freiheit und Sicherheit ernsthaft bedroht sehen. Aber auch wir haben große Propheten, die uns ermahnen Umkehr zu üben und an heiligen Stätten zu stehen (Lehre und Bündnisse 87:8) – Zufluchtsorte vor dem Zerstörer (lies auch gerne hier). Ich bin unserem himmlischen Vater zutiefst dankbar dafür und bin bestrebt all den Worten dieser Diener und Dienerinnen des Herrn Folge zu leisten, denn ich weiß, dass sie sich um uns sorgen und uns helfen wollen den Angriffen Satans zu widerstehen. Wenn ich das Joch Jesu auf mich nehme – indem ich mich seinem Willen unterwerfe, Umkehr übe und ihm erlaube, mich zu führen und zu leiten – finde ich Ruhe in dieser ruhelosen Zeit (Matthäus 11:29). Wie findest du Ruhe?

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Ruhe finden in einer ruhelosen Zeit
(Bild: Quelle)

Wenn ihr von all euren Übeltaten nicht umkehrt

Lachoneus, der Regierende der Nephiten im Land Zarahemla, riet seinem Volk bezüglich der zu erwartenden Angriffe der Räuberbande Giddianhis (3. Nephi 3:6): „Ja, er sprach zu ihnen: So wahr der Herr lebt, wenn ihr von all euren Übeltaten nicht umkehrt und zum Herrn schreit, werdet ihr keinesfalls aus den Händen dieser Gadiantonräuber befreit werden.“ (3. Nephi 3:15).

Wenn ihr von all euren Übeltaten nicht umkehrt. Lachoneus wusste, dass sie in der Abwehr der Angriffe, die sie von der Räuberbande zu erwarten hatten, nur erfolgreich sein würden, wenn sie ihr Herz voll dem Herrn zuwenden würden. Also ermahnte er sein Volk, eine Wandlung von Herz und Sinn herbeizuführen, indem sie ihre Einstellung zu sich selbst und zum Leben insofern erneuern, als sie Gott an erste Stelle setzten und sich ihm zuwenden müssten und ihn um Hilfe anzuflehen.

So gilt mir sein Aufruf ebenso und ich nehme ihn ernst, um mich im Kampf gegen Satans Angriffe gegen mich und seine Versuche, mich gefangenzunehmen und mit den Ketten der Sünde zu fesseln, erfolgreich zur Wehr zu setzen. Ich bemühe mich ständig nach allen Kräften, mich vom Übeltun abzuwenden und mir ein neues Herz und einen neuen Geist zu schaffen (Ezechiel 18:30-31). Ein solches Verhalten führt dazu, dass mir meine früheren Vergehen nicht weiter angerechnet werden (Ezechiel 18:21-22). Wie das bewerkstelligt werden kann? Durch das Sühnopfer Jesu, das uns mit Gott versöhnen kann (Jakob 4:11). Welche Anstrengungen unternimmst du, um dich mit Gott zu versöhnen?

Portrait of Christ

Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist …
(Ezechiel 36:26; Bild: Quelle)

Lachoneus, … ließ sich durch die Forderungen und die Drohungen eines Räubers nicht schrecken

Wir erfahren, dass Lachoneus über den Brief von Giddianhi (3. Nephi 3:1) äußerst erstaunt war (3. Nephi 3:11). „Aber siehe, dieser Lachoneus, der Regierende, war ein gerechter Mann und ließ sich durch die Forderungen und die Drohungen eines Räubers nicht schrecken; darum beachtete er den Brief Giddianhis, des Regierenden der Räuber, nicht, sondern er ließ sein Volk zum Herrn um Stärke schreien für die Zeit, da die Räuber gegen sie herabziehen würden.“ (3. Nephi 3:12).

Lachoneus, … ließ sich durch die Forderungen und die Drohungen eines Räubers nicht schrecken. Ganz im Gegenteil, er veranlasste, dass sich sein Volk um Stärkung durch den Herrn bemühte, indem er veranlasste, dass es mit ihrem Gott Verbindung durch das Gebet suchte, also Glauben an und in seine Macht übte. Dabei ließ er es aber nicht bewenden. Er ließ sich das Volk insofern auf Angriffe der Räuberbande vorbereiten, indem er das ganze Volk aufforderte, sich an einem Ort – einem Ort der Zuflucht – zu versammeln. Um diesen ließ er Befestigungen errichten und stellte rund um die Uhr Wachen auf (3. Nephi 3:13-14).

Zu diesem Schritt gehört wahrhaft starker Gottesglaube und Vertrauen in sein Wort. Ich gehe davon aus, dass Lachoneus bei seinem Handeln die Aussage des Herrn aus Alma 43:46 in Erinnerung hatte, als auch damals, vor etwa neunzig Jahren, die Lamaniten das Leben und die Freiheit der Nephiten bedrohten: „… Insofern ihr am ersten Anstoß nicht schuld seid, auch nicht am zweiten, sollt ihr nicht zulassen, daß ihr durch die Hand eurer Feinde getötet werdet.“ Auf mein geistiges Wohl bezogen, entnehme ich aus dieser Begebenheit, dass ich mich durch Satan auch nicht erschrecken lasse. Auch ich werde alles dran setzen, meine Freiheit Gott zu verehren, gegen Satan verteidigen. Ich muss deshalb auch gerüstet sein, mich an einem sicheren Zufluchtsort befinden und Wachen aufstellen. Rüsten gegen die geistigen Angriffe Satans tue ich mich durch Glauben an und Vertrauen in Gott und Kennenlernen seiner Geheimnisse in meinem Heim, einem der sicheren Zufluchtsorte sowie einer Einbruchssicherung, die Einflüsterungen des Heiligen Geistes. Was unternimmst du, um nicht vor Forderungen und Drohungen Satans zu kapitulieren?

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(Bild: Quelle)

Wenn ihr dies nicht tut, so werde ich ihr Unrecht rächen

Es geht immer noch um den Brief, den Giddianhi, der Regierende der Gadiantonräuber, an den Regierenden der Nephiten im Land Zarahemla schrieb (3. Nephi 3:1): „Und ich schreibe dir, Lachoneus, diesen Brief, und ich hoffe, daß ihr eure Ländereien und eure Besitzungen ohne Blutvergießen ausliefert, damit dieses mein Volk seine Rechte und seine Regierungsgewalt zurückgewinnt, denn sie haben sich von euch weg abgespalten, weil ihr so schlecht wart, ihnen ihre Regierungsrechte vorzuenthalten; und wenn ihr dies nicht tut, so werde ich ihr Unrecht rächen. Ich bin Giddianhi.“ (3. Nephi 3:10).

Wenn ihr dies nicht tut, so werde ich ihr Unrecht rächen. Giddianhi stellt hier Behauptungen aus falscher Überlieferung der Vorfahren des Volkes der Lamaniten auf (Mosia 10:11-17) und fordert aus dieser seiner Sicht, die Übergabe aller Ländereien und Regierungsmacht an sein Volk, die Lamaniten. Andernfalls will er Rache üben, den Ausgleich von zuvor angeblich oder tatsächlich erlittenem Unrecht bewirken.

Dass Giddianhi bei Nichterfüllung seiner Forderungen mit Rache droht, lässt mich an folgende Aussage des Herrn denken: „… Mein ist die Rache, ich werde vergelten, …“ (Hebräer 10:30). Wie gerne möchte man sich doch als Rächer der Unterdrückten, der Verfolgten, der Misshandelten sehen. Ist dieser Wunsch legitim? Wenn ich einen Film sehe, in dem jemand einem anderen Unrecht zufügt, dann wünsche ich mir ganz arg, dass dem Verursacher Vergeltung zuteilwird. Wenn dies nun aber im Alltag nicht in zufriedenstellendem Maß geschieht, tröste ich mich und muss mich damit zufriedengeben, dass der Herr gerecht `vergelten´ wird, auch wenn es nicht unbedingt sofort sein wird. Nur er kann eine Situation richtig beurteilen und wird dementsprechend Vergeltung üben. (Römer 12:19). Demzufolge hüte ich mich davor, Vergeltung zu üben. Wie gehst du mit Rache um?

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Von dieser Gesellschaft und ihren Werken weiß ich, dass sie gut sind

Giddianhi schreibt seinen Brief an Lachoneus (3. Nephi 3:1) mit vollster Überzeugung: „Und siehe, ich bin Giddianhi; und ich bin der Regierende dieser geheimen Gesellschaft Gadiantons; und von dieser Gesellschaft und ihren Werken weiß ich, daß sie gut sind; und sie stammen aus alter Zeit, und sie sind an uns weitergegeben worden.“ (3. Nephi 3:9).

Von dieser Gesellschaft und ihren Werken weiß ich, dass sie gut sind. Giddianhi bezieht sich bei dieser `Gesellschaft´, wie er sie nennt, schlicht und einfach auf eine räuberische Bande, die gegen die Nephiten aus ihren Verstecken in den Bergen ringsum des Landes Zarahemla heraus, ihre Angriffe startet (3. Nephi 1:27).

Ich lerne, wie stark der Einfluss Satans auf Menschen sein kann, wenn sie es denn zulassen. Giddianhi ist ja so fest davon überzeugt, dass die `Gesellschaft´, in der er als Regierender eine führende Rolle spielt, nur gute Ziele verfolgt. Dazu muss ich mir bewusst sein, dass der Teufel unwahrscheinlich gut täuschen kann, weil er sogar in Gestalt eines Engels auftreten kann. Dies entnehme ich der Erfahrung, die Korihor, ein Antichrist der unter den Nephiten zuzeiten Alma des Jüngeren predigte, schildert (Alma 30:12,53). Ich muss also sehr wachsam sein, wer mir welche Lehre vermittelt. Wie ich die Lehre Satans von der Gottes unterscheide? Durch die Macht des Heiligen Geistes (Moroni 10:5). Zu den gläubigen Juden sagt Jesus, dass wenn sie an der Wahrheit festhalten, sie diese auch erkennen werden (Johannes 8:31-32). Darauf vertraue ich. Wie stellst du fest, von wem eine Lehre stammt, die dir als gut angepriesen wird?

Optische Täuschung: Alte oder junge Frau oder alter oder junger Mann?

„Alte oder junge Frau oder alter oder junger Mann?“ – Martin Mißfeldt 2018
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Macht euch mit unseren geheimen Werken bekannt

Mormon berichtet uns in seiner Zusammenfassung von einem Schreiben Giddianhis, eines Generals der Gadiantonräuber, um die 16 n. Chr. an den regierenden der Nephiten im Land Zarahemla namens Lachoneus, mit folgender Hauptforderung: „… liefert euch uns aus, und vereinigt euch mit uns, und macht euch mit unseren geheimen Werken bekannt, und werdet unsere Brüder, damit ihr uns gleich seiet—nicht unsere Sklaven, sondern unsere Brüder und Teilhaber an all unserer Habe. 8  Und siehe, ich schwöre dir, wenn ihr dies tut, mit einem Eid, daß ihr nicht vernichtet werden sollt; wenn ihr es aber nicht tut, so schwöre ich dir mit einem Eid, daß ich meinen Heeren nächsten Monat befehlen werde, gegen euch hinabzuziehen, und sie werden ihre Hand nicht zurückhalten und nichts verschonen, sondern euch töten, und werden das Schwert auf euch fallen lassen, selbst bis ihr ausgelöscht seid.“ (3. Nephi 3:7-8).

Macht euch mit unseren geheimen Werken bekannt. Zunächst schmeichelt Giddianhi dem Lachoneus ganz gewaltig (3. Nephi 3:1-2). Dann täuscht er seine Besorgnis vor, dass es doch äußerst bedauerlich wäre, wenn die Nephiten unweigerlich den Tod finden würden, wenn sie auf die Forderung nicht eingehen würden (3. Nephi 3:3,5).

Doch augenscheinlich ein faires Angebot: Auslieferung aller Habe, Beitritt zur geheimen Bande, Verschonung ihres Lebens. Ist das nicht genau die Weise, wie Satan uns betören will? Schmeicheln, Besorgnis vortäuschen, falsche Versprechungen machen, um seine üblen Ziele zu erreichen? Ich muss vor Satan `auf der Hut sein´ – ein Warnsystem installieren, das für mich Wache schiebt. Wenn mir jemand mit solch einem Muster begegnet, schlägt es an und warnt mich, dass es sich hierbei um kein faires Angebot handelt, sondern um eine feindliche Übernahme. Das Warnsystem ist mein Gewissen. Wenn es mich beunruhigt, weiß ich, dass ich dabei bin, in das falsche Lager überzuwechseln, mich mit den geheimen Werken Satans vertraut zu machen. Mein Warnsystem, das Gewissen, schärfe ich durch ständiges Beten und Evangeliumsstudium. Wie schaffst du es `auf der Hut zu sein´?

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Immer schön auf der Hut sein
(Bild: Quelle)