Aus diesem Grund bin ich emporgehoben worden

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Jesus Christus unterrichtet seine Jünger in Amerika weiter: „Und mein Vater hat mich gesandt, damit ich auf das Kreuz emporgehoben würde und damit ich, nachdem ich auf das Kreuz emporgehoben worden sei, alle Menschen zu mir zöge, damit, wie ich von den Menschen emporgehoben wurde, die Menschen ebenso vom Vater emporgehoben würden, um vor mir zu stehen, um nach ihren Werken gerichtet zu werden, ob sie gut seien oder ob sie böse seien seien – 15  und aus diesem Grund bin ich emporgehoben worden; darum werde ich gemäß der Macht des Vaters alle Menschen zu mir ziehen, damit sie gemäß ihren Werken gerichtet werden.“ (3.Nephi 27:14-15).

Aus diesem Grund bin ich emporgehoben worden. Wieder eine tief greifende Symbolik. In dem `Emporheben´ Jesu auf das Kreuz wird symbolisiert, dass er uns aus dem Grab zu sich und dem Vater emporhebt, damit wir gerichtet werden können. Unser `Emporheben´ ist die Auferstehung vom irdischen Tod. Aber Jesus wurde nicht nur auf das Kreuz `emporgehoben´: Als er Sein Werk unter den Menschen soweit vollendet hatte, „… wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.“ (Apostelgeschichte 1:9).

Jesus Christus wurde von den Menschen gerichtet, und zwar zum Tode durch Kreuzigung, und hat dadurch für unsere Sünden gesühnt (1. Nephi 11:23-33). Wir werden aufgrund unserer Handlungen auf Erden gerichtet, nachdem wir `emporgehoben´ wurden, auferstanden sind, und in der Gegenwart Gottes stehen (2. Nephi 2:10). Mir kommt in den Sinn, dass kleine Kinder doch sehr gerne von ihren Eltern in die Höhe gehoben, ja sogar gerne in die Luft geworfen werden, um dann wieder in ihren ausgebreiteten Händen sicher zu landen. Welch ein Vertrauen sie doch haben. So ist meine Freude auch groß in Bezug auf den Moment, in dem ich hochgehoben werde zu meinem Schöpfer, und ich bin mir sicher, dass er einen jeden auch auffängt und nicht fallen lässt. Sollten wir allerdings doch in die Tiefe stürzen, so aus eigenem Verschulden – die Gerechtigkeit übertrifft in diesem Fall dann die Barmherzigkeit.

Was meinst du, musst du tun, dass du, nachdem du emporgehoben worden bist, auch `oben´ bleiben, aufgrund Barmherzigkeit, aufgefangen wirst?

Ich habe euch mein Evangelium gegeben

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Jesus Christus erklärt seinen Jüngern in Amerika weiter: „Siehe, ich habe euch mein Evangelium gegeben, und dies ist das Evangelium, das ich euch gegeben habe – dass ich in die Welt gekommen bin, um den Willen meines Vaters zu tun, denn mein Vater hat mich gesandt.“ (3. Nephi 27:13).

Ich habe euch mein Evangelium gegeben. Der aus dem altgriechischen kommende Begriff `Evangelium´ bedeutet so viel wie `gute Nachricht´ oder `frohe Botschaft´. Was beinhaltet nun diese `frohe Botschaft´, die Jesus Christus, gesandt von seinem Vater, uns in seinem Auftrag gegeben hat?

Das Evangelium von Jesus Christus beinhaltet Gottes Plan der Errettung (Römer 1:16). Sie wurde ermöglicht durch das Sühnopfer von Jesus Christus. Es enthält ewige Wahrheiten, Gesetze, Bündnisse und Verordnungen, ohne die wir nicht in die Gegenwart Gottes zurückkehren können (Lehre und Bündnisse 76:40-42). Um dieser Errettung teilhaftig zu werden, müssen wir nach dem Evangelium leben, von unserem falschen Tun umkehren, durch bevollmächtigte Diener des Herrn im Wasser getauft werden und dann die `Taufe mit Feuer und dem Heiligen Geist´ erhalten (Lehre und Bündnisse 39:6). Wo finden wir das Evangelium in seiner Fülle? Der Herr gab dem Propheten Joseph Smith die Antwort: im Buch Mormon (Lehre und Bündnisse 20:8-9). Teile des wahren Evangeliums finden wir natürlich auch noch in weiteren heiligen Schriften, und die Diener Gottes sollen diese Grundsätze lehren (Lehre und Bündnisse 42:12). Der Herr ermöglicht es auch, dass jeder Mensch dieses Evangelium in seiner eigenen Sprache gelehrt bekommen kann (Lehre und Bündnisse 90:11), ja sogar den Verstorbenen, die es auf Erden nicht hören konnten, wird es gelehrt werden (Lehre und Bündnisse 138:18-21,28-32).

Was meinst du, wie diejenigen, die verstorben sind, getauft werden können, wenn sie das Evangelium annehmen? Hilfestellung: Lies Lehre und Bündnisse 138:33-34.

Denn ihre Werke folgen ihnen nach

Jesus Christus erklärt seinen Jüngern in Amerika weiter: „Denn ihre Werke folgen ihnen nach, denn es ist ihrer Werke wegen, dass sie abgehauen werden; darum denkt an das, was ich euch gesagt habe.“ (3. Nephi 27:12).

Denn ihre Werke folgen ihnen nach. Wie verstehe ich das mit dem Nachfolgen der Werke?

Jesus spricht hier diejenigen an, die wegen ihrer Werke auf Erden nicht in seine Gegenwart eingehen können, sondern für alle Ewigkeit von ihm getrennt sein werden. Die Werke, die sie hier auf Erden getan haben, werden ihnen insofern nachfolgen, dass sie, wenn sie eines Tages vor dem gerechten Richter stehen werden, dort ebenso gegenwärtig sein werden. Sie werden sich an all ihre Werke erinnern können und nach ihnen gerichtet werden. Natürlich gilt dieses `nachfolgen´ der Werke auch für jene, die sich bemüht haben dem Beispiel Jesu zu folgen. Johannes der Offenbarer hört in seiner Vision zur Ankündigung des Gerichts eine Stimme vom Himmel, wie sie zu diesem Thema ausführt: „… Selig die Toten, die im Herrn sterben, von jetzt an; ja, spricht der Geist, sie sollen ausruhen von ihren Mühen; denn ihre Taten folgen ihnen nach.“ (Offenbarung 14:13). In einer Offenbarung, die der Wiederherstellungsprophet Joseph Smith 1831 empfing, sagt Gott ihm, dass diejenigen, die hier auf Erden ihr Augenmerk nur auf Seine Herrlichkeit gerichtet haben, wenn sie sterben, von ihrer irdischen Arbeit ausruhen werden, ihre Werke hier auf Erden allerdings dazu führen werden, dass sie Wohnung beim Vater beziehen werden, verbunden mit einer Krönung – Empfang des höchstmöglichen Lohnes (Lehre und Bündnisse 59:2). Was lerne ich daraus? Meine irdischen Handlungen werden nicht mit meinem irdischen Körper begraben auf Erden vergessen sein, sondern sie werden mit meinem ewigen Geistkörper im Gericht vor Gott gegenwärtig sein und zu meiner Rechtsprechung oder Verurteilung gereichen. Ich bevorzuge die Rechtsprechung!

Was verstehst du darunter, dass `unsere Werke uns folgen werden´ und wie wirkt sich das auf deine Handlungen aus?

Sie werden abgehauen und ins Feuer geworfen, von wo es keine Rückkehr gibt

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Jesus spricht jetzt an, was passiert, wenn die Kirche auf Sein Evangelium gebaut ist, und was, wenn nicht: „und wenn es so ist, dass die Kirche auf mein Evangelium gebaut ist, dann wird der Vater selbst seine Werke darin zeigen. 11  Aber wenn sie nicht auf mein Evangelium gebaut ist, sondern auf Menschenwerk gebaut ist oder auf die Werke des Teufels, wahrlich, ich sage euch: Sie haben eine Zeit lang Freude an ihren Werken, und bald kommt das Ende, und sie werden abgehauen und ins Feuer geworfen, von wo es keine Rückkehr gibt.“ (3. Nephi 27:10-11).

Sie werden abgehauen und ins Feuer geworfen, von wo es keine Rückkehr gibt. Zwei Alternativen gibt es: Entweder ist die Kirche auf das Evangelium von Jesus Christus gebaut oder eben nicht. Im ersten Fall wird der Vater in ihr seine Werke zeigen. Welches sind Seine Werke? Wir wissen, dass der Vater und der Sohn eines Sinnes und eines Geistes sind (3. Nephi 11:27; Johannes 17:20-22). Somit können wir davon ausgehen, dass die Werke des Vaters auch die des Sohnes sind. Als Gott der Herr dem Mose die Schöpfung erklärt, sagt er ihm auch, dass es Sein Werk und seine Herrlichkeit sei, „… die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Köstliche Perle Mose 1:39). Sein Werk ist also die Ausführung des `Planes der Erlösung´. Dieser Plan schließt die Schöpfung, den Fall und das Sühnopfer ein sowie alle von Gott gegebenen Gesetze, Verordnungen und Lehren.

Im zweiten Fall werden die Menschen dieser Kirche `abgehauen und ins Feuer geworfen´. Was bedeutet dies? Es handelt sich auch wieder um ein Symbol. Wenn ein Baum abgehauen wird, werden Stamm und Wurzel voneinander getrennt. Die Wurzel hatte bis dahin den Stamm mit allem Lebensnotwendigen versorgt. Nun ist diese Versorgung unterbrochen und kann auch nicht wiederhergestellt werden. Der Baumstamm vermodert. Auf den Menschen übertragen: Er wird von Gott getrennt, stirbt also ein weiteres Mal und kann nie wieder mit ihm verbunden werden. Diese ewige Trennung von Gott fühlt sich für die Betroffenen wie ein Feuer an, das nicht verzehrt (Alma 5:52).

Was denkst du, musst du tun, um nicht von der `lebensspendenden Wurzel abgeschnitten zu werden´?

Ihr sollt den Vater in meinem Namen anrufen, dass er die Kirche segne um meinetwillen

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Jesus Christus ist seinen Jüngern erneut erschienen (3. Nephi 27:2) und unterweist sie aufgrund ihrer Gebete weiter: „Darum: Was auch immer ihr tut, das sollt ihr in meinem Namen tun; darum sollt ihr die Kirche nach meinem Namen benennen; und ihr sollt den Vater in meinem Namen anrufen, dass er die Kirche segne um meinetwillen.“ (3. Nephi 27:7).

Ihr sollt den Vater in meinem Namen anrufen, dass er die Kirche segne um meinetwillen. Zunächst unterweist der Herr seine in Amerika berufenen Jünger, dass sie alles was sie tun, in seinem Namen tun sollen. Ich denke, damit tragen die Diener und Dienerinnen des Herrn eine äußerst große Verantwortung, nicht nur damals, sondern auch ein jeder heutige berufene Diener, jede berufene Dienerin, in Seiner Kirche. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, muss eine jede berufene Person so leben, dass sie `ständig Seinen Geist mit sich haben kann´. Wie kann man das erreichen? Das Gebet für die Segnung des Abendmahlbrotes weist uns den Weg: 1. Jesu Sühnopfer nicht aus dem Gedächtnis verlieren, 2. dem Vater bezeugen, dass man Willens ist, den Namen Jesu auf sich zu nehmen, 3. dass man Willens ist, immer an Christus zu denken, und 4. dass man Willens ist, immer seine Gebote zu halten (Moroni 4:3). Darin ist allerdings niemand von uns vollkommen, aber wir müssen uns ständig bemühen, Willens zu sein, wie es heißt.

Ein weiterer Punkt, den Jesus als Soll vorgibt, außer den richtigen Namen der Kirche zu benutzen (siehe mein Blogbeitrag „Die sich im Namen Jesu taufen ließen, die nannte man die Kirche Christi“): Den Vater im Namen Jesu für Seine Kirche anzurufen, damit er sie segne. Zugegebenermaßen eine Aufforderung, die hier und da vielleicht ein wenig zu kurz kommt. Ich muss mir angewöhnen, in meinen Gebeten auch diesem Punkt mehr Beachtung zu schenken. Was kann sich dadurch großartig verändern, ob ich das tue oder lasse? Meine innere Einstellung sowohl zum Vater, als auch zur Kirche des Herrn wird sich verändern, sie wird intensiver werden und ich werde mich fragen, wie kann Gott mich nutzen, um die Kirche um Jesu Willen zu segnen. Und wenn ich auf den Geist achte, werde ich Dinge tun, die dem Ziel nützlich sein werden.

Wie realisierst du diese Aufforderung Jesu, Gott anzurufen, die Kirche zu segnen?

Wer meinen Namen auf sich nimmt und bis ans Ende ausharrt

Nach der Hochzeit die Qual der Wahl bei der Namenswahl
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Gestern haben wir festgestellt, dass die Jünger sich in mächtigem Gebet und Fasten vereinigten, woraufhin der Herr ihnen nochmals erschien und sie ihn fragten, wie sie Seine Kirche nennen sollten. Er antwortete ihnen, dass sie Seinen Namen tragen müsse (3. Nephi 27:1-5), wie wir es auch schon in meinem Blogbeitrag „Die sich im Namen Jesu taufen ließen, die nannte man die Kirche Christi“ betrachtet hatten. Und dann sagt Er weiter: „und wer meinen Namen auf sich nimmt und bis ans Ende ausharrt, der wird am letzten Tag errettet werden.“ (3. Nephi 27:6).

Wer meinen Namen auf sich nimmt und bis ans Ende ausharrt. Wie nehmen wir den Namen Jesu auf uns und was ist darunter zu verstehen, bis ans Ende auszuharren?

Der Name steht für ein Stück Identität. Früher gab der Familienname meist den Beruf seines Trägers preis. Seinen Familiennamen erbte man von seinem Vater. Wie verhält es sich nun mit dem Namen Jesu, erben wir den auch von ihm? Wir nehmen Seinen Namen auf uns, indem wir uns dazu entschließen, uns vor Ihm zu demütigen und uns nach Umkehr von unseren Sünden „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ taufen zu lassen (Lehre und Bündnisse 20:73). Durch diesen Bund werden wir nun Söhne und Töchter Jesu, wir haben Seinen Namen auf uns genommen. Gleichzeitig haben wir versprochen, ihm mit Entschlossenheit bis an unser Lebensende zu dienen (Lehre und Bündnisse 20:37). Das bedeutet, bis ans Ende auszuharren. Außerdem werden wir am letzten Tag mit diesem Namen gerufen werden und wenn wir ihn vergessen haben, werden wir keinen Platz im Reich des Vaters haben (Lehre und Bündnisse 18:24-25). Sollten wir ihn erst gar nicht kennen, werden wir mit einem anderen Namen gerufen und zur Linken Hand Gottes platziert (Mosia 5:10), was soviel bedeutet, dass wir aussortiert sind, nicht zu seiner Schafherde gehören (Matthäus 25:33) sondern zu jenen, die auf ewig Seiner Gegenwart beraubt sein werden (Matthäus 25:41).

Was verstehst du darunter, auszuharren bis ans Ende deines Erdenlebens?

Als die Jünger Jesu umherreisten und … predigten

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Im Vers 20 des Kapitels 26 sagt uns Mormon, dass die von Christus belehrten Menschen alles so taten, wie er es ihnen geboten hatte. So taten sie auch Folgendes: „Und es begab sich: Als die Jünger Jesu umherreisten und das predigten, was sie gehört und auch gesehen hatten, und im Namen Jesu tauften, begab es sich: Die Jünger versammelten sich und vereinigten sich zu mächtigem Beten und Fasten.“ (3. Nephi 27:1)

Als die Jünger Jesu umherreisten und … predigten. Wir erkennen auch hier wieder, dass die Kirche des Herrn eine Missionskirche ist. Schon nachdem Jesus auferstanden war und seinen elf Aposteln erschien, der zwölfte hatte sich ja aufgrund seines Verrates an Jesus erhängt (Matthäus 27:5), beauftragte er sie: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ (Markus 16:15). Und wie uns das Neue Testament bestätigt, taten sie das. Die Apostel bereisten die ihnen damals erreichbare `ganze Welt´ und verkündeten das Wort des Herrn und gründeten überall Gemeinden (Apostelgeschichte 16:5).

Wie es leider in der Geschichte des Volkes des Herrn immer wieder Abfall vom wahren Wort des Herrn gab (Beispielhaft 2. Chronik 21:10-11), wurde auch von den Aposteln des Herrn ein erneuter Abfall vorhergesagt (Thessalonicher 2:3). Widersacher der `Neuen Lehre´ (Apostelgeschichte 17:19) bekämpften mit allen Mitteln die Ausbreitung der Kirche des Herrn, sogar mit der Ermordung aller Priestertumsführer (der einzige im Neuen Testament berichtete Mord: Apostelgeschichte 12:2), sodass es die Vollmacht des Herrn für eine lange Periode der Menschheitsgeschichte nicht mehr auf Erden gab. Erst an einem wunderschönen Frühlingstag des Jahres 1820 öffnete sich der Himmel wieder (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:14-17). Die Kirche des Herrn wurde wieder mit Vollmacht aufgerichtet (Lehre und Bündnisse 27:12; lies auch gerne hier) und der Auftrag, der an die ersten Jünger zu Jesu Lebzeiten auf Erden erging, erging nun auch wieder an die neuen Jünger des Herrn (Lehre und Bündnisse 58:64). Und so reisen auch heute wieder die Jüngerinnen und Jünger des Herrn je zu zweit umher und predigen (siehe hier).

Welche Vorstellung hast du davon, wie die Jünger damals im alten Amerika umherreisten und predigten?

Die sich im Namen Jesu taufen ließen, die nannte man die Kirche Christi

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Nachdem uns Mormon mitgeteilt hat, dass seine Anhänger in Amerika alles so getan haben, wie er es ihnen geboten hatte (3. Nephi 26:20), stellt er noch fest: „Und die sich im Namen Jesu taufen ließen, die nannte man die Kirche Christi.“ (3. Nephi 26:21).

Die sich im Namen Jesu taufen ließen, die nannte man die Kirche Christi. Auch schon zuzeiten Alma des Älteren, um die 147 vor Chr., begegnen wir dieser Aussage, dass diejenigen, die sich haben taufen lassen, dadurch Mitglieder der `Kirche Christi´ wurden (Mosia 18:17). Etwas später fragten die Jünger den Herrn explizit danach, wie sie denn die Kirche nennen sollten, und der Herr sagte ihnen, dass sie ja den Namen Christi auf sich genommen haben und dass sie alles, was sie tun, in seinem Namen tun sollen und deshalb sollen sie die Kirche nach seinem Namen benennen (3. Nephi 27:3-8).

Auch in unserer Evangeliumszeit haben wir Mitglieder uns eine ganze Zeit davon abbringen lassen, die Kirche so zu nennen, wie es der Herr in einer Offenbarung an den Propheten Joseph Smith 1838 vorgegeben hatte, nämlich „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (Lehre und Bündnisse 115:3-4). Wir haben uns verleiten lassen, uns als Mormonen zu bezeichnen, weil die Menschen um uns herum uns so genannt haben und wir dachten, dass wir auf diese Weise bei den Menschen eher klar machen könnten, um welche Kirche es sich handelt, der wir angehören. Oftmals haben die führenden Autoritäten der Kirche uns darauf hingewiesen, welchen Namen die Kirche des Herrn trägt. Es ist nicht die Kirche von Mormon, sondern die Kirche von Jesus Christus. Und zur Unterscheidung der Mitglieder zu Christi Lebzeiten auf Erden, also in den ersten Tagen, sind wir eben die Mitglieder in den letzten Tagen vor Seinem zweiten Kommen. Nun hat vor Kurzem Präsident Russel M. Nelson endgültig mit der Bezeichnung Mormonen aufgeräumt. In der Oktober Generalkonferenz 2018 der Kirche sagte er in seiner Schlussansprache in der Versammlung am Sonntagvormittag: „Heute fühle ich mich gedrängt, über eine sehr wichtige Angelegenheit zu sprechen. Vor einigen Wochen habe ich eine offizielle Stellungnahme im Hinblick auf eine Kurskorrektur zum Namen der Kirche abgegeben. Das habe ich gemacht, weil der Herr mir bewusst gemacht hat, wie wichtig der Name ist, den er für seine Kirche, nämlich Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, festgelegt hat.“ (lies die ganze Ansprache, oder sieh sie dir an hier). Seitdem sind wir, die Mitglieder der Kirche sehr bemüht, seiner Weisung zu folgen, obwohl damit ein riesiger Aufwand verbunden war und sogar hier und da noch ist. Unzählige Internetadressen der Kirche trugen nicht den vollen Namen der Kirche, in kirchlichen Veröffentlichungen gab es vielfach den Spitznamen der Kirche, die internationale Presse musste sich umgewöhnen und einen langen, den richtigen Namen der Kirche ausschreiben … Ich fühle mich so wohl und bin dem Herrn so dankbar, dass wir einen lebenden Propheten haben dürfen, der uns in Seinem Licht führt. Sieh dir auch gerne dieses dreiminütige Video an (hier).

Für wie wichtig hältst du es, den Namen zu verwenden, den der Herr für Seine Kirche vorgesehen hat, anstatt einen viel kürzeren?

Ein jeder handelte gerecht

Henoch und sein Volk werden in den Himmel aufgenommen
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Mormon berichtet uns weiter: „Und sie lehrten und dienten einander; und sie hatten alles unter sich gemeinsam, ein jeder ging gerecht mit dem anderen um.“ (3. Nephi 26:19).

Ein jeder handelte gerecht. Jeder hat eine bestimmte Vorstellung von `gerechtem Handeln´. Diese Vorstellungen gelten immer für den jeweiligen Betrachter. Jemand anderer kann genau dieses Handeln auch als ungerecht empfinden. Was ist unter gerechtem Handeln zu verstehen? Eine passende Definition ist für mich diese: „Gerecht heißt insbesondere, dass man gegenüber verschiedenen Menschen aus dem gleichen Geist heraus handelt.“ (Siehe hier).

Ist vielleicht nicht so ganz leicht. Wie verhalte ich mich: Da gibt es jemanden, der kommt geschniegelt, gebügelt und sauber, gut duftend und frisiert daher, im Gegensatz zum nächsten, den ich treffe, der mir mit schmutzigen schlecht riechenden Klamotten gegenübersteht. Werde ich beide aus dem gleichen Geist heraus behandeln? Wieder ist uns der Herr das große Vorbild, dem wir nacheifern dürfen. Da gibt es die gehorsamen Kinder Gottes, diejenigen, die sich voller Glauben in ihn bemühen, nach seinen Geboten zu leben, ich denke an Henoch mit seinem Volk (Köstliche Perle Moses 7:21,23,69; Lehre und Bündnisse 107:49), und dann ich, der immer wieder in Sünde gefallen ist. Was hat der Herr getan? Er hat auch mir die Treue gehalten – so fühle ich mich auf jeden Fall (Nehemia 9:33). Die Schrift sagt mir, dass der Herr gerecht ist und gerechte Taten liebt (Psalm 11:7), also bemühe ich mich „gegenüber verschiedenen Menschen aus dem gleichen Geist heraus“ zu handeln.

Wie leicht fällt es dir, „gegenüber verschiedenen Menschen aus dem gleichen Geist heraus“ zu handeln – oder gibt es dabei Schwierigkeiten?