Das Licht des Leibes ist das Auge

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge weiter, inhaltlich gleich wie den Menschen auf der östlichen Erdhälfte, in seiner sogenannten Bergpredigt (Matthäus 6:22-23): „Das Licht des Leibes ist das Auge; wenn also dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib voll Licht sein. 23  Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib voll Finsternis sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß ist dann die Finsternis!“ (3. Nephi 13:22-23).

Das Licht des Leibes ist das Auge. Schließ doch bitte mal deine Augen für einen kleinen Moment. Was passiert? Empfindest du eine innere Dunkelheit? Öffnest du sie wieder, strömt Licht in deinen Leib – vorausgesetzt die Umgebung, in der du dich befindest, ist erleuchtet –, und du erkennst deine Umgebung wieder.

Was hat es nun mit dem Aspekt der Lauterkeit in diesem Zusammenhang auf sich? Lauter bedeutet so viel wie rein, hell, klar, gereinigt, gespült. Wenn also mein Auge lauter ist, gereinigt, gespült, nehme ich reine Dinge wahr, ich sehe sie hell und klar. Sie erleuchten meinen Verstand und wirken sich auf meinen ganzen Körper positiv aus. Sind meine Augen verschmutzt, lassen sie kein Licht einfallen und alles ist dunkel, wie du beim Schließen deiner Augen vorher wohl bemerkt haben wirst. Nun kann man das natürlich auch auf die Augen unseres Geistes übertragen. Verschmutze ich diese durch entsprechend schlechte Gedanken, so fällt kein Licht in meinen Geistkörper und er ist erfüllt mit Finsternis – keine Erkenntnis. Umgekehrt, habe ich reine Gedanken, sind meine geistigen Augen klar und lassen göttliche Erkenntnis meinen Körper durchströmen. Darum bitte ich, wie Paulus es sagt, dass der Herr mir die Augen meines Herzens erleuchten möge, damit ich verstehen kann (Epheser 1:18). Ich mag es, wenn es in meiner Wohnung hell ist und so wünsche ich es auch für mein Inneres. Ich versuche mein Auge nur auf die Herrlichkeit Gottes zu richten, sodass mein ganzer Körper mit Licht erfüllt sein möge (Lehre und Bündnisse 88:67).

Wie stellst du sicher, dass deine Augen lauter sind?

Sammelt euch nicht Schätze auf Erden

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge weiter, inhaltlich gleich wie den Menschen auf der östlichen Erdhälfte, in seiner sogenannten Bergpredigt (Matthäus 6:19-21): „Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motten und Rost zerfressen und Diebe einbrechen und stehlen; 20  sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost zerfressen und wo Diebe nicht einbrechen noch stehlen. 21  Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (3. Nephi 13:19-21).

Sammelt euch nicht Schätze auf Erden. Du erinnerst dich vielleicht, wie du in deiner Kindheit auch gerne eine Schatzkarte interpretiert hast, um herauszufinden, wo du nach ihm suchen musst? Wie gerne möchte man doch der Finder sein. Heutzutage gibt es sogar berufsmäßige `Schatzsucher´, die riesige Summen investieren, um angeblich in der Erde versteckte, oder in den Tiefen des Meeres versunkene, Schätze zu bergen. Beispielhaft hier die Schatzsucher von Oak Island. Auf einer Insel an der Ostküste Kanadas sollen Piraten Massen an reinem Gold vergraben haben. Zwei Brüder erfüllen sich einen lang gehegten Traum und beginnen das Abenteuer ihres Lebens. Sie wollen diesen Schatz finden. Auch lebensgefährliche Situationen schrecken sie nicht ab.

Um wie viel gefahrloser ist es doch Schätze zu sammeln, die nicht vergänglich sind, die uns nicht auf Erden reich machen, aber dafür im Himmelreich Gottes. Ich denke da an das Gleichnis vom im Acker verborgenen Schatz im Neuen Testament: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker.“ (Matthäus 13:44). Ich denke, man kann die Gleichnisse der Herrn mehrfach interpretieren. Eine Interpretation: Zuzeiten Jesu hatte man vielfach seine Wertsachen heimlich in der Erde vergraben, um sie sicher aufbewahrt zu wissen. Wenn der Eigentümer nun starb, nahm er dieses Geheimnis mit sich ins Grab. Wer nun auch immer solch einen Schatz fand, durfte ihn als sein Eigentum betrachten, wenn ihm das Land gehörte. Dem Mann im Gleichnis gehörte das Land noch nicht. So vergrub er ihn wieder und verkaufte all seinen Besitz und kaufte das Land. Somit war ihm der Schatz sicher. Manch ein Mensch stößt unbeabsichtigt auf den in den Wirrnissen der Welt verborgenen Schatz, ist von seinem Wert überzeugt, und setzt alles dran, ihn zu erhalten. Er muss dafür vielleicht seine alten Freunde aufgeben, sich sogar mit seiner Familie zerstreiten, Verfolgung erleiden, seine Arbeit verlieren, … (Matthäus 19:29), aber der Schatz, das Himmelreich Gottes, ist es ihm wert, denn es ist ein nicht vergänglicher Schatz, ein Schatz an dem er sich ewig erfreuen wird.

Welche Interpretation kennst du?

Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler

(Bild DAK-Gesundheit: Quelle)

Der auferstandene Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge weiter, inhaltlich gleich wie den Menschen auf der östlichen Erdhälfte, in seiner sogenannten Bergpredigt (Matthäus 6:16-18): „Und weiter, wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler mit traurigem Gesichtsausdruck, denn sie verstellen ihr Gesicht, um den Menschen ihr Fasten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn. 17  Aber du, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, 18  damit du nicht vor den Menschen dein Fasten zeigst, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir offen lohnen.“ (3. Nephi 13:16-18).

Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler. Stellt sich zunächst die Frage: Was ist Fasten im Sinne des Evangeliums von Jesus Christus? Schon die alten Israeliten waren angehalten zu fasten. Dabei hat man freiwillig und zeitlich begrenzt auf Essen und Trinken verzichtet, um Gott näherzukommen, seinen Segen zu erbitten und Bedürftigen zu helfen. Beim Propheten Jesaja aus Jerusalem (etwa 740-701 v. Chr.) erfahren wir, was der Herr sich von seinem Volk für ein Fasten wünschte: sich demütigen, keine alltäglichen Arbeiten verrichten, nicht streiten, keine Gewalt, sich bei Gott Gehör verschaffen, von Unrecht ablassen, Lasten erleichtern, Bedürftigen helfen, sich um die Familie kümmern (Jesaja 58:3-7). Außerdem gab es Fasten aus besonderen Anlässen. So bat z. B. Königin Ester (Ester 2:22) das in persischer Diaspora lebende Volk Juda (5. Jahrhundert v. Chr.) aufgefordert, für sie drei Tage und Nächte zu fasten (Ester 4:16), um bei ihrem Mann, dem Perserkönig Artaxerxes (Ester 2:16), erfolgreich den von Haman listig geplanten Genozid (Ester 3:8-9) von ihrem Volk abzuwenden (Ester 4:16). Der Herr erhörte das Fasten und der Genozid kehrte sich um. Nicht die Juden wurden vernichtet, sondern sie vernichteten ihrerseits ihre Feinde (Ester 9:1).

Auch in heutiger Zeit nutzen Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage das Fasten regelmäßig, um Gott näherzukommen (Lehre und Bündnisse 88:76). Der erste Sonntag eines jeden Monats wurde als Fasttag ausgerufen. Während vierundzwanzig Stunden verzichten die Mitglieder freiwillig auf Essen und Trinken. Das Geld, das sie für das Essen hätten ausgeben müssen, wird der Kirche, wenn möglich großzügig, gespendet, die damit Notleidenden Hilfe leistet, unabhängig, ob es sich um Mitglieder der Kirche handelt oder nicht. Das Ganze findet nicht mit `traurigem Gesichtsausdruck´ statt, sondern ist ein `Sichfreuen und Beten´ (Lehre und Bündnisse 59:14). Mein Haupt salbe ich, für mein Verständnis, dadurch, dass ich mich insofern heilige, indem ich alle unreinen Gedanken vertreibe. Mein Gesicht wasche ich, auch im übertragenen Sinn, damit es frisch aussieht.

Wie verstehst du das mit dem `salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht´?

Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt

Der verlorene Sohn kehrt um und bittet um Vergebung
(Lukas 15:11-32; Bild: Quelle)

Der auferstandene Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge weiter, inhaltlich gleich wie den Menschen auf der östlichen Erdhälfte, in seiner sogenannten Bergpredigt (Matthäus 6:14-15): „Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben; 15  wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, wird euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ (3. Nephi 13:14-15).

Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen sich, ob willentlich oder versehentlich, gegenseitig Unrecht antun. Tut mir jemand solches Unrecht an, darf ich nicht voller Herablassung auf ihn schauen und von ihm Wiedergutmachung verlangen oder noch schlimmer, Rachegefühle in mir aufkommen lassen. Ich muss mich immer fragen, was habe ich ihm, oder jemand anderem, schon für Unrecht angetan! Das ist der große Fehler, dass ich geneigt bin von mir zu denken, dass ich fehlerfrei bin – mir passiert das, was er mir angetan hat, doch nie.

Und dann muss ich voller Reue ihn um Vergebung bitten und auch bereitwillig ihm von mir aus vergeben. Dies ist ein Vorgang, in dem ich mich zwar als Opfer empfinde, aber auf einen Schuldvorwurf verzichte, und zwar unabhängig davon, ob der Verursacher einsichtig ist oder Reue zeigt. Ich muss christusähnliche Liebe für ihn entwickeln und darf keine schlechten Gefühle in mir gegen ihn aufbauen. Laufend versündige ich mich gegen Gott. Würde er schlechte Gefühle gegen mich aufkommen lassen? Nein, nicht gegen mich, nur gegen die Sünden die ich begangen habe. Also muss ich auch daran denken, ihn in den Prozess einzubeziehen, ihn voller Demut um Vergebung bitten und ihm ein `reuiges Herz´ und einen `zerknirschten Geist´ opfern (2. Nephi 2:7). Ich muss einfach daran denken: wenn ich gerne möchte, dass der Herr mir vergibt, dann muss ich zuerst meinem Nächsten vergeben, ansonsten wird daraus nichts (Lehre und Bündnisse 82:1).

Wie gehst du mit Vergebung um?

Auf diese Weise sollt ihr darum beten

(Bild: Quelle)

Und nun gibt der auferstandene Herr den Nephiten am Tempelplatz im Land Überfluss in Amerika ein Muster, wie gebetet werden soll: „Auf diese Weise sollt ihr darum beten: Unser Vater, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name. 10  Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. 11  Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben. 12  Und führe uns nicht in Versuchung, sondern befreie uns vom Bösen. 13  Denn dein ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit immerdar. Amen.“ (3. Nephi 12:9-13).

Auf diese Weise sollt ihr darum beten. Im Matthäusevangelium der Einheitsübersetzung 2016 gibt es marginale Unterschiede (Matthäus 6:9-13). Eine Korrektur bringt Joseph Smith für den Vers 13, der bei ihm Vers 14 ist, in seiner Übersetzung, mit der er 1830 begann, an: „Und laß uns nicht in Versuchung geführt werden, sondern befreie uns vom Bösen.“ (JSÜ Matthäus 6:14) mit der Begründung, dass der Herr uns nie in Versuchung führen würde. Übrigens, ganz bemerkenswert, 189 Jahre später: „Papst Franziskus hat offiziell die Änderung beim „Vater Unser“ für gebilligt. Konkret geht es um die Änderung in Mt 6,13 „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen!“. Zukünftig soll im Vater Unser „Lass uns nicht in Versuchung geraten“ gebetet werden. Laut der Website UCatholic wurde die Änderung vom Papst am 22. Mai [2019] gebilligt. Der Papst meint laut eigenen Angaben, dass die neue Version besser sei, weil durch die ursprüngliche Version abgeleitet werden könnte, dass Gott Menschen in Versuchung führe, eine Interpretation, die durchaus differenziert von Theologen gesehen wird.“ (Zitat: Kath.net Katholische Nachrichten).

Der Herr lässt Versuchungen zu, um uns die Möglichkeit zu geben, uns selber zu entscheiden und ihm zu beweisen, dass wir uns für das Gute, also für ihn, anstatt für das Böse, also für Luzifer, entscheiden. Er selber wurde ja auch nicht von seinem Vater in Versuchung geführt, sondern der Satan ist an ihn herangetreten und hat ihn versucht und der Vater hat es zugelassen und Christus hat so reagiert, wie sein Vater es von ihm auch erwartet hat (Matthäus 4:1-11). Mit diesem Mustergebet zeigt uns der Herr auf, woran wir beim Beten denken sollen und zeigt uns, dass es nicht mit `geschwollener Rede´ und `viel Geplapper´ geführt werden soll.

Wie nutzt du dieses Mustergebet?

Wenn ihr aber betet, so gebraucht keine unnützen Wiederholungen wie die Heiden

(Bild: Quelle)

Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge weiter, inhaltlich ähnlich wie den Menschen auf der östlichen Erdhälfte, in seiner sogenannten Bergpredigt (Matthäus 6:7-8), wobei im Buch Mormon seine persönlichen Worte wiedergegeben sind, während in der Bibel aus dem Gedächtnis der Schreiber heraus erst längere Zeit nach den Ereignissen schriftlich festgehalten wurde: „Wenn ihr aber betet, so gebraucht keine unnützen Wiederholungen wie die Heiden, denn sie meinen, sie werden erhört, weil sie viele Worte machen. 8  Seid ihr also nicht so wie sie, denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.“ (3. Nephi 12:7-8).

Wenn ihr aber betet, so gebraucht keine unnützen Wiederholungen wie die Heiden. Beim Lesen dieser Aussage, muss ich daran denken, dass ich in jedem Morgen- und Abendgebet doch grundsätzlich immer das Gleiche sage, auch wenn ich mich bemühe immer mal wieder anders zu formulieren. Ich bedanke mich für den Schutz und Segen, den ich erhalten hatte, für meine Lieben, die mir geholfen haben einen guten Weg einzuschlagen und darauf zu bleiben, für meine Lieben um mich herum und erbitte den Schutz, den Segen und die Führung und Leitung für uns alle bei unseren täglichen Arbeiten, insbesondere für die Propheten, Apostel und alle anderen kirchlichen Führer …, `aber nicht mein Wille soll geschehen, sondern dein Wille´ sind meine letzten Gebetsworte. Ein Pfarrer berichtete, dass ein Schüler ihm bei diesem Thema sagte: „Ich könnte genauso gut beten: Lieber Gott, heute dasselbe wie gestern. Amen.“ (siehe hier)

Sind das nun unnütze Wiederholungen, von denen der Vater sowieso weiß? Muss ihm das nicht eigentlich schon aus den Ohren herausquellen? In der Einheitsübersetzung heißt es: „… Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, …“. Ich bin froh, das entlastet mich ein wenig, denn plappern, `aus der Freude am Reden ohne besonderen inhaltlichen Tiefgang fröhlich vor sich hin erzählen´ bzw. `Nutzloses oder Schädliches von sich geben´, das meine ich nicht in meinen Gebeten zu tun. Und `extra viele Worte´ spreche ich auch nicht, also z. B. in ein und demselben Gebet alles mehrfach wiederholen.

Wie verstehst du das mit den unnützen Wiederholungen in den Gebeten?

Wenn du betest, so sollst du es nicht wie die Heuchler tun

„… wenn du betest, so gehe in deine Kamme …“r
(Bild: Quelle)

Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge weiter, inhaltlich ähnlich wie den Menschen auf der östlichen Erdhälfte, in seiner sogenannten Bergpredigt (Matthäus 6:5-6), wobei im Buch Mormon seine persönlichen Worte wiedergegeben sind: „Und wenn du betest, so sollst du es nicht wie die Heuchler tun, denn sie beten gern, während sie in den Synagogen und an den Straßenecken stehen, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn. 6  Aber du, wenn du betest, so gehe in deine Kammer, und wenn du deine Tür geschlossen hast, so bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir offen lohnen.“ (3. Nephi 12:5-6).

Wenn du betest, so sollst du es nicht wie die Heuchler tun. Von dem deutschen Nationalökonom, königlich sächsischen Hofrat und Professor Wilhelm Roscher (1817 – 1894) stammt folgendes Zitat: „Der Heuchler ist für die Religion noch gefährlicher, als der Ungläubige.“ Ein Heuchler ist eine Person, die von sich nach außen hin absichtlich ein Bild vermittelt, das nicht ihrem realen Selbst entspricht (Matthäus 23:28). Sein Verhalten ist nur vorgespielt, er will besser erscheinen, als er in Wahrheit ist.

Die Menschen, insbesondere aber seine Jünger auf der östlichen Erdhälfte forderte Jesus auf, sich vor Heuchelei zu hüten (Lukas 12:1). Er bezeichnet die Pharisäer als Heuchler und dass sie damit wie Sauerteig wirken. Das meint, dass ein Heuchler die Menge um sich herum infiziert, wie uns am Beispiel des Barnabas gezeigt wird (Galater 2:13). Durch Heuchelei trage ich dazu bei, meine Mitmenschen in die Irre zu leiten, wie es uns der angesehene Schriftgelehrte Eleasar bezeugt. Er sollte gezwungen werden, entgegen seinem Glauben, Schweinefleisch zu essen ansonsten würde er gefoltert werden. Seine Wegbegleiter rieten ihm doch heimlich Rindfleisch zuzubereiten und das dann zu essen. Er aber wollte sich nicht verstellen und antwortete: „Wenn ich jetzt heuchelte, um eine geringe, kurze Zeit länger zu leben, leitete ich sie irre, brächte meinem Alter aber Schimpf und Schande.“ (2. Mackabäer 6:25). Die verstreuten Heiligen in den Gemeinden im nördlichen und westlichen Kleinasien, fordert Petrus, der Apostel Jesu, auf, alle Heuchelei abzulegen (1. Petrus 2:1). Was muss ich machen, um Heuchelei abzulegen oder noch besser, ihr erst gar nicht zu verfallen? Ich muss mich um Weisheit von Gott bemühen (Jakobus 3:17).

Welche Einstellung hast du zu Heuchelei?

Lass deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte Hand tut

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Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge weiter, inhaltlich ähnlich wie den Menschen auf der östlichen Erdhälfte, in seiner sogenannten Bergpredigt (Matthäus 6:1-4), wobei im Buch Mormon seine persönlichen Worte wiedergegeben sind: „Wahrlich, wahrlich, ich sage, ich möchte, daß ihr den Armen Almosen gebt; aber achtet darauf, daß ihr eure Almosen nicht vor den Leuten gebt, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater, der im Himmel ist. 2  Darum, wenn ihr eure Almosen gebt, so posaunt nicht vor euch her, wie Heuchler das in den Synagogen und auf den Straßen tun, um sich von den Leuten preisen zu lassen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn. 3  Wenn aber du Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte Hand tut, 4  damit deine Almosen verborgen bleiben; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird selbst es dir offen lohnen.“ (3. Nephi 13:1.4).

Lass deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte Hand tut. Mir fällt dabei direkt die Redensart ein: „Die linke Hand weiß nicht, was die rechte tut; die rechte Hand weiß nicht, was die linke tut.“ Sie will sagen, dass kein einheitliches Vorgehen, kein ausreichender Informationsaustausch in einer Organisation stattfindet. Die Hände stehen hier sinnbildlich für ausführende Teile einer Organisation, die unzureichend zusammenarbeiten. Sie drückt also Kritik an einem chaotischen Zustand der Organisation aus.

Wie du dir leicht denken kannst, ist sie aus der Bibel abgeleitet (Matthäus 6:3) und Christus wiederholt diese Aussage auch bei den Nephiten. Allerdings will Christus damit etwas ganz anderes zum Ausdruck bringen. Er wünscht sich von uns, dass wir die Bedürftigen ohne Hintergedanken unterstützen, in dem wir also nicht etwa eine Gegenleistung erwarten, und uns auch erst recht nicht damit vor Mitmenschen zu brüsten: Seht her, was ich für ein guter Mensch bin. Ja, ich selber sogar soll mir nicht den Kopf darüber zerbrechen, soll einfach nur selbstlos von dem abgeben, was mir der Herr zur Verfügung gestellt hat, um denen zu helfen, die unverschuldet in Not geraten sind. Wenn ich so handle, verspricht mir der Herr, dass er für meine Belohnung sorgen wird.

Wie hältst du es mit der Art und Weise des `Gebens von Almosen an die Armen´?

Das Alte ist hinweggetan, und alles ist neu geworden

Die Gelegenheit beim Schopf packen
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Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge weiter: „Darum sind die Dinge, die von alter Zeit waren, die unter dem Gesetz waren, in mir alle erfüllt. 47  Das Alte ist hinweggetan, und alles ist neu geworden. 48  Darum möchte ich, daß ihr vollkommen seiet, so wie ich oder euer Vater, der im Himmel ist, vollkommen ist.“ (3. Nephi 12:46-48).

Das Alte ist hinweggetan, und alles ist neu geworden. Wenn ich diese Aussage lese, fällt mir direkt die erste Zeile des alten Volksliedes ein: „Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei.“ So könnte man auch das Werk unseres Heilandes interpretieren. Er hat auf Erden für uns gelitten, um uns vom alten Gesetz des Mose zu befreien und ein neues Gesetz zu bringen, eines, das allerdings schon vor dem Gesetz des Mose bestand (Lehre und Bündnisse 22:1; 3. Nephi 15:2-5). Von Beginn an hat der Herr also den Menschen, seinen Kindern, einen `immerwährender Bund´ (Lehre und Bündnisse 45:9) angeboten. Allerdings immer dann, wenn seine Kinder von seinen Verordnungen abgewichen sind, hat er ihnen einen niedrigeren Bund gegeben. So z. B. dem Mose, als dieser auf dem Berg Sinai zunächst ein höheres Gesetz empfing, das Volk aber in der Zwischenzeit das goldene Kalb anbetete (Exodus 32:8) und er die Platten zerschmetterte (Exodus 32:19) und vom Herrn ein niedrigeres, ein `fleischliches´ Gesetz erhielt (Joseph Smith Übersetzung Exodus 34:1-2). Mit dem Opfer, das Christus erbrachte, hat er dieses fleischliche Gesetz erfüllt und den `immerwährenden Bund´ wieder gebracht (Hebräer 8:13), der uns auch in der heutigen Zeit angeboten wird (Lehre und Bündnisse 66:2).

Wir haben heute, in dieser letzten Evangeliumszeit, der Zeit der Fülle, wieder die Möglichkeit, nach diesem höheren Gesetz zu leben. Damit verbunden haben wir auch die Möglichkeit, nach Vollkommenheit zu streben soweit es in unserer Möglichkeit liegt. Das, was wir hier auf Erden nicht schaffen, das wird denjenigen, die ausgeharrt haben bis ans Ende ihres Erdendaseins, durch Christus ermöglicht (Mormon 10:32).

Viele Menschen streben Vollkommenheit in ihren weltlichen Tätigkeiten an, warum sollten wir dann nicht, im übertragenen Sinn, auch in geistiger Hinsicht `die Gelegenheit beim Schopf packen´?

Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen

„… Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ (Apostelgeschichte 7:59-60)
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Christus erklärt der am Tempelplatz im Land Überfluss versammelten Volksmenge weiter: „Und siehe, es steht auch geschrieben: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen; 44  aber siehe, ich sage euch: Liebt eure Feinde, segnet die, die euch fluchen, tut Gutes denen, die euch hassen, und betet für die, die euch böswillig behandeln und euch verfolgen, 45  damit ihr die Kinder eures Vaters seiet, der im Himmel ist; denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten.“ (3. Nephi 12:43-45).

Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Die Übersetzung im Buch Mormon ist gleichlautend mit der in Matthäus 5:43-45. Im Alten Testament finde ich allerdings diese direkte Aussage, seinen Feind zu hassen nicht (Levitikus 19:18). Für diese Ableitung des Herrn, dass gesagt worden sei, man solle seinen Feind hassen, scheint mir die Erklärung, die ich hierzu gefunden habe, einleuchtend: Die Aussage `deinen Nächsten zu lieben ´in Levitikus bezieht sich eben nur auf `die Kinder deines Volkes´ und nicht auf Mitglieder fremder Völker.

Natürlich ist Jesus Christus für uns Menschen das größte Vorbild in Sachen Liebe und `Feindesliebe´. Hat er nicht am Kreuz zu seinem und unsrem himmlischen Vater um Vergebung für seine Peiniger gebetet (Lukas 29:33-34)? Ich muss auch an das Beispiel des Stephanus denken, der wegen falscher Anschuldigungen seiner Neider vor den Hohen Rat geschleppt und fälschlich angeklagt und gesteinigt wurde. Was tat er? Er betete, während er gesteinigt wurde: „… Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ (Apostelgeschichte 7:59-60). Solch eine Liebe muss man erst einmal entwickeln. Gerade vor einige Wochen habe ich einen Bericht im Fernsehen gesehen, wo ein überlebender Gepeinigter auf seinen Peiniger getroffen ist, er ihn zu sich auf die Bank gezogen hat, ihm seinen Arm auf seine Schulter legte und sagte, dass er ihm seine Taten vergibt. Er sei in gewisser Weise auch Opfer gewesen. Hätte er sich damals dem Befehl verweigert, wäre er hingerichtet worden. Einen schwerwiegenden Fall solcher Art habe ich eigentlich noch nicht erlebt. Es gab sicherlich hier und da kleinere Fälle, wo Nachbarn mir nicht wohlgesonnen waren und meinten, ich würde mich gegen sie stellen. Ja mich sogar bei der Polizei angezeigt haben, weil sie meinten ich sei ihnen gegenüber feindselig, was sich als Unwahr erwies. Ich hege keinen Groll gegen sie. Ich bete für sie, dass sie Liebe entwickeln können. Dem Herrn bin ich dankbar für diese Liebe, die er mir hilft zu empfinden.

Wie gehst du mit deinen `Feinden´ um?