Ich bin in die Welt gekommen, um der Welt die Erlösung zu bringen

Die Stimme von Jesus Christus ist weiter zu hören, wie sie sagt: „Siehe, ich bin in die Welt gekommen, um der Welt die Erlösung zu bringen, um die Welt von der Sünde zu erretten.“ (3. Nephi 9:21).

Ich bin in die Welt gekommen, um der Welt die Erlösung zu bringen. Hier verrät Christus dem Volk, zu welchem Zweck er in die Welt gekommen ist: die Welt zu erlösen und von ihren Sünden zu erretten. Was ist damit gemeint?

  • Erlösen
    meint, dass Jesus Christus die Welt, also alle Menschen, durch seine Auferstehung vom körperlichen Tod – Trennung von Körper und Geist (Alma 11:45) – freigekauft hat, und all jene, die an ihn glauben und Umkehr üben, ebenso vom geistigen Tod – Trennung von Gott und seinem Einfluss (Helaman 14:16-19).
  • Erretten
    meint, dass Christus es uns ermöglichen kann, Erben des Himmelreiches werden zu können (Alma 11:37).

Christus erlöst uns also, indem er es uns ermöglicht, durch die Auferstehung dem ewigen Tod zu entkommen, und er errettet uns durch sein Leiden in Getsemani aus der bedrohlichen Situation, in die wir uns selber durch unseren Ungehorsam gegenüber seinen Geboten bringen, der ewigen Verdammnis. Nach dieser Definition heißt das, Christus erlöst alle Menschen vom zeitlichen Tod (2. Nephi 9:11,15), erretten kann Christus aber nur diejenigen, die ihn annehmen und ihm in Gehorsam bis ans Ende folgen, und zwar vom geistigen Tod (Alma 13:30). Erlöst wird jeder Mensch, was muss ich aber tun, um auch errettet zu werden? Ich muss geistig gesinnt sein (2. Nephi 9:39). Wie verstehst du das mit dem erlöst und errettet werden?

Video abspielen...

Rettung von Passagieren aus einer bedrohlichen Situation
(Bild: Quelle)

Ihr sollt mir als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen

Die Stimme von Jesus Christus ist weiterhin zu hören mit folgender Anweisung: „Und ihr sollt mir nicht länger Blutvergießen opfern; ja, eure Opfer und eure Brandopfer sollen abgeschafft sein, denn ich werde keines eurer Opfer und eurer Brandopfer annehmen. 20  Und ihr sollt mir als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen. Und wer mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu mir kommt, den werde ich mit Feuer und mit dem Heiligen Geist taufen gleichwie die Lamaniten, die wegen ihres Glaubens an mich zur Zeit ihrer Bekehrung mit Feuer und mit dem Heiligen Geist getauft wurden, und sie wußten es nicht.“ (3. Nephi 9:19-20).

Ihr sollt mir als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen. Das `Gesetz des Opferns´ besteht seitdem Adam und Eva aus dem Garten von Eden vertrieben worden waren, wozu u. a. auch das Opfern der `Erstlinge ihrer Herden´ gehörte. Die Symbolik darin war der Hinweis auf die Darbringung des Opfers von Jesus Christus, dem Einziggezeugten Sohn Gottes (Köstliche Perle Mose 5:4-8). Das Volk des Herrn hatte dieses Gebot des Opferns bis zur Erbringung dieses `großen und letzten Opfers´ zu befolgen (Alma 34:13-14).

Nachdem Jesus Christus sich selbst als Opfer für die Errettung der Menschheit dargebracht hatte (2. Nephi 2:6-7), war sein Volk aufgefordert, die Tier- und Blutopfer nicht mehr zu erbringen. Stattdessen wurde es angewiesen, `als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen´. Als Symbolik der Erinnerung an Sein Opfer, nehmen wir heutzutage so oft es geht (Lehre und Bündnisse 20:75), am Abendmahl teil (Lukas 22:14-20). An diesem Mahl darf ich ungestraft nur teilnehmen, wenn ich würdig dazu bin (1. Korinther 11:29). Ich verspreche dabei, dass ich den Namen Christi auf mich nehmen, immer an ihn denken und seine Gebote halten werde (Lehre und Bündnisse 20:75). Welche Segnungen sind mir verheißen? Ewiges Leben (Johannes 6:54). Was bedeutet es nun für mich dieses neue Opfer zu erbringen? Ich muss demütig und umkehrwillig und bereit sein, den Geboten Gottes zu gehorchen. Worin besteht für dich das Opfer, das Christus von uns fordert?

Bilder der Bibel - Die Opfer Kains und Abels

Die Opfer Kains und Abels – 1. Mose 4, 4 – 5.
(Bild: Quelle)

Ich bin das Licht und das Leben der Welt

Die Stimme von Jesus Christus wird weiter gehört, wie sie sagt: „Ich bin das Licht und das Leben der Welt. Ich bin Alpha und Omega, der Anfang und das Ende.“ (3. Nephi 9:18).

Ich bin das Licht und das Leben der Welt. Licht hat etwas mit Erkennen und mit Leben zu tun. Ohne Licht gibt es kein Leben. Darum war es auch bei der Schöpfung das erste, was der Herr, nachdem er die Erde geformt hatte und Wasser auf ihr war, hervorbrachte (Genesis 1:1-4). Aber mit welcher Kraft geschah es, dass Christus dies alles veranlassen konnte? Er besaß eine von Gott ausgehende Macht oder Energie, die allem Leben oder Licht gibt. Durch diese Macht wird alles im Himmel und auf Erden regiert (Lehre und Bündnisse 88:12-13). Durch dieses Licht ist es uns Menschen eben auch möglich Evangeliumswahrheiten zu verstehen und dadurch den Weg zu ewigem Leben zu erkennen und gehen zu können (Johannes 17:3). Das Licht Christi ist keine Person, es ist vielmehr ein Einfluss zum Guten in allen Menschen (Johannes 1:9).

Dieses Licht Christi ist als eine Erscheinungsform das `Gewissen´ eines jeden Menschen. Es hilft dem Menschen zwischen Gut und Böse zu unterscheiden (Moroni 7:16). Hast du noch das Bild im Kopf, wie ein Bauer seine Wiese mit einer Sense mäht? Du wirst dann auch sicher vor deinen geistigen Augen haben, dass er nach einiger Zeit das Mähen unterbricht, weil seine Sense nicht mehr richtig schneidet. Durch den Gebrauch ist sie mit der Zeit abgestumpft. Um die Arbeit erfolgreich fortzusetzen, bleibt er stehen, zieht einen Wetzstein aus seiner Halterung und schärft die Schneide wieder. Dann kann die Arbeit wieder fortgesetzt werden. Dies geschieht auch mit unserem Gewissen. Beschäftigen wir uns insbesondere mit geistig unzuträglichen Themen, stumpft unser Gewissen ab. Die Schneide muss geschärft werden, wenn wir sie wieder erfolgreich einsetzen wollen. Wie schärfe ich aber die Schneide, mein Gewissen? Ich benutze regelmäßig den richtigen `Wetzstein´, das Evangelium von Jesus Christus (Moroni 7:19). Wie schärfst du deine Schneide – dein Gewissen?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6f/Faccioli_Falciatori.jpg

Wetzstein in Gebrauch. Gemälde (1904) von Raffaele Faccioli (1845–1916)
(Bild: Quelle)

Ich bin zu den Meinen gekommen, und die Meinen haben mich nicht empfangen

Das Volk im Land Zarahemla hört weiterhin die Stimme von Jesus Christus sagen: „Ich bin zu den Meinen gekommen, und die Meinen haben mich nicht empfangen. Und die Schriften über mein Kommen sind erfüllt. 17  Und all jenen, die mich empfangen haben, denen habe ich es gegeben, Söhne Gottes zu werden; und so werde ich es auch all jenen, die an meinen Namen glauben werden, denn siehe, durch mich kommt die Erlösung, und in mir ist das Gesetz des Mose erfüllt.“ (3. Nephi 9:16-17).

Ich bin zu den Meinen gekommen, und die Meinen haben mich nicht empfangen. Im Prolog zum Johannesevangelium sagt der Schreiber über Jesus Christus das gleiche: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Johannes 1:11). Auch, dass all diejenigen, die an ihn glauben und aus ihm geboren sind, Kinder Gottes werden würden, sagt Johannes genauso, wie Christus es dem Volk in Zarahemla kundtut (Johannes 1:12-13). Und wieder bestätigt sich mir, dass Joseph Smith das Buch Mormon im Auftrag und mit der Hilfe des Herrn übersetzt hat. An was hätte er alles denken müssen, damit es den Aussagen der Bibel nicht im kleinsten Detail widerspricht, sondern sich beide Teile ergänzen und gegenseitig bestätigen, und das innerhalb einer so kurzen Zeit von drei Monaten (siehe hier, fünfzehnter Absatz)!

Was bedeutet es für mich, ein Sohn Gottes werden zu können? Ich habe die Möglichkeit, wenn ich alle Voraussetzungen erfülle, durch die Macht von Jesus Christus vervollkommnet (Moroni 10:32-33) und somit sein Miterbe zu werden (Römer 8:17; Galater 4:7). Weiterhin erfahren wir von Jesus Christus selber (Verse ganz oben), dass nun, nachdem er das Sühnopfer vollbracht und die Auferstehung zustande gebracht hatte, er das Gesetz des Mose erfüllt hat. Das bedeutet, er erwartet ab diesem Zeitpunkt von den Menschen keine Blutopfer mehr, sondern ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist (Lehre und Bündnisse 59:8). Das ist das, woran ich tagtäglich arbeite. Ich versuche mich in mehr Demut zu üben, zerknirscht zu sein, falls ich wiedermal ein Gebot übertrete, meinen Willen umzukehren zu steigern, Sanftmut zu üben und für den Willen Gottes empfänglicher zu werden. Was meinst du, wie man in Christus vollkommen werden kann (gerne lies hier nach)?

Christus, die wichtigste Person in meinem Leben
(Bild: Quelle)

Ich habe die Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, erschaffen

Weiter ist die Stimme von Jesus Christus vom Volk zu hören: „Siehe, ich bin Jesus Christus, der Sohn Gottes. Ich habe die Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, erschaffen. Ich war von Anfang an beim Vater. Ich bin im Vater und der Vater in mir, und in mir hat der Vater seinen Namen verherrlicht.“ (3. Nephi 9:14).

Ich habe die Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, erschaffen. Wie wunderbar, wie Christus hier mit seiner eigenen Stimme bekundet, dass er der Schöpfer der Erde und allem darinnen ist. Diese Aussage erinnert mich an den Beginn des Zeugnisses des Johannes: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. 2  Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist.“ (Johannes 1:1-3).

Wer oder was war hier das Wort? Die Übersetzung des Propheten Joseph Smith hilft uns hier weiter, denn sie ist umfassender erklärend: „Im Anfang wurde das Evangelium durch den Sohn gepredigt. Und das Evangelium war das Wort, und das Wort war bei dem Sohn, und der Sohn war bei Gott, und der Sohn war von Gott. 2  Derselbe war im Anfang bei Gott. 3  Alles wurde durch ihn gemacht; und ohne ihn wurde nichts gemacht, was gemacht wurde.“ (Joseph Smith Übersetzung Johannes 1:1-3). Wie wunderbar erklärt diese Übersetzung diesen Teil der Aufgabe von Jesus Christus, die des Schöpfers. Paulus verdeutlicht uns dies auch nochmal in seinem Brief an die Kolosser (Kolosser 1:15-16). Und wie wunderbar, wie gegenüber dem Volk in Zarahemla sagt Christus Gleiches auch knappe 1800 Jahre später in einer Prophezeiung dem Propheten Joseph Smith: „Siehe, ich bin Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, der die Himmel und die Erde erschaffen hat, …“ (Lehre und Bündnisse 14:9). Ich bin überzeugt, dass durch das `Wort´ das in Jesus ist, und das er gesprochen hat, alles erschaffen wurde! Was glaubst du, wer ist es, der alles erschaffen hat, einfach aus dem`Nichts`, also alles ein Zufall, oder ein befehlendes `Wort´?

A painting by Walter Rane of Jesus Christ dressed in a white robe with His arms and hands reaching out to the earth.

Jehovah Creates the Earth (Jesus Christ Creates the Earth and the Heavens), by Walter Rane
(Bild: Quelle)

Wenn ihr zu mir kommt, werdet ihr ewiges Leben haben

Die Stimme des Herrn Jesus Christus wird vom Volk im Land Zarahemla weiter gehört, wie sie sagt: „Ja, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr zu mir kommt, werdet ihr ewiges Leben haben. Siehe, mein Arm der Barmherzigkeit ist euch entgegengestreckt, und wer auch immer kommt, den werde ich empfangen; und gesegnet sind jene, die zu mir kommen.“ (3. Nephi 9:14).

Wenn ihr zu mir kommt, werdet ihr ewiges Leben haben. Was für ein wunderbares Versprechen, das der Herr den Menschen auf dem amerikanischen Kontinent gibt! Sie sind eingeladen zu ihm zu kommen und würden für diese Anstrengung `ewiges Leben´ erhalten. Wenn jemand nun auf Christus zugeht, dann zeigt er damit, dass er an ihn glaubt, und denjenigen, die an ihn glauben, hat er auch schon zu seinen Lebzeiten in einem Gespräch mit Nikodemus, einem führenden Mann unter den Juden in Jerusalem auf der östlichen Halbkugel erklärt, dass der Menschensohn erhöht werden müsse – gemeint seine Kreuzigung – „damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat.“ (Johannes 3:15).

Diese Zusage gilt also für jeden Menschen, wir müssen nur auf ihn zurennen. Das macht jemand auch nur, wenn er an ihn glaubt. Christus steht dann da und empfängt uns mit seinen ausgebreiteten Armen, wie eine Mutter, oder ein Vater, das auf ihn voller Freude und Zuneigung zu rennende Kind mit ausgebreiteten Armen liebevoll auffängt (Alma 5:33). Ich lerne, dass ich ewiges Leben nur erlangen kann, wenn ich dafür aktiv etwas tue und nicht nur tatenlos dastehe und abwarte, was da geschieht. Ich werde beim `Zugehen auf Jesus´ bemüht sein, `rechtschaffene Werke hervorzubringen´(Alma 5:35). Im anderen Fall habe ich Ursache „… zu klagen und zu trauern.“ (Alma 5:36). Zwar ist das `Klagen´ scheinbar eine dem Menschen angeborene Eigenschaft – erhofft er sich dadurch doch mehr Aufmerksamkeit –, doch will ich darauf gerne verzichten, insbesondere als Ertrag meiner `nicht hervorgebrachten guten Früchte´. Wie gehe ich auf Jesus zu? Ich übe Glauben an ihn, lasse vom meinem Übeltun ab, schließe mit ihm Bündnisse, die er mir anbietet und ich bin bemüht, sie zu halten. Wie gehst du auf Jesus zu?

Bild könnte enthalten: Text

(Bild: Quelle)

Wollt ihr nicht jetzt zu mir zurückkommen …?

Mormon berichtet uns die Botschaft, die Jesus Christus an diejenigen richtete, die die Katastrophen überlebt hatten: „O ihr alle, die ihr verschont seid, weil ihr rechtschaffener wart als sie, wollt ihr nicht jetzt zu mir zurückkommen und von euren Sünden umkehren und euch bekehren, damit ich euch heile?“ (3. Nephi 9:13).

Wollt ihr nicht jetzt zu mir zurückkommen …? Wie liebevoll klingt doch diese Einladung von Jesus Christus, die er an diejenigen richtete, die aufgrund dessen, dass sie rechtschaffener waren, als diejenigen, die umgekommen sind, verbunden mit dem Versprechen, sie zu heilen, wenn sie Umkehren würden und sich bekehrten. Kann man solch einer liebevollen Einladung widerstehen?

Ich lerne, dass Christus die Macht hat zu heilen, und zwar nicht nur körperliche Gebrechen, sondern auch geistige. Und er verspricht uns, dass er uns heilen wird, wenn wir zwei Bedingungen erfüllen, sozusagen die Krankenversicherungskarte bereithalten:

Umkehr und Bekehrung.

  • Die Umkehr
    betrifft das Einsehen, dass man Gebote übertreten hat, das Bekennen derselben, die Wiedergutmachung, wenn möglich, das Nichtwiedertun der Sünde und darin ausharren, bis zum Ende des Erdenlebens.
  • Bekehrung
    bedeutet, dass ich, falls erforderlich meine Glaubensansichten korrigiere, damit verbunden mein Herz erweiche, um den Willen Gottes anzunehmen und ihm zu entsprechen, sowie die bewusste Entscheidung, meinen früheren Lebenswandel aufzugeben und mich zu ändern, um ein Nachfolger Christi zu werden.

Gerne nehme ich diese liebevolle Einladung, die auch heute einem jeden von uns gilt an, die er schon dem Volk Israel gab: „Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, ich will eure Abtrünnigkeit heilen! …“ und gerne antworte ich wie die Israeliten: „Da bin ich, ich kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott!“ (Jeremia 3:22). Wie reagierst du auf seine Einladung?

https://susannabelloni.ch/wp-content/uploads/2015/12/irrgarten-1920x1200.jpg

Was machen, wenn man sich verlaufen hat?
(Bild: Quelle)

Viele große Zerstörungen habe ich über dieses Land kommen lassen

Mormon berichtet nun was die Stimme Christi während der Zeit der Finsternis über die Zerstörung vieler Menschen und Städte wegen der Schlechtigkeit der Menschen verkündet. Nachdem er die Worte zitiert hat, schließt diese Zusammenfassung der Ereignisse mit der Aussage des Herrn: „Und viele große Zerstörungen habe ich über dieses Land kommen lassen, und über dieses Volk, wegen seiner Schlechtigkeit und seiner Greuel.“ (3. Nephi 9:12).

Viele große Zerstörungen habe ich über dieses Land kommen lassen. In den Versen davor sagt der Herr, welche Städte mit ihren Einwohnern wie und warum zerstört wurden (siehe nachfolgende Tabelle):

Stadt Wie zerstört Warum zerstört Schriststelle
Zarahemla Mit Feuer verbrannt   3. Nephi 9:3
Moroni Im Meer versenkt   3. Nephi 9:4
Moronihach Mit Erde bedeckt Blut der Propheten und Heiligen vergossen 3. Nephi 9:5
Gilgal In Erde begraben   3. Nephi 9:6
Oniha
Mokum
Jerusalem (in Amerika)
Mit Wasser bedeckt Blut der Propheten und Heiligen vergossen 3. Nephi 9:7
Gidiandi
Gadiomna
Jakob
Gimgimno
In Erde begraben Blut der Propheten und Heiligen vergossen 3. Nephi 9:8
Jakobugat Mit Feuer verbrannt Schlechtigkeit die größer war, als alle Schlechtigkeit der Welt, geheime Bünde 3. Nephi 9:9
Laman
Josch
Gad
Kischkumen
Mit Feuer verbrannt Propheten ausgestoßen und Gesandte des Herrn gesteinigt; es befanden sich keine Rechtschaffenen mehr unter ihnen 3. Nephi 9:10-11


Ich sehe in diesem Zusammenhang die Zerstörungen, die heutzutage auf unserem Erdball stattfinden: Feuersbrünste, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überflutungen, Kriege, Terroranschläge, Verhärtung der Herzen, … (Joseph Smith – Matthäus 1:5-55; vergleiche Matthäus 24). Auch sie sind vorhergesagte Zeichen, die das zweite Kommen Jesu ankündigen sollen. Wenn ich nicht zu denen gehören möchte, die aufgrund ihrer Schlechtigkeit umkommen werden, muss ich mich ganz einfach für den Herrn entscheiden. Na ja, ganz so einfach ist es natürlich nicht. Ich muss mich von meinen Fehltritten verabschieden, sie bereuen, Wiedergutmachung üben soweit möglich, in mir ein reines Herz erschaffen, mich von bevollmächtigten Dienern des Herrn taufen lassen, bereit sein, die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen, weitere heilige Bündnisse eingehen und all meine Versprechen bis ans Ende meines Erdendaseins halten. Ein Projekt, das mein ganzes Leben in Anspruch nimmt und ausfüllt. Mit zunehmendem Alter werden meine Bemühungen darin immer zielgerichteter und intensiver. Mit welchen Gedanken und Empfindungen erlebst du diese Zeit vor dem zweiten Kommen Jesu?

kathastrophen


Flammen fressen sich durch australischen Busch
(Bild: Quelle)

Weh den Bewohnern der ganzen Erde, wenn sie nicht umkehren

Mormon berichtet weiter in seiner Zusammenfassung der Aufzeichnungen: „Und es begab sich: Alle Bewohner der Erde, überall auf dem Antlitz dieses Landes, vernahmen eine Stimme, die rief: 2  Wehe, wehe, weh diesem Volk; weh den Bewohnern der ganzen Erde, wenn sie nicht umkehren; denn der Teufel lacht, und seine Engel freuen sich wegen der Getöteten unter den anmutigen Söhnen und Töchtern meines Volkes; und es ist wegen ihres Übeltuns und ihrer Greuel, daß sie gefallen sind!“ (3. Nephi 9:1-2)

Weh den Bewohnern der ganzen Erde, wenn sie nicht umkehren. Heute sicherlich kein Ereignis, wenn alle Bewohner der Erde eine Stimme hören. Es gibt ja schließlich Rundfunk, Fernsehen und weitere elektronische Medien, über die Stimmen, Bilder und aller Art Informationen, zeitgleich überall auf Erden empfangen und gehört werden können. Aber 34 n. Chr.? Ein übernatürliches Ereignis. Schon Nephi, der Sohn Lehis, hatte vom Herrn erfahren, dass sechshundert Jahre, nachdem sie Jerusalem verlassen hatten, Christus sich dem ganzen Haus Israel durch seine Stimme oder Naturkatastrophen kundtun würde (1. Nephi 19:8,11). Nun war diese Zeit erreicht und auch diese Vorhersage hat sich wortwörtlich erfüllt.

Es gibt Dinge, die man gern mittels Stimme mitgeteilt bekommt, aber auch Dinge, die man lieber nicht hören wollte. Wenn die Stimme schon mit einem mehrfach wiederholten `Wehe´ ansetzt, dann bedeutet das wohl: Vorsicht ist geboten und man sollte den Rest der Aussage gut beachten. Die ganze Erde wurde darauf aufmerksam gemacht, Umkehr zu üben. Auch im Neuen Testament spricht Jesus Christus ein `Wehe´ gegen die Bevölkerung zweier Städte aus, weil sie trotz der Wunder, die er dort gewirkt hatte, nicht Umkehr geübt haben (Matthäus 11.20-21). Das veranlasst mich, über `die Wunder dieser Welt´ (Lied anzuhören: Tabernakelchor am Tempelplatz) nachzudenken, die der Herr immer und immer wieder wirkt und ich denke an die Aufforderung Umkehr zu üben und in welchen Punkten ich dies tun muss. Was erwartest du von jemandem, der seine Stimme erhebt mit dem Wort: `Wehe´?

wunder

How Great Thou Art – Mormon Tabernacle Choir
(Bild: Screenshot Quelle)

O dass wir vor diesem großen und schrecklichen Tag umgekehrt wären

Was diese schlimmen Naturereignisse im Zusammenhang mit dem Tod Jesu im Land Zarahemla in den Menschen auslöste, beschreibt Mormon so: „Und an einer Stelle hörte man sie schreien, nämlich: O daß wir vor diesem großen und schrecklichen Tag umgekehrt wären, denn dann wären unsere Brüder verschont worden, und sie wären nicht in jener großen Stadt Zarahemla verbrannt. 25  Und an anderer Stelle hörte man sie schreien und klagen, nämlich: O daß wir vor diesem großen und schrecklichen Tag umgekehrt wären und nicht die Propheten umgebracht und gesteinigt und ausgestoßen hätten; dann wären unsere Mütter und unsere anmutigen Töchter und unsere Kinder verschont worden und nicht in jener großen Stadt Moronihach begraben worden. Und so war das Heulen des Volkes groß und schrecklich.“ (3. Nephi 8:24-25).

O dass wir vor diesem großen und schrecklichen Tag umgekehrt wären. Von dem Aphorismensammler und Publizisten Peter E. Schumacher (1941 – 2013), habe ich folgenden Sinnspruch gefunden: „Stets kommt die Wahrheit zu früh, zu spät immer die Einsicht.“ (siehe hier). Ein anderer Sinnspruch lautet: „Typisch Mensch: Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, fängt er an, Zäune um den Brunnen zu ziehen (© Wolfgang J. Reus; 1959 – 2006, deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker; siehe hier) – da war doch was, vor ein paar Monaten ein aktueller Fall mit einem spielenden Kind in Spanien!

Ich lerne, dass es wenig Sinn ergibt zu Jammern, wenn es zu spät ist. Ich muss vorher Glauben üben und auf die Warnungen, Worte, und Prophezeiungen der Propheten achten und sie befolgen. Der Herr lässt uns nicht ins Verderben rennen. Er warnt uns vorher, allerdings nicht durch einen Zaun, der uns in einer beschützten Zone hält und uns die Entscheidung abnimmt dorthin zu gehen, wo es gefährlich wird. Würde er den Zaun ziehen, dann könnten wir uns nur sehr begrenzt entwickeln und das möchte er auch nicht. Anstatt zu jammern, muss ich mir darüber klare werden, wie ich aus dem `Brunnen´ wieder herauskomme und wie ich ein nächstes Mal vorausschauend, aufgrund von `Weitsichtigkeit´, die Gefahr früh genug erkenne und entsprechende Fehltritte vermeiden kann. Leider gilt doch vielfach das Sprichwort: „Durch Schaden wird man klug.“ Ich versuche den Schaden so gering wie möglich zu halten, indem ich das Evangelium von Jesus Christus eifrig studiere (Alma 17:2) und mich im täglichen Leben an dessen Weisungen, so gut ich nur kann, zu halten (3. Nephi 16:14). Gerade dieses Wochenende hatten wir alle weltweit die Gelegenheit die warnenenden Worte von lebenden Propheten und Aposteln sowie den Siebzigern und Schwestern zu hören (siehe hier). Wenn ich sie beachte, werde ich vor dem Brunnen, in den ich fallen könnte, gewarnt! Wie ergeht es dir damit, wirst du die Worte in dich aufnehmen?

Bild

(Bild: Quelle)