Satan verlangt nach euch, dass er euch siebe wie Weizen

Worfeln (Weizen sieben)
(Bild: Quelle)

Nachdem der auferstandene Christus seine berufenen Jünger instruiert hatte, wendet er sich nun wieder der Allgemeinheit zu, den fast zweitausendfünfhundert, die am Tempel versammelt waren (3. Nephi 18:17): „Siehe, wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr müßt immer wachen und beten, damit ihr nicht in Versuchung geratet; denn der Satan verlangt nach euch, daß er euch siebe wie Weizen.“(3. Nephi 18:18).

Satan verlangt nach euch, dass er euch siebe wie Weizen. Warum wird Weizen gesiebt? Zum einen, um es aufzulockern, aber früher musste man es auch machen, um noch enthaltene Verunreinigungen zu entfernen. Daher auch die Redewendung: „Die Spreu vom Weizen trennen“, was so viel bedeuten soll wie Unerwünschtes vom Erwünschten trennen, Schlechtes aussortieren. Noch viel früher haben die Bauern auf der Tenne das gedroschene Getreide mit der Schaufel in die Höhe geworfen und der Wind hat aufgrund der Gewichtsunterschiede die Spreu – den Abfall, Hülsen, Spelzen o. ä. – vom Weizen getrennt (siehe Bild oben). Diese Tätigkeit wird Worfeln genannt. Die Spreu ist leichter und wird vom Wind weggeweht und der schwerere Weizen fällt an Ort und Stelle zu Boden. Zu Petrus sagte Jesus Christus: „… der Satan hat verlangt, dass er euch wie Weizen sieben darf.“ (Lukas 22:31).

Es ist wahrhaftig und gewiss, wie Jesus es sagt, dass Satan auch mich verlangt zu sieben, deshalb muss ich die Warnung Jesu beherzigen, muss wachsam sein und beten, um nicht weggeweht zu werden – in Versuchung zu fallen. Denn Satan hat es sich mit unser aller himmlischen Vater durch seine Auflehnung verspielt und wünscht seitdem, dass alle anderen Kinder auch so elend würden, wie er geworden ist (2. Nephi 2:17-18). Doch gehe ich davon aus, dass Christus auch für mich zum Vater betet, wie er es für Petrus getan hat, dass mein Glaube nicht erlischt und wenn ich mich bekehre, ich auch meine Mitmenschen stärken kann (Lukas 22:32). Wie schaffe ich es, um beim Trennen von Korn und Spreu nicht zu leicht zu sein? Ich muss mich mit dem Wort des Herrn verbinden, indem ich es in mich aufnehme und mich auf seinen Felsen gründe, dann kann mich der Wind nicht aus der Bahn werfen.

Was unternimmst du, um beim Wiegen nicht als zu leicht befunden zu werden (Daniel 5:27) und dadurch Gefahr zu laufen, beim Worfeln vom Wind weg gepustet zu werden?

Wie ich unter euch gebetet habe, so sollt auch ihr in meiner Kirche beten

Jesus betet bei den Nephiten zu seinem Vater
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus spricht in Amerika noch etwas zu seinen Zwölf: „Und wie ich unter euch gebetet habe, so sollt auch ihr in meiner Kirche beten, unter meinem Volk, das umkehrt und sich in meinem Namen taufen läßt. Siehe, ich bin das Licht; ich habe euch ein Beispiel gesetzt.“ (3. Nephi 18:16).

Wie ich unter euch gebetet habe, so sollt auch ihr in meiner Kirche beten. Ich gehe davon aus, dass sich Christus mit dieser Aussage auf das `Vater unser´, sein Mustergebet, bezieht (3. Nephi 13:9-13; Matthäus 6:9-13). Um das Gebet, das Jesus für seine Anhänger sprach, kann es sich nicht handeln, weil es Worte beinhaltete, die kein Mensch aussprechen konnte (3. Nephi 17:15-18).

Nochmals fordert Christus seine neu berufenen Apostel in Amerika auf, öffentliche Gebete in seiner Kirche, in der Art und mit dem Inhalt zu formulieren, wie er es sie gelehrt hat. Warum? Weil er als das erhabenste Wesen, für uns ein vollkommenes Beispiel darstellt. All unsere Gebete sollten inhaltlich seinem `Mustergebet´ entsprechen. Wir sollten uns in seinem Namen an den Vater wenden, dessen Namen als heilig anerkennen, dessen Willen akzeptieren, Vergebung leben und für uns erbitten, Kraft in Versuchungen erflehen, und des Vaters Reich, seine Macht und Herrlichkeit für immer anerkennen. Ich verstehe es so, dass Jesus nicht fordert, genau seine Worte zu wiederholen, aber Sinn und Inhalt als Gerüst unserer Gebete zu benutzen.

Inwiefern ist für dich das Gebet, das Jesus als Beispiel gegeben hat, hilfreich?

Ihr müsst immer wachen und beten

(Bild: Quelle)

Zu seinen zwölf neu berufenen Aposteln in Amerika spricht der auferstandene Jesus Christus weiter: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr müßt immer wachen und beten, damit ihr nicht vom Teufel versucht werdet und ihr von ihm gefangen weggeführt werdet.“ (3. Nephi 18:15).

Ihr müsst immer wachen und beten. Wieder beginnt Jesus eine Aussage mit der Einleitung `Wahrlich, wahrlich´. Sie wird meist benutzt, wenn etwas Bedeutsames zum Ausdruck gebracht werden soll, etwas was der Wahrheit entspricht, ganz sicher und gewiss ist. Dreimal finde ich in der Einheitsübersetzung 2016, und zwar in den synoptischen Evangelien, eine Aussage Jesu mit diesem gleichen Inhalt. Bei Matthäus und Markus in Zusammenhang mit seinem Gebet im Garten Getsemani (Matthäus 26:41; Markus 14:38) und einmal bei Lukas im Zusammenhang mit der Mahnung im Hinblick auf die Endzeit (Lukas 21:36).

Es ist mir ganz klar, dass es wahrhaftig so ist, der Wahrheit entspricht, dass wenn wir keinen Kontakt zu unserem himmlischen Vater halten, wir allzu leicht falsche Entscheidungen treffen, die uns vom Vater entfernen und wir mit der Zeit, wahrscheinlich ganz langsam aber unmerklich und stetig, in das aufgespannte Netz Luzifers geraten lassen. Und das ist so klebrig, dass wir uns wahrscheinlich selber nicht mehr draus befreien können. Um Satan nicht triumphieren zu lassen, nehme ich die Aufforderung Jesu ganz ernst: Ich versuche immer wachsam zu sein, aufzupassen, in welche Richtung ich mich entwickle und stets Kontakt zum himmlischen Vater im Gebet zu halten, um ihn zu bitten mir Kraft zu verleihen, Standhaft im Halten seiner Gebote zu sein. Woher beziehe ich diese erbetene Kraft? Aus dem Studium Seines Wortes. Dadurch schärfe ich mein Gewissen – das Licht Christi leuchtet in mir immer heller und ich erkenne, ich welche Richtung ich mich bewege.

Wie verhinderst du es, im Netz der Versuchungen Satans hängenzubleiben?

Wenn ihr dies immer tut, seid ihr gesegnet, denn ihr seid auf meinem Felsen gebaut

(Bild: Quelle)

Und der auferstandene Christus spricht weiter zu seinen Zwölfen, den berufenen nephitischen Aposteln in Amerika (3. Nephi 15:11): „Und ich gebe euch das Gebot, daß ihr dies tun sollt. Und wenn ihr dies immer tut, seid ihr gesegnet, denn ihr seid auf meinem Felsen gebaut. 13  Wer aber unter euch mehr oder weniger tut als dies, ist nicht auf meinem Felsen gebaut, sondern ist auf sandigem Grund gebaut; und wenn der Regen fällt und die Fluten kommen und die Winde wehen und an ihn stoßen, so wird er fallen, und die Pforten der Hölle sind schon offen, ihn zu empfangen. 14  Darum seid ihr gesegnet, wenn ihr meine Gebote haltet, von denen der Vater mir geboten hat, sie euch zu geben.“ (3. Nephi 18:12-14).

Wenn ihr dies immer tut, seid ihr gesegnet, denn ihr seid auf meinem Felsen gebaut. Ein Felsen ist ein größerer zusammenhängender Körper aus Festgestein und bildet ein hervorragendes Fundament für große Bauwerke. Der Herr benutzt diesen Begriff häufig im übertragenen Sinn in Zusammenhang mit sich selber oder mit der Offenbarung.

  • Christus als Fels
    Christus ist für uns eine feste Stütze. Wenn wir auf ihn bauen, auf sein Wort, werden wir den Anfechtungen Satans standhalten können (1. Korinther 10:1-4). Stützen wir uns hingegen auf weltliche Weisheit, werden wir einen ganz unsicheren Halt haben, Anfechtungen werden uns überwältigen. Wie stütze ich mich auf Christus? Ich werde mich mit seiner Lehre auseinandersetzen und die darin enthaltenen Anweisungen befolgen.
  • Offenbarung als Fels
    Im Neuen Testament lernen wir etwas über den Felsen der Offenbarung. Zu Petrus sagt der Herr: „… Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“ (Matthäus 16:18). Man könnte es so verstehen, dass Christus meint, dass Petrus der Fels sei. Das stimmt in Bezug auf die Bedeutung seines Namens sogar. Das griechische Wort `Petra´ bedeutet nämlich `Fels´. Um aber die richtige Deutung des Verses zu bekommen, müssen wir betrachten, was Christus im Vers vorher sagt: „… nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“ (Matthäus 16:17). Christus spricht hier also von Offenbarung, die Petrus vom Vater im Himmel erhalten hat, und auf diesen Felsen, den Felsen der Offenbarung, will Christus seine Kirche bauen.

Ich bin zu tiefst dankbar für die beiden Arten von Felsen, die wir in unserem Leben nutzen dürfen. Jesus Christus als unser Vorbild, als unseren Felsen, auf den wir unser Haus gründen können mit der Gewissheit, dass es Wind und Wetter, den Anfechtungen Satans, standhalten wird. Und die Offenbarung, die uns in unseren täglichen wichtigen Belangen zuteilwerden kann, um richtige Entscheidungen zu treffen. Mit Sicherheit jeweils die Entscheidungen zu wählen, die uns in die richtige Richtung führen, zurück zu unserer himmlischen Familie.

Wie verstehst du das mit dem Bauen auf `seinen Felsen´?

Dies sollt ihr immer für diejenigen tun, die umkehren und sich in meinem Namen taufen lassen

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus Christus spricht weiter zu seinen berufenen Jüngern in Amerika: „Und dies sollt ihr immer für diejenigen tun, die umkehren und sich in meinem Namen taufen lassen; und ihr sollt es zum Gedächtnis meines Blutes tun, das ich für euch vergossen habe, damit ihr dem Vater bezeugt, daß ihr wahrhaftig immer an mich denkt. Und wenn ihr wahrhaftig immer an mich denkt, wird mein Geist mit euch sein.“ (3. Nephi 18:11).

Dies sollt ihr immer für diejenigen tun, die umkehren und sich in meinem Namen taufen lassen. Aus dieser kurzen Aussage erfahren wir, für wen die Teilnahme am Abendmahl des Herrn gedacht ist: Für diejenigen, die durch den Bund der Taufe Mitglieder der Kirche des Herrn geworden sind.

Dieses Mahl ist ein wesentliches Element der Gottesverehrung und der geistigen Entwicklung und stellt den wichtigsten Teil der sonntäglichen Gottesdienste dar. Was machen, wenn Nichtmitglieder an einem Gottesdienst in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage teilnehmen, ihnen die Teilnahme am Abendmahl verwehren? Dazu besteht keine Veranlassung. Sie sind bisher kein gültiges Bündnis eingegangen. Von daher hat die Teilnahme am Abendmahl für sie keine rechtlichen Konsequenzen. Jedoch kann es sein, dass sie durch die Teilnahme ein geistig erbauendes Erlebnis haben und die Wirkung des Heiligen Geistes verspüren, durch den sie sich aufgefordert fühlen, in die Wasser der Taufe zu steigen (Apostelgeschichte 10:47).

Was meinst du, welche Folgen die Teilnahme am Abendmahl des Herrn für Menschen hat, die noch nicht von bevollmächtigten Dienern des Herrn getauft wurden?

Dies bezeugt dem Vater, dass ihr willens seid, das zu tun, was ich euch geboten habe

(Bild: Quelle)

Dem Volk Nephi wurde durch die Jünger des Herrn das Abendmahl gereicht (3. Nephi 18:9): „Und als die Jünger dies getan hatten, sprach Jesus zu ihnen: Gesegnet seid ihr, weil ihr dies getan habt, denn dies ist die Erfüllung meiner Gebote, und dies bezeugt dem Vater, daß ihr willens seid, das zu tun, was ich euch geboten habe.“ (3. Nephi 18:10).

Dies bezeugt dem Vater, dass ihr willens seid, das zu tun, was ich euch geboten habe. Durch den Dienst im Zusammenhang mit der Darreichung von Brot und Wein (Wasser) für die Mitglieder der Kirche des Herrn, als Erinnerung an das Sühnopfer Jesu, bezeugen wir dem himmlischen Vater, dass wir nach den Geboten, die uns sein Sohn in seinem Namen gibt, handeln.

Inwiefern sind diejenigen nun gesegnet, die am Tisch des Herren dienen, die das Brot brechen, darüber beten, selber davon nehmen und es den Mitgliedern reichen, das Wasser segnen, selber davon genießen und den Mitgliedern austeilen? Ich denke, weil es ein Privileg darstellt, die heilige Handlung durchzuführen, die Jesus eigenhändig eingeführt hat. Diejenigen, die aufgefordert werden, in dieser Angelegenheit dem Herrn und damit seinen Kindern zu dienen, werden sich für diese Handlung in besonderer Weise geistig und körperlich vorbereiten. Geistig in der Hinsicht, dass sie sich mental auf den Dienst einstellen, der zum Gedächtnis des geopferten Leibes und Blutes des Herrn von ihm selber eingerichtet wurde. Körperlich, weil sie sich für den Dienst angemessen feierlich kleiden und bei dem Dienst andächtig verhalten. Im Idealfall wirkt sich die Berufung zu diesem Dienst die Woche über durch Dankbarkeit und einer besonderen Annäherung an Jesus aus. Der Geist des Herrn wird in besonderem Maß wirken können, dadurch bekommt man Kraft, Versuchungen des Satans zu widerstehen, aber auch die Fähigkeit, Fehler zu erkennen und Kraft von Übertretungen umzukehren.

Inwiefern denkst du, dass diejenigen, die diesen `Dienst am Tisch des Herrn´ durchführen, von Christus gesegnet werden?

Gebot er seinen Jüngern, vom Wein aus dem Kelch zu nehmen und davon zu trinken und auch der Menge zu geben

Jesus Christus segnete auch den Wein und gab seinen Jüngern davon. Die Jünger gaben dann der Menge von dem Wein
(Bild: Quelle)

Nachdem der auferstandene Jesus den Nephiten geboten hatte, das gebrochene Brot immer als Erinnerung an ihn zu genießen (3. Nephi 18:6-7), lehrte er sie den zweiten Teil des Erinnerungsmahles: „Und es begab sich: Als er diese Worte gesagt hatte, gebot er seinen Jüngern, vom Wein aus dem Kelch zu nehmen und davon zu trinken und auch der Menge zu geben, daß sie davon trinke. 9  Und es begab sich: Sie taten es und tranken davon und wurden satt; und sie gaben der Menge, und sie tranken und sie wurden satt.“ (3. Nephi 18:8-9).

Gebot er seinen Jüngern, vom Wein aus dem Kelch zu nehmen und davon zu trinken und auch der Menge zu geben. Das Opfer Jesu bestand darin, dass er seinen Leib hingab und sein Blut opferte. Seinen Leib gab er hin, als er am Kreuz zum Vater sagte: „… in deine Hände lege ich meinen Geist. …“ (Lukas 23:46). Sein Blut opferte er dadurch, dass ihm nach seinem Tod ein Soldat die Lanze in seine Seite stach und sein Blut herausfloss (Johannes 19:34).

Ein reines Opfer, das allen Kindern unseres himmlischen Vaters, die über die Erde gehen dürfen, die Errettung bringen sollte, die `Errettung´ von unserem körperlichen, und im Fall unseres Gehorsams seinen Geboten gegenüber auch vom geistigem Tod, die durch den Fall Adams und Evas im Garten von Eden hervorgerufen wurden. Dadurch, dass er seinen Körper hingab und nach drei Tagen wieder aufnahm, werden auch wir alle unseren physischen Körper niederlegen und zu einer von Gott bestimmten Zeit verherrlicht wieder aufnehmen können. Durch sein Blut, hat er für die Sünden aller Menschen gesühnt und einem jeden, der an ihn glaubt die Rückkehr zu unseren himmlischen Eltern ermöglicht, und uns dadurch `Erlösung´ bereitet (1. Johannes 1:7). Durch das Abendmahl haben wir die Möglichkeit uns immer an dieses Errettungs- und Erlösungswerk Jesu zu erinnern und die Bündnisse, die wir bei der Taufe eingegangen sind, ihm zu dienen und seine Gebote zu halten (Mosia 18:8-10,13), zu erneuern.

Wie verstehst du das mit dem `sie aßen und tranken vom Brot und vom Wein, bis sie satt waren´?

Dies sollt ihr zum Gedächtnis meines Leibes tun

(Bild: Quelle)

Nachdem der auferstandene Jesus das Brot gesegnet und allen gegeben hat (3. Nephi 18:3-4), gebietet er den Nephiten in Amerika: „Und dies sollt ihr immer bedacht sein zu tun, so wie ich es getan habe, ja, wie ich Brot gebrochen und es gesegnet und es euch gegeben habe. 7  Und dies sollt ihr zum Gedächtnis meines Leibes tun, den ich euch gezeigt habe. Und es wird dies dem Vater ein Zeugnis sein, daß ihr immer an mich denkt. Und wenn ihr immer an mich denkt, wird mein Geist mit euch sein.“ (3. Nephi 18:6-7).

Dies sollt ihr zum Gedächtnis meines Leibes tun. So wie die Israeliten vor dem irdischen Leben Jesu durch besondere Handlungen sich an ihn und die kommende Hingabe seines Leibes zu unser aller Errettung erinnern sollten, sollen wir uns nach seinem Opfer durch das Brechen des Brotes an seinen geschundenen Körper erinnern. Das Brechen des Brotes soll uns sinnbildhaft daran erinnern, dass sein Körper für uns `gebrochen´ wurde, damit wir leben können. Obwohl, sein Körper wurde ja gar nicht gebrochen, er wurde durchstochen. Das Brechen der Beinknochen wurde bei gekreuzigten deshalb durchgeführt, dass sie schneller den Tod fanden, da sie sich dadurch nicht mehr mit den Füßen abstützen konnten. Als die Soldaten daran gingen, dieses bei den neben Jesus gekreuzigten durchzuführen, sahen sie als sie zu ihm kamen, dass er schon tot war und so brachen sie ihm nicht die Knochen, sondern durchstießen ihm die Seite, wodurch ein Schriftwort erfüllt wurde (Johannes 19:31-37).

Ich fühle mich durch diese und weitere ähnlich lautenden Schriftstellen aufgefordert, an dieser heiligen Handlung teilzunehmen und mich an die Hingabe Jesu für uns zu erinnern. Also, was mache ich während das Brot im Rahmen des `Abendmahls´ jeden Sonntag von den berufenen Amtsträgern gebrochen, gesegnet und ausgeteilt wird? Ich denke an sein Leiden am Kreuz, dass er dies für mich und einen jeden anderen Menschen gelitten hat, damit wir alle die Möglichkeit haben in die Gegenwart unserer himmlischen Eltern zurückkehren zu können. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es wäre, wenn er es nicht auf sich genommen hätte. Wir hätten für alle Ewigkeit unser Dasein nach diesem Erdenleben als Geistwesen mit all jenen verbringen müssen, die schon aufgrund ihrer früheren Rebellion gegen Gott, aus seiner Gegenwart ausgestoßen worden waren (Offenbarung 12:7-9). Dann überfällt mich eine besonders tiefe Dankbarkeit und ich nehme ein Stück von dem gebrochenen Brot, bedanke mich in Gedanken beim Vater und denke über das nach, was ich in der vergangenen Woche falsch gemacht habe, ob ich es schon bereut und den Weg der Umkehr eingeschlagen habe.

Welche Gedanken bewegen dich bei der Einnahme des gebrochenen Brotes?

Einer unter euch soll ordiniert werden

Christus ordiniert die Apostel
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus führt bei den Nephiten das Abendmahl ein (3. Nephi 18:1-4): „Und als die Menge gegessen hatte und satt war, sprach er zu den Jüngern: Siehe, einer unter euch soll ordiniert werden, und ihm werde ich Macht geben, daß er Brot bricht und es segnet und es dem Volk meiner Kirche gibt, all denen, die an meinen Namen glauben und sich in ihm taufen lassen.“ (3. Nephi 18:5).

Einer unter euch soll ordiniert werden. Jesus Christus hatte gerade vorher aus seiner Jüngerschar auf dem amerikanischen Kontinent zwölf auserwählt, die er zu seinen führenden Männern in seiner Kirche berufen und ordiniert hatte. Nun führt er als Nächstes das Abendmahl ein und ordiniert dazu einen, der es segnen und austeilen darf. Um im Namen von Jesus Christus handeln zu dürfen, muss man zunächst in `Amt und Würden´ gesetzt werden. Man wird mit Vollmacht oder einem Amt versehen. Dieses `in Amt und Würden´ setzen muss auch wieder durch jemanden erfolgen, der dazu von Christus bevollmächtigt ist. Ein solcher Bevollmächtigter ist ein `Schlüsselträger´, wie z. B. Petrus zuzeiten Jesu (Matthäus 16:19). Nur unter dessen Leitung wird die übertragene Vollmacht in der Kirche ausgeübt. Solche Schlüsselträger hat der Herr uns auch in dieser Evangeliumsdispensation gegeben. Die heute lebenden `Schlüsselträger´ findest du hier.

Wir erkennen an der Berufung Jeremias zum Propheten, dass Vollmachten im Namen Jesu auf Erden zu amtieren, vom Herrn schon im Vorherdasein vergeben wurden (Jeremia 1:5), was keine Vorherbestimmung bedeutet – der so berufene kann hier auf Erden selber entscheiden, ob er dem Herrn dienen möchte oder nicht. Außerdem erkennen wir, dass wir nicht von uns aus nach einem Amt, in dem wir meinen uns am besten ausleben zu können, streben, sondern, dass wir eben wissen müssen, dass der Herr uns erwählt und dies, durch Offenbarung durch den Heiligen Geist, denjenigen mitteilt, denen er die entsprechende Schlüsselvollmacht übertragen hat (Johannes 15:16). Zu einer Berufung oder Ordinierung ist auch noch die Zustimmung der Mitglieder der Kirche erforderlich (Lehre und Bündnisse 20:65; 26:2).

Was denkst du, warum nicht jeder, der gerne möchte, irgendeine Funktion im Reich Gottes nach seinen Wünschen und seinem Gutdünken ausüben kann?

Jesus gebot seinen Jüngern, ihm etwas Brot und Wein herzubringen

Als die Jünger zurückkamen, brach der Erretter das Brot in Stücke und segnete es. Er gab den Jüngern davon und ließ sie es dann der Menge geben.
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Nachdem die nahezu zweitausendfünfhundert am Tempel versammelten Nephiten miterlebten, wie Engel aus dem Himmel herabkamen und ihren Kleinen dienten (3. Nephi 17:24-25), begab sich Folgendes: „… Jesus gebot seinen Jüngern, ihm etwas Brot und Wein herzubringen. 2  Und während sie um Brot und Wein gingen, gebot er der Menge, sich auf die Erde niederzusetzen. 3  Und als die Jünger mit Brot und Wein gekommen waren, nahm er vom Brot und brach und segnete es; und er gab den Jüngern und gebot ihnen zu essen. 4  Und als sie gegessen hatten und satt waren, gebot er ihnen, der Menge zu geben.“ (3. Nephi 18:1-4).

Jesus gebot seinen Jüngern, ihm etwas Brot und Wein herzubringen. Wenn wir diese Verse lesen, dann ist uns sicherlich sofort klar, worum es bei der folgenden Handlung geht. Der Herr führt nun auch hier bei den Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent das Mahl zum Gedächtnis seines Leidens für alle Menschen, wie in Jerusalem ein, das `Abendmahl´.

Einerseits fällt mir auf, dass er der Menge gebot, sich niederzusetzen. Die Menge hat wahrscheinlich schon längere Zeit gestanden und es war gut für sie, die Stellung mal wieder zu verändern und eine Ruheposition einzunehmen. Weiterhin kann ich mir vorstellen, dass der Herr damit auch eine geselligere Stimmung herbeiführen wollte, denn die Menge sollte nun etwas zu essen und zu trinken bekommen. Zunächst geht es nur um das Brot das der Herr brach, segnete und zuerst seinen Zwölf davon gab. Nachdem sie `satt´ waren, gebot er ihnen, auch der rund zweitausenfünfhundert Menschen zählenden Menge zu geben – das kann ganz schön viel Zeit in Anspruch genommen haben. Ich denke mir, dass man sich im Sitzen auch einfach wesentlich besser auf das Mahl konzentrieren kann. Heutzutage sieht man die Leute mit dem Essen `to go´ auf der Straße laufen. Das ist eine Art, die nicht gerade gesundheitsförderlich sein kann. Wir sitzen auch beim Einnehmen des Abendmahls, geben uns allerdings mit einem gebrochenen Stück Brot zufrieden und essen nicht bis wir satt sind. Das gebrochene Brot soll uns an den gebrochenen Leib Jesu erinnern (1. Korinther 11:24; Schlachter 2000-Ausgabe, weil sie in diesem Satz der King James Version entspricht). Um den Tod der Gekreuzigten zu beschleunigen, wurden ihnen die Beinknochen gebrochen. Dadurch konnten sie sich nicht mehr abstützen (Johannes 19:32). Weil die Soldaten sahen, dass Jesus schon tot war, brach man ihm diese nicht, stattdessen stach man ihm mit der Lanze in die Seite. Dadurch erfüllte sich eine frühere Prophezeiung (Johannes 19:33-37).

Wenn du nach dem Gebet von dem gebrochenen Brot nimmst und isst, woran denkst du dabei?