So konnten sie dann … Hurerei und allerlei Schlechtigkeit begehen

Nachdem sich die Mitglieder der Gadiantonräuber mittels geheimer Zeichen zu erkennen geben konnten, schütze sie das davor, sich gegenseitig Schaden zuzufügen (Helaman 6:22). „Und so konnten sie dann morden und plündern und stehlen und Hurerei und allerlei Schlechtigkeit begehen, entgegen den Gesetzen ihres Landes und auch den Gesetzen ihres Gottes.“ (Helaman 6:23).

So konnten sie dann … Hurerei und allerlei Schlechtigkeit begehen. Der Begriff Hurerei wird in den heiligen Schriften in dreierlei Bedeutung verwendet:

  1. Frauen geben sich einem Mann, der nicht ihr Ehemann ist, sexuell hin. Sie wurden als Dirnen (Genesis 38:15-25) bzw. Huren (Levitikus 19:29) bezeichnet, verachtet und mit dem Tode bedroht. Männer im Alten Testament hingegen durften dies tun, auch wenn sie verheiratet waren.
  2. Im Alten Testament wird das Abwenden von Gott zu den Götzen hin, symbolisch als Hurerei bezeichnet (Jesaja 23:17; 2.Chronik 21:11).
  3. Im Neuen Testament wird der treulose Umgang mit Babylon, der Mutter der Huren, oft symbolhaft mit Hurerei beschrieben (Offenbarung 17:1-5).

Im Buch Mormon werde ich sehr häufig davor gewarnt, Hurerei zu begehen. Ich darf auch nicht meinen, mich mit dem Verhalten von David bzw. Salomo entschuldigen zu können (Jakob 2:23-26). Bevor ich aber jemanden wegen unkeuschem Verhalten verurteile, muss ich das Gleichnis vom willigen und unwilligen Sohn berücksichtigen. Der eine nahm zwar einen Auftrag des Herrn an, führte ihn dann jedoch nicht aus. Der zweite nahm ihn zunächst nicht an, führte ihn dann aber aus. Darauf sagte der Herr: „Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“ (Matthäus 21:28-32). Wie verhältst du dich gegenüber Sündern?

„Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen; aber tu diese Sünde nicht mehr!“
(Johannes 8:3-11; Bild: Quelle)

Der Satan stachelte dem größeren Teil der Nephiten das Herz auf

„Aber siehe, der Satan stachelte dem größeren Teil der Nephiten das Herz auf, so daß sie sich mit jenen Räuberbanden vereinigten und in deren Bündnisse und deren Eide eintraten, nämlich daß sie einander in allen möglichen schwierigen Umständen, in die sie geraten würden, schützen und bewahren wollten, so daß sie für ihre Morde und ihre Plünderungen und ihre Diebstähle nicht zu leiden hätten.“ (Helaman 6:21).

Der Satan stachelte dem größeren Teil der Nephiten das Herz auf. Stell dir vor, du stehst vor einer Brombeerhecke, siehst die wunderschönen reifen Brombeeren und willst dich an ihnen gütlich tun. Wenn du unachtsam bist, kann dir der Spaß recht schnell verdorben werden. Die Brombeeren wehren sich nämlich gegen das Pflücken. Sie haben einen `Fraßschutz´, Stacheln. Diese verursachen nicht unerhebliche Verletzungen, die recht wehtun und du wirst u. U. ungehalten und sehr gereizt.

Dies will Satan auch bei uns erreichen. Er ist sehr bemüht, uns Menschen so zu reizen, dass wir meinen, wir könnten uns nur mit `finsteren Taten´ Erleichterung vor irgendeinem Schmerz verschaffen. Er ist immer bemüht, uns zu schlimmen Taten aufzustacheln (2. Nephi 9:9). Dies aus dem einzigen Grund, dass wir genauso elend werden wie er es ist (2. Nephi 2:27). Allerdings liegt es ganz in unserer Hand, ob wir einen unflätigen Schrei herauslassen, wenn wir beim Brombeerpflücken zerkratzt werden, oder uns dazu entscheiden den Schmerz, in Anbetracht der süßen Frucht, in Ruhe zu ertragen. Die süße Frucht kann ich mit der Liebe Gottes vergleichen. Gerne möchte ich sie genießen. Satan stelle ich mir als den `Fraßschutz´ vor, der mich davon abhalten will, an die süße Frucht, die Liebe Gottes, zu kommen. An seinen Stacheln kann ich mich verletzen und dadurch sehr gereizt werden `finstere Taten´ zu tun. Doch habe ich es in der Hand, darauf zu verzichten. Es braucht tagtägliche Anstrengung, aber ich habe es in meiner Hand (2. Nephi 2:15-16). Wie reagierst du auf das `Aufstacheln deines Herzens´ durch Satan?

Brombeere 0815-23.jpg(Bild: Quelle)

Sie gebrauchten jedes Mittel in ihrer Macht, um sie vom Antlitz der Erde hinweg zu vernichten

Die Reaktion, der zum Herrn bekehrten Lamaniten, auf das Morden und Plündern, durch Mitglieder der Bande Gadiantons (Helaman 6:18-19): „Und nun begab es sich: Als die Lamaniten entdeckten, daß es unter ihnen Räuber gab, waren sie über die Maßen bekümmert; und sie gebrauchten jedes Mittel in ihrer Macht, um sie vom Antlitz der Erde hinweg zu vernichten.“ (Helaman 6:20).

Sie gebrauchten jedes Mittel in ihrer Macht, um sie vom Antlitz der Erde hinweg zu vernichten. Die zum Herrn bekehrten Lamaniten, waren darauf bedacht, die gesetzeswidrigen Handlungen ihrer Mitbürger zu unterbinden. Hierzu setzten sie alle Mittel ein, die ihnen gesetzmäßig zur Verfügung standen.

Die meisten Menschen reagieren sicherlich `über die Maßen bekümmert´, wenn schlimme Straftaten begangen werden. und rufen die Gesetzeshüter auf, dagegen vorzugehen. Denken wir nur an die Terroranschläge und Amokläufe in jüngster, und Attentate in vergangener Zeit (eine Liste findest du hier). Immer haben sich die Verantwortlichen ´über die Maßen bekümmert´ gezeigt und die Verfolgung der Täter mit aller Härte des Gesetzes beschworen. So z. B. die Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Angesichts der schrecklichen Geschehnisse in Münster bin ich zutiefst erschüttert. Es wird jetzt alles Denkbare zur Aufklärung der Tat und zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen getan. Allen Einsatzkräften vor Ort gilt mein Dank.“ (dieses und weitere Zitate siehe hier). Die Exekutive (vollziehende Gewalt) kümmert sich bei uns um die Aufklärung und Verhinderung von Straftaten im Rahmen, der ihr vom Gesetzgeber (Legislative) eingeräumten `Mittel der Macht´ und führt die ermittelten Straftäter der Judikative (richterliche Gewalt) zu. Was kann ich tun? Wenn mir etwas auffällt oder bekannt ist, meine Kenntnisse den entsprechenden Behörden mitteilen. Was meinst du, was du dazu beitragen kannst, dass solche schlimmen Dinge aufgeklärt, bzw. unterbunden werden können?

Zahlreiche Straßenblockaden brannten im Schanzenviertel.Krawalle beim G20-Gipfel in Hamburg 2017
(Bild: Quelle; FOTO: IMAGO/XIM.GS)

Nun hatte es sich begeben, dass es viele von Gadiantons Bande gab

„Und nun siehe, diese Mörder und Plünderer waren eine Bande, die von Kischkumen und Gadianton gebildet worden war. Und nun hatte es sich begeben, daß es viele von Gadiantons Bande gab, sogar unter den Nephiten. Aber siehe, sie waren zahlreicher unter dem schlechteren Teil der Lamaniten. Und sie wurden Gadiantons Räuber und Mörder genannt.“ (Helaman 6:18).

Nun hatte es sich begeben, dass es viele von Gadiantons Bande gab. Kischkumen, der Mitanführer dieser Bande war, hatte vor sechsundzwanzig Jahren schon den damaligen obersten Richter Pahoran ermordet. Allerdings konnte er damals nicht festgesetzt werden. Mit anderen zusammen bildeten sie ein Bündnis, einander nicht zu verraten (Helaman 1:9-12). Zwei Jahre später wurde Gadianton der Anführer dieser Bande (Helaman 2:1-4). Sie organisierten sich und schworen Geheimhaltung und sonstige satanische Eide. Das war mit ein Grund, warum die Täter nicht entdeckt wurden (Helaman 6:19).

Solche Geheimbünde gab es von Menschheitsbeginn an (Köstliche Perle Mose 5:30-31, 49, 51), bis in unsere heutige Zeit (siehe hier). Solche Bünde führen regelrecht zur Vernichtung ganzer Völker, wie z. B. bei den Nephiten und Jarediten (Helaman 2:12-13; Ether 8:15-26). Glücklicherweise bin ich bis zum heutigen Tag verschont geblieben, irgendetwas mit solchen Bünden zu tun bekommen zu haben. Sicherlich gibt es das eine oder andere, was ich aus meinem privaten Bereich nicht gerne an die Öffentlichkeit trage (im sogenannten Johari Fenster die `Privatperson´, siehe Bild unten). Das bleibt nur eine Sache zwischen mir und Gott. Ich habe nicht vor, mich durch Satan verleiten zu lassen, mich einer Gruppe anzuschließen, die im Geheimen böse Ziele verfolgt (2. Nephi 9:9). Was sind deine Gedanken in Bezug auf Geheimbünde?

(Bild: Quelle)

Sie fingen an, nach Gewinn zu trachten, damit sich einer über den anderen erheben könne

Und schon wieder gleitet das Volk der Nephiten vom schmalen und geraden Pfad der Rechtschaffenheit ab (Helaman 6:16). „Denn siehe, der Herr hatte sie so lange mit den Reichtümern der Welt gesegnet, daß sie weder zu Zorn, noch zu Krieg, noch zu Blutvergießen aufgestachelt worden waren; darum fingen sie an, ihr Herz auf ihre Reichtümer zu setzen; ja, sie fingen an, nach Gewinn zu trachten, damit sich einer über den anderen erheben könne; darum fingen sie an, geheime Morde zu begehen und zu rauben und zu plündern, damit sie Gewinn erlangten.“ (Helaman 6:17).

Sie fingen an, nach Gewinn zu trachten, damit sich einer über den anderen erheben könne. Es erging ihnen im weltlichen Sinn so gut, dass sie nicht genug bekommen konnten. Sie erinnerten sich nicht an das, was vor knapp 60 Jahren passiert ist. Schon da ist das Volk stolz geworden aufgrund seines überaus großen Reichtums (Alma 4:6-8).

Häufig müssen wir feststellen, dass viele Menschen aus vorausgegangenen Fehlern keine Lehre ziehen, sondern eher noch durch unrechtschaffene und gesetzwidrige Handlungen mehr Reichtümer anhäufen. Das war früher so und das ist heute genauso. Ich erinnere mich an die Warnung „… Wenn der Reichtum wächst, verliert nicht euer Herz an ihn!“ (Psalm 62:11) und habe mit zunehmendem Alter immer weniger Probleme damit, ihr Gehör zu schenken. Ich bemühe mich, alles dran zusetzen, von meiner Habe in angemessener Weise mit denen zu teilen, die nackt oder hungrig sind, durstig oder krank, eben an die Bedürftigen zu denken, und ihnen Unterstützung zukommen zu lassen, anstatt mich über sie zu erheben, seien sie außerhalb der Kirche oder in der Kirche (Alma 1:30). Wie ist deine Einstellung zu Reichtum und das Sinnen nur darauf zu setzen und die nicht so erfolgreichen herablassend zu behandeln?

reichtum(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Da wurde Sezoram von unbekannter Hand ermordet

Mormon berichtet weiter: „Und es begab sich: Im sechsundsechzigsten Jahr der Regierung der Richter, siehe, da wurde Sezoram von unbekannter Hand ermordet, als er auf dem Richterstuhl saß. Und es begab sich: Im gleichen Jahr wurde auch sein Sohn, der vom Volk an seiner Statt bestimmt worden war, ermordet. Und so endete das sechsundsechzigste Jahr.“ (Helaman 6:15).

Da wurde Sezoram von unbekannter Hand ermordet. Vor etwa vier Jahren übergab Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, das Amt des obersten Richters an diesen Sezoram (Helaman 4:18; 5:1), weil er die dringende Notwendigkeit sah, seinem Volk das Evangelium zu predigen (Helaman 5:4). Schon sein Urgroßvater Alma der Jüngere (siehe Darstellung hier) hatte dieses Amt als oberster Richter aus demselben Grund aufgegeben (Helaman 4:15-20). Über Sezoram wird ansonsten im Buch Mormon nichts weiter berichtet, außer, dass er von Mitgliedern der Bande Kischkumens und Gadiantons ermordet wurde (Helaman 6:18-19).

Mord, das widerrechtliche und absichtliche töten eines Menschen, ist eine Sünde, die seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte verurteilt wurde, wie wir es beim Brudermord Kains an Abel sehen können (Genesis 4:1-12; Köstliche Perle 5:88-41). Natürlich kennt fast jeder das fünfte Gebot des Herrn, das er Mose auf dem Berg Sinai gegeben hatte (Nehemia 9:13): „Du sollst nicht töten.“ (Exodus 20:13). Auch in jüngster Zeit hat der Herr dieses Gebot wiederholt (Lehre und Bündnisse 59:6). Nun ist es nicht so, dass jeder den Drang hat zu morden – jedenfalls physisch. Aber wie sieht es mit `Rufmord´, einer besonders hinterhältigen Variante des Mobbings, aus? Insbesondere im Zeitalter der elektronischen Medien ist dies eine ganz einfache Sache geworden. Wie leicht wird es da jedem gemacht, über irgendwen gezielt Unwahrheiten weltweit, in Bruchteilen von Sekunden zu verbreiten. Ich bin bemüht, der Aussage des Psalms 34:14 nachzueifern: „Bewahre deine Zunge vor Bösem; deine Lippen vor falscher Rede!“ Ebenso hüte ich mich davor, immer gleich auf das einzusteigen, was andere über jemanden verbreiten. Wie gehst du mit der Thematik `Rufmord´ um?

(Bild: Quelle)

Viel Predigen und viele Prophezeiungen in Bezug auf das Kommende

Über die nun gerade friedlich zusammenlebenden Lamaniten und Nephiten berichtet uns Mormon weiter: „Und im fünfundsechzigsten Jahr hatten sie auch große Freude und Frieden, ja, viel Predigen und viele Prophezeiungen in bezug auf das Kommende. Und so verging das fünfundsechzigste Jahr.“ (Helaman 6:14).

Viel Predigen und viele Prophezeiungen in Bezug auf das Kommende. Der Vater im Himmel lässt uns, seine Kinder, hier im Erdenleben nicht im Ungewissen über seine Vorhaben in Bezug auf uns: „Nichts tut GOTT, der Herr, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat.“ (Amos 3:7). Wie sollte er auch ohne Kommunikation sein Ziel erreichen, Unsterblichkeit und ewiges Leben zustande zu bringen (Köstliche Perle Mose 1:39)? Er muss uns ja mitteilen, was wir dazu tun müssen.

Nicht nur in früheren Zeiten sprach der Herr zu den Menschen durch seine Propheten, auch in unserer Zeit tut er dies. Welchen Grund sollte es denn auch geben, dass er nicht in allen Zeitaltern mit seinen Kindern spricht? So wie ein Vater oder eine Mutter ihren Kindern nicht nur Essen zukommen lassen damit sie körperlich stark werden, sondern auch mit ihnen sprechen, um sie zu unterweisen, wie man richtig lebt, macht es erst recht unser himmlischer Vater. Du weißt doch: „… dass der Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern dass der Mensch von allem lebt, was der Mund des HERRN spricht.“ (Deuteronomium 8:3). Heute spricht er durch seinen Propheten und seine zwölf Apostel, denen die Siebziger zur Seite stehen (siehe hier). Genauso hatte der Herr auch seine Kirche zu seiner Zeit organisiert (Matthäus 10:2; Lukas 10:1). Ihre `Prophezeiungen in Bezug auf das Kommende´ dürfen wir in halbjährlichen Konferenzen miterleben, ein jeder in seiner Muttersprache, weltweit (siehe hier). Wie singt Semino Rossi doch so richtig (allerdings in einem anderen Zusammenhang): „… ich weiß der Himmel lässt uns nie allein, denn ein Engel der Liebe wird immer bei uns sein …“. Wichtig ist natürlich, dass ich das Wort nicht alleine nur höre, sondern es auch richtig anwende (Jakobus 1:22). Wie gehst du mit den `Prophezeiungen in Bezug auf das Kommende´ um?

hörer_ (2)(Bild: Quelle; Text eingefügt)

Ihre Frauen arbeiteten

Nachdem Mormon uns etwas über die wirtschaftliche Lage der Lamaniten und Nephiten um die 25 v. Chr. berichtet hatte (Helaman 6:11-12), sagt er noch über die Tätigkeit der Frauen: „Siehe, ihre Frauen arbeiteten und spannen und verfertigten allerlei Tuch, feingezwirntes Leinen und Tuch jeder Art, um ihre Nacktheit zu bekleiden. Und so verging das vierundsechzigste Jahr in Frieden.“ (Helaman 6:13).

Ihre Frauen arbeiteten. Über die Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau berichtet uns auch schon König Zeniff (Mosia 10:4-5). Manch einer mag den Eindruck haben, dass Frauen in den heiligen Schriften zu kurz kommen, dass ihrer nicht gebührend gedacht wird. Es entsteht leicht der Eindruck, dass es meist nur um die Männer, um die Autorität im Priestertum geht. Man muss einfach nur mal aufmerksamer und bewusster lesen, dann wird einem schon gewahr, dass der Rolle der Frauen ein gebührender Platz eingeräumt wird.

Einige wenige exemplarische Beispiele im Buch Mormon:

  • Die Mutter des Sohnes Gottes wird als „Eine Jungfrau, überaus schön und anmutig, mehr als alle anderen Jungfrauen.“ beschrieben (1. Nephi 11:15).
  • Sowohl die Männer als auch die Frauen fürchteten sich vor dem, was auf der Kugel zu lesen war (1. Nephi 16:27).
  • Die Frauen brachten ihre Kinder in der Wildnis zur Welt und der Herr segnete sie, dass sie sie reichlich säugen konnten; sie plagten sich allerdings ab und erlitten alles, außer dem Tod (1. Nephi 17:1-2,20).
  • Manch einer hat schon seine Frau auf einem Autobahnrastplatz vergessen und ist ohne sie weitergefahren, nicht so die Auswanderer von Jerusalem ins verheißene Land  🙂 (1. Nephi 18:6).
  • Nicht nur Männer benahmen sich manchmal ungebührlich (1. Nephi 18:9).
  • Unser Retter erleidet auch die Schmerzen der Frauen (2. Nephi 9:21).
  • Feinfühligkeit gegenüber den Frauen (Jakob 2:7,35).

Ich breche hier mal lieber ab, weil der Platz nicht ausreicht. Wer möchte, kann sich gerne hier noch die Liste von Frauen in der Bibel ansehen. Gerne verweise ich auch noch auf diesen äußerst interessanten Beitrag „Wie viele Frauen gibt es in den heiligen Schriften?“ Ich bin dankbar für Frauen in meinem Leben, insbesondere meiner Mutter, die mir beispielhaft vorgelebt hat, was sie in einen Ring für mich hat eingravieren lassen: „Sei treu im Glauben – Mutter“.

Wie viele Frauen gibt es in den Heiligen Schriften?(Bild: Quelle)

Sie zogen Getreide in reichem Maße

Mormon lässt uns wissen, um welchen Teil des Landes es in dem Bericht gerade geht. Das südliche Land wurde Lehi und das nördliche Mulek genannt (mögliche Lage zueinander siehe hier). Dort gab es Gold, Silber und kostbare Erze, die von Kunsthandwerkern bearbeitet wurden (Helaman 6:10-11), und: „Sie zogen Getreide in reichem Maße, sowohl im Norden als auch im Süden; und es ging ihnen überaus gut, sowohl im Norden als auch im Süden. Und sie vermehrten sich und wurden überaus stark im Land. Und sie züchteten viel Kleinvieh und viele Herden, ja, viel Mastvieh.“ (Helaman 6:12).

Sie zogen Getreide in reichem Maße. Der Nahrungsmittelanbau in industriellem Maßstab in Mesoamerika wurde von vielen Kritikern des Buches Mormon lange Zeit als unglaubwürdig angesehen. Neueste archäologische Entdeckungen mittels der LiDAR-Technik, bestätigen u. v. a. auch diesen Punkt. Mittels neuer Lasertechnologie, die im Flug über das Zielgebiet Strukturen, die so nicht sichtbar sind, aufzeichnet, konnten per Bildbearbeitung hochgenaue 3D-Karten erstellt werden. Auf ihnen lassen sich auch landwirtschaftliche Terrassen mit Bewässerungssystem sowie Nahrungsmittelanbau in industriellem Maßstab erkennen (siehe hier).

Unter anderem wurde auch der Anbau von Gerste vor 1492 n. Chr. angezweifelt (Mosia 7:22). Erst 1983 erkannten Archäologen die Existenz und den Anbau einer Gerste in der Neuen Welt an, die bereits auf das Jahr 800 v. Chr. datiert wurde. (siehe hier). Immer wieder stelle ich fest, dass Wissenschaft sich von Erkenntnis zu Erkenntnis vorarbeitet und dabei oft auch frühere Erkenntnisse, als falsch erkannt, neu überdacht werden müssen. Ich bin dankbar, dass ich festen Glauben an das habe, was uns als das Wort Gottes gegeben worden ist. Nach und nach wird auch die Wissenschaft die Wahrheit der Aussagen des Buches Mormon bestätigen. Dessen ungeachtet verlasse ich mich anstatt auf Wissenschaft, auf die Einladung, die in Moroni 10:4 ausgesprochen wird: Gott den ewigen Vater im Namen Christi zu fragen, ob es wahr ist (das Buch Mormon gemeint). Wie gehst du vor, um Wahrheit von Irrtum zu unterscheiden?

gersteNeolitische Landwirtschaft
(Bild: Quelle)

Und es begab sich: Sie wurden überaus reich

Nachdem nun sowohl Lamaniten, als auch Nephiten friedlich zusammen lebten und Handel miteinander trieben (Helaman 6:8), erfahren wir von Mormon: „Und es begab sich: Sie wurden überaus reich, sowohl die Lamaniten als auch die Nephiten; und sie hatten eine große Fülle an Gold und an Silber und an allerlei kostbarem Metall, sowohl im südlichen Land als auch im nördlichen Land.“ (Helaman 6:9).

Und es begab sich: Sie wurden überaus reich. Was passiert hier gerade wieder? Wir erinnern uns, dass es bei den Nephiten einen bestimmten Zyklus gab: Rechtschaffenheit, Wohlstand, Stolz, Sünde, Zerstörung und Leid, Demut, Rechtschaffenheit … (siehe Blogbeitrag: „Sie sind schlecht und wild und grausam geworden, ja, sie sind selbst Lamaniten geworden“). Gerade beginnt der Zyklus wieder von Neuem. Viele Nephiten hatten sich gedemütigt und sich wieder zum Herrn bekehrt – wurden rechtschaffen (Helaman 6:4-5), sodass der Herr sie daraufhin mit Frieden segnete, wodurch Reisefreiheit und freier Handel entstanden und damit wuchs auch ihr Wohlstand (Helaman 6:7-8).

Ich werde hierbei darauf aufmerksam gemacht, dass ich darauf achtgeben muss, an der richtigen Stelle aus diesem Zyklus auszusteigen, um nicht wieder erst durch Zerstörung gehen zu müssen, um gedemütigt zu werden, ehe ich wieder rechtschaffen werde. Ich steige an dieser Stelle aus, bevor ich Stolz werde. Ich werde mit meinem Reichtum nicht prahlen, sondern ihn dazu verwenden, ärmeren Mitmenschen zu ermöglichen, aus ihrer Armut herauszufinden (Hilfe zur Selbsthilfe). Der damalige Präsident der Kirche, Gordon B. Hinckley, hatte dafür z. B. einen `Ständigen Ausbildungsfond´ ins Leben gerufen. Mit dessen Hilfe sollten sich Menschen in Entwicklungsländern aus ihrer Armut befreien können, insbesondere zurückgekehrte Missionare. Sie bekamen aus diesem Fond einen Ausbildungskredit, den sie dann, wenn sie Arbeit hatten, wieder zurückzahlten, um einer neuen Generation die Chance zu eröffnen, ihre Lebensumstände zu verbessern. Zahllosen bis dahin in Armut lebenden wurde eine neue Perspektive eröffnet (siehe hier und hier). Ob die Nephiten ihren Zyklus diesmal durchbrechen, erfahren wir in späteren Versen des Kapitels. An welcher Stelle verlässt du den `nephitischen Krankheitszyklus´?

nephitischer-krankheitszyklus
(Bild: Quelle; Übersetzung hinzugefügt)