Am nächsten Tag kam das Volk … zusammen, um zu trauern und zu fasten

Die fünf Männer, zu Boden gesunken, vor dem ermordeten obersten Richter, wurden aufgrund des `Beweises des ersten Anscheins´ als die Mörder angesehen (siehe Blogbeitrag von gestern hier), gefangen genommen, und ins Gefängnis geworfen (Helaman 9:8-9). „Und es begab sich: Am nächsten Tag kam das Volk beim Begräbnis des großen obersten Richters, der getötet worden war, zusammen, um zu trauern und zu fasten.“ (Heleman 9:10).

Am nächsten Tag kam das Volk … zusammen, um zu trauern und zu fasten. Bei dem Fasten dürfte es sich wohl um ein unter den Israeliten übliches Ritual, das `Trauerfasten´, gehandelt haben. Der erste König Israels, Saul (um 1000 v. Chr.), stand mit den Philistern in ständigem Konflikt. Trotz zahlreicher Kämpfe, konnte er sich gegen die Feinde nie entscheidend durchsetzen. Die Philister besiegten das Heer Israels nach mehreren Kämpfen beim Gilboa-Gebirge. Saul wollte nicht zulassen, dass er lebend in die Hände seiner Feinde fiel und stürzte sich selber in sein Schwert. Auch seine drei Söhne fielen in den Auseinandersetzungen. Die Israeliten holten die Leichen Sauls und seiner Söhne und „… begruben ihre Gebeine unter der Eiche in Jabesch und fasteten sieben Tage lang.“ (1. Chronik 10:12; 1. Samuel 31:13). Zu diesem Ritual gehörte auch das Zerreißen von Kleidungsstücken als Ausdruck tiefer Trauer (Samuel 1:11-12).

Heutzutage gibt es auch ein auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtetes Fasten (Lehre und Bündnisse 88:76). Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage fasten aus freien Stücken regelmäßig einmal im Monat. Hierbei verzichten sie auf zwei aufeinanderfolgende Mahlzeiten inklusive Trinken. Dieses Fasten hat den Zweck, sich Gott näher zu fühlen und um bestimmte Segnungen zu bitten. Das so eingesparte Geld, das Fastopfer (mehr siehe hier), wird gespendet und kommt den Bedürftigen zugute (Alma 34:28). Außer diesem regelmäßigen Fasten kann auch jederzeit ein Fasten eingelegt werden, wenn man Gottes Willen erkennen, und größere geistige Kraft entwickeln möchte. Welche Erfahrungen hast du schon mit Fasten gemacht?

Jesus fastete vierzig Tage in der Wüste
(Bild: Quelle)

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.