Als sie dein Verhalten sahen, wollten sie nicht an meine Worte glauben

Nachdem Alma der Jüngere seinem Sohn Korianton geboten hatte, Rat von seinen älteren Brüdern einzuholen und zu befolgen (Alma 39:10), sagt er ihm: „Lass dich nicht von irgend etwas Unnützem oder Törichtem verleiten; lass nicht zu, dass der Teufel dein Herz abermals zu diesen schlechten Dirnen hin verleitet. Siehe, o mein Sohn, was für großes Übeltun du über die Zoramiten gebracht hast; denn als sie dein Verhalten sahen, wollten sie nicht an meine Worte glauben.“ (Alma 39:11).

Als sie dein Verhalten sahen, wollten sie nicht an meine Worte glauben. Eine Metapher über den Mehrwert von Bildern gegenüber ausschließlichen Worten bzw. Text besagt: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Der Ursprung dieser Metapher liegt im englischen Sprachraum, wo 1921 Fred R. Barnard in einer Fachzeitschrift mit dem Slogan „One Look is Worth A Thousand Words“ (Ein Blick ist tausend Wörter wert) für den Gebrauch von Bildern in Werbeaufdrucken auf Straßenbahnen warb. Barnard sagte, dass Bilder vom Gehirn gegenüber langen Texten in Bruchteilen von Sekunden aufgenommen und verstanden werden. Einige Jahre später warb er nochmals, allerdings etwas abgewandelt: „One Picture is Worth a Thousand Words“ (Ein Bild ist tausend Wörter wert). Inspiriert wurde er durch einen Satz in Iwan Sergejewitsch Turgenjew´s (russischer Schriftsteller) Roman „Väter und Söhne“, 1862: „Das Bild zeigt mir auf einen Blick, wozu es Dutzende Seiten eines Buches brauchen würde zu erklären.“

Was Anderes ist das Aufnehmen von Handlungen meines Gegenübers? Ich sehe auch Bilder, wenn jemand vor mir sitzt und zu mir sagt: „Rauchen ist ungesund.“ Will er mir ernsthaft diese Erkenntnis vermitteln, sitzt dabei aber mit einer angezündeten Zigarette vor mir, wie erfolgreich wird sein Satz gegenüber dem Bild sein, das er mir zeigt? Ralph Waldo Emerson soll gesagt haben: „Deine Taten sind so laut, dass ich deine Worte nicht hören kann.“ Abgewandelt kann man ebenso sagen: „Deine Körpersprache ist so laut, dass ich nicht höre, was du sagst“. Will ich einen Evangeliumsgrundsatz erfolgreich vermitteln, muss ich ihn selber auch leben. Schon zu Christi Zeiten war dieser Grundsatz bekannt. Jakobus, der jüngere Bruder Jesu (Markus 6:3), fordert die Mitglieder der zwölf Stämme in der Zerstreuung auf: „Werdet aber Täter des Wortes und nicht nur Hörer, sonst betrügt ihr euch selbst!“ (Jakobus 1:22). Wer wird schon gerne betrogen und dann auch noch von sich selber? Ich nicht. Und so befleißige ich mich die Grundsätze des Evangeliums immer besser kennenzulernen und auch danach zu leben, damit meine Mitmenschen auf „einen Blick“ die `Wahrworte Gottes´ erkennen können. Wie lässt du diese Erkenntnis Fred R. Barnard´s wirksam werden: „Ein Blick ist tausend Wörter wert“?

„Ein Blick ist tausend Wörter wert“
(Bild: Quelle)

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