Es gibt niemanden, der den wahren Gott kennt

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Moroni lässt uns weiter wissen: „Und es gibt niemanden, der den wahren Gott kennt, außer den Jüngern Jesu, die im Land verweilten, bis die Schlechtigkeit des Volkes so groß war, dass der Herr sie nicht mehr bei dem Volk verbleiben ließ; und ob sie sich im Land befinden, weiß kein Mensch.“ (Mormon 8:10).

Es gibt niemanden, der den wahren Gott kennt. Moroni kommt hierbei auf die drei nephitischen Apostel des Herrn zu sprechen, die den Wunsch hatten auf Erden verweilen zu dürfen, um Menschen zu Christus zu führen, solange die Welt steht (3. Nephi 28:6-7,9). Als die Schlechtigkeit des Volkes allerdings unausstehlich wurde, nahm der Herr sie aus ihrem Land hinweg (Mormon 1:16).

Für mich stellt sich bei diesem Vers die Frage, was es bedeutet, `den wahren Gott zu kennen´, wie lerne ich ihn kennen? Es ist offensichtlich für das ewige Leben erforderlich, Ihn zu `erkennen´ (Johannes 17:3). Gibt es da einen Unterschied, jemanden zu kennen oder zu erkennen? In der King James Version lese ich anstatt `erkennen´ (recognize), `kennen´ (know) (John 17:3), ebenso in der inspirierten Version von Joseph Smith. Für mein Verständnis erkenne ich jemanden nur, wenn ich ihn kenne. Wie lerne ich den wahren Gott kennen? Indem ich mich mit seinem Sohn Jesus Christus vertraut mache, ihn und sein Leben studiere. Wo kann ich das? In den Heiligen Schriften. Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf der Kirche Jesus Christi der Heiligen der Letzten Tage, sagte: „Den Heiland zu erkennen, beginnt damit, dass wir unsere Geisteskraft aufrütteln und einen Versuch mit seinen Lehren unternehmen, bis wir unserer Seele einem Teil seiner Worte Raum geben können. … wir schenken dem Meister Glauben und erkennen ihn … und wir alle unsere Sünden aufgeben, um ihn zu erkennen.“ (Video). Durch eifriges Schriftstudium bin ich bemüht, Christus, und damit auch den Vater, kennenzulernen und seinem Vorbild nachzueifern.

Was lernst du den `wahren Gott kennen´?

Es gibt niemanden mehr außer den Lamaniten und Räubern

Die Gadiantonräuber von Jody Livingston
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Moroni, der den Bericht seines Vaters Mormon zu Ende führt, sagt uns: „Und nun, siehe, ich sage nichts mehr über sie, denn es gibt niemanden mehr außer den Lamaniten und Räubern, die im Land vorhanden sind.“ (Mormon 8:9).

Es gibt niemanden mehr außer den Lamaniten und Räubern. Ich muss wieder an meine Kindheit denken. Meine Mutter bestritt in den 1950ern verwitwet unseren Lebensunterhalt durch einen Stand auf dem Wochenmarkt. Von unserer Wohnung aus beluden wir immer einen Leiterwagen mit den Verkaufsprodukten. Darunter waren manchmal auch Schokoladentafeln. Ich schob nun den Wagen von hinten, während meine Mutter ihn an der Deichsel über den T-Damm zog und lenkte. Dabei nutzte ich hier und da die Gelegenheit, um mir eine Tafel Schokolade einzustecken. Genau genommen habe ich Diebstahl begangen. Hätte ich hierzu auch noch Gewalt angedroht oder sogar angewandt, wäre das Raub gewesen.

Wer kennt das nicht, dass man als Kind mit seinen Freunden gerne `Räuber und Gendarm´ gespielt hätte. Hier im Buch Mormon handelte es sich aber nicht mehr um ein Spiel, sondern wurde professionell ausgeübt. Das Land war voller Räuber schreibt Mormon (Mormon 2:8). Da gab es eine ganze Horde, die sich zu einer Bande zusammengeschlossen hatte, und das Volk mit räuberischen Attacken drangsalierte (Helaman 2:12). Es waren die `Gadiantonräuber´, die von einem schlechten Nephiten namens Gadianton, angeführt (Helaman 2:4) und von Kischkumen gegründet worden waren (Helaman 1:12). Ihre Organisation war gründet auf Geheimhaltung und satanische Eide. Satan stachelte sogar die Nephiten auf, sodass sich ein Großteil von ihnen diesen Räubern anschloss (Helaman 6:21). Für mich entnehme ich, dass ich mich solcher Banden unbedingt fernhalten muss, mich nicht von ihnen schmeichlerisch umwerben lassen darf, oder mich durch anderes Fehlverhalten erpressbar machen lasse. Ich muss mich darin üben, meine Begierden im Zaum zu halten – siehe mein Kindheitserlebnis oben mit der Schokolade. Rein weltlich gesehen ist Raub ein Straftatbestand, der mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet wird (siehe hier).

Was schreckt dich davon ab, zu rauben?

Dieses ganze Land ist eine ständige Runde von Mord und Blutvergießen

Der Herr half den Nephiten nicht mehr
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Moroni teilt uns mit, dass sich dieses ganze Drama etwa Vierhundert nach Christus abspielte (Mormon 8:6-7) und fährt fort: „Und siehe, es ist die Hand des Herrn, die das getan hat. Und siehe auch, die Lamaniten befinden sich miteinander im Krieg; und dieses ganze Land ist eine ständige Runde von Mord und Blutvergießen; und niemand weiß das Ende des Krieges.“ (Mormon 8:8).

Dieses ganze Land ist eine ständige Runde von Mord und Blutvergießen. Schon vor etwa fünfzig Jahren machte Mormon eine ähnliche Aussage: „… überall im ganzen Land war alles in Aufruhr.“ (Mormon 2:8). Über die gesamte Geschichte des um 600 v. Chr. aus Jerusalem ausgewanderten Volkes, welches sich aus den Familien Lehis (1. Nephi 2:5), Ischmaels (1. Nephi 7:2,5) und des Dieners von Laban, Zoram (1. Nephi 4:35), entwickelte, wird uns von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen ihnen berichtet, und auch untereinander, beginnend mit Auflehnung (1. Nephi 7:6) bis hin zum Tötungswusch (2. Nephi 5:3). Die Ursache hierfür liegt in der unterschiedlichen Glaubenstreue gegenüber Gott. Der jüngere Sohn Lehis, Nephi, war mit weiteren Familienmitgliedern gegenüber den Bündnissen mit Gott treu, während seine beiden älteren Brüder Laman und Lemuel, mit weiteren Anhängern, sich gegen Gott auflehnten. Gott setzte daraufhin Nephi als Lehrer für die älteren ein, was diese nicht gerade freundlich stimmte und sich mit der Zeit zwei revalisierende Volksgruppen ausbildeten, welche Nephiten bzw. Lamaniten genannt wurden (2. Nephi 5:5-6; Mormon 1:9). Zwischen ihnen gab es immer wieder Kriege, bis hin zur letztendlichen Ausrottung der Nephiten, aufgrund ihrer sich entwickelnden Verstocktheit gegenüber dem Herrn, der sie immer wieder befreit hatte, sie sich aber dennoch bewusst von ihm abwandten (Mormon 4:11).

Dier Herr hat die Nephiten immer dann aus den Händen ihrer Gegner befreit (beispielhaft Alma 57:35), solange sie zu ihm standen, während er ihnen diesen Schutz entsagte, als sie sich wider besseres Wissen von ihm entfernten, und schließlich ganz abwandten. Die Folge, als sie reif dafür waren, die vollständige Vernichtung der Nephiten (Mormon 6:22) durch die Lamaniten um die 400 n. Chr., also etwa nach tausend Jahren ihres Bestehens in der neuen Welt, die der Herr ihnen als ihre Heimat versprochen hatte (1. Nephi 18:22-23; 3. Nephi 15:13). Angestiftet wurden die Brüder Nephis durch Satan, der ein Feind Gottes ist, und alles unternimmt, um den Plan der Erlösung, Gottes Plan für die Menschheit, zunichtezumachen (Moroni 7:12). Ich lerne, dass wir uns als Volk des Herrn, nicht wider besseren Wissens, vom Herrn abwenden, unsere Herzen gegen ihn nicht verhärten dürfen, damit uns nicht ein gleiches Schicksal trifft. Die physische Vernichtung wäre ja noch nicht das Schlimmste, aber die geistige trennt uns für ewig von Gott (Jakob 3:11). Wie unendlich dankbar bin ich dem Herrn, dass er einen Weg bereitet hat, dieser Vernichtung zu entrinnen (2. Nephi 9:10).

Wie verstehst du die Aussage im heute betrachteten Vers, dass die Hand des Herrn dies getan hat?

Das ist mir von meinem Vater geboten worden

Mormon verabschiedet sich von einer einstmals großen Nation
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Mormons Bericht ist zu Ende und sein Sohn führt ihn fort: „Siehe, ich, Moroni, führe den Bericht meines Vaters Mormon zu Ende. Siehe, ich habe nur weniges zu schreiben, und das ist mir von meinem Vater geboten worden.“ (Mormon 8:1).

Das ist mir von meinem Vater geboten worden. Alle Nephiten sind offensichtlich von den Lamaniten aufgespürt und vernichtet worden (Mormon 9:2). Moroni muss nun davon berichten, dass die Lamaniten auch seinen Vater getötet hatten, und er allein übriggeblieben ist (Mormon 9:3).

Ich lerne wie gehorsam Moroni seinem Vater gewesen ist. Er, der von seinem Volk alleine übrig geblieben ist, hat nicht danach gefragt, was aus ihm wird, sondern den Willen seines Vaters ausgeführt, seine Erlebnisse aufzuzeichnen und dann in der Erde zu verbergen (Mormon 8:4). Ich muss an ein Erlebnis meiner Kindheit denken. Wir hatten in den Fünfziger Jahren in einer Gartenlaube gelebt. Meine Mutter ist eines Nachmittags wie üblich losgegangen, um meinen Vater von der ungefähr drei Kilometer entfernten S-Bahnhaltestelle abzuholen. Mich ließ sie dabei, ungefähr neun Jahre alt, in der Laube zurück. Es kam ein Wetter mit Blitz und gewaltigem Donner auf. Alleine bekam ich dabei schreckliche Angst. Die Angst hielt mich nicht in der trockenen Laube auf, sie trieb mich in das Wetter und ich lief, den ganzen Weg immer laut `Mutti´ rufend, bis mir eine Passantin sagte, dass viele Menschen in dem Pförtnerhäuschen einer Fabrik kurz vor dem Bahnhof Unterschlupf gesucht hatten. Wie glücklich war ich, meine Mutter dort zu finden und mich wieder in Geborgenheit zu fühlen. Moroni konnte nirgends hinlaufen und fand niemanden mehr, der ihm sagen konnte, wo sich vielleicht jemand aus seiner Familie aufhielt – es gab niemanden mehr. Gut, er war wohl auch schon ein paar Jahre älter. Aber der Schmerz alleine zu sein, und nicht zu wissen, was mit einem passieren wird … (Mormon 9:3,5). Und er war dennoch gehorsam!

Welche Situation hast du in Erinnerung, in der du in Not warst, aber dennoch gehorsam einen Auftrag ausgeführt hast?

Darum seid ihr dem Volk des ersten Bundes zugezählt

Abraham im Gebet
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Mormon beendet seine Worte an den Überrest des Hauses Jakob folgendermaßen: „Und ihr werdet auch wissen, dass ihr ein Überrest der Nachkommen Jakobs seid; darum seid ihr dem Volk des ersten Bundes zugezählt; und wenn es so ist, dass ihr an Christus glaubt und euch taufen lasst, zuerst mit Wasser, dann mit Feuer und mit dem Heiligen Geist, indem ihr dem Beispiel unseres Erretters folgt, gemäß dem, was er uns geboten hat, wird es euch am Tag des Gerichts wohl ergehen. Amen.“ (Mormon 7:10).

Darum seid ihr dem Volk des ersten Bundes zugezählt. Seit jeher schloss der Herr mit seinen Kindern Bündnisse. Ein Bündnis mit dem Herrn ist ein gegenseitiges Versprechen. Der Herr verspricht dem Menschen bestimmte Segnungen, für den Fall, dass der Mensch festgelegte Anforderungen erfüllt. Diese Anforderungen bestimmt der Herr und ebenso die Segnungen. Der Mensch verspricht sie zu halten. So finde ich das erste Mal in der Bibel den Bund des Herrn mit Mose (1. Mose 6:18), den er nachher auf die ganze Menschheit und alle Lebewesen ausdehnte. Als Zeichen dieses Bundes, dass er nie wieder alle Lebewesen ausrotten werde(1. Mose 9:11), setzte der Herr den Regenbogen (1. Mose 9:16-17). Allerdings bietet auch Satan dem Menschen Bündnisse an. Sollte sich der Mensch darauf einlassen, wendet er sich ja von Gott ab und bringt dadurch einen Fluch auf sich, indem er sich vom Herrn trennt (Köstliche Perle Mose 5:52).

Der Überrest des Hauses Jakob ist aufgrund Abstammung, Teilhaber des Bundes, den der Herr mit Abraham schloss. Und dieser`Abrahamische Bund´ weitet sich auf alle Menschen aus, die in dieses Bündnis eintreten (Lehre und Bündnisse 132:29-31; Köstliche Perle Abraham 2:6-11), beginnend mit dem Bündnis der Taufe, in dem der Mensch verspricht, alle Gebote des Herrn halten zu wollen. Will ich also in den Genuss der Segnungen des `Abrahamischen Bundes´ kommen, werde ich Umkehr üben, mich von bevollmächtigten Dienern Gottes taufen lassen und weitere Bündnisse, die der Herr mir anbietet, eingehen. Halte ich die Anforderungen der Bündnisse ein, werde ich auch Erbe der verheißenen Segnungen. Halte ich meine Versprechen nicht, ist der Herr auch nicht gebunden (Lehre und Bündnisse 132:4).

Welche Bedeutung hat die Teilnahme am Abendmahl in Bezug auf Bündnisse mit Gott?

Dieser ist zu dem Zweck geschrieben, damit ihr jenem glaubt

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Mormon spricht weiter zum Überrest des Hauses Jakob: „Denn siehe, dieser ist zu dem Zweck geschrieben, damit ihr jenem glaubt; und wenn ihr jenem glaubt, so werdet ihr auch diesem glauben; und wenn ihr diesem glaubt, so werdet ihr von euren Vätern wissen und auch von den wunderbaren Werken, die durch die Macht Gottes unter ihnen bewirkt worden sind.“ (Mormon 7: 9).

Dieser ist zu dem Zweck geschrieben, damit ihr jenem glaubt. Was ist mit `dieser´ und `jenem´ gemeint.

Mormon spricht hier zwei Arten von Berichten an. Wenn er `dieser´ sagt, meint er den Bericht, den er gefertigt hat, also die Abkürzungen der Berichte der Platten, die von seinem Volk gefertigt wurden, und den Bericht der zwei Hauptvölker wiedergeben, der Nephiten und der Lamaniten – `das Buch Mormon´. Und er soll dazu führen, dass der `Überrest des Hauses Jakob´, also der bis in die heutige Zeit überlebenden Lamaniten, welche ja Teil des Hauses Israel sind (Mormon 7:1), `jenem´ Bericht glauben werden. Und um welchen `jenen´ Bericht geht es? Um den Bericht, der „… von den Juden zu den Anderen gelangen wird, und jener Bericht wird von den Anderen zu euch kommen.“ (Mormon 7:8) – also `die Bibel´ (2. Nephi 29:4). Diese zwei Bücher nun sollen durch ihr Zusammenkommen Gott bezeugen (2. Nephi 29:8), und die Übrigen des Hauses Jakob zur Erkenntnis der Wahrheit bringen (Helaman 15:11-13). Mir wird durch diese Schriftstelle also klar, welchem Zweck `diese beiden Berichte´ dienen, und welche Anstrengungen diese Vorfahren auf sich genommen haben, damit wir ein Zeugnis von Gott vor uns haben.

Was meinst du, warum es sowohl `diesen´ als auch `jenen´ Bericht gibt, wenn sie doch Gleiches enthalten?

Ergreift das Evangelium Christi

Alle Hebel in Bewegung setzen
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Mormon fordert den Überrest des Hauses Jakob auf: „Darum kehrt um, und lasst euch im Namen Jesu taufen, und ergreift das Evangelium Christi, das vor euch gesetzt wird, nicht nur in diesem Bericht, sondern auch in dem Bericht, der von den Juden zu den Anderen gelangen wird, und jener Bericht wird von den Anderen zu euch kommen.“ (Mormon 7:8)

Ergreift das Evangelium Christi. Mormon fordert den Überrest des Hauses Jakob auf, Gottes Plan der Errettung, der im Evangelium von Christus enthalten ist, zu ergreifen. Dieser Plan beinhaltet ewige Wahrheiten bzw. Gesetze, Bündnisse und Verordnungen, die nicht nur der angesprochene Überrest, sondern auch jeder Mensch kennen muss, wenn er in die Gegenwart Gottes zurückkehren will.

Dieses Evangelium sollte laut Mormon, dem Überrest, der in unserer Evangeliumszeit lebt, bekannt gemacht werden, und er sollte die Chance ergreifen und es annehmen, Umkehr üben, und sich im Namen Jesu taufen lassen. Seit Joseph Smith’s Zeiten besteht nun für diesen Überrest diese Möglichkeit, denn der Herr hat durch ihn Sein Evangelium auf Erden wieder aufrichten lassen (mehr über die Wiederherstellung lies hier). Einerseits mittels des Buches Mormon (seit 1830), aus dem sie auch erfahren, wer ihre Vorfahren sind, aber sie sollten auch durch `die Anderen´ Zugriff auf den `Bericht der Juden´ bekommen, also auf die Bibel (1. Nephi 13:38). Letztere Möglichkeit wurde ihnen durch europäische Missionare, `die Anderen´, ab dem 15. Jahrhundert ermöglicht. Besonders spanische und portugiesische Kolonisten brachten ihre Religion in die `neue Welt´ mit und missionierten die in ihren Augen ungläubigen Ureinwohner Lateinamerikas. Leider wurde hierbei aber auch oftmals Zwang ausgeübt. Viele Ureinwohner wurden umgebracht und kamen teilweise durch eingeschleppte Krankheiten ums Leben. Dies alles als Erfüllung der Prophezeiungen, die vor Hunderten von Jahren durch nephitische Propheten getätigt wurden (Beispielhaft Mormon 5:15-20). Für mich beweist sich immer und immer wieder: Gottes Wort erfüllt sich zu der von Ihm vorgesehenen Zeit.

Wie setzt du die Aufforderung Mormons, das Evangelium Christi zu ergreifen, um?

Er hat die Erlösung der Welt zustande gebracht

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Mormon spricht weiter zu dem Überrest des Hauses Jakob: „Und er hat die Erlösung der Welt zustande gebracht, wodurch es demjenigen, der am Tag des Gerichts vor ihm schuldlos befunden wird, gegeben ist, in der Gegenwart Gottes in seinem Reich zu wohnen, um mit den Chören oben unaufhörlich Lobpreis zu singen, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, die einGott sind, in einem Zustand des Glücklichseins, der kein Ende hat.“ (Mormon 7:7).

Er hat die Erlösung der Welt zustande gebracht. Bei dieser Aussage stelle ich mir die Situation im Ölgarten vor, als Jesus alleine niederkniete und im Gebet mit seinem Vater rang und sprach: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! …“ (Lukas 22:42). Ich habe mir die Frage gestellt, wessen würden wir, als Kinder Gottes verlustig gehen, wenn Er nicht mit aller Ernsthaftigkeit hinterhergeschoben hätte: „… Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.“

Alle Menschen könnten nicht von von ihrem körperlichen Tod erlöst, und auch nicht von iherer Sünde befreit werden, und diejenigen, die an ihn glauben und Umkehr üben, könnten auch nicht von ihrem geistigen Tod erlöst werden. Wir bräuchten allerdings auch nicht vor Seinem Gericht stehen. Das wiederum würde uns allerdings der Möglichkeit berauben, für den Fall, dass wir für schuldlos befunden werden würden, in der Gegenwart Gottes, für alle Zeit und Ewigkeit in Seinem Reich wohnen zu können. Besonders den Sangesfreudigen unter uns, würde es daran fehlen, im Chor dem gerechten Gott, in einem Zustand des Glücklichseins, Lobpreis zu singen. Summasummarum, das Werk Gottes wäre gescheitert (Köstliche Perle Mose 1:39).

Wie würde aus deiner Sicht ein Leben ohne das `Erlösungswerk Jesu´ aussehen, wäre es nicht viel einfacher?

Er bringt die Auferstehung der Toten zustande

Petrus und Johannes sprechen mit Maria Magdalena über den Auferstandenen
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Mormon weiter zum Überrest des Hauses Jakob: „Und er bringt die Auferstehung der Toten zustande, wodurch der Mensch auferweckt werden muss, um vor seinem Richterstuhl zu stehen.“ (Mormon 7:6).

Er bringt die Auferstehung der Toten zustande. Wir erinnern uns, durch `Menschen´ kam der Tod in die Welt, nämlich durch Adam und Eva, die im Garten von Eden entgegen der Aussage des Herrn, von der `verbotenen Frucht´ gegessen hatten (1. Mose 2:16-17). Um den Plan Gottes zu ermöglichen, dass alle Menschen wieder zu Gott zurückkommen könnten (Mose 1:39), musste es nun eine Möglichkeit der Überwindung dieses Todes geben. Diese wurde durch die Auferstehung, auch wieder `eines Menschen´, nämlich Jesus Christus, ermöglicht (Korinther 15:20-22). Christus hat also die Auferstehung des Menschen zustande gebracht, wodurch der sterbliche Teil des Menschen aus seinem Grab wieder auferweckt wird und mit seinem unsterblichen Teil, dem Geist, wieder, nun aber in Vollkommenheit und für ewig, zusammengeführt wird (1. Mose 2:7; Lehre und Bündnisse 138:16-17).

Nach dieser Auferweckung werden wir am `letzten Tag´ vor den Richterstuhl Gottes gestellt, wo sich entscheiden wird, in welche Herrlichkeit wir, aufgrund unseres Verhaltens auf Erden, eingehen dürfen (2. Nephi 9:15). Ich erkenne, dass unser Leben eine Zeit ist, in der wir uns für eine bestimmte `ewige Wohnung´ qualifizieren (Johannes 14:2), so wie das Ergebnis einer Abschlussprüfung über meine berufliche Zukunft bestimmt, nur mit der Verschärfung, dass es um meine ewige Zukunft geht. Obwohl ich in den besten Büchern nach Weisheit durch Studium und Glauben trachte (Lehre und Bündnisse 88:118), möchte ich lieber die Rolle des `armen Lazarus´ einnehmen, als die des `reichen Mannes´ (Lukas 16:19-31).

Welche Empfindungen hast du, wenn du daran denkst, dass Christus dies alles gelitten hat, damit wir errettet werden können?

Wisset, dass ihr zur Erkenntnis eurer Väter kommen … müsst

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Mormon spricht nun zum Überrest des Volkes, zu denjenigen, die das grausame Massaker überlebt haben und bis heute erhalten geblieben sind (Mormon 7:1): „Wisset, dass ihr zur Erkenntnis eurer Väter kommen und von all euren Sünden und Übeltaten umkehren und an Jesus Christus glauben müsst, dass er der Sohn Gottes ist und dass er von den Juden getötet wurde und er durch die Macht des Vaters wiederauferstanden ist, wodurch er den Sieg über das Grab gewonnen hat; und in ihm ist auch der Stachel des Todes verschlungen.“ (Mormon 7:5).

Wisset, dass ihr zur Erkenntnis eurer Väter kommen … müsst. Dem Überrest des Hauses Jakob erklärt Mormon, dass sie vom Haus Israel sind, dass sie ohne Umkehr nicht errettet werden können, und dass sie sich nicht wieder am Blutvergießen erfreuen dürften (Mormon 7:2-4). Dann lässt er sie noch wissen, dass Christus von den Juden getötet wurde. Diese Aussage tätigt auch Petrus in der Apostelgeschichte. Als sich Petrus und Johannes vor den Oberen des Volkes wegen Predigens des Evangeliums von Christus und der Heilung eines Kranken verantworten mussten, rechtfertigte Petrus ihr Handeln folgendermaßen: „so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch.“ (Apostelgeschichte 4:10).

Die Aufforderung Mormons, „… dass ihr zur Erkenntnis eurer Väter kommen … müsst …“, gilt aber nicht nur für den Überrest der Nachkommen Jakobs, sondern allen Menschen. Stellt sich mir die Frage, wie komme ich zu dieser Erkenntnis? Eine wunderbare Antwort finde ich in neuzeitlicher Offenbarung: Ich soll eifrig Worte der Weisheit aus den besten Büchern sammeln und nach Wissen trachten durch Studium und Glauben, auch soll ich mich belehren lassen (Lehre und Bündnisse 88:118). In einer Welt der Täuschungen, gehört zum reinen Studium unbedingt das Ausüben von Glauben an den Herrn Jesus Christus, denn Sein Geist hilft uns, Wahrheit von Irrtum zu unterscheiden. Und wenn wir die Wahrheit erkennen, dann werden wir durch sie frei gemacht (Johannes 8:32).

Wie verstehst du diese Aussage Mormons, zur Erkenntnis eurer Väter zu kommen?