Ungeachtet all dieser Wundertaten, verhärtete das Volk sein Herz

Behemoth, Lithographie von William Blake
(Bild: Quelle)

Weiter erfahren wir über diejenigen, die ihre eigene Kirche errichtet hatten: „Und doch, ungeachtet all dieser Wundertaten, verhärtete das Volk sein Herz und trachtete danach, sie umzubringen, ja, wie die Juden zu Jerusalem getrachtet hatten, Jesus umzubringen, gemäß seinem Wort.“ (4. Nephi 1:31).

Ungeachtet all dieser Wundertaten verhärtete das Volk sein Herz. Was bedeutet es, ein hartes Herz zu haben? Du kennst die Redensart: „Ein Herz aus Stein haben“? Im Hiob beschreibt Gott ein Ungeheuer, in der Luther-Übersetzung `Behemot´ genannt (Hiob 40:15). Dabei zählt er all dessen Eigenschaften auf, u. a. auch die seines Herzens: „Sein Herz ist so hart wie ein Stein und so fest wie der untere Mühlstein.“ (Hiob 41:16). Daher wohl auch die Redensart „Ein Herz aus Stein haben“.

Mit dieser Redensart beschreibt man jemanden, der folgende Eigenschaften aufzeigt: Kälte, Ablehnung, Gefühllosigkeit, Leblosigkeit, Unbarmherzigkeit, kein Mitleid oder Mitgefühl. Jemand, der sein Herz verhärtet, lehnt auch fortlaufende Offenbarung ab und kann die Geheimnisse Gottes nicht erkennen und erst recht nicht verstehen. Ihm wird daher ein größeres Maß an göttlicher Erkenntnis vorenthalten bleiben (Alma 12:11). Ein Spruch im Alten Testament sagt: „Selig der Mensch, der stets Ehrfurcht hat; wer aber sein Herz verhärtet, fällt ins Unglück.“ (Sprüche 28:14). Will ich also nicht ins Unglück fallen, hüte ich mich davor, mein Herz zu verhärten. Und sollte ich aufgrund Selbstreflexion oder Rückmeldung durch meine Mitmenschen erkennen, dass sich mein Herz anfängt zu verhärten, werde ich vermehrt `Weichspüler´ benutzen: Um Demut bitten, um Verständnis bitten, inständiger und gebetsvoller das Wort Gottes studieren, meine geistigen Ohren weit öffnen, damit ich die feine und leise Stimme besser vernehmen kann („Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren!“ – „Dass ich dich besser hören kann!“ :-); 1. Nephi 10:19) …

Was unternimmst du, um ein verhärtetes Herz zu vermeiden, oder wieder zu erweichen?

Darum übten sie Macht und Gewalt über die Jünger Jesu aus

(Bild: Quelle)

Über diejenigen, die ihre eigene Kirche errichteten, erfahren wir von Mormon: „Darum übten sie Macht und Gewalt über die Jünger Jesu aus, die bei ihnen verweilten, und sie warfen sie ins Gefängnis; aber durch die Macht des Wortes Gottes, die in ihnen war, brachen die Gefängnisse entzwei, und sie gingen hinaus und vollbrachten mächtige Wundertaten unter ihnen.“ (4. Nephi 1:30).

Darum übten sie Macht und Gewalt über die Jünger Jesu aus. Wie in allen Dingen im Reich Gottes, hat alles zwei Seiten, so, wie eine Medaille zwei Seiten hat. In diesem Vers haben wir es auch mit zwei Seiten zu tun, mit zwei Arten von Macht.

Grundsätzlich ist Macht die Fähigkeit etwas zu tun. Seit Anbeginn haben wir von unserem himmlischen Vater die Fähigkeit ­- Macht – und das Recht gewährt bekommen, für uns selbst zu wählen und zu handeln. So hat er Adam und Eva die Möglichkeit eröffnet von allen Bäumen des Gartens essen zu dürfen, nur von einem Baum sollten sie nicht essen. Und er hat ihnen auch die Konsequenz bei Zuwiderhandlung aufgezeigt: Sterben (Genesis 2:16-17). Es gibt also Gegensätze. Bei der Macht haben wir es zum Einen mit der Macht des Bösen, und auf der anderen Seite im Gegensatz dazu, mit der Macht Gottes zu tun. Die Macht des Bösen wird durch Luzifer oder Satan verkörpert. Die eine Macht will erretten (Lukas 2:11), die andere zerstören (3. Nephi 22:16). Für mich kann ich mir nicht im Geringsten vorstellen, dass ich über die heute unter uns lebenden Jüngern Jesu, Macht und Gewalt ausüben wollte. Im Gegenteil bin ich dankbar für sie und die Macht des Guten, die sie verkörpern und ausüben. Doch ich muss achtsam sein, dass ich nicht in den Trott verfalle, wenn mir Macht übertragen wurde, sie in der falschen Weise, durch ungerechte Herrschaft, auszuüben (Lehre und Bündnisse 121:39).

Wie gehst du mit der dir übertragenen Vollmacht im Werk des Herren um?

Sie verfolgten die wahre Kirche Christi wegen ihrer Demut und ihres Glaubens an Christus

Gemälde, auf dem dargestellt ist, was sich im Gefängnis zu Carthage kurz vor der Ermordung von Joseph Smith abspielte
(Bild: Quelle)

Wir erfahren aus der Zusammenfassung Mormons: „Und weiter, es gab noch eine weitere Kirche, die den Christus leugnete; und sie verfolgten die wahre Kirche Christi wegen ihrer Demut und ihres Glaubens an Christus; und sie verachteten sie wegen der vielen Wundertaten, die unter ihnen gewirkt wurden.“ (4. Nephi 1:29).

Sie verfolgten die wahre Kirche Christi wegen ihrer Demut und ihres Glaubens an Christus. Offensichtlich haben sich weitere Menschen von der wahren Kirche des Herrn, die er gerade erst aufgerichtet hatte – gut, es waren nun schon gute zweihundert Jahre vergangen –, abgewendet und weitere eigene Kirchen errichtet, die allerdings die Existenz von Christus bestritten und diejenigen, die im Glauben an den Herrn treu waren. Genau aus diesem Grund verfolgten.

Was haben wir uns nun unter Verfolgung vorzustellen? Der Schriftenführer gibt folgende Definition: „Anderen wegen ihres Glaubens oder gesellschaftlichen Standes Leid oder Schmerz zufügen; andere belästigen oder unterdrücken.“ (Siehe hier). Die ersten Heiligen der Letzten Tage erlebten in den ersten hundert Jahren des Bestehens der Kirche des Herrn ebenso aufgrund ihres Glaubens an Christus und Seine Kirche Verfolgung. Treue Mitglieder überstanden die Vertreibung aus vier Bundesstaaten der USA, sonstige Schikanen gegenüber den Führern der Kirche und deren Mitglieder, den Ausrottunsgbefehl eines Gouverneurs, das Martyrium des Propheten Joseph Smith (Lehre und Bündnisse 135) und die Entrechtung durch die Regierung der USA. Allerdings nicht nur sie. Denken wir nur an die Christenverfolgung im Römischen Reich, in der Spätantike, in der Neuzeit, aber auch in der Gegenwart (Näheres siehe hier). Wir erkennen aber auch, dass diejenigen, die dies alles voller demütigem Glauben durchstanden, gestärkt und gereift aus diesen Situationen hervorgingen. Wie dankbar bin ich, dass ich meinen Glauben in dieser Zeit ohne Angst vor Verfolgung offen leben darf. Ich bete darum, dass diese Zeit nicht aufhört, denn es gibt viele Bestrebungen, die freie Glaubensausübung zu behindern. In etlichen Staaten ist sie nicht erlaubt. Aber ich bin mir sicher, dass auch diese sich für die freie Ausübung der Religion öffnen werden, gemäß dem Gebot des Herrn, dass das Evangelium jeder Kreatur verkündet werden muss (Matthäus 24:14).

Wie verhältst du dich, wenn du wegen deines Glaubens schief angeschaut wirst?

Wegen der Macht des Satans, der Einfluss auf ihr Herz erlangte

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Mormon erklärt uns: „Und wegen des Übeltuns und wegen der Macht des Satans, der Einfluss auf ihr Herz erlangte, mehrte sich diese Kirche über die Maßen.“ (4. Nephi 1:28).

Wegen der Macht des Satans, der Einfluss auf ihr Herz erlangte. Wie kommt es dazu, dass Satan Einfluss auf das Herz von Menschen nehmen kann und wie viel Einfluss kann er nehmen? Sind wir seinem Einfluss hilflos ausgeliefert?

Zunächst einmal die Feststellung: Satan ist eine reale Persönlichkeit. Er ist der Feind der Rechtschaffenheit und derjenigen, die den Willen Gottes tun wollen. Er ist ebenso wie jeder von uns buchstäblich ein Sohn Gottes. Er lebte wie wir im Vorherdasein in der Gegenwart unserer himmlischen Eltern. Nachdem er aber danach trachtete die Ehre des Vaters zu erhalten und jeden Menschen auf Erden zwingen wollte in die himmlische Heimat zurückzukehren, wurde er aus der Gegenwart Gottes verbannt (2. Nephi 2:17; Jesaja 14:12). So kam es, dass er und ein Drittel der himmlischen Heerscharen, die er überredete, sich ihm anzuschließen, auf ewig keinen Körper wie wir erhielten (Lehre und Bündnisse 29:36). Sein Bestreben hier auf Erden ist es nun, uns, die wir uns für Gottes Plan entschieden haben, genauso elend werden zu lassen, wie er geworden ist (2. Nephi 2:27). Doch wir haben den Vorteil der freien Entscheidung und aufgrund unseres Körpers, sind wir ihm überlegen und können über ihn herrschen anstatt umgekehrt (Köstliche Perle Mose 1:13-22). Also, wir sind Satan nicht ausgeliefert, er hat nur so viel Macht über uns, wie wir ihm selber aufgrund unserer Entscheidungsfreiheit zugestehen. Was tue ich, um mich von ihm nicht unterkriegen zu lassen? Ich bin wachsam, und bete ständig im Namen Jesu zu Gott, dass ich nicht in Anfechtung fallen möge (3. Nephi 18:15,18).

Was unternimmst du, dass Satan keine Macht über dich übernehmen kann?

Das, was heilig war, dem zuteilwerden ließen, dem es wegen Unwürdigkeit verboten war

(Bild: Quelle)

Weiter erfahren wir von Nephi: „Und es begab sich: Als zweihundertzehn Jahre vergangen waren, gab es viele Kirchen im Land; ja, es gab viele Kirchen, die vorgaben, den Christus zu kennen, und doch leugneten sie den größeren Teil seines Evangeliums, sodass sie allerart Schlechtigkeit annahmen und das, was heilig war, dem zuteilwerden ließen, dem es wegen Unwürdigkeit verboten war.“ (4. Nephi 1:27).

Das, was heilig war, dem zuteilwerden ließen, dem es wegen Unwürdigkeit verboten war. Was haben wir unter dieser Aussage zu verstehen?

Welche heilige Handlung hat Christus bei seinem Besuch nach seiner Auferstehung bei den am Tempel im Land Überfluss versammelten Nephiten eingeführt? Das Abendmahl (3. Nephi 18:6,8,11). Er hat ihnen auch geboten, wem sie die Teilnahme an diesem Mahl verweigern sollten: Denjenigen, die wissentlich unwürdig von seinem Fleisch und Blut nehmen (3. Nephi 18:28). Christus gab auch den Grund dafür an: Derjenige würde Verdammnis für seine Seele essen und trinken (3. Nephi 28:29). Nun hatten sich aber wieder viele Bekehrte vom Herrn abgewandt und `allerart Schlechtigkeit´angenommen. Insoweit sie dies wissentlich taten, sollten die Diener des Herrn ihnen die Teilnahme am Mahl verwehren. Ich muss mich auch jeden Sonntag fragen, ob ich wissentlich gegen Gebote des Herrn verstoßen habe. Sollte dies der Fall sein, muss ich mich davor hüten, am Tisch des Herrn teilzunehmen, um nicht Verdammnis für meine Seele herbeizuführen. Worin besteht diese Verdammnis? Ich werde keinen Fortschritt mehr machen und der Zugang zur Gegenwart Gottes und seiner Herrlichkeit wird mir verwehrt werden (mehr siehe hier).

Wie stellst du fest, ob du am Tisch des Herrn teilnehmen darfst?

Es gab viele Kirchen, die vorgaben, den Christus zu kennen

(Bild: Quelle)

Weiter erfahren wir von Nephi: „Und es begab sich: Als zweihundertzehn Jahre vergangen waren, gab es viele Kirchen im Land; ja, es gab viele Kirchen, die vorgaben, den Christus zu kennen, und doch leugneten sie den größeren Teil seines Evangeliums, sodass sie allerart Schlechtigkeit annahmen und das, was heilig war, dem zuteilwerden ließen, dem es wegen Unwürdigkeit verboten war.“ (4. Nephi 1:27).

Es gab viele Kirchen, die vorgaben, den Christus zu kennen. Was bedeutet es, `den Christus zu kennen´? Bei dieser Frage fällt mir eine Schriftstelle im Neuen Testament ein: „Wenn jemand behauptet: »Ich kenne Gott«, hält sich aber nicht an seine Gebote, so ist er ein Lügner; die Wahrheit lebt nicht in ihm.“ (1. Johannes 2:4; Hoffnung für alle-Übersetzung). Daraus leite ich für mich die Antwort ab, dass ich Gott kennenlerne, wenn ich seine Gebote halte.

Wenn ich mich für jemanden interessiere, will ich ihn auch gerne kennenlernen. Wie gehe ich da vor? Ich werde mit ihm Kontakt aufnehmen, mich mit ihm unterhalten, ihn besuchen, seine Verhaltensweise beobachten, seine Vorlieben herausfinden … Auf die gleiche Art und Weise werde ich auch Christus kennenlernen können. Ich werde demütig, voller Glauben und mit Vorsatz mit ihm Kontakt aufnehmen durch das Gebet und mich mit ihm unterhalten (Jeremia 29:12-14). Ich werde ihn besuchen, in dem ich seine Gottesdienste aufsuche (Moroni 6:6). Seine Verhaltensweisen beobachte ich, indem ich eifrig in den heiligen Schriften forsche (Mosia 1:7), wodurch ich auch seine Vorlieben herausfinde. Mit anderen Worten, ich muss mich mit IHM beschäftigen. Dann lerne ich ihn kennen.

Wie gehst du vor, um Christus kennenzulernen?

Sie fingen an, für sich selbst Kirchen zu errichten, um Gewinn zu erlangen

(Bild: Quelle)

Wir erfahren von Mormon weiter: „Und sie fingen an, sich in Klassen zu teilen; und sie fingen an, für sich selbst Kirchen zu errichten, um Gewinn zu erlangen, und fingen an, die wahre Kirche Christi zu leugnen.“ (4. Nephi 1:26).

Sie fingen an, für sich selbst Kirchen zu errichten, um Gewinn zu erlangen. Gerade erst hatte der Herr bei seinem Besuch auf dem amerikanischen Kontinent unter denen, die sich am Tempel im Land Überfluss versammelt hatten, Seine Kirche aufgerichtet, und die Menschen hatten 200 Jahre im Glauben ausgeharrt. Nun errichteten einige eigene Kirchen, und zwar mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, wobei ihnen die Kirche des Herrn natürlich ungelegen war, weshalb sie sie leugneten.

Moroni, der Sohn Mormons, der den Bericht seines Vaters zwischen 400 und 421 n. Chr. zu Ende führt (Mormon 8:1), lässt uns wissen, wie die Menschen u. a. mit Kirchen Geld erlangen wollen. Er sagt uns, dass die Menschen Kirchen errichten werden, in denen Sünden für Geld vergeben werden (Mormon 8:32). Aus dem Mittelalter kennen wir den Ausspruch, mit dem Johann Tetzel Sünder veranlasste, sich freizukaufen: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“ Sogar Verstorbene konnte man in dieser Weise `freikaufen´. Martin Luther war es, dem dieser `Ablasshandel´ total gegen den Strich ging. Wir wissen natürlich, dass die Vergebung unserer Sünden allein durch Umkehr, mittels des Sühnopfers Jesu, verwirklicht werden kann. Folgende Schritte sind dazu notwendig: Glauben an Jesus Christus, Umkehr von seinem Fehlverhalten (Erkennen, Bekennen, um Vergebung bitten, Wiedergutmachen soweit uns möglich, nicht wieder tun), Taufe, Empfang des Heiligen Geistes, und in diesem Tun Ausharren bis ans Ende (Glaubensartikel 1:3-4). Jeden Tag bemühe ich mich aufs Neue, dieses Geschenk des Herrn zu würdigen, indem ich bemüht bin so zu leben, dass ich Anspruch haben kann auf die Barmherzigkeit (Alma 12:34).

Wenn du an den Ablasshandel für Verstorbene denkst, wie können wir ihnen tatsächlich helfen, Vergebung ihrer Sünden zu erlangen?

Von der Zeit an hatten sie ihre Güter und ihre Habe untereinander nicht mehr gemeinsam

Der Kreislauf von Rechtschaffenheit und Schlechtigkeit
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Durch Mormon wissen wir, dass zwei Generationen seit dem Besuch des Heilandes bei den Nephiten vergangen waren, und dass sich das Volk stark vermehrt hatte und reich geworden war (4. Nephi 1:21-23). „Und nun, in diesem zweihundertersten Jahr fing es an, dass es unter ihm welche gab, die im Stolz überheblich wurden, sodass sie kostbare Gewänder und allerart feine Perlen und feine Dinge der Welt trugen. 25  Und von der Zeit an hatten sie ihre Güter und ihre Habe untereinander nicht mehr gemeinsam.“ (4. Nephi 1:24-25).

Von der Zeit an hatten sie ihre Güter und ihre Habe untereinander nicht mehr gemeinsam. Zweihundert Jahre sind in Frieden und Einigkeit vergangen, aber nun fangen einige wieder an, ihren Reichtum mehr zu schätzen als die Einigkeit mit dem Herrn. Sie wandten sich wieder dem Weltlichen zu, wurden in ihrem Stolz überheblich. Die natürliche Folge eines solchen Verhaltens, sie scherten aus der `Vereinigten Ordnung´ aus. Schon im Neuen Testament lesen wir von dieser Ordnung (Apostelgeschichte 2:44).

Wir erleben ein solches Verhalten immer wieder, sowohl in der Geschichte des Volkes Nephi, als auch ansonsten in der Welt. Die Menschheit durchläuft immer wieder den selben Kreislauf: Rechtschaffenheit, Wohlstand, Reichtum, Stolz, Schlechtigkeit und Vernichtung; darauf folgt wieder Demut und der Kreislauf beginnt von vorne. Mit diesem Ausscheren entstanden wieder Klassenunterschiede. Es gab wieder Reich und Arm. Die Reichen hielten sich wieder für etwas Besseres und unterdrückten wieder diejenigen, die nicht so viele weltliche Güter hatten (4. Nephi 1:3). Ich versuche meine Bündnisse mit dem Herrn in diesem Punkt in der Weise zu erfüllen, dass ich von meiner Habe großzügig über eine monatliche Spende an die Kirche, denen zukommen lasse, die unverschuldet in Not geraten sind. Nachdem in unseren Tagen das `Gesetz der Weihung´ in Form einer `Vereinigten Ordnung´ schon mal eingeführt war, die Menschen aber auch noch nicht bereit waren, es so zu leben, wie der Herr es vorgesehen hatte, gibt es stattdessen das Fastopfer, die Spenden für den Wohlfahrtsfonds und den Zehnten (mehr siehe hier).

Wie fühlst du dich, wenn wohlhabendere verächtlich auf dich herabschauen? Das ist heutzutage sicherlich bei Schulkindern ein sehr großes Problem.

Darum gab es allmählich wieder Lamaniten im Land

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Nachdem Nephi gestorben war, führte dessen Sohn Amos den Bericht weiter (4. Nephi 1:19): „Und er führte ihn vierundachtzig Jahre lang, und es war noch immer Friede im Land, außer dass es einige wenige im Volk gab, die sich gegen die Kirche aufgelehnt und den Namen Lamaniten auf sich genommen hatten; darum gab es allmählich wieder Lamaniten im Land.“ (4. Nephi 1:20).

Darum gab es allmählich wieder Lamaniten im Land. Jetzt hatten die Menschen in Amerika, die den Besuch des Heilandes erlebten, einhundertundzehn Jahre Frieden und Eintracht. Warum spalteten sie sich nun wieder und bildeten nach und nach zwei Gruppen?

Offensichtlich waren einige nicht mehr mit ganzem Herzen überzeugt, den `schmalen und geraden Pfad zu gehen. Sie wollten sich von den anderen abheben, lehnten sich gegen die Kirche des Herrn auf, gaben die großartigen Vorzüge der Einigkeit auf, und nannten sich wieder Lamaniten. Solcherlei Bestrebungen kommen auf, wenn man meint, man sei etwas Besseres als die anderen und darüber Stolz wird. Diese Menschen wollen anders sein und sehnen sich nach Aufmerksamkeit. Diejenigen meinen, sie haben immer recht, auch wenn es nicht so ist. Ich bin bemüht, nicht nach Aufmerksamkeit zu streben, auch andere Meinungen gelten zu lassen und zu überprüfen, ob sie die richtigen sind, und ich meine überdenken muss. Ich bemühe mich, demütig zu sein, und um geistige Führung zu bitten. Sollte ich doch recht haben, werde ich dies nicht öffentlichkeitswirksam mitteilen.

Wie gehst du vor, wenn du merkst, dass jemand aus der göttlichen Einigkeit auszuscheren droht?

Der Herr segnete sie in allem, was sie taten

Der Herr segnete die Menschen in allem, was sie taten
(Bild: Quelle)

Von Mormon erfahren wir, wie es mit dem Volk des Herrn in Amerika, nach seinem Besuch dort, weiter ging: „Und wie gesegnet waren sie! Denn der Herr segnete sie in allem, was sie taten; ja, sie wurden gesegnet, und es erging ihnen wohl, selbst bis einhundertzehn Jahre vergangen waren; und die erste Generation seit Christus war vergangen, und es gab im ganzen Land keinen Streit.“ (4. Nephi 1:18).

Der Herr segnete sie in allem, was sie taten. Wer würde Segnungen durch den Herrn in all seinem Tun verweigern? In all seinem Tun?

Einhundertundzehn Jahre hatten sie nun schon keinen Streit mehr untereinander und sie wurden in ihrem Tun vom Herrn gesegnet. In allem Tun? Ja, das sagt uns jedenfalls Mormon. Das ist auch ganz verständlich. Sie hatten ja keinen Streit, was soviel bedeutet, dass sie die Gebote Gottes hielten und somit nichts Unrechtes taten. Tue ich nur Gutes, wird mich der Herr auch in all meinem Handeln segnen. Wie wunderbar das doch ist! Ich bemühe mich tagtäglich immer mehr die Gebote des Herrn zu halten, bis ich eines Tages alle Gebote, die der Herr gegeben hat, und die Bündnisse, die ich eingehen durfte, halte, und der Herr auch mich in `allem Tun´ segnen kann. Wie kann ich das erreichen? Indem ich hart daran arbeite, das wichtigste Gebot und das, welches ihm gleich ist, zu halten: Gott zu lieben und meinen Nächsten (Matthäus 22:34-40).

Wann hast du das letzte Mal verspürt, dass der Herr dein Tun gesegnet hat, und worum handelte es sich dabei?