Aus den Büchern, … soll dieses Volk gerichtet werden

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Jesus Christus erklärt seinen nephitischen Jüngern, die er nach seiner Auferstehung besuchte, nachdem er sie beauftragt hatte die Werke ihres Volkes zu dokumentieren (3. Nephi 27:23-24): „Denn siehe, aus den Büchern, die geschrieben worden sind und die man noch schreiben wird, soll dieses Volk gerichtet werden, denn durch sie werden seine Werke den Menschen kundwerden. 26  Und siehe, alles wird vom Vater geschrieben; darum wird aus den Büchern, die geschrieben sein werden, die Welt gerichtet.“ (3. Nephi 27:25-26).

Aus den Büchern, … soll dieses Volk gerichtet werden. Ich muss an eine entsprechende Aussage in der Offenbarung des Johannes denken, in der es um das Gericht über die Verstorbenen geht: „ Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; und ein anderes Buch, das Buch des Lebens, wurde geöffnet. Die Toten wurden gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war, nach ihren Taten.“ (Offenbarung 20:12). Schon Daniel (Bedeutung: „Gott richtet“), ein Zeitgenosse Lehis (wurde im Jahr 597 mit seinen drei Freunden Schadrach, Meschach und Abed-Nego durch Nebukadnezzars Truppen nach Babylonien deportiert), sah in einer Vision in Bezug auf die Gerichtsbarkeit, dass Bücher aufgeschlagen wurden (Daniel 7:10). Ja, sogar schon zu Adams Zeiten wurde ein Buch der Erinnerung geführt (Köstliche Perle Mose 6:5). Auch zu Maleachis Zeiten lesen wir darüber, dass ein solches Buch geführt wurde (Maleachi 3:16).

Joseph Smith, der Prophet der Wiederherstellung, gibt uns eine Erklärung zu den Büchern, die nach der Offenbarung des Johannes aufgeschlagen wurden. Er kommt zu dem Schluss, dass die Bücher die aufgeschlagen wurden, die Bücher sind, die auf Erden geführt wurden und werden und das Buch des Lebens jenes ist, welches im Himmel geführt wird (Lehre und Bündnisse 128:6-7). Dieses Buch enthält die Gesamtheit der Gedanken und Handlungen eines jeden Menschen. Ich stelle mit zunehmendem Alter fest, dass ich in jüngeren Jahren ein besseres Erinnerungsvermögen hatte, gehe aber zuversichtlich davon aus, dass kein angeeignetes Wissen verloren gegangen ist. So habe ich auch Erinnerungen an viele meiner Handlungen – und zwar sehr detailliert. Ich verstehe das so, dass ich mit einem vollständigen Wissen all meiner Gedanken und Handlungen vor dem Herrn stehen werde, und somit Rechenschaft über mich selbst ablegen werde (Römer 14:12). Das wird mit Sicherheit mit den auf Erden als auch im Himmel geführten Aufzeichnungen übereinstimmen – und damit hätten wir auch zwei oder drei Zeugen (Matthäus 18:16).

Wie siehst du das mit der Selbstdarlegung eigener Gedanken und Handlungen des gesamten Erdendaseins vor dem höchsten Richter?

Schreibt nieder, was ihr gesehen und gehört habt

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Christus fordert die Nephiten auf: „Schreibt nieder, was ihr gesehen und gehört habt, außer es sei etwas, was verboten ist. 24  Schreibt die Werke dieses Volkes nieder, die sein werden, ja, wie das niedergeschrieben worden ist, was gewesen ist.“ (3. Nephi 27:23-24).

Schreibt nieder, was ihr gesehen und gehört habt. Ein Auftrag des auferstandenen Jesus Christus an die Nephiten, die sich nach den schweren Naturereignissen, die mit der Kreuzigung Jesu in Jerusalem, einhergingen, am Tempel im Land Überfluss auf dem amerikanischen Kontinent versammelt hatten (3. Nephi 11:1-2), und den Besuch des Heilandes bei ihnen, und seine Belehrungen, erleben durften (3. Nephi 11:7-10). Und ich bin aus tiefstem Herzen jenen dankbar, die dieser Aufforderung über die Jahrhunderte gehorsam nachkamen. Nur auf diese Weise sind wir heute im Besitz des Evangeliums von Jesus Christus.

Stellt sich die Frage, ob diese Aufforderung Jesu an die Nephiten auch jedem anderen Menschen gilt. Mir kommt eine Aussage des Herrn an Joseph Smith, den Propheten der Wiederherstellung, in den Sinn: „… was ich zu einem sage, das sage ich zu allen: …“ (Lehre und Bündnisse 82:5) und ich denke, diese Aussage gilt nicht nur in dem Zusammenhang dieses Verses, sondern hat allgemein Gültigkeit. Also fühle auch ich mich aufgefordert, niederzuschreiben, was ich erlebe, und von dem ich ausgehen kann, dass es den Leser erbauen wird. Dabei versuche ich das Zitat des ungarisch-amerikanischen Journalisten, Herausgebers und Zeitungsverlegers Joseph Pulitzer zu erlernen: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ Darin ist mir die heilige Schrift Vorbild.

In welcher Form hältst du deine Werke für deine Nachfahren fest?

Ihr wisst, was ihr in meiner Kirche tun müsst

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Christus lässt die Nephiten, und so auch uns, wissen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Dies ist mein Evangelium; und ihr wisst, was ihr in meiner Kirche tun müsst; denn die Werke, die ihr mich habt tun sehen, die sollt ihr auch tun; denn das, was ihr mich habt tun sehen, ja, das sollt ihr tun;“ (3. Nephi 27:21).

Ihr wisst, was ihr in meiner Kirche tun müsst. Hast du schon mal folgende Ansage eines Anrufbeantworters gehört: „Dies ist ein Anrufbeantworter. Du weißt, was du zu tun hast, also mach es“?

Also, was macht man normalerweise, wenn der angerufene Teilnehmer nicht selber am Apparat ist? Man weiß es aufgrund Erfahrung, man hinterlässt eine Nachricht. Ebenso wissen wir aufgrund dessen, dass wir das Evangelium von Jesus Christus gelehrt bekommen haben, was wir in Seiner Kirche zu tun haben, nämlich das, was Christus uns vorgelebt hat. Und was hat er uns vorgelebt? Er zog umher und tat Gutes und heilte alle, die in Schwierigkeiten waren (Apostelgeschichte 10:38). Von Jakobus, dem Bruder Jesu und Bischof der Gemeinde in Jerusalem, der 62 n. Chr. den Märtyrertod erlitt, lerne ich, wenn ich Gutes zu tun in der Lage bin und es unterlasse, sündige ich (Jakobus 4:17). Um nicht der Sünde zu erliegen, werde ich mich also befleißigen, sowohl in der Kirche des Herrn, als auch in meinem Umfeld, Gutes zu tun und denen Heilung anzubieten, die in Schwierigkeiten sind. Hinzu kommt, dass ich am letzten Tag von Christus emporgehoben werde (3. Nephi 27:22). Wünscht sich das nicht jedes Kind von seinem liebevollen Vater?

Wie bringst du aber in Erfahrung, was für deinen Nächsten das `gute´ ist?

Damit ihr durch den Empfang des Heiligen Geistes geheiligt werdet

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Der auferstandene Heiland, der den Nephiten um die 34 n. Chr. erschien, erklärt ihnen – und was er einem sagt, das sagt er allen (Lehre und Bündnisse 92:1), somit auch uns: „Dies nun ist das Gebot: Kehrt um, all ihr Enden der Erde, und kommt zu mir, und lasst euch in meinem Namen Taufen, damit ihr durch den Empfang des Heiligen Geistes geheiligt werdet, damit ihr am letzten Tag makellos vor mir stehen könnt.“ (3. Nephi 27:20).

Damit ihr durch den Empfang des Heiligen Geistes geheiligt werdet. Weiß ich, weißt du, was es bedeutet, ´geheiligt´ zu werden?

Eine ausführliche Antwort auf diese Frage finden wir in der Köstlichen Perle, einer „Auswahl aus den Offenbarungen, Übersetzungen und Schriften von Joseph Smith“, dem ersten „Prophet, Seher und Offenbarer für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (siehe hier), anerkannt als Heilige Schrift der Kirche, auf der Generalkonferenz im Oktober 1880. Dort wird uns erklärt, dass wir durch die Taufe im Wasser das Gebot halten, durch den Empfang des Heiligen Geistes wir gerechtfertigt werden, und schließlich durch das Blut Jesu `geheiligt´ werden (Köstliche Perle Mose 6:60). Im Vers vorher wird uns erklärt, dass `geheiligt werden´ bedeutet, durch das Blut Jesu von aller Sünde gesäubert zu werden (Köstliche Perle Mose 6:59). Voraussetzung hierfür ist die Taufe mit Wasser. Beides zusammen, verbunden mit der vorausgegangenen Umkehr von unseren Sünden, bildet dies, ein von Neuem in das Himmelreich geboren werden. Die Heiligung ist ein Reinwaschen, das über die Vergebung der Sünden bei der Taufe mit Wasser hinausgeht. Was muss ich also tun, um geheiligt zu werden? Mein Herz Gott hingeben (Helaman 3:33-35), eine mächtige Herzenswandlung durchlaufen (Mosia 5:2).

Wie stellst du dir den Prozess des `Geheiligtwerdens´ vor?

Nichts Unreines kann in sein Reich eingehen

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Mormon bestätigt auch uns: „Und nichts Unreines kann in sein Reich eingehen; darum geht nichts in seine Ruhe ein außer diejenigen, die ihre Kleider in meinem Blut gewaschen haben, wegen ihres Glaubens und der Umkehr von all ihren Sünden und ihrer Glaubenstreue bis ans Ende.“ (3. Nephi 27:19).

Nichts Unreines kann in sein Reich eingehen. Ich denke an Landwirtschaft. Der Bauer geht in den Stall, mistet aus und versorgt die Tiere. Dabei macht er sich und seine Arbeitskleidung unweigerlich schmutzig. So unrein ließ ihn die Bäuerin sicherlich nicht in die `gute Stube´ zum Kaffe eingehen. Deshalb wird er sich in der Umkleidekammer gewaschen und wieder seine saubere Hauskleidung angezogen haben.

Dabei denke ich an das Betreten des Hauses des Herrn, den Tempel. Auch hier legen wir unsere Straßenkleidung ab und ziehen weiße Kleidung – symbolisiert Reinheit, an. Auch dort werden wir nicht anders eingehen dürfen. So ist es erst recht mit dem Reich Gottes in geistiger Hinsicht. Nicht nur, dass wir saubere Kleidung tragen, wir müssen `das Gefäß auch von innen her gereinigt haben´ (Matthäus 23:25-26). Unsere schmutzige Kleidung waschen wir im Wasser mit Seife. Wie bekommen wir unser Inneres sauber? Die Israeliten bekamen ein Gesetz, dass sie nur reine Tiere verzehren durften (Levitikus 11). Übertragen auf den Geistkörper: Ich muss unreiner geistiger Nahrung entsagen (Philipper 4:8). Das tägliche Schriftstudium hilft mir reine Nahrung zu mir zu nehmen. Es hilft mir, mich frei von Sünde und schlechten Wünschen zu halten. Die grundsätzliche Reinigung wird durch Glauben an den Erretter in die Wege geleitet, welcher mich zur Taufe mit Wasser und dem Feuer führt. Danach passiert es mir aber doch immer wieder, mich zu beschmutzen, wie bei der Arbeit im Stall. Dort habe ich meine Umkleidekammer, diese ist im geistigen Sinn die Nutzung der Umkehr sowie die wöchentliche Teilnahme am Tisch des Herrn – waschen unserer Kleider im Blut des Herrn. Dann können wir `Zion´ werden und uns freuen (Lehre und Bündnisse 97:21).

Wie stellst du sicher, dass du sowohl von außen, als auch von innen rein wirst, um in die `Ruhe des Herrn´ eingehen zu können (Lehre und Bündnisse 84:24)?

Er lügt nicht, sondern erfüllt alle seine Worte

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Mormon stellt fest: „Und dies ist das Wort, das er den Menschenkindern gegeben hat. Und aus diesem Grund erfüllt er die Worte, die er gegeben hat, und er lügt nicht, sondern erfüllt alle seine Worte.“ (3. Nephi 27:18).

Er lügt nicht, sondern erfüllt alle seine Worte. Sollte man etwa davon ausgehen, dass Jesus lügen würde?

Im Alten Testament lese ich über den Jehova des Alten Testamentes, den später auf Erden geborenen Jesus Christus die folgende Feststellung des Propheten Samuel (ungefähr im 11. Jahrhundert v. Chr.): „Er, der ewige Ruhm Israels, kann weder lügen noch bereuen. Er ist doch kein Mensch, sodass er etwas bereuen müsste.“ (1. Samuel 15:29). Der Vater der Lügen ist jemand anderer. Jesus Christus erklärt in einem Gespräch den Juden in Bezug auf den Teufel: „… er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge.“ (Johannes 8:44). Einem Mann, der Christus fragte, was er Gutes tun muss, um ewiges Leben zu gewinnen, antwortete dieser, dass er die Gebote halten solle, u. a. „… du sollst kein falsches Zeugnis geben;“ (Matthäus 19:18). Nun stellt sich für die Praxis die große Frage, was ist in diesem Sinn eine Lüge? Ist es schon eine Lüge, auf die Frage der Gastgeberin wie es denn geschmeckt habe, zu antworten „sehr gut, danke“, obwohl es einem tatsächlich schlecht geschmeckt hat? Übertrete ich damit schon das Gebot und falle unter Strafe: „Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, wer Lügen flüstert, geht zugrunde.“ (Sprüche 19:9)? Wenn mir kurz nach meiner Aussage übel werden würde, könnte man sagen „Lügen haben kurze Beine“? Da suche ich mal nach einer Definition für Lüge: „Sie ist eine Falschaussage, die bewusst gemacht wird und die jemanden täuschen soll; sie dient dazu, einen Vorteil zu erlangen, und verstößt gegen gute Sitten“. Hilft auch nicht viel weiter? Ich denke, das muss jeder für sich und mit dem Herrn ausmachen, wann es sich um eine Lüge handelt oder um ein höfliches Manöver, um keine Gefühle zu verletzen.

Was ist in deinen Augen Lüge im Sinne des Evangeliums?

Wegen der Gerechtigkeit des Vaters

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Christus spricht weiter zu seinen Jüngern : „Und wer nicht bis ans Ende ausharrt, das ist derjenige, der auch abgehauen und ins Feuer geworfen wird, von wo man nicht mehr zurückkehren kann, wegen der Gerechtigkeit des Vaters.“ (3. Nephi 27:17).

Wegen der Gerechtigkeit des Vaters. In dem gestern betrachteten Vers ging es um diejenigen, die Jesus Christus vor seinem Vater als schuldlos befinden wird, weil sie ihm bis ans Ende ihres Erdenlebens die Treue gehalten haben. Sie erfahren Barmherzigkeit, während diejenigen, die nicht bis ans Ende in Treue ausharren, der Gerechtigkeit ausgeliefert werden.

Im Falle der Barmherzigkeit nimmt Jesus die Strafe der Sünder auf sich, während im Fall der Gerechtigkeit die Barmherzigkeit keinen Anspruch auf jene hat (Alma 42:15). Gerechtigkeit bedeutet, dass diejenigen, die rechtschaffen denken und handeln Segnungen empfangen – Jesus Christus hat für ihre Sünden gebüßt und somit der Gerechtigkeit Genüge getan (Alma 34:16), während jene, die nicht von ihren Sünden ablassen und Umkehr üben, die festgesetzte Strafe erhalten – bei jenen greift das Sühnopfer nicht (Mosia 2:38-39). Hast du nicht auch ein ausgesprochenes Gerechtigkeitsempfinden? Über das Verhalten von Richtern lernen wir im Alten Testament: „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen, damit du Leben hast und das Land in Besitz nehmen kannst, das der HERR, dein Gott, dir gibt.“ (Deuteronomium 16:20). Gerecht behandelt werden bedeutet für mich, dass ein Jeder entsprechend seiner Taten, unter Berücksichtigung der Herzenseinstellung, empfängt (Lehre und Bündnisse 107:84).

Wo bleibt deiner Meinung nach die Gerechtigkeit im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20:1-16)?

Ihn will ich vor meinem Vater schuldlos halten

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Christus unterrichtet seine Jünger auf dem amerikanischen Kontinent weiter: „Und es wird sich begeben: Wer umkehrt und sich in meinem Namen taufen lässt, der wird erfüllt werden; und wenn er bis ans Ende ausharrt, siehe, ihn will ich vor meinem Vater schuldlos halten an dem Tag, da ich dastehe, um die Welt zu richten.“ (3. Nephi 27:16).

Ihn will ich vor meinem Vater schuldlos halten. Ist das nicht eine wunderbare Aussicht? Vor dem Vater von unserem Heiland schuldlos gehalten zu werden!

Wie kann das angehen, dass wir, die wir voller Schuld vor ihn treten werden, wenn er uns richten wird, er zum Vater sagen wird, dass wir, wenn wir Umkehr geübt, uns haben taufen lassen und vom Heiligen Geist erfüllt wurden, schuldlos wären? Das wäre ja so, als würde ein Gericht hier auf Erden uns schuldlos sprechen, obwohl wir uns haben etwas zu Schulden kommen lassen. Das kann nur funktionieren, wenn jemand anderes unsere Schuld vorher schon beglichen hat. Dies erinnert mich wieder an die Geschichte mit dem armen Jungen, der während der Pausen nichts zu essen hat, während sich seine Kameraden an gefüllten Brotdosen sattessen. Eines Tages fehlt einem anderen Jungen dessen Pausenbrot. Es stellt sich heraus, dass der arme Junge es vor lauter Hunger genommen und gegessen hatte. Er soll nun die Strafe erhalten, 20 Schläge mit dem Rohrstock auf den nackten Popo. Ein mitfühlender Schüler bot sich an, anstatt seiner die Strafe zu übernehmen. Genauso hat es Christus getan. Er hat für alle Umkehrwilligen deren Strafe auf sich genommen. Durch sein Sühnopfer hat er der `Gerechtigkeit´ Genüge getan und so kann Gott `Barmherzigkeit´ walten lassen.

Ist es dir auch schon mal passiert, dass du für das Vergehen eines anderen bezahlt hast?

Aus diesem Grund bin ich emporgehoben worden

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Jesus Christus unterrichtet seine Jünger in Amerika weiter: „Und mein Vater hat mich gesandt, damit ich auf das Kreuz emporgehoben würde und damit ich, nachdem ich auf das Kreuz emporgehoben worden sei, alle Menschen zu mir zöge, damit, wie ich von den Menschen emporgehoben wurde, die Menschen ebenso vom Vater emporgehoben würden, um vor mir zu stehen, um nach ihren Werken gerichtet zu werden, ob sie gut seien oder ob sie böse seien seien – 15  und aus diesem Grund bin ich emporgehoben worden; darum werde ich gemäß der Macht des Vaters alle Menschen zu mir ziehen, damit sie gemäß ihren Werken gerichtet werden.“ (3.Nephi 27:14-15).

Aus diesem Grund bin ich emporgehoben worden. Wieder eine tief greifende Symbolik. In dem `Emporheben´ Jesu auf das Kreuz wird symbolisiert, dass er uns aus dem Grab zu sich und dem Vater emporhebt, damit wir gerichtet werden können. Unser `Emporheben´ ist die Auferstehung vom irdischen Tod. Aber Jesus wurde nicht nur auf das Kreuz `emporgehoben´: Als er Sein Werk unter den Menschen soweit vollendet hatte, „… wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.“ (Apostelgeschichte 1:9).

Jesus Christus wurde von den Menschen gerichtet, und zwar zum Tode durch Kreuzigung, und hat dadurch für unsere Sünden gesühnt (1. Nephi 11:23-33). Wir werden aufgrund unserer Handlungen auf Erden gerichtet, nachdem wir `emporgehoben´ wurden, auferstanden sind, und in der Gegenwart Gottes stehen (2. Nephi 2:10). Mir kommt in den Sinn, dass kleine Kinder doch sehr gerne von ihren Eltern in die Höhe gehoben, ja sogar gerne in die Luft geworfen werden, um dann wieder in ihren ausgebreiteten Händen sicher zu landen. Welch ein Vertrauen sie doch haben. So ist meine Freude auch groß in Bezug auf den Moment, in dem ich hochgehoben werde zu meinem Schöpfer, und ich bin mir sicher, dass er einen jeden auch auffängt und nicht fallen lässt. Sollten wir allerdings doch in die Tiefe stürzen, so aus eigenem Verschulden – die Gerechtigkeit übertrifft in diesem Fall dann die Barmherzigkeit.

Was meinst du, musst du tun, dass du, nachdem du emporgehoben worden bist, auch `oben´ bleiben, aufgrund Barmherzigkeit, aufgefangen wirst?

Ich habe euch mein Evangelium gegeben

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Jesus Christus erklärt seinen Jüngern in Amerika weiter: „Siehe, ich habe euch mein Evangelium gegeben, und dies ist das Evangelium, das ich euch gegeben habe – dass ich in die Welt gekommen bin, um den Willen meines Vaters zu tun, denn mein Vater hat mich gesandt.“ (3. Nephi 27:13).

Ich habe euch mein Evangelium gegeben. Der aus dem altgriechischen kommende Begriff `Evangelium´ bedeutet so viel wie `gute Nachricht´ oder `frohe Botschaft´. Was beinhaltet nun diese `frohe Botschaft´, die Jesus Christus, gesandt von seinem Vater, uns in seinem Auftrag gegeben hat?

Das Evangelium von Jesus Christus beinhaltet Gottes Plan der Errettung (Römer 1:16). Sie wurde ermöglicht durch das Sühnopfer von Jesus Christus. Es enthält ewige Wahrheiten, Gesetze, Bündnisse und Verordnungen, ohne die wir nicht in die Gegenwart Gottes zurückkehren können (Lehre und Bündnisse 76:40-42). Um dieser Errettung teilhaftig zu werden, müssen wir nach dem Evangelium leben, von unserem falschen Tun umkehren, durch bevollmächtigte Diener des Herrn im Wasser getauft werden und dann die `Taufe mit Feuer und dem Heiligen Geist´ erhalten (Lehre und Bündnisse 39:6). Wo finden wir das Evangelium in seiner Fülle? Der Herr gab dem Propheten Joseph Smith die Antwort: im Buch Mormon (Lehre und Bündnisse 20:8-9). Teile des wahren Evangeliums finden wir natürlich auch noch in weiteren heiligen Schriften, und die Diener Gottes sollen diese Grundsätze lehren (Lehre und Bündnisse 42:12). Der Herr ermöglicht es auch, dass jeder Mensch dieses Evangelium in seiner eigenen Sprache gelehrt bekommen kann (Lehre und Bündnisse 90:11), ja sogar den Verstorbenen, die es auf Erden nicht hören konnten, wird es gelehrt werden (Lehre und Bündnisse 138:18-21,28-32).

Was meinst du, wie diejenigen, die verstorben sind, getauft werden können, wenn sie das Evangelium annehmen? Hilfestellung: Lies Lehre und Bündnisse 138:33-34.