Dann wird das Opfer Judas und Jerusalems dem Herrn angenehm sein

Die Opfer Kains und Abels
(Bild: Quelle)

Jesus Christus legt die Prophezeiungen Maleachis den am Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelten Nephiten aus:

Buch Mormon 3. Nephi 24:4 Vergleiche Maleachi 3:4 in der Einheitsübersetzung
Dann wird das Opfer Judas und Jerusalems dem Herrn angenehm sein wie in alten Tagen und wie in früheren Jahren.“ Und dem HERRN wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.“

Dann wird das Opfer Judas und Jerusalems dem Herrn angenehm sein. Wann ist das Opfer dem Herrn angenehm? In diesen Versen geht es um die Zeit der Reinigung und dem darauf folgenden zweiten Kommen des Herrn. Wie wir im Vers vorher gelesen haben, wird der Herr die Söhne Levis – sie waren in alter Zeit dazu berufen und wurden dazu rein gemacht (Numeri 2:7-16), den Priestertumsdienst im Tempel zu vollziehen (Numeri 1:47-54) – rein machen. In diesem gereinigten Zustand werden sie „… dem Herrn in Rechtschaffenheit ein Opfer opfern können.“ ( 3. Nephi 24:3), und demzufolge wird es ihm `angenehm´ sein.

Juda und Jerusalem repräsentieren das Königreich des Herrn: Das Heil, also die Errettung, kommt von den Juden, also vom Haus Juda (Johannes 4:22) und das Evangelium, das Wort des Herrn, aus Jerusalem (Jesaja 2:3). Bis zu Jesu Zeiten opferten die Söhne Levis gemäß dem Gesetz des Mose Blutopfer. Mit dem umfassenden und letzten Opfer Jesu wurde dieses Gesetz erfüllt und ab da erwartete der Herr als Opfer `ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist´ (3. Nephi 9:19-20). Die Mitglieder der Kirche des Herrn bilden auch in heutiger Zeit `Sein Königreich´. Damit dem Herrn das `Opfer Judas und Jerusalems´, also das Opfer derer, die sein Wort angenommen haben und entsprechende Bündnisse mit ihm eingegangen sind, angenehm sein kann, muss dieses Opfer des `reuigen Herzens und zerknirschten Geistes´, in Reinheit dargebracht werden. Ich denke da an das Beispiel Kains und Abels. Abel brachte dem Herrn Opfer mit der richtigen Herzenseinstellung dar, während Abel es nicht tat (Genesis 4:3-8; Köstliche Perle Mose 5:16-24).

Was meinst du, wie dein Opfer aussehen muss, damit es dem Herrn angenehm sein wird?

Wer aber kann den Tag seines Kommens aushalten

Wäschereinigung unter Verwendung von Kalilauge
(Bild: Quelle)

Jesus Christus legt die Prophezeiungen Maleachis den am Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelten Nephiten aus:

Buch Mormon 3. Nephi 24:2-3 Vergleiche Maleachi 3:2-3 in der Einheitsübersetzung
Wer aber kann den Tag seines Kommens aushalten, und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer eines Schmelzers und wie die Lauge der Wäscher. 3 Und er wird sitzen wie einer, der Silber schmilzt und reinigt, und er wird die Söhne Levi rein machen und sie wie Gold und Silber läutern, so daß sie dem Herrn in Rechtschaffenheit ein Opfer opfern können.“ Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des Schmelzers und wie die Lauge der Walker. 3 Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem HERRN die richtigen Opfer darbringen.“

Wer aber kann den Tag seines Kommens aushalten. Bei dem `Tag seines Kommens´ handelt es sich um die Zeit, wo Jesus Christus seine tausendjährige Herrschaft hier auf Erden antreten wird (Lehre und Bündnisse 29:11; Offenbarung 20:4). Wie wir in Lehre und Bündnisse 29:11 gelesen haben, wird es in dieser Zeit keine Schlechten auf Erden geben, denn in der Gegenwart Jesu kann nichts Unreines verbleiben (Alma 7:21).

Darum wird der Herr an diesem Tag eine `Reinigung´ vornehmen. Und er vergleicht diese Reinigung mit der Tätigkeit eines `Schmelzers´ oder der `Lauge eines Wäschers´. Ein Schmelzer bringt Edelmetall, das in der Natur meist nur verunreinigt vorkommt, bei sehr hohen Temperaturen zum Schmelzen, wobei sich die Verunreinigungen als Schlacke absetzen und reines Metall abgeschöpft werden kann. Die `Lauge des Wäschers´ erfüllt dieselbe reinigende Funktion. Meist durch einen `Wäscher´ bei verunreinigten Kleidern angewandt, aber ebenso bei Metallen (Jesaja 1:25). Jeder Mensch, der in der Gegenwart des Herrn sein möchte, wird diesen Reinigungsprozess durchlaufen, in dem es eher um die Reinigung unseres Geistkörpers geht. Wer ist der `Schmelzer´ bzw. `Wäscher´ und wie führt er die Reinigung durch? Jesus Christus reinigt und läutert uns, und veredelt unsere Seele, und zwar durch sein Sühnopfer. Er wäscht uns, für uns nicht vorstellbar, mit seinem Blut, das er für uns in seinem Sühnopfer vergossen hat, rein (1. Johannes 1:7). Ich möchte gerne zu dem Drittel von Menschen gehören, die diesen Reinigungsprozess durchlaufen dürfen (Sacharja 13:8-9). Wie kann mir das gelingen? Indem ich zu denen gehöre, die Seinen Namen anrufen. Wenn ich das tue, bedeutet dies, dass ich an Ihn glaube und ich Seine Gebote bemüht bin zu befolgen. Weil mir das nicht hundertprozentig gelingen wird, werde ich auch ständig bemüht sein, Umkehr zu üben (siehe hier).

Was wirst du tun, um gerüstet zu sein für diesen `Tag Seines Kommens` und zu dem Drittel zu gehören, das Er reinigen wird?

Siehe, ich werde meinen Boten senden

Moses, Elias und Elijah erscheinen im Kirtland Tempel von Gary E. Smith
(Bild: Quelle)

Jesus Christus legt die Prophezeiungen Maleachis den am Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelten Nephiten aus:

Buch Mormon 3. Nephi 24:1 Vergleiche Maleachi 3:1 in der Einheitsübersetzung
„… Siehe, ich werde meinen Boten senden, und er wird vor mir her den Weg bereiten, und der Herr, den ihr sucht, wird plötzlich zu seinem Tempel kommen, ja, der Bote des Bundes, an dem ihr euch erfreut; siehe, er wird kommen, spricht der Herr der Heerscharen.“ Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.“

Siehe, ich werde meinen Boten senden. Ich finde es wieder bemerkenswert, wie Jesus Christus betont, dass die Worte, die Maleachi sprach, ihm vom Vater gegeben worden waren.

Welchen Boten würde der Vater senden?
Bei dem Boten dürfte es sich um Elija handeln, und zwar den Elija, der vor den Augen seines Nachfolgers Elischa in den Himmel aufgenommen worden ist (Jesus Sirach 48:12). Er war der damalige Schlüsselträger der siegelnden Macht des Melchisedekischen Priestertums. Auf sein Wort hin wurde z. B. der Himmel verschlossen und es regnete dreieinhalb Jahre lang nicht mehr und danach öffnete er die Himmel wieder (1. Könige 17:1; Jakobus 5:17-18). Dieser Elija erschien mit Mose zusammen, dem Herrn, sowie Petrus, Jakobus und Johannes, auf dem Berg der Verklärung (Matthäus 17:3) um ihnen die Siegelungsvollmacht zu übertragen. Am 3. April 1836 erschienen er, zudem auch Elias und Mose, im Kirtland-Ohio-Tempel, und übertrug Joseph Smith und Oliver Cowdery dieselben Schlüssel“ (Lehre und Bündnisse 110:13–16).

Durch diese Weitergabe der Schlüssel des Melchisedekischen Priestertums war er der `Wegbereiter´ für den Herrn, der plötzlich zu seinem Tempel kommen wollte, und dies auch am 3. April 1836 im Kirtland Tempel realisierte (Lehre und Bündnisse 110:1-10). Wie aber der damalige Elder Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel sagte, gilt zu berücksichtigen, „… dass es bei vielen Prophezeiungen und Schriftstellen, die die Lehre betreffen, mehrere Bedeutungen“ und „mehrere Erfüllungen“ gibt („Scripture Reading and Revelation“, Ensign, Januar 1995, Seite 8; siehe hier). Der Herr wird auf jeden Fall sooft in seinem Tempel erscheinen wie er es für notwendig erachtet, auf jeden Fall auch im Rahmen seines Zweiten Kommens.

Kennst du weitere Boten Gottes, die die Aufgabe eines Wegbereiters des Herrn erfüllten?

Er gebot ihnen, die Worte niederzuschreiben, die Maleachi vom Vater erhalten hatte

(Bild: Quelle)

Die Unterweisungen der am Tempel versammelten Nephiten, durch den auferstanden Jesus, gehen weiter:„Und es begab sich: Er gebot ihnen, die Worte niederzuschreiben, die Maleachi vom Vater erhalten hatte, die er ihnen sagen sollte. Und es begab sich: Nachdem sie niedergeschrieben waren, legte er sie aus. Und dies sind die Worte, die er ihnen sagte, nämlich: So sprach der Vater zu Maleachi: Siehe, ich werde meinen Boten senden, und er wird vor mir her den Weg bereiten, und der Herr, den ihr sucht, wird plötzlich zu seinem Tempel kommen, ja, der Bote des Bundes, an dem ihr euch erfreut; siehe, er wird kommen, spricht der Herr der Heerscharen.“ (3. Nephi 24:1).

Er gebot ihnen, die Worte niederzuschreiben, die Maleachi vom Vater erhalten hatte. Gerade am Ende des vorhergehenden Kapitels hatte Jesus die Nephiten schon einmal auf nicht festgehaltene Prophezeiungen Samuels hingewiesen und gefordert, dass sie nachgetragen werden sollten (3. Nephi 23:9-13). Nun gleich nochmals ein solcher Fehler?

Mit Bestimmtheit können wir sagen, dass diesmal die Nephiten keine Schuld des Vergessens trifft.

  • Lehis Auswanderung
    Wann ist Lehi auf Geheiß des Herrn mit den Seinen aus Jerusalem ins verheißene Land ausgewandert? Wie wir in den ersten Kapiteln des Nephi in der jeweiligen Kapitelzusammenfassung lesen: Um 600 v. Chr. (1. Nephi 2).
  • Wann lebte Maleachi
    Als letzter Prophet des Alten Testamentes wirkte Maleachi – `Bote des Herrn´ – um die 450 v. Chr. unter dem zurückgekehrten Rest des Hauses Juda in Jerusalem. Er hatte den Auftrag, die Juden von ihren in der Diaspora angenommenen falschen Wegen zur Umkehr zu rufen.

Die Nephiten hatten zwar die Aufzeichnungen Labans, aber die reichten natürlich nur bis maximal 600 v. Chr., während Maleachi erst knapp zweihundert Jahre später wirkte. So konnten sie seine Aussagen gar nicht haben und demzufolge auch nicht niederschreiben. Nun aber eröffnet der Herr sie ihnen. Morgen schauen wir uns den Inhalt der Prophezeiung an.

Was denkst du, warum hat der Herr es für wichtig erachtet, den Nephiten diese Prophezeiung Maleachis zur Kenntnis zu bringen?

Gebot er ihnen, das zu lehren, was er ihnen ausgelegt hatte

Jesus fordert die Nephiten auf, das zu lehren, was er sie gelehrt hat
(Bild: Quelle)

Jesus Christus spricht immer noch zu den Nephiten, die sich um die 34 n. Chr. am Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelt hatten: „Und nun begab es sich: Als Jesus alle die Schriften, die sie niedergeschrieben hatten, in einem ausgelegt hatte, gebot er ihnen, das zu lehren, was er ihnen ausgelegt hatte.“ (3. Nephi 23:14).

Gebot er ihnen, das zu lehren, was er ihnen ausgelegt hatte. Vor diesem Gebot, die Schriften zu lehren, hatte Christus sie seinen Jüngern `ausgelegt´. Als die zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus dort von Jesus unterwiesen wurden, erkannten sie ihn allerdings erst als er mit ihnen das Brot brach. Sie machten sich auf den Weg zurück nach Jerusalem, um den elf Aposteln von ihrem Erlebnis zu berichten. Während dieser Unterhaltung trat plötzlich der Herr hinzu. Die Apostel waren noch etwas ungläubig und Jesus eröffnete ihnen, dass er es tatsächlich ist. Dann lesen wir: „Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften.“ (Lukas 24:45).

Dieses `öffnen des Sinnes für das Verständnis der Schriften´ ist eine unbedingt notwendige Voraussetzung, um die ausgelegten Schriften tatsächlich zu verinnerlichen. Geistiges kann und werde ich nur mithilfe des Geistes verstehen (1. Korinther 2:13-14). Alleinige kognitive Aufnahme reicht da nicht aus. Wenn ich einen Grundsatz verstehe, mir aber der Wille fehlt ihn richtig anzuwenden, hilf mir das Wissen darüber noch lange nicht, mich weiter zu entwickeln. Ich lerne, dass ich, bevor ich mich in die Schriften vertiefe, den Herrn auch darum bitten muss, meinen Sinn für das Verständnis der Schriften zu öffnen. Ansonsten hilft mir die `Auslegung´ nicht viel weiter. Für mein Verständnis trägt die `Sinnesöffnung´ dazu bei, dass für die `Auslegung´ der Weg in mein Herz geöffnet wird. Es kann eine `Herzenswandlung´ stattfinden, und ich werde angeregt, die nun richtig verstandene Schrift auch richtig anzuwenden. Dadurch mache ich Fortschritt.

Inwiefern gehören deiner Meinung nach `Sinnesöffnung´ und `Auslegung´ zusammen, um Fortschritt machen zu können?

Ja, Herr, Samuel hat gemäß deinen Worten prophezeit, und sie haben sich alle erfüllt

Christus fordert Nephi auf, fehlende Prophezeiungen nachzutragen
(3. Nephi 23:12; Bild: Quelle)

Jesus Christus spricht weiter zu den Nephiten, die sich um die 34 n. Chr. am Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelt hatten: „Und seine Jünger antworteten ihm und sprachen: Ja, Herr, Samuel hat gemäß deinen Worten prophezeit, und sie haben sich alle erfüllt.“ (3. Nephi 23:10).

Ja, Herr, Samuel hat gemäß deinen Worten prophezeit, und sie haben sich alle erfüllt. Dieser Samuel, der einzige uns bekannte lamanitische Prophet im Buch Mormon, trat etwa fünf Jahre vor der Geburt Jesu hier auf Erden, seinen uns bekannten Dienst unter den Nephiten an. Er predigte dem Volk in Zarahemla Umkehr (Helaman 13:2) und prophezeite hauptsächlich über die Geburt (Helaman 14:2-6) und den Tod (Helaman 14:14) Jesu. Für die Geburt gab er sogar eine recht genaue Zeitangabe an. Für seine Geburt und seinen Tod prophezeite er Zeichen, die diese Ereignisse begleiten würden. Keiner der Nephiten wollte ihm Glauben schenken. Sie vertrieben ihn, aber der Herr gebot ihm zurückzukehren und weiter zu predigen, was er dann auch auf der Stadtmauer tat. Aufgebrachte Nephiten riefen das Volk auf, ihn zu töten, weil er sogar ihren Untergang prophezeite. Aber die nach ihm geschossenen Pfeile und geworfenen Steine konnten ihm nichts anhaben. Er konnte entkommen (Helaman 14:7) und man weiß nichts weiter über ihn, außer dass er in seiner Heimat seinen Landsleuten predigte und prophezeite (Helaman 13-16; Helaman 2:7).

Ein Teil der Prophezeiungen Samuels des Lamaniten, hat man offensichtlich vergessen niederzuschreiben. Dies bemängelte der Herr gegenüber Nephi. Der Herr forderte ihn auf, dass die Aufzeichnungen um diesen Teil der Prophezeiungen Samuels, der von der Auferstehung der Toten und deren Erscheinen, nach der Auferstehung Jesu handelte, nachgetragen werden soll, was dann auch getan wurde (3. Nephi 23:11-13). Ich lerne daraus, dass wir auf eine genaue und vollständige Berichtsführung der Prophezeiungen, die der Herr durch seine Propheten aussprechen lässt, angewiesen sind, um genaue Kenntnis von den Plänen Gottes, die er für uns vorgesehen hat, zu erlangen.

Wo findest du den Nachtrag darüber, dass sich viele Gräber öffnen werden und Auferstandene den Heiligen erscheinen werden? Tipp: Buch Helaman.

Dass es … viele Heilige geben wird, die von den Toten auferstehen und vielen erscheinen und ihnen dienen werden

St. Martin in Veules-les-Roses
(Bild: Quelle)

Jesus Christus spricht weiter zu den Nephiten, die sich um die 34 n. Chr. am Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelt hatten: „Wahrlich, ich sage euch: Ich habe meinem Knecht Samuel dem Lamaniten geboten, diesem Volk zu bezeugen, daß es an dem Tag, da der Vater seinen Namen in mir verherrlicht, viele Heilige geben wird, die von den Toten auferstehen und vielen erscheinen und ihnen dienen werden. Und er sprach zu ihnen: War es nicht so?“ (3. Nephi 23:9).

Dass es … viele Heilige geben wird, die von den Toten auferstehen und vielen erscheinen und ihnen dienen werden.

Wenn Menschen heute den Namen der Kirche des Herrn hören oder lesen, „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ wundern sich viele wahrscheinlich über den Begriff `Heilige´. Viele haben von diesem Begriff eine Vorstellung, die wohl von der `Heiligsprechung´ einzelner Anhänger Jesu, die sich in besonderer Weise hervorgehoben haben, wie z. B. der `heilige Sankt Martin´, herrührt. Diese Bezeichnung hat nichts mit dergleichen zu tun. Schauen wir ins Neue Testament, wie der Apostel Paulus die Mitglieder der vom Herrn gegründeten Kirche bezeichnete. Er schreibt z. B. an die Mitglieder der Kirche (Gemeinde) in Korinth: „an die Kirche Gottes, die in Korinth ist – die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen – , mit allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus überall anrufen, bei ihnen und bei uns.“ (1. Korinther 1:2). An anderer Stelle schreibt er an die Gemeinde in Ephesus: „Von Unzucht aber und Unreinheit jeder Art oder von Habgier soll bei euch, wie es sich für Heilige gehört, nicht einmal die Rede sein.“ (Epheser 5:3).Nicht anders verhält es sich mit der Bezeichnung `Heilige´ in dem Namen der Kirche, mit der Unterscheidung des Zusatzes `der Letzten Tage´ gegenüber den Heiligen zu Zeiten Jesu. Wer durch Taufe den Namen Jesu auf sich nimmt und als Heiliger bezeichnet wird, ist dieser Bezeichnung natürlich entsprechend verpflichtet, wie es Paulus an die Epheser schrieb.

Was denkst du, wie wird man ein `Heiliger´? Tipp: Mosia 3:19

Weitere Schriften möchte ich euch niederschreiben lassen

Mein Tagebuch
(Bild: Quelle)

Jesus Christus spricht weiter zu den Nephiten, die sich um die 34 n. Chr. am Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelt hatten: „Und nun begab es sich: Als Jesus diese Worte gesprochen hatte, sprach er weiter zu ihnen, nachdem er ihnen alle die Schriften ausgelegt hatte, die sie empfangen hatten, sprach er zu ihnen: Siehe, weitere Schriften möchte ich euch niederschreiben lassen, die ihr nicht habt.“ (3. Nephi 23:6).

Weitere Schriften möchte ich euch niederschreiben lassen. Leseratten freuen sich außerordentlich, wenn ihr Lieblingsschriftsteller ein weiteres Buch `niederschreibt´ und veröffentlicht. Sie können es meist gar nicht erwarten und belagern die Bücherläden schon lange vor ihrer Öffnungszeit, um als Erster rein stürmen zu können und eine Ausgabe zu erhaschen.

In unserem heutigen Vers informiert Jesus Christus nun das Volk, dass es mit den ihnen vorliegenden heiligen Schriften offensichtlich noch nicht ganz komplettiert sind. Er ließ sich durch Nephi ihre Aufzeichnungen bringen, warf einen Blick auf sie, und stellte deren Unvollständigkeit fest (3. Nephi 23:7-8). Christus machte ihn dann darauf aufmerksam, dass der Teil fehlt, den Samuel der Lamanite bezüglich der Auferstehung prophezeit hatte. Seine Jünger bezeugten, dass es so war und dass sich dessen Worte auch schon erfüllt hatten. Nephi erkannte, dass dieser Bericht in der Tat fehlt, und folgte dem Gebot Jesu dies nachzutragen (3. Nephi 23:9-13). Ich werde dadurch angeregt, aufzupassen, dass ich nicht wertvolle, Zeugnisstärkende Erlebnisse aus meinem Leben, vergesse, für meine Nachfahren festzuhalten. Präsident Russel M. Nelson, lebender Prophet Seher und Offenbarer der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, fordert uns u. a. auch auf: „Schreiben Sie Ihre Gefühle auf und setzen Sie das, was Ihnen eingegeben wird, in die Tat um.“, auf diese Art und Weise würden wir in das Prinzip der Offenbarung hineinwachsen (siehe hier).

Nicht jeder ist ein begnadeter Schriftsteller, aber jeder von uns kann wertvolle Erlebnisse aus seinem Leben für seine Nachkommen schriftlich festhalten. In welcher Form machst du das?

Wer auch immer auf meine Worte hört und umkehrt und sich taufen lässt, derjenige wird errettet werden

Rettungsleitstelle
(Bild: Quelle)

Jesus Christus spricht weiter zu den Nephiten, die sich um die 34 n. Chr. am Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelt hatten: „Und wer auch immer auf meine Worte hört und umkehrt und sich taufen läßt, derjenige wird errettet werden. Forscht in den Propheten, denn viele gibt es, die von diesem allen zeugen.“ (3. Nephi 23:5)

Wer auch immer auf meine Worte hört und umkehrt und sich taufen lässt, derjenige wird errettet werden.

Wenn man sich in Österreich befindet, wird einem im Zusammenhang mit Notfällen die Rufnummer 144 genannt. Es handelt sich um die `Rettung´. Diejenigen, die den `Notruf´ dort annehmen, kümmern sich darum, dass im Bedarfsfall schnellstmögliche lebensrettende Hilfe geleistet wird. Natürlich gibt es die unterschiedlichsten Arten von Notfällen. Welche Nummer rufe ich an, wenn es sich um einen `geistlichen Notfall´ handelt? Wie, wenn ich mich in der Situation befinde, die Paulus in seinem Brief an die Römer beschreibt: Zwei Gesetze, die in ihm ruhen, das Gute tun zu wollen und das, mit der Vernunft im Streit liegende, das Gesetz der Sünde (Römer 7:21-23). Dann kommt die Frage aller Fragen: „Ich elender Mensch! Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten?“ (Römer 7:24). Die Antwort liefert uns u. a. unser heutiger Vers.

Was muss also derjenige, der sich diese Frage des Paulus stellt machen?

Darum beachtet meine Worte

(Bild: Quelle)

Jesus Christus spricht weiter zu den Nephiten, die sich um die 34 n. Chr. am Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelt hatten: „Darum beachtet meine Worte; schreibt das nieder, was ich euch gesagt habe; und gemäß der Zeit und dem Willen des Vaters wird es zu den Andern gelangen.“ (3. Nephi 21:4).

Darum beachtet meine Worte. In den Sprüchen Salomos, die gegeben wurden, um Weisheit zu lernen, sagt offensichtlich ein Vater zu seinem Sohn: „… achte auf meine Worte, neige dein Ohr meiner Rede zu!“ (Sprüche 4:20).

Dabei kommt mir ein Satz in den Sinn, wohl im Rahmen von Marketingstrategien entstanden: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen [beachten] Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ Hier wird der interessierte Käufer darauf hingewiesen, dass er zu bestimmten Fragen Antworten in der Beilagenlektüre oder durch Befragung von studiertem Fachpersonal erhalten könne. Ich sehe darin ein Sinnbild dazu, wie ich bestimmte Fragen zu meinem Leben beantwortet bekommen kann: Selbststudium der `Bedienungsanleitung zum Leben´ (die Packungsbeilage: heilige Schriften), oder die Befragung von berufenem `Fachpersonal´ (berufene Diener des Herrn, nicht zuletzt ihn selber). Manchmal braucht man zum Verständnis dann doch Hilfe, die ich mittels des Heiligen Geistes abrufen kann. Wenn ich Hilfe zur richtigen Anwendung von Medikamenten wünsche und Nebenwirkungen in Erfahrung bringen möchte, wende ich mich also den empfohlenen Hilfsmitteln zu. Wenn ich Hilfe bei der richtigen Gestaltung meines Lebens und Auswirkungen falschen Handelns in Erfahrung bringen möchte, wende ich mich den Worten Gottes zu und `beachte´ sie!

Was meinst du, hat sich der Teil des Verses, dass die Worte des Vaters auch zu den `Andern´ gelangen würden, schon erfüllt, erfüllt er sich gerade oder erst in Zukunft?