Sie wurden vom Heiligen Geist und von Feuer erfüllt

Die Taufe Nephis
(Bild: Quelle)

Bevor jemand mit Feuer und dem Heiligen Geist getauft werden kann, muss er erst mit Wasser getauft sein (3. Nephi 27:20). Darum gingen Nephi und all die andern ans Wasser und zunächst wurden die Zwölf getauft (3. Nephi 19:10-12). „Und es begab sich: Als sie alle getauft waren und aus dem Wasser hervorgekommen waren, fiel der Heilige Geist auf sie, und sie wurden vom Heiligen Geist und von Feuer erfüllt.“ (3. Nephi 19:13).

Sie wurden vom Heiligen Geist und von Feuer erfüllt. Es drängt sich einem die Frage auf, wieso waren die Zwölf schon von Christus berufen, aber wurden erst danach getauft? Ich denke, wir müssen davon ausgehen, dass die Kirche von Jesus Christus mit ihren Vollmachtsträgern aufgrund von Abfall vom Glauben, nicht mehr vollständig unter ihnen war (3. Nephi 6:14). Wir erinnern uns, dass bevor Christus den Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent erschien, eine unwahrscheinliche Zerstörung von Mensch und Natur stattfand (3. Nephi 9).

Nun war aber der auferstandene Christus zu den Überlebenden seines Volkes in Amerika gekommen, und hat seine Kirche mit der Berufung der Zwölf wieder organisiert (3. Nephi 12:1). Durch die Taufe tritt man durch das Tor ein, um auf den engen Weg, der zu ewigem Leben führt, zu gelangen (2. Nephi 31:17-18) und wird Mitglied in der Kirche des Sohnes Gottes (Apostelgeschichte 2:41). Nun, nach dieser Taufe mit Wasser, erfolgt die `Taufe mit dem Feuer und dem Heiligen Geist´. Dabei wird man als Mitglieder der Kirche des Sohnes Gottes bestätigt (Einleitung zu Lehre und Bündnisse 21; Kapitelüberschrift).

Welche Vorstellung hast du davon was die `Taufe mit Feuer und dem Heiligen Geist´ bewirkt?

Sie beteten um das, was sie am meisten wünschten

(Bild: Quelle)

Nachdem die neuberufenen zwölf Apostel in Amerika dem Volk Nephi, das sich wieder am Tempel versammelt hatte, gedient hatten, „… knieten sie abermals nieder und beteten im Namen Jesu zum Vater.“ (3. Nephi 19:8). „Und sie beteten um das, was sie am meisten wünschten; und sie wünschten, es möge ihnen der Heilige Geist gegeben werden.“ (3. Nephi 19:9).

Sie beteten um das, was sie am meisten wünschten. Ich denke, das ist ein übliches Vorgehen, am ehesten immer um das zu bitten, was man sich sehnlichst wünscht, am dringendsten benötigt, oder einem am meisten fehlt.

Hier in diesem Fall sehnten sich die vom Herrn in Amerika berufenen zwölf Jünger am meisten danach, die Gabe des Heiligen Geistes gespendet zu bekommen, so wie der Herr sie denen versprochen hat, die „… mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist …“ zu ihm kommen (3. Nephi 9:20). Sie wünschten sich so sehr „… mit Feuer und mit dem Heiligen Geist …“ getauft zu werden und äußerten diesen Wunsch in innigem Gebet an ihren Herrn auf ihren Knien. Welche Möglichkeiten erhofften sie sich, wenn sie mit dieser Gabe des Heiligen Geistes ausgestattet würden?

  • Dass er ihr Zeugnis vom Vater und vom Sohn verstärkt (3. Nephi 28:11)
  • Er ihnen die Wahrheit von allem offenbaren würde (Johannes 14:26)
  • Sie durch ihn geheiligt würden – wie mit Feuer von aller Unreinheit gereinigt – um in die Gegenwart Gottes zurückkehren zu können (Johannes 3:5)
  • Alle Verheißungen, die sie bekommen, durch ihn gesiegelt würden (Epheser 1:13)

Welchen Wert misst du dieser Taufe mit dem Feuer und dem Heiligen Geist bei?

In nichts von den Worten abweichend

(Bild: Quelle)

Über das Dienen der neu berufenen zwölf Apostel in Amerika erfahren wir: „Und als sie mit den gleichen Worten gedient hatten, die Jesus gesprochen hatte—in nichts von den Worten abweichend, die Jesus gesprochen hatte—siehe, da knieten sie abermals nieder und beteten im Namen Jesu zum Vater.“ (3. Nephi 19:8).

In nichts von den Worten abweichend. Aus dem Vers verstehe ich, dass die zwölf neu berufenen Apostel Jesu auf dem amerikanischen Kontinent, der wieder zum Tempel im Land Überfluss gekommenen Volksmenge mit Worten dienten. Und zwar in der gleichen Weise, und in nichts von dem abweichend, was Jesus sie zuvor gelehrt hatte. Zum einen war es wohl für viele eine Wiederholung, aber viele waren erst jetzt neu hinzugekommen (3. Nephi 19:3) und hatten die vorhergehenden Belehrungen Jesu nicht mitbekommen. Auf diese Weise wurden alle auf den gleichen Stand gebracht und waren bereit, weitere Belehrungen zu empfangen.

Für mich ist es selbstverständlich, dass wenn ich Zuhörern Grundsatzlehren eines anderen wiedergebe, ich an diesen Grundsätzen nichts verändern darf, ich darf `in nichts von dessen Worten abweichen´. Sollte ich es dennoch tun, muss ich sie davon in Kenntnis setzen, dass es sich bei einem bestimmtem benannte Teil, nicht um die Lehre desjenigen handelt. In der Bibel finden wir an drei Stellen eine Warnung, dass wir nichts am Wort Gottes verändern dürfen. Als den Israeliten in einer‚ Rede des Mose, die Gesetze und Rechtsvorschriften gelehrt wurden, warnte er sie, nichts dem Wortlaut hinzuzufügen, oder wegzulassen (Deuteronomium 4:2). Etwas später wiederholte er dieses als Verbot (Deuteronomium 13:1) und im Zeugnis und der abschließenden Mahnung des Sehers Johannes auch nochmal (Offenbarung 22:18).

Wenn du Grundsätze, die ein anderer aufgestellt hat, weitergibst, zitierst, würdest du sie einfach abändern, etwas hinzufügen oder weglassen?

Die Menge war so groß, dass sie sie in zwölf Gruppen teilen ließen

(Bild: Quelle)

Nachdem alle Nephiten vom Tempel im Land Überfluss, wo der auferstandene Christus ihnen erschienen war, sie belehrt und ihnen gedient hatte, nach Hause gegangen waren, kehrten sie mit vielen weiteren am nächsten Tag wieder dorthin zurück und Nephi und seine elf Mitapostel waren unter ihnen (3. Nephi 19:4): „Und siehe, die Menge war so groß, daß sie sie in zwölf Gruppen teilen ließen. 6  Und die Zwölf lehrten die Menge; und siehe, sie ließen die Menge auf dem Antlitz der Erde niederknien und im Namen Jesu zum Vater beten. 7  Und auch die Jünger beteten im Namen Jesu zum Vater. Und es begab sich: Sie standen auf und dienten dem Volk.“ (3. Nephi 19:5-7).

Die Menge war so groß, dass sie sie in zwölf Gruppen teilen ließen. Tags zuvor waren es um die zweitausendfünfhundert Männer, Frauen und Kinder (3. Nephi 17:25). Wahrscheinlich war die Menge an diesem neuen Tag, an dem sie sich erneut versammelten, viel größer. Wenn eine Zuhörerschaft zu groß wird, ist es sinnvoll, sie aufzuteilen. Nachdem es zwölf leitende Brüder gegeben hatte, die neu berufenen Apostel, teilten sie die Menge in 12 Gruppen, belehrten sie und dienten ihnen. Auch so muss die Gruppenanzahl noch äußerst hoch gewesen sein. Schon bei den 2500 würde die Gruppenstärke bei knapp über 200 liegen.

Auch als Jesus im Land Jerusalem predigte, kamen `einige Tausend´ Menschen zusammen (Lukas 12:1). Kaum vorstellbar, wie er alle ohne eine Lautsprecheranlage erreichte – die Landschaft muss eine gute Akustik ermöglicht haben. Als König Benjamin sein Volk versammeln ließ, um es zu belehren, war die Menge auch so groß, dass er nicht einmal von einem Turm aus alle mit seiner Stimme erreichen konnte. Was tun? Er ließ seine Worte aufschreiben „… und denen bringen, die von seiner Stimme nicht erreicht wurden, damit auch sie seine Worte empfingen.“ (Mosia 2:8). Der Herr und seine berufenen Diener haben offensichtlich jeweils angemessene Mittel eingesetzt, um alle zu erreichen. Heute haben sich die Kommunikationsmöglichkeiten in rasanter Schnelligkeit soweit entwickelt, dass das im Namen des Herrn vom Propheten gesprochene Wort – und das ist dasselbe, als wenn er selber zu uns sprechen würde (Lehre und Bündnisse 21:1,4-5) – zeitgleich in jedem Winkel der Erde zu hören und sogar das Geschehen vor Ort bildmäßig übertragen werden kann. Wie gesegnet sind wir doch. Wir brauchen nicht kilometerweit zu laufen, wir können es von zu Hause, aus unserem Sessel heraus, mitverfolgen. Auch heute teilen sich die zwölf berufenen Apostel des Herrn auf und besuchen die einzelnen Gruppen weltweit. Hinzu kommen weitere Generalautoritäten und führende Amtsträger, die die Präsidentschaft der Kirche des Herrn und die Zwölf unterstützen.

Wie dienen die heutigen von Gott berufenen Generalautoritäten und führenden Amtsträger der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage der Menschheit?

Da gingen Nephi und sein Bruder, den er von den Toten erweckt hatte

Elisa erweckt den Sohn der Sunamiterin; Frederick Leighton, 19. Jh.
(2. Könige 4:18-37; Bild: Quelle)

Wieder versammelte sich das Volk Nephi an dem Ort, an dem Jesus sich zeigen würde (3. Nephi 19:3). „Und es begab sich: Als die Menge am nächsten Tag versammelt war, siehe, da gingen Nephi und sein Bruder, den er von den Toten erweckt hatte und dessen Name Timotheus war, und ebenso sein Sohn, dessen Name Jonas war, und auch Matoni und sein Bruder Matonihach und Kumen und Kumenonhi und Jeremia und Schemnon und Jonas und Zidkija und Jesaja—dies aber sind die Namen der Jünger, die Jesus erwählt hatte—und es begab sich: Sie gingen hin und standen inmitten der Menge.“ (3. Nephi 19:4).

Da gingen Nephi und sein Bruder, den er von den Toten erweckt hatte. Zum einen erfahren wir in diesem Vers, dass Nephi einen Bruder hat, „… den er von den Toten erweckt hatte…“. Zum anderen werden uns die Namen der zwölf Jünger, die der Herr zu seinen Aposteln berief bekannt gegeben.

Von Jesus wissen wir aus dem Neuen Testament, dass er Verstorbene wieder ins Erdenleben zurückholte. So hat er u. a. Lazarus, der schon vier Tage verstorben war (Johannes 11:17) wieder auferweckt (Johannes 11:43-44). Von Paulus wissen wir, dass er einen seiner eingeschlafenen Zuhörer, der aus dem dritten Stock aus dem Fenster zu Tode stürzte, wieder zum Leben erweckte (Apostelgeschichte 20:9-10). Und nun hatte auch Nephi dieses Wunder an seinem Bruder vollbracht. Was die Namen anbetrifft, ich bin kein Namensexperte, aber die Hälfte der Zwölf haben Namen, die auch in der Bibel vorkommen (Timotheus, Jonas – griechische Form von Jona, Jeremia, Jonas, Zidkija – andere Schreibweise Zedekia, Jesaja), während die andere Hälfte nur im Buch Mormon zu finden ist (Nephi, Matoni, Matonihach, Kumen, Kumenonhi, Schemnon). Woher kannten sie die griechischen bzw. hebräischen Namen? Weil sie überwiegend israelitischer Abstammung waren. Die restlichen Namen kommen hauptsächlich in Amerika vor.

Was meinst du, was dazugehört, einen Verstorbenen wieder ins Erdenleben zurückzuholen?

Unverzüglich … wurde es unter dem Volk weithin laut verkündet, dass die Menge Jesus gesehen hatte

Die Nephiten, die Jesus Christus gesehen hatten, erzählten ihren Freunden, dass er am nächsten Tag wiederkommen werde.
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus hatte die Nephiten besucht (3. Nephi 11:8-10), ihnen gedient und war wieder in den Himmel aufgefahren (3. Nephi 19:1). „Und unverzüglich, noch ehe es finster wurde, wurde es unter dem Volk weithin laut verkündet, daß die Menge Jesus gesehen hatte und daß er ihnen gedient hatte und daß er sich der Menge auch am nächsten Tag zeigen würde. 3  Ja, und selbst die ganze Nacht lang wurde das über Jesus weithin laut verkündet, und so sehr sandten sie aus unter das Volk, daß es viele gab, ja, eine überaus große Anzahl, die sich in jener ganzen Nacht über die Maßen anstrengten, um am Morgen an dem Ort zu sein, wo Jesus sich der Menge zeigen würde.“ (3. Nephi 19:2-3).

Unverzüglich … wurde es unter dem Volk weithin laut verkündet, dass die Menge Jesus gesehen hatte. Für unsere heutige Zeit kein Thema, Neuigkeiten zeitnah seinen Bekannten, Freunden, oder Verwandten, ja sogar weltweit, `unverzüglich´ mittels elektronischer Medien, sogar noch mit Video oder Bildern versehen, mitzuteilen. Im nicht juristischen Sinne versteht man unter `unverzüglich´ etwas auf dem schnellsten Wege, ohne Zeit zu verlieren, auf der Stelle, sofort zu erledigen. Heutzutage werden insbesondere Unglücke, die andere betreffen, durch sensationsgierige `unverzüglich´ ins weltweite Netz gestellt. Auf solche Fälle spezialisierte freie Bildreporter legen sich auf die Lauer, hören den Polizeifunk ab und rasen zu den Einsatzstellen, um möglichst als Erster das Geschehen vor Ort zu dokumentieren und an Nachrichtensender zu verkaufen.

Jetzt stell dir das Ereignis 34 n. Chr. vor. Der auferstandene Jesus Christus erscheint seinem Volk und unterweist es und dient ihm auf unvorstellbar liebevolle Art und Weise, ja sogar Engel werden noch aus dem Himmel zur Unterstützung hinzugeschickt (3. Nephi 17:24). Hätte es damals schon die heutigen Mittel gegeben, die ganze Situation wäre life verbreitet worden, wenn Jesus es zugelassen hätte. Aber unter ihren Umständen war `unverzüglich´ so, dass sie auf ihrem Weg nach Hause, nachdem Jesus sie entlassen hatte, jeden informierten, den sie trafen und auch von zu Hause aus sich auf den Weg machten, Verwandte, Nachbarn und Freunde zu informieren, insbesondere, dass der Herr am nächsten Tag wieder erscheinen würde. Keine Ahnung, welche Entfernungen sie dabei zurücklegten, aber ihre Anstrengungen müssen enorm gewesen sein. So versammelten sich am nächsten Tag noch viel mehr Menschen, als die vorherigen Zweitausendfünfhundert (3. Nephi 17:25), um den Tempel im Land Überfluss (3. Nephi 11:1).

Welche Anstrengungen unternehmen wir heute, du und ich, um die Nachricht davon, dass der Vater und der Sohn´ an einem wunderschönen Frühlingsmorgen des Jahres 1820 einem Bauernjungen Namens Joseph Smith aufgrund eines Gebetes erschienen und damit die Evangeliumszeit der Fülle eingeläutet wurde (Joseph Smith—Lebensgeschichte 1:14–19)?

Als Jesus sie alle berührt hatte, kam eine Wolke und überschattete die Menge

Der Bruder Jareds sieht den Finger des Herrn
(Ether 3:6-9; Bild: Quelle)

Der auferstanden Jesus Christus hatte seine neuberufenen Zwölf in Amerika mit Vollmacht ausgestattet (3. Neph 18:36-37). „Und es begab sich: Als Jesus sie alle berührt hatte, kam eine Wolke und überschattete die Menge, so daß sie Jesus nicht sehen konnten. 39  Und während sie überschattet waren, schied er von ihnen und fuhr in den Himmel auf. Und die Jünger sahen und gaben Zeugnis, daß er wieder in den Himmel auffuhr. (3. Nephi 18:38-39).

Als Jesus sie alle berührt hatte, kam eine Wolke und überschattete die Menge. Wenn es in den heiligen Schriften um himmlische Erscheinungen geht, sind diese meist von einer Wolke begleitet. Das erste Mal lesen wir in Exodus davon, dass der Herr sein Volk Israel aus einer Wolkensäule heraus in der Wüste führte, nachdem er sie aus ägyptischer Gefangenschaft befreit hatte (Exodus 13:21-22). Das nächste berichtete Ereignis trug sich am Berg Sina zu. Der Herr wollte zu Mose aus einer Wolke heraus sprechen und das Volk sollte seine Stimme nur hören (Exodus 19:9). Machen wir einen Sprung ins Neue Testament. Als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes auf dem `Berg der Verklärung´ war, wo diese mit Macht ausgestattet wurden, wurden sie von einer Wolke überschattet und Gott bezeugte ihnen seinen Sohn (Matthäus 17:5). Als es um das zweite Kommen Jesu geht, wird uns mitgeteilt, dass wir ihn auf den Wolken des Himmels kommen sehen werden (Matthäus 24:30). Ein Beispiel aus dem Buch Mormon: Als Alma der Jüngere mit den Söhnen Mosias suchten die Kirche Gottes zu vernichten, kam ein Engel des Herren in einer Wolke zu ihnen herab und wies sie zurecht (Mosia 27:11).

In meiner kindlichen Fantasie stelle ich mir die Wolke als ein himmlisches Transportmittel vor, wie einen Fahrstuhl, mit dem himmlische Wesen herauf- und herniederfahren. Andererseits verdecken einem Wolken auch die Sicht. So werden sie vielleicht bei solchen himmlischen Ereignissen auch als Sichtschutz dienen, damit Augen, die dafür nicht vorbereitet sind, nicht die himmlische Heimat sehen können, weil sie ansonsten vergehen würden. Ich stelle mir vor, dass die Wolken in diesen Begebenheiten den `Schleier´ symbolisieren sollen, der unsere direkte Verbindung zu Gott und seinem Wohnsitz abschirmt (Ether 3:6-9). Diesen Schleier kann nur durchdringen, wer von dem Herrn dazu aufgrund seines Glauben bereitet wird (Lehre und Bündnisse 67:10-12).

Was denkst du, wozu die Wolke bei himmlischen Erscheinungen dient?

Berührte er die Jünger, die er erwählt hatte, einen nach dem anderen mit der Hand

Moses ordains Joshua. Photo: IRI
(Numeri 27:22-23; Bild: Quelle)

Der auferstanden Jesus hatte seinen Jüngern in Amerika Anweisungen gegeben (3. Nephi 18:26). „Und es begab sich: Als Jesus mit diesen Worten zu Ende gekommen war, berührte er die Jünger, die er erwählt hatte, einen nach dem anderen mit der Hand, ja, bis er sie alle berührt hatte; und als er sie berührte, redete er zu ihnen. 37  Und die Menge vernahm die Worte nicht, die er redete, darum gab sie nicht Zeugnis; aber die Jünger gaben Zeugnis, daß er ihnen Macht gab, den Heiligen Geist zu spenden. Und ich werde euch später noch zeigen, daß dieses Zeugnis wahr ist.“ (3. Nephi 18:36-37).

Berührte er die Jünger, die er erwählt hatte, einen nach dem anderen mit der Hand. Wieder leitet der Schreiber die folgend beschriebene Begebenheit mit der Phrase „Und es begab sich“ ein, was darauf hindeuten soll, dass es sich um ein wichtiges Ereignis handelt, das beschrieben wird, und das es sich auch tatsächlich so ereignet hat (siehe auch meinen Blogbeitrag vom 23. September 2018 „Und es begab sich“).

Was hat das zu bedeuten, dass Jesus seine zwölf berufenen Apostel einen nach dem anderen berührt? Ich denke, dass er ihnen seine Hände auf das Haupt legte und einem jeden von ihnen die notwendigen Schlüsselvollmachten übertrug, wie z. B. die Gabe des Heiligen Geistes zu spenden. Mittels Händeauflegen werden seit jeher Priestertumshandlungen im Namen des Herrn vollzogen (Numeri 27:18). Hierzu gehören beispielsweise das Spenden von Segen (Markus 10:16), das Heilen von Kranken (Markus 5:23), die Ordinierung (Alma 6:1), die Übertragung von Vollmachten im Werk Gottes zu dienen (Apostelgeschichte 6:1-6) … . Nicht anders werden in unserer Evangeliumszeit der Fülle Priestertumshandlungen vollzogen, nachdem Joseph Smith sämtliche Schlüsselvollmachten übertragen worden waren (Lehre und Bündnisse 128:18-21).

Was stellst du dir darunter vor, dass Jesus einen seiner Zwölf nach dem andern mit der Hand berührte?

Es ist ratsam, dass ich um euretwillen zum Vater gehe

Nicht mein Wille, sondern deiner geschehe, Gemälde von Harry Anderson
(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus teilt nun seinen neu berufenen Priestertumsführern (3. Nephi 18:26) in Amerika mit: „Und nun gehe ich zum Vater, denn es ist ratsam, daß ich um euretwillen zum Vater gehe.“ (3. Nephi 18:35).

Es ist ratsam, dass ich um euretwillen zum Vater gehe. Es stellt sich die Frage, warum ist es ratsam, dass der auferstandene Christus um der besuchten Menschen willen zum Vater geht.

Aus den heiligen Schriften entnehme ich die Antwort: Jesus Christus legt bei unser aller Vater Fürsprache für uns Sünder ein. Der Schreiber des ersten Johannesbriefes erinnert uns daran, dass wir alle Sünder sind und dass, wenn wir sie bekennen, uns Vergebung und Reinigung zuteilwerden und wir beim Vater einen Fürsprecher haben, nämlich Jesus Christus (1. Johannes 2:1; Lutherbibel 2017). Im Buch Mormon lernen wir Gleiches aus der Belehrung Lehis an seinen Sohn Jakob, als er über das Opfer des heiligen Messias spricht, wodurch dieser in die Lage versetzt wurde, Fürsprache für alle Menschenkinder einzulegen (2. Nephi 2:9). Aufgrund Seines Sühnopfers kann er beim Vater Barmherzigkeit für alle Menschenkinder die Glauben an ihn haben, beanspruchen. (Moroni 7:27-28). Auch gegenüber dem neuzeitlichen Propheten Joseph Smith bezeugt Jesus in einer Offenbarung an ihn diese seine Möglichkeit (Lehre und Bündnisse 29:5). Wie unendlich dankbar können wir doch sein, dass Jesus Christus als unser älterer Bruder sich beim Vater für unsere Sache einsetzt.

Was empfindest du, wenn du dir darüber bewusst wirst, dass wir in Christus einen `Fürsprecher´ beim Vater haben?

Gesegnet seid ihr, wenn ihr keine Auseinandersetzungen unter euch habt

(Bild: Quelle)

Der auferstandene Jesus weiter zu seinen neu berufenen Priestertumsführern in Amerika (3. Nephi 18:26): „Und ich gebe euch diese Gebote wegen der Auseinandersetzungen, die es unter euch gegeben hat. Und gesegnet seid ihr, wenn ihr keine Auseinandersetzungen unter euch habt.“ (3. Nephi 18:34).

Gesegnet seid ihr, wenn ihr keine Auseinandersetzungen unter euch habt. Bei Auseinandersetzungen in dem Sinne, in dem sie hier der Herr anspricht, handelt es sich um mit Worten oder Taten ausgetragenen Streit mit definierten Streitgegenständen. Eine Weile vorher nannte der Herr schon die Streitgegenstände: die Art und Weise der Taufe, sowie Punkte seiner Lehre (3. Nephi 11:28-30).

Im Vers 29 bringt der Herr unmissverständlich zum Ausdruck, dass der Geist des Streites nicht von ihm, sondern von Luzifer ausgeht. Dieser würde die Menschen dazu aufstacheln, „… im Zorn miteinander zu streiten.“ Im nächsten Vers bringt der Herr klar zum Ausdruck, dass es Seine Lehre ist, nicht im Zorn zu streiten. In seinem Brief an seinen Mitarbeiter Titus, lehrt Paulus diesen, dass Streit nutzlos ist: „Lass dich nicht ein auf törichte Auseinandersetzungen und Erörterungen über Geschlechterreihen, auf Streit und Gezänk über das Gesetz; sie sind nutzlos und vergeblich.“ (Titus 3:9). An anderer Stelle sagt Nephi seinem Volk, dass der Herr gebietet nicht miteinander zu streiten (2. Nephi 26:32). In gegenseitiger Liebe sollen wir zur Einigkeit in der Lehre des Herren kommen, eines Sinnes sein, und nicht miteinander streiten, lehrte Alma der Ältere diejenigen, die mit ihm vor dem `bösen König Noah´ in die Wildnis geflohen waren bei der Gründung der Kirche des Herrn (Mosia 18:17,21). Auch in heutiger Zeit hat der Herr seine Kirche aufgerichtet, damit wir nicht so viel Streit untereinander haben sollen (Lehre und Bündnisse 10:62-63).

Was denkst du sind die Gründe, weshalb der Herr uns verbietet miteinander zu streiten, insbesondere seine Lehre betreffend?