Seine Seele wird nie hungern noch dürsten, sondern wird satt sein

Die Israeliten beim Einsammeln der wundersamen Speise: Gemälde aus dem 19. Jahrhundert.
(Exodus 16:25; Bild: Jewish Museum Quelle)

Jesus war nach seinen drei Gebeten mit seinem Vater wieder bei seinen Jüngern und der Menge und gebot ihr, ihre Gebete zu beenden, aber im Herzen weiter zu beten. Obwohl er niemanden beauftragt hatte Brot und Wein zu besorgen, hatte Jesus dieses auf wundersame Art und Weise parat und gab ihnen erneut das `Mahl´ (3. Nephi 20:1-7). „Und er sprach zu ihnen: Wer dieses Brot ißt, der ißt von meinem Leib für seine Seele; und wer von diesem Wein trinkt, der trinkt von meinem Blut für seine Seele; und seine Seele wird nie hungern noch dürsten, sondern wird satt sein.“ (3. Nephi 20:8).

Seine Seele wird nie hungern noch dürsten, sondern wird satt sein. Auf geheimnisvolle Art und Weise hatte der Herr dafür Sorge getragen, dass Brot und Wein für das zweite `Mahl´, für die am Tempel im Land Überfluss versammelten weit über zweitausendfünfhundert Menschen (3. Nephi 17:25) vorhanden waren, ohne dass er jemanden beauftragt hatte, etwas zu besorgen. Das erinnert mich an die wundersame Vermehrung der fünf Gerstenbrote und zwei Fische am See von Tiberias, um etwa fünftausend Männer (evtl. dazu noch Frauen und Kinder?) zu speisen (Johannes 6:1-14).

Ich lerne, dass ich bei der Teilnahme am Abendmahl, symbolisch am Sühnopfer des Herrn teilhabe und dass diese Teilhabe dafür sorgt, dass ich geistige Nahrung bekomme, die mich ständig sättigen wird. Inwiefern? Dadurch, dass ich mich auf das Mahl vorbereite, befasse ich mich mit der Lehre von Jesus Christus und werde angeregt, über sie nachzusinnen und sie in meinem Handeln voller Glauben anzuwenden. Ich esse im übertragenen Sinn vom Leib Jesu und werde deshalb geistig `nie mehr hungern´ und weil ich dadurch meinen Glauben an ihn ausübe, wird mich auch `nie mehr dürsten´, denn ich labe mich ständig an seinem Wort (Johannes 6:33-35).

Wie verstehst du die Aussage Jesu, dass durch die Teilnahme am Abendmahl die Seele nie mehr hungern noch dürsten wird?

So großen Glauben habe ich unter allen Juden niemals gesehen

(Bild: Quelle)

„Und es begab sich: Als Jesus mit seinem Beten zu Ende gekommen war, kam er wieder zu den Jüngern und sprach zu ihnen: So großen Glauben habe ich unter allen Juden niemals gesehen; darum konnte ich ihnen so große Wundertaten nicht zeigen, wegen ihres Unglaubens. 36  Wahrlich, ich sage euch: Es gibt keinen von ihnen, der solch Großes gesehen hat, wie ihr es gesehen habt; auch haben sie nicht solch Großes gehört, wie ihr es gehört habt.“ (3. Nephi 19:35-36).

So großen Glauben habe ich unter allen Juden niemals gesehen. Ich muss an eine Begebenheit, über die im Neuen Testament berichtet wird, denken. Jesus kam einmal in seine Heimatstadt Nazaret (Matthäus 21:11), und lehrte in der Synagoge (Synagogen waren Versammlungsgebäude, in denen u. a. gelehrt wurde. Beispielhaft Matthäus 9:35). Sie kannten ihn als Sohn des Zimmermanns und wunderten sich über sein Wissen. Sie konnten einfach nicht verstehen, dass jemand aus dieser sozialen Schicht, in der Lage war so zu predigen, und sie nahmen `Anstoß´ an ihm. Jesus reagierte darauf mit folgenden Worten: „Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat und in seiner Familie.“ Wegen ihres Unglaubens wirkte er dort nicht viele Wunder (Matthäus 13:54-58).

Das kennst du sicherlich aus eigener Erfahrung. Je näher du einer Person stehst, desto mehr kennst du auch deren Eigenarten. Einige von denen werden dir vielleicht nicht gefallen und du wirst aufgrund dessen der Person nicht ganz so respektvoll begegnen wie einer dir nicht so gut bekannten Person. Du kennst sicherlich das Sprichwort: „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land“ ­ wieder abgeleitet aus der Bibel, siehe oben. Mit ihr wird dieses Phänomen beschrieben, dass die Bedeutsamkeit oder die Leistung von jemandem aus deinem unmittelbaren Umfeld meist verkannt wird. Sie erfährt Anerkennung eher von außerhalb. Ich lerne daraus, dass ich Personen in meinem näheren Umfeld wegen kleiner Fehler nicht minder respektieren darf, als weiter entfernte. Ich muss daran denken, dass auch ich meine Fehler und Unzulänglichkeiten habe. Ich denke an das Lied „Herr ich will folgen dir“ (gesungen vom Tabernakelchor hier) in dem es in einem Vers heißt: „Warum meinen Nächsten richten, bin doch selbst nicht ohne Fehl;“.

Welchen Respekt schenkst du dir nahe stehenden Personen, achtest du sie trotz der Eigenarten, die du hautnah miterlebst und die dir vielleicht nicht gefallen, dessen ungeachtet?

Auch können die Worte, die er betete, von Menschen nicht niedergeschrieben werden

Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt
(Bild: Quelle)

Wieder kam Jesus von seinem Gebet mit seinem Vater zurück zu seinen Jüngern und sie beteten immer noch ohne Unterlass und als er sie wieder anlächelte, leuchteten sie wieder weiß wie Jesus (3. Nephi 19:30). „Und es begab sich: Er ging abermals eine kleine Strecke hinweg und betete zum Vater; 32  und die Zunge kann die Worte nicht sprechen, die er betete, auch können die Worte, die er betete, von Menschen nicht niedergeschrieben werden.“ (3. Nephi 19:31-32).

Auch können die Worte, die er betete, von Menschen nicht niedergeschrieben werden. Genau wie im Garten Getsemani, ging Jesus auch hier in Amerika ein drittes Mal von seinen Jüngern weg, um zu seinem Vater zu beten (Matthäus 26:44). Allerdings muss die Entfernung zwischen ihm und der selber betenden Menge nicht so groß gewesen sein, dass sie ihn hat noch hören können. Aber was sie hörten, konnten sie in eigenen Worten nicht wiedergeben und erst recht nicht aufschreiben (3. Nephi 19:33-34).

In einer Vision, die dem Propheten Joseph Smith und seinem Mitarbeiter Sidney Rigdon 1832 zuteilwurde, beschreibt der Prophet, dass die Werke des Herrn groß und wunderbar sind und „… an Herrlichkeit und an Kraft und an Herrschaft alles Verständnis übersteigen;“ (Lehre und Bündnisse 76:114). Ihm wurde auch geboten, diese Dinge nicht niederzuschreiben, und dass es auch nicht recht sei, sie als Mensch auszusprechen. Warum? Weil es die menschlichen Fähigkeiten einfach übersteigt. Verstanden werden können diese Dinge nur von jenen, denen Jesus dieses Vorrecht gewährt mittels Hilfe des Heiligen Geistes (Lehre und Bündnisse 76:115-117). Was lerne ich daraus? Ich muss mein Herz für die Geheimnisse Gottes öffnen und ihn bitten, mir durch die Macht des Heiligen Geistes mein Verständnis zu erweitern. Wenn es dann im Sinne des Herrn ist, wird er mir entsprechend helfen zu verstehen. Ansonsten muss ich mich mit dem zufriedengeben, was aus Seiner Sicht für meinen Fortschritt momentan ausreichend ist.

Wie gehst du mit `geistigen Wahrheiten´ um, die deine Weisheit übersteigen (Matthäus 13:11)?

Damit ich in ihnen verherrlicht werde

(Bild: Quelle)

Jesus Christus betet alleine zu seinem Vater, abseits seiner amerikanischen Jünger, die auch am Tempel versammelt beteten (3. Nephi 19:25-26): „Vater, ich bete nicht für die Welt, sondern für jene, die du mir aus der Welt gegeben hast, wegen ihres Glaubens, damit sie in mir rein gemacht werden, damit ich in ihnen sei, wie du, Vater, in mir bist, damit wir eins seien, damit ich in ihnen verherrlicht werde.“ (3. Nephi 19:29).

Damit ich in ihnen verherrlicht werde. Auch schon in Jerusalem betete Christus für diejenigen, die ihm der Vater `aus der Welt´ – gemeint aus der Menge der Menschen, die Gottes Gebote nicht halten (2. Nephi 23:11) – gegeben hat (Johannes 17:6-9). Christus bittet seinen Vater, dass sie rein gemacht werden mögen und alle `eins´ seien – in Gedanken, Absichten und Zielen einig. Wie ist das nun mit dem `Verherrlicht werden´ zu verstehen?

Jemanden verherrlichen bedeutet so viel wie, ihm Ruhm zukommen zu lassen, ihn zu glorifizieren, zu lobpreisen, zu bejubeln, zu adeln oder zu ehren, seine Taten als großartig anerkennen. Jesus spricht u. a. darüber, wie er den Vater geehrt hat, ihm Ruhm hat zukommen lassen, nämlich dadurch, dass er das Sühnopfer vollbracht hat, wodurch der Plan der Erlösung verwirklicht werden konnte, den der Vater für seine Kinder ausgearbeitet hatte (3. Nephi 11:11). Wie wird nun Christus verherrlicht dadurch, dass diejenigen, die der Vater ihm aus der Welt gegeben hat, rein gemacht werden? All jene, die gereinigt sind, können in die Gegenwart Gottes eingehen, wodurch Sein Reich wächst. Jene ehren ihn für das, was er für sie vollbracht hat, bejubeln seinen Sieg über den Tod, lobpreisen ihn, anerkennen seine liebevollen Taten als großartig.

Wie kannst du dazu beitragen, dass Jesus Christus `verherrlicht´ wird? Eine Anregung kannst du hier finden.

Vater, ich danke dir, dass du jene rein gemacht hast, die ich erwählt habe

(Bild: Quelle)

Nachdem Jesus seine amerikanischen Jünger gesegnet hatte, forderte er sie auf, weiter zu beten (3. Nephi 19:26): „Und er wandte sich wieder von ihnen und ging eine kleine Strecke hinweg und beugte sich zur Erde nieder; und er betete abermals zum Vater, nämlich: 28  Vater, ich danke dir, daß du jene rein gemacht hast, die ich erwählt habe, wegen ihres Glaubens, und ich bete für sie und auch für die, die an ihre Worte glauben werden, damit sie durch den Glauben an ihre Worte in mir rein gemacht werden, ja, so wie sie in mir rein gemacht sind.“ (3. Nephi 19:27-28).

Vater, ich danke dir, dass du jene rein gemacht hast, die ich erwählt habe. Ein zweites Mal entfernte sich Jesus Christus eine kleine Strecke von seinen berufenen Jüngern, um für sich allein mit dem Vater zu sprechen. Wieder denke ich an das Gebet Jesu im Garten Getsemani. Auch dort „… ging er weg, zum zweiten Mal, und betete: Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, geschehe dein Wille.“ (Matthäus 26:42). Hier in Amerika dankte er nun seinem Vater für diejenigen seiner von ihm auserwählten Jünger, die aufgrund ihres Glaubens an ihn durch den Vater `rein gemacht´ worden sind.

Ich denke an den Vers, den wir im gestrigen Blogbeitrag betrachtet hatten, in dem es heißt: „… sie waren so weiß wie das Angesicht Jesu und auch seine Kleider; und siehe, deren Weiße übertraf alle Weiße, ja, es konnte sogar auf Erden nichts so Weißes geben wie deren Weiße.“ (3. Nephi 19:25). Wenn etwas so weiß aussieht, wie nichts auf Erden aussehen kann, dann muss es doch auch entsprechend `rein´ sein. Gemeint ist hier nicht nur eine äußerliche Reinheit, sondern vor allem eine innere, eine Reinheit des Geistkörpers. Woher rührt eine solche Reinheit? Durch das sinnbildhafte `Waschen mit dem Blut Jesu´ (1. Johannes 1:7; Mormon 9:6) und der Taufe mit Feuer und dem Geist (Lukas 3:16). Voraussetzung ist, dass ich in meinen Gedanken und Taten in jeglicher Hinsicht rein bin, wenn ich gesündigt habe, an Christus glaube, Umkehr übe, und die heiligen Handlungen des Evangeliums empfange (Taufe, Empfang des Heiligen Geistes …). Ich muss aber bedenken, dass dieses `Reinwaschen´ kein einmaliger Vorgang ist. So wie ich mich bei meiner täglichen Arbeit mehr oder weniger schmutzig mache, beschmutze ich mich auch immer wieder gedanklich. So, wie ich mich täglich wasche, muss ich dies auch im geistigen Sinne durch ständige Umkehr und Erneuerung meiner Bündnisse durch Teilnahme am Abendmahl tun.

Was unternimmst du, um durch das Blut Jesu reingewaschen zu werden?

Das Licht seines Angesichts leuchtete ihnen

Alpenglühen am Latemar in den Dolomiten
(Bild: Quelle)

Christus kam zu seinen Jüngern zurück, nachdem er selber etwas entfernt von ihnen auch zum Vater gebetet hatte (3. Nephi 19:24): „Und es begab sich: Jesus segnete sie, während sie zu ihm beteten; und sein Angesicht lächelte ihnen, und das Licht seines Angesichts leuchtete ihnen, und siehe, sie waren so weiß wie das Angesicht Jesu und auch seine Kleider; und siehe, deren Weiße übertraf alle Weiße, ja, es konnte sogar auf Erden nichts so Weißes geben wie deren Weiße.“ (3. Nephi 19:25).

Das Licht seines Angesichts leuchtete ihnen. Im Alten Testament sagt der Herr dem Mose, dass er Aaron und dessen Söhnen – sie waren diejenigen, die im Volk Israel die Priestertumsvollmacht ausübten (Exodus 29:4-9), sagen soll, dass sie die Israeliten in der Weise segnen sollten, indem sie zu ihnen sprechen: „Der HERR segne dich und behüte dich. 25 Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. 26 Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“ (Numeri 6:24-26).

Wenn eine starke Lichtquelle auf dich gerichtet ist, wird dessen Licht von deinem Körper reflektiert und du leuchtest auch. So war es auch bei den Jüngern in Amerika. Jesus Christus ist eine der stärksten Lichtquellen (Johannes 8:12; Markus 9:2-3). Als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes auf dem `Berg der Verklärung´ war, wurde sein irdischer Körper vor ihren Augen verwandelt: „… sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.“ (Matthäus 17:2). Wenn nun Jesus, und im Fall der Jünger in Amerika war Jesus schon auferstanden und hatte einen verherrlichten Körper, jemanden ansieht, so kann derjenige zum einen die Helle des Lichtes nicht ertragen, außer er wird von Jesus dafür bereit gemacht (Köstliche Perle Mose 1:11), und andererseits wird er selber dann auch sehr stark leuchten (Exodus 34:29) – denk nur an das `Alpenglühen´.

Wie stellst du dir das vor mit dem: „Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten“?

Sie machten nicht viele Worte

(Bild: Quelle)

„Und es begab sich: Als Jesus so zum Vater gebetet hatte, kam er zu seinen Jüngern, und siehe, sie fuhren immer noch fort, ohne Unterlaß, zu ihm zu beten; und sie machten nicht viele Worte, denn es wurde ihnen eingegeben, was sie beten sollten, und sie wurden von Verlangen erfüllt.“ (3. Nephi 19:24).

Sie machten nicht viele Worte. Woran muss ich denken, wenn ich diesen Vers lese? Zuerst daran, dass, als Jesus von seinem Gebet zum Vater zu seinen Jüngern zurückkam, sie nicht schliefen, wie Petrus, Jakobus und Johannes im Garten Getsemani (Matthäus 26:40). Diese Jünger hier in Amerika beteten immer noch ohne Unterlass. Und dabei muss ich daran denken, dass sie trotz `Betens ohne Unterlass´, nicht viele Worte machten. Wie konnte das sein, ohne Unterlass beten, aber keine vielen Worte machen?

Zum besseren Verständnis hilft mir eine Aussage Jesu aus der sogenannten Bergpredigt. Er spricht zur versammelten Menge u. a. über das Beten. Und bevor er das Mustergebet lehrt, sagte er: „Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.“ (Matthäus 6:7). Ich verstehe also das mit den vielen Worten so, dass ich nicht um ein und dieselbe Sache mit vielen Worten lange und aufwendig herumreden soll, ehe ich zum Punkt komme., denn der Vater weiß sowieso schon im Vorhinein, wessen ich bedarf (Matthäus 6:8). Ich soll mich beim Beten auf die Hilfe des Heiligen Geistes verlassen, der mir die Worte eingeben wird (Lehre und Bündnisse 46:30). Diese Erkenntnis kann ich natürlich auch auf andere Gesprächsarten als das Gebet anwenden. Meine Mitmenschen wären darüber sicherlich erfreut, wenn ich nicht lang aushole und `um den Brei herumrede´, sondern gezielt zur Sache komme. So manche Besprechung würde effizienter sein.

Wie schaffst du es, dass du zwar an alles bei deinen Gebeten denkst, und dennoch `nicht viele Worte machst´?

Damit ich in ihnen sei, wie du, Vater, in mir bist, damit wir eins seien

(Bild: Quelle)

Christus hat sich eine kleine Strecke von den betenden Nephiten entfernt (3. Nephi 19:19) und spricht selber mit seinem Vater: „Und nun, Vater, bete ich zu dir für sie und auch für all jene, die an ihre Worte glauben werden, damit sie an mich glauben, damit ich in ihnen sei, wie du, Vater, in mir bist, damit wir eins seien.“ (3. Nephi 19:23).

Damit ich in ihnen sei, wie du, Vater, in mir bist, damit wir eins seien. Was bedeutet diese Aussage, der wir auch noch einmal im Neuen Testament begegnen: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ (Johannes 17:21), übrigens auch in einem Gebet Jesu zu seinem Vater und zwar kurz bevor er mit seinen Jüngern in den Garten Getsemani ging, wo er für die Sünden der Welt gelitten hat. An einer anderen Stelle im Buch Mormon sagt der Herr: „… Ich bin im Vater und der Vater in mir, …“ (3. Nephi 9:15). Auch in neuzeitlicher Offenbarung spricht der Herr in solcher Weise zum Propheten der Wiederherstellung: „Und der Vater und ich sind eins. Ich bin im Vater und der Vater in mir; und insofern ihr mich empfangen habt, seid ihr in mir und ich in euch.“ (Lehre und Bündnisse 50:43).

Manch einer mag diese Aussagen missverstehen und denken, dass der Vater und der Sohn eine Person seien. Dann müssten wir allerdings auch zu dieser einen Person gehören, wie wir aus Johannes 17 herauslesen. `Alle sollen eins sein´ muss sich also auf etwas anderes beziehen. Wie wäre es die Aussagen dahingehend zu verstehen, dass wir alle in Gedanken, Absichten und Zielen eins werden sollen, wie Jesus und der Vater in allem einig sind? Lehi hilft uns die Aussagen richtig einzuordnen, als er seine Söhne auffordert: „…seid mit festem Vorsatz eines Sinnes und eines Herzens, einig in allem, …“ (2. Nephi 1:21). So können wir dann auch die Aussage: „und der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind ein Gott, unbegrenzt und ewig, ohne Ende. Amen.“ (Lehre und Bündnisse 20:28) richtig verstehen, die Gottheit ist nicht `in Person Eins´ (Dreieinigkeit), sondern `in Gedanken, Absichten und Zielen´.

Wo in den heiligen Schriften findest du Belege dafür, dass Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist getrennte Persönlichkeiten sind?

Jesus entfernte sich aus ihrer Mitte und ging eine kleine Strecke hinweg von ihnen

Während sie beteten, entfernte Jesus sich ein Stück von der Menschenmenge, kniete nieder und betete zum Vater im Himmel
(Bild: Quelle)

Nachdem sich die Menge auf Geheiß des Heilandes hingekniet hatte und die Jünger seinem Gebot entsprechend beteten (3. Nephi 19:17), begab sich Folgendes: „… Jesus entfernte sich aus ihrer Mitte und ging eine kleine Strecke hinweg von ihnen und beugte sich zur Erde nieder, und er sprach: 20  Vater, ich danke dir, daß du den Heiligen Geist denen gegeben hast, die ich erwählt habe; und es ist wegen ihres Glaubens an mich, daß ich sie aus der Welt erwählt habe. 21  Vater, ich bitte dich, du wollest den Heiligen Geist all denen geben, die an ihre Worte glauben werden.“ (3. Nephi 19:19-21).

Jesus entfernte sich aus ihrer Mitte und ging eine kleine Strecke hinweg von ihnen. Woher kenne ich eine ähnliche Situation bloß? Überleg bitte erst einmal, ob du es weißt, bevor du weiterliest. Ich denke an seinen letzten Aufenthalt im Garten Getsemani mit seinen Jüngern zusammen. Als sie nach dem letzten gemeinsamen Mahl dort angekommen waren, gebot er ihnen, zu beten, damit sie nicht in Anfechtung fallen würden. Selber „… entfernte er sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete:“ darum, dass der Vater den Kelch an ihm vorüber gehen lassen möge „… Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.“ (Lukas 22:41-42).

Hier bei den Nephiten nun bedankte er sich, dass der Vater seinen Erwählten den Heiligen Geist gegeben hat, und er bat darum, dass er ihn auch all denjenigen geben möge, die an die Worte seiner Erwählten glauben würden. Aus tiefstem Herzen bin ich dankbar dafür, denn mit seiner Hilfe werde ich alles Notwendige lernen, was ich tun muss, um wieder in die himmlische Heimat zurückkehren zu können (Johannes 14:26).

Was meinst du, muss man tun, um von Jesus Christus erwählt zu werden und auch den Heiligen Geist vom Vater zu bekommen?

Sie beteten zu Jesus

Christus gebot allen Nephiten, sich hinzuknien. Dann forderte er seine Jünger auf zu beten.
(Bild: Quelle)

Nachdem der auferstandene Jesus wieder zu den Nephiten kam, nachdem er zwischendurch zum Vater zurückgekehrt war, sprach er zu ihnen und gebot ihnen, sich niederzuknien, und seine Jünger sollten beten (3. Nephi 19:15-17): „Und siehe, sie fingen zu beten an; und sie beteten zu Jesus und nannten ihn ihren Herrn und ihren Gott.“ (3. Nephi 19:18).

Sie beteten zu Jesus. Warum beteten sie zu Jesus? Normalerweise haben wir doch von Christus gelernt, zu unserem himmlischen Vater zu beten, und zwar im Namen von Jesus Christus. (Matthäus 6:9; Johannes 16:23-24). Schon Adam wurde belehrt, Gott im Namen Jesu anzurufen (Köstliche Perle Mose 5:8). Im Neuen Testament stoße ich allerdings auch auf jemanden, der zu Jesus betet, Stephanus bei seiner Steinigung (Apostelgeschichte 7:59). Weitere Schriftstellen im Neuen Testament beschreiben sowohl das Beten zu Gott, als auch das Beten zu Jesus. Aus dem Buch Mormon lernen wir allerdings aus dem Mund Jesu selber, dass wir in seinem Namen zum Vater beten sollen (ein Beispiel: 3. Nephi 18:19-20).

Warum also haben die neu berufenen Jünger in Amerika nun zu Jesus Christus gebetet? Eine Antwort finde ich einige Verse später, als Jesus Christus selber zu seinem Vater betet: „… sie beten zu mir, weil ich bei ihnen bin.“ (3. Nephi 19:22). Ich bete zu unserem himmlischen Vater und nicht zu Jesus Christus, weil Jesus es uns so beigebracht hat und uns selber das Beispiel gab (Johannes 17:1).

Welche Erklärung hast du, dass im Fall der heutigen Schriftstelle oben, und im Fall des Stephanus, zu Christus gebetet wurde?