Alle, die an jene Überlieferungen glaubten, hingerichtet werden

In Mormons Zusammenfassung lesen wir weiter über die Geschehnisse vor der Geburt Jesu bei den Nephiten: „Nun begab es sich: Von den Ungläubigen war ein Tag festgesetzt worden, da alle, die an jene Überlieferungen glaubten, hingerichtet werden sollten, wenn das Zeichen nicht eintreten würde, das vom Propheten Samuel angegeben worden war. 10  Nun begab es sich: Als Nephi, der Sohn Nephis, diese Schlechtigkeit seines Volkes sah, war sein Herz überaus bekümmert.“ (3. Nephi 1:9-10).

Alle, die an jene Überlieferungen glaubten, hingerichtet werden. Samuel der lamanitische Prophet hatte zu seiner Zeit außer vielen Zeichen den Nephiten prophezeit, dass der Sohn Gottes in fünf Jahren geboren werden würde, um diejenigen, die an ihn glauben, zu erlösen (Helaman 14:1-2). Die fünf Jahre waren nun wohl fast vorüber und die Ungläubigen setzten sich über die anderen Zeichen, die schon geschehen waren hinweg, konnten es nicht mehr abwarten und dachten, dass Samuel kein Prophet Gottes sein konnte. Sie wollten einen von ihnen festgesetzten Tag abwarten und wenn sich bis dahin nichts getan haben wird, wollten sie diejenigen, die an die Überlieferung Samuels glaubten hinrichten.

Solch eine Androhung kann einen Gläubigen dann schon etwas unter Druck setzen. So ging es jedenfalls Nephi dem Jüngeren, Sohn Nephis, des Sohnes Helamans (3. Nephi 1:2). Was bleibt einem in solcher Situation übrig, als standhaft im Glauben zu bleiben, und den Herrn anzuflehen, etwas zu unternehmen. So tat es dieser Nephi. Er „… schrie mächtig zu seinem Gott für sein Volk, …“.(3. Nephi 1:11). Ich lerne, dass eine solche Anstrengung, Nephi schrie nämlich den ganzen Tag mächtig zum Herrn, nicht unerhört bleibt, denn, „… die Stimme des Herrn erging an ihn, …“ (3. Nephi 1:12). Ich weiß natürlich nicht, ob er den ganzen Tag ununterbrochen zum Herrn schrie. Das habe ich sicherlich noch nicht geschafft. Aber wenn mir etwas wichtig war, habe ich schon zwischen meiner Tagesarbeit, immer und immer wieder meine Knie gebeugt, und den Herrn `formell´ um etwas Bestimmtes angerufen, im innersten auch geschrien. Zwischendurch auch nur in Gedanken, also `informell´. Glücklicherweise noch nie unter dem Druck der Androhung der Hinrichtung. In welchen Situationen hast du schon `mächtig zum Herrn geschrien´?

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Dass sie wissen würden, dass ihr Glaube nicht unnütz gewesen war

Heute betrachte ich nochmals den Vers aus dem gestrigen Blogbeitrag, aber unter einem anderen Gesichtspunkt: „Aber siehe, sie warteten standhaft auf den Tag und die Nacht und den Tag, die wie ein Tag sein sollten, als ob es keine Nacht gäbe, so daß sie wissen würden, daß ihr Glaube nicht unnütz gewesen war.“ (3. Nephi 1:8).

Dass sie wissen würden, dass ihr Glaube nicht unnütz gewesen war. Von Arthur Schopenhauer (*1788 †1860, Autor, Hochschullehrer und deutscher Philosoph) stammt folgende Lebensweisheit: „Glauben und Wissen verhalten sich wie die zwei Schalen einer Waage: In dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.“ Glauben und Wissen hängen offensichtlich miteinander zusammen. Zunächst ist da der Glaube an jemanden oder etwas. Ich halte zum Beispiel die Verheißungen, die auf das Halten des Gesetzes des Zehnten ausgesprochen wurden für wahr – glaube also daran, dass sich die Segnungen einstellen werden, wenn ich meinen Zehnten so zahle, wie der Herr es fordert (Maleachi 3:10; 3. Nephi 24:10). Mein Glauben motiviert mich nun zu handeln – ich zahle meinen Zehnten. Wenn sich dann die versprochenen Segnungen einstellen, erkenne ich, dass die Verheißungen Gottes wahr sind und aus meinem Glauben wird Wissen.

Wenn ich nun jeden Evangeliumsgrundsatz auf diese Weise befolge, sammle ich die Erfahrung: Die gegebenen Verheißungen des Haltens der Evangeliumsgrundsätze von Jesus Christus sind wahr. Mein Wissen wird mehr und mehr vollkommen und mein Glauben ruht mehr und mehr (Alma 32:34). Auf diese Weise kann ich, entgegen so manchem Skeptiker und auch Wissenschaftler, mit Bestimmtheit sagen: Ich weiß, dass Gott lebt. Damit verbunden weiß ich, dass er die Fülle seines Evangeliums, und seine Kirche, durch Joseph Smith auf Erden wiederhergestellt hat (lies gerne hier).

Justitia mit Waage in der Hand, Gerechtigkeit

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Sie warteten standhaft auf den Tag und die Nacht und den Tag, die wie ein Tag sein sollten

Über die Gläubigen in Zarahemla berichtet Mormon: „Aber siehe, sie warteten standhaft auf den Tag und die Nacht und den Tag, die wie ein Tag sein sollten, als ob es keine Nacht gäbe, so daß sie wissen würden, daß ihr Glaube nicht unnütz gewesen war.“ (3. Nephi 1:8).

Sie warteten standhaft auf den Tag und die Nacht und den Tag, die wie ein Tag sein sollten. Samuel der lamanitische Prophet hatte dem Volk in Zarahemla vor fünf Jahren prophezeit, dass eines der Zeichen der Geburt des Heilandes eine Abfolge zweier Tage mit einer dazwischenliegenden taghellen Nacht sein würde (Helaman 14:2-4). Nun war die Zeit gekommen und die Ungläubigen freuten sich schon, dass sich diese Prophezeiung nicht erfüllen würde.

Genauso ergeht es uns in diesen letzten Tagen vor dem zweiten Kommen Jesu (Matthäus 16:27; Apostelgeschichte 1:11). Er hat uns nicht in Unkenntnis darüber gelassen, welche Geschehnisse auf sein Kommen hindeuten sollen (Matthäus 24; Joseph Smith – Matthäus 1). Im Gegensatz zur Offenbarung des Samuel ist uns hierfür aber weder der Tag noch die Stunde offenbart worden (Matthäus 24:36;). Uns sind nur Begleitumstände mitgeteilt, auf die wir achten sollen. Und wenn diese eintreten, dann würden wir wie bei dem Feigenbaum, der ganz nah vor dem Sommer seine Blätter sprießen lässt, wissen, dass sein Kommen kurz bevorsteht (Joseph Smith – Matthäus 1:38-41). Vielleicht gut so, dass kein genaues Datum angegeben ist, ansonsten könnte es wohl auch sehr beängstigend werden, wie bei dem Volk in Zarahemla. Ich will gerne vorbereitet sein wie die fünf klugen Jungfrauen (Matthäus 25:1-13), denn dieser Tag wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht (2. Petrus 3:10). Welche Zeichen Seines zweiten Kommens siehst du, die sich schon erfüllt haben bzw. sich gerade erfüllen?

Wirst du das Zweite Kommen Jesu Christi überleben?

Das zweite Kommen Jesu Christi
(Bild: Quelle)

Sie brachten einen großen Aufruhr im ganzen Land zuwege

Mormon lässt uns in seiner Zusammenfassung der gesammelten Berichte, über die Zeit nach Samuel dem Lamaniten beim Volk im Land Zarahemla, wissen: „Und es begab sich: Sie brachten einen großen Aufruhr im ganzen Land zuwege; und das Volk, das Glauben hatte, fing an, sehr besorgt zu sein, daß das, was gesagt worden war, sich irgendwie nicht ereignen würde.“ (3. Nephi 1:7).

Sie brachten einen großen Aufruhr im ganzen Land zuwege. Ich muss an den Beginn der Richterzeit, etwa fünfundachtzig Jahre zurückliegend, denken. Die Richter wurden je nach Zeitaufwand des zu behandelnden Falles bezahlt und waren selbstredend darauf bedacht, so gut wie möglich beschäftigt zu sein. Was war dafür notwendig? Streit unter den Menschen. Was tun? Nichts einfacher als das: Unruhe stiften (Alma 11:20). Und schon lief das Geschäft. Auch zu Jesu Zeiten gab es Unruhestifter. Es waren die ungläubigen Juden, die die Heiden gegen ihre Brüder aufhetzten (Apostelgeschichte 14:2). Auch in Thessalonich wiegelten sie das Volk auf (Apostelgeschichte 17:13).

Ich muss an Aufruhr in unserer Zeit und auch unserer näheren Umgebung denken, der auch durch Unruhestifter, Aufwiegler, verursacht wird. Da gibt es Menschen, die nur auf gewalttätige Auseinandersetzung aus sind, Krawallmacher. Sie reisen aus weit entfernten Gegenden an, aus allein diesem einen Grund, ihren Drang nach gewalttätiger Auseinandersetzung zu befriedigen – Krawallmacher, Unruhestifter, Aufwiegler. Solche Menschen gibt es auch heute nicht nur `in der Welt´, sondern auch in der Kirche, wie zuzeiten der Menschen im alten Amerika. Sie wollen auch, dass das Kirchenvolk `verwirrt´ wird und z. B. die Aussagen der lebenden Propheten als nicht von Gott kommend ansehen sollte. Ich lasse durch solche Menschen mein Herz nicht verwirren. Ich glaube fest an Gott und den, den er zu unserer Errettung gesandt hat (Johannes 14:1) und an seine berufenen Diener, die heute in seinem Namen sprechen. Paulus sagt den Mitgliedern der Kirche in der römischen Provinz Galatia, dass derjenige, egal wer, der verwirrt, das Urteil zu tragen haben wird (Galater 5:10). Wie stehst du zu Aufrührern?

Vor allem im Schanzenviertel randalierten Linksradikale. Sie zündeten Autos an, bewarfen Polizisten mit Steinen.

(Bild: Quelle)

Da fingen die Prophezeiungen der Propheten an, sich in zunehmendem Maße zu erfüllen

Mormon berichtet uns in seiner Zusammenfassung weiter über die Zeit nach Samuel dem Lamaniten, der ja dem Volk in Zarahemla viele Zeichen bezüglich der Geburt und dem Tod von Jesus Christus prophezeite: „Und es begab sich: Zu Beginn des zweiundneunzigsten Jahres, siehe, da fingen die Prophezeiungen der Propheten an, sich in zunehmendem Maße zu erfüllen; denn größere Zeichen und größere Wundertaten fingen an, unter dem Volk gewirkt zu werden. 5  Aber es gab einige, die anfingen zu sagen, die Zeit sei vorbei, daß sich die Worte erfüllen könnten, die von Samuel dem Lamaniten gesprochen worden waren.“ (3.Nephi 1:4-5).

Da fingen die Prophezeiungen der Propheten an, sich in zunehmendem Maße zu erfüllen. Einige Zeichen haben Teile des Volkes wohl nicht als solche verstanden und haben zudem gemeint, dass die zeitliche Angabe, die Samuel in seinen Prophezeiungen machte, schon vorüber war, und somit seine Vorhersagen offensichtlich jeglicher Grundlage entbehrten (Helaman 14:2-3). Sie freuten sich, wähnten sich selber schon im Recht und meinten, dass der Glaube ihrer Brüder unnütz war (3. Nephi 1:6).

Wenn die Zeit der Erfüllung einer Prophezeiung so nahe ans Geschehen heranrückt und sich das Hauptereignis noch nicht erfüllt hat, kann man schon als Glaubender ins Wanken geraten, insbesondere wenn andere einem weis machen wollen, dass man an falsche Aussagen geglaubt hat. Es wäre aber fatal, sich von solchen Menschen vom Vertrauen in prophetische Aussagen abbringen zu lassen. Wie heißt es doch in einer deutschen Redensart so richtig: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“. Diese Redensart wendet sich gegen die kurzsichtigen Jubler, die meinen, den Triumph schon errungen zu haben, obwohl die Sache noch nicht abgeschlossen ist. Wie befriedigend ist es dann doch, wenn sich dessen Freude als verfrüht erweist. So halte ich mich lieber an das Zeugnis, das Alma seinem Sohn Helaman um die 74 v. Chr. gab: „… wer auch immer sein Vertrauen in Gott setzt, der wird in seinen Prüfungen und seinen Mühen und seinen Bedrängnissen gestärkt und wird am letzten Tag emporgehoben werden.“ (Alma 36:3). Wir werden im weiteren Verlauf der Geschichte sehen, wer hier als Letztes lacht. Wie stehst du zu `kurzsichtigen Jublern´?

Wer zuletzt lacht, lacht am besten

(Bild: Quelle)

Nephi, der Sohn Helamans, war aus dem Land Zarahemla weggezogen

Darüber, wie die heiligen Dinge der Nephiten von einer Generation auf die nächste übergeben wurden, berichtet Mormon: „Und Nephi, der Sohn Helamans, war aus dem Land Zarahemla weggezogen und hatte seinem Sohn Nephi, der sein ältester Sohn war, die Verantwortung übertragen in bezug auf die Platten aus Messing und alle Aufzeichnungen, die geführt worden waren, und alles das, was seit dem Wegzug Lehis aus Jerusalem heiliggehalten worden war. 3  Dann zog er aus dem Land weg, und wohin er ging, weiß kein Mensch; und sein Sohn Nephi führte die Aufzeichnungen an seiner Statt, ja, die Aufzeichnung von diesem Volk.“ (3. Nephi 1:2-3).

Nephi, der Sohn Helamans, war aus dem Land Zarahemla weggezogen. Er kehrte auch nicht wieder in seine Heimat Zarahemla zurück. Wo er geblieben ist, ist uns nicht überliefert (3. Nephi 2:9). Nephi der Jüngere, dem sein Vater Nephi, all die heiligen Dinge übergeben hatte, wurde später einer der zwölf nephitischen Jünger, die der Herr nach seiner Auferstehung und seinem Besuch auf dem amerikanischen Kontinent, berief. Dieser Nephi hatte vorher sogar seinen Bruder Timotheus von den Toten erweckt (3. Nephi 19:4). Er diente seinem Volk mit Macht und großer Vollmacht (3. Nephi 7:17) und er war es, der nun gewissenhaft die Aufzeichnungen weiterführte, die ihm sein Vater übergeben hatte.

Ich nehme mir an diesem Nephi ein Beispiel in Bezug auf den Dienst an meinen Mitmenschen. Ich bin bestrebt, auch mit Macht und Vollmacht zu dienen. Macht nicht im Sinne des Ausübens von Zwang auf Mitmenschen. Nein, Macht, die man durch Glauben an den Sohn Gottes erhält (1. Nephi 10:17). Also Macht im Sinne von der Fähigkeit Gutes zu tun, verbunden mit dem Ausüben der Vollmacht, die mir vom Herrn übertragen worden ist, in seinem Namen Handeln zu dürfen. So nutze ich jede Gelegenheit, die sich mir eröffnet, meinen Mitmenschen Gutes zu tun. In welchem Sinn übst du Macht aus?

Ein Gemälde von Kenneth Riley von Joseph Smith, der in einem Baumhain kniet und das Melchisedekische Priestertum durch Peter, James und John in der Nähe von Oliver Cowdery empfängt.

Die Vollmacht des Priestertums wiederhergestellt
(Lehre und Bündnisse 27:12-13; Bild: Quelle)

Es war in dem Jahr, da Lachoneus der oberste Richter und der Regierende des Landes war

Mormon teilt uns in seiner Zusammenfassung der einzelnen Berichte als Nächstes mit: „Nun begab es sich: Das einundneunzigste Jahr war vergangen, und es war sechshundert Jahre seit der Zeit, da Lehi Jerusalem verlassen hatte; und es war in dem Jahr, da Lachoneus der oberste Richter und der Regierende des Landes war.“ (3. Nephi 1:1).

Es war in dem Jahr, da Lachoneus der oberste Richter und der Regierende des Landes war. Wir wenden uns nun, nach dem Auftritt des lamanitischen Propheten Samuel, der den genauen Zeitpunkt der Geburt und des Todes Jesu, und die jeweils vorhergehenden Ereignisse, dem Volk in Zarahemla prophezeit hatte, einem weiteren Propheten des Herrn zu: Lachoneus.

Zunächst erfahren wir, dass Lachoneus zu der Zeit, da auf der östlichen Hemisphäre der Heiland geboren wurde, oberster Richter der Nephiten und regierender des Landes war. Er hatte einen Sohn gleichen Namens, der ihm um die 29 n. Chr. in diesen Ämtern folgte (3. Nephi 6:19). Wir erfahren, dass Lachoneus ein gerechter Mann und Prophet Gottes war (3. Nephi 3:12,16). Während seiner Regierungszeit war er überwiegend damit beschäftigt, sein Volk zur Rechtschaffenheit aufzurufen um es erfolgreich vor den Angriffen der Gadiantonbande mithilfe des Herrn zu behaupten (3. Nephi 3:9-10). Was wir von ihm für unsere Zeit lernen können, beschrieb der verstorbene Prophet der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Ezra Taft Benson so: „Im Buch Mormon finden wir ein Muster für die Vorbereitung auf das Zweite Kommen. Ein großer Teil des Buches konzentriert sich auf die wenigen Jahrzehnte kurz vor Christi Ankunft in Amerika. Durch sorgfältiges Studium dieser Zeitspanne können wir feststellen, warum einige in den schrecklichen Urteilen, die Seinem Kommen vorausgingen, zerstört wurden und was andere dazu brachte, im Tempel des Landes Bountiful zu stehen und ihre Hände in die Wunden seiner Hände und Füße zu stecken. “ (Ensign , November 1986, in Englisch Absatz beginnend mit: „And there is example after example …“). Gerne will ich aus diesem Zeitabschnitt lernen, wie ich mich erfolgreich auf das zweite Kommen Christi vorbereiten kann, indem ich mich gegen die Angriffe des Widersachers stark mache. Warum denkst du, hilft uns dieser Bericht im 3. Nephi bei einer solchen Vorbereitung?

Lachoneus

Stellt Lachoneus, den obersten Richter der Nephiten dar
(Bild: Quelle)

Ungeachtet der Zeichen und der Wunder … erlangte der Satan großen Einfluss

Mit dieser Feststellung Mormons über den Zustand des Volkes beendet er die Zusammenfassung der Aufzeichnungen Helamans und seiner Söhne (Helaman16:25): „Und ungeachtet der Zeichen und der Wunder, die unter dem Volk des Herrn gewirkt wurden, und der vielen Wundertaten, die sie vollbrachten, erlangte der Satan großen Einfluß auf das Herz des Volkes auf dem ganzen Antlitz des Landes.“ (Helaman 16:23).

Ungeachtet der Zeichen und der Wunder … erlangte der Satan großen Einfluss. Zeichen sind allgemein etwas, was auf etwas anderes hindeutet. So ist z. B. die `eherne Schlange´, die Mose an einer Stange aufrichten sollte (Numeri 21:8-9), ein Zeichen für die Art und Weise, wie Christus hingerichtet werden sollte. Blickte ein Israelit auf sie, wurde er vom Biss der Schlange geheilt. Dies wiederum ist ein Zeichen dafür, dass derjenige, der auf Christus blickt, ewiges Leben erhalten wird (Helaman 8:14-15). Ein Wunder ist ein außergewöhnliches Ereignis, welches durch die Macht Gottes bewirkt wird. So hat Christus während seines Erdendaseins viele Wunder gewirkt, wie Heilungen, Auferweckung vom Tode, das größte, die Auferstehung (beachte: Auferweckung und Auferstehung sind zwei unterschiedliche Dinge).

Das Volk in Zarahemla ließ es ungeachtet der vielen Zeichen und Wunder, die unter ihnen geschahen zu, dass Satans Einfluss auf sie größer war, als der Gottes. Warum? Weil sie sich auf ihre eigene Stärke und Weisheit verließen, stolz wurden und sich ihr Herz gegenüber den Einflüsterungen des Heiligen Geistes verhärtete (Helaman 16:15). Auch heute geschehen Zeichen und Wunder. Eines der größten ist die Vergebungsbereitschaft unseres Gottes, die wir uns auch aneignen müssen. Wenn wir das tun, erleben wir Wunder (lies hier). Ich lerne daraus, dass ich `Weichspüler´ einsetzen muss, wenn ich mein Herz nicht verhärten will. Dieser `Weichspüler´ ist für mich das tägliche gebeterfüllte Schriftstudium. Dadurch fühle ich mich immer wieder ermuntert, `eine mächtige Wandlung in meinem Herzen´ zuzulassen (Alma 5:14). Welchen `Weichspüler´ benutzt du?

(Bild: Quelle)

Er ging umher und verbreitete Gerüchte und Streitigkeiten

Über das Volk in Zarahemla, nach Samuels Auftritt auf der Mauer, erfahren wir von Mormon weiter: „Und vieles mehr ersann das Volk in seinem Herzen, was töricht und unnütz war; und sie waren sehr beunruhigt, denn der Satan stachelte sie auf, beständig Übles zu tun; ja, er ging umher und verbreitete Gerüchte und Streitigkeiten auf dem ganzen Antlitz des Landes, um dem Volk das Herz zu verhärten gegen das Gute und gegen das, was kommen würde.“ (Helaman 16:22).

Er ging umher und verbreitete Gerüchte und Streitigkeiten. So manch einer ist ganz mit der Frage beschäftigt: Wie kann ich in meinem Umfeld am besten Interesse erregen und dadurch Aufmerksamkeit erzielen? Ich muss soziale Bedürfnisse nach Nähe und Übereinkunft bedienen. Dies gelingt mir am besten, indem ich durch vermeintliche Geheimnisse eine `Gemeinschaft der Wissenden´ herstelle, die über Schadenfreude oder moralische Entrüstung gestärkt wird, also `Gerüchte´ in Umlauf bringe. Hierzu stelle ich gegenüber einem anderen eine Tatsachenbehauptung oder These auf, die wahr, halbwahr oder unwahr sein kann. Ist dieses Gerücht entsprechend gut gestreut, entwickelt sich auch meist Streit.

Urheber dieser Art von Gemeinschaftsbildung ist Satan. Sein Ziel dabei ist es, die Menschen gegen Gott und alles Gute aufzubringen. So lesen wir in der Lebensgeschichte von Joseph Smith ein prominentes Beispiel. Joseph Smith hat diese seine Lebensgeschichte aus dem Grund geschrieben, weil übelgesinnte, mittels falscher Gerüchte, der Gründung und dem Fortschritt der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage entgegenwirken wollten (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:1). Was hat das Ganze mit mir zu tun? Ich muss aufpassen, dass mein Drang nach Beliebtheit mich nicht veranlasst, falsche Gerüchte in die Welt zu setzen, denn ein deutsches Sprichwort besagt: „Eine Lüge hat kurze Beine, aber ein Gerücht hat Flügel.“ Wie gehst du mit Gerüchten um?

geräteschuppen


(Bild: Quelle; Text eingefügt)

Sie werden durch die Schlauheit und die geheimnisvollen Künste des Bösen irgendein großes Geheimnis bewirken

Über den Inhalt der Streitgespräche, die sowohl Nephiten, als auch Lamaniten in Zarahemla führten (Helaman 16:17-18), nachdem Samuel der Lamanite ihnen vom Kommen Jesu Christi gepredigt hatte (Helaman 16:1-2), erfahren wir durch Mormon: „Und sie werden durch die Schlauheit und die geheimnisvollen Künste des Bösen irgendein großes Geheimnis bewirken, das wir nicht verstehen können, und das wird uns niederhalten, so daß wir die Knechte ihrer Worte sind, und auch ihre Knechte, denn wir hängen dann von ihnen ab, daß sie uns das Wort lehren; und so werden sie uns alle Tage unseres Lebens in Unwissenheit halten, wenn wir uns ihnen überlassen.“ (Helaman 16:21).

Sie werden durch die Schlauheit und die geheimnisvollen Künste des Bösen irgendein großes Geheimnis bewirken. Albert Einstein sagte: „Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle.“ Geheimnisvolles animiert doch es zu lüften, herauszufinden, was dahintersteckt. Ich denke wieder an meine Kindheit in Berlin, als ich hinter das Geheimnis des Paternosters kommen wollte. Es reizte mich, herauszufinden, ob ich, wenn ich nach der letzten Etage drinnen blieb, kopfüber auf der anderen Seite herunterfahren würde. Handelte es sich um eine geheimnisvolle Kunst des Bösen?

Bei dem Gespräch der Ungläubigen in Zarahemla ging es natürlich um eine andere Anschuldigung gegenüber ihrer Vorfahren. Ich muss an einen der sechs Wehrufe über das sündige Volk denken: „Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.“ (Jesaja 5:20). Ich werde auch in heutiger Zeit davor gewarnt, Tatsachen zu verdrehen, Gutes als Böse anzusehen und umgekehrt (Lehre und Bündnisse 64:16). Ich darf in meinem Herzen nicht nach Bösem trachten, das worin Gutes ist, nicht als Böse verurteilen. So könnte ich ganz leicht versucht sein, gutgemeinte Handlungen eines Mitmenschen unbedacht als Intrige zu betrachten und entsprechend falsch zu reagieren. Ich muss immer daran denken, dass ich nicht unbedingt die Beweggründe des Handelnden kenne. Noch schlimmer wird es, wenn ich die Handlungen der Diener des Herrn als sündig hinstelle, obwohl sie das getan haben, was in den Augen des Herrn recht war (Lehre und Bündnisse 121:16). Wie kann es dir passieren, Gutes als Böses hinzustellen und umgekehrt?

denkARTen 061 - Man muß die Tatsachen...

(Bild: Quelle)