Sich des Herrn, seines Gottes, zu erinnern

Die Gadiantonräuber richteten unter dem Volk große Vernichtung an (Helaman 11:33). „Nun stachelte dieses große Übel, das über das Volk kam wegen seiner Übeltaten, es wiederum auf, sich des Herrn, seines Gottes, zu erinnern.“ (Helaman 11:34).

Sich des Herrn, seines Gottes, zu erinnern. Wenn um dich herum Mord und Totschlag passieren, ja sogar dein Mann/deine Frau und deine Kinder entführt werden, ist es wohl nur verständlich, dass große Furcht über dich kommen wird, und ebenso über all die Leidensgenossen um dich herum (Helaman 11:32). Wieder erkennen wir, dass unter besonders schwierigen Lebensumständen die Menschen sich daran erinnern, dass es einen Gott gibt und eine `letzte Hoffnung´ keimt in ihnen auf, dass er derjenige ist, der ihnen helfen könnte.

Pythagoras von Samos (griechischer Mathematiker und Philosoph *um 570 v. Chr. auf Samos, Griechenland; † nach 510 v. Chr. in Metapont, Italien), ja der, von dem der nach ihm benannte Satz stammt – der `Satz des Pythagoras´, formulierte auch den folgenden Satz: „Gegen die Schmerzen der Seele gibt es nur zwei Heilmittel: Hoffnung und Geduld.“ Hoffnung, eine positive Erwartung in jemanden. Und diese positive Erwartung wird, wenn es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt, in Gott gesetzt. Ich ziehe gerne ständig, egal ob ich mich in einer ganz normalen Lebenssituation befinde, oder ob ich mich in hoffnungslos erscheinenden Umständen befinde, Hoffnung aus der Schrift, so wie es Paulus in seinem Brief an die Römer formulierte: „Denn alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schriften Hoffnung haben.“ (Römer 15:4). In welchen Situationen erinnerst du dich des Herrn deines Gottes und setzt Hoffnung auf Hilfe in ihn?

hoffnung(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Sie waren die Ursache, dass auf dem Antlitz des ganzen Landes große Furcht über das Volk kam

Die Gadiantonräuber setzten ihr Vernichtungswerk fort. Zwischendurch zogen sie sich immer wieder in ihre Verstecke in den Bergen und in der Wildnis zurück. So gelang es dem rechtschaffenen Teil des Volkes nicht, sie auszurotten (Helaman 11:27-31). „Und es begab sich: So endete dieses Jahr. Und die Räuber nahmen noch immer zu und wurden stark, so sehr, daß sie den gesamten Heeren der Nephiten und auch der Lamaniten Trotz boten; und sie waren die Ursache, daß auf dem Antlitz des ganzen Landes große Furcht über das Volk kam.“ (Helaman 11:32).

Sie waren die Ursache, dass auf dem Antlitz des ganzen Landes große Furcht über das Volk kam. Die Räuberbande war in der Lage einen `Guerillakrieg´ zu führen. Sie operierten aus ihren Verstecken in den Bergen und in der Wildnis heraus. Sie konnten selber festlegen, wann sie aus ihrer Sicherheit heraus wo einen Blitzangriff starten konnten, um sich ebenso schnell wieder dorthin zurückzuziehen. So waren sie nur sehr schwer erfolgreich zu bekämpfen. Sie konnten aus dem Nichts auftauchen und ebenso schnell wieder verschwinden. Immer mehr Teile der Bevölkerung beteiligten sich an diesem Guerillakrieg.

Guerillakriege werden u. a. geführt, wenn man sich außer Stande sieht, seine politischen und sozialen Forderungen rechtmäßig durchsetzen zu können. Die Gadiantonräuber hatten das Ziel die Mitglieder der Kirche des Herrn zu beherrschen. Und das konnten sie mit den bestehenden Gesetzen nicht erreichen. Auch im Alten Testament lesen wir über die Anwendung von Guerillataktik. Mattatias wandte sie an, als es darum ging, sich gegen heidnische Opfer zur Wehr zu setzen, die König Seleukos I von den Juden verlangte. Mattatias sammelte Gesetzestreue und floh mit diesen in die Berge, um sich neu zu konstituieren und sich von nun an mittels Guerillataktik, mit gezielten Einzelangriffen, die Autorität der Seleukiden in den einzelnen Orten zu untergraben, ohne selbst ein eigenes Heer aufzustellen (1. Makkabäer 2:15-28). Wie bei Allem, so gibt es auch in der Guerillataktik zwei Seiten einer Medaille. Dessen ungeachtet bevorzuge ich friedliche Einigungen bezüglich des Gesetzes Gottes. Für uns Privatpersonen eher zu berücksichtigen: das `Guerilla-Marketing´. Es handelt sich hierbei um Vermarktungsaktionen, die mit geringem Mitteleinsatz eine große Wirkung versprechen. Hierbei handelt es sich um „verschiedene kommunikationspolitische Instrumente, die darauf abzielen, mit vergleichsweise geringen Kosten bei einer möglichst großen Anzahl von Personen einen Überraschungseffekt zu erzielen, um so einen sehr hohen Guerilla-Effekt (Verhältnis von Werbenutzen und -kosten) zu erzielen“ (Hutter/Hoffmann; 2011) Welche Beispiele von Anwendungen der Guerillatechnik in den Heiligen Schriften oder im täglichen Leben kennst du?

guerilla marketingBeispiel für Guerilla-Marketing
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Sie suchten alle die geheimen Pläne Gadiantons hervor

Über die Abtrünnigen (Helaman 11:24) heißt es weiter: „Und so wurden sie im Laufe der Zeit, ja, selbst im Zeitraum von nicht vielen Jahren, zu einer überaus großen Räuberbande; und sie suchten alle die geheimen Pläne Gadiantons hervor, und so wurden sie Gadiantonräuber.“ (Helaman 11:26).

Sie suchten alle die geheimen Pläne Gadiantons hervor. Gadianton war ein gerissener Typ, der das geheime Werk des Raubens und Mordens beherrschte (Helaman 2:4) und mit Kischkumen zusammen eine Vereinigung gründete, die durch Eide aneinander gebunden war, um die bösen Ziele der Gruppe umzusetzen.

Geheime Pläne wurden mithilfe Satans schon früh entworfen (Köstliche Perle 5:51), umgesetzt und von Gerechten zurückgehalten (Alma 37:29), kamen aber bis in die heutige Zeit immer wieder zum Tragen. Dahinter steckt niemand anders, als der Teufel, der Vater aller Lügen (2. Nephi 2:9). Ich bin dankbar, dass ich mit solchen geheimen Banden noch nichts zu tun bekommen habe und auch nicht in deren Nähe zu leben brauche. Der Herr hat gesagt, dass er sie vernichten muss (2. Nephi 10:15). In welchem Zusammenhang hast du schon mal Erfahrung mit geheimen Bünden gemacht?

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Darum begannen sie einen Krieg gegen ihre Brüder

„Und es begab sich: Im achtzigsten Jahr der Regierung der Richter über das Volk Nephi gab es eine gewisse Anzahl von Abtrünnigen aus dem Volk Nephi, die einige Jahre zuvor zu den Lamaniten übergelaufen waren und den Namen Lamaniten auf sich genommen hatten, und auch eine gewisse Anzahl von wirklichen Abkömmlingen der Lamaniten, die von ihnen, oder von jenen Abtrünnigen, zum Zorn aufgestachelt wurden, darum begannen sie einen Krieg gegen ihre Brüder.“ (Helaman 11:24).

Darum begannen sie einen Krieg gegen ihre Brüder. Kaum hatte das Volk wegen seiner Umkehr Krieg, aufgrund Abwendung der von Nephi vom Herrn erbetenen Hungersnot (Helaman 11:1-2), beigelegt, da fingen Abtrünnige sieben Jahre danach wieder an Zorn zu schüren und Krieg zu beginnen.

Abtrünnigkeit bedeutet, dass jemand treulos geworden ist, von der Lehre abgefallen. Derjenige verhält sich gegenüber jemandem illoyal, ist untreu. Häufig werden Menschen aus den unterschiedlichsten Beweggründen, dem Herrn, seinem Evangelium und seiner Kirche untreu. Im Alten Testament lesen wir, dass das Volk des Herrn diesem immer wieder untreu wurde. Die führenden Männer und Priester, begingen Untreue, indem sie die Gräueltaten ihrer Nachbarvölker nachahmten und sogar sein Haus entweihten (2. Chronik 36:14). Ich lerne daraus, dass ich als jemand, der im Werk des Herrn Aufgaben erfüllen darf, den Mitmenschen kein schlechtes Beispiel sein darf, weil sie sich an mir orientieren und ich sie durch mein Verhalten zur Untreue anstiften würde. Ich mache mich dann mitschuldig, dass sie vom wahren Glauben abfallen und ggf. das ewige Leben verlieren. Ich bin dann ein Mitstreiter des Teufels. Wie kann ich mich davor hüten? Ich darf mein Herz nicht vom Herrn abwenden (Deuteronomium 29:17), muss deshalb eifrig und gebeterfüllt in den Heiligen Schriften arbeiten, darüber nachsinnen, um zu verstehen und dann richtig anzuwenden. Wie wendest du Abtrünnigkeit ab?

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Die die wahren Punkte der Lehre kannten, weil sie täglich viele Offenbarungen hatten

„Und im neunundsiebzigsten Jahr fing viel Zwist an. Aber es begab sich: Nephi und Lehi und viele ihrer Brüder, die die wahren Punkte der Lehre kannten, weil sie täglich viele Offenbarungen hatten, predigten darum dem Volk, so daß sie dessen Zwist im gleichen Jahr ein Ende setzten.“ (Helaman 11:23).

Die die wahren Punkte der Lehre kannten, weil sie täglich viele Offenbarungen hatten. Ganz klar, dass diejenigen, die Offenbarung empfangen, auch die wahren Punkte der Lehre kennen. Aber wie kommen Nephi und Lehi und viele ihrer Brüder dazu, täglich viele Offenbarungen zu empfangen? Von Ammon, dem Sohn König Mosias, der zwischen 90 und 77 v. Chr. Mit seinen Brüdern bei den Lamaniten eine Mission erfüllte und viele Menschen bekehrte (Alma 26:1-8), bekommen wir die Antwort auf diese Frage: Weil sie umgekehrt waren,, Glauben ausübten, gute Werke hervorbrachten und ohne Unterlass beteten. Solchen ist es nämlich geben, die Geheimnisse Gottes zu kennen und aufgrund dessen auch die Möglichkeit zu haben, viele Seelen zur Umkehr zu bringen (Alma 26:22).

Können alle, die sich an dieses Muster halten, täglich viele Offenbarungen erhalten? Auf jeden Fall wissen wir aufgrund von Offenbarung an den Gründnungspropheten Joseph Smith, dass alle diejenigen, die die Schlüssel aller geistigen Segnungen der Kirche innehaben, den Vorzug genießen, die `Geheimnisse des Himmelreichs´ – geistige Wahrheiten, die nur durch Offenbarung erkannt werden – zu empfangen (Lehre und Bündnisse 107:18-19). Der derzeitige lebende Prophet Russel M. Nelson lehrt uns, dass wir alle durch den Geist geführt werden können, wenn wir `wahrhaftig den Heiligen Geist empfangen´ „… und lernen, wie man seine Eingebungen erkennt und versteht …“. Ja, er fordert uns auf: „Meine lieben Brüder und Schwestern, ich bitte Sie inständig, Ihre geistige Fähigkeit, Offenbarung zu empfangen, auszubauen.“ Er sagt: „Das Vorrecht, Offenbarung zu empfangen, ist eines der größten Geschenke Gottes an seine Kinder.“ Er sagt uns auch, wie wir in das Prinzip der Offenbarung hineinwachsen können: „Beten Sie im Namen Jesu Christi über Ihre Sorgen, Ihre Ängste, Ihre Schwächen, ja, auch die Sehnsüchte Ihres Herzens. Und dann hören Sie zu! Notieren Sie die Gedanken, die Ihnen in den Sinn kommen. Schreiben Sie Ihre Gefühle auf und setzen Sie das, was Ihnen eingegeben wird, in die Tat um.“ (lies gerne die ganze Rede: „Offenbarung für die Kirche, Offenbarung für unser Leben„). Wie gehst du vor, wenn du die Geheimnisse des Gottesreiches ergründen willst?

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Außer dass es einige Streitigkeiten über Punkte der Lehre gab

Die Nephiten und Lamaniten betreffend, in der Zeit kurz vor Christi Geburt, erfahren wir: „Und sie hatten auch im achtundsiebzigsten Jahr Frieden, außer daß es einige Streitigkeiten über Punkte der Lehre gab, die von den Propheten festgelegt worden waren.“ (Helaman 11:22).

Außer dass es einige Streitigkeiten über Punkte der Lehre gab. Immer wieder gibt es in der Menschheitsgeschichte unterschiedliches Verständnis über die Lehre Gottes. Jeder Mensch hat andere Erfahrungen gemacht und sieht das Leben aus unterschiedlichen Perspektiven. So kommt es häufig zu Meinungsverschiedenheiten. Und wenn dann Menschen die Neigung haben rechthaberisch zu sein, die eigene Meinung immer für die richtige haltend und auf ihr beharrend, dann kann es schon mal krachen.

Aber immer wieder hat der Herr uns darauf hingewiesen, dass es keinen Streit geben solle (Mosia 23:15), denn der Teufel sei der Vater des Streites (3. Nephi 11:29). Insbesondere ist es schädlich, wenn wir anfangen über die Lehre des Herrn zu streiten (3. Nephi 11:28). Auch in jüngster Zeit hatte der Herr Anlass Menschen aufzufordern, nicht zu streiten, und zwar im Winterlager der Heiligen im Jahr 1847 (Lehre und Bündnisse 136:23). Ja, der Herr hat unter uns wiederum sein Evangelium aufgerichtet, „… damit es nicht so viel Streit gibt …“ (Lehre und Bündnisse 10:63). Dennoch gibt es auch unter den Heiligen einige, die Streit anfachen, weil sie mit der Handhabung einiger Evangeliumsgrundsätze nicht einverstanden sind. Sollte ich auf solche Leute treffen, werde ich im Geist die Hilfe des Herrn erflehen und auf seine leise Stimme achten, im festen Glauben darauf, dass er mir mitteilen wird, wie ich reagieren soll, ohne dass es zu einer Auseinandersetzung, einem Streit, kommt. Welche Auseinandersetzungen hast du in jüngster Zeit in der Kirche mitbekommen und wie stehst du zu Auseinandersetzungen in Bezug auf die Punkte der Lehre des Herrn?

streit_nl(Bild: Quelle)

Die Kirche breitete sich überall auf dem Antlitz des ganzen Landes aus

Das Volk hatte nun wieder Frieden und breitete sich über das ganze Land aus (Helaman 11:20). „Und es begab sich: Das sechsundsiebzigste Jahr endete in Frieden. Und das siebenundsiebzigste Jahr fing in Frieden an; und die Kirche breitete sich überall auf dem Antlitz des ganzen Landes aus; und der größere Teil des Volkes, Nephiten ebenso wie Lamaniten, gehörte der Kirche an; und sie hatten überaus großen Frieden im Land; und so endete das siebenundsiebzigste Jahr.“ (Helaman 11:21).

Die Kirche breitete sich überall auf dem Antlitz des ganzen Landes aus. Die durch die kriegerischen Auseinandersetzungen hervorgerufenen Verwüstungen wurden behoben und das Evangelium von Jesus Christus offensichtlich weiter unter dem ganzen Volk gelehrt, sodass sogar der überwiegende Teil der Nephiten als auch der Lamaniten, Mitglieder der Kirche Jesu Christi, einem ordnungsgemäßen Zusammenschluss von Gläubigen durch Taufe und Konfirmation, wurden.

Immer wieder gab es im Laufe der Menschheitsgeschichte ein Auf und Ab der Kirche von Jesus Christus. Es gab Zeitperioden, in denen die Menschen sein Wort annahmen und sich daran hielten und dann wieder Zeiten, in denen sie die heilsame Lehre verwarfen. Dies war dann jeweils auch mit `Glück und Unglück´ verbunden. Achteten sie das Wort des Herrn und hielten seine Gebote, konnte der Herr seinen Segen über ihnen ausschütten, im anderen Fall mussten sie das Leid ertragen, welches sie selber über sich gebracht haben, nachdem sie den weltlichen Verlockungen nachgegeben hatten. Über Ersteres freute sich der Herr, über Letzteres der Teufel. Heute leben wir gerade wieder in einer mit der Kirche des Herrn gesegneten Zeit und dies dauert an, bis der Herr seine tausendjährige Herrschaft auf Erden antreten wird. Ich bin dankbar, dass meine Mutter ein Ohr hatte, das auf `heilsame Mahnung´ gehört hat (Sprüche 15:31), die Mahnung der Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage: Umkehr zu üben, sich taufen zu lassen, konfirmiert zu werden und im Halten der Gebote Gottes auszuharren bis zum Ende dieses Erdenlebens (2. Nephi 9:23-24). Dadurch wurde dankbarer weise auch mein Ohr geöffnet. Die Kirche breitet sich inzwischen `auf dem Antlitz der ganzen Welt aus´, so wie der Herr den Gründungspropheten Joseph Smith angewiesen hat (Lehre und Bündnisse 58:64). Ausgehend von 6 Mitgliedern zur Gründung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im April 1830, gibt es mittlerweile nach 188 Jahren über 16 Millionen Mitglieder in 188 Ländern (siehe hier). Was unternimmst du, damit weitere Kinder Gottes Seine Kirche kennenlernen und Seine Kirche sich weiter ausbreitet?

Mormon Newsroom(Bild: Quelle)

In allem, was Rechtschaffenheit betrifft

Über Nephis Bruder wird uns berichtet (gemeint die Söhne Helaman des Jüngeren): „Und siehe, Lehi, sein Bruder, stand ihm in allem, was Rechtschaffenheit betrifft, nicht das kleinste Teil nach.“ (Helaman 11:19).

In allem, was Rechtschaffenheit betrifft. Das letzte Mal, dass wir von Lehi, dem Bruder Nephis (Söhne Helaman des Jüngeren), gelesen hatten, war die Mitteilung, dass sie beide `in das Land Nordwärts gingen`, um dort dem Volk zu predigen. Inzwischen sind 14 Jahre vergangen (Helaman 6:6).

Wir lernen, dass Nephis Bruder Lehi ein ebensolch treuer Diener des Herrn war. Wie schön, wenn von einem gesagt werden kann: er „…stand ihm in allem, was Rechtschaffenheit betrifft, nicht das kleinste Teil nach.“ Ich muss mich total anstrengen, dass über mich in Bezug auf die Rechtschaffenheit meiner lieben Eltern, einst in meiner Grabrede so gesprochen werden könnte. Ich würde mich schämen, wenn dies nicht der Fall sein könnte. So lerne ich täglich in den Schriften, was meine Aufgabe ist und setze sie, so gut ich kann, in die Tat um. Ich mache viele Dinge aus freien Stücken und freue mich, wenn ich mit den Gaben, die Gott mir zugeteilt hat, meinen Mitmenschen helfen konnte. Ich strenge mich an, dass ich nicht zu denjenigen gehöre, die ein Talent bekamen, es vergruben und es nicht vermehrten (Matthäus 25:24-28). Zu welchen der in den vorhergehenden Versen angesprochenen Dienern möchtest du gerne gehören und was tust du dafür?

Das Gleichnis mit den Talenten
(Matthäus 25:14-30; Bild: Quelle)

Sie achteten ihn als einen großen Propheten

Die Reaktion des Volkes darauf, dass der Herr der Bitte Nephis, wieder regnen zu lassen, nachgekommen ist: „Und siehe, das Volk freute sich und verherrlichte Gott, und das ganze Antlitz des Landes war von Freude erfüllt; und sie trachteten nicht mehr danach, Nephi zu vernichten, sondern sie achteten ihn als einen großen Propheten und einen Mann Gottes, dem von Gott große Macht und Vollmacht gegeben war.“ (Helaman 11:18).

Sie achteten ihn als einen großen Propheten. Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, hatte zunächst sein Volk im Auftrag des Herrn zurechtgewiesen und aufgefordert, von seiner Schlechtigkeit umzukehren. Wenn sie es nicht täten, würden sie vernichtet werden. Das führte zu Ablehnung und Verfolgung ihm gegenüber und auch untereinander. Weil deshalb Krieg entstand, nutze Nephi die Macht, die ihm vom Herrn übertragen worden war dazu, eine Dürre herbeizuführen. Das Volk hatte nun Zeit über alles nachzudenken und kehrte von seinen schlechten Taten um und bat Nephi, den Herrn für es zu bitten. Der Herr erhörte Nephis Gebet und alles war wieder gut. Die Meinung des Volkes gegenüber Nephi änderte sich von ihn `verachten´ in `achten´.

Das Volk erkannte schlussendlich die Anerkennung, die Nephi bei Gott hatte und es sah, welche Macht ihm erteilt worden war (Helaman 10:6) und dass er sie nur zu ihrem Nutzen einsetzte. Sie anerkannten seine Handlungen, respektierten ihn als Propheten und schätzten seine Liebe ihm gegenüber. So geht es auch mir in Bezug auf unseren heutigen lebenden Propheten Russel M. Nelson. Was er mit seinen 94 Jahren innerhalb seiner kurzen Präsidentschaft, als Prophet, Seher und Offenbarer schon alles bewegt hat, ist unfassbar. Gerade haben wir ihn wieder auf der Herbst-Generalkonferenz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erleben dürfen, wie ihm Offenbarung in Bezug auf die Führung der Kirche zuteil wurde und er sie uns mitteilte (siehe hier). Die Liebe, die er ausstrahlt und auch jedem Menschen, den er trifft, entgegenbringt, ist buchstäblich christusähnlich. Ich `achte´ ihn „… als einen großen Propheten und einen Mann Gottes, dem von Gott große Macht und Vollmacht gegeben war.“ Lerne ihn kennen, und auch du wirst nicht umhinkommen, ihn als großen Propheten zu `achten´.

nelsonPräsident Russell M. Nelson
(Bild: Quelle)

Und ließ auf die Erde Regen fallen

Aufgrund Umkehr des Volkes hatte Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, beim Herrn darum gebeten, nach gut drei Jahren Trockenheit wieder regnen zu lassen (Helaman 11:15-16). „Und es begab sich: Im sechsundsiebzigsten Jahr wandte der Herr seinen Zorn von dem Volk ab und ließ auf die Erde Regen fallen, so daß diese ihre Frucht in der Zeit ihrer Frucht hervorbrachte. Und es begab sich: Sie brachte ihr Getreide in der Zeit ihres Getreides hervor.“ (Helaman 11:17).

Und ließ auf die Erde Regen fallen. Auf die Zwiesprache Nephis mit dem Herrn hin, ließ dieser nach der vorher aufgrund dessen, dass das Volk sich gegen den Herrn entschieden hatte, verhängten Dürre, wieder regnen, sodass es wieder Nahrung haben konnte. Diesen Zusammenhang zwischen Bündnisse halten und Regen, kennen wir auch schon aus der Zeit des Mose. Er rief das ganze Volk Israel zusammen und verkündete ihm die Gesetze und Rechtsvorschriften (Deuteronomium 5:1). Im Gegensatz zu Ägypten, aus dem der Herr sie befreit hatte, müssten sie in dem Land, in das sie nun bald einziehen sollten, ihre Anpflanzungen nicht künstlich bewässern, sondern der Herr würde sich darum kümmern (Deuteronomium 11:10). Würde das Volk die Gebote des Herrn halten, würde er im Land zur rechten Zeit regnen lassen (Deuteronomium 11:13-15). Würden sie sich aber von ihm abwenden, würde er den Himmel verschließen und die Erde würde keinen Ertrag erbringen (Deuteronomium 11:16-17). Das Volk wurde aufgefordert, diese Worte des Herrn in Herz und Seele zu verankern und sie seinen Kindern zu lehren.

Dem Volk wurde auch noch eine Gedächtnisstütze angeraten: Die Worte auf einem um das Handgelenk gebundenen Riemen bei sich tragen, auf einem Schmuckband an der Stirn, ja sogar auf die Türpfosten und Stadttore sollte es diese schreiben (Deuteronomium 11:18-20). Ich bin so dankbar, dass wir heute in unseren Gedächtnisstützen nicht ganz so eingeschränkt sind. Wir können die gesamten heiligen Schriften als Leichtgewicht überall hin bei uns tragen, in der Jackentasche, in der Handtasche und sie zu jeder passenden Zeit aufschlagen, und uns in Erinnerung rufen. Ebenso unsere Familienmitglieder. Worauf wir allerdings achten sollten: geladener Akku. Wenn ich mich erinnert habe, brauche ich nur noch nach den in Erinnerung gerufenen Worten des Herrn handeln und der Herr wird seinen Segen herabschütten. Welche Antwort hättest du auf die Frage, warum es manchmal viel zu viel Regen und woanders viel zu wenig gibt?

dürre(Bild: Quelle)