Denn gewiss ist es die Erde, die sich bewegt, und nicht die Sonne

Mormon teilt uns seine Gedanken über den allmächtigen Gott mit, dass die Natur auf sein Wort achtet und alles macht, was er sagt (Helaman 12:9-11) und fährt dann fort: „Ja, wenn er zur Erde spricht: „Du sollst zurückgehen, so daß der Tag um viele Stunden verlängert sei—so geschieht es, 15  und so geht die Erde gemäß seinem Wort zurück, und es erscheint dem Menschen, als stünde die Sonne still; ja, und siehe, dies ist so; denn gewiß ist es die Erde, die sich bewegt, und nicht die Sonne.“ (Helaman 12:14-15).

Denn gewiss ist es die Erde, die sich bewegt, und nicht die Sonne. Wann machte Mormon diese Aussage? Ungefähr 385 n. Chr., als er die Zusammenfassung schrieb. Wann lebte der Gelehrte, der sich traute zu sagen: „Und sie bewegt sich doch…“ – gemeint die Erde? 1564 bis 1642. Bis dahin wurde von Seiten der katholischen Kirche das heliozentrische Weltsystem, nach dem die Sonne im Zentrum steht, abgelehnt. Dieses neue Weltbild, dass die Sonne im Zentrum steht und sich alle Planeten, auch die Erde, um die Sonne drehen, begründeten Nikolaus Kopernikus und weitere namhafte Wissenschaftler. In seinem Todesjahr 1543 veröffentliche er diese seine Beobachtung.

Woher konnte nun Mormon, schon Eintauseneinhundertachtundfünfzig Jahre vor Kopernikus diese Erkenntnis haben, abgesehen davon, dass beide auf voneinander getrennten Kontinenten lebten? Wenn wir uns die Schriften Abrahams ansehen, die Joseph Smith erhalten und übersetzt hat, lernen wir, dass der Herr Gott ihn, Abraham, mittels Urim und Tummim über die Sonne, den Mond und die Sterne belehrte (Köstliche Perle Abraham 3, Zusammenfassung). In diesem Kapitel lernen wir, dass Abraham über die Hierarchie der Planeten unterwiesen wurde (Köstliche Perle Abraham 3:6-13). Abraham lebte etwa 2000 v. Chr. Auch dem Mose (um die 1300 v. Chr.) zeigte der Herr das Werk seiner Hände (Köstliche Perle Mose 1:4). Die Aufzeichnungen des Mose hatten die Nephiten auf den Messingplatten (1 Nephi 5:11–13). Auf diese Weise könnte Mormon dieses Wissen erlangt haben – natürlich ist persönliche Offenbarung von Gott auch eine Möglichkeit.

sonnensystem (Bild: Quelle)

O wie groß ist die Nichtigkeit der Menschenkinder

Mormon führt seine Gedanken weiter aus: „O wie groß ist die Nichtigkeit der Menschenkinder; ja, sie sind sogar weniger als der Staub der Erde.“ (Helaman 12:7).

O wie groß ist die Nichtigkeit der Menschenkinder. `Nichtigkeit´ im Sinne dieser Aussage, will die `Bedeutungslosigkeit, Belanglosigkeit´ des Menschen zum Ausdruck bringen. Mormon sagt, dass die Bedeutung des Menschen noch viel geringer sei, als der Staub der Erde. Inwiefern? In den nächsten Versen erklärt er dies. Er begründet die `Nichtigkeit´ des Menschen damit, dass der Staub der Erde auf das Wort Gottes hin das tut, was er befiehlt, während der Mensch sich gegen sein Wort sträubt (Helaman 12:8). Eine ähnliche Aussage finden wir im Alten Testament. Jesaja bekundet die Erhabenheit Gottes gegenüber dem Volk Israel und bringt zum Ausdruck: „Siehe, die Nationen sind wie ein Tropfen am Eimer, sie gelten so viel wie ein Stäubchen auf der Waage. Ganze Inseln wiegen nicht mehr als ein Sandkorn.“ (Jesaja 40:15).

Was soll nun damit zum Ausdruck gebracht werden? Eine Erklärung finden wir in der Begegnung Gottes mit Mose. Der Herr ließ Mose seine Schöpfungen sehen und dieser war überwältigt (Köstliche Perle Mose 1:8). Als der Herr sich wieder von ihm zurückzog, war er körperlich so schwach, dass er für viele Stunden nicht mehr stehen konnte. Dann bekundete er seine Erkenntnis so: „… Nun weiß ich aus diesem Grunde, daß der Mensch nichts ist, und das hätte ich nie gedacht.“ (Köstliche Perle Mose 1:9-10). Wenn wir all die Werke erkennen könnten, die Gott geschaffen hat, dann würden auch wir diese Aussagen richtig verstehen können (Köstliche Perle Mose 1:4-5). Dessen ungeachtet, dürfen wir darüber nicht deprimiert sein, denn wir sind seine Kinder (Köstliche Perle Mose 1:6) und wir haben große Macht empfangen, Macht über Satan, wie wir am Beispiel des Mose lernen. Nachdem nämlich die Macht Gottes von ihm gegangen war, kam Satan und gebot ihm, ihn anzubeten. Dem verweigerte sich Mose und Satan wurde sehr ungehalten und forderte es weiterhin, bis Mose schließlich sagte: „… Im Namen des Einziggezeugten, weiche von hier, Satan!“ und Satan blieb nichts anderes übrig, als zu weichen (Köstliche Perle Mose 1:21-22). Ich lerne daraus, dass wir Kinder Gottes in unserer Entwicklung noch gaaanz am Anfang stehen, `nichtig´ im Vergleich zu Gott, der uns dessen ungeachtet seine Macht anvertraut (siehe auch Blogbeitrag: „Lass lieber in dem Land eine Hungersnot sein“). Mit ihr dürfen wir selbstredend nur in seinem Sinne umgehen. Wie verstehst du das mit der `Nichtigkeit der Menschenkinder´?

schöpfung(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Sie wollen nicht, dass er ihr Führer sei

Mormon äußert weiter seine Ansichten über die Nephiten und Lamaniten in und um Zarahemla: „Siehe, sie wünschen nicht, daß der Herr, ihr Gott, der sie erschaffen hat, über sie herrsche und regiere; ungeachtet seiner großen Güte und seiner Barmherzigkeit ihnen gegenüber, achten sie seine Ratschläge für nichts, und sie wollen nicht, daß er ihr Führer sei.“ (Helaman 12:6).

Sie wollen nicht, dass er ihr Führer sei. Mit dem Begriff `Führer´ verbinden wir Deutschen meist etwas ausgesprochen Negatives. Mir fällt dabei unwillkürlich, neben anderen, ein uneingeschränkter Parteiführer und späterer Diktator des Deutschen Reiches in der Zeit des Nationalsozialismus ein.

Es gibt allerdings nicht nur schlechte Führer, Führer, die es auf menschenverachtende Machtausübung abgesehen haben. Aber wenn ich daran denke, wie die Massen ihm zujubelten und fanatisch schrien, wird mir ganz anders. Einem anderen Führer, der die Menschen so liebt, dass er unendliches Leid in Getsemani auf sich nahm, das Leid der gesamten Menschheit, und sein Leben für sie ließ, um es ihnen zu ermöglichen, auch vom Tod auferstehen zu können, dem habe ich noch nicht solche Massen zujubeln hören. Eigenartig. Ich juble ihm zu, meinem Erlöser, und zwar, indem ich mich befleißige mehr und mehr nach seinem Wort zu leben. Wen willst du als Führer haben?

führer
Das sind Führer, denen ich folge, Bevollmächtigte Führer Gottes
(Mitte. Präsident Russel M. Nelson; Links: 1. Ratgeber Präsident Dallin H. Oaks; Rechts: 2. Ratgeber Präsident Henry B. Eyring)
(Bild: Quelle)

Im Stolz überheblich zu werden

Mormon schildert weiter seine Gedanken zum Volk: „Ja, wie schnell, im Stolz überheblich zu werden, ja, wie schnell, zu prahlen und allerart dessen zu tun, was von Übel ist, und wie langsam sind sie doch, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern und seinen Ratschlägen Gehör zu schenken, ja, wie langsam, auf den Pfaden der Weisheit zu wandeln!“ (Helaman 12:5).

Im Stolz überheblich zu werden. Im Sinne des Evangeliums meint Stolz, dass man in seinem Selbstbewusstsein ein übersteigertes Gefühl der Selbstzufriedenheit entwickelt und man abweisend gegenüber Ratschlägen anderer wird. Diese Eigenschaft ist vom Herrn nicht erwünscht (Sprüche 6:16-17), weil sie uns am Fortschritt hindert (Matthäus 23:12). Wir sind der Auffassung, dass wir alles wissen und können und es nichts mehr dazuzulernen gibt. Stolz in diesem Sinne hindert uns weitere Gotteserkenntnis zu erlangen. Unser Herz verhärtet sich und wir sind nicht mehr fähig, die feine leise Stimme des Heiligen Geistes zu empfinden.

Gerade aber diese Stimme des Heiligen Geistes, der dritten Person in der Gottheit (Lehre und Bündnisse 20:28), ist so notwendig, um Gott kennenzulernen. Denn ihn zu erkennen bedeutet `ewiges Leben´ (Johannes 17:3). Und wer sehnt sich nicht nach ewigem Leben (Lehre und Bündnisse 9:39)? Menschen sehnen sich schon hier auf Erden ewig leben zu können. Mein Ziel und Streben geht aber dahin, nach diesem Erdenleben für alle Zeit und Ewigkeit bei unseren himmlischen Eltern leben zu dürfen. Dafür lohnt es sich für mich, auf Stolz zu verzichten (Lehre und Bündnisse 88:121) und demütig die Weisungen des Vaters anzunehmen und richtig anzuwenden. Eben, so schnell als möglich, in Einklang mit den Lehren Gottes zu kommen und so zu leben, wie er es von mir möchte und `gaaanz langsam´, besser gar nicht, auf die Einflüsterungen Satans achten. Wie gehst du mit Stolz in diesem Sinne um?

stolz(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

O wie töricht und wie eitel und wie böse und teuflisch … sind doch die Menschenkinder

Mormon, der die vielen überlieferten Berichte zusammenfasste (Worte Mormon 1:3,9) macht weitere eigene Aussagen über die Eigenarten der Menschheit: „O wie töricht und wie eitel und wie böse und teuflisch und wie schnell, Übles zu tun, und wie langsam, Gutes zu tun, sind doch die Menschenkinder, ja, wie schnell, auf die Worte des Bösen zu hören und ihr Herz auf die Nichtigkeiten der Welt zu setzen!“ (Helaman 12:4).

O wie töricht und wie eitel und wie böse und teuflisch … sind doch die Menschenkinder. Jemand, der töricht ist, handelt unklug, unvernünftig, unüberlegt. Jemand, der eitel ist, möchte gerne als klug gelten. Ein böser Mensch handelt moralisch verwerflich. Wer teuflisch ist, handelt äußerst bösartig und grausam, er führt einem anderen bewusst Schaden oder Leid zu und erfreut sich daran. Böses Handeln erfolgt merkwürdigerweise äußerst schnell, während gutes Handeln ganz langsam von der Hand geht. Böse Einflüsterungen werden offensichtlich ohne weitere Hindernisse und schnell in das Gedankengut übernommen und in entsprechende Handlungen umgesetzt. Gute hingegen werden scheinbar stark ausgebremst.

Eine Möglichkeit wie törichtes Handeln zustande kommt: Zorn (Sprüche 14:17). Eitelkeit verhindert geistiges Wachstum und kann sogar dazu führen, die ganze Kirche unter Schuldspruch zu stellen, wie es unter den ersten Heiligen im Jahr 1832 der Fall war (Lehre und Bündnisse 84:54-55). Böse Gedanken kommen aus dem Herzen, wie „… Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Lästerungen.“ (Matthäus 15:19) und zwar von Jugend an (Genesis 8:21) und machen den Menschen unrein (Matthäus 15:20). Teuflisch ist weltliche Weisheit (Jakob 3:15). Ich lerne, dass ich mich solcher Eigenschaften entledigen muss, indem ich sie durch entgegengesetzte austausche, und zwar nicht langsam, sondern schnell. Dies gelingt mir umso besser, je eifriger ich mich mit dem Wort Gottes auseinandersetze (Mosia 1:6-7). Wie gehst du mit diesen oben genannten menschlichen Eigenschaften um?

eitelkeit(Bild: Quelle)

Wenn der Herr sein Volk nicht mit vielen Bedrängnissen züchtigt

Mormon, der ja diese Zusammenfassung schrieb (Worte Mormon 1:3,9), weist uns auf noch eine weitere Eigenart von uns Menschen hin: „Und so sehen wir: Wenn der Herr sein Volk nicht mit vielen Bedrängnissen züchtigt, ja, wenn er sie nicht mit Tod und mit Schrecken und mit Hungersnot und mit allerart Seuche heimsucht, so erinnern sie sich seiner nicht.“ (Helaman 12:3).

Wenn der Herr sein Volk nicht mit vielen Bedrängnissen züchtigt. Im Alten Testament lernen wir, dass sogar nach heftiger Züchtigung das Volk des Herrn immer noch nicht Umkehr übte. Weder Hungersnot, Trockenperiode vor der Ernte, Vernichtung der Ernte durch Ungeziefer, Pest und kriegerische Auseinandersetzungen, noch eine Vernichtung wie in Sodom und Gomorra, konnten Israel nicht zur Umkehr bewegen. (Amos 4:6-11). So verrannt hatten sie sich in falsches Handeln, das sie bei ihren Nachbarn sahen und ihnen offensichtlich mehr zusagte, als das Gesetz das der Herr Mose gegeben hatte. Was sagt der Herr seinem Volk in dieser Situation? „Darum will ich dir all das antun, Israel, und weil ich dir all das antun werde, mach dich bereit, deinem Gott gegenüberzutreten.“ (Amos 4:12).

In heutiger Zeit ergeht es uns nicht wesentlich anders. Die Verfolgung, die die Heiligen um die 1833 in Kirtland zu erdulden hatten und vieles andere, brachte viel Zwist und Unruhe untereinander hervor. Der Herr sprach mit Joseph Smith darüber und sagte ihm, „Siehe, ich, der Herr, habe kein Wohlgefallen an vielen, die in der Kirche in Kirtland sind;“ (Lehre und Bündnisse 98:19). Im folgenden Vers zählt er die Vergehen des Volkes auf (Lehre und Bündnisse 98:20). Und dann teilt er ihm mit, dass er sie züchtigen werde, wenn sie nicht umkehren würden (Lehre und Bündnisse 98:21). Schon als Kind wird uns doch von unseren irdischen Eltern klargemacht, dass uns Strafe erwartet, wenn wir ungehorsam sind. Irgendwie verlieren wir den Reiz an Übertretung dennoch nicht. Und das bis ins Alter hinein. Wir übertreten die Straßenverkehrsverordnung, sammeln dafür entsprechende Aufforderungen Bußgelder abzutreten, halten uns eine kleine Weile an die Geschwindigkeitsbeschränkung und fahren dann irgendwann wieder schneller als erlaubt. Irgendwie funktioniert es doch nicht ganz so mit dem Sprichwort: „Durch Schaden wird man klug“. Wie sagte schon der deutsche Dichter Friedrich Rückert (1788-1866) „Durch Schaden wird man klug / Sagen die klugen Leute. / Schaden litt ich genug, / Doch bin ich ein Tor noch heute.“. Ich versuche mir immer bewusst zu sein, dass ich eines Tages meinem Schöpfer gegenübertreten muss, um Rechenschaft abzulegen (Römer 14:12). Wie ergeht es dir mit Übertreten, Züchtigung durch den Herrn, Umkehr … ?

Unliebsame Überraschung: ein Knöllchen an der Windschutzscheibe. An zwei Wochenenden teilten die Mitarbeiter des Wandlitzer Ordnungsamtes 1449 schriftliche Verwarnungen an Falschparker aus. Besonders kritisch ist die Situation in Ützdorf.(Bild: Quelle)

Wenn er sein Volk gedeihen lässt … ist die Zeit, dass sie … den Heiligen mit Füßen treten

Mormon, der ja diese Zusammenfassung schreibt (Worte Mormon 1:3,9), weist uns auf eine weitere Eigenart von uns Menschen hin: „Ja, und wir können sehen, genau zu der Zeit, wenn er sein Volk gedeihen läßt, ja, indem ihre Felder, ihr Kleinvieh und ihre Herden und ihr Gold und ihr Silber und allerlei Kostbarkeiten jeder Gattung und Art zunehmen; indem er ihr Leben schont und sie aus den Händen ihrer Feinde befreit; indem er ihren Feinden das Herz erweicht, so daß sie ihnen nicht den Krieg erklären; ja, und kurz gesagt, indem er alles für das Wohlergehen und Glücklichsein seines Volkes tut, ja, dann ist die Zeit, daß sie ihr Herz verhärten und den Herrn, ihren Gott, vergessen und den Heiligen mit Füßen treten—ja, und dies wegen ihrer Unbeschwertheit und ihres überaus großen Wohlstandes.“ (Helaman 12:2).

Wenn er sein Volk gedeihen lässt … ist die Zeit, dass sie … den Heiligen mit Füßen treten. Jemanden mit Füßen treten bedeutet so viel, wie ihn zu missachten, schlecht oder brutal zu behandeln. Wenn ich etwas mit Füßen trete, dann tue ich verbotenes, setze mich über etwas hinweg, handle zuwider. Dies auf Gott bezogen ist doch genauso, als wenn ich denjenigen, der mich ernährt, ins Gefängnis einsperren lassen würde. Ich säge doch den Ast ab, auf dem ich sitze. Das Ergebnis: `Abfall´ (ich falle doch mit dem Ast).

Ich lerne im Neuen Testament, als es um den `Abfall vom Glauben´ geht, dass das Sühnopfer des Herrn auf mich keine Anwendung finden wird, wenn ich `vorsätzlich sündige´ – mit fester Absicht bzw. festem Entschluss (Hebräer 10:26). Eine noch viel härtere Strafe erwartet den, „… der den Sohn Gottes mit Füßen getreten, das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, verachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?“ (Hebräer 10:29). Ich setze all meine Kraft ein, dass ich vom Satan nicht so weit gebracht werde, dass ich meinen Retter mit Füßen trete. Ich habe keine Lust auf `Abfall´ (dass ich vom wahren Gottesglauben abfalle). Welche Gedanken bewegen dich im Zusammenhang mit `den Heiligen mit Füßen treten´?

(Bild: Quelle)

Wie falsch und auch wie wankelmütig die Menschenkinder im Herzen sind

Mormon, der ja diese Zusammenfassung schreibt (Worte Mormon 1:3,9), weist uns auf einen wesentlichen Aspekt hin: „Und so können wir erkennen, wie falsch und auch wie wankelmütig die Menschenkinder im Herzen sind; ja, wir können sehen, daß der Herr in seiner großen, unendlichen Güte diejenigen segnet und gedeihen läßt, die ihr Vertrauen in ihn setzen.“ (Helaman 12:1).

Wie falsch und auch wie wankelmütig die Menschenkinder im Herzen sind. Von dem deutschen Aphoristiker Werner Mitsch (* 23. Februar 1936) stammt folgender Ausspruch: „Das einzig Echte an manchen Menschen ist ihre Falschheit.“ Wenn jemand diese Eigenschaft besitzt, so ist er unaufrichtig, verlogen. Er ist unehrlich. Solch einem Menschen mag man nicht vertrauen. Ein Mensch mit der Charaktereigenschaft des Wankelmutes ist nicht fest entschlossen, er schwankt zwischen zwei oder mehr Möglichkeiten hin und her. Auch auf einen solchen Menschen ist kein Verlass.

Was der Herr von solchen Eigenschaften hält, erfahren wir in der Schrift. Als Christus seine zwölf Apostel erwählt hatte, forderte er sie auf: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ (Matthäus 10:16; Lutherbibel 2017). In seinem Lobgesang auf Gottes Wort bringt der Psalmenschreiber zum Ausdruck: „Ich hasse die Wankelmütigen und liebe dein Gesetz.“ (Psalm 119:113; Lutherbibel 2017). Gerne bemühe ich mich diese beiden Eigenschaften nicht zu entwickeln. Ich will weder falsch noch wankelmütig sein. Bei beidem hilft mir das Studium des Wortes Gottes, da es mich ermuntert, die guten Eigenschaften zu entwickeln und auszubauen. Wie werde ich in neuzeitlicher Offenbarung aufgefordert Macht anzuwenden? „… nur mit überzeugender Rede, mit Langmut, mit Milde und Sanftmut und mit ungeheuchelter Liebe, 42  mit Wohlwollen und mit reiner Erkenntnis, wodurch sich die Seele sehr erweitert, ohne Heuchelei und ohne Falschheit—„ (Lehre und Bündnisse 121:41-42). Was hältst du von Falschheit und Wankelmut?

(Bild: Quelle)

Wurden sie stärker und stärker in ihrem Stolz und in ihrer Schlechtigkeit

„Und es begab sich: Im fünfundachtzigsten Jahr wurden sie stärker und stärker in ihrem Stolz und in ihrer Schlechtigkeit; und so wurden sie wiederum reif zur Vernichtung.“ (Helaman 11:37).

Wurden sie stärker und stärker in ihrem Stolz und in ihrer Schlechtigkeit. Auf der einen Seite gibt es Gott und das Gute, das er mit uns vorhat. Auf der anderen Seite Satan, der sich daran erfreut, uns Menschen in den Abgrund zu ziehen, um uns zu vernichten. Wenn ich in der Mitte dazwischen stehe und mich zu der einen der beiden Seiten hin bewege, nimmt die Entfernung zur anderen Seite folgerichtig zu, wenn sich deren Standpunkt nicht verändert. Mit der Zunahme des Abstandes zu einer dieser Seiten, nimmt ihre Anziehungskraft mit dem Quadrat der Entfernung ab, während die Kraft der Anziehung der anderen Seite entsprechend zunimmt (Newtonsches Gravitationsgesetz; siehe Bild unten).

Ich muss mich also entscheiden, welcher Seite ich mich annähere. Diese Möglichkeit hat uns unser Schöpfer gegeben. Und er sagt uns auch, was passiert, wenn wir uns welcher Seite nähern (Genesis 2:16-17; 2. Nephi 2:15-16). Ich bin von Herzen dankbar, dass meine liebe Mutter mir durch ihr Beispiel gezeigt hat, welcher Seite es sich mehr lohnt sich zu nähern. Ich bemühe mich, mich dem Herrn immer mehr zu nähern. Dabei bleibt es nicht aus, dass auch Rückschritte passieren – Satan eilt mir hinterher, um die Distanz „r“, zu ihm wieder zu verringern. Doch mir ist auch beigebracht worden, dass ich nicht aufgeben darf, wenn es mir wichtig ist das eine Ziel zu erreichen. Der US-amerikanische Erfinder, unter unzähligem Anderen auch der Entdecker des glühelektrischen Effekts, Thomas Alva Edison (1847 – 1931) sagte: „Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.“ Welche Erfahrungen hast du schon mit den Abständen zu etwas und der entsprechenden Anziehungskraft gemacht?

anziehung(Bild: Quelle)

Fingen sie wieder an, den Herrn, ihren Gott, zu vergessen

Gerade mal ein Jahr ist vergangen seitdem sich das Volk an den Herrn erinnerte (Helaman 11:34-35): „Und im zweiundachtzigsten Jahr fingen sie wieder an, den Herrn, ihren Gott, zu vergessen. Und im dreiundachtzigsten Jahr fingen sie an, im Übeltun stark zuzunehmen. Und im vierundachtzigsten Jahr besserten sie ihre Wege nicht.“ (Helaman 11:36).

Fingen sie wieder an, den Herrn, ihren Gott, zu vergessen. Das Gedächtnis des Volkes war wohl nicht sonderlich gut. Aber wie heißt es bei Alma dem Jüngeren: „So sehen wir, wie schnell die Menschenkinder den Herrn, ihren Gott, vergessen …“ (Alma 46:8). Wie sagte der französische Philosoph und Romanautor Honoré de Balzac (1799 -1850): „Das Gedächtnis ist so kurz und das Leben so lang.“

Oscar Wilde (1854 – 1900, eigentlich Oscar Fingal O’Flahertie Wills, irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor) formulierte in The Importance of Being Ernest: „Gedächtnis ist das Tagebuch, das wir immer mit uns herumtragen.“ Mein Gedächtnis ist nach langen Jahren des Gebrauchs auch schon etwas abgenutzt und funktioniert nicht mehr ganz so gut wie früher. Deshalb halte ich vieles auch noch schriftlich in meinem `Tagebuch´ fest. Dann kann ich darauf zurückgreifen, wenn ich in meinen Gedächtnisschubladen etwas nicht mehr wiederfinde. Es ist sicher da, davon bin ich überzeugt, aber ich weiß nicht mehr in welcher Ablage. Was das Evangelium von Jesus Christus anbelangt, da bin ich ja auch so froh, dass es uns nicht nur mündlich überliefert wurde. Wunderbare Menschen haben sich irrsinnig viel Mühe gemacht und ihre Erlebnisse mit Gott auf Metallplatten graviert. Joseph Smith hat unter gefährlichen Umständen diese Platten, das Buch Mormon, im Auftrag des Herrn übersetzt und wir dürfen von ihrem liebevollen Dienst profitieren. Ich honoriere ihre hingebungsvolle Arbeit, indem ich mich immer und immer wieder in ihre `Tagebücher´ vertiefe – damit ich den Herrn nicht vergesse. Welche Erfahrungen hast du schon mit dem Vergessen gemacht – oder hast du das vergessen?

Und es begab sich: Die spannende Geschichte hinter der Redewendung(Bild: Quelle)