Außer dass es einige Streitigkeiten über Punkte der Lehre gab

Die Nephiten und Lamaniten betreffend, in der Zeit kurz vor Christi Geburt, erfahren wir: „Und sie hatten auch im achtundsiebzigsten Jahr Frieden, außer daß es einige Streitigkeiten über Punkte der Lehre gab, die von den Propheten festgelegt worden waren.“ (Helaman 11:22).

Außer dass es einige Streitigkeiten über Punkte der Lehre gab. Immer wieder gibt es in der Menschheitsgeschichte unterschiedliches Verständnis über die Lehre Gottes. Jeder Mensch hat andere Erfahrungen gemacht und sieht das Leben aus unterschiedlichen Perspektiven. So kommt es häufig zu Meinungsverschiedenheiten. Und wenn dann Menschen die Neigung haben rechthaberisch zu sein, die eigene Meinung immer für die richtige haltend und auf ihr beharrend, dann kann es schon mal krachen.

Aber immer wieder hat der Herr uns darauf hingewiesen, dass es keinen Streit geben solle (Mosia 23:15), denn der Teufel sei der Vater des Streites (3. Nephi 11:29). Insbesondere ist es schädlich, wenn wir anfangen über die Lehre des Herrn zu streiten (3. Nephi 11:28). Auch in jüngster Zeit hatte der Herr Anlass Menschen aufzufordern, nicht zu streiten, und zwar im Winterlager der Heiligen im Jahr 1847 (Lehre und Bündnisse 136:23). Ja, der Herr hat unter uns wiederum sein Evangelium aufgerichtet, „… damit es nicht so viel Streit gibt …“ (Lehre und Bündnisse 10:63). Dennoch gibt es auch unter den Heiligen einige, die Streit anfachen, weil sie mit der Handhabung einiger Evangeliumsgrundsätze nicht einverstanden sind. Sollte ich auf solche Leute treffen, werde ich im Geist die Hilfe des Herrn erflehen und auf seine leise Stimme achten, im festen Glauben darauf, dass er mir mitteilen wird, wie ich reagieren soll, ohne dass es zu einer Auseinandersetzung, einem Streit, kommt. Welche Auseinandersetzungen hast du in jüngster Zeit in der Kirche mitbekommen und wie stehst du zu Auseinandersetzungen in Bezug auf die Punkte der Lehre des Herrn?

streit_nl(Bild: Quelle)

Die Kirche breitete sich überall auf dem Antlitz des ganzen Landes aus

Das Volk hatte nun wieder Frieden und breitete sich über das ganze Land aus (Helaman 11:20). „Und es begab sich: Das sechsundsiebzigste Jahr endete in Frieden. Und das siebenundsiebzigste Jahr fing in Frieden an; und die Kirche breitete sich überall auf dem Antlitz des ganzen Landes aus; und der größere Teil des Volkes, Nephiten ebenso wie Lamaniten, gehörte der Kirche an; und sie hatten überaus großen Frieden im Land; und so endete das siebenundsiebzigste Jahr.“ (Helaman 11:21).

Die Kirche breitete sich überall auf dem Antlitz des ganzen Landes aus. Die durch die kriegerischen Auseinandersetzungen hervorgerufenen Verwüstungen wurden behoben und das Evangelium von Jesus Christus offensichtlich weiter unter dem ganzen Volk gelehrt, sodass sogar der überwiegende Teil der Nephiten als auch der Lamaniten, Mitglieder der Kirche Jesu Christi, einem ordnungsgemäßen Zusammenschluss von Gläubigen durch Taufe und Konfirmation, wurden.

Immer wieder gab es im Laufe der Menschheitsgeschichte ein Auf und Ab der Kirche von Jesus Christus. Es gab Zeitperioden, in denen die Menschen sein Wort annahmen und sich daran hielten und dann wieder Zeiten, in denen sie die heilsame Lehre verwarfen. Dies war dann jeweils auch mit `Glück und Unglück´ verbunden. Achteten sie das Wort des Herrn und hielten seine Gebote, konnte der Herr seinen Segen über ihnen ausschütten, im anderen Fall mussten sie das Leid ertragen, welches sie selber über sich gebracht haben, nachdem sie den weltlichen Verlockungen nachgegeben hatten. Über Ersteres freute sich der Herr, über Letzteres der Teufel. Heute leben wir gerade wieder in einer mit der Kirche des Herrn gesegneten Zeit und dies dauert an, bis der Herr seine tausendjährige Herrschaft auf Erden antreten wird. Ich bin dankbar, dass meine Mutter ein Ohr hatte, das auf `heilsame Mahnung´ gehört hat (Sprüche 15:31), die Mahnung der Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage: Umkehr zu üben, sich taufen zu lassen, konfirmiert zu werden und im Halten der Gebote Gottes auszuharren bis zum Ende dieses Erdenlebens (2. Nephi 9:23-24). Dadurch wurde dankbarer weise auch mein Ohr geöffnet. Die Kirche breitet sich inzwischen `auf dem Antlitz der ganzen Welt aus´, so wie der Herr den Gründungspropheten Joseph Smith angewiesen hat (Lehre und Bündnisse 58:64). Ausgehend von 6 Mitgliedern zur Gründung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im April 1830, gibt es mittlerweile nach 188 Jahren über 16 Millionen Mitglieder in 188 Ländern (siehe hier). Was unternimmst du, damit weitere Kinder Gottes Seine Kirche kennenlernen und Seine Kirche sich weiter ausbreitet?

Mormon Newsroom(Bild: Quelle)

In allem, was Rechtschaffenheit betrifft

Über Nephis Bruder wird uns berichtet (gemeint die Söhne Helaman des Jüngeren): „Und siehe, Lehi, sein Bruder, stand ihm in allem, was Rechtschaffenheit betrifft, nicht das kleinste Teil nach.“ (Helaman 11:19).

In allem, was Rechtschaffenheit betrifft. Das letzte Mal, dass wir von Lehi, dem Bruder Nephis (Söhne Helaman des Jüngeren), gelesen hatten, war die Mitteilung, dass sie beide `in das Land Nordwärts gingen`, um dort dem Volk zu predigen. Inzwischen sind 14 Jahre vergangen (Helaman 6:6).

Wir lernen, dass Nephis Bruder Lehi ein ebensolch treuer Diener des Herrn war. Wie schön, wenn von einem gesagt werden kann: er „…stand ihm in allem, was Rechtschaffenheit betrifft, nicht das kleinste Teil nach.“ Ich muss mich total anstrengen, dass über mich in Bezug auf die Rechtschaffenheit meiner lieben Eltern, einst in meiner Grabrede so gesprochen werden könnte. Ich würde mich schämen, wenn dies nicht der Fall sein könnte. So lerne ich täglich in den Schriften, was meine Aufgabe ist und setze sie, so gut ich kann, in die Tat um. Ich mache viele Dinge aus freien Stücken und freue mich, wenn ich mit den Gaben, die Gott mir zugeteilt hat, meinen Mitmenschen helfen konnte. Ich strenge mich an, dass ich nicht zu denjenigen gehöre, die ein Talent bekamen, es vergruben und es nicht vermehrten (Matthäus 25:24-28). Zu welchen der in den vorhergehenden Versen angesprochenen Dienern möchtest du gerne gehören und was tust du dafür?

Das Gleichnis mit den Talenten
(Matthäus 25:14-30; Bild: Quelle)

Sie achteten ihn als einen großen Propheten

Die Reaktion des Volkes darauf, dass der Herr der Bitte Nephis, wieder regnen zu lassen, nachgekommen ist: „Und siehe, das Volk freute sich und verherrlichte Gott, und das ganze Antlitz des Landes war von Freude erfüllt; und sie trachteten nicht mehr danach, Nephi zu vernichten, sondern sie achteten ihn als einen großen Propheten und einen Mann Gottes, dem von Gott große Macht und Vollmacht gegeben war.“ (Helaman 11:18).

Sie achteten ihn als einen großen Propheten. Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, hatte zunächst sein Volk im Auftrag des Herrn zurechtgewiesen und aufgefordert, von seiner Schlechtigkeit umzukehren. Wenn sie es nicht täten, würden sie vernichtet werden. Das führte zu Ablehnung und Verfolgung ihm gegenüber und auch untereinander. Weil deshalb Krieg entstand, nutze Nephi die Macht, die ihm vom Herrn übertragen worden war dazu, eine Dürre herbeizuführen. Das Volk hatte nun Zeit über alles nachzudenken und kehrte von seinen schlechten Taten um und bat Nephi, den Herrn für es zu bitten. Der Herr erhörte Nephis Gebet und alles war wieder gut. Die Meinung des Volkes gegenüber Nephi änderte sich von ihn `verachten´ in `achten´.

Das Volk erkannte schlussendlich die Anerkennung, die Nephi bei Gott hatte und es sah, welche Macht ihm erteilt worden war (Helaman 10:6) und dass er sie nur zu ihrem Nutzen einsetzte. Sie anerkannten seine Handlungen, respektierten ihn als Propheten und schätzten seine Liebe ihm gegenüber. So geht es auch mir in Bezug auf unseren heutigen lebenden Propheten Russel M. Nelson. Was er mit seinen 94 Jahren innerhalb seiner kurzen Präsidentschaft, als Prophet, Seher und Offenbarer schon alles bewegt hat, ist unfassbar. Gerade haben wir ihn wieder auf der Herbst-Generalkonferenz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erleben dürfen, wie ihm Offenbarung in Bezug auf die Führung der Kirche zuteil wurde und er sie uns mitteilte (siehe hier). Die Liebe, die er ausstrahlt und auch jedem Menschen, den er trifft, entgegenbringt, ist buchstäblich christusähnlich. Ich `achte´ ihn „… als einen großen Propheten und einen Mann Gottes, dem von Gott große Macht und Vollmacht gegeben war.“ Lerne ihn kennen, und auch du wirst nicht umhinkommen, ihn als großen Propheten zu `achten´.

nelsonPräsident Russell M. Nelson
(Bild: Quelle)

Und ließ auf die Erde Regen fallen

Aufgrund Umkehr des Volkes hatte Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, beim Herrn darum gebeten, nach gut drei Jahren Trockenheit wieder regnen zu lassen (Helaman 11:15-16). „Und es begab sich: Im sechsundsiebzigsten Jahr wandte der Herr seinen Zorn von dem Volk ab und ließ auf die Erde Regen fallen, so daß diese ihre Frucht in der Zeit ihrer Frucht hervorbrachte. Und es begab sich: Sie brachte ihr Getreide in der Zeit ihres Getreides hervor.“ (Helaman 11:17).

Und ließ auf die Erde Regen fallen. Auf die Zwiesprache Nephis mit dem Herrn hin, ließ dieser nach der vorher aufgrund dessen, dass das Volk sich gegen den Herrn entschieden hatte, verhängten Dürre, wieder regnen, sodass es wieder Nahrung haben konnte. Diesen Zusammenhang zwischen Bündnisse halten und Regen, kennen wir auch schon aus der Zeit des Mose. Er rief das ganze Volk Israel zusammen und verkündete ihm die Gesetze und Rechtsvorschriften (Deuteronomium 5:1). Im Gegensatz zu Ägypten, aus dem der Herr sie befreit hatte, müssten sie in dem Land, in das sie nun bald einziehen sollten, ihre Anpflanzungen nicht künstlich bewässern, sondern der Herr würde sich darum kümmern (Deuteronomium 11:10). Würde das Volk die Gebote des Herrn halten, würde er im Land zur rechten Zeit regnen lassen (Deuteronomium 11:13-15). Würden sie sich aber von ihm abwenden, würde er den Himmel verschließen und die Erde würde keinen Ertrag erbringen (Deuteronomium 11:16-17). Das Volk wurde aufgefordert, diese Worte des Herrn in Herz und Seele zu verankern und sie seinen Kindern zu lehren.

Dem Volk wurde auch noch eine Gedächtnisstütze angeraten: Die Worte auf einem um das Handgelenk gebundenen Riemen bei sich tragen, auf einem Schmuckband an der Stirn, ja sogar auf die Türpfosten und Stadttore sollte es diese schreiben (Deuteronomium 11:18-20). Ich bin so dankbar, dass wir heute in unseren Gedächtnisstützen nicht ganz so eingeschränkt sind. Wir können die gesamten heiligen Schriften als Leichtgewicht überall hin bei uns tragen, in der Jackentasche, in der Handtasche und sie zu jeder passenden Zeit aufschlagen, und uns in Erinnerung rufen. Ebenso unsere Familienmitglieder. Worauf wir allerdings achten sollten: geladener Akku. Wenn ich mich erinnert habe, brauche ich nur noch nach den in Erinnerung gerufenen Worten des Herrn handeln und der Herr wird seinen Segen herabschütten. Welche Antwort hättest du auf die Frage, warum es manchmal viel zu viel Regen und woanders viel zu wenig gibt?

dürre(Bild: Quelle)

Ich weiß, dass du auch diesmal auf meine Worte hören wirst

Nephi wurde von den Richtern bekniet, den Herrn zu bitten, dass die Hungersnot ein Ende nehmen würde. Weil Nephi sah, dass das Volk sich gedemütigt hatte und Umkehr geübt hatte, kam er der Bitte nach und sprach mit dem Herrn darüber (Helaman 11:8-12). „O Herr, höre doch auf mich, und laß es gemäß meinen Worten geschehen, und schicke Regen auf das Antlitz der Erde, damit sie ihre Frucht hervorbringe und ihr Getreide zur Zeit des Getreides. 14  O Herr, du hast auf meine Worte gehört, als ich sprach: Laß eine  Hungersnot sein, damit die Seuche des Schwertes aufhöre; und ich weiß, daß du auch diesmal auf meine Worte hören wirst, denn du hast gesagt: Wenn dieses Volk umkehrt, werde ich es verschonen.“ (Helaman 11:13-14).

Ich weiß, dass du auch diesmal auf meine Worte hören wirst. Wieder erkennen wir, dass Nephi nicht im Sinn hatte, seine ihm von Gott gegebene Macht, in rachsüchtiger Weise über das Volk auszuüben. Aus menschlicher Sicht hätte er wohl Grund genug dazu gehabt. Er wurde ja vorher vom Volk wegen seiner Aufforderung Umkehr zu üben verfolgt (Helaman 10:15). Wie liebevoll und vergebungsbereit hat er doch gehandelt. Er hat Gott in keinster Weise in dessen Vertrauen in ihn enttäuscht und hat die Macht, die ihm übertragen wurde (Helaman 10:5-6) nur in seinem Sinn eingesetzt. Er setzte sich bei Gott für die Rettung seiner einstigen Peiniger ein.

Welch beispielhafte Nähe zu dem Handeln dessen, der alles Leid der Menschheit auf sich nahm und sein Leben für seine Peiniger hingab um es wiederaufzunehmen. Nephi setzte sich für die Errettung vom vorzeitigen physischen Tod seiner Mitmenschen ein und Jesus für die Auferstehung jedes Einzelnen und Erlangung `ewigen Lebens´ für diejenigen, die ihm hier auf Erden in Wort und mit Tat nachfolgen würden (3. Nephi 15:9). Was denkst du gehört alles dazu, um ewiges Leben zu erlangen?

Jesu leiden in Getsemani
(Matthäus 26:36; Bild: Quelle)

Als Nephi sah, dass das Volk umgekehrt war und sich in Sackleinen demütigte

„Und es begab sich: Die Richter sprachen zu Nephi gemäß den Worten, die gewünscht worden waren. Und es begab sich: Als Nephi sah, daß das Volk umgekehrt war und sich in Sackleinen demütigte, schrie er abermals zum Herrn, nämlich:“ (Helaman 11:9).

Als Nephi sah, dass das Volk umgekehrt war und sich in Sackleinen demütigte. Sich in Sackleinen demütigen, was bedeutet das nun wieder? Du kennst sicherlich die Redewendung „In Sack und Asche gehen“. Sie leitet sich aus der Bibel ab. Wenn die Menschen des Volkes Israels um etwas trauerten oder etwas besonders bereuten, legten sie ein Trauer- oder Bußgewand an (Esther 4:1-3). Als z. B. Jona dem Volk in Ninive Umkehr predigte, erkannte es sein Fehlverhalten und sein König befahl, es „… sollen, sowohl Menschen als Vieh, in Sackleinen gekleidet sein und mit aller Macht zu Gott rufen und umkehren ein jeder von seinem bösen Wege 4  und von dem Unrecht ablassen, das an seinen Händen klebt!“ (Jona 3:8, Menge Bibel; in der Einheitsübersetzung ist `Sackleinen´ mit `Trauergewand´ übersetzt). Asche galt als Zeichen der Trauer und Umkehr. Wenn ein Mensch sich seiner Schuld bewusst war, legte er nicht die wertvollste Kleidung die er besaß an, sondern bekleidete sich mit grobem Tuch, Sackleinen.

Sich in Sackleinen kleiden, bekundete also nach außen hin, dass derjenige sein Fehlverhalten erkannt hatte, sich vor dem Herrn demütigte und bereit war umzukehren, `in Sack und Asche´ Buße zu tun (Lukas 10:13). Heutzutage werden wir kein äußeres Zeichen der Umkehr in Form von Kleidung anlegen. Diejenigen, die ihre Fehler erkannt haben, werden sich um „… ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist …“ bemühen (2. Nephi 2:7; 3. Nephi 9:20). Dass sie wahrhaft umgekehrt sind, erkennt man daran, dass sie denselben Fehler nicht wieder machen (Lehre und Bündnisse 58:42-43). Und nur dank des Sühnopfers von Jesus Christus, kann unsere Umkehr wirksam und von Gott angenommen werden (1. Johannes 1:7). Wie dankbar können wir sein! Wie zeigt sich deine Umkehr?

Film "Das Turiner Pferd": Sack und Asche(Bild: Quelle)

Darum schreie zum Herrn, …, er möge diese Hungersnot von uns abwenden

Die Hungersnot unter den Nephiten und Lamaniten (Helaman 11:6) führte zu folgender Reaktion: „Und das Volk fing an, seinen obersten Richtern und seinen Führern zuzusetzen, daß sie zu Nephi sprechen sollten: Siehe, wir wissen, daß du ein Mann Gottes bist, und darum schreie zum Herrn, zu unserem Gott, er möge diese Hungersnot von uns abwenden, damit nicht alle Worte, die du in bezug auf unsere Vernichtung gesprochen hast, in Erfüllung gehen.“ (Helaman 11:8).

Darum schreie zum Herrn, …, er möge diese Hungersnot von uns abwenden. Bei dieser Aufforderung der Nephiten an ihre obersten Richter und Führer fällt mir eine Parallele aus dem Alten Testament ein. Das Volk unter der Führung von Mose war vom Berg Hor aus in Richtung Rotem Meer unterwegs und verlor wiedermal die Geduld und murrte gegen Mose und gegen Gott. Daraufhin schickte der Herr giftige Schlangen. Wer von ihr gebissen wurde, starb (Numeri 21:4-6). „Da kam das Volk zu Mose und sagte: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den HERRN und gegen dich aufgelehnt. Bete zum HERRN, dass er uns von den Schlangen befreit!“ (Numeri 21:7).

Ich lerne daraus, dass ich mich gar nicht erst in eine solche Zwangslage bringen sollte. Wenn ich von vornherein vermeide, mich gegen den Herrn zu stellen, werde ich auch nicht in eine solche lebensbedrohliche Lage kommen und muss nicht meine Kirchenführer auffordern, für mich zum Herrn zu `schreien´. Ungeachtet dessen glaube ich, dass sie regelmäßig, vom Bischof bis zum Propheten, ihre Stimme wegen uns, ihren ihnen anvertrauten Seelen, zu Gott erheben, zu ihm schreien, dass wir ihn doch erkennen mögen und seiner liebevollen väterlichen Einladung `zu ihm zu kommen´ (Johannes 6:35) und ihm zu folgen (Markus 10:21), aus tiefstem Herzen nachkommen. In welchen Angelegenheiten `schreist du´ zu Gott?

kommt(Bild: Quelle)

Sie fingen an, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern

Der Streit unter den Nephiten bezüglich der Warnungen Nephis, des Sohnes Helaman des Jüngeren, und seiner Aufforderung Umkehr zu üben (Helaman 10:11-12), führte schließlich zu Krieg (Helaman 11:1). Nephi sah die Möglichkeit, das Volk durch Hungersnot doch noch zur Gotteserkenntnis zu führen und er nutze seine ihm vom Herrn übertragene Macht (Helaman 10:5) und führte eine solche herbei (Helaman 11:4). Das Volk brachte sich also nicht unverzüglich gegenseitig um, sondern es sah seinen Tod aufgrund Nahrungsmangels (Helaman 11:5-6) langsam auf sich zukommen und hatte so noch die Möglichkeit sich zu besinnen: „Und es begab sich: Das Volk sah, daß es daran war, durch Hungersnot zugrunde zu gehen, und sie fingen an, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern; und sie fingen an, sich der Worte Nephis zu erinnern.“ (Helaman 11:7).

Sie fingen an, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern. Immer wieder erkennen wir in der Geschichte der Menschheit: wenn es den Menschen dreckig geht und sie dem Tod ins Auge sehen, entbrennt in ihnen der Gedanke an eine Macht, die sie doch noch retten könnte und sie fangen an zu beten. So also auch hier im Fall der Nephiten. Nephis Gedankengang geht auf. Sie fingen an `sich zu erinnern´.

Ich lerne daraus, dass ich mich auch `erinnern´ sollte, und zwar bevor irgendein schlimmes Ereignis mich dazu drängt. Bevor ich etwas gegen den Willen des Herrn tue, soll ich mich an die Worte und Ermahnungen der Propheten des Herrn erinnern und mir über die Folgen meines Handelns klar werden. Dann muss ich abwägen, was für meinen ewigen Fortschritt das Beste ist und mich dafür entscheiden, anstatt nur kurzfristigen weltlichen Vergnügungen nachzugehen. Wenn es z. B. darum geht abhängig machende Substanzen zu konsumieren, kann ich auf bisher aufgenommene Eindrücke zurückgreifen – erinnern, die mir zum einen sagen, dass der Herr mich davor warnt (Lehre und Bündnisse 98) und zum anderen die Wissenschaft inzwischen eindeutig rät: „Null Alkohol“ (z. B. Dr. Emmanuela Gakidou of the Institute for Health Metrics and Evaluation at the University of Washington: „Zero alcohol consumption minimizes the overall risk of health loss.“ lies hier). Schon die kleinsten Mengen zerstören Zellen im Gehirn, abgesehen von all den anderen negativen Folgen gesundheitlicher Art: Magen, Leber, Bewusstseinsstörungen … und den enormen volkswirtschaftlichen Kosten (näheres siehe beispielhaft hier). Das Problem: die meisten Schädigungen treten ja nicht sofort ein. Übrigens: zuzeiten Joseph Smith, dem der Herr dieses Gesundheitsgesetz 1833 offenbarte, wusste man über die gesundheitsschädigende Wirkung noch nichts; für mich ein eindeutiger Beweis, dass er ein Prophet des Herrn war. Was unternimmst du, um dich an ermahnende Worte Gottes zu `erinnern´?

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Es fingen Streitigkeiten an

Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, erfüllte gehorsam und vollständig den Auftrag des Herrn (Helaman 10:11): „Und es begab sich: So ging er hin im Geist, von einer Menge zur anderen, und verkündete das Wort Gottes, ja, bis er es ihnen allen verkündet hatte oder es unter alles Volk gesandt hatte. 18  Und es begab sich: Sie wollten nicht auf seine Worte hören; und es fingen Streitigkeiten an, so sehr, daß sie untereinander uneinig wurden und anfingen, einer den anderen mit dem Schwert zu töten.“ (Helaman 10:17-18).

Es fingen Streitigkeiten an. Wir können immer wieder im Laufe der Menschheitsgeschichte erkennen, wie Meinungsverschiedenheiten letztendlich auf eine blutige Art und Weise ausgetragen werden. Irgendwie ist der Mensch nicht in der Lage seine Emotionen im Griff zu halten. Das Austragen unterschiedlicher Meinungen führt leider viel zu Häufig zu blutigen Auseinandersetzungen.

Wir erleben es gerade auch anhand der Meinungsverschiedenheiten beim Thema Emigration. Die Emotionen werden solange geschürt, bis Menschen sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als dass sie aggressiv werden. Und dieses Schüren, da mischt einer in besonderer Weise mit: Satan. Der Teufel freut sich darüber und hilft uns, dass Streit in Handgreiflichkeiten ausartet, bis hin zu Krieg. Sogar innerhalb der Kirche erleben wir es heutzutage immer wieder, dass Meinungsverschiedenheiten die Gemüter hochkochen lassen. Ich lerne, dass ich Streit, anhaltende Auseinandersetzungen zwischen Personen oder Institutionen, vermeiden muss. In einer besonderen Konferenz, die König Benjamin um die 124 v. Chr. abhielt (Mosia 2:1-2), forderte er sein Volk auf, Streitigkeiten zu vermeiden (Mosia 2:32). Ich muss mir im Klaren sein, dass der Geist des Streites vom Teufel kommt und es nicht die Lehre des Herrn ist miteinander zu streiten (3. Nephi 11:29-30). Meinungsverschiedenheiten wird es immer geben, aber wir dürfen uns nicht vom Teufel dazu verleiten lassen, im Zorn miteinander zu streiten! Wie kann ich Streit vermeiden? Indem ich `ungezogene Fragen´ zurückweise, denn sie rufen Streit hervor. Der Herr fordert seine Knechte auf nicht streitsüchtig zu sein (2. Timotheus 2:23-24). Wie stehst du zum Thema Streit?

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