Wenn du zu diesem Berg sagen wirst

Der Herr erläutert Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren, beispielhaft, was er mit dieser Art von Macht, die er ihm überträgt, bewirken kann: „Und so, wenn du zu diesem Tempel sagen wirst, er solle entzweibrechen, so wird es geschehen. 9  Und wenn du zu diesem Berg sagen wirst: Stürze dich nieder und sei eben, so wird es geschehen. 10  Und siehe, wenn du sagen wirst, Gott werde dieses Volk schlagen, so wird es sich begeben.“ (Helaman 10:8-10).

Wenn du zu diesem Berg sagen wirst. Du kennst ganz sicher die Redensart: Der Glaube kann Berge versetzen. Doch mit der Umsetzung hapert es doch meist. Auch gut so, denn sonst würde wohl die Schöpfung des Herrn ganz schön durcheinander gebracht werden – jeder will einen Berg ganz woanders haben. Diese Redensart ist, wie so viele, auch der Bibel entsprungen. Im Zusammenhang mit dem Ereignis des vom Herrn verfluchten Feigenbaumes sagt Jesus seinen Jüngern, sie sollten Glauben an Gott haben und führt weiter aus: „… Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer! und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen.“ (Markus 11:23).

Damit hat Jesus zum Ausdruck gebracht, dass der Glaube eine uns unerklärliche, unfassbare, aber dennoch reale Macht ist. Sie ist so groß, dass einem alles zuteilwerden würde, worum man den Herrn bitten würde (Markus 11:24). Etwas schiebt Christus allerdings noch nach, was man gerne leicht überliest: „Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.“ (Markus 11:25). Ich lerne, dass Glauben, Beten und Vergeben drei Dinge sind, die mir ganz enormen Fortschritt ermöglichen, wenn ich sie richtig anwende. Diese Macht `Berge zu versetzen´ und alles vom Herrn zu erbitten und es zu bekommen, wird allerdings nie im Gegensatz zu Gottes Willen funktionieren (Helaman 10:5). Einem Vater, der wegen der Heilung seines vom stummen Geist besessenen Sohnes zu Jesus kam, sagte dieser: „… Alles kann, wer glaubt.“ (Markus 9:23)? So wie dem Vater geht es in vielen Dingen auch mir: „Da rief der Vater des Knaben: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9:24). Wie gehst du mit Glauben, Beten und Vergeben um?

angst_illusion(Bild: Quelle)

Ich gebe dir Macht, dass, was auch immer du auf Erden siegeln wirst, im Himmel gesiegelt sein wird

Christus spricht weiter zu Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren: „Siehe, ich gebe dir Macht, daß, was auch immer du auf Erden siegeln wirst, im Himmel gesiegelt sein wird, und was auch immer du auf Erden lösen wirst, im Himmel gelöst sein wird; und so wirst du Macht unter diesem Volk haben.“ (Helaman 10:7).

Ich gebe dir Macht, dass, was auch immer du auf Erden siegeln wirst, im Himmel gesiegelt sein wird. Kommt dir diese Aussage nicht auch sehr bekannt vor? Jesus Christus hatte mit fast denselben Worten diese siegelnde Vollmacht, gültig für die Erde, als auch für den Himmel, für das irdische Leben, als auch für das Leben nach diesem Erdendasein, seinem Apostel Petrus übertragen. Und Christus sagt noch, dass dies die Schlüssel des Himmelreichs sind (Matthäus 16:19).

Was bedeutet nun diese weitreichende und umfassende siegelnde oder bindende Macht des Priestertums Gottes? Unter anderem ist es die göttliche Macht, Mann und Frau nicht nur für dieses Erdenleben aneinander zu binden, sondern auch für `alle Zeit und Ewigkeit´, ebenso deren Kinder an sie und untereinander, als ewige Familie. Diese Macht wurde durch den Propheten Elija auf Joseph Smith, den Propheten der Wiederherstellung, übertragen (Lehre und Bündnisse 110:13-16). Es ist sogar die Macht, mit der diejenigen, denen diese Macht von Gott erteilt wurde, Sünden auf Erden, als auch im Himmel, vergeben, oder aber zu belassen können (Lehre und Bündnisse 132:46). Ja und alle Bündnisse, die mit dem Herrn geschlossen werden, haben nur Gültigkeit für Zeit und Ewigkeit, wenn sie durch die Macht des `Heiligen Geistes der Verheißung´ gesiegelt werden (Lehre und Bündnisse 132:7). Und er wird sie nur dann endgültig siegeln, wenn wir ihnen treu geblieben sind, bis wir von der Erde abberufen werden. Wie wunderbar, dass wir in einer Zeit leben dürfen, in der diese Macht Gottes wieder auf Erden ist. Welche Gedanken bewegen dich in Bezug auf diese Macht?

A painting by Dan Lewis showing Elijah in a white robe, standing by a window inside the Kirtland Temple and talking to Joseph Smith and Oliver Cowdery.Elia bringt die siegelnde Vollacht
(Bild: Quelle)

Dass du Macht haben wirst über dieses Volk

Der Herr führt nun in dem persönlichen Gespräch das er mit Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren führt, aus, welche Macht er ihm im Einzelnen erteilt: „Siehe, du bist Nephi, und ich bin Gott. Siehe, ich verkünde dir in der Gegenwart meiner Engel, daß du Macht haben wirst über dieses Volk und die Erde mit Hungersnot schlagen wirst und mit Seuche und Vernichtung, gemäß der Schlechtigkeit dieses Volkes.“ (Helaman 10:6).

Dass du Macht haben wirst über dieses Volk. Entsprechend der Schlechtigkeit des Volkes bekam Nephi Macht, das Volk mit Hungersnot, Seuche und Vernichtung zu schlagen. Welche Bürde ist ihm da auferlegt worden. Wie er damit umging, erfahren wir im weiteren Verlauf des Berichtes.

Eine Parallele fällt mir da bei Elia aus Tischbe ein, der in der Zeit der Könige Ahab und Ahasja im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts v. Chr. im Nordreich Israel wirkte. Der Prophet kündigt gegenüber dem König Ahab eine mehrjährige Dürre an, die über das ganze Land kommen wird, und zwar aufgrund dessen, dass die Israeliten des Nordreiches den Gott Baal anbeteten (1. Könige 17:1; 18:17-18). Dies war eine Kampfansage an diesen Götzen, der als Herrscher über Regen und Fruchtbarkeit verehrt wurde. Nach dreieinhalb Jahren Dürre betete Elia, diesmal aber darum, dass es wieder regnen möge (Jakobus 5:17-18). Auf sein Wort hin endete die Dürre (1. Könige 18:41-46). Ich lerne, dass der Herr denjenigen, denen er vertrauen kann, Macht verleiht, Dinge zu tun, die nur durch seine göttliche Macht bewerkstelligt werden können. Er weiß, dass diese Menschen nichts gegen seinen Willen veranlassen würden. Dieses Vertrauen zu erlangen, ist etwas Erstrebenswertes. Nicht um über andere zu herrschen, sondern um sie mit der Macht der christusähnlichen Nächstenliebe einzuladen, zu ihm, unserem Retter, zu kommen. Nach welcher Macht strebst du?

eliaWährend der Dürre wird Elija von Raben versorgt
(1. Könige 17:2-4; Bild: Quelle)

Ich werde dich mächtig machen …, dass dir alles gemäß deinem Wort geschehe

Der Herr spricht weiter zu Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren: „Und nun, weil du dies so unermüdlich getan hast, siehe, so werde ich dich segnen immerdar; und ich werde dich mächtig machen im Wort und im Tun, im Glauben und in Werken; ja, selbst so, daß dir alles gemäß deinem Wort geschehe, denn du wirst nichts erbitten, was gegen meinen Willen ist.“ (Helaman 10:5).

Ich werde dich mächtig machen …, dass dir alles gemäß deinem Wort geschehe. Ein unglaublicher Vertrauensbeweis, den der Herr gegenüber Nephi hier aufbringt. Alles, was Nephi aussprechen würde, würde der Herr eintreten lassen. Wie kann das sein? Der Herr kannte Nephi und wusste, dass er niemals etwas gegen seinen Willen veranlassen würde. In all seinem vorherigen Tun, hat Nephi dem Herrn dies auch schon bewiesen und deshalb segnete er ihn mit dieser unwahrscheinlich überirdischen Macht. Wie wir im weiteren Verlauf sehen werden, nutzt Nephi sie auch nur zum Wohl seiner Mitmenschen.

Diese Macht, die Nephi dort übertragen wurde, war natürlich auch eine ganz enorme Bürde, die nun auf ihm lastete. Was kann ich nun wieder aus diesem Ereignis für mein tägliches Leben ableiten? Dadurch, dass der Herr denjenigen, die mit ihm Bündnisse eingegangen sind, einen Teil seiner Macht übertragen hat, z. B. das Priestertum, hat er auch ihnen dieses große Vertrauen entgegengebracht. Insbesondere seinem Propheten und seinen Aposteln. Er kennt alle seine Kinder schon aus dem Vorherdasein (Jeremia 1:5) und weiß, dass die von ihm berufenen, mit der ihnen übertragenen Macht, keine `ungerechte Herrschaft` ausüben würden. Würden sie es dennoch tun, dann hätte ihre Macht ein Ende (Lehre und Bündnisse 121:37). Auch auf ihren Schultern liegt also eine ganz enorme Last, die Macht, die ihnen vom Herrn übertragen wurde, nur in der Art und Weise zu nutzen, dass sie ihren Brüdern und Schwestern, ihren Mitmenschen, zum ewigen Fortschritt und Nutzen gereichen würde. Dies gilt sowohl für den Propheten, als auch bis zum jüngsten Diakon und sonstigen Verantwortungsträgern, bzw. sonstiger Verantwortungsträgerin, in den Gemeinden der Kirche des Herrn. Dieser Verantwortung muss sich ein jeder im Reich Gottes bewusst sein, denn ein jeder, der Bündnisse mit ihm eingegangen ist, ist von ihm berufen, seinem Nächsten zu helfen, zu Christus zu kommen (Lehre und Bündnisse 20:59). Wie stellst du sicher, dass du die Macht, die Gott dir übertragen hat, auch nur in seinem Sinn nutzen wirst?

Macht und Glauben nur zum Segen von Menschen nutzen – so wie Jesus
(Bild: Quelle)

Gesegnet bist du, Nephi, um deswillen, was du getan hast

Nephi befand sich auf seinem Weg in sein Haus. Dabei hatte er über die Ereignisse nachgedacht, die sich gerade abgespielt hatten, als er die Stimme des Herrn vernahm (Helaman 10:2-3): „Gesegnet bist du, Nephi, um deswillen, was du getan hast; denn ich habe gesehen, wie du diesem Volk unermüdlich das Wort verkündet hast, das ich dir gegeben habe. Und du hast sie nicht gefürchtet und warst nicht auf dein eigenes Leben bedacht, sondern warst auf meinen Willen bedacht und daß du meine Gebote hältst.“ (Helaman 10:4).

Gesegnet bist du, Nephi, um deswillen, was du getan hast. Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, hatte `unermüdlich´ das Wort Gottes verkündet, sich dabei nicht geschont und auf den Willen des Herrn geachtet. Aus diesem Grund sagte ihm der Herr in einem persönlichen Gespräch, dass er gesegnet sei.

Dieser Nephi hat sich wohl ein Beispiel an seinen Vorfahren Jakob und Joseph, den jüngeren Brüdern Nephis, des Sohnes von Lehi, der aus Jerusalam ausgewandert war, genommen. Sie waren durch die Hand Nephis zu Priestern und Lehrer ordiniert worden und haben ihr Amt vor dem Herren groß gemacht und lehrten ihrem Volk das Wort Gottes `mit allem Eifer´ (Jakob 1:19). Unermüdlich das Wort Gottes verkünden, das bedarf sicherlich eines größeren Aufwandes und der Zurückstellung eigener vordergründigererInteressen. In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist jedes Mitglied aufgerufen Zeugnis vom Wort Gottes abzulegen, durch Wort als insbesondere auch durch die Tat. Der damalige Präsident der Kirche, David O. McKay, hatte basierend auf Lehre und Bündnisse 88:81, folgendes Motte berühmt gemacht: „Jedes Mitglied ein Missionar“. Ich bin gewarnt worden und bin bemüht, unermüdlich – mit Ausdauer und Fleiß – meine Mitmenschen zu warnen. Es gelingt mir auch nicht nur annähernd so `unermüdlich´, wie Nephi und all den anderen früheren Missionaren von denen wir in der Schrift lesen, aber ich gebe nicht auf mich zu verbessern. Womit bist du gerne `unermüdlich´ beschäftigt, sodass Gott sagen kann: „Gesegnet bist du“?

Homepage. Obstweg. BIENEN - C HMBienen, die unermüdlichen Pollensucher
(Bild: Quelle)

Er war wegen der Schlechtigkeit des Volkes der Nephiten, … sehr niedergeschlagen

Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren war auf seinem Heimweg in tiefe Gedanken über die vorangegangenen Ereignisse vertieft (Helaman 10:2). „Und es begab sich: Als er so nachdachte—und er war wegen der Schlechtigkeit des Volkes der Nephiten, ihrer geheimen Werke der Finsternis und ihrer Morde und ihrer Plünderungen und allerlei Übeltaten sehr niedergeschlagen—, und es begab sich: Als er so im Herzen nachdachte, siehe, da erging an ihn eine Stimme, nämlich:“ (Helaman 10:3).

Er war wegen der Schlechtigkeit des Volkes der Nephiten, … sehr niedergeschlagen. Einem sich `niedergeschlagen´ fühlen muss eine Auseinandersetzung vorausgegangen sein, in der man der Unterlegene war. Man fühlt sich besiegt und muss eine Niederlage eingestehen. Das ist kein Erlebnis, das einem Freude bereitet. Es trübt die Stimmung. Worin lag nun die Niedergeschlagenheit Nephis? Einerseits hat seine Auseinandersetzung mit den Richtern und dem Volk (Helaman 9:21) doch dazu geführt, dass einige zum Glauben an Gott gefunden haben (Helaman 9:39), andererseits ließen sie Nephi einfach stehen (Helaman 10:1). Er musste aber auch an ihre `Werke der Finsternis´ denken. Nephi hatte eine Phase starker geistiger Anstrengung hinter sich, in der er bemüht war, die Richter und das Volk davon zu überzeugen, dass sie einen Weg beschritten, der sie unweigerlich ins Verderben führen würde. Nachdem diese Phase nun vorüber war, reagierte der Körper mit einer starken Niedergeschlagenheit.

Hast du auch schon solche Phasen durchlebt? Es muss sich ja nicht gerade um eine öffentliche Auseinandersetzung gehandelt haben. Oft kommt man ja auch in solche Situationen durch eigene geistige Kämpfe gegen die Anfechtungen Satans. Wenn man in diesen unterliegt, wird sicherlich keine Euphorie aufkommen sondern eher Niedergeschlagenheit. Oftmals äußert sich diese sogar darin, dass man sich noch weiter von Gott entfernt. Das ist eindeutig die falsche Reaktion. Ich lerne aus der Schrift, dass wenn ich im Kampf gegen Satan nicht aufgebe, meine Bedrängnisse mit Geduld trage, der Herr mir letztendlich Erfolg schenken wird (Alma 26:27). Wie gehst du mit Niedergeschlagenheit um?

Datei:Holzfigur unter Steinen Depression.jpg(Bild: Quelle)

Und dachte über das nach, was der Herr ihm gezeigt hatte

Als nun das Volk Nephi alleine stehen ließ, machte er sich auf den Weg zurück zu seinem Haus. „Und es begab sich: Nephi ging seinen Weg zu seinem eigenen Haus und dachte über das nach, was der Herr ihm gezeigt hatte.“ (Helaman 10:2).

Und dachte über das nach, was der Herr ihm gezeigt hatte. Heute passiert es wohl nur wenigen so, dass sie auf ihrem Heimweg von der Arbeit oder dem Einkauf `nachdenken´. Meist lenken sie sich mit aus den Ohrhörern dringender Musik oder mit auf das Smartphone gesenktem Blick, von den erlebten Ereignissen ab. Anders Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren. Als er sich auf seinen Heimweg begab, dachte er ernsthaft und tief über die heiligen vorangegangenen Ereignisse nach.

Wie wir im weiteren Verlauf sehen werden, kann ein solches Verhalten oft zu Offenbarungen führen und einem das Verständnis erweitern. So geschah es nur, um ein Beispiel zu nennen, dem Namensvetter Nephis, dessen Vater Lehi war. Er hatte von seinem Vater wunderbare Dinge gehört und saß nun da und `sann in seinem Herzen nach´. Die Folge, er wurde im Geist des Herrn hinweggeführt und als vertiefende Bestätigung, wurde ihm von einem Engel des Herrn der Traum seines Vaters erklärt (1. Nephi 11:1ff). Der derzeitige Prophet und Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Russel M. Nelson, hat uns allen auch in unseren Zeiten empfohlen, regelmäßig einen `ruhigen Ort´ aufzusuchen, um uns demütig mit all unseren Fragen an Gott zu wenden, um von ihm Antwort und Trost zu empfangen. Er empfiehlt uns dann das zu notieren, was uns in den Sinn kommt. Wenn wir Tag für Tag so vorgehen, würden wir in das Prinzip der Offenbarung hineinwachsen (siehe hier). Welche Einstellung hast du zu persönlicher Offenbarung von Gott?

offenbarungThe Revelation of St. John the Divine, by Paul Mann
(Bild: Quelle)

Und es begab sich

Der Sachverhalt mit der Ermordung des obersten Richters Siezoram war jetzt geklärt und einige glaubten nun, dass Nephi ein Prophet ist und bekehrten sich, andere wiederum nicht: „Und es begab sich: Unter dem Volk kam es zu einer Teilung, so daß sie sich hierhin und dorthin teilten und ihrer Wege gingen, und sie ließen Nephi allein, wie er in ihrer Mitte stand.“ (Helaman 10:1).

Und es begab sich. Manchen Lesern des Buches Mormon erscheint die häufige Verwendung dieser Redewendung zumindest merkwürdig. Allerdings handelt es sich nicht um ein Alleinstellungsmerkmal des Buches Mormon. Sowohl im Alten (31 mal in der Lutherbibel 2017), als auch im Neuen Testament (32 mal in der Lutherbibel 2017) wird diese Redewendung häufig benutzt. Erstaunlicherweise aber nicht mehr in der neuen deutschen Einheitsübersetzung 2016. Hingegen taucht diese Phrase in der King James Version – „And it came to pass“ – im Alten Testament 336 mal und im Neuen 59 mal auf. Also keine ungebräuchliche literarische Formulierung der alten Zeit.

Mark Twain scherzte einmal, wenn Joseph Smith die vielen Fälle von „Und es begab sich“ aus dem Buch Mormon ausgelassen hätte, wäre das Buch nur eine Broschüre. ( Roughing It, Hartford, Conn .: American Publishing Co., 1901, S. 133.). Allerdings wird durch diese Phrase die Authentizität des Buches Mormon in besonderer Weise bestätigt. Diese Redewendung deutet in den heiligen Schriften jeweils auf ein wichtiges Ereignis in der Vergangenheit hin. Eine andere Phrase deutet auf Zukünftiges hin: „Und es wird sich begeben“ (1. Nephi 14:1), während wieder eine andere auf das Gegenwärtige abzielt: „Und nun begab es sich“ (1. Nephi 17:19). Diese drei Phrasen deuten auf die Definition des Herrn von `Wahrheit´ hin: „und Wahrheit ist Kenntnis von etwas, wie es ist und wie es war und wie es kommen wird;“ (Lehre und Bündnisse 93:24). Dass Joseph Smith, der Prophet der Wiederherstellung, genau diese drei Phrasen („Und nun begab es sich” entspricht den Dingen, wie sie sind; „Und es begab sich” entspricht den Dingen, wie sie waren; „Und es wird sich begeben” entspricht den Dingen, wie sie kommen werden.) bei der Übersetzung des Buches Mormon konsequent richtig verwendete, ist ein Zeugnis dafür, dass er die goldenen Platten durch die Macht Gottes übersetzte. Mehr kannst du hier nachlesen. Was sind deine Gedanken zu diesen Redewendungen in den heiligen Schriften?

und es begab sich(Bild: Quelle)

Dann gab es einige, … die sagten, Nephi sei ein Prophet.… Und … andere, … er ist ein Gott

„Und dann gab es einige unter dem Volk, die sagten, Nephi sei ein Prophet. 41  Und es gab andere, die sprachen: Siehe, er ist ein Gott, denn wenn er nicht ein Gott wäre, könnte er nicht alles wissen. Denn siehe, er hat uns die Gedanken unseres Herzens gesagt und uns auch anderes gesagt; und er war es auch, der uns den wirklichen Mörder unseres obersten Richters zur Kenntnis gebracht hat.“ (Helaman 9:40-41).

Dann gab es einige, … die sagten, Nephi sei ein Prophet.… Und … andere, … er ist ein Gott. Aufgrund der von Nephi, dem Sohn Helaman des Jüngeren, vorhergesagten Ereignisse, die sich als wahr bestätigten, gab es einige, die meinten er sein ein Prophet und andere, die der Auffassung waren, dass so etwas nur ein Gott machen könnte.

Auf die Aufgaben eines Propheten bin ich schon in meinem gestrigen Blogbeitrag eingegangen. Sie treffen auf das Handeln von diesem Nephi zu. Zu der Auffassung zu kommen, dass er ein Gott sei, muss wohl an einem falschem Gottesverständnis gelegen haben. Aus der polytheistischen Mayakultur kennen wir u. a., dass auch sterbliche Menschen als Götter verehrt wurden (übliche Darstellungen in der Maya-Kunst zeigen Könige, welche einen Gott als Säugling im Arm tragen; siehe hier). Den Nephiten musste allerdings das rechte Gottesverständnis bekannt sein, denn alle Propheten haben ihn gelehrt (Mosia 18:26). Hieraus leitet sich die Frage ab, wie bekommt man die richtige Gotteserkenntnis? Für mich ist die Antwort ganz klar und eindeutig: durch Studium der heiligen Schriften und die Bestätigung durch den Heiligen Geist (1. Korinther 12:3). Allerdings auch noch durch die lebenden `besonderen Zeugen für Jesus Christus´, nämlich seinen berufenen Propheten und Aposteln (siehe hier; in Englisch mit aktuellem Stand der berufenen Diener hier), wie im gestrigen Blogbeitrag beschrieben. Ich schließe mich voll und ganz dem 1. Glaubensartikel an: „Wir glauben an Gott, den Ewigen Vater, und an seinen Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist.“ Wo holst du dir deine Gotteskenntnis her?

(Bild: Quelle)

Es gab auch einige, die wegen des Zeugnisses der fünf glaubten

Nach diesem ganzen Hin und Her um die Aussagen Nephis, der der Sohn Helamans ist, erfahren wir die Reaktion des Volkes: „Und es gab einige von den Nephiten, die den Worten Nephis glaubten; und es gab auch einige, die wegen des Zeugnisses der fünf glaubten, denn diese hatten sich bekehrt, als sie im Gefängnis waren.“ (Helaman 9:39).

Es gab auch einige, die wegen des Zeugnisses der fünf glaubten. Diese fünf Männer waren ausgesandt worden, um zu erkunden, ob die Vorhersagen, die Nephi über die Ermordung des obersten Richters gemacht hatte, wahr seien (Helaman 8:27). Sie gehörten auch zu jenen, die nicht an Nephis Aussagen glaubten, aber bereit waren zu glauben, wenn sie die Bestätigung vor Augen hätten (Helaman 9:1-2). Als sie dann das Ergebnis sahen, waren sie so erstaunt, dass sie zu Boden fielen und somit überzeugt waren, dass alle Aussagen Nephis stimmten (Helaman 9:4-5).

Zunächst braucht man eine Bestätigung, dass man demjenigen, der sich als Prophet ausgibt, auch wirklich vertrauen kann, ehe man allen seinen Aussagen Glauben schenkt: „Aber nun, als sie sahen, glaubten sie …“ (Helaman 9:5). Wenn man dann von seiner göttlichen Berufung überzeugt ist, weil das eingetreten ist, was er vorhergesagt hat, und weil man sich aufgrund von Bestätigung durch den Heiligen Geist bekehrt hat (Helaman 9:39), dann legt man auch gerne selber Zeugnis von dessen Berufung ab, und wird ihn auch gegenüber andersgläubigen verteidigen, wie es die fünf taten (Helaman 9:18). Aufgrund solcher Zeugnisse, werden wiederum andere berührt und zur Umkehr gebracht (Helaman 9:39). So bin auch ich aus tiefstem Herzen davon überzeugt, dass Präsident Russel M. Nelson der heute lebende und von Gott berufene Prophet auf Erden ist, und ich bezeuge dies gerne! Denn alles, was er tut, entspricht der Wahrheit und den Aufgaben eines Propheten. Ein Prophet empfängt Gebote, Prophezeiungen und Offenbarungen von Gott, gibt der Menschheit Gottes Willen und wahres Wesen bekannt, er prangert Sünde an und sagt ihre Folgen vorher, predigt Rechtschaffenheit, sagt durch Inspiration zum Nutzen der Menschheit die Zukunft vorher und legt hauptsächlich Zeugnis von Christus ab. Dies alles sehe ich bei Präsident Nelson. Wovon bist du überzeugt und legst gegenüber anderen darüber Zeugnis ab?

präsident nelsonPräsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Russel M. Nelson mit seiner Gattin
(Bild: Quelle)