Darum schrien sie zum Volk

Über die zornigen Richter, die der Gadiantonbande angehörten (Helaman 8:1), lesen wir weiter: „Darum schrien sie zum Volk, nämlich: Warum laßt ihr zu, daß dieser Mann uns schmäht? Denn siehe, er spricht dieses ganze Volk schuldig, ja, zur Vernichtung, ja, und auch, daß diese unsere großen Städte von uns genommen werden, so daß wir keinen Platz darin haben.“ (Helaman 8:5).

Darum schrien sie zum Volk. Die Richter waren über ihre Bloßstellung durch Nephi, den Sohn Helamans, in Zorn geraten und hatten die Absicht, ihn dafür zur Rechenschaft zu ziehen, trauten sich das aber nicht selber in die Wege zu leiten, sondern wollten das Volk dafür gewinnen, dies für sie zu erledigen (Helaman 8:4).

Wenn man stark gereizt wird, fällt es einem schwer gelassen zu reagieren. Man wird in seinem Tonfall sicherlich ungehalten und drückt dies auch durch eine höhere Lautstärke aus. Man fängt an sein Gegenüber anzuschreien. Wenn ich da in meiner Wortwahl nicht achtsam bin, kann dies sogar in eine Straftat ausarten. Zielt das Anschreien meines Gegenübers nämlich nicht nur auf Unhöflichkeit ab, sondern bekundet die `Missachtung der Person´, erfüllt dies den Straftatbestand der `Beleidigung´ und kann mit Geldstrafe geahndet werden. Werde ich dabei auch noch tätlich, droht mir sogar Freiheitsstrafe (StGB § 185). Wenn man in Rage ist, fällt es einem ganz leicht, diesen Straftatbestand zu erfüllten. Davor muss ich mich hüten. Wie? Ich muss an meiner Gemütsart arbeiten, mich in Sanftmut und Geduld üben (Galater 6:1), insbesondere, wenn ich im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehe (1. Timotheus 6:11). Wie reagierst du, wenn du gereizt wirst?

sanftmut(Bild: Quelle)

Doch wagten sie nicht, selbst Hand an ihn zu legen

Über die korrupten Richter der Nehiten wird uns berichtet: „Und diese Richter waren zornig auf ihn, weil er zu ihnen klar über ihre geheimen Werke der Finsternis gesprochen hatte; doch wagten sie nicht, selbst Hand an ihn zu legen, denn sie fürchteten das Volk, daß es ihnen widersprechen werde.“ (Helaman 8:4).

Doch wagten sie nicht, selbst Hand an ihn zu legen. Der französische Philosoph und Essayist Michel de Montaigne (1533 – 1592), prägte folgenden Aphorismus: „Feigheit, die Mutter aller Grausamkeit.“ Die Richter sahen sich durch Nephi, den Sohn Helaman des Jüngeren, in ihrem schlechten Tun ertappt und wurden daraufhin zornig auf ihn, waren aber zu feige, selber gegen ihn vorzugehen und stachelten so Teile des Volkes auf, dass es die dreckige Arbeit für sie erledigen sollte. Falls etwas schiefgehen sollte, waren sie es nicht.

Im Neuen Testament haben wir es auch mit ähnlichen Feiglingen zu tun, den Hohenpriestern, Schriftgelehrten und Ältesten. Sie stellten Jesus im Tempel eine Frage bezüglich seiner Vollmacht. Bevor Jesus ihnen Antwort geben wollte, sollten sie ihm eine Frage beantworten. Mit dieser Frage kamen sie in eine Zwickmühle und antworteten ausweichend „Wir wissen es nicht“, denn sie fürchteten sich mit jeder anderen Antwort vor den Leuten (Markus 11:27-33). Im weiteren Verlauf klagte Jesus die Gelehrten mit einem Gleichnis hart an und sie fühlten sich ertappt, wollten ihn gerne verhaften lassen, fürchteten aber die Menge (Markus 12:1-12). Ich lerne daraus, dass ich zu meinen Fehlern stehen muss, sie nicht vertuschen darf und wenn sie mir vorgehalten werden, nicht zornig werden darf. Ich darf auch nicht, wie ein Feigling, andere gegen sie aufhetzen, ich muss Manns genug sein, mich einem Kritikgespräch zu stellen. Das hilft mir am ehesten weitere Fortschritte machen zu können. Wie reagierst du, wenn du dich in deinen Fehlern ertappt fühlst?

John 8:12–58, Jesus and the PhariseesDie Pharisäer und Jesus
(Bild: Quelle)

Vieles hatte Nephi gesprochen, was nicht niedergeschrieben werden kann

Die korrupten Richter sprachen nun zu der Menge vor Nephis Grundstück: „Warum seht ihr den Mann an und hört ihm zu, wie er dieses Volk und unser Gesetz schmäht? 3  Denn siehe, Nephi hatte zu ihnen über die Verderbtheit ihres Gesetzes gesprochen; ja, vieles hatte Nephi gesprochen, was nicht niedergeschrieben werden kann; und nichts sprach er, was gegen die Gebote Gottes war.“ (Helaman 8:2-3).

Vieles hatte Nephi gesprochen, was nicht niedergeschrieben werden kann. Auch Helaman lehrte seine Söhne vieles, was nicht geschrieben ist (Helaman 5:13). Es gibt unterschiedliche Gründe, warum einige Dinge nicht niedergeschrieben werden.

  • Platzgründe
    Nephi, der Sohn Lehis, erklärt uns, dass er nicht ins Einzelne gehen kann, damit er Platz zum Schreiben für das hat, was von Gott ist (1. Nephi 6:3).
    Als über den Kampf Judas, des Makkabäers, einem kühnen Krieger (1. Makkabäer 2:66), nördlich von Jerusalem berichtet wird, wird uns mitgeteilt, dass über viele seiner kühnen Unternehmungen an dieser Stelle nicht weiter berichtet wird, es wäre ansonsten zu viel geworden (1. Makkabäer 9:22).
  • Heilige Dinge, die nicht für alle bestimmt sind
    Von Alma, dem Sohn Almas, lesen wir, dass er seinem Volk vieles lehrte, was nicht geschrieben werden kann (Alma 8:1). Vielleicht wegen der Heiligkeit dessen, was er lehrte?

Wir wissen, dass die Verfasser der heiligen Schriften durch den Geist geleitet, das niederschrieben, was für ihre Nachfahren von großer Bedeutung sein würde (Lehre und Bündnisse 69:2-3). Ebenso fühle ich mich angespornt, das niederzuschreiben, was für meine Nachfahren von Wichtigkeit sein könnte, es wird nicht meine ganze Geschichte sein, nicht nur des Platzes wegen, aber auch, weil es Persönliches gibt, was ich nicht preisgeben möchte. Einen klitzekleinen Teil meiner Geschichte findest du hier. Was hinterlässt du an Schrift für deine Nachkommen?

schreibfeder(Bild: Quelle)

Da gab es Männer, die Richter waren und die auch der geheimen Gadiantonbande angehörten

Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, hatte zu der sich vor seinem Garten versammelten Volksmenge geredet (Helaman 7:11). „Und nun begab es sich: Als Nephi diese Worte gesprochen hatte, siehe, da gab es Männer, die Richter waren und die auch der geheimen Gadiantonbande angehörten, und sie waren zornig, und sie schrien gegen ihn und sprachen zum Volk: Warum ergreift ihr nicht diesen Mann und bringt ihn hin, damit er gemäß dem Verbrechen, das er begangen hat, schuldig gesprochen werde?“ (Helaman 8:1).

Da gab es Männer, die Richter waren und die auch der geheimen Gadiantonbande angehörten. Wir sehen, dass nicht nur Leute vom gemeinen Volk Mitglieder der geheimen Verbindung waren, sondern auch hochgestellte Persönlichkeiten, die dafür verantwortlich waren, dass Gesetzesbrecher entsprechend ihren Taten gerichtet werden. Wie kann das zusammenpassen? Diese Richter, die für Gerechtigkeit sorgen sollten, waren selber Gesetzesbrecher. Es handelte sich eben um moralisch verdorbene Individuen, die sich um diverser Vorteile willen, bestechen ließen. Sie waren verderbt, korrumpiert.

Joschafat (Namensbedeutung: „Jhwh hat Recht gesprochen“ bzw. „Jhwh hat Recht verschafft / zum Recht verholfen“), um die 850 v. Chr. der König von Juda, sorgte dafür, dass für jede einzelne Stadt in Juda Richter bestellt wurden. Er wies diese an, aufzupassen, was sie tun, denn sie würden nicht im Auftrag von Menschen, sondern Gottes, Gericht halten. Sie sollten sich von der `Furcht des Herrn´ (Respekt, Hochachtung, Verehrung) leiten lassen und gewissenhaft handeln, „… denn beim HERRN, unserem Gott, gibt es keine Ungerechtigkeit, kein Ansehen der Person, keine Bestechlichkeit.“ (2. Chronik 19:4-7). Ich lerne für mich daraus, dass ich die Berufungen, die mir in der Kirche des Herrn übertragen werden, mit derselben `Furcht vor dem Herren´ ausüben soll. Ebenso gilt dies natürlich auch für weltliche Aufgaben, die mir anvertraut werden. Ich darf mich nicht `von Satan kaufen lassen´, also aufgrund meiner Stellung darauf schauen, dass ich so viel wie möglich Vorteil für mich, auf Kosten anderer, heraus schlage. Was sind deine Gedanken dazu?

Cartoon: Korruption (medium) by Jan Tomaschoff tagged korruption,korruption(Bild: Quelle)

Nicht aus mir selbst sage ich, dass all dies sein wird

Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, beendet seine Worte von seinem Turm aus zu der Volksmenge, die sich vor seinem Garten versammelt hatte (Helaman 7:11) folgendermaßen: „Aber siehe, nicht aus mir selbst sage ich, daß all dies sein wird, denn ich weiß all dies nicht aus mir selbst; sondern siehe, ich weiß, daß all dies wahr ist, weil der Herr, Gott, es mir kundgetan hat; darum bezeuge ich, daß es sein wird.“ (Helaman 7:29).

Nicht aus mir selbst sage ich, dass all dies sein wird. Nephi hatte dem Volk dessen Schlechtigkeit vorgehalten und ihm gesagt, welche gesetzmäßigen Folgen ihr Verhalten nach sich ziehen würde. Er `bezeugt´ ihnen nun am Ende seiner Ausführungen, dass er dies nicht von sich aus geredet hat. Er bekundet, dass die getätigten Aussagen nicht seinen eigenen Gedanken entstammen, sondern aufgrund von Offenbarung durch den Herrn ausgesprochen wurden.

Alma der Jüngere bestätigt vor etwa sechzig Jahren seine Worte an sein Volk in gleicher Weise. Er bezeugt, dass er alles, was er gesagt hat durch den Heiligen Geist Gottes zu wissen bekommen habe. Er sagt aber auch, dass er dafür zunächst eine Anstrengung hat erbringen müssen: er hat viele Tage gefastet und gebetet (Alma 5:45-46). Dies gibt mir das Beispiel, in welcher Weise Offenbarung durch den Heiligen Geist Gottes an einen ergehen kann. In den Fällen, in denen es mir an Weisheit mangelt (Jakobus 1:5), bereite ich mich durch Fasten und Gebet darauf vor, dass ich empfindsam werde für die feine und leise Stimme des Herrn, trotz des Getöses der Umwelt, die mir Antwort auf meine Fragen gibt (1. Nephi 17:45). Was denkst du über diese Möglichkeit, die jedem offen steht, Offenbarung von Gott zu empfangen?

Ausschnitt aus dem Gemälde „Die Offenbarung des Johannes“ von Paul Mann; Ausschnitt aus dem Gemälde Christus im Kornfeld von Thomas Francis Dicksee
(Bild: Quelle)

Wenn ihr nicht umkehrt

Was eintreten würde wenn, erklärt Nephi so: „Und wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr zugrunde gehen; ja, selbst eure Länder werden euch genommen werden, und ihr werdet vom Antlitz der Erde hinweg vernichtet werden.“ (Helaman 7:28).

Wenn ihr nicht umkehrt. Die Nephiten hatten sich den Gadiantonräubern angeschlossen und sich somit aufgrund der Schlechtigkeit, der sie sich hingaben, gegen ihren Gott entschieden. Sie kannten die Gesetze des Herrn und haben bewusst gegen sie verstoßen. Die Gesetzmäßigkeit, die dadurch ausgelöst wird, ist Vernichtung. Die Auferstehung Jesu, die noch bevor stand, soll bewirken, dass ein jeder, der hier über diese Erde geht, eines Tages auch wieder vor seinen Schöpfer treten muss, um für seine Taten gerichtet zu werden (Römer 14:10-12).

Einzige Möglichkeit den vernichtenden Richterspruch abzuwenden, wurde durch den zweiten Teil des Sühnopfers Jesu, sein Leiden in Getsemani, ermöglicht. Dort nahm er die Sünden der ganzen Welt auf sich (Lukas 22:39-46; Lehre und Bündnisse 19:18), wodurch wir gereinigt werden können (Johannes 1:7). Eine Bedingung ist aber auch hierfür bestimmt: Umkehr (Lehre und Bündnisse 19:15-17). Diese Bedingung will ich gerne erfüllen, um in den Genuss der Gnade zu gelangen (Römer 3:23-24; Lehre und Bündnisse 138:14). Welche Meinung hast du bezüglich der Bedingung Umkehr?

„The Agony in the Garden,“ by Giuseppe Cesari. “
(Bild: Quelle)

Weh … weh … weh sei euch wegen eurer Schlechtigkeit und eurer Gräuel!

Nephi spricht ein dreifaches Weh über die abgefallenen Nephiten aus: „Ja, weh sei euch wegen jenes großen Greuels, der unter euch gekommen ist; und ihr habt euch damit vereinigt, ja, mit jener geheimen Bande, die von Gadianton aufgerichtet worden ist! 26  Ja, Weh wird über euch kommen wegen des Stolzes, den ihr in euer Herz habt eindringen lassen, der euch über das, was gut ist, hinausgehoben hat wegen eurer überaus großen Reichtümer! 27  Ja, weh sei euch wegen eurer Schlechtigkeit und eurer Greuel!“ (Helaman 7:25-27).

Weh … weh … weh sei euch wegen eurer Schlechtigkeit und eurer Gräuel! Ein dreifaches Weh? Das ist wohl eher unbekannt. Hingegen ist ein dreifaches Hoch, das einem Geburtstagskind gewünscht wird schon üblicher. Ebenso bekannt sind wohl Narrenrufe wie „Darauf ein dreifach donnerndes Alaaf“ oder „… Helau“. Wobei diese Rufe ihren Ursprung im Mittelalter haben. Handelsschiffe, die ab 1259 Köln passierten, mussten drei Tage lang ihre mitgeführte Ware zu einem festgelegten Preis anbieten. Der Ruf Alaaf bedeutete so viel wie „Alles abladen!“

Du kennst aus deiner Kindheit die Androhung, wenn deine Eltern etwas erreichen wollten, was du partout nicht machen wolltest: „Ich zähle bis drei. Eins, zwei uuund …“. Wenn dann vielleicht mal doch die `drei´ beim Zählen erreicht wurde, wusstest du, dass du entweder ganz schnell sein musstest, oder etwas Schmerzhaftes passieren würde. Das `dreifache Weh´ Nephis galt auch einem bestimmten Sachverhalt und kam einer Drohung gleich. Es sollte die gesetzmäßig ungünstige Reaktion auf das gräuelreiche Verhalten seiner Landsleute bekräftigen. Auf das Brechen von Gesetzen ist eine Strafe festgesetzt und bekannt gegeben worden, während Segnungen auf das Halten von Gesetzen versprochen wurden (2. Nephi 2:10; Lehre und Bündnisse 130:20-21). Ich ziehe es vor, eher nach den Segnungen zu streben. Das bedeutet, dass ich mich redlich bemühen muss, die Gesetze und Gebote des Herrn so gut ich es nach all meinen Kräften kann, zu halten. Was machst du, um einem `dreifachen Weh´ zu entgehen?

dreifachKölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit typischer Handbewegung für den Alaaf-Narrenruf, 2016
(Bild: Quelle)

Sie haben nicht gegen die große Erkenntnis gesündigt, die ihr empfangen habt

Nephi weiter zu seinem Volk: „Denn siehe, sie sind rechtschaffener als ihr, denn sie haben nicht gegen die große Erkenntnis gesündigt, die ihr empfangen habt; darum wird der Herr zu ihnen barmherzig sein; ja, er wird ihre Tage weiter verlängern und ihre Nachkommen vermehren, eben dann, wenn ihr völlig vernichtet werdet, außer ihr kehrt um.“ (Helaman 7:24).

Sie haben nicht gegen die große Erkenntnis gesündigt, die ihr empfangen habt. Du kennst die Aussage, `Eigentum verpflichtet´? Sie stammt aus dem Artikel 14 Satz 2 des Grundgesetzes (siehe hier). Weiter heißt es dort noch: „Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“

Kann man daraus auch ableiten: `Wissen verpflichtet´? Wie sieht es mit der richtigen Anwendung von Erkenntnissen aus? Es dürfte unstrittig sein, dass ich mir selber schade, und/oder anderen, wenn ich Erkenntnisse die ich erlangt habe, in meinem Leben nicht richtig anwende bzw. weitergebe.

Zwei Beispiele:

  1. Die Menschen wissen aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen, dass Rauchen Krebs verursacht. Dennoch handeln viele gegen dieses Wissen und rauchen trotzdem.
  2. Dinge werden gekauft, mit Geld, das man nicht hat, von denen man weiß, dass man sie nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Wenn ich `wider besseres Wissen handle´, weiß ich von vornherein, dass ich scheitern werde. Warum tue ich es trotzdem? Die Antwort lautet: Konditionierung, Lernen aufgrund von Reizen. Der Vater im Himmel warnt uns davor, dass wir abhängig machende Substanzen zu uns zu nehmen. So sagt er z. B.: „… Tabak ist nicht für den Körper, auch nicht für den Bauch, und ist nicht gut für den Menschen ….“ (Lehre und Bündnisse 89:8). Im Jahre 1833, als diese Offenbarung dem Gründerpropheten Joseph Smith gegeben wurde, wusste die Wissenschaft noch nichts darüber, dass beim Rauchen von Tabak, neben den bekannten Schadstoffen Nikotin und Kohlenmonoxid, auch Teer entsteht und in die Lunge eingeatmet krebserregende Stoffe freigesetzt werden. Der Herr aber hat die Menschen schon damals gewarnt und er warnt uns heute genauso. Obwohl die Wissenschaft uns diese Gefahren heute bestätigt, gibt es unzählige Menschen, die wissentlich gegen diese Erkenntnis handeln. Ich weiß, dass es für mich lebensrettend – sowohl im physischen, wie im geistigen Sinne – ist, wenn ich die Warnungen des Herrn beachte und auf sie höre und nicht `wider besseren Wissen handle´. Wie verpflichtend ist für dich Wissen, das aus dem Mund Gottes kommt?

Aufdruck auf einer Zigarettenschachtel: "Rauchen kann tödlich sein".(Bild: Quelle)

Dass es um die Lamaniten besser stehen wird als um euch

Nephi redet weiter zu der Menge vor seinem Garten: „Denn siehe, so spricht der Herr: Ich werde den Schlechten nicht von meiner Kraft zeigen, dem einen mehr als dem anderen, außer denen, die von ihren Sünden umkehren und auf meine Worte hören. Und darum möchte ich, daß ihr erkennt, meine Brüder, daß es um die Lamaniten besser stehen wird als um euch, außer ihr kehrt um.“ (Helaman 7:23).

Dass es um die Lamaniten besser stehen wird als um euch. Warum wird es um die Lamaniten, die ja überwiegend ein wildes, grausames und blutrünstiges Volk waren und an die falschen Überlieferungen ihrer Vorfahrten glaubten (Mosia 10:11-17), besser stehen, als um die Nephiten, die überwiegend an die Warnungen und Offenbarungen Gottes glaubten und darauf bedacht waren, danach zu leben, ja sogar einen Tempel nach dem Muster des Tempels Salomos errichtet hatten und fleißig mit ihren Händen arbeiteten (2. Nephi 5:5-17)?

Weil eben sie, denen das Evangelium von Generation zu Generation weitergegeben wurde und sie auch Propheten hatten, die ihnen das Wort des Herrn mitteilten, sich nun wissentlich gegen den Herrn entschieden und nicht bereit waren umzukehren, während die Lamaniten anfingen an Gotteserkenntnis zuzunehmen und seine Satzungen zu befolgen (Helaman 6:34-35). Ich lerne daraus, dass ich mich nie über jene überheben darf, die das Evangelium nicht kennen und nicht leben oder sogar wissentlich ablehnen. Es kann allzu leicht passieren, dass ich eines Tages schlechter dastehe als jene, weil ich des Evangeliums überdrüssig werde, während sie es annehmen. Wie heißt es in einer Redensart so passend: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten.“ Womit ich hier verbinden will, dass es eben für diejenigen eine freudige Angelegenheit ist, die sich dem Evangelium von Jesus Christus zuwenden oder aufgrund Umkehr wieder zuwenden und deshalb im übertragenen Sinn `gut lachen haben´ (1. Korinther 6:9-11). Gerne trage ich dazu bei, dass ich mich mit meinem Nächsten zusammen freuen kann – gut lachen habe. Wie ergeht es dir?

(Bild: Quelle)

Der Herr wird euch nicht Kraft gewähren, … um gegen eure Feinde zu widerstehen

Nephi weiter zum Volk: „Und aus diesem Grund wird Weh über euch kommen, wenn ihr nicht umkehrt. Denn wenn ihr nicht umkehrt, siehe, dann werden diese große Stadt und auch alle jene großen Städte ringsumher, die in dem Land unseres Besitzes liegen, weggenommen werden, so daß ihr keinen Platz darin haben werdet; denn siehe, der Herr wird euch nicht Kraft gewähren, wie er es bisher getan hat, um gegen eure Feinde zu widerstehen.“ (Helaman 7:22).

Der Herr wird euch nicht Kraft gewähren, … um gegen eure Feinde zu widerstehen. Etwa vierzig Jahre vorher waren die Nephiten bemüht, ihre von den Lamaniten eingenommenen Städte zurückzuerobern. Vor Furcht schütteten sie unter Helaman dem Älteren (Verwandtschaftsverhältnis siehe Darstellung hier) ihre Seele im Gebet vor Gott aus, ihnen Kraft zu geben, ihre Städte zu behaupten und der Herr gab ihnen die Zusicherung, ihnen zu helfen (Alma 58:10-11). Allerdings setzten sie damals noch ihre Hoffnung auf ihn, ihren Herrn.

Zuzeiten König Limhis vor knapp 100 Jahren, als die Nephiten in lamanitischer Gefangenschaft waren, sprach Limhi zu ihnen, dass sie aufgrund ihrer Übeltaten in Knechtschaft geraten sind und Gott ihnen keinen Beistand geleistet hat (Mosia 7:17,20,29). Ich lerne daraus, dass ich gegen meine Feinde kraftlos sein werde, wenn ich mich gegen den Herrn versündige. Wenn ich ihn verlasse, verlässt er auch mich und ich bringe mich um mein Glück (2. Chronik 24:20). So ermuntert mich die heilige Schrift die Gebote Gottes zu halten und verspricht mir, dass ich dann Kraft haben werde meine Feinde – nicht nur physische, insbesondere auch die geistigen sind gemeint – zu besiegen und kein `Weh´ – seelischen Schmerz, Leid – über mich kommen zu lassen. Von wem erwartest du Kraft deinen Feinden zu widerstehen?

(Bild: Quelle)