Dass es keinen anderen Weg und kein anderes Mittel gibt

Weiterhin gab Helaman der Jüngere seinen Söhnen Nephi und Lehi mit auf den Weg: „O denkt daran, denkt, meine Söhne, an die Worte, die König Benjamin zu seinem Volk gesprochen hat; ja, denkt daran, daß es keinen anderen Weg und kein anderes Mittel gibt, wodurch der Mensch errettet werden kann, als nur das sühnende Blut Jesu Christi, der kommen wird; ja, denkt daran, daß er kommt, um die Welt zu erlösen.“ (Helaman 5:9).

Dass es keinen anderen Weg und kein anderes Mittel gibt. Diese Worte sprach König Benjamin, Sohn des Königs Mosia (Omni 1:23) und Vater von Mosia (Mosia 1:1-2), auch Prophet um 124 v. Chr. zu seinem Volk. Er drückt es so aus: „daß kein anderer Name noch irgendein anderer Weg oder ein anderes Mittel gegeben wird, wodurch den Menschenkindern Errettung zuteil werden kann, als nur im und durch den Namen Christi, des Herrn, des Allmächtigen.“ (Mosia 3:17).

Das bedeutet für uns Menschen, dass wir der Einladung zu Christus zu kommen, unbedingt Folge leisten müssen (Moroni 10:32), wenn wir von unseren Sünden errettet werden (Mosia 13:32) und anstatt den zweiten Tod zu erleiden (Alma 12:16; Lehre und Bündnisse 76:36-38), in seine Gegenwart zurückkehren wollen (Lehre und Bündnisse 29:27). Da haben wir ein großes Ziel vor Augen, das wir in kleinere Teilabschnitte unterteilen müssen, um unterwegs nicht aufzugeben. Zwei Hauptabschnitte, wie wir es erreichen können, sind also: auf alles was ungöttlich ist verzichten, und Gott zutiefst lieben. Wenn wir das schaffen, werden wir durch die Gnade Gottes in Christus vollkommen gemacht. Nun heißt es doch: `Alle Wege führen nach Rom´ – was so verstanden werden kann, dass alle Möglichkeiten zum Ziel führen. Wie würdest du argumentieren, warum dies für die Errettung vom geistigen Tod nicht zutrifft?

vielewegenachromViele Wege führen nach Rom
(Bild: Quelle)

Dass ihr dies nicht tut, um zu prahlen

Helaman der Jüngere hatte sich von seinen Söhnen Nephi und Lehi gewünscht, dass sie Gutes tun, wie ihre Namensvettern knappe 600 Jahre vor ihnen (Helaman 5:7). Dann sagt er aber noch: „Und nun meine Söhne, siehe, ich habe noch etwas, was ich von euch wünsche, und dieser Wunsch ist, daß ihr dies nicht tut, um zu prahlen, sondern daß ihr dies tut, um euch einen Schatz im Himmel zu sammeln, ja, einen, der ewig ist und der nicht hinwegschwindet, ja, damit ihr jene kostbare Gabe des ewigen Lebens haben möget, von der wir Grund haben anzunehmen, daß sie unseren Vätern gegeben worden ist.“ (Helaman 5:8).

Dass ihr dies nicht tut, um zu prahlen. Helaman der Jüngere wünschte sich, dass seine Söhne Gutes tun, nicht um sich selbst damit übertrieben oder unangemessen zu loben, den Mund voll zunehmen oder hochzustapeln, kurz, Stolz von sich zu reden. Nein, er wünschte sich, dass sie es aus dem Grund tun würden, um einen Schatz im Himmel zu sammeln, um die kostbare Gabe des ewigen Lebens zu erhalten.

Wie wunderbar, dass Eltern einen solchen Wunsch an ihre Kinder haben. So bin auch ich bemüht, meinen Eltern diesen Wunsch zu erfüllen, indem ich mir u. a. die Aussage von Jesus gegenüber dem reichen Jüngling zu Herzen nehme. Er hatte Jesus gefragt, was er tun müsse, um ewiges Leben zu erben. Jesus antwortete ihm, dass man die Gebote halten müsse, die einem bekannt sind. Der Jüngling sagte, dass er sie alle halte. Dann sagte Jesus, dass ihm aber eines noch fehlt, nämlich sich um die Armen zu kümmern (Lukas 18:18-25). Auf diese Art und Weise kann jeder von uns einen Schatz im Himmel anhäufen. Seinen Jüngern erklärte er dies ebenfalls und er sagte ihnen, dass dieser Schatz im Himmel nicht weniger werden würde, dass er nicht gestohlen, und auch durch nichts anderes verloren gehen würde (Lukas 12:33). Ich soll mich nicht an irdischen Besitz klammern, denn dann würde mein Herz auch irdisch gebunden sein (Lukas 12:34). Ich bemühe mich, von meiner Habe angemessen an die Notleidenden zu geben und alle anderen Gebote des Herrn immer besser zu halten – und ich habe nicht den geringsten Grund zu prahlen, denn alles was ich haben darf, habe ich durch den Schöpfer, denn alles gehört ihm (Lehre und Bündnisse 104:14). Wie hältst du das mit dem `Schatz im Himmel´?

schatz(Bild: Quelle)

Ich habe euch die Namen unserer ersten Eltern gegeben

Nephi und Lehi, die Söhne Helaman des Jüngeren (Helaman 4:14; 2:2), predigten nun das Wort Gottes, weil sie an die Worte dachten, die ihr Vater zu ihnen gesprochen hatte (Helaman 5:4-5) und Mormon zitiert in den folgenden Versen diese Worte: „Siehe, meine Söhne, ich wünsche, daß ihr daran denkt, die Gebote Gottes zu halten; und ich möchte, daß ihr dem Volk diese Worte verkündet. Siehe, ich habe euch die Namen unserer ersten Eltern gegeben, die aus dem Land Jerusalem gekommen sind; und dies habe ich getan, damit ihr an sie denkt, wenn ihr an euren Namen denkt; und wenn ihr an sie denkt, damit ihr an ihre Werke denkt; und wenn ihr an ihre Werke denkt, damit ihr wißt, wie es gesprochen und auch geschrieben ist, daß sie gut waren.“ (Helaman 5:6).

Ich habe euch die Namen unserer ersten Eltern gegeben. Wieso tat er dies?, Spielen Namen eine so große Rolle? Hast du dir mit dem anderen Elternteil zusammen lange überlegt, wie euer Kind heißen soll? Nach welchen Kriterien habt ihr dessen Vornamen ausgesucht? Wenn wir in das Alte Testament schauen, haben wir viele Beispiele, wo der Herr seinen zukünftigen Dienern oder Dienerinnen einen anderen Namen gegeben hat, und zwar, weil dieser etwas über ihre Aufgabe oder Berufung aussagen sollte. Nehmen wir beispielhaft Sarai (Bedeutung nicht klar), die Ehefrau Abrams. Im Zusammenhang mit der Ankündigung ihres Nachkommens Isaak, änderte Gott ihren Namen in Sara und den Namen von Abram (`erhabener Vater´) in Abraham. Sara hat die Bedeutung `Herrin´ (Genesis 17:15-16) und Abraham, bedeutet so viel wie `Vater der Menge´ (Genesis 17:5). Beide erfüllten dann auch diese Aufgabe, genauso, wie in vielen anderen Beispielen.

Meine Eltern gaben mir den aus dem alemannischen abgeleiteten Namen Manfred, was so viel bedeutet wie `Mann des Friedens´. Spiegelt sich diese Bedeutung in meinem Verhalten wider? Sicherlich bin ich während meines Lebens auch öfters zornig gewesen, doch habe ich Auseinandersetzungen jeglicher Art immer versucht zu umschiffen, dort wo sie auftauchten, habe ich versucht schlichtend einzuwirken. Unserem Sohn gaben wir den Namen Gabriel, was so viel bedeutet wie `Mann/Kraft/Held Gottes´. Unsere Tochter nannten wir Verena, `glaubwürdig´. Beide werden beweisen müssen, ob sie ihrem Namen Ehre machen. Wenn ich über meinen Namen nachdenke, kommt mir in den Sinn, wie bei Nephi und Lehi, was meine Eltern mich gelehrt haben, und welches Beispiel sie mir gegeben haben und ich frage mich, mach ich diesem Namen Ehre? Wie ergeht es dir?

Frieden schaffen(Bild: Quelle)

Da … diejenigen, die das Böse wählten, zahlreicher waren als diejenigen, die das Gute wählten

Wir erfahren in der Zusammenfassung der Geschichte der Nephiten von Mormon, dass Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, seinen Richterstuhl an Zezrom übergab, denn das Volk wurde halsstarrig, damit unregierbar, und Nephi wollte deshalb mit seinem Bruder zusammen das Wort Gottes predigen (Helaman 5:1,3-4). „Denn da ihre Gesetze und ihre Regierungen von der Stimme des Volkes eingesetzt wurden und diejenigen, die das Böse wählten, zahlreicher waren als diejenigen, die das Gute wählten, darum wurden sie reif zur Vernichtung, denn die Gesetze waren verderbt geworden.“ (Helaman 5:2).

Da … diejenigen, die das Böse wählten, zahlreicher waren als diejenigen, die das Gute wählten. Schlechte Karten haben meist diejenigen, die in der Minderheit sind. Umso schlimmer, wenn diejenigen, die sich für das Gute entschieden haben, in der Unterzahl sind. Sie werden dann meist unterdrückt und werden gegen ihren Willen bedrängt, dem Guten abzusagen. So entscheidet sich nun auch Nephi dazu, sein Amt als oberster Richter aufzugeben, um dem Volk Umkehr zu predigen. Ein Beispiel findet er in seinem Urgroßvater Alma dem Jüngeren. Auch er gab sein Amt als oberster Richter auf, um dem Volk das Wort Gottes zu predigen, „… sie aufzustacheln, an ihre Pflicht zu denken, und um durch das Wort Gottes allen Stolz und alle Hinterlist und alle Streitigkeiten, die es unter seinem Volk gab, niederzureißen; denn er sah keinen Weg, um sie zurückzugewinnen, als daß er sie mit reinem Zeugnis gegen sie bedrängte.“ (Alma 4:15-20).

Auch in der Zeit bevor Christus wiederkommen wird (Apostelgeschichte 1:11), um seine Herrschaft auf Erden zu übernehmen (Lehre und Bündnisse 133:25), werden diejenigen, die das Böse wählen zahlreicher sein, als diejenigen, die das Gute wählen. Der Herr offenbarte dem Propheten Joseph Smith: „… die Liebe der Menschen wird erkalten, und das Übeltun wird überhandnehmen.“ (Lehre und Bündnisse 45:27). Nicht umsonst schickt auch heute die Kirche des Herrn tausende von Missionare überall in die Welt und lässt Umkehr predigen. Ja der Prophet und die Apostel und alle anderen Generalautoritäten und berufenen Diener und Dienerinnen sehen keinen anderen Weg, als uns mit ihrem Zeugnis zu bedrängen, an unsere Pflichten zu denken, alles Übel niederzureißen. Nicht immer hat die Mehrheit recht. Und so muss ein jeder für sich herausfinden, ob er das Böse gewählt hat und Umkehr üben muss, wenn er auf der Seite des Herrn stehen will. Wie gehst du in dieser Sache – Mehrheit, Minderheit – vor?

mehrheit
(Bild: Quelle; Aphorismus: Quelle)

Infolge ihrer Übertretung schwach geworden

Mormon beschreibt den Zustand der Nephiten aufgrund ihrer furchtbaren Schlechtigkeit (Helaman 4:25): „Denn siehe, sie sahen, daß die Stärke der Lamaniten so groß war wie ihre eigene Stärke, ja, Mann für Mann. Und so waren sie in diese große Übertretung gefallen; ja, so waren sie im Zeitraum nicht vieler Jahre infolge ihrer Übertretung schwach geworden.“ (Helaman 4:26)

Infolge ihrer Übertretung schwach geworden. Wie kann man aufgrund von Schlechtigkeit schwach werden? Der Mensch ist von sich aus grundsätzlich schwach, es mangelt ihm an Fähigkeiten, Kraft oder Fertigkeiten. Stärke und Macht, rechtschaffene Taten zu tun, empfängt er erst durch Gottes Gnade. Wie kann dies geschehen? Wir müssen in den heiligen Schriften forschen. Durch die darin enthaltenen Zeugnisse erlangen wir Hoffnung und unser Glaube wird unerschütterlich, und zwar „… so sehr, daß wir wahrhaftig im Namen Jesu gebieten können, und selbst die Bäume gehorchen uns oder die Berge oder die Wellen des Meeres.“ (Jakob 4:6). Damit wir aber nicht größenwahnsinnig werden, holt uns der Herr immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, indem er uns unsere Schwächen vor Augen führt (Jakob 4:7).

Wende ich mich nun von den Schriften ab und entferne mich dadurch von Gott, wird meine Stärke mit zunehmendem Abstand schwächer. Wie bei einem Magnet. Seine unsichtbaren Kraftlinien breiten sich im Raum aus. Bin ich mit meiner eisernen Rüstung ganz nahe am Magneten, wirken seine Kräfte sehr stark und werden mich an ihn binden und andere störende Einflüsse fernhalten. Entferne ich mich nun gewaltsam von ihm, nimmt die Anziehungskraft immer mehr ab. Ist der Abstand zu groß geworden, wirkt sie gar nicht mehr und ich kann den anderen Einflüssen allein nicht mehr standhalten, ihnen gegenüber bin ich schwach geworden (denke daran, wie uns das Erdmagnetfeld vor kosmischen Strahlen schützt und was passiert, wenn wir die Erde ungeschützt verlassen würden). Was machst du, um nicht schwach zu werden?

Das Magnetfeld (blau) schützt die Erde vor dem Sonnenwind. Foto: ESA
(Bild: Quelle)

Er hatte sich von ihnen zurückgezogen, weil der Geist des Herrn nicht in unheiligen Tempeln wohnt

Was die sich vom Herrn entfernenden Nephiten anbelangt, schreibt Mormon: „Und sie sahen ein, daß sie schwach geworden waren so wie ihre Brüder, die Lamaniten, und daß der Geist des Herrn sie nicht mehr bewahrte; ja, er hatte sich von ihnen zurückgezogen, weil der Geist des Herrn nicht in unheiligen Tempeln wohnt—25  darum hörte der Herr auf, sie durch seine wundertätige und unvergleichliche Macht zu bewahren, denn sie waren in einen Zustand des Unglaubens und der furchtbaren Schlechtigkeit gefallen; und sie sahen, daß die Lamaniten überaus zahlreicher waren als sie, und wenn sie nicht am Herrn, an ihrem Gott, festhielten, mußten sie unweigerlich zugrunde gehen.“ (Helaman 4:24-25).

Er hatte sich von ihnen zurückgezogen, weil der Geist des Herrn nicht in unheiligen Tempeln wohnt. Was ist damit gemeint, dass der Geist des Herr nicht in unheiligen Tempeln wohnt? Zum einen ist hier mit Tempeln der physische Körper des Menschen gemeint. Der Apostel Paulus schreibt an die Korinther im Kontext mit dem Aufbau der Gemeinde: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1. Korinther 3:16). Weiter schreibt er, dass derjenige, der diesen Tempel zerstört, nicht damit rechnen kann, erhalten zu bleiben (1. Korinther 3:17). Zerstören tue ich meinen Körper, indem ich mich nicht an die Gebote, Gesetze und Bündnisse halte. Demzufolge stellten die Nephiten fest, dass sie schwach geworden sind im Verhältnis zu den Lamaniten. Beim Geist des Herrn, ist meinem Verständnis nach, hier die Rede vom Heiligen Geist, der dritten Person in der Gottheit. Nur er kann, aufgrund seiner Beschaffenheit als Person aus Geist, in uns wohnen (Lehre und Bündnisse 130:22).

Ich lerne für mich daraus, dass, wenn ich gerne möchte, dass der Heilige Geist mein ständiger Begleiter sein soll, ich den `Tempel Gottes´, meinen Körper, nicht verunreinigen darf, indem ich die Gebote und Gesetze Gottes übertrete. Rein hingegen halte ich meinen Tempel, wenn ich mein Innerstes von Nächstenliebe erfüllt sein lasse und tugendhafte Gedanken hege und pflege (Lehre und Bündnisse 121:45-46). Nun kommt es aber doch immer wieder vor, dass Schmutz in ihn eindringt. Was kann ich tun? Salopp gesagt: Staub wischen, indem ich Umkehr übe. Damit mache ich den Weg frei für Vergebung durch den Herrn (Alma 12:34). Was machst du, um deinen `Tempel´ von Schmutz freizuhalten?

Staubwischen: Die 10 häufigsten Fehler rund um die nervigste Hausarbeit(Bild: Quelle)

Die Strafgerichte Gottes starrten ihnen ins Gesicht

Mormon berichtet in seiner Zusammenfassung (3. Nephi 5:11-16), über den Zustand der Kirche im zweiundsechzigsten Jahr der Regierung der Richter, etwa 30 v. Chr.: „Und wegen ihres Übeltuns hatte die Kirche angefangen zu verfallen; und sie fingen an, nicht mehr an den Geist der Prophezeiung und an den Geist der Offenbarung zu glauben; und die Strafgerichte Gottes starrten ihnen ins Gesicht.“ (Helaman 4:23).

Die Strafgerichte Gottes starrten ihnen ins Gesicht. Wegen des Übeltuns unter den Nephiten, kehrten sich viele von der Lehre des Herrn und seiner Kirche ab. Es gab einen Abfall von der wahren Lehre Gottes. Damit verbunden ist das Nichteinhalten bzw. Übertreten der Gesetze und Bündnisse, die ein Mitglied der Kirche des Herrn anerkannt, bzw. auf sich genommen hat. Werden Gesetze übertreten, stehen darauf, im weltlichen, als auch kirchlichen Bereich, vorher festgelegte Strafen. Das Strafmaß wird in einem `Strafgericht´ festgelegt. Demjenigen, der also Gottes Gesetz übertritt, starrt auch das `Strafgericht Gottes ins Gesicht´, er muss sich zur festgesetzten Zeit vor Gott verantworten.

Ein solches Strafgericht kann einem schon auf Erden bevorstehen (2. Chronik 24:24), aber auf jeden Fall beim `Jüngsten Gericht´, das nach der Auferstehung stattfinden, und wo Christus der `gerechte Richter´ sein wird (Johannes 5:22; 3. Nephi 27:16). Was muss ich tun, damit es kein Strafgericht, sondern ein mildes Gericht wird, ein herrlicher Tag, vor dem ich keine Angst zu haben brauche (2. Nephi 9:46)? Ich muss dafür sorgen, dass in den Büchern, die über mich, sowohl hier auf Erden, als auch im Himmel geführt werden (Lehre und Bündnisse 128:6-7), nur Gutes zu finden ist, all mein Fehlverhalten aufgrund von aufrichtiger Umkehr und dem Sühnopfer Jesu ausradiert wurde. Ich stelle mir vor, dass das Buch das auf Erden geführt wird, ich selber in meinem Gedächtnis erstelle. Was hältst du von einer solchen Art der Dokumentation, sowohl auf Erden, als auch im Himmel?

strafgericht„… ich will die Flut, das Wasser, über die Erde bringen …“
(Genesis 2:17; Bild: Quelle)

Dass sie … das, was der Herr ihm geboten hatte, … abgeändert und mit Füßen getreten hatten

Die Nephiten sahen ein, dass sie die Gebote Gottes für nichts geachtet hatten (Helaman 4:21), „und daß sie die Gesetze Mosias oder das, was der Herr ihm geboten hatte, dem Volk zu geben, abgeändert und mit Füßen getreten hatten; und sie sahen ein, daß ihre Gesetze verderbt geworden waren und daß sie ein schlechtes Volk geworden waren, so sehr, daß sie so schlecht waren wie die Lamaniten.“ (Helaman 4:22).

Dass sie … das, was der Herr ihm geboten hatte, … abgeändert und mit Füßen getreten hatten. Etwas mit Füßen treten bedeutet, es grob zu missachten. Hier fällt mir die Prophezeiung über den Verräter Jesu ein, die wir im Psalm Davids finden: „Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen.“ (Psalm 41:10; in der Einheitsübersetzung: „… hat die Ferse gegen mich erhoben.“). Bei dem Mahl zum Paschafest wusch der Herr seinen Jüngern die Füße als Beispiel, wie sie einander dienen sollten, um rein zu sein. Dann sagte Jesus, dass nicht alle von ihnen rein seien und sich dadurch das Sprichwort aus den Psalmen erfüllen müsse (in Anspielung auf den Verrat durch Judas; Johannes 13:18).

Ja, Menschen haben oft die Worte des Herrn mit Füßen getreten, grob missachtet, und nach ihrem Gutdünken abgeändert, oder sogar ganz aus den Schriften entfernt (2. Nephi 33:1-2). Nephi, dem Sohn Lehis, wird in einer großartigen Vision von einem Engel u. a. über das Buch, das aus dem Mund eines Juden hervorkommen wird und in seiner Ursprünglichkeit die Fülle des Evangeliums des Herrn enthielt, gesagt, dass viele Teile daraus herausgenommen würden, um die rechten Wege des Herrn zu verkehren. Das Buch würde über die ganze Erde verbreitet und viele würden stolpern, weil Kostbares entfernt wurde (1. Nephi 13:20-29). Wie glücklich können wir uns schätzen, dass der Herr auch noch den Bericht eines anderen Volkes für uns hat fertigen und hervorkommen lassen (Mormon 8:1-5,26-35), das die Fülle des Evangeliums enthält und das Buch der Juden, die Bibel, komplettiert. Eine Prophezeiung des Ezechiel (um die 580 v. Chr.) erfüllte sich, als das Buch Mormon, geschrieben von Nachkommen Ephraims, hervorkam, und nun mit dem Buch des Juden, der Bibel, zusammen verfügbar ist (Ezechiel 37:16-19). Meine Wertschätzung bringe ich dadurch zum Ausdruck, dass ich die Worte der Bücher eifrig studiere und versuche mehr und mehr zu leben. Welche Einstellung hast du zu diesen beiden Hölzern?


(Bild: Quelle)