Es war eine leise Stimme von vollkommener Milde, gleichwie ein Flüstern

Nachdem die Lamaniten und die abtrünnigen Nephiten die wundersamen Ereignisse im Gefängnis erlebt hatten, hörten sie eine Stimme von oberhalb der Wolke der Finsternis zu ihnen sagen, dass sie umkehren und nicht mehr versuchen sollten die Knechte des Herrn zu vernichten, die beauftragt waren, ihnen gute Nachricht zu bringen (Helaman 5:23-29). „Und es begab sich: Als sie diese Stimme hörten, merkten sie, daß es nicht eine Stimme des Donners war, auch nicht eine Stimme von großem, heftigem Lärm, sondern siehe, es war eine leise Stimme von vollkommener Milde, gleichwie ein Flüstern, und sie drang bis tief in die Seele“ (Helaman 5:30).

Es war eine leise Stimme von vollkommener Milde, gleichwie ein Flüstern. Welche Liebe steckt dahinter. Die Lamaniten lehnen einen Gott ab und die Nephiten haben sich teilweise von ihm abgewandt und dennoch erschallt die zurechtweisende Stimme des Herrn nicht wie ein Donner oder mit mächtigem Getöse. Sie ist leise und von vollkommener Milde! Sie war mehr ein Flüstern, das allerdings tief in die Seele drang. Ich werde erinnert an die Begebenheit, in der Elia sich für den Herrn einsetzte und die Propheten des Baal tötete und vor Angst vor der Rache Isebels (Ehefrau des israelitischen Königs Ahab, 1. Könige 16:31, und Mutter der Könige Ahasja, 1. Könige 22:52, und Joram, 2. Könige 3:1) die die Propheten des Herrn töten ließ, und vierzig Tage und Nächte unterwegs war zum Berg Horeb, wo er in einer Höhle nächtigte. Der Herr fragte ihn, was er dort mache und er gab ihm Antwort, worauf der Herr ihn anwies, aus der Höhle zu treten, auf den Berg zu steigen und auf den Herrn zu warten. Der Herr war nicht in einem großen starken Wind, er war nicht in dem Erdbeben, auch nicht in einem Feuer, sondern in einem stillen sanften Säuseln (1. Könige 19:1-12).

Was lerne ich daraus für mein Verhalten? Egal, ob mich jemand geärgert, oder auf andere Weise verletzt hat, ich soll nicht aufbrausen und ihn mit erhobener und lauter Stimme anfahren oder sogar anbrüllen. Ich muss meine Emotionen zügeln und ihm in liebevoller Weise begegnen, mit einer sanften Stimme. Wie heißt es so richtig: „Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung, eine kränkende Rede reizt zum Zorn“ (Sprüche 15:1). Das fällt mir, bei mir nicht nahestehenden Personen, nicht ganz so schwer, wie bei mir nahestehenden. Merkwürdig, oder? Ich muss da noch stark an mir arbeiten. Wie reagierst du stimmlich bei Erregung?

anschreien(Bild: Quelle)

Eine ehrfürchtige Scheu kam über sie

Nephi und Lehi waren im Gefängnis von Feuer umringt, verbrannten jedoch nicht, was die Lamaniten und die abtrünnigen Nephiten sprachlos machte. Nephi und Lehi sagten ihnen, dass dies durch die Macht Gottes geschehe, dabei bebte auch noch die Erde (Helaman 5:24-27). „Und es begab sich: Sie wurden von einer Wolke der Finsternis überschattet, und eine ehrfürchtige Scheu kam über sie.“ (Helaman 5:28).

Eine ehrfürchtige Scheu kam über sie. Von einer `Wolke der Finsternis´ umgeben werden und dann deshalb eine `ehrfürchtige Scheu´ bekommen? Vorher die von Feuer umschlossenen, aber dennoch nicht verbrennenden Missionare zu sehen, ihre Worte zu hören, begleitet von einem Erdbeben, das die Gefängnismauern nicht einstürzen ließ, dann von Finsternis überschattet zu werden, das macht einen sicherlich nachdenklich. Ich denke, wenn ich unter denen gewesen wäre, hätte auch ich äußerst vorsichtig und recht ängstlich reagiert. Ich wäre sicherlich verschüchtert gewesen – scheu, und nachdem dies offensichtlich von einer höheren Macht auszugehen schien, ehrfürchtig scheu.

Insbesondere, wenn derjenige, von dem ein übermächtiges Wirken ausgeht, Gott ist, überkommt einen bei der Realisierung dessen, was geschieht, sicherlich eine überaus große Verehrung, verbunden mit entsprechender Furcht – also Ehrfurcht, dem höchsten Grad der Ehrerbietung, einem Gefühl der Hingabe an diese Macht, verbunden mit tiefer Achtung vor Heiligem. So wie wir es z. B. von Mose her kennen, als er sich dem brennenden und trotzdem nicht verbrennenden Busch nähern wollte, aus Ehrfurcht sollte er seine Schuhe ausziehen (Exodus 3:4-5). Ich lerne für mein Handeln daraus, dass ich mit dem, was heilig ist, nicht leichtfertig umgehen darf. Ich muss dafür sorgen, dass ich dem Schöpfer und dem Erretter die notwendige und angemessene `Furcht´ entgegenbringe, ihnen gegenüber eine `ehrfürchtige Scheu´ empfinde und mein Handeln entsprechend ausrichte (Lehre und Bündnisse 84:54-58). Wenn ich das schon gegenüber mir höhergestellten Menschen tue, wie erst recht dann gegenüber Gott-Vater, -Sohn und Heiligem Geist, die alles für mich tun, was mir hilft ewiges Leben zu erlangen (Mose 1:39). Wie bringst du `ehrfürchtige Scheu´ gegenüber Gott zum Ausdruck?

furcht(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Nephi und Lehi waren ringsum wie von Feuer umschlossen

Nachdem Nephi und Lehi, die Söhne Helamans des Jüngeren, in Zarahemla unter den Lamaniten erfolgreich gepredigt hatten, gingen sie ins Land Nephi, wo sie von den Lamaniten ergriffen und ins Gefängnis geworfen wurden. Nach vielen Tagen ohne Nahrung wollte man sie töten (Helaman 5:19-22). Was bei diesem Versuch geschah, schildert Mormon in seiner Zusammenfassung folgendermaßen: „Und es begab sich: Nephi und Lehi waren ringsum wie von Feuer umschlossen, ja, so sehr, daß sie nicht wagten, Hand an sie zu legen, aus Furcht, sie würden verbrennen. Doch Nephi und Lehi verbrannten nicht; und es war, als stünden sie inmitten von Feuer und verbrannten doch nicht.“ (Helaman 5:23)

Nephi und Lehi waren ringsum wie von Feuer umschlossen. Hierbei muss ich sogleich an die Begebenheit mit Mose am Gottesberg Horeb und dem brennenden Busch denken. Mose war mit seiner Herde unterwegs und sah einen brennenden Busch, der aber nicht verzehrt wurde. Das machte ihn doch neugierig und er wollte das Geheimnis lüften. Da rief der Herr ihm entgegen, dass er sich nicht weiter nähern solle. Er forderte ihn auf, „… Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ (Exodus 3:5). Der Herr stellte sich ihm dann vor und erklärte ihm die Aufgabe, die er erfüllen solle, das Volk aus Hand der Knechtschaft der Ägypter herauszuführen (Exodus 3:6-10).

Hast du je schon mal erlebt, dass etwas gebrannt hat, aber nicht verbrannte? Na gut, heute kannst du es auch erleben, dass ein Mensch mitten im Feuer steht und nicht verbrennt. Er hat halt eine Kleidung aus feuerfestem Material an und eine Sauerstoffversorgung dabei. Ob er das aber so lange aushält, wie der Herr im Busch, das ist fraglich, es sei denn der Herr trifft für ihn Vorsorge, wie er es bei Nephi und Lehi tat, oder wie in vielen anderen in der Schrift geschilderten Begebenheiten. Was kann ich hier lernen? Der Herr hat die Macht mich vor Feuer zu beschützen, wenn ich aber ein unrechtmäßiges Opfer erbringe, eines, das er mir nicht geboten hat – indem ich z.B. Priestertumsmacht unrechtmäßig anwende –, so wird er es zulassen, dass ich umkomme. Vielleicht wird nicht unbedingt mein Leib von Feuer verzehrt (Levitikus 10:1-2), aber ich werde u. U. in Ewigkeit dort hinkommen, wo ein nie erlöschendes Feuer brennt (Markus 9:43). Ich muss mich also hüten, mich zum Bösen verführen zu lassen. Dies kann mir gelingen, indem ich einen `feuerfesten Anzug mit Sauerstoffmaske´ anziehe – ich mich durch Schriftstudium und Halten der Gebote, vor dem Verbrennen, durch das Begehen von Sünde, schütze; weil ich mich nicht in Gefahr begebe, denn „… wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.“ (Sirach 3:26). Wie schützt du dich vor dem Verbrennen und was denkst du, könnten andere unrechtmäßige Opfer sein?

Flame Retardant Suits(Bild: Quelle)

Darum sprachen sie zur großen Verwunderung der Lamaniten so, dass sie sie überzeugten

Weil Nephi und Lehi, die Söhne Helamans des Jüngeren, mit einer solchen Macht und Vollmacht predigten (Helaman 5:18), „darum sprachen sie zur großen Verwunderung der Lamaniten so, daß sie sie überzeugten, und von den Lamaniten, die im Land Zarahemla und ringsum waren, ließen sich achttausend zur Umkehr taufen und kamen zu der Überzeugung, daß die Überlieferungen ihrer Väter schlecht waren.“ (Helaman 5:19).

Darum sprachen sie zur großen Verwunderung der Lamaniten so, dass sie sie überzeugten. So zu predigen, dass sich achttausend Lamaniten, die ärgsten Feinde der Nephiten und von ihren Vorfahren auf Ungläubig getrimmt, daraufhin taufen ließen, weist auf die Langmut Gottes hin, Menschen, von denen er sieht, dass sie das Potenzial haben, Glauben an ihn und das Erlösungswerk seines Sohnes zu entwickeln, auch die Chance dazu gibt. Durch das Predigen der Missionare und die Bestätigung des Heiligen Geistes, änderten diese achttausend ihre Glaubensansichten vom Atheismus – einer Weltanschauung, die die Existenz eines Gottes verneint – zum Christentum – zu der Religion, die auf Jesus Christus, sein Leben und seine Lehre gegründet ist. Es fand eine entsprechende Herzenswandlung statt (Alma 5:26) und sie änderten ihre Ansichten und ihr Leben, um nun dem Willen Gottes zu entsprechen. Sie übten vollständige Umkehr.

Auch uns wird heute das Evangelium von Jesus Christus mit Macht und Vollmacht durch die Diener des Herrn weltweit gepredigt (Lehre und Bündnisse 71:1), und diejenigen, bei denen es auf vorbereiteten fruchtbaren Boden fällt (Markus 4:1-8), üben aufrichtige und vollständige Umkehr (Alma 42:29) und wenden ihr Herz Gott zu (Lehre und Bündnisse 29:7), und weihen sich dem Dienst an ihren Mitmenschen, also an Gott (Mosia 2:17). Sie lassen sich von bevollmächtigten Dienern Gottes taufen (Lehre und Bündnisse 20:72-74), werden in der Konfirmation als Mitglieder der Kirche seines Sohnes bestätigt und ihnen wird gesagt, dass sie den Heiligen Geist als beständigen Begleiter empfangen sollen (Lehre und Bündnisse 35:6). So erging es meiner Mutter und mir vor schon recht langer Zeit in Berlin. Missionare klopften an, Mutti ließ sei ein, wir hörten zu, studierten, besuchten die Gottesdienste, beteten und empfingen ein Zeugnis, ließen uns taufen, wurden konfirmiert und weihten uns dem Dienst an unseren Mitmenschen (mehr erfährst du hier). Welche Rede, welches Predigen, haben dich schon mal überzeugt?

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Macht und Vollmacht waren ihnen gegeben, damit sie sprechen konnten

Über die Missionsarbeit Nephis und Lehis, den Söhnen von Helaman dem Jüngeren, fasst Mormon zusammen: „Und es begab sich: Nephi und Lehi predigten den Lamaniten mit so großer Macht und Vollmacht, denn Macht und Vollmacht waren ihnen gegeben, damit sie sprechen konnten, und auch das, was sie sprechen sollten, wurde ihnen gegeben –“ (Helaman 5:18).

Macht und Vollmacht waren ihnen gegeben, damit sie sprechen konnten. Ich muss an die Begebenheit denken, als der Herr dem Mose am Berg Horeb in einem brennenden Busch den Auftrag erteilte, die Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft herauszuführen (Exodus 3:10). Nachdem der Herr ihm vieles über seinen Auftrag erklärt hat, entgegnet Mose schließlich: „… Herr, ich bin keiner, der gut reden kann, …“, worauf ihm der Herr antwortet „… Wer hat dem Menschen den Mund gegeben und wer macht taub oder stumm, sehend oder blind? Doch wohl ich, der HERR! 12 Geh also! Ich bin mit deinem Mund und weise dich an, was du reden sollst.“ (Exodus 4:10-12). Genau wie es mit Mose geschah, erging es den beiden Missionaren Nephi und Lehi.

Genauso gebietet der Herr seinen heutigen Dienern ihre Stimme zu erheben und die Gedanken zu übermitteln, die er ihnen ins Herz geben wird. Ihnen würde im richtigen Moment eingegeben werden, was sie sagen sollen. Noch eine wichtige Anweisung gibt der Herr seinen Dienern, sein Wort „… mit Herzensfeierlichkeit, im Geist der Sanftmut …“ zu verkünden. Unter diesen Bedingungen verheißt der Herr, dass der Heilige Geist sein Werk tun würde, nämlich von dem so gesagten Zeugnis abzulegen (Lehre und Bündnisse 100:5-8). Manch einen habe ich schon aufgrund dieses Versprechens sagen hören, dass er sich z. B. auf eine Ansprache nicht vorbereiten müsse, denn der Geist würde ihm ja eingeben. Ich meine, derjenige liegt total daneben. Wir müssen insofern vorbereitet sein, indem wir das Evangelium täglich gebeterfüllt studieren. Nur so wird der Heilige Geist uns einflüstern, was wir wann davon wo, wem, wie sagen sollen. Und dann wird der Heilige Geist auch unsere Worte beim Zuhörer, z. B. durch ein positives Empfinden, bezeugen. Wie verstehst du das mit der Macht und Vollmacht, die einem gegeben werden wird, um im Auftrag des Herrn sprechen zu können?

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Dass sie viele von diesen Abtrünnigen beschämten

Helamans Söhne Nephi und Lehi beachteten die Lehren, die ihr Vater ihnen erteilt hatte, und sie verkündeten das Wort Gottes im ganzen Land, sogar unter den Lamaniten, die Zarahemla eingenommen hatten (Helaman 5:14-16). „Und es begab sich: Sie predigten mit großer Macht, so sehr, daß sie viele von diesen Abtrünnigen beschämten, die von den Nephiten übergelaufen waren, so sehr, daß diese hervorkamen und ihre Sünden bekannten und sich zur Umkehr taufen ließen und unverzüglich zu den Nephiten zurückkehrten, wo sie darangingen, an ihnen das Unrecht gutzumachen, das sie getan hatten.“ (Helaman 5:17).

Dass sie viele von diesen Abtrünnigen beschämten. Das Predigen des Wortes Gottes verursachte in den zu den Lamaniten übergelaufenen Nephiten eine Scham. Dies geschah wohl deshalb, weil ihnen ihr schlimmes Fehlverhalten bewusst wurde, und wahrscheinlich erst recht dadurch, dass ihr Fehlverhalten dem Wort Gottes öffentlich gegenüberstand. In ihnen wurde das Bewusstsein erweckt, dass ihr Handeln unehrenhaft war, was in ihnen ein Gefühl der Verlegenheit verursachte – Scham. Scham ist auch mit Demütigung verbunden. Demut führte schlussendlich zur Umkehr. Zur Umkehr gehört u. a. Wiedergutmachung.

Manchmal komme auch ich in eine Situation, in der ich beschämt werde. Nämlich, wenn ich mich nicht traue, zum Wort Gottes zu stehen. Ich denke da an Lehis Vision vom Baum des Lebens. Da gab es eine Gruppe von Menschen, die geleitet durch das Evangelium zum Baum des Lebens gelangten und von seiner köstlichen Frucht genossen. Als sie aber bemerkten, dass sie von der großen Menschenmenge in dem geräumigen Gebäude verspottet wurden, schämten sie sich und kehrten dem Baum ihren Rücken zu (1. Nephi 8:28). Glücklicherweise habe ich Kraft gehabt standhaft zu bleiben und habe nie dem Baum des Lebens, der Liebe Gottes, den Rücken zugekehrt und mit zunehmendem Alter auch immer weniger Schamgefühle bekommen, wenn ich öffentlich zu meinem Glauben stand. Deshalb fühle ich mich auch nicht mehr beschämt. Wie ergeht es dir mit Schamgefühlen, wenn das Stehen zu deinem Glauben gefragt ist?

Lehi’s DreamLehis Vision vom Baum des Lebens
(Bild: Quelle)

Dies waren die Worte, die Helaman seine Söhne lehrte

Mormon sagt in Bezug auf die Worte Helaman des Jüngeren an seine beiden Söhne: „Und es begab sich: Dies waren die Worte, die Helaman seine Söhne lehrte; ja, er lehrte sie vieles, was nicht geschrieben ist, und auch vieles, was geschrieben ist.“ (Helaman 5:13).

Dies waren die Worte, die Helaman seine Söhne lehrte. Wie sollen Menschen sich für oder gegen etwas entscheiden können, wenn sie nie unterwiesen wurden, welche Konsequenzen Entscheidungen haben. Wie können sie so zwischen Gut oder Böse unterscheiden oder den Weg finden, der sie ihrer Bestimmung zuführt, nämlich zum Vater im Himmel zurückzukehren (Mose 1:39)? So hat der Herr selber unsere ersten Eltern in allem Notwendigen unterwiesen, nachdem sie aus dem Garten von Eden in die einsame und öde Welt versetzt wurden (Köstliche Perle Mose 5:4-5). Ja, auch Engel wurden beauftragt die Menschen zu unterweisen (Köstliche Perle Mose 5:58). Dann hat der Herr ihnen und damit allen Eltern, die Pflicht auferlegt, ihre Kinder zu unterweisen (Köstliche Perle Mose 6:1,6).

In heutiger Zeit gilt die Verpflichtung der Eltern, ihre Kinder zu lehren, ganz genauso, wie zu Beginn der Menschheit. Der Herr hat dem Gründungspropheten Joseph Smith klar gesagt, dass wir unsere Kinder in Licht und Wahrheit aufziehen sollen (Lehre und Bündnisse 93:40). In einer weiteren Offenbarung hat er ihm gesagt, was passieren würde, wenn Eltern, die Mitglieder seiner Kirche sind, dieser Verpflichtung nicht nachkommen würden bis ihre Kinder das achte Lebensjahr erreicht haben würden (Lehre und Bündnisse 68:25, 27-28). Würden solche Kinder sündigen, würde die Verantwortung dafür bei den Eltern liegen. Danke an meine Eltern, die dieser Verpflichtung nachkamen, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht Mitglieder der Kirche von Jesus Christus waren. Wie ist es dir ergangen?

Gemälde von Del Parson: Adam und Eva sitzen auf dem Boden, umgeben von fünf ihrer Kinder, denen sie etwas anhand von Aufzeichnungen erläuternAdam und Eva unterweisen ihre Kinder
(Bild: Quelle)

Wenn die Menschen auf dieser Grundlage bauen, können sie nicht fallen

Helaman der Jüngere erklärt seinen beiden Söhnen Nephi und Lehi einen weiteren Evangeliumsgrundsatz: „Und nun, meine Söhne, denkt daran, denkt daran, daß es auf dem Fels unseres Erlösers ist, und das ist Christus, der Sohn Gottes, daß ihr eure Grundlage bauen müßt; damit, wenn der Teufel seine mächtigen Winde aussenden wird, ja, seine Pfeile im Wirbelsturm, ja, wenn all sein Hagel und sein mächtiger Sturm an euch rütteln, dies keine Macht über euch haben wird, euch in den Abgrund des Elends und des endlosen Wehs hinabzuziehen, und zwar wegen des Felsens, auf den ihr gebaut seid, der eine sichere Grundlage ist, und wenn die Menschen auf dieser Grundlage bauen, können sie nicht fallen.“ (Helaman 5:12).

Wenn die Menschen auf dieser Grundlage bauen, können sie nicht fallen. Wer eine sichere Basis für ein Haus haben will, muss sich insbesondere um den Übergang zwischen Boden und Bauwerk kümmern. Diesen Übergang nennt man Fundament. Es muss so ausgelegt sein, dass das Gewicht des Bauwerks gleichmäßig auf den Untergrund verteilt wird und das Bauwerk keinen Schaden nimmt, wenn sich das Erdreich darunter bewegt. Jeder Bibel interessierte wird das Beispiel vom klugen und törichten Hausbau kennen (Matthäus 7:24-27).

In diesem Gleichnis sagt der Herr, dass derjenige klug ist, der sein Haus auf einen Felsen baut. Warum, weil es einen unverrückbaren Untergrund hat und den Stürmen des Lebens – den Anfechtungen Satans – , standhalten wird. Was ist nun mit diesem Fels gemeint, auf den man bauen soll? Jesus Christus und sein Evangelium sind damit gemeint. Einem seiner Diener aus unserer Zeit sagte Christus in einer Offenbarung an Joseph Smith: „Baue auf meinem Felsen, der mein Evangelium ist;“ (Lehre und Bündnisse 11:24) und Paulus schreibt an die Mitglieder der Gemeinde in Korinth, dass Christus der Fels ist, der mit dem Bundesvolk Israel war (1. Korinther 10:1-4). Meiner Mutter kann ich nicht genügend Dank sagen, dass sie mir geholfen hat, mein Leben auf diesen Fels zu gründen. Dank dessen, konnte ich bis heute vielen, manchmal überaus starken `Unwettern´, widerstehen bzw. diese überstehen, die mich ohne dieses Fundament mit Sicherheit zu Fall gebracht hätten (Matthäus 7:25; 3. Nephi 14:25). Auf welchem Fundament ist dein Leben gegründet?

Auf-Fels-gebaut-Manarola(Bild: Quelle)

Ihm ist Macht gegeben vom Vater, sie von ihren Sünden zu erlösen infolge von Umkehr

Helaman der Jüngere erklärt seinen beiden Söhnen Nephi und Lehi weiter in Bezug auf den Herrn Jesus Christus: Und ihm ist Macht gegeben vom Vater, sie von ihren Sünden zu erlösen infolge von Umkehr; darum hat er seine Engel agesandt, die Nachricht von den Bedingungen der Umkehr zu verkünden, die zur Macht des Erlösers führt, zur Errettung ihrer Seele.“ (Helaman 5:11).

Ihm ist Macht gegeben vom Vater, sie von ihren Sünden zu erlösen infolge von Umkehr. Macht zu haben, bedeutet, die Fähigkeit zu besitzen, Personen oder Sachen kontrollieren oder ihnen befehlen zu können. Um Macht rechtmäßig auszuüben ist Vollmacht erforderlich. Nun wissen wir, dass Gott Vater seinen Sohn Jesus Christus mit beidem ausgestattet hat. Christus sagte seinen Jüngern, dass ihm alle Vollmacht im Himmel und auf Erden gegeben wurde (Matthäus 28:18; 1. Nephi 19:13). Mit dieser Macht und Vollmacht, in Verbindung mit seiner Vollkommenheit, war es ihm möglich, uns Menschen von unseren Sünden zu erlösen, unter der Voraussetzung, dass wir Umkehr von unseren Fehlverhalten üben würden.

Diese himmlische Vollmacht wird durch die Übertragung des melchisedekischen Priestertums wirksam, wodurch man dann befugt ist, in allen geistigen Belangen zu amtieren (Lehre und Bündnisse 107:8). Christus hat seine Macht und Vollmacht einzig und allein zum Wohl der gesamten Menschheit eingesetzt. Offensichtlich ganz anders wir Menschen (Lehre und Bündnisse 121:39). Allerdings müssen wir uns bei der Ausübung der uns übertragenen Macht und Vollmacht davor hüten, denn „… wenn wir auch nur mit dem geringsten Maß von Unrecht irgendwelche Gewalt oder Herrschaft oder Nötigung auf die Seele der Menschenkinder ausüben wollen—siehe, dann ziehen sich die Himmel zurück, der Geist des Herrn ist betrübt, und wenn er sich zurückgezogen hat, dann Amen zum Priestertum oder der Vollmacht jenes Mannes.“ (Lehre und Bündnisse 121:37). Ich bin also gewarnt, die mir durch den Herrn übertragene Macht und Vollmacht nicht anderes als in seinem Sinn auszuüben. Dies kann ich dadurch sicherstellen, indem ich auf die Führung und Leitung des Heiligen Geistes, der dritten Person in der Gottheit, achte. Wie gehst du mit dir übertragener Macht und Vollmacht um?

lincoln(Bild: Quelle; Zitat eingefügt)

Er werde aber nicht kommen, um sie in ihren Sünden zu erlösen

Helaman erinnert seine beiden Söhne an die Antwort, die ein Missionarsmitarbeiter Alma des Jüngeren, vor etwa 50 Jahren, dem Gesetzeskundigen Zeezrom in der Stadt Ammoniha auf dessen Frage gab, ob Christus sein Volk in seinen Sünden erretten würde (Alma 11:34): „Und denkt auch an die Worte, die Amulek in der Stadt Ammoniha zu Zeezrom gesprochen hat; denn er sagte ihm, der Herr werde gewiß kommen, um sein Volk zu erlösen, er werde aber nicht kommen, um sie in ihren Sünden zu erlösen, sondern um sie von ihren Sünden zu erlösen.“ (Helaman 5:10).

Er werde aber nicht kommen, um sie in ihren Sünden zu erlösen. `Erlösung´ in diesem Kontext bezieht sich auf das Befreien von Sünde durch das Sühnopfer von Jesus Christus. Es erlöst zum einen alle Menschen vom körperlichen Tod – Trennung von Geist und Körper –, der durch den Fall Adams und Evas in die Welt kam (Köstliche Perle Mose 6:48). Vom zweiten Tod nach diesem Leben hier auf Erden – das ja auch schon einen zweiten Tod bedeutet, da wir auch hier von Gott getrennt leben – , der immerwährenden Trennung von Gott (Alma 12:16), werden jedoch nur die Menschen erlöst, die Glauben an Jesus haben und umkehren, sich taufen lassen und im Halten der Gebote bis an ihr irdischen Lebensende ausharren (1. Nephi 22:31).

Eine ganz klare Lehre, die ich da für mich herausnehmen kann: Es wird mir unmöglich sein, dem zweiten Tod zu entgehen, der nach dem Tag des endgültigen Gerichts nach der Auferstehung eintreten wird (2. Nephi 9:22), wenn ich von meinen Sünden nicht aufrichtige und vollständige Umkehr geübt habe. Ich werde für alle Ewigkeit niemals mehr in die Gegenwart meiner himmlischen Eltern zurückkehren können. Das ist eine Vorstellung, die schaudern lässt, und mich motiviert, umkehrwillig zu sein und zu bleiben. Was löst dieses Wissen bei dir aus, nicht in deinen Sünden erlöst zu werden, sondern nur von deinen Sünden?

errettung(Kästchen mit deutschem Text zugefügt; Originalbild: Quelle)