Er war darauf bedacht, beständig Gutes zu tun

Schiblon, einer der drei Söhne Alma des Jüngeren, übernahm nach dem Tod seines Bruders Helaman dem Älteren, die heiligen Gegenstände (Alma 63:1), die Platten Nephis, auf denen jeweils ein Bericht weiter geführt werden sollte, die Messingplatten mit dem Bericht der Juden vom Anfang an bis 600 v. Chr., der viele Schriften der Propheten enthielt (Alma 37:1-4; 1. Nephi 5:10–16). Schiblon übergab sie vor seinem Tod, seinem Neffen, Helaman dem Jüngeren, Sohn Helaman des Älteren (Alma 63:11; siehe Bild unten). Nun heißt es über Schiblon: „Und er war ein gerechter Mann, und er wandelte untadelig vor Gott; und er war darauf bedacht, beständig Gutes zu tun, die Gebote des Herrn, seines Gottes, zu halten; und das tat auch sein Bruder.“ (Alma 63:2), genauso, wie es sein Vater schon gesagt hatte (Alma 38:1-2).

Er war darauf bedacht, beständig Gutes zu tun. Da kommt mir als Erstes doch eine Aussage zu Jesus Christus in den Sinn, die Petrus im Hause des Hauptmanns der italienischen Kohorte des Kornelius in Cäsarea tätigte, als er von diesem gebeten wurde der versammelten Menge mitzuteilen, was ihm vom Herrn aufgetragen worden ist: „wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.“ (Apostelgeschichte 10:38).

Warum sollte man denn bedacht sein ` beständig Gutes zu tun´? Eine Antwort kann ich aus der Frage ableiten, die ein Mann an Jesus richtete: „… was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ (Matthäus 19:16). Er unterstellte also, dass man Gutes tun muss, um ewiges Leben zu gewinnen. Dies wird in der prophetischen Gerichtsrede des Paulus gegen die Juden bestätigt. Nachdem er ausgeführt hatte, dass dem Menschen entsprechend seinen Taten vergolten werden wird (Römer 2:6), sagt er weiter: „Denen, die beharrlich Gutes tun und Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, gibt er ewiges Leben,“ (Römer 2:7). In dem an die Galater  – einem keltischen Volksstamm im Inneren Kleinasiens bei Ankyra (heute Ankara) – gerichteten Brief fordert Paulus diese auf, einer des anderen Last zu tragen (Galater 6:2) und ermuntert sie: „Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun; … 10  Deshalb lasst uns, solange wir Zeit haben, allen Menschen Gutes tun, besonders aber den Glaubensgenossen!“ (Galater 6:9-10). Diesen Ermunterungen bemühe auch ich mich zu folgen, indem ich in jeder Minute danach Ausschau halte, wem und wo ich Gutes tun kann. Darauf zielt ja auch das neue Betreuungsprogramm der Kirche ab (siehe hier unter: „Die Betreuung löst das Heim- und das Besuchslehren ab“). Was unternimmst du, um `beständig Gutes zu tun´?

schiblon
(Bild: Autor)

Ungeachtet ihrer Reichtümer oder ihrer Stärke oder ihrer Wohlhabenheit wurden sie nicht überheblich im Stolz ihrer Augen

Helaman und seine Mitarbeiter richteten im ganzen Land die Kirche wieder auf, es wurden neue Richter gewählt und dem Volk erging es wohl (Alma 62:46-48), weil sie wieder die Gebote des Herrn hielten (Alma 50:20). „Aber ungeachtet ihrer Reichtümer oder ihrer Stärke oder ihrer Wohlhabenheit wurden sie nicht überheblich im Stolz ihrer Augen, sie waren auch nicht langsam, sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern, sondern sie demütigten sich vor ihm über die Maßen.“ (Alma 62:49).

Ungeachtet ihrer Reichtümer oder ihrer Stärke oder ihrer Wohlhabenheit wurden sie nicht überheblich im Stolz ihrer Augen. Wenn man etwas Großartiges geleistet hat, kann es schon sein, dass einem darüber Stolz aus den Augen strahlt, obwohl man dabei nicht überheblich sein will. Und das waren die Nephiten offensichtlich auch nicht, denn sie hatten im Sinn, dass der Herr es war, der ihnen geholfen hatte wieder in Frieden leben zu können, und sie vergaßen auch nicht, sich `beständig´ im Gebet an ihn zu wenden, und er segnete sie dafür (Alma 62:50-51).

Der Beauftragte des Apostels Paulus für die Kirche in Ephesus sollte diejenigen, die in der Welt reich sind, ermahnen, „… nicht überheblich zu werden und ihre Hoffnung nicht auf den unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles reichlich gibt, was wir brauchen!“ (1. Timotheus 6:17). Überheblichkeit, also ungerechtfertigte Selbstüberschätzung, kommt bei meinen Mitmenschen nicht gut an. Diese Eigenschaft drückt sich aus in übertriebenem Überzeugt sein von sich selbst und seinen Fähigkeiten, dadurch, dass man seine Überlegenheit anderen gegenüber hervorhebt, sich für einzigartig und unersetzlich hält, seine Mitmenschen abwertet und über sie abschätzig spricht, die Wirklichkeit verzerrt sieht und einem überzogenen Selbstbewusstsein. Alles Eigenschaften, die nichts mit Demut zu tun haben, die uns jedoch zusteht, denn alles was wir sind und haben, verdanken wir Gott. Ich hüte mich vor Überheblichkeit, zumal ich im anderen Fall vom Herrn erniedrigt werden würde (2. Nephi 12:12). Das dürfte dann wohl kein angenehmes Gefühl sein. Andersherum ist es für mich besser (Matthäus 23:12). Wie ergeht es dir mit Überheblichkeit?

Cartoon: Dummköpfe (large) by BoDoW tagged überheblichkeit,überheblich,freundschaftsangebot,freundschaft,frust,geschwätz,kommunikationsproblem,kommunikation,beziehung,dummkopf(Bild: Quelle)

Daß sie sich vor Gott demütigten, bis in die Tiefen der Demut hinab

„Aber siehe, wegen der überaus langen Dauer des Krieges zwischen den Nephiten und den Lamaniten waren viele hart geworden wegen der überaus langen Dauer des Krieges; und viele waren so sehr erweicht worden wegen ihrer Bedrängnisse, daß sie sich vor Gott demütigten, bis in die Tiefen der Demut hinab.“ (Alma 62:41).

Daß sie sich vor Gott demütigten, bis in die Tiefen der Demut hinab. Mit einigen Unterbrechungen waren die Nephiten während der Zeit der Regierung der Richter, vom 5. bis zum 31. Jahr der Regierung der Richter in Kriegshandlungen verwickelt (Alma 3:25; 35:13; 62:39). Eine sehr lange Zeit, in der die kirchliche Arbeit mit ihrem geistlichen Wirken stark gelitten hat. So liegt es nahe, dass viele ihr Herz gegenüber Gott verhärtet, andere sich hingegen sehr stark gedemütigt hatten.

Was heißt es nun, sich bis in die Tiefen der Demut hinab vor Gott zu demütigen? Ich muss zur Erkenntnis der Herrlichkeit und Größe Gottes kommen, seine Güte uns Menschen gegenüber erkennen, seine allumfassende Liebe verspüren, das unbeschreiblich befreiende Gefühl der Vergebung meiner Sünden dankbar erfahren haben, seine Güte und Langmut mir als Sünder gegenüber erkennen. Wenn ich dies alles bewusst erlebe, erkenne ich, wie unwürdig ich all dessen doch bin, und kann nicht anders, als den Herrn ständig dankbar anzurufen und im Glauben an ihn standhaft zu bleiben (Mosia 4:11). Ich darf nicht dem Irrtum unterliegen, dass die Segnungen, die ich tagtäglich erhalte, `auf meinem Mist gewachsen sind´. Mir muss klar sein, dass ich weder die notwendigen Voraussetzungen noch Mittel dafür mitbringe (Köstliche Perle Mose 1:8-10). Und dennoch, gerade wegen des Hinabtauchens in die Tiefen der Demut, werde ich in die Lage versetzt, mein ungeahntes Potenzial zu erkennen, dass als ein Kind Gottes in mir steckt (Köstliche Perle Mose 1:12-13). An mir liegt es nun, dieses Potenzial zutage zu fördern, richtig zu nutzen und auszubauen (Matthäus 25:14-30). Was unternimmst du, um in die Tiefen der Demut hinabzusteigen?

Wochenspruch 35 / 2017: 1.Petrus 5,5: Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.(1. Petrus 5:5; Bild: Quelle)

Die Männer von Pachus wurden gemäß dem Gesetz vor Gericht gestellt

Nachdem Moroni mit seinen und den Leuten, die er unterwegs sammeln konnte, sich mit den Kräften Pahorans in Gideon vereinigte, zogen sie zusammen gegen die Königsleute in Zarahemla und eroberten die Stadt zurück und die rechtmäßige Regierung wurde wieder eingesetzt (Alma 62:2-8). „Und die Männer von Pachus wurden gemäß dem Gesetz vor Gericht gestellt, ebenso diejenigen Königsleute, die ergriffen und ins Gefängnis geworfen worden waren; und sie wurden gemäß dem Gesetz hingerichtet; ja, diejenigen Männer von Pachus und diejenigen Königsleute, die ihre Waffen nicht zur Verteidigung ihres Landes aufnehmen, sondern gegen es kämpfen wollten, wurden hingerichtet.“ (Alma 62:9).

Die Männer von Pachus wurden gemäß dem Gesetz vor Gericht gestellt. Der selbst ernannte König der abtrünnigen Nephiten in Zarahemla wurde mit seinen Königsleuten festgenommen und einem Richter vorgeführt und in einer Gerichtsverhandlung gemäß dem geltenden Gesetz hingerichtet, außer jenen, die sich wieder zu ihrem Volk bekannten. Über all diejenigen aber, die sich weiterhin gegen die Freiheit auflehnten, wurde ebenfalls vor ordentlichem Gericht Recht gesprochen (Alma 62:10).So konnte der Frieden in Zarahemla wieder hergestellt werden (Alma 62:11) und Moroni veranlasste, dass die Männer an der Front Verstärkung und Verpflegung bekamen (Alma 62:12-13). Er sammelte mit Parohan seine Truppen und sie zogen gemeinsam ins Land Nephihach, eroberten dies und auch die Stadt Nephihach zurück (Alma 62:14-26). Viele Lamaniten entschlossen sich für die Freiheit und schlossen sich den Nephiten an (Alma 62:27-29). Moroni zog danach mit seinen Truppen gegen das Land Lehi und eroberte auch das wieder zurück, allerdings betrauerten sie dabei den Verlust ihres großen Heerführers Teankum (Alma 62:30-40).

Bei den Nephiten gab es die Todesstrafe für jene, die vorsätzlich töteten (2. Nephi 9:35). Diejenigen, Lamaniten, als auch Nephiten, die vor dem Gericht dieses Vergehens überführt worden sind, wurden demzufolge hingerichtet (Alma 1:18). Auch heute gilt diese Strafe (Lehre und Bündnisse 42:18-19), ausgenommen in den Ländern der Welt, in denen sie untersagt ist. Überwiegend ist sie heute ethisch, strafrechtlich und praktisch umstritten und gilt als unvereinbar mit den Menschenrechten. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen fordert seit 2007, Hinrichtungen weltweit auszusetzen. In der alten Bundesrepublik Deutschland wurde sie 1949 abgeschafft. In der damaligen DDR gab es 1981 die letzte Hinrichtung und seit 1987 wurde sie auch dort aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

Gedenktafel DDR-Hinrichtungsstätte(Bild: Quelle)

Weil dieser nicht auch ein Verräter an der Freiheit und Sache seines Landes war

Nachdem Moroni, der oberste Hauptmann der nephitischen Heere den Brief Pahorans gelesen hatte, „… faßte er im Herzen Mut und wurde wegen der Treue Pahorans von überaus großer Freude erfüllt, weil dieser nicht auch ein Verräter an der Freiheit und Sache seines Landes war.“ (Alma 62:1).

Weil dieser nicht auch ein Verräter an der Freiheit und Sache seines Landes war. Es bereitet einem natürlich Sorge, wenn man den Eindruck hat, dass die Regierenden eines Landes nicht für die Freiheit desselben einstehen, sondern nur nach dem eigenen Vorteil trachten (Alma 60:18) und sie sich nicht darum kümmern, dass andere für die Verteidigung derselben an der Front ihr Leben lassen (Alma 60:19). Diese Sorge nicht bestätigt zu sehen, bereitet selbstverständlich große Freude und Erleichterung.

In der Zeit der Wiederherstellung der Kirche von Jesus Christus gab es auch Verräter unter den Gegnern der Mitglieder. So wurden die ersten Führer der Kirche mehrfach unschuldig von Verrätern und schlechten Menschen hinter Gitter gebracht und schlussendlich 1844 auch feige ermordet (Lehre und Bündnisse 135:7). Natürlich kommen wir nicht umhin, auch an denjenigen zu denken, der den unschuldigsten aller Söhne Gottes, Jesus Christus, verraten hat, Judas Iskariot (Johannes 13:21-26). Ich fühle mich aufgefordert, keinen solchen schweren Vertrauensbruch zu üben, wodurch eine angenommene Loyalität verletzt wird. Wodurch kann ich jemanden verraten? Indem ich z. B. als Zeuge eine Falschaussage mache (Sprüche 14:25). Inwiefern hast du schon mal jemanden verraten oder bist verraten worden?

(Bild: Quelle)

Sieh zu, daß du Lehi und Teankum im Herrn stärkst

Nachdem Pahoran, der oberste Regierende des Landes der Nephiten, Moroni aufgefordert hatte schnell mit einem Teil seines Heeres zu ihm ins Land Gideon zu kommen, wo er sich im Exil aufhält (Alma 61:5), um zusammen Zarahemla von der Besetzung durch die Königsleute zu befreien (Alma 61:17-18; Alma 62:6), schreibt er nun noch am Ende seines Briefes: „Sieh zu, daß du Lehi und Teankum im Herrn stärkst; sage ihnen, sie sollen sich nicht fürchten, denn Gott wird sie befreien, ja, und auch alle diejenigen, die fest in der Freiheit stehen, womit Gott sie frei gemacht hat. Und nun schließe ich meinen Brief an meinen geliebten Bruder Moroni.“ (Alma 61:21).

Sieh zu, daß du Lehi und Teankum im Herrn stärkst. Von dem Apostel der Heiden Paulus (Römer 1:5) lesen wir, dass er sich danach sehnte, die Mitglieder der Kirche des Herrn zu stärken, und zwar diejenigen in Rom. Er sehnte sich danach, zu ihnen zu kommen, um sie ein wenig mit `geistlicher Gnadengabe´ zu beschenken. Durch seinen Glauben wollte er sie stärken und durch ihren gestärkt werden (Römer 1:11-12).

Diese Art der gegenseitigen Stärkung finden wir heute in unseren Fast- und Zeugnisversammlungen wieder. Nachdem Alma der Jüngere um 83 v. Chr. die Ordnung der Kirche in Zarahemla wieder aufgerichtet hatte (Alma 6:4), lässt er uns wissen, dass den Kindern Gottes geboten worden war, „… oft zusammenzukommen und sich in Fasten und mächtigem Beten für das Wohlergehen der Seele derer zu vereinen, die Gott nicht kannten.“ (Alma 6:6). Auch noch um die 400 n. Chr. wurde dies so gehandhabt (Moroni 6:5). Am ersten Sonntag eines jeden Monats verzichten heutzutage die Mitglieder der Kirche des Herrn auf zwei Mahlzeiten. Dies hat mehrere Auswirkungen. Eine ist die, dass wir intensiver an die Segnungen denken, die der Herr uns tagtäglich zuteilwerden lässt. Wir werden auch daran erinnert, dass es unzählige Menschen gibt, denen es nicht gut geht. Für sie spenden wir ein sogenanntes Fastopfer, das ihnen helfen soll ihre Not zu lindern. In der Zeugnisversammlung haben wir dann am Sonntag die Möglichkeit einander in unseren Zeugnissen zu stärken (siehe auch hier). Wann bist du das letzte Mal im Herrn gestärkt worden oder hast jemand anderen gestärkt?


(Foto von Christina Smith, © IRI; Bild: Quelle)

Gemäß dem Geist Gottes, der auch der Geist der Freiheit ist, der ihnen innewohnt

Pahoran weiter in seinem Brief an Moroni: „Darum komme schnell mit ein paar von deinen Männern zu mir, und laß die übrigen unter dem Befehl Lehis und Teankums; ermächtige sie, den Krieg in jenem Teil des Landes zu führen, gemäß dem Geist Gottes, der auch der Geist der Freiheit ist, der ihnen innewohnt.“ (Alma 61:15).

Gemäß dem Geist Gottes, der auch der Geist der Freiheit ist, der ihnen innewohnt. Dass der Geist Gottes auch der Geist der Freiheit ist, wird uns im Neuen Testament von Paulus in seinem zweiten Brief an die Mitglieder der Gemeinde in Korinth bestätigt, der wohl zwischen Sommer 54 und Frühjahr 55 n. Chr. verfasst wurde: „Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Korinther 3:17).

Was ist damit gemeint, dass dieser Geist der Freiheit in ihnen wohnt? Zum einen verstehe ich darunter, dass sie nach ihrer Taufe voller Glauben die Gabe des Heiligen Geistes empfangen haben und er somit in ihnen wohnen konnte, dadurch, dass sie zum anderen die Gesetze Gottes befolgten, dieser Geist ihr ständiger Begleiter war (Lehre und Bündnisse 121:46) und sie das Friedfertige lehrte (Lehre und Bündnisse 36:2), sie von Sünde frei waren, die sie hätten beunruhigen können. Für mich leite ich daraus ab, dass auch ich den Geist der Freiheit haben kann, wenn ich mich an die mit dem Herrn eingegangenen Bündnisse halte. Zum einen, weil ich in mir Platz für den Heiligen Geist, der mich das Friedfertige lehrt, gemacht habe, zum anderen, weil mich dieser Geist dazu anhält, dem Gesetz des Herrn zu folgen (Ezechiel 36:27) und das Halten der Gebote mich frei von der Knechtschaft der Sünde macht (Johannes 8:31-36). Wie kommst du in den Genuss des Geistes der Freiheit?

freiheit(Bild: Quelle)

Laß uns dem Bösen widerstehen

Pahoran fordert Moroni in seinem Antwortschreiben (Alma 61:1) auf: „Darum, mein geliebter Bruder Moroni, laß uns dem Bösen widerstehen, und wenn es etwas Böses gibt, dem wir mit unseren Worten nicht widerstehen können, ja, wie etwa Auflehnungen und Abspaltungen, so laß uns dem mit unserem Schwert widerstehen, damit wir unsere Freiheit behalten, damit wir uns am großen Vorzug unserer Kirche und an der Sache unseres Erlösers und unseres Gottes erfreuen können.“ (Alma 61:14).

Laß uns dem Bösen widerstehen. Eine Aufforderung, die genauso in heutiger Zeit immer wieder von den berufenen und ordinierten Dienern und Dienerinnen des Herrn an uns gerichtet wird. Warum? Weil Satan es sich zu seiner Aufgabe gemacht hat, uns, die Kinder Gottes, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln davon abzuhalten, das Gute zu tun (Offenbarung 12:9), das wovon er Christus nicht abhalten konnte (Apostelgeschichte 10:38). Um seine Ziele zu erreichen, verwandelt er sich fast in einen Engel des LIchts, um uns „… Menschenkinder zu geheimen Verbindungen des Mordens und zu allerart geheimen Werken der Finsternis …“ aufzustacheln (2. Nephi 9:9).

Welche Möglichkeiten haben wir nun dem Bösen zu widerstehen? Die beste Möglichkeit besteht dadrin, sich dafür zu entscheiden, sich Gott unterzuordnen. Wenn wir uns ihm nahen, wird er uns nahe sein und damit stehen wir unter dem Einfluss des Guten (Jakobus 4:7-8). Wir sind aufgefordert, durch die Kraft und Macht des Herrn stark zu werden (Epheser 6:10). Um die `Pfeile der Versuchung´ Satans abwehren zu können, hilft uns eine Rüstung, die `Waffenrüstung Gottes´ (Epheser 6:11). Um dem Tag des Unheils zu widerstehen, empfiehlt uns Paulus also die Waffenrüstung Gottes anzulegen (Epheser 6:13). Sie besteht aus Wahrheit, Rechtschaffenheit, Bereitschaft vom Evangelium des Friedens Zeugnis abzulegen, Glauben, dem Wort Gottes, Beten (Epheser 6:14-18). Eine Rüstung ist nicht leicht anzulegen, oft braucht man dazu auch Hilfe durch einen ´Knappen´. Ich suche diese Hilfe in der Gemeinschaft der Nachfolger von Jesus Christus. Welche `Knappen´ bittest du um Hilfe bei deinen Versuchen, dem Bösen zu widerstehen?

widerstehen.jpgDie Waffenrüstung Gottes
(Epheser 6:11-18 und Lehre und Bündnisse 27:15-18; Bild: Quelle)

Er gebietet uns … daß wir unser Vertrauen in ihn setzen

Pahoran schreibt in seiner Antwort an Moroni, dass sie gewillt sind, der Schlechtigkeit in ihren eigenen Reihen zu widerstehen, selbst wenn sie Blut vergießen müssten (Alma 61:10-11). Wenn es der Herr fordern würde, würden sie sich ihren Feinden unterwerfen (Alma 61:12), doch „… er gebietet uns nicht, daß wir uns unseren Feinden unterwerfen sollen, sondern daß wir unser Vertrauen in ihn setzen, und er wird uns befreien.“ (Alma 61:13).

Er gebietet uns … daß wir unser Vertrauen in ihn setzen. Von dem islamistischen Gelehrten Ibn Taimīya stammt folgender Ausspruch: „Verlasse dich niemals zu sehr auf irgendwen, denn selbst dein eigener Schatten verlässt dich wenn es dunkel wird.“ (siehe hier). Das mit dem Vertrauen ist so eine Sache. Wie kann ich sicher sein, wem ich vertrauen kann und wem nicht?

Eine Hilfe zur Beantwortung dieser Frage finde ich in den Psalmen: „Besser, sich zu bergen beim HERRN, als zu vertrauen auf Menschen.“ (Psalm 118:8). In Hiskija, dem König des Südreiches Juda (725 bis 696 v. Chr.), haben wir ein gutes Vorbild, denn „Er setzte sein Vertrauen auf den HERRN, den Gott Israels. Unter allen Königen Judas, die nach ihm kamen oder vor ihm lebten, war keiner wie er. 6  Er hing dem HERRN an, ohne von ihm abzuweichen, und bewahrte die Gebote, die der HERR dem Mose gegeben hatte. 7  Daher war der HERR mit ihm; in allem, was er unternahm, hatte er Erfolg.“ (2. Könige 18:5-7). Gerne folge ich diesem Vorbild und der Aufforderung, die ein weiterer König von Juda, Joschafat um die 870 v. Chr., seinem Volk und den Einwohnern von Jerusalem gab: „… Vertraut auf den HERRN, euren Gott, dann werdet ihr bestehen! Vertraut auf seine Propheten, dann werdet ihr Erfolg haben!“ (2. Chronik 20:20). Beides haben wir heute auch, den lebendigen Gott, unser aller Schöpfer, und heute lebende Propheten. Ihnen kann ich vollkommen vertrauen, denn was ist das Ziel des Herren? Er möchte, dass wir Unsterblichkeit und ewiges Leben erlangen (Köstliche Perle 1:39). Wer ist für dich vertrauenswürdig?

vertrauen(Sprüche 3:5-6; Bild: Quelle)

Nun hast du mich in deinem Brief getadelt, aber das macht nichts; ich bin nicht zornig

Nachdem Pahoran, der oberste Regierende der Nephiten, in seinem Brief an Moroni geschildert hat, dass die Königsleute ihn aus Zarahemla verjagt hatten, und er im Land Gideon Zuflucht fand und von dort aus einen Aufruf gestartet hatte, sich gegen die Königsleute zu verteidigen, während sich die Königsleute in Zarahemla mit den Lamaniten verbündeten (Alma 61:5-8), kommt er nun auf die Anschuldigungen Moronis, in dessen Brief an ihn, ihm gegenüber zu sprechen. „Und nun hast du mich in deinem Brief getadelt, aber das macht nichts; ich bin nicht zornig, sondern freue mich über die Größe deines Herzens. Ich, Pahoran, trachte nicht nach Macht, außer daß ich nur meinen Richterstuhl behalten will, um die Rechte und die Freiheit meines Volkes zu wahren. Meine Seele steht fest in dieser Freiheit, worin Gott uns frei gemacht hat.“ (Alma 61:9).

Nun hast du mich in deinem Brief getadelt, aber das macht nichts; ich bin nicht zornig. Wie wir im vergangenen Kapitel, dem Brief Moronis an Pahoran, mitbekommen haben, hat Moroni Pahoran in Unkenntnis der Lage in Zarahemla, scharf angegriffen, dass er keine Verstärkung und keine Vorräte an sie geschickt hat und den Grund darin gesehen, dass sie sich im Landesinneren, weit weg von den Kampflinien, sicher fühlten (Alma 60:19) und ihnen der Rest nichts ausmachen würde (Alma 60:5-7,10-11,14-15), ja er unterstellt sogar Landesverrat (Alma 60:18).

Wie würden wir auf unbegründete Vorwürfe reagieren, deren Aussagen in keinem Punkt zutreffen, sondern der Wille zu helfen da war, aber man selber um sein Leben kämpfen musste, ohne militärische Hilfe, die ja an anderer Front benötigt wurde? Also, wie wäre deine Reaktion auf ungerechtfertigten Tadel? Schauen wir auf unser Vorbild, Pahoran. Er reagiert gelassen, ist nicht zornig, sondern lobt sogar noch die Großherzigkeit Moronis (Alma 61:9). Ich lerne daraus, dass ich auf Tadel zurückhaltend reagieren soll, nicht mit Gegenvorwürfen. Das würde die Situation nur noch verschärfen. Ich muss berücksichtigen, dass jemand, aufgrund seiner Sichtweise, über mutmaßliches Fehlverhalten verärgert, und vorwurfsvoll reagiert, und darf ihm das nicht verübeln. Ich werde mich bemühen Verständnis zu zeigen, sachlich und nicht emotional zu reagieren, und versuchen, ihm die Umstände aus meiner Lage heraus zu erklären. Wie reagierst du auf unberechtigten Tadel?

Frosch liegt im Gras auf dem Rücken und hat den rechten Fuß auf das aufgestellte linke Knie gelegt. sehr entspannt(Bild: Quelle)