Bringt seine … unsterbliche Seele, … ins Himmelreich …, um nie mehr hinauszugehen

Mormon führt zum Wort Gottes weiter aus: „und bringt seine Seele, ja, seine unsterbliche Seele, zur rechten Hand Gottes ins Himmelreich, auf daß er sich da mit Abraham und Isaak und mit Jakob und mit allen unseren heiligen Vätern niedersetze, um nie mehr hinauszugehen.“ (Helaman 3:30).

Bringt seine … unsterbliche Seele, … ins Himmelreich …, um nie mehr hinauszugehen. Da wo man sich wohlfühlt, von dort möchte man doch nie wieder fortgehen. Wie schön ist es doch, einen solchen Ort anstreben zu können.

Der Ort, an dem ich mich aufhalte, den kann ich doch frei wählen oder? Na, ich wurde an einem Ort geboren, den ich mir, jedenfalls im Diesseits, nicht wissentlich ausgesucht habe. Dann sind Eltern mit mir umgezogen, ich habe mir das auch nicht aussuchen können. Dann bin ich in den Urlaub gefahren und habe wunderbare Orte kennengelernt, musste aber immer wieder zurück an meinen Wohnsitzt. Dann bin ich wegen Studium und später Arbeit an einen anderen Ort gezogen, aber auch nicht unbedingt an einen der mir landschaftlich gut gefiel. Und da hänge ich nun seit Jahrzehnten fest. Jetzt als Rentner könnte ich ja dorthin ziehen, wo ich mich wohler fühle – aber so einfach ist das auch nicht. Aber den Ort, zu dem meine unsterbliche Seele kommen kann, den kann ich mir dessen ungeachtet hier irgendwo auf Erden erarbeiten, mit der Aussicht, dort nie mehr hinausgehen zu müssen. Ich muss nur das Wort Gottes studieren und leben. Dann besteht eine realistische Chance, an den Ort kommen zu dürfen, an dem sich schon alle unsere heiligen Vorväter niederlassen durften, zur rechten Hand Gottes ins Himmelreich. Das ist mein großes Ziel. Wo würdest du allzu gerne einmal einziehen um nie wieder hinauszugehen?

Flowers, brush, and other vegetation around the Provo City Center Temple, with mountains in the background.Einer der wunderschönen Orte zum nie wieder hinausgehen: Provo City Center Temple
(Bild: Quelle)

Es zerteilt all die Schlauheit und die Schlingen und die Tücken des Teufels

Nochmals zum Vers von gestern: „Ja, wir sehen, daß ein jeder, der will, das Wort Gottes ergreifen kann, und dieses ist lebendig und machtvoll, und es zerteilt all die Schlauheit und die Schlingen und die Tücken des Teufels und führt den Christenmenschen auf einer engen und schmalen Bahn über jenen immerwährenden Abgrund des Elends hinweg, der bereitet ist, die Schlechten zu verschlingen“ (Helaman 3:29).

Es zerteilt all die Schlauheit und die Schlingen und die Tücken des Teufels. Das Wort Gottes ist also lebendig, machtvoll und zerteilt die Schlauheit, die Schlingen und Tücken des Teufels. Über die Macht des Wortes Gottes schreibt der Apostel Paulus, selbst ein Hebräer, in seinem Brief an die Judenchristen, also die Hebräer (übrigens, Abraham und seine Nachkommen in der Linie Isaak und Jakob, also auch der nach Ägypten verkaufte Joseph, waren Hebräer; Genesis 14:13; Genesis 39:14): „Denn lebendig ist das Wort Gottes, wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenken und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens;“ (Hebräer 4:12).

Am einfachsten ist für mich noch das Bild mit dem Zerteilen der Schlingen des Teufels verständlich. Wenn wir uns in den Schlingen des Teufels verfangen, hilft uns das Wort Gottes diese Schlingen durchzutrennen und wieder befreit zu sein von der Last der Sünde, und damit hat es eben auch Macht. Lebendig ist das Wort, da es das Brot des Lebens ist (Johannes 6:35). Wenn wir von ihm täglich kosten, werden wir geistig belebt. Es baut uns einen Steg über den Abgrund, den der Teufel für uns ausgehoben hat, um uns dem Verderben zuzuführen. Ich bin von Herzen dankbar für das Wort Gottes. In meinem Rentnerdasein kann ich so viel von diesem Brot des Lebens kosten, und ich fühle mich nie übersättigt, sondern bekomme immer mehr Hunger danach. Wie ergeht es dir mit diesem Wort Gottes?

wort gottes_(Bild: Quelle; Text eingefügt)

Ja, wir sehen, daß ein jeder, der will, das Wort Gottes ergreifen kann

Mormon lässt uns in seiner Zusammenfassung wissen, „… dass das Tor des Himmels allen offen ist …“ (Helaman 3:28), stellt aber fest, dass niemand gezwungen wird hindurchzugehen: „Ja, wir sehen, daß ein jeder, der will, das Wort Gottes ergreifen kann, und dieses ist lebendig und machtvoll, und es zerteilt all die Schlauheit und die Schlingen und die Tücken des Teufels und führt den Christenmenschen auf einer engen und schmalen Bahn über jenen immerwährenden Abgrund des Elends hinweg, der bereitet ist, die Schlechten zu verschlingen“ (Helaman 3:29).

Ja, wir sehen, daß ein jeder, der will, das Wort Gottes ergreifen kann. Da gab es im vorirdischen Dasein jemanden, der wollte es anders handhaben. Er wollte sicherstellen, dass alle das Wort Gottes ergreifen, zum Vater zurückkehren sollten, und zwar gezwungenermaßen (Köstliche Perle Mose 4:1,3). Das widersprach aber dem Prinzip Gottes, nämlich dem Recht seiner Kinder, für sich selbst zu wählen und zu handeln (Köstliche Perle Mose 7:32). Deshalb bekam nicht er den Auftrag für die Erlösung des Menschen zu sorgen, sondern `sein geliebter Sohn´ (Köstliche Perle Mose 4:2).

Der himmlische Vater hat mit seinen Kindern vor, dass sie hier auf Erden einen vergänglichen Körper annehmen können um weitergehende Erfahrungen zu machen, die es ihnen ermöglichen eines Tages sein Erbe anzutreten, Götter zu werden. Diese Erkenntnis stammt von dem fünften Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Lorenzo Snow. Er formulierte folgenden bekannten Zweizeiler: „Wie der Mensch heute ist, so war einst Gott; wie Gott heute ist, so kann der Mensch einst werden.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Lorenzo Snow, Kapitel 5). Präsident Gordon B. Hinckley wurde zu diesem Thema einmal interviewt und sagte: „Nun, wie Gott ist, kann der Mensch werden. Wir glauben an ewigen Fortschritt, und zwar tief und fest.“ (siehe Artikel: Wie Gott werden Abschnitt „Welche Auffassung vom Wesen Gottes vertritt die Kirche seit der Zeit Joseph Smiths?“). Jedoch nur aus freiem Willen, eigener Entscheidung, ungezwungen, das Wort Gottes annehmend und bis zum irdischen Lebensende danach lebend (Lehre und Bündnisse 20:29). Ich bin dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, mich zu entscheiden, das Wort Gottes abzunehmen und versuchen darf, tagtäglich danach zu leben. Wie ist deine Entscheidung in dieser Sache? Mehr zur Entscheidungsfreiheit kannst du hier nachlesen.

entscheidungsfreiheit(Bild: Quelle) entscheidungsfreiheit

So sehen wir, dass das Tor des Himmels allen offen ist

Nun berichtet uns Mormon in seiner Zusammenfassung, dass Helaman zwei Söhne hatte, Nephi und Lehi, die im Glauben heranwuchsen (Helaman 3:21). Nephi, der ältere von den beiden, wurde nach dem Tod seines Vaters zum obersten Richter bestimmt (Helaman 3:37) und der Herr stattete ihn wegen seiner Treue mit großer Macht aus (Helaman 10:3-11). Lehi wurde ein hervorragender Missionar und predigte und prophezeite mit seinem Bruder zusammen dem Volk (Helaman 4:14). Mormon berichtet uns über ein enormes Wachstum der Kirche (Helaman 3:24-27) und teilt uns mit: „Ja, so sehen wir, daß das Tor des Himmels allen offen ist, nämlich denen, die an den Namen Jesu Christi glauben, der der Sohn Gottes ist.“ (Helaman 3:28)

So sehen wir, dass das Tor des Himmels allen offen ist. Auch in neuzeitlicher Offenbarung erfahren wir, dass berufene Diener des Herrn die Aufgabe haben zu warnen, zu erläutern, zu ermahnen, zu lehren und `alle einzuladen, zu Christus zu kommen´ (Lehre und Bündnisse 20:59).

Vielfach gibt es allerdings auch heute noch die Einstellung, dass einige Rassen bevorzugte Menschen sind. Das führte auch dazu, dass nicht zu allen Zeiten allen Menschen die gleichen Segnungen des Herrn eröffnet wurden. So gab es Zeiten, in denen Männer schwarzafrikanischer Herkunft zwar Mitglieder der Kirche, aber nicht Priestertumsträger sein durften. Dieses Thema bewegte die Kirchenführer eine lange Zeit und im Jahr 1978 erhielt Präsident Spencer W. Kimball mit seinen Ratgebern und den Mitgliedern des Kollegiums der Zwölf die eindeutige Weisung des Herrn, dass alle würdigen Brüder das Priestertum empfangen sollen (siehe Lehre und Bündnisse Amtliche Erklärung—2). Wir Mitglieder der Kirche sind aufgefordert, dem Beispiel des Herrn zu folgen, der alle einlädt zu ihm zu kommen, der niemanden abweist, „… der zu ihm kommt, schwarz und weiß, geknechtet und frei, männlich und weiblich; und er gedenkt der Heiden; und alle sind vor Gott gleich, die Juden ebenso wie die Andern.“ (2. Nephi 26:33). Wie stehst du zu den unterschiedlichen Menschenrassen, gibt es bevorzugte oder benachteiligte, wie sind sie zu behandeln …? Eine ausführliche Abhandlung zu diesem Thema findest du hier.

rasse(Bild: Quelle)

Er tat beständig das, was in den Augen Gottes recht war

Nach dem Einfügen einiger eigener Worte, kommt Mormon nun wieder zum Bericht Helamans zurück (Helaman 3:17). In seiner Zusammenfassung erfahren wir nun, dass es immer noch Streit im Land gab (Helaman 3:18-19). „Dennoch hatte Helaman den Richterstuhl mit Rechtsprechung und Gerechtigkeit inne; ja, er war darauf bedacht, die Satzungen und die Richtersprüche und die Gebote Gottes zu halten; und er tat beständig das, was in den Augen Gottes recht war; und er wandelte auf den Wegen seines Vaters, so sehr, daß es ihm wohl erging im Land.“ (Helaman 3:20)

Er tat beständig das, was in den Augen Gottes recht war. Wie wunderbar, wenn das von einem gesagt werden kann. Tut man jedoch Unrechtes, so wird man beunruhigt sein und sich fürchten müssen. Das lernen wir von Alma dem Älteren, dem Hohepriester über die ganze Kirche. Als er Übertreter richten sollte, fürchtete er sich in den Augen Gottes ein unrechtes Urteil zu fällen. So wollte er den Richterspruch dem König überlassen. Doch der König lehnte dies auch ab und übergab die Angelegenheit zurück an ihn. Was tat Alma nun? Er schüttete seine Seele vor Gott aus (Mosia 26:10-14).

Ich lerne daraus, dass ich, bevor ich etwas ausführe, und ich mir nicht sicher bin, ob es unter Umständen Unrecht ist, ich die Möglichkeit habe und nutzen sollte, den Herrn zu befragen. Der Herr hat Alma den Älteren gelobt, weil er ihn gefragt hat, und er hat ihn gesegnet (Mosia 26:19). Und er hat ihn nicht im Unklaren gelassen, sondern ihm die Antwort gegeben, dass diejenigen, die gegen ihn, den Herrn, sündigen und nicht umkehren, er gemäß der begangenen Sünde richten solle (Mosia 26:29). Beständig das, was in den Augen Gottes Recht ist zu tun, gelingt mir nur, wenn ich das Evangelium studiere und den Herrn befrage, wenn ich mir über etwas im Unklaren bin, und auf seine Antwort höre, und dann nach seinem Wort auch handle. Wie gehst du vor, wenn du dich fürchtest, etwas Falsches zu tun?

das rechte tun(Lehre und Bündnisse 11:12; Bild: Quelle)

Sie sind schlecht und wild und grausam geworden, ja, sie sind selbst Lamaniten geworden

Moroni fügt in seine Zusammenfassung der Berichte immer mal wieder eigene Worte mit ein (Helaman 3:17). So fügt er ein, dass sich viel Volk über das ganze Land verteilte, die Städte mit Häusern aus Holz und Zement bauten, dort wo Holz total verbraucht war, wieder anpflanzten, ja, sogar Holz importieren mussten, und dass vom Volk ausführliche Aufzeichnungen geführt wurden, er aber nicht einmal den hundertsten Teil in seiner Zusammenfassung wiedergegeben kann (Helaman 3:8-14). Dann sagt er über ihre Aufzeichnungen: „Und sie sind durch die Nephiten von einer Generation an die andere weitergegeben worden, ja, bis sie in Übertretung gefallen und ermordet, geplündert und gehetzt und gejagt und getötet und über das Antlitz der Erde zerstreut worden sind und sich mit den Lamaniten vermischt haben, bis sie nicht mehr Nephiten genannt werden, denn sie sind schlecht und wild und grausam geworden, ja, sie sind selbst Lamaniten geworden.“ (Helaman 3:16).

Sie sind schlecht und wild und grausam geworden, ja, sie sind selbst Lamaniten geworden. Wenn wir das Buch Mormon studieren, stellen wir fest, dass die Nephiten Hochzeiten des Glaubens hatten, dadurch vom Herrn reiche Segnungen erhielten, die auch mit sich brachten, weltliche Reichtümer zu erwirtschaften. Das machte viele von ihnen stolz, wodurch sie sich von Gott entfernten, die Gebote immer weniger hielten und sich mehr und mehr durch Satan beeinflussen ließen. Dies führte dazu, dass der Herr sie nicht mehr segnen konnte (Lehre und Bündnisse 130:20-21). Sie setzten ihr Vertrauen nicht mehr in den Herrn, sondern in Menschen. Das dies zu keinem guten Ende führt, wird uns in der Schrift immer wieder bezeugt (2. Nephi 4:34). Nachdem sie dadurch wieder in Schwierigkeiten kamen, erinnerten sie sich wieder an den Herrn, bekehrten sich erneut, hielten Gesetze, wurden gesegnet und der Kreislauf begann von vorne. Dies ist der sogenannte `nephitische Krankheitszyklus´ (siehe Bild unten). Aber nicht nur bei den Nephiten begegnet uns dieser, auch im Alten Testament bei dem Volk Israel.

Es ist also offensichtlich eine menschliche Schwäche. Aus dieser Tatsache muss ich die richtigen Schlussfolgerungen ziehen: Ich darf diesen Zyklus nicht an der falschen Stelle unterbrechen. Wenn ich ihn in der unteren Hälfte unterbreche (Sünde), wird endgültige Vernichtung mein Ende sein. Ich werde nach dem letzten Gericht nicht in die Gegenwart Gottes eintreten können, sondern in der äußersten Finsternis landen (Matthäus 8:12; Alma 40:13-14). Ich muss mich also durch Zerstörung und Leid demütigen, um wieder rechtschaffen zu werden. An diesem Punkt kann ich dann den Kreis verlassen. Zwar werde ich durch Rechtschaffenheit wieder zu Wohlstand kommen – Segnungen aufgrund Befolgen von Gottes Gesetzen -, aber da muss ich dann auf jeden Fall aussteigen. Wie erlebst du diesen Zyklus in deinem Leben?

nephitischer krankheitszyklus
(Kästchen mit deutscher Übersetzung eingefügt; Bild: Quelle)

Doch wurde das Volk, das hinzog, überaus geschickt in der Arbeit mit Zement

Über die Auswanderer in die nördlichen Länder wird uns weiter berichtet: „Und es gab dort auf dem Antlitz des Landes nur wenig Holz, doch wurde das Volk, das hinzog, überaus geschickt in der Arbeit mit Zement; darum bauten sie Häuser aus Zement, worin sie wohnten.“ (Helaman 3:7).

Doch wurde das Volk, das hinzog, überaus geschickt in der Arbeit mit Zement. Kritiker des Buches Mormon waren der Auffassung, dass es vor der Neuzeit in Amerika nichts dergleichen wie Zement gegeben habe. Der Kritiker, John L. Smith, behauptete: „Es gibt überhaupt keine archäologischen Hinweise, dass vor der Neuzeit in Amerika irgend eine Art von Zement existiert hat.” (siehe hier)

Die Behauptung von John L. Smith sind allerdings inzwischen durch entsprechende archäologische Funde überholt. In seiner Diplomarbeit und einem Buch von David S. Hyman berichtet dieser über Untersuchungen der Kalkzemente im prähispanischen mesoamerikanischen Hochbau (Quelle: Precolumbian cements; a study of the calcareous cements in prehispanic mesoamerican building construction, von John L. Smith 1970). Scott Gordon erklärte in einer FAIR Konferenz 2013, dass er Kritikern des Buches Mormon dankbar sei, denn ohne sie würden so viele Themen gar nicht wissenschaftlich verfolgt werden. Sein Glaube ist durch Befassung mit diesen Themen gewachsen. Er sagt: „Matt Roper, ein Forscher am Maxwell Institute der BYU hielt einmal einen Vortrag mit dem Titel „Boomerang-Treffer des Buches Mormon.” Ein Boomerang ist eine Wurfwaffe aus Australien, die einen Bogen vollführt und zu demjenigen zurückkommt, der sie geworfen hat. Er verglich einen großen Teil der Kritik am Buch Mormon mit einem Boomerang, denn die entsprechenden Probleme beweisen nicht nur nicht, dass das Buch Mormon falsch sei, sondern nach näherer Betrachtung geben sie auch noch weitere Hinweise darauf, dass das Buch Mormon wahr ist. (siehe hier). Ein solcher Boomerang sei dieses Thema Zement aus Helaman 3:7. Wie wunderbar sind doch die Wege des Herrn. „Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt?“ (1. Korinther 1:20; lies aber auch ruhig Verse 18-25).

kritik(Bild: Quelle)

In all jene Teile, die noch nicht verödet und abgeholzt waren wegen der vielen Bewohner

Wegen Stolz, der wiederum unter den Nephiten aufkam, entstanden wieder kleine Spaltungen unter ihnen, und eine überaus große Anzahl wanderte daraufhin weit ins Land nordwärts aus (Helaman 3:1-4). „Ja, und sie breiteten sich sogar in alle Teile des Landes aus, in all jene Teile, die noch nicht verödet und abgeholzt waren wegen der vielen Bewohner, die das Land zuvor ererbt hatten. 6  Und nun war kein Teil des Landes verödet, außer an Holz; aber wegen der Größe der Vernichtung des Volkes, das das Land zuvor bewohnt hatte, wurde es öde genannt.“ (Helaman 3:5-6).

In all jene Teile, die noch nicht verödet und abgeholzt waren wegen der vielen Bewohner. Im Zuge der Suche nach dem Land Zarahemla durch einen kleinen Suchtrupp König Limhis um die 120 v. Chr., wurde von diesem ein Land gefunden, das mit verdorrten Gebeinen übersät und zerstört worden war (Mosia 21:25-26). Die Menschen, die zu dieser Zeit dort lebten, sind vermutlich mit der Natur auch nicht gerade zimperlich umgegangen. Jedenfalls haben sie wohl viel Holz geschlagen um es als Bauholz zu nutzen, ggf. Landwirtschaft zu betreiben oder aus sonstigen Gründen. Auf jeden Fall wurde eine Ödnis hinterlassen.

Demselben Phänomen begegnen wir leider auch heute noch. Ganze Urwälder werden gerodet, um das Land anderweitig zu nutzen. Ein Ökosystem wird durch ein anderes ersetzt. Ganze Landstriche werden umgepflügt und abgetragen, nur um gerade wertvolle Rohstoffe abbauen zu können und das teilweise mit chemischen Mitteln verbunden, die das Ökosystem vergiften. Ödnis entsteht. Ich werde daran erinnert, dass wir Menschen doch nur Verwalter dieser Erde sind und nicht Eigentümer. Gott hat uns diese Erde zu einem einzigen Zweck zur Verfügung gestellt: Erfahrungen zu machen, die es uns ermöglichen, eines Tages buchstäblich seine Erbschaft anzutreten. Wir müssen sie hegen und pflegen und mit ihr so umgehen, dass auch unsere Nachkommen noch dieselbe Möglichkeit haben werden sich zu entwickeln (Lehre und Bündnisse 59:16-20). Wie wunderbar wird uns dies doch durch unsere Kirchenführer eindringlich in dem Artikel „In der Ehre der Schöpfung ehren wir den Schöpfer“ vor Augen geführt (allerdings in Englisch, aber Google hat ein Übersetzungstool. Mit rechter Maustaste in die zu übersetzende Seite klicken, im sich öffnenden Fenster müsste die Option `Übersetzen in Deutsch´ erscheinen). Präsident Russel M. Nelson hat uns gesagt, was wir als Nutznießer der göttlichen Schöpfung tun sollen: „Wir sollten uns um die Erde kümmern, weise Wächter darüber sein und sie für zukünftige Generationen bewahren.“ Mach dir bitte selber weitere Gedanken, inwiefern du dazu beiträgst zu veröden, oder zu erhalten. Ich tue es auch und leite konsequente Handlungsweisen daraus ab, denn der Herr wird uns eines Tages auch über unseren Umgang mit seiner Schöpfung Rechenschaft ablegen lassen (Lehre und Bündnisse 104:13-15).

ödnis(Bild: Quelle)

Er gab ihm ein Zeichen

Dieser Gadianton hatte vor, Helaman den Jüngeren, der jetzt das Amt des obersten Richters innehatte, zu ermorden. Dabei traf er auf einen Knecht Helamans, der wohl verdeckt in seiner Bande auskundschaftete. Dieser nun „… traf Kischkumen, und er gab ihm ein Zeichen; darum tat ihm Kischkumen das Ziel seiner Wünsche kund und wünschte, von ihm zum Richterstuhl geführt zu werden, damit er Helaman ermorden könne.“ (Helaman 2:7).

Er gab ihm ein Zeichen. In Banden werden geheime Zeichen vereinbart, mit denen man sich als Mitglied der Bande zu erkennen geben kann. So hatten auch die Gadiantonräuber geheime Zeichen untereinander ausgemacht (Helaman 6:18,22). Nachdem der Knecht Helamans dem Kischkumen ein Zeichen gab, und dieser ihm seinen Plan offenbarte, gehe ich davon aus, dass er irgendwie an die vereinbarten Zeichen der Bande gekommen ist (Helaman 2:6). Nachdem Kischkumen ihm sein Vorhaben offenbart hatte, konnte der Knecht den Mord an Helaman dem Jüngeren verhindern, indem er Kischkumen vorher umbrachte (Helaman 2:8-9). Später werden wir allerdings noch erkennen müssen, dass diese Bande Gadiantons beinahe die völlige Vernichtung des Volkes Nephi verursachte (Helaman 2:13-14).

Geheimzeichen, die für nicht eingeweihte unverständlich sind, werden häufig verwendet. Ein solches Geheimzeichen hatte z. B. auch Judas mit den Hohepriestern und Schriftgelehrten ausgemacht, um die Gefangennahme Jesu im Dunkeln zu ermöglichen (Lukas 22:4; 22:47). Heute werden auch noch Geheimzeichen, Zinken genannt, benutzt, z. B. von Einbrecherbanden. Kundschafter in Wohngegenden inspizieren die Lage interessant erscheinender Einbruchsobjekte und geben durch grafische Zeichen an passenden Stellen, Informationen an diejenigen, die später den Einbruch verüben. Wie in allem, gibt es auch hier wieder zwei Seiten einer Medaille. Meist werden Geheimzeichen aus krimineller Energie heraus benutzt, sogenannte `Gaunerzinken´ (siehe Bild unten). Welche Motive für Geheimzeichen kennst du als zweite Seite der Medaille, also im positiven Sinn?

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(Bild: Quelle)

Darum schmeichelte er ihnen

Über diesen gewissen Gadianton (Helaman 2:4), einen Bandenführer (Helaman 2:11), wird in den Aufzeichnungen Helaman des Jüngeren weiter berichtet: „Darum schmeichelte er ihnen und auch Kischkumen, daß er, wenn sie ihn auf den Richterstuhl setzten, all denen, die zu seiner Bande gehörten, gewähren würde, daß sie in Macht und Gewalt unter das Volk gesetzt würden; darum trachtete Kischkumen, Helaman zu vernichten.“ (Helaman 2:5).

Darum schmeichelte er ihnen. Wer einem anderen schmeichelt – ihm also Dinge sagt, die derjenige gerne hört, die aber eigentlich nicht der eigenen Meinung entsprechen – will denjenigen beeinflussen, etwas zu tun, was er sonst eigentlich nicht machen würde. Als der Bruder von Jesus, Judas (Markus 6:3), über die Machenschaften der Irrlehrer sprach, und vor ihnen warnte, sagte er auch, dass sie große Worte in den Mund nehmen und den Menschen aus Eigennutz schmeicheln (Judas 16).

Ich erkenne, dass Schmeicheln meist zum Eigennutz angewendet wird. Aber ist das in Ordnung? In den Sprichwörtern, die zu einem Teil dem weisen König Salomo zugeschrieben werden, wird gesagt, dass man durch Schmeicheln demjenigen ein Netz vor seine Füße legt (Sprichwörter 29:5). Das kann ja wohl nicht in Ordnung sein, jemanden durch Schmeicheleien sozusagen in eine Falle zu schicken. Deshalb schreibt auch der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Mitglieder der Gemeinde in Thessalonich, die er um das Jahr 50 n. Chr. gegründet hatte, dass sie ihnen nicht gepredigt hätten, um sie in die Irre zu führen: „Nie haben wir mit unseren Worten zu schmeicheln versucht, …“ (1. Thessalonischer 2:3- 5). Ich bin zwar bemüht, dort Komplimente zu verteilen, wo sie angebracht sind, aber nicht aus Eigennutz zu schmeicheln. So habe ich einer jungen Schwester zu ihrer geisterfüllten Ansprache im Gottesdienst gratuliert, nicht um mich bei ihr beliebt zu machen, Süßholz zu raspeln, sondern meine aufrichtige Anerkennung für ihre Leistung auszusprechen. Solche authentischen Rückmeldungen dienen nicht dem Eigennutz, sondern der positiven Verstärkung. Wie gehst du mit Schmeicheleien um?

schmeicheln(Bild: Quelle)