Sie sahen ein, dass sie ein halsstarriges Volk gewesen waren

Moronihach, der Sohn und Nachfolger Hauptmann Moronis, und die Söhne Helaman des Älteren, Nephi und Lehi, predigten den Nephiten und prophezeiten ihnen, was wegen ihres Übeltuns über sie kommen würde, wenn sie nicht umkehr üben würden. Die Folge war, dass sie umkehrten und Moronihach mit seinen Truppen die Hälfte ihrer Besitztümer wieder zurückerobern konnte (Helaman 4:14-16). Mehr gelang ihnen aber nicht, da sie vor der großen Anzahl der Lamaniten Angst hatten (Helaman 4:18-20). „Ja, sie fingen an, sich an die Prophezeiungen Almas und auch an die Worte Mosias zu erinnern, und sie sahen ein, daß sie ein halsstarriges Volk gewesen waren und daß sie die Gebote Gottes für nichts geachtet hatten“ (Helaman 4:21).

Sie sahen ein, dass sie ein halsstarriges Volk gewesen waren. Wie sagt der Volksmund so passend: „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.“ Diese Selbsterkenntnis führte bei dem Volk Nephi zu einer positiven Veränderung und sie konnten wieder mithilfe des Herrn einen Teil ihrer Besitzungen zurückerlangen.

In der Trostschrift von Plutarch (griechischer Schriftsteller und Philosoph, um 45 – um 125 n. Chr.) an Apollonius heißt es: „Einsicht verschafft das Gute, erhält es, mehrt es und macht rechten Gebrauch davon.“ Die rechte Einsicht verhilft mir, in den Genuss der Segnungen des Herrn zu kommen (3. Nephi 20:43). In den Moralischen Briefen an Lucilius schreibt Seneca (* etwa im Jahre 1 in Corduba; † 65 n. Chr. in der Nähe Roms, ein römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker und als Stoiker einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit): „Wer volle Einsicht besitzt, beherrscht sich selbst, wer sich selbst beherrscht, bleibt sich gleich, wer sich gleich bleibt, ist ungestört, wer ungestört ist, ist frei von Betrübnis, wer frei von Betrübnis ist, ist glücklich: also ist der Einsichtige glücklich und die Einsicht genügt zum glücklichen Leben.“ Ich versuche auch einsichtig zu sein, wenn ich aufgrund von Rückmeldungen oder konstruktiver Kritik, auf Verbesserungspotenzial hingewiesen werde. Der Einsicht lasse ich dann natürlich auch entsprechende Taten folgen. Das Erfolgserlebnis macht mich dann auch glücklich. Was machst du mit Einsicht, also mit etwas, was dir bisher unklar war, du nun aber, als Ergebnis von Nachdenken, verstanden hast?

einsicht
(Bild: Quelle)

Darum erging es ihnen nicht wohl, sondern sie wurden bedrängt und geschlagen

Weil es unter den Nephiten, ja sogar unter den Mitgliedern der Kirche, überaus große Schlechtigkeit gab, wurden sie wieder von den Lamaniten bezwungen (Helaman 4:11). „Und es war wegen ihres Herzensstolzes, wegen ihres übergroßen Reichtums, ja, es war, weil sie die Armen bedrückten, ihre Nahrung den Hungrigen vorenthielten, ihre Kleidung den Nackten vorenthielten und ihre demütigen Brüder auf die Wange schlugen und das, was heilig war, verspotteten und den Geist der Prophezeiung und der Offenbarung leugneten, weil sie mordeten, plünderten, logen, stahlen, Ehebruch begingen, sich in großen Streitigkeiten erhoben und in das Land Nephi zu den Lamaniten überliefen—13  und wegen dieser ihrer großen Schlechtigkeit und weil sie mit ihrer eigenen Stärke prahlten, blieben sie ihrer eigenen Stärke überlassen; darum erging es ihnen nicht wohl, sondern sie wurden bedrängt und geschlagen, und die Lamaniten jagten sie vor sich her, bis sie den Besitz fast aller ihrer Länder verloren hatten.“ (Helaman 4:12-13).

Darum erging es ihnen nicht wohl, sondern sie wurden bedrängt und geschlagen. Will ich nicht bedrängt und geschlagen werden, muss ich Folgendes vermeiden:

  • Herzensstolz
    Wenn ich mich selbst überschätze, werde ich fallen (Lehre und Bündnisse 101.42; Obadja 1-4).
  • Arme vernachlässigen bzw. verfolgen und verachten
    Ich bin vom Herrn aufgefordert, meine Hand ihnen gegenüber zu öffnen (Deuteronomium 15:7; Lehre und Bündnisse 42:30).
  • Das was heilig ist verspotten
    Der Herr warnt mich, dass er sich nicht verspotten lassen wird (Lehre und Bündnisse 53:68).
  • Prophezeiung und Offenbarung leugnen
    Ich darf nicht meinen, Offenbarung gibt es heutzutage nicht mehr (Mormon 9:7-9).
  • Die Gebote des Herrn übertreten, die Bündnisse die ich mit ihm geschlossen habe brechen
    Der ich mit dem Herrn Bündnisse geschlossen habe, muss alles daransetzen, sie auch einzuhalten (Exodus 19:5; Lehre und Bündnisse 42:78).
  • Zum Feind überlaufen
    Ich darf das, was wahr ist, nicht verraten (Lehre und Bündnisse 122:3).

Das ist eine ganze Menge, an der ich mein Leben lang zu arbeiten habe. Aber dafür bin ich ja hier auf der Erde (Alma 34:32). Ist der Berg zu hoch? Nicht, wenn ich einen Schritt vor den anderen setze, das Gipfelziel nie aus den Augen verliere, und mich durch Ermattung nicht entmutigen lasse. In dem Wort Gottes finde ich immer wieder Ermunterung, weiterzumachen. Wie verhinderst du, vom Feind gejagt und bezwungen zu werden?

(Bild: Quelle)

Schlechtigkeit … gab es auch unter denen, die sich als Angehörige der Kirche Gottes bekannten

Aufgrund des aufkommenden Stolzes unter den Nephiten, gab es Abspaltungen. Abtrünnige Nephiten vereinigten sich mit den Lamaniten und stachelten diese zum Krieg gegen die Nephiten auf und nahmen fast alles Land der Nephiten ein. Die Nephiten eroberten unter dem Heerführer Moronihach, Sohn und Nachfolger Hauptmann Moronis (Alma 62:43), allerdings wieder die Hälfte ihrer Besitzungen zurück (Helaman 4:1-10). „Nun wären dieser große Verlust der Nephiten und das große Gemetzel, das es unter ihnen gab, nicht geschehen, wären da nicht ihre Schlechtigkeit und ihre Greuel gewesen, die es unter ihnen gab; ja, und dies gab es auch unter denen, die sich als Angehörige der Kirche Gottes bekannten.“ (Helaman 4:11)

Schlechtigkeit … gab es auch unter denen, die sich als Angehörige der Kirche Gottes bekannten. Kommt solche Schlechtigkeit in der Kirche des Herrn auf, bleibt Abfall von der Kirche und dem Evangelium von Jesus Christus nicht aus. Es ist, wie in der Vision Lehis vom Baum des Lebens beschrieben, Satan vernebelt den geistigen Horizont der Mitglieder der Kirche und diejenigen, die auf dem engen und schmalen Pfad wandelten, verloren die Orientierung und gingen verloren (1. Nephi 8:23). Sie hielten sich nicht mehr an der `eisernen Stange´, dem Evangelium fest, die sie im Nebel sicher zur Quelle lebendigen Wassers oder zum Baum des Lebens geleitet hätte (1. Nephi 11:25).

Manch einer mag dem Gedanken anhangen: Ich gehöre zur Kirche des Herrn, mir kann nichts passieren, ich bin aktiv, habe eine `wichtige Berufung´, `ich sitze fest im Sattel´. Bei mittelalterlichen Turnierkämpfen preschten die gegnerischen Ritter fest in den Sattel gepresst, mit einer Lanze in der Hand, aufeinander zu und versuchten sich gegenseitig vom Pferd zu stoßen. Saß einer von beiden dann  nicht fest genug im Sattel, wie er meinte, landete er am Boden. Ich lerne, dass ich keinem Trugschluss unterliegen darf, nicht stolz werden darf wegen meiner vermeintlichen Erfolge, dass ich mich unbedingt ständig an der `eisernen Stange´ festhalten muss, wenn ich im Nebel auf dem engen Pfad nicht danebentreten und in den tiefen Abgrund, den Satan ausgehoben hat, stürzen möchte, nicht von der Kirche abfallen möchte. Wie sicherst du dich im Sattel, dass du dich aufgrund Schlechtigkeit nicht von der Kirche abspalten lässt?

fest im sattel(Bild: Quelle)

Heiligung kommt zustande, wenn man sein Herz Gott hingibt

Über die Nephiten, die durch die Stolzen verfolgt wurden sagt Mormon: „Doch fasteten und beteten sie oft und wurden stärker und stärker in ihrer Demut und standhafter und standhafter im Glauben an Christus, so daß ihre Seele mit Freude und Trost erfüllt wurde, ja, bis daß ihr Herz gereinigt und geheiligt wurde, und diese Heiligung kommt zustande, wenn man sein Herz Gott hingibt.“ (Helaman 3:35)

Heiligung kommt zustande, wenn man sein Herz Gott hingibt. Heiligung bedeutet etwas `für heilige Zwecke absondern´ oder ´weihen´. Will sich jemand heiligen, so muss er sich von Sünde trennen und Gott zuwenden, was so viel bedeutet, dass er durch Glauben wiedergeboren (Johannes 3:3-7), von Sünde gereinigt werden (2. Chronik 30:17) und bereit sein muss, ihm mit all seiner Macht, mit ganzem Sinn und all seiner Kraft zu dienen (2. Chronik 31:18). Zustande kommt Heiligung letztendlich nur durch die Gnade von Jesus Christus (Hebräer 10:10; Lehre und Bündnisse 20:31).

Will auch ich Heiligung erfahren, muss ich von meinen Sünden Umkehren, zu Christus kommen, mich in seinem Namen taufen lassen. Durch die Gabe des Heiligen Geistes werde ich schließlich geheiligt (3. Nephi 27:20). Durch Wasser wird mein sterblicher Körper symbolisch von dem Schmutz der Sünde gereinigt, der Heilige Geist wirkt wie Feuer und reinigt meinen Geistkörper (Matthäus 3:11). Ich bin gewillt, alles zu tun, um geheiligt zu werden. Dazu gehört, dass ich bereit bin, auf den Heiligen Geist zu hören. Deshalb richte ich meinen Sinn auf Gott (Lehre und Bündnisse 88:68). Was unternimmst du, um Heiligung zu erfahren?

Jesus betet mit den NephitenDer Erretter erscheint und betet dafür, dass die Menschen durch ihren Glauben rein gemacht werden
(3. Nephi 19:14-36; Bild: Quelle)

Es war für den demütigeren Teil des Volkes die Ursache, dass sie große Verfolgungen erlitten

Der Stolz, der wieder in die Herzen der Mitglieder der Kirche einzog (Helaman 3:33), führte zu Verfolgung vieler demütiger Mitglieder: „und sie waren im Stolz überheblich, ja, so daß sie viele ihrer Brüder verfolgten. Nun war dies ein großes Übel, und es war für den demütigeren Teil des Volkes die Ursache, daß sie große Verfolgungen erlitten und durch viele Bedrängnisse wateten.“ (Helaman 3:34).

Es war für den demütigeren Teil des Volkes die Ursache, dass sie große Verfolgungen erlitten. Wenn jemandem, oder einem seiner Familienmitglieder, eine Sache gut gelungen ist, dann sagt er vermutlich, dass er stolz darauf ist. Solange dieser `Stolz´ nicht verbunden ist mit Einbildung, Neid, Hartherzigkeit und Hochmut, handelt es sich noch nicht um den zerstörerischen Stolz, der verbunden ist mit fehlender Demut oder Belehrbarkeit, der Menschen gegeneinander und gegen Gott aufbringt. Es ist wohl eher eine große Freude verbunden mit dem Gefühl von Zufriedenheit und Dankbarkeit.

Kurz bevor das Volk Israel das Land westlich des Jordans in Besitz nehmen sollte, wiederholte der Herr durch Mose Gebote und Gesetze, die es dort befolgen sollte, wenn es ihm weiterhin gut gehen und nicht vernichtet werden sollte (Deuteronomium 4:44-46). Der Herr legte ihm dar, dass er es ist, der es in ein prächtiges Land führt, in dem alles Lebensnotwendige im Überfluss vorhanden ist (Deuteronomium 8:7-10), wie es selber sagt, ein Land in dem `Milch und Honig fließen´ (Numeri 14:8), und warnt es, „… dann nimm dich in Acht, dass dein Herz nicht hochmütig wird und du den HERRN, deinen Gott, nicht vergisst …“, wenn es seinen Besitz dort ohne große Anstrengung vergrößern würde (Deuteronomium 8:11-14). Ich lerne, dass nicht ich es bin, der etwas Prächtiges schafft, sondern dahinter der Herr steht, der mir Erfolg ermöglicht. So darf ich ihn, der mir dies ermöglicht, nicht außen vor lassen und vergessen, sondern muss mich vor Selbstüberschätzung und dessen schlimmen Folgen, insbesondere meinen Mitmenschen gegenüber, hüten (Lehre und Bündnisse 38:39). Was machst du, dass deine Freude über etwas Gelungenes nicht in Hochmut, Arroganz, Überheblichkeit, … ausartet?

(Bild: Quelle)

In diesem Jahr gab es … in allem Land, das die Nephiten im Besitz hatten, beständig Freude

Mormon berichtet weiter in seiner Zusammenfassung: „Und in diesem Jahr gab es im Land Zarahemla und in allen Gebieten ringsum, ja, in allem Land, das die Nephiten im Besitz hatten, beständig Freude.“ (Helaman 3:31). Diese Freude hielt in Verbindung mit Frieden gerade mal drei Jahre an, dann begann wieder, Stolz in das Herz der Mitglieder der Kirche einzuziehen (Helaman 3:32-33).

In diesem Jahr gab es … in allem Land, das die Nephiten im Besitz hatten, beständig Freude. Freude ist ein intensives positives Gefühl, das man empfindet, wenn einem etwas Gutes widerfährt, oder wenn man sich an eine angenehme Situation erinnert. Äußern tut sie sich je nach Intensität in einem Lächeln bis hin zu einem Freudenschrei oder sogar Ausgelassenheit. Freude ist verbunden mit einem Zustand des Glücklichseins.

Der Vater im Himmel hat Freude im Leben der Menschen vorgesehen, ja, er hat die Menschen geschaffen, „… damit sie Freude haben können.“ (2. Nephi 2:25). Freude verbunden mit dem Zustand des Glücklichseins gründet in einem rechtschaffenen Leben. Vollkommene Freude können wir nur erlangen, wenn die Freude Jesu in uns ist (Johannes 15:11). In dieser Welt aber können wir eine Fülle an Freude noch nicht empfangen, sondern nur durch Jesus Christus (Lehre und Bündnisse 101:36). Nämlich erst dadurch, dass wir durch Jesus Christus die Möglichkeit eröffnet bekommen, vom Tod zu ewigem Leben erhoben zu werden (Lehre und Bündnisse 93:33-34). Was kann ich tun, um Freude zu haben und zu erlangen? Die Gebote Gottes halten (Mosia 2:41). Ich bemühe mich, diese seine Gebote zu erforschen und in meinem Leben immer erfolgreicher zu befolgen. Bei Fehlschlägen gebe ich nicht auf. Ich stehe immer einmal mehr auf, als ich stolpere. Was hast du schon getan, um Freude in diesem Leben und was, um eine Fülle davon im zukünftigen Leben zu erlangen?

(Bild: Quelle)

Bringt seine … unsterbliche Seele, … ins Himmelreich …, um nie mehr hinauszugehen

Mormon führt zum Wort Gottes weiter aus: „und bringt seine Seele, ja, seine unsterbliche Seele, zur rechten Hand Gottes ins Himmelreich, auf daß er sich da mit Abraham und Isaak und mit Jakob und mit allen unseren heiligen Vätern niedersetze, um nie mehr hinauszugehen.“ (Helaman 3:30).

Bringt seine … unsterbliche Seele, … ins Himmelreich …, um nie mehr hinauszugehen. Da wo man sich wohlfühlt, von dort möchte man doch nie wieder fortgehen. Wie schön ist es doch, einen solchen Ort anstreben zu können.

Der Ort, an dem ich mich aufhalte, den kann ich doch frei wählen oder? Na, ich wurde an einem Ort geboren, den ich mir, jedenfalls im Diesseits, nicht wissentlich ausgesucht habe. Dann sind Eltern mit mir umgezogen, ich habe mir das auch nicht aussuchen können. Dann bin ich in den Urlaub gefahren und habe wunderbare Orte kennengelernt, musste aber immer wieder zurück an meinen Wohnsitzt. Dann bin ich wegen Studium und später Arbeit an einen anderen Ort gezogen, aber auch nicht unbedingt an einen der mir landschaftlich gut gefiel. Und da hänge ich nun seit Jahrzehnten fest. Jetzt als Rentner könnte ich ja dorthin ziehen, wo ich mich wohler fühle – aber so einfach ist das auch nicht. Aber den Ort, zu dem meine unsterbliche Seele kommen kann, den kann ich mir dessen ungeachtet hier irgendwo auf Erden erarbeiten, mit der Aussicht, dort nie mehr hinausgehen zu müssen. Ich muss nur das Wort Gottes studieren und leben. Dann besteht eine realistische Chance, an den Ort kommen zu dürfen, an dem sich schon alle unsere heiligen Vorväter niederlassen durften, zur rechten Hand Gottes ins Himmelreich. Das ist mein großes Ziel. Wo würdest du allzu gerne einmal einziehen um nie wieder hinauszugehen?

Flowers, brush, and other vegetation around the Provo City Center Temple, with mountains in the background.Einer der wunderschönen Orte zum nie wieder hinausgehen: Provo City Center Temple
(Bild: Quelle)

Es zerteilt all die Schlauheit und die Schlingen und die Tücken des Teufels

Nochmals zum Vers von gestern: „Ja, wir sehen, daß ein jeder, der will, das Wort Gottes ergreifen kann, und dieses ist lebendig und machtvoll, und es zerteilt all die Schlauheit und die Schlingen und die Tücken des Teufels und führt den Christenmenschen auf einer engen und schmalen Bahn über jenen immerwährenden Abgrund des Elends hinweg, der bereitet ist, die Schlechten zu verschlingen“ (Helaman 3:29).

Es zerteilt all die Schlauheit und die Schlingen und die Tücken des Teufels. Das Wort Gottes ist also lebendig, machtvoll und zerteilt die Schlauheit, die Schlingen und Tücken des Teufels. Über die Macht des Wortes Gottes schreibt der Apostel Paulus, selbst ein Hebräer, in seinem Brief an die Judenchristen, also die Hebräer (übrigens, Abraham und seine Nachkommen in der Linie Isaak und Jakob, also auch der nach Ägypten verkaufte Joseph, waren Hebräer; Genesis 14:13; Genesis 39:14): „Denn lebendig ist das Wort Gottes, wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenken und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens;“ (Hebräer 4:12).

Am einfachsten ist für mich noch das Bild mit dem Zerteilen der Schlingen des Teufels verständlich. Wenn wir uns in den Schlingen des Teufels verfangen, hilft uns das Wort Gottes diese Schlingen durchzutrennen und wieder befreit zu sein von der Last der Sünde, und damit hat es eben auch Macht. Lebendig ist das Wort, da es das Brot des Lebens ist (Johannes 6:35). Wenn wir von ihm täglich kosten, werden wir geistig belebt. Es baut uns einen Steg über den Abgrund, den der Teufel für uns ausgehoben hat, um uns dem Verderben zuzuführen. Ich bin von Herzen dankbar für das Wort Gottes. In meinem Rentnerdasein kann ich so viel von diesem Brot des Lebens kosten, und ich fühle mich nie übersättigt, sondern bekomme immer mehr Hunger danach. Wie ergeht es dir mit diesem Wort Gottes?

wort gottes_(Bild: Quelle; Text eingefügt)

Ja, wir sehen, daß ein jeder, der will, das Wort Gottes ergreifen kann

Mormon lässt uns in seiner Zusammenfassung wissen, „… dass das Tor des Himmels allen offen ist …“ (Helaman 3:28), stellt aber fest, dass niemand gezwungen wird hindurchzugehen: „Ja, wir sehen, daß ein jeder, der will, das Wort Gottes ergreifen kann, und dieses ist lebendig und machtvoll, und es zerteilt all die Schlauheit und die Schlingen und die Tücken des Teufels und führt den Christenmenschen auf einer engen und schmalen Bahn über jenen immerwährenden Abgrund des Elends hinweg, der bereitet ist, die Schlechten zu verschlingen“ (Helaman 3:29).

Ja, wir sehen, daß ein jeder, der will, das Wort Gottes ergreifen kann. Da gab es im vorirdischen Dasein jemanden, der wollte es anders handhaben. Er wollte sicherstellen, dass alle das Wort Gottes ergreifen, zum Vater zurückkehren sollten, und zwar gezwungenermaßen (Köstliche Perle Mose 4:1,3). Das widersprach aber dem Prinzip Gottes, nämlich dem Recht seiner Kinder, für sich selbst zu wählen und zu handeln (Köstliche Perle Mose 7:32). Deshalb bekam nicht er den Auftrag für die Erlösung des Menschen zu sorgen, sondern `sein geliebter Sohn´ (Köstliche Perle Mose 4:2).

Der himmlische Vater hat mit seinen Kindern vor, dass sie hier auf Erden einen vergänglichen Körper annehmen können um weitergehende Erfahrungen zu machen, die es ihnen ermöglichen eines Tages sein Erbe anzutreten, Götter zu werden. Diese Erkenntnis stammt von dem fünften Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Lorenzo Snow. Er formulierte folgenden bekannten Zweizeiler: „Wie der Mensch heute ist, so war einst Gott; wie Gott heute ist, so kann der Mensch einst werden.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Lorenzo Snow, Kapitel 5). Präsident Gordon B. Hinckley wurde zu diesem Thema einmal interviewt und sagte: „Nun, wie Gott ist, kann der Mensch werden. Wir glauben an ewigen Fortschritt, und zwar tief und fest.“ (siehe Artikel: Wie Gott werden Abschnitt „Welche Auffassung vom Wesen Gottes vertritt die Kirche seit der Zeit Joseph Smiths?“). Jedoch nur aus freiem Willen, eigener Entscheidung, ungezwungen, das Wort Gottes annehmend und bis zum irdischen Lebensende danach lebend (Lehre und Bündnisse 20:29). Ich bin dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, mich zu entscheiden, das Wort Gottes abzunehmen und versuchen darf, tagtäglich danach zu leben. Wie ist deine Entscheidung in dieser Sache? Mehr zur Entscheidungsfreiheit kannst du hier nachlesen.

entscheidungsfreiheit(Bild: Quelle) entscheidungsfreiheit

So sehen wir, dass das Tor des Himmels allen offen ist

Nun berichtet uns Mormon in seiner Zusammenfassung, dass Helaman zwei Söhne hatte, Nephi und Lehi, die im Glauben heranwuchsen (Helaman 3:21). Nephi, der ältere von den beiden, wurde nach dem Tod seines Vaters zum obersten Richter bestimmt (Helaman 3:37) und der Herr stattete ihn wegen seiner Treue mit großer Macht aus (Helaman 10:3-11). Lehi wurde ein hervorragender Missionar und predigte und prophezeite mit seinem Bruder zusammen dem Volk (Helaman 4:14). Mormon berichtet uns über ein enormes Wachstum der Kirche (Helaman 3:24-27) und teilt uns mit: „Ja, so sehen wir, daß das Tor des Himmels allen offen ist, nämlich denen, die an den Namen Jesu Christi glauben, der der Sohn Gottes ist.“ (Helaman 3:28)

So sehen wir, dass das Tor des Himmels allen offen ist. Auch in neuzeitlicher Offenbarung erfahren wir, dass berufene Diener des Herrn die Aufgabe haben zu warnen, zu erläutern, zu ermahnen, zu lehren und `alle einzuladen, zu Christus zu kommen´ (Lehre und Bündnisse 20:59).

Vielfach gibt es allerdings auch heute noch die Einstellung, dass einige Rassen bevorzugte Menschen sind. Das führte auch dazu, dass nicht zu allen Zeiten allen Menschen die gleichen Segnungen des Herrn eröffnet wurden. So gab es Zeiten, in denen Männer schwarzafrikanischer Herkunft zwar Mitglieder der Kirche, aber nicht Priestertumsträger sein durften. Dieses Thema bewegte die Kirchenführer eine lange Zeit und im Jahr 1978 erhielt Präsident Spencer W. Kimball mit seinen Ratgebern und den Mitgliedern des Kollegiums der Zwölf die eindeutige Weisung des Herrn, dass alle würdigen Brüder das Priestertum empfangen sollen (siehe Lehre und Bündnisse Amtliche Erklärung—2). Wir Mitglieder der Kirche sind aufgefordert, dem Beispiel des Herrn zu folgen, der alle einlädt zu ihm zu kommen, der niemanden abweist, „… der zu ihm kommt, schwarz und weiß, geknechtet und frei, männlich und weiblich; und er gedenkt der Heiden; und alle sind vor Gott gleich, die Juden ebenso wie die Andern.“ (2. Nephi 26:33). Wie stehst du zu den unterschiedlichen Menschenrassen, gibt es bevorzugte oder benachteiligte, wie sind sie zu behandeln …? Eine ausführliche Abhandlung zu diesem Thema findest du hier.

rasse(Bild: Quelle)