Er erfreute sich nicht an Mord oder Blutvergießen

Moroni wurde wegen der Antwort Ammorons zornig, denn er wusste, „… daß Ammoron eine vollkommene Kenntnis von seinem Betrug hatte“ (Alma 55:1). So kam es zu keinem Gefangenenaustausch (Alma 55:2). Nun wandte er eine List an, indem er einen übergelaufenen Lamaniten Namens Laman mit einigen Kriegern zur Stadt Gid schickte, die von Lamaniten unter Kontrolle gehalten wurde (Alma 55:4-7). Als sie entdeckt wurden, gab sich Laman als Lamanit aus und bot ihnen von ihrem mitgebrachten Wein an. Die Lamaniten genossen diesen und wurden betrunken (Alma 55:8,13-14). Das nutzte Moroni mit seinen Kriegern aus, um den in der Stadt gefangen gehaltenen Nephiten Waffen über die Mauer zu werfen (Alma 55:16-17). Hätten sie dabei die Lamaniten aufgeweckt, so wären sie aufgrund Alkoholgenusses eine leichte Beute gewesen (Alma 55:18). „Aber siehe, dies war nicht der Wunsch Moronis; er erfreute sich nicht an Mord oder Blutvergießen, sondern er erfreute sich daran, sein Volk vor der Vernichtung zu erretten; und aus diesem Grund, kein Unrecht auf sich zu nehmen, wollte er nicht die Lamaniten überfallen und sie in ihrer Trunkenheit vernichten.“ (Alma 55:19). Als die Lamaniten erwachten und erkannten, in welcher Lage sie sich befanden, ergaben sie sich (Alma 55:22-23).

Er erfreute sich nicht an Mord oder Blutvergießen. Deshalb hat er einen schlauen Plan entworfen und mit seinen Leuten erfolgreich umgesetzt. Aufgrund dieser List, konnte Moroni die Stadt Gid ohne Blutvergießen zurückerobern und mehr Lamaniten gefangen nehmen, die er einsetzen konnte, an weiteren Befestigungsanlagen zu arbeiten (Alma 55:24-26). Im Alten Testament stoße ich auch auf einen schlauen Paln, den das Volk Gibeon aufgrund von Angst vor Vernichtung durch Israel, anwandte. Sie gaben sich als Volk aus der Ferne aus und baten um einen Friedensbund. Die Israeliten fielen darauf rein und schlossen diesen mit ihnen. Als sie bemerkten, dass Gibeon ja in dem Gebiet wohnte, das der Herr ihnen zugeteilt hatte, konnten sie wegen des Bundes nicht mehr gegen sie vorgehen (Josua 9:1-27).

Hieraus lerne ich, dass List, wenn sie aus der richtigen Motivation heraus angewandt wird, auch eine gute Seite haben kann. Es gibt wohl immer zwei Seiten bei einer Medaille, sowohl die Gutaspekte als auch eben Bösabsichten. Ich darf mich nur nicht für die Falsche entscheiden. List darf nicht dazu führen, anderen Schaden zuzufügen. Zu List siehe auch meinen Blogbeitrag vom 07.03.2018 hier. Welche Gedanken hast du zum Thema List?

list_zwei seiten einer medaille(Bild: Quelle)

Eure Väter haben ihren Brüdern Unrecht getan

Ammoron war über die Vorhaltungen Moronis in dessen Antwortbrief (Alma 54:4-14) auf seine Anfrage zornig und beantwortete diesen nun seinerseits mit der Androhung, die Ermordung seines Bruders durch die Nephiten, zu rächen (Alma 54:15-16). „Denn siehe, eure Väter haben ihren Brüdern Unrecht getan, indem sie sie ihres Rechts auf die Regierung beraubten, wo ihnen diese doch rechtens zustand.“ (Alma 54:17).

Eure Väter haben ihren Brüdern Unrecht getan. Worauf spielt Ammoron hier an, indem er die Vorhaltung macht, dass ihre Väter den Lamaniten das Recht auf die Regierung beraubten? Er spielt hier auf das Erbrecht des Erstgeborenen an. Laman und Lemuel waren die älteren Brüder Nephis und sie bezichtigten Nephi, dass er sich als Herrscher über sie aufspielen wolle, was ihm nicht zustehen würde (2. Nephi 5:1-3). Dagegen lehnten sie sich zeitlebens auf (1. Nephi 16:37-38). Laman und Lemuel verstanden nicht die Handlungsweise des Herrn (Mosia 10:14-15). Sie wollten nicht wahrhaben, dass ihr Bruder derjenige war, der, obwohl der Jüngere,  aufgrund seiner Treue vom Herrn als ihr Führer vorgesehen war (Mosia 10:13).

Hier kommt mir auch wieder das Beispiel der zwölf Söhne Jakobs in Erinnerung. Auch dort war es so, dass der Herr Josef, den zweitjüngsten, als den Herrscher über die älteren vorgesehen hatte (Genesis 37:5-8). Was war das Ende vom Lied? Josef blieb in allen schwierigen Prüfungen dem Herrn treu und hielt seine Gebote, und rettete seine Familie vor dem Hungertod (Genesis 45:5-7). Was lerne ich aus diesen und vielen weiteren Beispielen der Schrift die im selben Kontext stehen? Nicht auf das Alter und das Erstgeburtsrecht kommt es an Führer über andere zu sein, sondern auf Glaubenstreue, das Halten der Gebote Gottes und natürlich die weise Voraussicht und den Willen des Herrn. Er ist derjenige, der seine Diener auswählt, und zwar zu der Zeit, zu der er es für notwendig und richtig hält, denn es ist schließlich sein Reich! Wie stehst du zu denjenigen, die der Herr in seinem Werk beruft zu regieren?

josefJosef rettet seine Familie vor dem Hungerstod
(Bild: Quelle)

Darum entschloß sich Moroni zu einer List

Helaman marschierte mit den jungen zweitausend neuen Kriegern ins Land im Südwesten, um den dortigen Nephiten beizustehen (Alma 53:22). Beide Seiten hatten viele Gefangene gemacht und Ammoron, der Nachfolger König Amalikkjas (Alma 52:3), trug an Moroni den Wunsch des Gefangenenaustausches heran, worüber dieser sich freute (Alma 54:1-2). „Nun hatten die Lamaniten viele Frauen und Kinder genommen, und es gab unter allen Gefangenen Moronis, nämlich unter den Gefangenen, die Moroni gemacht hatte, nicht eine Frau und nicht ein Kind; darum entschloß sich Moroni zu einer List, um von den Lamaniten möglichst viele gefangene Nephiten zu bekommen.“ (Alma 54:3).

Darum entschloß sich Moroni zu einer List. Worin bestand diese List? Moroni schrieb Ammoron einen recht harten Brief zurück (Alma 54:4-14), in dem er zum Schluss schreibt, dass er einen Austausch nur vornehmen würde, wenn die Lamaniten für einen Gefangenen einen Mann und seine Frau und seine Kinder freigeben würden (Alma 54:11), anderenfalls würde er sogar unter Bewaffnung seiner Frauen und Kinder gegen sie ziehen und sie in ihr eigenes Land zurückdrängen und vernichten (Alma 54:12).

List ist ein verborgenes taktisches Manöver bzw. eine ausgefuchste Täuschung. Beides kann ich nun in der Bedingung, die Moroni aufstellte, nicht erkennen. Aufgrund von Androhung der Vernichtung forderte er offen für einen lamanitischen Gefangenen, eine ganze nephitische Familie freizubekommen. Wenn ich an List denke, muss ich an die Art und Weise denken, wie Jesus im Garten Getsemani gefangen genommen wurde. „Die Hohepriester und die Schriftgelehrten suchten nach einer Möglichkeit, Jesus mit List in ihre Gewalt zu bringen, um ihn zu töten.“ (Markus 14:1). Judas Iskariot hatte sich für dreißig Silberlinge bereit erklärt (Matthäus 26:15), eine List anzuwenden. Er würde denjenigen, der festgenommen werden sollte küssen (Markus 14:43-44). Die List, die ausgefuchste Täuschung, bestand m. E. darin, dass er meinte, wenn er jemanden küssen würde, dieser nicht mit schlimmen Folgen rechnen würde. Vielleicht hatte er nicht bedacht, dass der Herr nicht getäuscht werden kann (2. Nephi 9:41). Heute werden z: B. im Internet ganz leicht durch unklare Häkchen Verträge generiert … Ich weiß, dass Täuschung eine Sache des Teufels ist (Köstliche Perle Mose 4:4). Deshalb, und weil ich weiß, dass der Herr diejenigen die täuschen vor Gericht bringen wird (Lehre und Bündnisse 50:6), bin ich bemüht, nie bewusst eine List anzuwenden. Zu List siehe auch meinen Blogbeitrag vom 07.03.2018 hier. Wie gehst du mit List um?

Mit List und Tücke versucht der Wolf zu den sieben Geißlein zu kommen. | Rechte: NDR/Greenlight Media AGMit List und Tücke versucht der Wolf zu den sieben Geißlein zu kommen
(Bild: Quelle)

Es waren Männer der Wahrheit und Ernsthaftigkeit

Diese zweitausend jungen Ammoniten, die sich nun Nephiten nannten (Alma 53:16,18), „… waren Männer der Wahrheit und Ernsthaftigkeit, denn man hatte sie gelehrt, die Gebote Gottes zu halten und untadelig vor ihm zu wandeln.“ (Alma 53:21).

Es waren Männer der Wahrheit und Ernsthaftigkeit. Da drängt sich einem doch die Frage auf, wie wurden diese jungen Männer zu dem, was sie waren, Männer der Wahrheit und Ernsthaftigkeit, die gelehrt wurden, untadelig vor Gott zu wandeln? Sie hatten offensichtlich Eltern, die die Aufforderung aus der Rede König Benjamins kannten und danach gehandelt hatten, in der es u. a. darum geht, seine Kinder zu lehren, „… auf den Wegen der Wahrheit und Ernsthaftigkeit zu wandeln; …“ (Mosai 4:15). Später wird uns bestätigt, dass sie Mütter hatten, die sie Vertrauen in Gott gelehrt hatten (Alma 56:47).

Auch in unserer Zeit hat der Herr durch den Propheten Joseph Smith Ende 1831 den Eltern die Verantwortung klar dargelegt, die sie für ihre Kinder haben: „… sie sollen ihre Kinder auch lehren, zu beten und untadelig vor dem Herrn zu wandeln.“ (Lehre und Bündnisse 68:28). Vorher sagt er ihnen auch noch, dass, wenn sie das nicht tun würden, sie sich versündigen würden (Lehre und Bündnisse 68:25). Ich lerne daraus also, dass die Eltern, Mutter und Vater, zusammen die Verpflichtung haben, dafür Sorge zu tragen, dass ihren Kindern der Glauben in den Herrn Jesus Christus ins Herz gepflanzt werden soll, mit all dem, was dazugehört. Dankbar blicke ich zurück auf meine Eltern, die dies erfolgreich getan haben. Mein späterer Lebensweg war dessen ungeachtet nicht immer nur gerade. Aber aufgrund meiner Erziehung konnte ich Abweichungen erkennen und den Kurs immer wieder korrigieren. Ich halte fest an der eisernen Stange, dem Evangelium, und kann trotz Nebels, der hier und da auftritt, sicher auf dem Weg zum Baum des Lebens voranschreiten (1. Nephi 8). Schmerzlich ist es für Eltern natürlich, wenn die erwachsenen Kinder dann die eiserne Stange loslassen, um eigene Wege zu probieren. Wie waren deine Erfahrungen in deiner Kindheit oder später selbst als Elternteil?

Lehis Traum vom Baum des Lebens
(1. Nephi 8; Bild: Quelle)

Sie nahmen ihre Kriegswaffen auf, und sie wollten, daß Helaman ihr Führer sei

Nun kamen die Ammoniten, die ja einen Eid abgelegt hatten, niemals mehr das Schwert zu ergreifen, auf die Idee, dass viele ihrer Söhne diesen Eid ja nicht geleistet hatten (Alma 53:16). Zweitausend von ihnen legten nun das Gelübde ab, „… für die Freiheit der Nephiten zu kämpfen …“ (Alma 53:17-18). „Und nun siehe, so wie sie bisher niemals ein Nachteil für die Nephiten gewesen waren, so wurden sie nun in dieser Zeit sogar zu einem großen Beistand; denn sie nahmen ihre Kriegswaffen auf, und sie wollten, daß Helaman ihr Führer sei.“ (Alma 53:19).

Sie nahmen ihre Kriegswaffen auf, und sie wollten, daß Helaman ihr Führer sei – der älteste Sohn Alma des Jüngeren (Alma 31:7). Auf diese Art konnten diejenigen, die den Eid geleistet hatten, diesen auch halten und die Jüngeren brachen keinen, da sie ja auch keinen geleistet hatten, und wurden dadurch den Nephiten ein großer Beistand. Diese jungen überaus tapferen und treuen Männer unterstellten sich dem Regiment Helamans.

Ich lerne aus dieser Situation, dass ich einen Weg finden muss, wie ich mich für die aufopfernde Hilfe anderer revanchieren kann. Ich muss Wege finden, meiner Dankbarkeit gebührend Ausdruck zu verleihen. Und zwar auch durch Dinge, die mir Opfer abverlangen. Ich denke da an die Aufforderung im Brief des Paulus an die Kolossäa, einer Gemeinde im westlichen Teil Klein Asiens (heutige Türkei), eine Kleinstadt 170 km östlich von Ephesus mit einer bedeutenden jüdischen Minderheit, in der er zum Ausdruck bringt, dass die Gemeinde an Christus glaubt und sie den Herrn angenommen hat : „Bleibt in ihm verwurzelt und auf ihn gegründet, gefestigt durch den Glauben, in dem ihr unterrichtet wurdet! Seid voller Dankbarkeit!“ (Kolosser 2:7). Am meisten bedanke ich mich bei meinem Vater im Himmel und seinem Sohn Jesus Christus, und zwar nicht nur durch Worte in meinen regelmäßigen Gebeten. Nein, ich bedanke mich auch durch Dienst an meinen Mitmenschen, denn nur dadurch kann ich mich in ganz geringem Maß für die Handlungen der Liebe Jesu und die täglichen Segnungen revanchieren. Wie revanchierst du dich für Hilfe, die dir entgegengebracht wurde?

dankbarkeit(Bild: Quelle)

Sie waren daran, den Eid zu brechen, den sie geleistet hatten

Die Ammoniten – durch Ammon und seine Brüder bekehrte Lamaniten (Alma 23:4-5), die einen Eid geleistet hatten, nie mehr das Schwert zum Blutvergießen zu ergreifen (Alma 24:17-18) – wollten schon ihren Eid brechen, weil sie sahen, wie die Nephiten in Bedrängnis waren (Alma 53:13), „Aber siehe, als sie dabei waren, ihre Kriegswaffen zu ergreifen, wurden sie von Helaman und seinen Brüdern durch die Macht ihres Zuredens davon abgebracht, denn sie waren daran, den Eid zu brechen, den sie geleistet hatten.“ (Alma 53:14).

Sie waren daran, den Eid zu brechen, den sie geleistet hatten. Ein Eid wird geleistet, um eine persönliche Aussage feierlich zu bekräftigen. Ein deutscher Politiker oder Beamter schwört z. B. seine Kraft dem Wohle des Volkes zu widmen und kann diesen Eid mit der religiösen Beteuerung: „So wahr mir Gott helfe“ bekräftigen. So wie es vorgestern die Bundeskanzlerin und ihre Ministerrige im Plenarsaal des Bundestages taten. Mit einem Eid verpflichtet man sich, das Beschworene auch einzuhalten. Auch die bekehrten Lamaniten leisteten einen Eid (Alma 53:11) als „… Zeugnis vor Gott und auch vor den Menschen, daß sie niemals wieder Waffen benutzen würden, um Menschenblut zu vergießen; …“ (Alma 24:18). Helaman und seine Brüder konnten sie überzeugen, ihren Eid nicht zu brechen, denn sie befürchteten, sie würden ansonsten „… ihre Seele verlieren …“ (Alma 53:15) – gemeint ist, ihre Vergebung für ihre früheren Morde verwirken (Lehre und Bündnisse 42:18). Denn was gebietet der Herr laut Mose: „Wenn ein Mann dem HERRN ein Gelübde ablegt oder einen Eid schwört und sich zu einer Enthaltung verpflichtet, dann darf er sein Wort nicht brechen; genauso, wie er es ausgesprochen hat, muss er es ausführen.“ (Numeri 30:3).

Mit Abraham schloss der Herr einen beeideten Bund (Lukas 1:73; Eid – einseitiges Versprechen etwas Zugesagtes wahrhaftig einzuhalten; Bund – Gott gibt Bedingungen vor, Mensch willigt ein), indem er ihm und seinen Nachkommen ein verheißenes Land versprach (Exodus 6:8). Aber sein Bund ging noch weit über dieses irdische Versprechen hinaus. Abraham erhielt das Priestertum Gottes und in diesem Priestertum sollten all seine Nachkommen gesegnet sein (Lehre und Bündnisse 132:29-31) „… mit den Segnungen des Evangeliums, und das sind die Segnungen der Errettung, ja, des ewigen Lebens.“ (Köstliche Perle Abraham 2:9-11). So ist ein jeder, der das Evangelium von Jesus Christus annimmt und treu bleibt, Nutznießer dieses Eides und Bundes des Herrn mit Abraham (Lehre und Bündnisse 84:33-40). Natürlich ist der Herr an seinen Eid nur gebunden, wenn der Mensch den Bund nicht bricht (Lehre und Bündnisse 84:41). Welche Segnungen erwarten dich, als Teilhaber dieses Eides und Bundes? Willst du dich weiter vertiefen, so kannst du hier nachlesen.

Bundestag: Angela Merkel als Bundeskanzlerin vereidigtBundestag: Angela Merkel als Bundeskanzlerin vereidigt
(Bild: Quelle)

Wenn nicht Ammon und seine Brüder für sie Mitleid und überaus große Liebe empfunden hätten

Ammon und seine Brüder hatten vor knapp 30 Jahren unter den Lamaniten missioniert und Tausende schlossen sich der Kirche des Herrn an (Alma 23:4-5). Sie nannten sich fortan Anti-Nephi-Lehier (Alma 23:17) und leisteten einen Eid, dass sie kein Schwert mehr in die Hand nehmen wollten (Alma 24:17-18). Daraufhin bekamen sie von den Nephiten das Land Jerschon als Erbe (Alma 27:22) und wurden von ihnen militärisch beschützt und bekamen den Namen `das Volk Ammon´ (Alma 27:23-26). „Und durch ihren Eid waren sie davon abgehalten worden, die Waffen gegen ihre Brüder zu ergreifen; denn sie hatten einen Eid geleistet, daß sie niemals mehr Blut vergießen würden; und gemäß ihrem Eid wären sie zugrunde gegangen; ja, sie hätten zugelassen, daß sie ihren Brüdern in die Hände gefallen wären, wenn nicht Ammon und seine Brüder für sie Mitleid und überaus große Liebe empfunden hätten.“ (Alma 53:11).

Wenn nicht Ammon und seine Brüder für sie Mitleid und überaus große Liebe empfunden hätten. Mitleid als eine positive Eigenschaft der Tugend, ist eine gefühlte Anteilnahme an Schmerz und Leid anderer. Eine bekannte Begebenheit bezüglich Mitleid im Alten Testament haben wir in der Erzählung der Geburt des Sohnes einer Levitin zuzeiten Pharao Ramses II. (1304 bis 1237 v. Chr). Der Pharao hatte seinem ganzen Volk den Befehl gegeben „… Alle Knaben, die den Hebräern geboren werden, werft in den Nil! Die Mädchen dürft ihr alle am Leben lassen.“, weil er sich vor dem starken Wachstum der Hebräer fürchtete (Exodus 1:20-22). Diese Levitin verbarg ihr Neugeborenes drei Monate lang und legte es dann in einen Binsenkorb und setze es im Nil aus (Exodus 2:1-3). Die Tochter des Pharaos entdeckte den Korb und „… hatte Mitleid mit ihm und sie sagte: Das ist ein Hebräerkind.“ (Exodus 2:6). Sie ließ es durch eine Amme großziehen, nahm ihn als er größer war als Sohn an und gab ihm den Namen Mose (Exodus 2:10). Im Neuen Testament lesen wir von Jesus, dass er Mitleid mit den Menschen hatte. Ein markantes Ereignis ist die Speisung der Viertausend auf einem Berg am See von Galiläa, die zu ihm kamen, um ihre Kranken heilen zu lassen. „Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie auf dem Weg zusammen.“ (Matthäus 15:32).

Unser größtes Beispiel Jesus Christus „… ist voll Erbarmen und Mitleid.“ (Jakobus 5:11) und er lässt uns durch Sacharja um 520 v. Chr., zuzeiten des bedeutendsten Großkönigs des altpersischen Reiches Darius, sagen: „… erweist Güte und Erbarmen, ein jeder gegenüber seinem Bruder; …“ (Sacharja 7:9). So fühle auch ich mich aufgefordert, wie der barmherzige Samariter (Lukas 10:33) Mitleid für diejenigen zu empfinden, die in irgendeiner Weise Leid zu tragen haben. Mitleid alleine reicht allerdings nicht immer aus, ich muss daraus auch Handlungen ableiten, wie wir in den vorhergehenden Beispielen gelernt haben. Wie leidest du mit anderen mit?

Der barmherzige Samariter(Bild: Quelle)

So befanden sie sich wegen Übeltuns in den eigenen Reihen, … in einer höchst gefährlichen Lage

„Und so befanden sie sich wegen Übeltuns in den eigenen Reihen, ja, wegen Zwistigkeiten und Machenschaften in den eigenen Reihen, in einer höchst gefährlichen Lage.“ (Alma 53:9).

So befanden sie sich wegen Übeltuns in den eigenen Reihen, … in einer höchst gefährlichen Lage. Aufgrund dieser Zwistigkeiten unter den Nephiten machten die Lamaniten einigen Boden gut. Während Moronis Abwesenheit gingen den Nephiten, aufgrund nicht weiter beschriebener interner Machenschaften, einige Städte im Südwesten des Landes verloren (Alma 53:8).

Machenschaften sind im Verborgenen ablaufende unlautere Handlungen mit böser Absicht, um sich z. B. gegenüber jemand anderem Vorteile zu verschaffen, bzw. ihm zu schaden. So werden auch heute aufgrund krimineller Machenschaften Millionenschäden herbeigeführt. So beziffern Firmen, die im vergangenen Jahr Opfer von betrügerischen Attacken wurden, den dadurch entstandenen Schaden auf mehr als 500.000 US-Dollar. Zu solchen Machenschaften zählen Betrug, Veruntreuung, Bestechung, Korruption, Unterschlagung, Cyberangriffe … Solche Machenschaften werden auch von Tätern innerhalb der eigenen Organisation vorgenommen, z. B. innerhalb einer Glaubensgemeinschaft. Nicht nur aufgrund der Gebote aus dem Alten Testament, sondern auch aus neuzeitlicher Offenbarung weiß ich, dass im Himmel keine Freude darüber herrscht, wenn ich mich irgendwelcher Machenschaften der Menschen bediene (Lehre und Bündnisse 106:6). Ich fühle mich also ermuntert, mich nicht in solche zu verstricken und entsprechende Vorhaben aufzudecken und wo ich kann zu verhindern. Was unternimmst du, um Machenschaften in den eigenen Reihen zu vermeiden?

Cartoon: Grünes Umfragehoch (large) by Schwarwel tagged grüne,umfrage,hoch,partei,deutschland,regierung,spd,cdu,fdp,angela,merkel,karikatur,schwarwel,grüne,umfrage,hoch,partei,deutschland,regierung,spd,cdu,fdp,angela merkel,angela,merkel(Bild: Quelle)

Er beschäftigte seine Männer … um ihre Frauen und ihre Kinder aus Hungersnot und Bedrängnis zu befreien

Obwohl Moroni einen großen Sieg errungen hatte, und die Festung Mulek eroberte und darin seine Gefangenen zusammenhalten konnte (Alma 53:6), unternahm er „… in diesem Jahr keinen Versuch mehr, mit den Lamaniten zu kämpfen, sondern er beschäftigte seine Männer mit der Vorbereitung für den Krieg, ja, und um Befestigungen zum Schutz gegen die Lamaniten herzustellen, ja, und auch um ihre Frauen und ihre Kinder aus Hungersnot und Bedrängnis zu befreien und für ihre Heere Nahrung zu beschaffen.“ (Alma 53:7).

Er beschäftigte seine Männer … um ihre Frauen und ihre Kinder aus Hungersnot und Bedrängnis zu befreien. Hier zeigt sich auch wieder die Größe Moronis. Er jagte nicht den militärischen Siegen nach, um Ruhm zu erlangen, sondern er kümmerte sich um seine Leute im Heer, aber vergaß darüber hinaus auch nicht die Frauen mit ihren Kindern vor Hungersnot und Bedrängnissen, die ein Krieg zwangsläufig mit sich bringen, zu retten.

Leider erleben wir in unserer heutigen Zeit auf vielen Schlachtfeldern der Erde genau dies nicht. Die Militärs und machtbesessenen Staatsoberhäupter denken nicht im Geringsten an die Not leidenden Frauen und Kinder, nicht einmal die ihres eigenen Volkes. Sie wollen auf keinen Fall ihre Kriegsmaschinerie, die gerade so gut läuft, anhalten, um für die Not leidende zivile Bevölkerung Linderung zu ermöglichen. Ich frage mich, was geht in solchen Menschen vor und muss dabei an das Gespräch zwischen der Schlange, die im Auftrag Luzifers zuerst Adam erfolglos, dann aber Eva erfolgreich verleitet hatte, und dem Herrn denken, als der Herr davon erfuhr. Er sagte zur Schlange – ich stelle mir vor, stellvertretend an Luzifer gerichtet – dass er verflucht sein soll und er Feindschaft zwischen ihn und dem Menschen setzen würde (Köstliche Perle Mose 4:21-22). Das gefiel Satan sicherlich gar nicht und so setzt er alles dran, diese Feindschaft zu schüren, sodass sich die Menschheit, die eher auf ihn, als auf Gott hören würde, vernichten würde. Ich kann die Welt nicht alleine retten, aber wenn Krieg ausgerufen würde und keiner nimmt daran teil, was dann? Das könnte der Fall sein, wenn ein jeder das Evangelium von Jesus Christus in die Tat umsetzt. Leider sind wir davon noch meilenweit entfernt. Doch eines Tages wird Christus seine Friedensherrschaft auf Erden einführen und das Böse für Tausend Jahre von der Erde verbannen (Jesaja 2:4; 2. Nephi 12:4; Offenbarung 20:4; Lehre und Bündnisse 29:11). Bis dahin müssen diejenigen, die seinem Ruf folgen, in ihrem kleinen Umfeld wenigstens für Frieden sorgen. Wie gelingt dir das in deiner Familie?


Gefunden in Bewusstscout: Sollen doch die Politiker in den Krieg ziehen, die den Krieg wollen
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Und zwangen sie, hinzugehen und ihre Toten zu begraben

Viele lamanitische Krieger lieferten den Nephiten ihre Kriegswaffen aus und retteten dadurch ihr Leben. Diejenigen, die dies nicht taten wurden gefangen genommen. Die Zahl der gefangen genommenen übertraf bei Weitem die der im Krieg auf beiden Seiten Getöteten (Alma 52:38-40). „Und es begab sich: Sie setzten Wachen über die gefangenen Lamaniten und zwangen sie, hinzugehen und ihre Toten zu begraben, ja, und auch die toten Nephiten, die getötet worden waren; und Moroni setzte Männer über sie, um sie zu bewachen, während sie ihre Arbeit verrichteten.“ (Alma 53:1).

Und zwangen sie, hinzugehen und ihre Toten zu begraben. Zwangsarbeit war eine leichte Möglichkeit, die Gefangenen unter Kontrolle zu halten. Als sie mit dem Begraben der Getöteten beider Seiten fertig waren, wurden sie gezwungen, die Befestigungsanlagen im Land auszubauen (Alma 53:3-5).

Jeder Krieg führt wohl zu Unterlegenen, zu Siegern und zu Gefangennahmen. Die Kriegsgefangenen werden auch gezwungen, bestimmte Arbeiten durchzuführen, insbesondere solche, die der eigenen Bevölkerung nicht zugemutet werden sollen. So wurde auch mein Vater, obwohl nicht Gefangener, im Winter dazu gezwungen, Gräber für gefallene sowjetische Soldaten, im Berliner Treptower Park, auszuheben. Insgesamt sind dort 7.000 gefallene Rotarmisten bestattet worden. Heutzutage gibt es aber überall auf der Welt Menschen, die unter Androhung von Strafe, oder eines sonstigen empfindlichen Übels, gegen ihren Willen gezwungen werden Arbeiten zu verrichten. Eine aktuell verbreitete Form der Zwangsarbeit ist die Zwangsprostitution. Überwiegend sind davon Frauen und Kinder betroffen die unter Armut zu leiden haben. Was kann getan werden? Außer entsprechende Gesetze zu verabschieden, muss das Übel an der Wurzel gepackt werden, die Armut muss bekämpft werden, Eigenständigkeit, die „Fähigkeit, die Entschlossenheit und das Bemühen, sich selbst und seine Familie in geistiger und zeitlicher Hinsicht mit allem Lebensnotwendigen zu versorgen.“ (Handbuch 2: Die Kirche führen und verwalten, 2010, 6.1.1.) gefördert werden. Eigenständigkeit wird seit je her in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage propagiert und durch entsprechende Maßnahmen gefördert (siehe „Eigenständigkeitsförderung“). Schulungsmaterial und moderierte Arbeitskreise werden weltweit durchgeführt mit Hauptaugenmerk auf: Unternehmensgründung und -ausbau, Arbeitssuche, gute Ausbildung, private Finanzen, eine bessere Anstellung (siehe hier). Ich bin dankbar für diese Anstrengungen, die in der Kirche für das Wohl aller Menschen unternommen werden. Was tust du, um deine Eigenständigkeit zu fördern?

eigenständigkeit(Bild: Quelle)