Dass sein Volk im Zweifel war, ob die Sache, in die es sich eingelassen hatte, gerecht war

Moroni sammelte aus allen Teilen des Landes diejenigen, die den Wunsch hatten die Freiheit hochzuhalten (Alma 46:28). „Und es begab sich: Als Amalikkja sah, daß das Volk Moroni zahlreicher war als die Amalikkjaiten—und er sah auch, daß sein Volk im Zweifel war, ob die Sache, in die es sich eingelassen hatte, gerecht war—als er darum fürchtete, er werde sich in der Sache nicht durchsetzen können, nahm er diejenigen von seinem Volk, die wollten, mit und zog ins Land Nephi.“ (Alma 46:29).

Dass sein Volk im Zweifel war, ob die Sache, in die es sich eingelassen hatte, gerecht war. Um welche Sache ging es? Es ging um die Umsetzung der umstürzlerischen Absichten Amalikkjas, der unbedingt mittels korrupter Machenschaften König werden wollte, das Volk zu schlechtem Tun verleitete und durch seine Schmeicheleien eine Spaltung des Volkes verursachte (Alma 46:4-7). Seine Anhänger schlossen sich zu den Amalikkjaiten zusammen (Alma 46:29). Amalikkja verfolgte das Ziel, die Kirche Gottes zu vernichten und die Grundlage der Freiheit zu zerstören (Alma 46:10).

Bist du auch schon mal in einer Situation gewesen, in der du im Zweifel warst, ob die Sache, in die du dich eingelassen hattest, gerecht ist? Eine äußerst ungute Situation. Man befindet sich in einem Zustand der Unentschiedenheit. Man soll trotz entgegengesetzter und ggf. unzureichender Gründe sich für oder gegen etwas entscheiden. Wie kann man diesen Zwiespalt meistern? Ich gehe so vor, dass ich Hilfe in der Heiligen Schrift, dazu gehören für mich auch die Worte neuzeitlicher und lebender Propheten, suche (Jakob 7:23). Welche Situation dort, passt auf die, in der ich mich befinde? Wie wurde da entschieden? Ich durchdenke dann alles gebeterfüllt und entwickle eine Lösung für mein Problem, bespreche sie mit dem Herrn und achte auf die feine leise Stimme des Heiligen Geistes (Lehre und Bündnisse 8:2). Empfinde ich Ruhe, habe ich die richtige Entscheidung, bin ich mir weiterhin unsicher, fange ich neu an (Lehre und Bündnisse 9:8-9). An dieser Methode habe ich nicht den geringsten Zweifel (Mormon 9:21)! Wie befreist du dich aus Situationen in denen du Zweifel hast, was die richtige Entscheidung angeht?

(Bild: Quelle)

Laßt uns an die Worte Jakobs vor seinem Tod denken

Moroni, der oberste Feldherr der Nephiten, spricht weiter zu denen, die sich für ihre Freiheit und ihren Glauben mit einem Bündnis mit Gott einsetzen wollten (Alma 46:22): „Ja, laßt uns als ein Überrest Josephs unsere Freiheit bewahren; ja, laßt uns an die Worte Jakobs vor seinem Tod denken, denn siehe, er sah, daß ein Stück des Überrestes von Josephs Rock bewahrt geblieben und nicht zerfallen war. Und er sprach: So wie dieser Überrest des Kleides meines Sohnes bewahrt geblieben ist, so wird ein Überrest der Nachkommen meines Sohnes durch die Hand Gottes bewahrt bleiben, und er wird sie zu sich nehmen, während die übrigen Nachkommen Josephs zugrunde gehen werden, ja, wie der Überrest seines Kleides.“ (Alma 46:24).

Laßt uns an die Worte Jakobs vor seinem Tod denken. Moroni fordert die Nephiten auf, sich der Verheißungen zu erinnern, die ihr Stammvater Joseph von dessen Vater Jakob bekommen hat. Auf seinem Sterbebett versammelte Jakob seine zwölf Söhne, um ihnen einen patriarchalischen Segen zu geben (Genesis 49). Zu seinem Lieblingssohn Josef sagte er, allerdings auf sein bisheriges Leben bezogen, dass er gute Früchte hervorgebracht hatte und diese sich sogar über das große Meer nach Amerika ausbreiten würden – seine Nachkommen, die Nephiten: „dessen Zweige emporsteigen über die Mauer“ (Genesis 49:22). Er hätte viel Leid in seinem Leben erfahren – von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft, von der Frau Potifars fälschlich beschuldigt und ins Gefängnis gebracht -, aber er ist stark geblieben – ist Gott in allem treu geblieben und zum zweiten Herrscher Ägyptens aufgestiegen und als solcher hat er seine Familie vor dem Hungerstod gerettet und es ist ein mächtiges Volk entstanden (Genesis 49:23-24).

Ich fühle mich von Moroni auch aufgefordert, mich der Verheißungen meines Stammvaters zu erinnern. Wer dies ist, habe ich in meinem patriarchalischen Segen erfahren dürfen. Wie unzähligen anderen Kindern unseres himmlischen Vaters wurde mir gesagt, dass ich Erbe des Hauses Ephraim bin. Sein älterer Bruder Manasse symbolisiert das Judentum, das zwar Offenbarung bekam, aber Christus ablehnte, Efraim symbolisiert das Heidentum, welches Offenbarung Gottes annahm. Beide sind zwar Söhne Josefs, werden aber vor Jakobs Tod, im Alter von 147 Jahren, von diesem adoptiert (Genesis 48:5). Efraim, der Jüngere von beiden, bekommt aufgrund vorhergesehenen Gehorsams seiner Nachfahren gegenüber Gott und damit Vorläufer des Christentums, von Jakob den Erstgeburtssegen (Genesis 48:8-20). So liegt es an mir, diesen Segen zu erforschen und alles zu tun, um dieses Segens würdig teilhaftig zu werden – z. B. habe ich auch Offenbarung angenommen und übe mich immer mehr im Gehorsam Gott gegenüber. Ich mache mir auch Gedanken darüber, wie ich meine Kinder segne – insbesondere durch mein Vorbild. Wie kannst du herausfinden, welcher Segen auf dir und deinen Nachkommen liegt?

Jakobs Überkreuzsegnung Efraims und Manasses
(Bild: Quelle)

Wir sind ein Überrest der Nachkommen Jakobs

Nachdem die Nephiten mit Gott einen Bund geschlossen hatten, ihm treu zu bleiben, sprach Moroni, ihr oberster Feldherr, zu ihnen: „… Siehe, wir sind ein Überrest der Nachkommen Jakobs; ja, wir sind ein Überrest der Nachkommen Josephs, dessen Rock von seinen Brüdern in viele Stücke zerrissen wurde; ja, und nun siehe, laßt uns daran denken, daß wir die Gebote Gottes halten, sonst sollen unsere Kleider von unseren Brüdern zerrissen werden und wir ins Gefängnis geworfen werden oder verkauft werden oder getötet werden.“ (Alma 46:23).

Wir sind ein Überrest der Nachkommen Jakobs. Moroni bezieht sich hier auf ihre Abstammung von den Stammesvätern Abraham, Isaak und Jakob, und dort von dem zweitjüngsten Sohn Josef, dem, der durch seine Brüder nach Ägypten verkauft wurde und dessen bunter Rock (Genesis 37:3) in Stücke zerrissen wurde. Dass dieser Rock zerrissen wurde, wissen wir aus dem Buch Mormon. Im Alten Testament lesen wir heute nur, dass Jakob meinte, dass ein wildes Tier seinen Sohn zerrissen hätte (Genesis 37:33). Das Zerreißen des Rockes Josephs hat auch eine symbolische Bedeutung in Bezug auf die zwölf Stämme Israels. So lesen wir z. B., dass der Prophet Ahija bei einem Treffen mit Jerobeam, dem von Salomo bestellten Aufseher über alle Fronarbeiten des Hauses Josef, seinen neuen Mantel in zwölf Stücke zerriss und zehn Stücke davon Jerobeam übergab und sagte: „Ich nehme Salomo das Königtum weg und gebe dir zehn Stämme.“ (1. Könige 11:28-32).

Dass ein Überrest Josefs – ein Teil des zerrissenen Mantels – in ein anderes Land geführt werden würde, drückt Jakob in seinem Segen symbolhaft so aus, dass ein junger Zweig Josefs `über die Mauer steigen würde´ (Genesis 49:22). Präsident Joseph Fielding Smith (1876–1972) hat darüber gesprochen, wie sich die Symbolik und die Prophezeiung, die den bewahrten Teil von Josefs Mantel betreffen, heute erfüllen: „Es heißt, dass das Zerreißen jenes Ärmelrocks, den Josef getragen hat, eine prophetische Bedeutung habe. Ein Teil des Rocks blieb erhalten, und so prophezeite Jakob vor seinem Tod, so wie ein Überrest des Kleides bewahrt geblieben sei, solle ein Überrest der Nachkommen Josefs bewahrt bleiben (Alma 46:24). Dieser Überrest, der jetzt unter den Lamaniten zu finden ist, wird letzten Endes an den Segnungen des Evangeliums teilhaben. Sie werden sich mit dem Überrest vereinigen, der jetzt aus den Nationen gesammelt wird, und für immer vom Herrn gesegnet werden.“ (The Way to Perfection, 1970, Seite¾121; lies hier)

Jacob holding Joseph’s coatAls Jakob das Blut auf Josefs Mantel sah, dachte er, ein wildes Tier hätte Josef zerfetzt.
(Genesis 37:33; Bild: Quelle)

Sie warfen ihre Kleider Moroni zu Füßen

Nachdem alle Nephiten, die dem Aufruf des obersten Befehlshabers ihrer Streitkräfte, Moroni, folgen wollten, zerrissen ihre Kleider und schlossen einen Bund mit dem Herrn (Alma 46:21): „Nun war dies der Bund, den sie machten, und sie warfen ihre Kleider Moroni zu Füßen und sprachen: Wir schließen mit unserem Gott diesen Bund, daß wir vernichtet werden sollen, ja, wie unsere Brüder im Land nordwärts, wenn wir in Übertretung verfallen; ja, er möge uns unseren Feinden zu Füßen werfen, so wie wir dir unsere Kleider zu Füßen geworfen haben, um zertreten zu werden, wenn wir in Übertretung verfallen.“ (Alma 46:22).

Sie warfen ihre Kleider Moroni zu Füßen. Die Nephiten, die vor der Geburt Jesu in Amerika lebten, kannten die Rituale des Volkes Israel, des Bundesvolkes Gottes, und hielten sich an diese und das mosaische Gesetz (2. Nephi 5:10). Dieses Ritual des Zerreißens von Kleidern begegnet uns im Alten Testament zuerst in der Begebenheit von Josef, dem Lieblingssohn Jakobs (Genesis 37:3; Jakob -Fersenhalter / Austrickser – wurde vom Herrn später in Israel – Gottesstreiter / Kämpfer für [oder] mit Gott- umbenannt; Genesis 32:29), weshalb seine Brüder ihn hassten (Genesis 37:4). Dann erzählte Josef ihnen auch noch seinen Traum, der so verstanden werden konnte, dass er, der jüngste Bruder, über die anderen herrschen sollte, was diese noch mehr aufbrachte (Genesis 37:5-8) und sie ihn schließlich an midianitische Kaufleute nach Ägypten verkauften (Genesis 37:28). Ruben, der älteste der Brüder, „… kam zur Zisterne zurück und siehe, Josef war nicht mehr dort. Er zerriss seine Kleider, 30 kehrte zu seinen Brüdern zurück und sagte: Der Kleine ist ja nicht mehr da. Und ich, wohin soll ich nun gehen?“ (Genesis 37:29-30).

Warum zerriss Ruben seine Kleider in dieser Situation? Eigentlich wollte er seinen Bruder vor dem Tod retten, den seine anderen Brüder planten und sie einigten sich darauf, ihn in eine leere Zisterne zu werfen (Genesis 37:22-24). Als Ruben weg war, schlug Juda seinen Brüdern vor, ihn nicht zu töten, sondern zu verkaufen (Genesis 37:26-27). Gesagt, getan. Als Ruben zurückkam, fand er Josef nicht mehr in der Zisterne und fand seinen Plan durchkreuzt und `zerriss aus Trauer um ihn seine Kleider´, ebenso sein Vater, als er hörte, dass Josef von einem wilden Tier gefressen worden sein sollte (Genesis 37:33-34). Später lesen wir, dass der Herr Joel in Bezug auf dieses Ritual einen Rat erteilte: „Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld und es reut ihn das Unheil.“ (Joel 2:13). Heutzutage zerreißen wir nicht mehr unsere Kleider zum Ausdruck unserer Trauer über etwas Falsches, das wir getan haben, sondern wir bringen Gott ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist als Opfer dar (3. Nephi 9:20). Auf diese Art kommen wir in den Genuss der Auswirkungen des Sühnopfers unseres Erretters (2. Nephi 2:7).

(Bild: Quelle)

Sich schämen würden, den Namen Christi auf sich zu nehmen

Damit der Herr das Volk segnen könne, sollte es mit ihm einen Bund schließen, seine Rechte und seine Religion zu achten (Alma 46:20). „Und es begab sich: Als Moroni diese Worte verkündigt hatte, siehe, da lief das Volk zusammen, die Waffenrüstung um die Lenden gegürtet, und sie zerrissen ihre Kleider zum Zeichen oder zum Bund, daß sie den Herrn, ihren Gott, nicht verlassen wollten; oder, mit anderen Worten, wenn sie die Gebote Gottes überträten oder in Übertretung verfielen und sich schämen würden, den Namen Christi auf sich zu nehmen, dann solle der Herr sie zerreißen, so wie sie ihre Kleider zerrissen hatten.“ (Alma 46:21).

Sich schämen würden, den Namen Christi auf sich zu nehmen. Dies erinnert mich direkt an das Zeugnis des Apostels Paulus, das er den Mitgliedern der Kirche des Herrn in Rom vermittelte, als er über die Verbreitung des Evangeliums schrieb: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht …“ (Römer 1:16) und in seinem Brief an Timotheus fordert er diesen auf: „Schäme dich also nicht des Zeugnisses für unseren Herrn …“ (2. Timotheus 1:8).

Ist es dir schon mal passiert, dass du das Empfinden hattest, versagt zu haben, oder dir eine Blöße gegeben zu haben? Oder hast du dich schon mal geniert in einem Freundes- oder Bekanntenkreis, eine dort nicht so verbreitet anerkannte Meinung zu vertreten? Dann hast du dich geschämt bzw. dich davor gefürchtet. Wer sich schämt, hat ein Bewusstsein von der eigenen Persönlichkeit. Die Scham ist ein zutiefst soziales Gefühl. Sie orientiert sich an den Maßstäben der Gesellschaft. Weicht dieser Maßstab von dem meinen ab, so scheue ich mich eher davor, ihn dort zu vertreten. Allerdings sollte mir bewusst sein, dass ich immer richtig liege, wenn ich den Maßstab des Evangeliums von Jesus Christus anlege. Solange ich die Persönlichkeit eines wahren Jüngers Jesu angenommen habe, brauche ich mich nicht zu schämen, denn ich befinde mich in der besten Gesellschaft, in der ich mich bewegen kann. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass dieses Schamgefühl, bezüglich meines Glaubens an Jesus Christus und seine Kirche, mit zunehmendem Alter immer geringer geworden ist und ich nun voller Inbrunst aller Welt verkünden kann: „Auch ich schäme mich des Evangeliums und des Zeugnisses für unseren Herrn nicht“. Welche Empfindungen hast du schon gehabt, als du Zeugnis von deinem Glauben ablegen wolltest oder abgelegt hast?


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Ehe wir das durch unsere Übertretungen selbst über uns bringen

Nachdem Moroni sein Herz in Bezug auf die Hilfe des Herrn im Kampf um die Freiheit der Person und der Religionsausübung ausgeschüttet hatte, und das Land, in dem sie lebten „ein erwähltes Land und das Land der Freiheit“ nannte, (Alma 46:16-17), sagte er: „… Gewiß wird Gott nicht zulassen, daß wir, die wir verachtet werden, weil wir den Namen Christi auf uns nehmen, niedergetreten und vernichtet werden, ehe wir das durch unsere Übertretungen selbst über uns bringen.“ (Alma 46:18).

Ehe wir das durch unsere Übertretungen selbst über uns bringen. Verachtung, Unterdrückung und Vernichtung wird im Wesentlichen nur über uns kommen, wenn wir dies durch unser eigenes Handeln provozieren. Das bedeutet nicht, dass wir auch im Fall des Gehorsams Gott gegenüber, keine Prüfungen durchzumachen hätten, denn nur wenn man in der Lage ist, Schwierigkeiten und Probleme richtig zu lösen, werden die heute sogenannten `Soft Skills´ (persönliche, soziale und methodische Kompetenzen) entwickelt.

In den Sprichwörtern des Alten Testamentes heißt es: „Eisen wird an Eisen geschliffen; so schleift einer den Charakter des andern.“ (Sprüche 27:17). Jeder Mensch hat unterschiedliche Eigenschaften und im Zusammenleben kommt es eben sehr häufig vor, dass die eine Eigenschaft des Einen nicht so ganz zu der des anderen passt und es kommt ggf. zu Reibereien. Laufen diese nun in der rechten Art und Weise ab, schleifen sich die Charaktere gegenseitig. Mit anderen Worten, wir brauchen einander zur Charakterbildung. Das kann unter Umständen mit harten Erfahrungen verbunden sein. Geschieht dies aber im rechten Geist der Christusliebe, dann fördert ein jeder den Anderen und es kann so sein, dass eintrifft: „Wer einen andern zurechtweist, findet schließlich Dank, mehr als der Schmeichler.“ (Sprüche 28:23). Wenn dieses Charakterschleifen so abläuft: „Lass dich nicht auf törichte und unsinnige Auseinandersetzungen ein; du weißt, dass sie nur Streitereien hervorbringen. 24 Ein Knecht des Herrn soll nicht streiten, sondern zu allen freundlich sein, ein geschickter und geduldiger Lehrer, 25 der auch die mit Güte zurechtweist, die sich hartnäckig widersetzen, damit Gott ihnen vielleicht Umkehr zur Erkenntnis der Wahrheit schenkt“ (2. Timotheus 2:23-25), gereicht es sicherlich für beide Seiten zu einer positiven Charakterentwicklung. Die Geduld, die mir mein himmlischer Vater im Laufe meiner Entwicklung entgegengebracht hat, hat bei mir wiederum Ungeduld abgeschliffen und Geduld gegenüber der Entwicklung bei meinen Enkeln gefördert. Welche Erfahrungen hast du schon gemacht?

Soft Skills
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Nahmen freudig den Namen Christi auf sich oder Christen

Mormon teilt uns mit: „Und die zur Kirche gehörten, waren treu; ja, alle, die wahrhaft an Christus glaubten, nahmen freudig den Namen Christi auf sich oder Christen, wie sie wegen ihres Glaubens an Christus, der kommen werde, genannt wurden.“ (Alma 46:15).

Nahmen freudig den Namen Christi auf sich oder Christen. Die Bezeichnung der Gottesgläubigen und Anhänger des Evangeliums von Jesus Christus als `Christen´, taucht hier bei Alma dem Jüngeren das erste Mal im Buch Mormon auf. Und das etwa 73 Jahre, bevor Christus auf Erden geboren wurde. In der Bibel, jedenfalls in der Einheitsübersetzung 2016 und der Lutherbibel 2017, das erste Mal in der Apostelgeschichte und ein zweites Mal bei Petrus (Apostelgeschichte 11:26; 1. Petrus 4:16) und Agrippa lässt uns auch wissen, dass die damaligen Anhänger Jesu, Christen genannt wurden: „Darauf sagte Agrippa zu Paulus: Bald überredest du mich und machst mich zum Christen.“ (Apostelgeschichte 26:28). Der Herr allerdings selber hat diejenigen, die wahrhaft Christus nachfolgen, als Heilige bezeichnet (Kolosser 3:12), so wie er sie auch in heutiger Zeit bezeichnet (Lehre und Bündnisse 57:1).

Auch ich glaube wahrhaft an Jesus Christus und `nehme freudig den Namen Christi oder Christ auf mich´. Jeden Sonntag erneuere ich mein Versprechen, an ihn zu denken und seinen Namen auf mich zu nehmen durch die Teilnahme am heiligen Abendmahl (Lehre und Bündnisse 20:77-79). Ich arbeite regelmäßig eifrig in den Schriften, um Christus zu finden (1.Nephi 2:19), besser kennenzulernen und seinem Aufruf `folgt mir´ (2. Nephi 31:12) immer besser nachkommen zu können, ein wahrer Jünger von Christus zu sein (Matthäus 28:19), indem ich mich im Dienst an meinen Mitmenschen verliere (Mosia 2:17). Was tust du gerne, um ein wahrer Jünger Christi, ein Heiliger, ein glaubenstreues Mitglied der Kirche des Herrn zu sein?

Jesus with disciplesAls die Jünger eines Tages miteinander fasteten und beteten, kam Jesus zu ihnen.
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Er zerriß seinen Rock

Moronis Reaktion auf die Spaltung des Volkes Nephi aufgrund der schmeichlerischen Worte Amalikkjas (Alma 46:7): „… Er zerriß seinen Rock; und er nahm ein Stück davon und schrieb darauf: Zur Erinnerung an unseren Gott, unsere Religion und Freiheit und unseren Frieden, unsere Frauen und unsere Kinder—und er befestigte es am Ende einer Stange.“ (Alma 46:12).

Er zerriß seinen Rock. Von dem irisch-britischen Schriftsteller, Staatsphilosophen und Politiker in der Zeit der Aufklärung – er gilt als geistiger Vater des Konservatismus – Edmund Burke (1729-1797), stammt folgende Aussage: „Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen.“ Moroni war ein gottesfürchtiger, ein guter Mensch. Er kannte Edmund Burke und seine Aussage nicht, aber er kannte das Evangelium von Jesus Christus und hatte in Erinnerung, dass er gesagt hatte: „… Ihr sollt eure Familien verteidigen, selbst bis zum Blutvergießen.“ (Alma 43:47) und handelte danach. Er „… beugte sich zur Erde nieder, und er betete machtvoll zu seinem Gott, daß die Segnungen der Freiheit auf seinen Brüdern ruhen mögen, solange noch eine Gruppe von Christen übriggeblieben sei, …“ (Alam 46:13) und ging dann durch das Land und forderte seine Landsleute auf, einen Bund einzugehen, „… daß sie ihre Rechte und ihre Religion hochhalten werden, damit der Herr, Gott, sie segne.“ (Alma 46:19-20). So ließ er sogar in allem Gebiet, das die Nephiten besaßen „… das Banner der Freiheit auf allen Türmen hissen …“ (Alma 46:36).

Im übertragenen Sinn, zerreißen auch heute Menschen für ihre Meinung ihren Rock. Sie fertigen Plakate und Banner, auf denen sie ihre Forderungen artikulieren und damit durch das Land ziehen. Leicht sind heute im Internet Aufrufe zu verbreiten und Stimmen zu sammeln, Petitionen unterzeichnen zu lassen, und dann an verantwortliche Politiker zu überreichen. Hierdurch können heutzutage auf viel leichterem Weg, bequem vom Sessel zu Hause aus, unzählige Adressaten erreicht werden. Präsident Ezra Taft Benson, US-amerikanischer Politiker und der 13. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, betonte oft, dass es notwendig ist, als Staatsbürger aktiv zu sein und Freiheit und Unabhängigkeit zu fördern. Er forderte die Menschen auf: „Verbessern Sie Ihr Gemeinwesen, indem Sie aktiv mitarbeiten und dienen.“ (Der Stern, Juli 1988, Seite 47). Ich lerne daraus, dass auch ich mich in meinem Gemeinwesen für Freiheit und die Rechte der Religion engagieren muss. Ich tue dies, indem ich mich für Politik interessiere und nach bestem Wissen Kandidaten in die jeweiligen Gremien wähle, die sich ebenso für das Gute einsetzen und mich an, aus meiner Sicht, angemessenen Petitionen beteilige. Auf welche Weise `zerreißt du deinen Rock´, damit das Böse nicht triumphiert?

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