Hätte es nicht unter ihnen einen Streit gegeben

Nach wenigen Jahren des Friedens zwischen Lamaniten und Nephiten und einer sehr glücklichen Zeit (Alma 50:23-24), fasst Mormon zusammen: „Und es begab sich: Zu Beginn des vierundzwanzigsten Jahres der Regierung der Richter wäre auch Frieden unter dem Volk Nephi gewesen, hätte es nicht unter ihnen einen Streit gegeben in bezug auf das Land Lehi und das Land Morianton, das an die Grenzen von Lehi anschloß; beide aber lagen im Grenzgebiet an der Meeresküste.“ (Alma 50:25).

Hätte es nicht unter ihnen einen Streit gegeben. Nachdem Hauptmann Moroni mit seinen Truppen die Lamaniten um die 70 v. Chr. aus ihren Städten vertrieben hatten, bauten sie, zur besseren Befestigung und Verteidigung ihres Landes, viele neue Städte: Moroni, Nephihach und eine besondere Stadt Namens Lehi (Alma 50:13-15; die `besondere Stadt´ Lehi, vielleicht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Morianton). Sie lagen im Osten an der Grenze zum Meeresufer. Das Volk Nephi gedieh und wurde sehr reich und groß an Zahl (Alma 50:18). Trotz, oder gerade wegen dieses gesegneten Zustandes, entwickelten sich hitzige Grenzstreitigkeiten zwischen einer Gruppe, die im Land Morianton lebte und den benachbarten Lehiten (Alma 50:26). Die Moriantoniten, aufgewiegelt durch einen gewissen Morianton, einem Mann mit einem `heftigen Gemüt´ (Alma 50:28,30), wollten ihre unberechtigten Ansprüche am Land Lehi mit Waffengewalt durchsetzen. Zur geografischen Orientierung der Lage der Städte zueinander siehe Karte unten.

Wieder lernen wir, wie ein Einzelner, mit besonders schlechten Charaktereigenschaften, hitzige Debatten auslösen und zu einem Krieg ausarten lassen kann. Ich lerne, dass ich Menschenkenntnis – die auf Erfahrung basierende Fähigkeit, Menschen richtig einzuschätzen – entwickeln muss, um mich nicht mit solche Leute, die mit schmeichlerischen Worten versuchen ihre nichtigen Ziele zu erreichen, einzulassen, geschweige denn in wichtige Gremien zu wählen. Ich vergleiche die Charaktereigenschaften, die Körpersprache (Mimik und Gestik) und die Wortwahl meines Gegenübers mit denen von Jesus Christus. Hierbei muss ich darauf achten, unbewusst ablaufende `Wahrnehmungsfehler´ zu vermeiden. Dazu ist es erforderlich, sich zunächst selber einzuschätzen. Welches sind meine Stärken, welches meine Schwächen, wie ist meine Außenwirkung. Wie entwickelst du Menschenkenntnis?

Alma 50_13-15
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Sie sollen gesegnet sein; insofern sie meine Gebote halten

Mormon erinnert an die Verheißung, die der Herr Lehi vor etwa 500 Jahren gegeben hatte (2. Nephi 1:9-12): „Gesegnet bist du und deine Kinder; und sie sollen gesegnet sein; insofern sie meine Gebote halten, wird es ihnen wohl ergehen im Land. Aber denke daran, insofern sie meine Gebote nicht halten, werden sie von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten werden.“ (Alma 50:20).

Sie sollen gesegnet sein; insofern sie meine Gebote halten. Mormon zeigt in den nächsten Versen auf, wie sich die Verheißungen des Herrn auch tatsächlich erfüllen. Durch Abkehr vom Herrn haben sie Krieg und Vernichtung über sich gebracht. Diejenigen, die dem Herrn treu waren, wurden aber befreit. In den Tagen Moronis gab es unter den Nephiten sogar die glücklichsten Tage (Alma 50:21-23).

Ich denke dabei an die `Generalkonferenz´, die Mosia um 124 v. Chr. einberief, in der sein Vater, König Benjamin, eine große Rede hielt, in der er u. a. an alle alten und jungen Menschen und an alle Kinder gewandt, zum Ausdruck brachte, dass sie den „… gesegneten und glücklichen Zustand derjenigen betrachten …“ sollten, die die Gebote Gottes halten und darin bis ans Ende aushalten. Sie würden in den Himmel aufgenommen werden, in einen „… Zustand nie endenden Glücks …“ (Mosia 2:41). `Nie endendes Glück´, das ist doch ein Ziel, für das sich jegliche Anstrengung lohnt. Das Streben nach irdischem Reichtum führt nur zu vergänglichem, endlichem, Glück. Ich bemühe mich hauptsächlich darum, die Gebote Gottes mehr und mehr kennenzulernen und in meinem Leben immer besser zu erfüllen, indem ich eifrig in den Schriften forsche und mit meinen Bemühungen sie anzuwenden, `nie aufgebe´. Was denkst du über den Zustand nie endenden Glücks?

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Moroni hörte mit den Kriegsvorbereitungen nicht auf

Obwohl sie die Lamaniten zurückgedrängt, besiegt und Frieden hergestellt hatten, „… begab es sich: Moroni hörte mit den Kriegsvorbereitungen nicht auf, nämlich um sein Volk gegen die Lamaniten zu verteidigen; denn er veranlaßte, daß seine Heere begannen, zu Beginn des zwanzigsten Jahres der Regierung der Richter, daß sie damit begannen, rings um alle Städte im ganzen Land, das die Nephiten im Besitz hatten, Erdhaufen aufzuwerfen.“ (Alma 50:1).

Moroni hörte mit den Kriegsvorbereitungen nicht auf. Hauptmann Moroni hatte mit seinen nephitischen Soldaten die Lamaniten besiegt, in ihre eigenen Ländereien wieder zurückgetrieben und somit beständigen Frieden wiederhergestellt (Alma 49:30). Dabei beließ er es allerdings nicht. Weil er davon ausgehen musste, dass der Feind es wieder versuchen würde, strengte er sich weiterhin an, Schwachstellen zu identifizieren und zu Festungen, die für den Feind unüberwindbar sind, auszubauen. Auf die aufgeworfenen Wälle ließ er noch Befestigungsanlagen aus Holz und Beobachtungstürme errichten (Alma 50:2-6).

Hieraus lerne ich, dass ich, auch wenn ich meine, dass ich Satans Attacken abschmettern kann, ich nicht aufhören darf, nach weiteren Schwachstellen (Ether 12:27) in meinem Charakter zu suchen, um diese dann mithilfe des Herrn in Stärken umzuwandeln (Ether 12:37). Ich werde also in einer IST-Analyse Schwächen aufdecken, sie dem Soll-Zustand – Vorgaben des Evangeliums – gegenüberstellen und dann an meiner Entwicklung gebeterfüllt mit der Hilfe des Herrn arbeiten (Jakob 4:6-7). Wie bearbeitest du erkannte Schwachstellen?

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So hatten die Nephiten alle Gewalt über ihre Feinde

Hauptmann Moroni hatte jede Stadt im ganzen Land stark befestigt, womit die Lamaniten nicht gerechnet hatten, auch den schwächsten Teil, und er hatte auch noch Lehi, den die Lamaniten aus einem früheren Kampf fürchteten, als Befehlshaber dieser Stadt ernannt. Nachdem die obersten Hauptleute der Lamaniten geschworen hatten die Stadt auf jeden Fall anzugreifen, mussten sie es tun. Die Nephiten waren, wie wir sehen, äußerst gut vorbereitet (Alma 49:13-22). „So hatten die Nephiten alle Gewalt über ihre Feinde; und so versuchten die Lamaniten, die Nephiten zu vernichten, bis ihre obersten Hauptleute alle getötet waren; ja, und mehr als eintausend Lamaniten wurden getötet; während auf der anderen Seite nicht eine einzige Seele der Nephiten getötet worden war.“ (Alma 49:23).

So hatten die Nephiten alle Gewalt über ihre Feinde. Nachdem Hauptmann Moroni sich entsprechend seiner Weisheit (Alam 49:15) auf alle Szenarien der Angreifer vorbereitet hatte, waren die Lamaniten machtlos. Alle ihrer obersten Hauptleute wurden getötet und der Rest floh in die Wildnis, kehrten zu  Amalikkja zurück und berichteten ihm, worauf dieser überaus zornig auf sein Volk wurde. Ja er verfluchte sogar Gott (Alma 49:25-27). Auf der anderen Seite sehen wir wieder den gottesfürchtigen Moroni und sein Volk, die Gott für seine Hilfe dankten und es trat wieder Frieden ein (Alma 49:28-30).

Ich lerne wieder, dass ich die Strategien Satans (lies auch gerne hier, allerdings nur Englisch, aber es gibt ja z. B. den google Übersetzer) aus der Heiligen Schrift lernen, und mich so auf seine Angriffe vorbereiten kann. Ich muss meine Zufluchtsorte – mein Heim mit meiner Familie – befestigen, sodass ich sie verteidigen und er nicht eindringen kann (Alma 48:8). Hilfe erfahre ich dabei dadurch, dass ich mich regelmäßig mit meinen Geschwistern in der Kirche zusammenfinde, Erfahrungen austausche, und beim Abendmahl meine Bündnisse mit dem Herrn erneuere. So erhalte ich die Zusage, dass „… sein Geist immer …“ mit mir sein wird (Lehre und Bündnisse 20:77). Und sein Geist hilf mir, Wahrheit zu erkennen (Johannes 14:26). Wie gehst du vor, deine Zufluchtsorte zu befestigen?

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Das Blut seines Volkes bedeutete ihm nichts

Mormon berichtet weiter in seiner Zusammenfassung über die Geschehnisse um 72 v. Chr. unter den Nephiten: „Nun, wenn König Amalikkja aus dem Land Nephi an der Spitze seines Heeres herabgekommen wäre, so hätte er die Lamaniten vielleicht veranlaßt, die Nephiten bei der Stadt Ammoniha anzugreifen; denn siehe, das Blut seines Volkes bedeutete ihm nichts.“ (Alma 49:10).

Das Blut seines Volkes bedeutete ihm nichts. Diese Aussage lässt auf das Führungsverhalten Amalikkjas Rückschlüsse zu. Sein Handeln wird alleine durch die Befriedigung seiner eigenen Interessen bestimmt. Um sie zu erreichen, `geht er über Leichen´. Im Gegensatz zu ihm freut sich Moroni über die Freiheit, die Segnungen des Herrn und das Wohlergehen seines Volkes (Alma 48:12).

Amalikkja ist für mich also ein abschreckendes Beispiel. Sein Vorgehen, um seine egoistischen Ziele zu erreichen, ist skrupellos, rücksichtslos und brutal – `er geht über Leichen´. Dieser Ausspruch beschreibt einen Kämpfer aus der Zeit Mann gegen Mann, der sogar über Leichen seiner eigenen Leute schreitet, um weiter vorne den Kampf fortzuführen (1. Makkabäer 5:51). Heute beschreibt man mit dieser Redensart jemanden, der auch nicht vor Mord und Totschlag zurückschreckt, um seinen Plan zu realisieren. Klar, dass ich mich vor solchen Führern hüte. Ich bin dankbar, dass ich einen solchen Führer knapp verpasst hatte (1933-1945), nachdem ich erst Ende 1945 in Deutschland auf die Erde kommen durfte, und bedaure meine Eltern, die ihn erleben mussten und glücklicherweise überlebt haben, um mir ein gutes Beispiel geben zu können. Unzählige Menschen kamen wegen diesem Führer grausam ums Leben, nur weil er sein Ziel erreichen wollte, sein drittes Reich, welches `tausend Jahre´ dauern sollte. Welche Erlebnisse hattest du schon in Bezug auf Menschen, die `über Leichen gehen´?

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Weil die Nephiten bei der Vorbereitung ihrer Orte der Sicherheit so weise gewesen waren

Die Lamaniten zogen in den Kampf gegen die Nephiten in der Annahme, dass sie sie diesmal überwinden könnten (Alma 49:1-4). Allerdings „… waren diesmal die obersten Hauptleute der Lamaniten überaus erstaunt, weil die Nephiten bei der Vorbereitung ihrer Orte der Sicherheit so weise gewesen waren.“ (Alma 49:5).

Weil die Nephiten bei der Vorbereitung ihrer Orte der Sicherheit so weise gewesen waren. Die Nephiten, angeführt durch ihren obersten Feldherrn Moroni, haben aus der Vergangenheit gelernt und ihre Festungen verstärkt, insbesondere diejenigen, von denen sie meinten, dass die Lamaniten dort vermuteten `leichtes Spiel zu haben´ – ohne große Mühe an ihr Ziel kommen zu können. Wie hatten sie sich doch getäuscht (Alma 49:6-7).

Hier sehe ich wieder ein Beispiel für meinen Alltag. Satan hat mich schon in verschiedenen Bereichen angegriffen und versucht mich zu Fall zu bringen. Das ist ihm auch immer wieder, mal mehr oder weniger erfolgreich, gelungen. Aber ich habe gelernt, dass er es immer wieder probieren würde. Deshalb habe ich meine Schwachstellen verstärkt. Wie habe ich das gemacht? Indem ich sie analysiert habe und herausgefunden habe, wo das Einfallstor beim nächsten Versuch sein könnte. Und genau da habe ich versucht, die Rüstung zu platzieren bzw. zu verstärken. Ich habe um göttliche Hilfe gebetet und gefastet und meine Einstellung in den entsprechenden Punkten überdacht und mehr dem Willen des Herrn angepasst – eine Herzenswandlung vollzogen (Alma 5:26-27). Dabei hat mir das Schriftstudium geholfen und ich habe versucht auf die feine und leise Stimme des Geistes zu achten (Hesekiel 36:27). Dann stelle ich mir vor, quasi als Belohnung, wie enttäuscht Satan sein wird, wenn er beim nächsten Angriff meine Schutzvorkehrungen sieht, er wider Erwarten `kein leichtes Spiel´ mit mir hat und verzweifelt nach anderen Schlupflöchern sucht, die ich auch wieder stopfen werde, auf eine ihm unbekannte Art (Alma 49:8-9). Wie verstärkst du deine Schwachstellen?

Home safe Home?Den Schutz vor Einbruchversuchen Satans erhöhen
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Wenn alle Menschen so gewesen wären und jetzt wären und immer so sein würden wie Moroni

Die Nephiten glaubten fest, dass der Herr ihnen gegen ihre Feinde helfen würde, „… wenn sie im Halten der Gebote Gottes treu wären …“ (Alma 48:15-16). Über die Charaktereigenschaften von Moroni, den obersten Heerführer der Nephiten, schreibt Mormon in seiner Zusammenfassung der Berichte (Die Worte Mormons 1:6): „Ja, wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn alle Menschen so gewesen wären und jetzt wären und immer so sein würden wie Moroni, siehe, dann wären selbst die Mächte der Hölle für immer erschüttert; ja, der Teufel hätte niemals Macht über das Herz der Menschenkinder.“ (Alma 48:17).

Wenn alle Menschen so gewesen wären und jetzt wären und immer so sein würden wie Moroni. Ja, Mormon vergleicht Hauptmann Moroni mit den Söhnen Mosias und Alma und seinen Söhnen, „… denn sie alle waren Männer Gottes.“ (Alma 48:18) und auch Helaman und seinen Brüdern (Alma 48:19). Diese predigten das Wort Gottes und verhinderten so Streitigkeiten untereinander für einen Zeitraum von vier Jahren (Alma 48:20). Wider ihren Willen waren sie danach aber wieder über einen langen Zeitraum in kriegerische Auseinandersetzungen gezwungen, was ihnen leidtat (Alma 48:21-25). Moroni lenkte ihre Geschicke in dieser schweren Zeit und versuchte nach allen Kräften für ihre Sicherheit und Unversehrtheit an Körper und Geist zu sorgen.

Wie schön, wenn ein Nachfahre so über Vorfahren schreiben kann, wie es Mormon hier über Hauptmann Moroni tut. Offensichtlich hat Moroni dem Namen des Herrn in seinem Handeln alle Ehre gemacht. Ich habe auch den Namen von Jesus Christus auf mich genommen und fühle mich dementsprechend verpflichtet, seinem Namen alle Ehre zu machen. Dies tue ich, indem ich die Gebote des Vaters und die Bündnisse, die ich mit ihm eingehen durfte, nach bestem Wissen und Gewissen versuche, in meinem Leben einzuhalten. Dazu gehört, dass ich mein Handeln immer wieder mit den Beispielen guter Vorbilder aus der Heiligen Schrift vergleiche und herausfinde, wo ich mich zu verbessern habe. Ich achte auch auf die Aussagen heutiger Vorbilder, der lebenden Propheten, und versuche ihnen nachzueifern. Ich bin mir bewusst, dass ich noch vieles zu verbessern habe, aber ich meine, auf einem guten Weg zu sein. Ich strebe an, dass auch meine Nachkommen eines Tages sagen können: „Wenn alle Menschen so gewesen wären und jetzt wären und immer so sein würden wie …, dann wären selbst die Mächte der Hölle für immer erschüttert; ja, der Teufel hätte niemals Macht über das Herz der Menschenkinder.“ (Alma 48:17). Was unternimmst du, dass deine Nachfahren so über dich reden können?

An image of Christ comforting a woman, paired with a quote by Elder Richard G. Scott: “The greatest example … is our Savior.”Das größte Vorbild, das je auf Erden weilte, ist unser Heiland, Jesus Christus (lies hier).
(Richard G. Scott; Bild: Quelle)

Sie waren auch gelehrt worden, niemals Anstoß zu geben

Mormon berichtet uns in seiner Zusammenfassung der Aufzeichnungen seiner Vorfahren (Die Worte Mormons 1:6): „Nun waren die Nephiten gelehrt worden, sich gegen ihre Feinde zu verteidigen, selbst bis zum Blutvergießen, wenn es not wäre; ja, und sie waren auch gelehrt worden, niemals Anstoß zu geben, ja, und niemals das Schwert zu heben, außer gegen einen Feind, außer um ihr Leben zu bewahren.“ (Alma 48:14).

Sie waren auch gelehrt worden, niemals Anstoß zu geben. Du hast sicherlich schon mal den Ausdruck „Eine Lawine ins Rollen bringen“ gehört oder selber auch benutzt, oder auch „Einen Stein ins Rollen bringen“. Neutral gesehen bringt man damit zum Ausdruck, dass etwas in Bewegung gesetzt wird, etwas aufgedeckt wird, bzw. etwas in Gang gesetzt wird. Im negativen Sinn gebe ich Anstoß, indem ich etwas Übles veranlasse, z. B. durch ein unbedachtes Wort einen Streit auslöse.

Christus selber gibt uns wieder einmal ein Beispiel darin, keinen Anstoß zu geben. Als er seine Jünger in Bezug auf die Steuern unterwies, fragte er den Petrus, von wem die Obrigkeit Steuern erhebt, von den eigenen Leuten oder von den anderen? Petrus antwortete: „Von den anderen!“ und Jesus sagte darauf: „Also sind die Söhne frei. 27 Damit wir aber bei ihnen keinen Anstoß erregen, geh an den See, wirf die Angel aus und den ersten Fisch, den du heraufholst, nimm, öffne ihm das Maul und du wirst ein Vierdrachmenstück finden. Das gib ihnen als Steuer für mich und für dich.“ (Matthäus 17:27). Er wollte keinen Anstoß erregen und kam den Forderungen des Fiskus nach. Ich lerne daraus und aus Alma 43:46, dass ich nicht den ersten Anstoß, auch nicht den zweiten geben soll, mich dann aber doch gegen Angriffe jeglicher Art verteidigen darf. In neuzeitlicher Offenbarung wird mir auch klar gemacht: Wenn ein Anderer mir etwas antun sollte, ich es geduldig ertrage soll, denn dann würde mir meine Geduld belohnt werden, anderenfalls eben nicht (Lehre und Bündnisse 98:23-24). Je nach ausgeprägter Charaktereigenschaft fällt dies dem einen leicht, dem anderen gar nicht. Ich übe mich darin, keinen Anstoß zu geben, auch nicht, wenn ich mich mal durch jemand anderen falsch behandelt fühle. Wie gehst du mit dem `Anstoß geben´ um?

Metaphern und Bilder: "Den Stein ins Rollen bringen" (© Photocreo Bednarek / Fotolia)(Bild: Quelle)

Ein Mann, der sich über die Maßen um das Wohlergehen und die Sicherheit seines Volkes bemühte

„Und Moroni war ein starker und ein mächtiger Mann; er war ein Mann von vollkommenem Verständnis, ja, ein Mann, der sich nicht an Blutvergießen freute, ein Mann, dessen Seele sich freute über die Freiheit und die Unabhängigkeit seines Landes und seiner Brüder von Knechtschaft und Sklaverei, 12  ja, ein Mann, dem vor Dankbarkeit gegenüber seinem Gott das Herz schwoll für die vielen Freiheiten und Segnungen, die er seinem Volk hatte zuteil werden lassen; ein Mann, der sich über die Maßen um das Wohlergehen und die Sicherheit seines Volkes bemühte.“ (Alma 48:11-12).

Ein Mann, der sich über die Maßen um das Wohlergehen und die Sicherheit seines Volkes bemühte. Moroni hatte durch sein Schriftstudium vollständige Erkenntnis von Evangeliumswahrheiten erlangt, deren Bedeutung verstanden, und erkannt, wie man sie im Leben anwendet. Mit diesen Erkenntnissen ausgestattet, war er in der Lage, alles daran zusetzen, seiner Verpflichtung in Hinsicht auf Wohlergehen und Sicherheit seines Volkes nachzukommen.

Auch heute besteht für die Jüngerinnen und Jünger Christi diese Verpflichtung, die ihnen durch sein Evangelium gelehrt wird. Diese Aufgabe ist heute unter der Bezeichnung `Wohlfahrt´ bekannt. Wir sind verpflichtet, uns um die geistigen und zeitlichen Bedürfnisse unserer Menschen zu kümmern. Als es um die Bedürftigen ging, lehrte Alma der Ältere seinen Anhängern um 145 v. Chr., dass „… einer mit dem anderen, zeitlich ebenso wie geistig, gemäß ihren Bedürfnissen und ihrem Bedarf“ teilen solle (Mosia 18:29). Das gilt genauso gut auch für mich und einen jeden Jünger Jesu heute (Lehre und Bündnisse 52:40). Der verstorbene Apostel Robert D. Hales sagte: „Also heißt Wohlfahrt aus dem Blickwinkel des Evangeliums: Wir setzen unseren Glauben an Jesus Christus in die Tat um. Wir dienen anderen so, wie der Heilige Geist es uns eingibt. Wenn wir nach den Grundsätzen der Wohlfahrt leben, wenden wir die Lehren des Erlösers hier im Erdendasein an.“ (lies hier). Ich halte also bei meinen Heimlehrbesuchen Augen, Ohren, und unbedingt mein Herz, offen, um herauszufinden, in welcher Weise mein Nächster Unterstützung in seinem Wohlergehen benötigt und biete dann, wenn der Heilige Geist mich dazu drängt, meine Hilfe an, sei es in geistigen oder zeitlichen Belangen. Zuvorderst insofern, dass ich behilflich bin, die Eigenständigkeit zu fördern. Wie empfindest du ein entsprechendes Bemühen deines Nächsten?

wohlfahrtWenn man über seinen Verhältnissen lebt, kann das zu einer „Welt voller Kummer“ führen.
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Orte der Zuflucht

Moronis Vorbereitungen auf die erwartete Aggression durch Amalikkja: „Ja, er hatte die Heere der Nephiten verstärkt und kleine Festungen errichtet, nämlich Orte der Zuflucht; er warf ringsum Wälle aus Erde auf, um damit seine Heere zu umgeben, und errichtete auch Wälle aus Steinen, um sie ringsum zu umschließen, rings um ihre Städte und an den Grenzen ihres Landes, ja, rings um das ganze Land.“ (Alma 48:8).

Orte der Zuflucht. Moroni war als Mann Gottes und als Heerführer der Nephiten in der Zwischenzeit nicht untätig gewesen. Er analysierte die Situation auf seiner Seite und fand heraus, wo er was tun musste, um bestmöglichen Schutz seines Volkes gegen die angreifenden Lamaniten sicherzustellen. So verstärkte er nicht nur sein Heer, sondern insbesondere auch die schwächsten Bastionen im Land und schuf so „… kleine Festungen …, nämlich Orte der Zuflucht …“.

Solche Orte der Zuflucht sind auch heute noch sehr angemessen. So wird in den Medien kolportiert, dass immer mehr Amerikaner sich einen Bunker bauen, um einen `Ort der Zuflucht´ vor Atomkrieg, Naturkatastrophen, Terroranschlägen oder Bürgerkrieg, angesichts der wachsenden sozialen Ungleichheit, zu haben. Das Geschäft der Bunkerbauer boomt, wobei sie für die Basisvariante gerne 40.000 € ausgeben. Aus meiner Sicht gibt es allerdings auch andere wichtige `Orte der Zuflucht´. Dazu zähle ich zunächst die Familie in ihrem Heim, dann die Gemeinschaft der Heiligen in ihren Kirchen sowie den Tempel Gottes, das Haus des Herrn (Lehre und Bündnisse 115:6). In diesen Orten wird ein Schutzwall gegen die feurigen Pfeile Satans – seine Versuchungen jeglicher listiger Art – errichtet, indem das Wort Gottes eifrig studiert und nach Kräften in die Tat umgesetzt wird. Um nicht zugrunde zu gehen, ist mir bewusst, dass ich mich anstrengen muss, einen solchen Zufluchtsort zu schaffen (Helaman 15:1-2). Welche Zufluchtsorte baust du dir?

https://ldsmag.com/wp-content/uploads/2016/08/moroni-fortified-city.jpgMoroni schuf Orte der Zuflucht
(Bild: Quelle)