Moroni veranlasste, dass das Werk des Todes unter dem Volk wieder aufhörte

Zerahemnach sagt Moroni, dass er und sein Volk nicht daran glauben würden, dass es ein Gott ist, der ihnen so viel Macht verlieh. (Alma 44:9). Zerahemnach unternahm dann aus lauter Wut einen Mordversuch an Moroni, der aber vereitelt wurde (Alma 44:12). Einige Lamaniten gaben vor Furcht ihren Kampf auf, der Rest, von Zerahemnach aufgestachelt, stieg wieder in den aussichtslosen Kampf ein (Alma 44:13-18). „Als nun Zerahemnach sah, daß sie alle nahe daran waren, vernichtet zu werden, schrie er mächtig zu Moroni und versprach, wenn sie das Leben der Verbliebenen schonten, dann würden er und auch sein Volk mit ihnen das Bündnis eingehen, nie mehr zum Krieg gegen sie zu ziehen. 20  Und es begab sich: Moroni veranlaßte, daß das Werk des Todes unter dem Volk wieder aufhörte. Und er nahm den Lamaniten die Kriegswaffen weg; und nachdem sie mit ihm ein Friedensbündnis eingegangen waren, ließ man sie in die Wildnis wegziehen.“ (Alma 44:19-20).

Moroni veranlasste, dass das Werk des Todes unter dem Volk wieder aufhörte. An diesem Verhalten können wir erkennen, dass Moroni kein blutrünstiger Heerführer war. Als Zerahemnach seine unausweichliche Niederlage kommen sah, war er endlich zu einem Friedensbündnis bereit und Moroni ging ohne Weiteres auf die Bitte ein und entließ sie, nachdem sie die Waffen abgeliefert hatten, ohne weitere Bedingungen zu stellen, in die Wildnis.

Was kann ich daraus für mein Verhalten lernen? Sollte jemand mit mir Streit beginnen, ich dabei in eine vorteilhafte Situation kommen, werde ich diese nutzen, um Verbindlichkeiten zu vereinbaren, die eine Wiederholung ausschließen. Sind diese Bedingungen für meinen `Gegner´ nicht annehmbar, und er weiter gegen mich vorgehen, werde ich mich mit angemessenen Mitteln weiter zur Wehr setzen. Sieht mein Gegner irgendwann dann doch ein, dass seine Situation ausweglos ist, und ein Friedensangebot auf Grundlage meiner schon gemachten Bedingungen, unterbreitet, werde ich die Situation nicht ausnutzen, um für mich noch bessere Konditionen herauszuschlagen. Ich werde auf seine Bitte eingehen, den Streit beenden, um den Schaden so gering wie möglich zu halten, und gemachte Zusagen einhalten. Wie gehst du in Streitfällen vor?

Lamanites walking away from NephitesMoroni beendete den Kampf und nahm den Lamaniten die Waffen ab. Nachdem die Lamaniten versprochen hatten, nicht wieder zu kämpfen, durften sie fortziehen.
(Bild: Quelle)

Wir werden nicht zulassen, dass wir euch einen Eid leisten, von dem wir wissen, daß wir … ihn brechen werden

 

Nachdem der nephitische oberste Befehlshaber ihrer Streitkräfte, Moroni, mit seinem Befehl an Zerahemnach, den obersten Befehlshaber der lamanitischen Angreifer zu Ende gekommen war, „… begab es sich: Als Zerahemnach diese Worte gehört hatte, trat er vor und übergab sein Schwert und seinen Krummdolch und seinen Bogen in die Hände Moronis und sprach zu ihm: Siehe, hier sind unsere Kriegswaffen; wir wollen sie euch abliefern, aber wir werden nicht zulassen, daß wir euch einen Eid leisten, von dem wir wissen, daß wir und auch unsere Kinder ihn brechen werden; aber nimm unsere Kriegswaffen und laß uns in die Wildnis ziehen; andernfalls wollen wir unsere Schwerter behalten, und wir werden zugrunde gehen oder siegen.“ (Alma 44:8).

Wir werden nicht zulassen, dass wir euch einen Eid leisten, von dem wir wissen, daß wir … ihn brechen werden. Mit einem Eid bekräftigt man eine persönliche Zu- oder Aussage. Durch ihn ist derjenige, der ihn ablegt, zur Wahrheit und zum Tragen der Konsequenzen der Eidaussage verpflichtet. So verpflichtet der altgriechische Eid des Hippokrates (griechischer Arzt von Kos, um 460 bis 370 v. Chr.), Ärzte zur Einhaltung ihrer Berufspflichten und ethischer Prinzipien (u. a. Kranke vor Schaden zu bewahren, die Pflicht zur Verschwiegenheit).

Im religiösen Bereich ist ein Eid ein heiliger Bund oder ein heiliges Versprechen. Doch auch Satan veranlasst seine Anhänger Eide einzugehen, um ihre bösen Ziele zu erreichen. Der Herr hat in alttestamentlicher Zeit zwar Eide erlaubt, sie durften aber nicht im Namen Gottes oder seiner Schöpfungen geleistet werden (Matthäus 5:33-37). So hat der Herr z. B. Abraham einen Eid geleistet, aus ihm ein großes Volk erwachsen zu lassen (Genesis 26:3; Genesis 17:2). Auf der anderen Seite stiftete Satan Kain an ein schreckliches Vorhaben zu planen und auszuführen und beim lebendigen Gott zu schwören, dies keinem zu verraten (Köstliche Perle Mose 5:29). Bevollmächtigte heilige Handlungen in der Kirche von Jesus Christus, die für Zeit und Ewigkeit gelten sollen – z. B. die Eheschließung im Haus des Herrn – werden durch Eide bekräftigt und müssen den Stempel der Gültigkeit durch den Heiligen Geist erhalten, wenn sie in Kraft treten sollen (Lehre und Bündnisse 132:7). Ich lerne von Zerahemnach, dass ich mir der Bedeutung der Ablegung eines Eides bewusst sein und mir vorher im Klaren sein muss, ob ich ernsthaft willens bin, den Schwur auch einzuhalten. Ein Bruch des Eides würde ungünstige Konsequenzen in Bezug auf das ewige Leben für mich haben. Welche Eide hast du in deinem Leben schon abgelegt?

Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier
(Bild: Quelle)

Bei den feierlichen Handlungen unserer Gottesverehrung

Nachdem Hauptmann Moroni, trotz kriegerischer Auseinandersetzungen, seinem Feind gegenüber Zeugnis über die Macht Gottes abgelegt hatte (Alma 44:3-4), spricht er nun, aus einer Position der Stärke heraus, einen Befehl im Namen des Herrn, also mit der Macht des Priestertums, aus: „Und nun, Zerahemnach, gebiete ich euch im Namen dieses allmächtigen Gottes, der unseren Arm gestärkt hat, so daß wir Macht über euch gewonnen haben, bei unserem Glauben, bei unserer Religion und bei den feierlichen Handlungen unserer Gottesverehrung und bei unserer Kirche und bei dem heiligen Beistand, den wir unseren Frauen und unseren Kindern schulden, bei jener Freiheit, die uns an unsere Ländereien und unser Land bindet, ja, und auch bei der Bewahrung des heiligen Wortes Gottes, dem wir all unser Glücklichsein verdanken, und bei allem, was uns sehr teuer ist— 6  ja, und dies ist nicht alles, ich gebiete euch bei all eurem Wunsch nach Leben, uns eure Kriegswaffen auszuliefern; dann werden wir nicht nach eurem Blut trachten, sondern wir werden euer Leben schonen, wenn ihr eures Weges geht und nicht mehr zum Krieg gegen uns zieht.“ (Alma 44:5-6)

Bei den feierlichen Handlungen unserer Gottesverehrung. Worum handelt es sich bei den `feierlichen Handlungen unserer Gottesverehrung´? Es handelt sich hierbei um Handlungen der Gottesverehrung, die nach einer vorgeschriebenen Form ablaufen – Rituale mit hohem Symbolgehalt – und sehr feierlich sind. Sie sind meist begleitet von bestimmten Wortformeln und festgelegten Gesten.

Auch das Alte Testament lehrt die Israeliten feierliche Handlungen (Exodus 18:20; King James Version, weil dort der Begriff `ordinances´ genannt wird, also zu Deutsch `Verordnungen, Riten, Sakramente´, also feierliche Handlungen der Gottesverehrung). Welche feierlichen Handlungen kennen wir heute in der Kirche des Herrn? Da gibt es den Krankensegen (Jakobus 5:14-15), das Abendmahl (Moroni 4:1-3; 5:1-2), die bevollmächtigte Taufe durch Untertauchen (Matthäus 3:16; Lehre und Bündnisse 20:72-74), die Kindessegnung (Lehre und Bündnisse 20:70), die Konfirmation – Übertragung des Heiligen Geistes (Lehre und Bündnisse 33:15), Übertragung des Priestertums (Lehre und Bündnisse 107:18-21), die feierlichen heiligen Handlungen im Tempel (Lehre und Bündnisse 124:39) und die Eheschließung im neuen und immerwährenden Bund (Lehre und Bündnisse 132:19–20). Natürlich muss man sich auf solche feierlichen Handlungen entsprechend vorbereiten und sich ihrer würdig erweisen. Welche feierlichen Handlungen hast du schon erlebt?

feierliche handlungen

Eheschließung im Hause des Herrn
(Bild: Quelle)

Nun seht ihr, dass ihr diesen unseren Glauben nicht zerstören könnt

Hauptmann Moroni weiter zu Zerahemnach, dem Heerführer der Lamaniten: „Nun aber seht ihr, daß der Herr mit uns ist; und ihr seht, daß er euch in unsere Hände gegeben hat. Und nun möchte ich, daß ihr versteht, daß uns dies wegen unserer Religion und unseres Glaubens an Christus geschieht. Und nun seht ihr, daß ihr diesen unseren Glauben nicht zerstören könnt.“ (Alma 44:3).

Nun seht ihr, dass ihr diesen unseren Glauben nicht zerstören könnt. Die Nephiten standen fest in ihrem Gottesglauben und so fühlten sie sich durch den Herrn in ihrer rechtschaffenen Verteidigungsanstrengung durch ihn gestärkt. Ich denke an die unzähligen kriegerischen Auseinandersetzungen des Volkes Israel mit ihren Nachbarstaaten. Solange sie dem Herrn gehorchten, führte er ihre Kriege zum Erfolg, waren sie jedoch ungehorsam, wurden sie von ihren Feinden geschlagen. Ein bekanntes Beispiel zeigt sich in der Einnahme Jerichos. Der Herr sagte zu Josua, dem späteren Nachfolger des Mose (Numeri 27:18-20): „Sieh her, ich gebe Jericho und seinen König samt seinen Helden in deine Hand.“ (Josua 6:2). Als Zweites der unzähligen Beispiele sei der Krieg des Königs von Aram gegen Israel genannt. Die Aramäer umstellten mit einem riesigen Heer die Stadt Dotan. Als der Diener des Gottesmannes Elischa ihre Lage sah, war er erschrocken. Elischa sagte jedoch: „Fürchte dich nicht! Bei uns sind mehr als bei ihnen.“, und betete zum Herrn, dass er dem Diener die Augen öffnen möge. Als dieser Wunsch erfüllt war, sah dieser „den Berg rings um Elischa voll von feurigen Pferden und Wagen.“ (2. Könige 6:17-21). Mithilfe des Herrn, führte Elischa die Angreifer mitten nach Samaria hinein. Dort wurden sie verköstigt und zu ihrem Herrn zurückgeschickt, ohne dass irgendjemandem Leid zugefügt wurde (2. Könige 6:23).

Ich lerne aus den Begebenheiten, dass ich treu in meinem Glauben bleiben muss, egal, in welche scheinbar ausweglose Situationen ich auch kommen mag. Wenn ich zu dem Herrn stehe und mir nichts Unrechtes habe zuschulden kommen lassen, kann ich davon ausgehen, dass vom Herrn alles, was ich nicht selber beeinflussen kann, zu einem guten Ende geführt werden wird (Alma 44:4). Dabei bin ich so vertrauensvoll, dass ich dem Herrn überlasse, wie das Ende aussehen wird. Da fällt mir der Refrain eines Liedes von Katja Ebstein ein: „Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie geschehen. Wunder gibt es immer wieder, wenn sie dir begegnen, musst du sie auch sehn.“ Was tust du, damit dein Glaube nicht zerstört werden kann?

(Kolosser 1:23; Bild: Quelle)

Ihr seid zornig auf uns wegen unserer Religion

Der oberste Befehlshaber der Nephiten, Moroni, weiter im Verhandlungsgespräch mit Zerahemnach, dem obersten Befehlshaber der lamanitischen Angreifer: „Siehe, wir sind nicht hergekommen, um gegen euch zu kämpfen, daß wir um der Macht willen euer Blut vergießen; wir haben auch nicht den Wunsch, irgend jemand unter das Joch der Knechtschaft zu bringen. Aber genau das ist der Grund, warum ihr gegen uns gezogen seid; ja, und ihr seid zornig auf uns wegen unserer Religion.“ (Alma 44:2).

Ihr seid zornig auf uns wegen unserer Religion. In diesem Zusammenhang fällt mir sofort die jüngste Kirchengeschichte ein. Joseph Smith hatte, vom Herrn beauftragt, seine Kirche hier auf Erden wiederhergestellt (Lehre und Bündnisse 21:3). Aus den unterschiedlichsten Gründen wurden die Mitglieder der Kirche sofort verfolgt. Sie mündete in der Ausrottungsverordnung des Gouverneurs von Missouri, Lilburn Boggs vom 27. Oktober 1838 (siehe hier). Diese Verordnung bezweckte, die Mitglieder der Kirche aus Missouri zu vertreiben, und zwar aufgrund der Ausübung ihres Glaubens.

Auch heute noch werden Menschen wegen ihres `anderen´ Glaubens verfolgt. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist seit je her ein Verfechter der Religionsfreiheit. Einer ihrer Glaubensartikel, von Joseph Smith aufgestellt, besagt: „Wir beanspruchen das Recht, den Allmächtigen Gott zu verehren, wie es uns das eigene Gewissen gebietet, und gestehen allen Menschen das gleiche Recht zu, mögen sie verehren, wie oder wo oder was sie wollen.“ (Glaubensartikel 1:11). Auch heute stehen die Mitglieder der Kirche dafür ein. Dieter F. Uchtdorf, bis zum Tode von Präsident Monson zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, sagte: „Die Mitglieder der Kirche streben an, zwischen Menschen aller Religionen und jeglicher politischer Überzeugung oder Herkunft ein wohlwollendes Miteinander zu schaffen“ (siehe hier). „Es darf keine Fehde zwischen Religion und Staat geben“, sagte Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel im Oktober 2015 und führt weiter aus: „In einer Atmosphäre der Wut, der Anfeindung und des Streits kann es nur Verlierer geben“, (siehe hier). Ich habe inzwischen sehr tief verinnerlicht, andersgläubige Menschen zu respektieren und nicht verbal oder sonst wie zu bekämpfen, sondern alle Menschen als Kinder ein und desselben Gottes anzusehen. Stehen sie bei mir vor der Tür, dann bin ich aufrichtig freundlich, höre sie an und teile ihnen mit, dass ich ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bin, ihre Bemühungen und ihren Dienst lobenswert finde und mich über ihren Einsatz freue und dass ich Gleiches für meinen Glauben tue. Mit einem guten Gefühl verabschieden sie sich dann und gehen wieder. Wie stehst du zu Andersgläubigen?

Ausrottungsverordnung (Bild: Quelle)

Wir haben nicht den Wunsch, Männer des Blutvergießens zu sein

Moroni, der oberste Hauptmann über alle nephitischen Heere (Alma 43:16-17) steigt in Friedensverhandlungen mit Zerahemnach, dem obersten Befehlshaber der lamanitischen Heere (Alma 43:44), ein, nachdem seine Heere mithilfe des Herrn im Vorteil waren (Alma 43:52-53): „Und es begab sich: Sie hörten auf und zogen sich ein Stück von ihnen zurück. Und Moroni sprach zu Zerahemnach: Siehe, Zerahemnach, wir haben nicht den Wunsch, Männer des Blutvergießens zu sein. Ihr wißt, daß ihr in unseren Händen seid, doch wir haben nicht den Wunsch, euch zu töten.“ (Alma 44:1).

Wir haben nicht den Wunsch, Männer des Blutvergießens zu sein. Wir erkennen, dass Moroni ein gottesfürchtiger Heerführer war. Zunächst hatte er den Propheten Alma bitten lassen, den Herrn zu befragen, inwiefern sie sich gegen die Angriffe der Lamaniten verteidigen könnten (Alma 43:23), befolgte das Wort des Herrn (Alma 43:24), und als er sah, dass er eindeutig im Vorteil war, begann er unverzüglich Gespräche zur Beilegung des Konfliktes, um nicht noch mehr Blut zu vergießen.

In meinem Leben gibt es hier und da auch mal Auseinandersetzungen, allerdings glücklicherweise nicht mit Waffengewalt. Ich lerne aus dem Verhalten Moronis im übertragenen Sinn, nicht den Wunsch zu verfolgen, Mitmenschen in ihrer Meinung oder Ansicht zu unterdrücken und mundtot zu machen, also kein `Wortgefecht´ – eine heftige Auseinandersetzung mit Worten – zu führen. Auch wenn es sich `nur´ um Worte handelt, kann dieses Gefecht doch ganz schnell in Gewalt ausufern. Wobei ja auch Worte bis aufs Mark verletzend sein können. Eine fernöstliche Weisheit besagt: „Eine von Pfeilen verursachte Wunde vernarbt; ein von der Axt niedergehauener Wald schießt wieder empor; ein böses Wort, das die Zunge ausspricht, ist abscheulich; eine durch verletzende Worte geschlagene Wunde aber vernarbt niemals.“ Ich will darauf bedacht sein, meine Zunge nicht als scharfes Schwert einzusetzen (Psalm 57:5), sondern mich darin üben, mit Worten aufzubauen (1. Petrus 3:10; lies gerne auch hier). Wie vermeidest du Wortgefechte, wenn du dich angegriffen fühlst?

wortkrieg(Bild: Quelle)

Doch die Nephiten waren durch eine bessere Sache angefeuert

Moroni hatte sein Heer geteilt. Einen Teil im Tal im Osten und im Süden des Hügels Ripla, den Rest im westlichen Tal, westlich des Flusses Sidon. Die Lamaniten zogen im Norden des Hügels heran. Als sie den Fluss Sidon überqueren wollten, schloss ein Teil der Lamaniten sie von Osten her ein. Die Lamaniten wendeten sich um, den Nephiten zu, um zu kämpften. Da die Nephiten besser geschützt waren, waren ihre Verluste wesentlich geringer. Die Lamaniten bekamen deshalb Angst und setzten über den Fluss. Dort wurden sie von den anderen Heeresteilen Moronis in die Flucht geschlagen. Sie flohen Richtung Manti, wo sie von weiteren Truppen der Nephiten empfangen wurden. Aber die Lamaniten kämpften wie Drachen (Alma 43:31-44). „Doch die Nephiten waren durch eine bessere Sache angefeuert, denn sie kämpften nicht um Monarchie oder Macht, sondern sie kämpften um ihre Häuser und ihre Freiheitsrechte, um ihre Frauen und ihre Kinder, um ihr alles, ja, um die feierlichen Handlungen ihrer Gottesverehrung und um ihre Kirche.“ (Alma 43:45).

Doch die Nephiten waren durch eine bessere Sache angefeuert. Wenn man weiß, dass man für eine richtige Sache kämpft, und nicht den ersten und auch nicht den zweiten Anstoß gegeben hat, weiß man den Herrn auf seiner Seite (Alma 43:46). Außerdem hat der Herr ihnen gesagt, dass sie ihre Familien verteidigen sollen (Alma 43:47). Obwohl sie der Mut verließ, konnte Moroni sie dennoch stärken und sie riefen den Herrn um Hilfe an und „… in derselben Stunde, da sie den Herrn um ihre Freiheit anriefen, fingen die Lamaniten vor ihnen zu fliehen an …“ (Alma 43:48-50). Nun wurden die Lamaniten am Fluss Sidon eingekesselt und wurden von Schrecken ergriffen (Alma 43:51-53). An diesem Punkt angelangt, befahl Moroni mit dem Blutvergießen aufzuhören (Alma 43:54; Lageplan siehe Bild im vorgestrigen Blogbeitrag).

So lerne ich, dass ich, wenn ich mich an die Anweisungen der Propheten halte, den Herrn anrufend, die gerechten Ziele mit der richtigen Strategie verfolgend, den Herrn in meiner Schlacht gegen Satan an meiner Seite habe. Ich werde mit der Hilfe des Herrn nicht untergehen. Das ist sehr motivierend. Inwiefern hast du schon erlebt, dass der Herr an deiner Seite gekämpft hat?

Moroni’s soldiers hidingMoronis Soldaten versteckten sich an den beiden Ufern des Flusses Sidon, um den Lamaniten eine Falle zu stellen.
(Bild: Quelle)

So hielt er es nicht für eine Sünde, wenn er sie durch Kriegslist verteidigte

Moroni bereitete sich auf den Angriff der Lamaniten nahe am Ufer des Flusses Sidon vor (Alma 43:27-28) und Mormon lässt uns wissen: „Und nun, da Moroni die Absicht der Lamaniten kannte, daß es ihre Absicht war, ihre Brüder zu vernichten oder sie zu unterwerfen und sie in Knechtschaft zu bringen, damit sie über das ganze Land für sich ein Reich aufrichten könnten, 30  und da er auch wußte, daß es der einzige Wunsch der Nephiten war, ihre Ländereien und ihre Freiheit und ihre Kirche zu bewahren, so hielt er es nicht für eine Sünde, wenn er sie durch Kriegslist verteidigte; darum fand er durch seine Kundschafter heraus, welchen Weg die Lamaniten nehmen würden.“ (Alma 43:29-30).

So hielt er es nicht für eine Sünde, wenn er sie durch Kriegslist verteidigte. Eine List ist eine trickreiche und sehr gut durchdachte – ausgefuchste – Täuschung – nicht der Wahrheit oder Wirklichkeit entsprechende Sinneswahrnehmung -, eine Kriegslist ein verborgenes taktisches Manöver, eine Irreführung.

Wer ließe sich schon gerne in die Irre führen. Denk nur an Werbung, die dir etwas vortäuscht, was nicht eingehalten wird, z. B. ein angebliches Sonderangebot, das bei bekannter Verpackungsgröße nun aber, nicht offensichtlich, mit 20 % weniger Inhalt angepriesen wird. Oder die Werbung mit einem Mondpreis als Vergleich zum angeblichen Sonderpreis. Nun ist eine Irreführung nicht unbedingt das, was der Herr möchte, dass wir tun. Irreführung hat nichts Rechtschaffenes an sich. Der Verfasser des 1. Briefes des Johannes kämpft gegen Irrlehren und warnt: „Meine Kinder, lasst euch von niemandem in die Irre führen! Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, wie er gerecht ist.“ (1. Johannes 3:7). Von Moroni lernen wir, dass er sich schon darüber Gedanken gemacht hat, ob es recht ist, eine Kriegslist anzuwenden. In diesem besonderen Fall hat er für sich entschieden, dass es keine Sünde sei, sich so einen Vorteil zu verschaffen. Ich lerne, dass ich niemanden in die Irre führen soll, es aber Situationen geben kann, in denen mein oder das Leben anderer in Gefahr ist, und dieser nur durch Anwenden einer List zu entkommen ist. Welche Einstellung hast du zu List bzw. Täuschung?

(Bild: Quelle)

Sie meinten, die Heere Moronis würden nicht wissen, wohin sie gegangen waren

Mormon lässt uns über die Gedanken der lamanitischen Angreifer wissen: „Siehe, nun begab es sich: Sie wagten nicht, im Grenzgebiet von Jerschon gegen die Nephiten zu ziehen; darum zogen sie aus dem Land Antionum in die Wildnis und nahmen ihren Weg ringsum durch die Wildnis, am Ursprung des Flusses Sidon vorbei, damit sie in das Land Manti kommen und das Land in Besitz nehmen könnten; denn sie meinten, die Heere Moronis würden nicht wissen, wohin sie gegangen waren.“ (Alma 43:22).

Sie meinten, die Heere Moronis würden nicht wissen, wohin sie gegangen waren. Die Lamaniten werden eine Lagebewertung durchgeführt haben und zu der Erkenntnis gekommen sein, dass sie für ihren Angriff nicht den direkten Weg wählen sollten. Sie entschlossen sich, die Nephiten an einem vermeintlich schwächeren Punkt anzugreifen und zogen durch die Wildnis ins Land Manti (siehe Bild unten).

Was sie unberücksichtigt ließen: Moroni wusste, an wen er sich wenden konnte, um für rechtschaffenes Handeln göttliche Führung zu erlangen. Bevor er dies tat, wurde er aber erst selber tätig, indem er die Aktivitäten der Lamaniten auskundschaften ließ. Dann befragte er den Hohepriester über die ganze Kirche, Alma den Jüngeren, was der Wille des Herrn ist (Alma 43:23). Der Herr setzte sie von dem Vorhaben der Lamaniten in Kenntnis (Alma 43:24). Moroni ließ einen kleinen Teil des Heeres in Jerschon zurück und marschierte mit dem Rest Richtung Manti (Alma 43:25). So war er mithilfe des Herrn auf den Angriff der Lamaniten vorbereitet (Alma 43:26). Ich lerne daraus, dass ich mich auf eine Attacke Satans sehr gründlich vorbereiten und die Ratschläge der Propheten befolgen muss, wenn ich mich erfolgreich auf eine Verteidigung vorbereiten will. Anderenfalls würde ich unterliegen. Wie haben dir schon mal die Ratschläge der Propheten geholfen, dich zu verteidigen?


(Bild: Quelle)

Darum fürchteten sie sich über die Maßen vor den Heeren der Nephiten wegen deren Rüstung

Über die unterschiedliche Vorbereitung der Kriegsparteien berichtet Mormon: „Und als die Heere der Lamaniten sahen, dass das Volk Nephi oder dass Moroni sein Volk mit Brustplatten und mit Armschilden ausgerüstet hatte, ja, und auch Schilden, um ihren Kopf zu schützen, und dass sie auch dicke Kleidung trugen— 20  nun war das Heer Zerahemnachs mit nichts von alledem ausgerüstet; sie hatten nur ihre Schwerter und ihre Krummdolche, ihre Bogen und ihre Pfeile, ihre Steine und ihre Schleudern; und sie waren nackt, außer dass sie sich die Lenden mit Fell umgürtet hatten; ja, alle waren nackt, außer die Zoramiten und die Amalekiten; 21  aber sie waren nicht mit Brustplatten und Schilden bewaffnet—, darum fürchteten sie sich über die Maßen vor den Heeren der Nephiten wegen deren Rüstung, obwohl ihre Zahl sehr viel größer war als die der Nephiten.“ (Alma 43:19-21).

Darum fürchteten sie sich über die Maßen vor den Heeren der Nephiten wegen deren Rüstung. Das kann einem schon `den Angstschweiß auf die Stirn treiben´, wenn man sieht, wie der Gegner wesentlich besser ausgerüstet ist als man selber. Bringt es ihm doch schon einen großen Vorteil im Erringen eines Sieges. Leib und Leben des Gegners sind wesentlich besser vor Verletzungen und Tod geschützt.

In solch einer Situation sagt man sich dann: „Hätte ich doch nur“. Ich lerne daraus, dass ich mich auf `kriegerische Auseinandersetzungen´ mit Satan sehr gut vorbereiten muss, und zwar `ehe es zu spät ist´. Ich muss gewappnet sein, ehe die Versuchung an mich herantritt. Sie darf mich nicht unvorbereitet treffen. Was tue ich also? Ich arbeite gebeterfüllt eifrig in den heiligen Schriften (Alma 17:2), sinne mit dem Ziel darüber nach (Lehre und Bündnisse 9:8), zu verstehen (Lehre und Bündnisse 71:5) und dann in meinem Leben richtig anzuwenden (2. Nephi 11:2). Ich muss meine Schwachstellen kennen, `meine Achillesferse´, und mir eingestehen (Lehre und Bündnisse 107, Einleitung: „… bekannten einzeln ihre Schwächen und Unzulänglichkeiten …“). Bei mir sind es allerdings viele Schwachstellen. Ich versuche meinen Panzer zuerst an der schwächsten Stelle zu verstärken und arbeite mich dann sukzessive weiter voran, bis ich einen sehr guten Rundumschutz aufgebaut habe. Dabei helfen mir auch die Aussagen der neuzeitlichen Propheten, Seher und Offenbarer in deren Veröffentlichungen in den Generalkonferenzen, der regelmäßige Besuch der Gottesdienste mit der Teilnahme am Abendmahl, ernsthaftes Fasten und Beten. Auf diese Art und Weise gelang es mir schon einen recht guten Schutz für meine Seele (Körper und Geist) aufzubauen. Wie rüstest du dich, um deinem `Gegner im Geiste´ die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben?

(Bild: Quelle)