Gäbe es nicht den Plan der Erlösung

Alma der Jüngere klärt seinen Sohn Korianton über den Zustand der Menschheit nach dem Fall Adams und Evas auf: „Und nun denke daran, mein Sohn, gäbe es nicht den Plan der Erlösung (würde er abgeschafft), so wäre, sobald sie tot waren, ihre Seele elend gewesen, denn sie wäre von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten.“ (Alma 42:11).

Gäbe es nicht den Plan der Erlösung. Was wäre dann? Zur Beantwortung dieser Frage wenden wir uns den Ereignissen im Garten Eden zu. Adam und Eva haben das Gebot des Herrn übertreten, nicht von der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen mit der Folge, dass sie sterblich wurden (Genesis 2:16-17). Worin bestand ihre Sterblichkeit? Ihr Körper, in dem ihr Geist wohnte, würde wieder zu dem zerfallen, aus dem er gemacht war, Staub (Genesis 3:19). Was würde mit dem Geist passieren? Er könnte nicht zu seinem Erzeuger zurückkehren, sondern müsste „… dem Engel untertan werden, der von der Gegenwart des Ewigen Gottes gefallen und zum Teufel geworden ist, um sich nie wieder zu erheben.“ (2. Nephi 9:8). Er würde dem Teufel gleich werden und wäre für immer aus der Gegenwart Gottes ausgeschlossen (2. Nephi 9:9). Das wäre der geistige Tod.

Doch unser gütiger himmlischer Vater hat aus Liebe zu uns einen Plan entworfen, der uns aus diesem gefallenen Zustand retten würde (2. Nephi 9:10). Dieser Plan ist `der Plan der Erlösung´. Er umfasst die Fülle des Evangeliums von Jesus Christus und ermöglich uns, Unsterblichkeit und ewiges Leben zu erlangen. Was müssen wir tun, um die Früchte dieses Planes zu genießen? Wir müssen „… von neuem in das Himmelreich geboren werden, …“ (Köstliche Perle Mose 6:59). Wie dies geschieht, beantwortete Petrus seinen Fragestellern so: „… Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ (Apostelgeschichte 2:38). Gleiches gilt allen Menschen. Nach unserer Taufe durch Untertauchen von einem bevollmächtigten Diener des Herrn, müssen wir auch an der Lehre festhalten, ebenso „… an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.“ (Apostelgeschichte 2:42). Wunderbar, dass es diesen Plan der Erlösung gibt. Was unternimmst du, um nicht „… von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten …“ zu sein?

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Da sie nun ihrer Natur nach fleischlich, sinnlich und teuflisch geworden waren

Alma der Jüngere erklärt seinem Sohn Korianton weiter: „Da sie nun ihrer Natur nach fleischlich, sinnlich und teuflisch geworden waren, wurde dieser Bewährungszustand für sie zu einem Zustand, sich vorzubereiten; er wurde zu einem vorbereitenden Zustand.“ (Alma 42:10).

Da sie nun ihrer Natur nach fleischlich, sinnlich und teuflisch geworden waren. Was bedeutet das?

  1. Ihrer Natur nach
    Durch den Fall Adams und Evas ist der Mensch jemand geworden, dem es nicht leicht fällt, das anzunehmen, was vom Geist Gottes kommt, da er nicht mehr in der Gegenwart Gottes lebt. Er wurde ein `natürlicher Mensch´ (1. Korinther 2:14). Als solcher ist er sogar ein Feind Gottes geworden (Mosia 3:19).
  2. Fleischlich
    Durch den Fall Adams und Evas wurde der Mensch sterblich und somit fleischlich, weltlich. Er ist von sich aus nicht mehr geistig gesinnt. Er geht auf den Wegen der Sünde und Auflehnung gegen Gott (Mosia 16:5).
  3. Sinnlich
    Jemand der eine Vorliebe für oder ein Verlangen nach unrechter körperlicher Lust hat, und seinen fleischlichen Begierden nachgeht, ist sinnlich (1. Johannes 2:16).
  4. Teuflisch
    Jemand, über den der Teufel Macht hat, ist teuflisch (Mosia 16:3).

Allerdings müssen wir nicht in diesem natürlichen Zustand verweilen. Der Plan des Glücklichseins hat vorgesehen, dass wir uns aus diesem Zustand lösen, indem wir unseren `Bewährungszustand´ hier auf Erden nutzen, um `aus Gott geboren´, und seine Söhne und Töchter zu werden (Mosia 27:25). Ich bin unendlich dankbar, dass der Herr uns Möglichkeiten eröffnet unseren `natürlichen Menschen´ dadurch abzulegen, dass wir den `Einflüsterungen des Heiligen Geistes´ nachgeben und das Sühnopfer von Jesus Christus annehmen (Mosia 3:19). Was unternimmst du, um den `natürlichen Menschen´ abzulegen?

A painting by Joseph Brickey of Adam and Eve walking together down a path bordered by green trees and bushes.Adam und Eva werden aus dem Garten Eden vertrieben
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So sehen wir, dass sie dem untertan wurden, ihrem eigenen Willen zu folgen

Alma der Jüngere zu seinem Sohn Korianton: „Und nun siehst du daraus, dass unsere ersten Eltern sowohl zeitlich als auch geistig von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten waren; und so sehen wir, dass sie dem untertan wurden, ihrem eigenen Willen zu folgen.“ (Alma 42:7).

So sehen wir, dass sie dem untertan wurden, ihrem eigenen Willen zu folgen. `Untertan sein´ bedeutet in diesem Zusammenhang für mein Verständnis, sich der Herrschaft des eigenen Willens unterzuordnen. Das eigene Wollen veranlasst uns, zu handeln. Wie kommt nun unser Wollen, das Vorhaben etwas zu tun, zustande? Wollen entsteht durch Bedürfnisse. Erlebe ich z. B. einen Mangel so entsteht das Bedürfnis, diesen zu beheben. Entsteht z. B.  ein Mangel an körperlicher Energie, entsteht das Bedürfnis, diesen zu kompensieren. Ich will mir Energie, z. B. durch Nahrung, zuführen. Ich unterordne mein Handeln der Herrschaft meines Willens.

Nicht jede Nahrung erfüllt aber auch die Anforderungen, mir die richtige Energie zu liefern. Ich muss also herausfinden und entscheiden, welche Nahrung meine körperlichen Bedürfnisse auch erfüllt. Nun gilt es aber, nicht nur körperliche Bedürfnisse richtig zu befriedigen. Auch unser Geist will genährt werden. Welche Nahrung ich ihm zuführen will, hängt davon ab, was ich erreichen möchte. Möchte ich `Unsterblichkeit und ewiges Leben´ erlangen, so muss ich ihm die dafür notwendige geistige Energie zuführen. Wo finde ich diese? In den heiligen Schriften. Ich muss mein Handeln dem Willen unterordnen die heiligen Schriften zu studieren und aus den daraus erlangten Kenntnissen wiederum richtige Handlungen ableiten (Lehre und Bündnisse 136:32). Inwiefern bist du Untertan deines eigenen Willens?

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Sollten sie auch vom Antlitz der Erde abgeschnitten werden

Alma der Jüngere spricht zu seinem Sohn Korianton: „Aber siehe, es wurde dem Menschen bestimmt zu sterben—und so, wie sie vom Baum des Lebens abgeschnitten waren, sollten sie auch vom Antlitz der Erde abgeschnitten werden—, und der Mensch war für immer verloren, ja, zu gefallenen Menschen waren sie geworden.“ (Alma 42:6).

Sollten sie auch vom Antlitz der Erde abgeschnitten werden. Wie ich mir diese Aussage vom abgeschnitten werden vom Antlitz der Erde erkläre: Zum einen wurden Adam und Eva aufgrund ihrer Übertretung (Köstliche Perle Mose 5:11) aus dem Garten von Eden vertrieben, sie wurden also von dem Teil der Erde, der der Garten von Eden war, abgeschnitten (Genesis 3:23-24; Köstliche Perle Mose 4:28,29,31). Zum anderen wird ihre Seele nach der Bewährungszeit in die Geisterwelt gehen, um dort auf die „… Erlösung aus den Banden des Todes …“ zu warten (Lehre und Bündnisse 138:16) – auch ein abgeschnitten sein von der Erde.

Weil Gott aber nicht wollte, dass seine, von ihm so sehr geliebten Kinder, „… für immer verloren …“ bleiben sollten, hat er einen `Erretter´ vorgesehen, seinen Erstgeborenen Sohn (Hebräer 1:6) Jesus Christus (Lukas 2:7,11; Johannes 3:16; Helaman 14:17). Was wir tun müssen, um in den Genuss der Auswirkungen des Sühnopfers Jesu zu kommen: Wir müssen an Jesus Christus glauben und von unseren Sünden umkehren (Köstliche Perle Mose 5:15). Ist dieser Plan Gottes nicht in der Tat ein `Plan des Glücklichseins´ (Alma 42:8)? Eines Tages kommen wir schlussendlich alle in den Genuss der Auswirkungen des Baumes des Lebens, die Auferstehung (Köstliche Perle Mose 7:62). Aber, um auf die Überschrift zurückzukommen, wie verstehst du das abgeschnitten werden von der Erde?

Abgeschnitten vom Garten von Eden
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Der große Plan der Errettung wäre vereitelt gewesen

Alma der Jüngere erklärt seinem Sohn Korianton weiter: „Denn siehe, wenn Adam sogleich seine Hand ausgestreckt und vom Baum des Lebens gegessen hätte, so hätte er für immer gelebt, gemäß dem Wort Gottes, und hätte keinen Zeitraum für die Umkehr gehabt, ja, und auch das Wort Gottes wäre nichtig gewesen, und der große Plan der Errettung wäre vereitelt gewesen.“ (Alma 42:5).

Der große Plan der Errettung wäre vereitelt gewesen. Worum handelt es sich bei dem großen Plan der Errettung? Er umfasst die Fülle des Evangeliums von Jesus Christus und verfolgt das Ziel, die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen (Mose 1:39). Nun magst du sagen, hätte Adam und Eva von dem Baum des Lebens im Garten Eden gegessen, hätten sie doch ewiges Leben gehabt. Richtig, aber mit welchen Konsequenzen? Sie wären direkt aus der Sterblichkeit wieder in die Unsterblichkeit erhoben worden. Doch hatten sie zunächst eine Anweisung des Herrn missachtet, sie hatten ja von der Frucht des Baumes der Erkenntnis gegessen, was ihren Tod und ihre Trennung von Gott zur Folge hatte. Durch ihre direkte Erhebung in die Unsterblichkeit hätten sie keine Zeit zur Umkehr gehabt. Adams und Evas Fall hätte nicht gesühnt werden können und damit wäre der große Plan der Errettung, auch Plan der Erlösung (Jakob 6:8), Plan des Glücklichseins (Alma 42:8) oder Plan der Barmherzigkeit (Alma 42:15) genannt, nicht zur Ausführung gekommen. Adam und Eva und ihre Nachkommen (Mose 5:11) wären für ewig von der Gegenwart des Herrn abgeschnitten (Helaman 14:16).

Wie froh und dankbar können wir sein, dass Gott diese Möglichkeit durch die Kerubim mit dem lodernden Schwert vereitelt hat (Alma 42:2). Hätten wir doch alle in unserer beständig bösen Natur verbleiben müssen (Ether 3:2) und nie mehr in die Gegenwart Gottes zurückkommen können. Welche Gedanken bewegen dich in dieser Sache?

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Dass dem Menschen eine Zeit gewährt wurde umzukehren, ja, eine Bewährungszeit

Alma der Jüngere erklärt seinem Sohn Korianton weiter: „und so sehen wir, dass dem Menschen eine Zeit gewährt wurde umzukehren, ja, eine Bewährungszeit, eine Zeit, umzukehren und Gott zu dienen.“ (Alma 42:4).

Dass dem Menschen eine Zeit gewährt wurde umzukehren, ja, eine Bewährungszeit. In den heiligen Schriften finde ich den Begriff `Bewährungszeit´ bzw. `Bewährungszustand´ nur bei Alma (Alma 42:4,10,13). Als Alma und sein Mitarbeiter Amulek auf deren Missionsreise in Antionum (Alma 30:3) die aus ihren Synagogen ausgestoßenen ärmeren Zoramiten belehrten (Alma 32:2), erklärte ihnen Amulek den Zweck dieses Lebens so: „… dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen; …“ (Alma 34:32).

Elder L. Tom Perry vom Kollegium der Zwölf Apostel hat dazu gesagt: „Der Hauptzweck des Erdenlebens besteht darin, dass der Geist, der bereits vor der Welt bestand, während des Erdenlebens mit unserem Körper vereint wird. Nur durch diese Vereinigung von Körper und Geist können wir wachsen, uns entwickeln und reifer werden. Mit unserem Körper durchlaufen wir eine Reihe von Prüfungen in dem Zeitraum unseres Daseins, den man den Zustand der Bewährung nennt. Dies ist eine Zeit des Lernens und der Prüfung, in der wir uns als würdig erweisen, ewige Segnungen zu erhalten. All dies gehört zum göttlichen Plan des Vaters für seine Kinder.“ (Frühjahrs-Generalkonferenz 1989, siehe hier). Dankbar nutze ich die Zeit dieses Lebens als Bewährungszeit, in dem Sinn, dass ich meiner freudigen Zustimmung zum Plan Gottes im Vorherdasein (Hiob 38:7), hier auf Erden auch gerecht werde, indem ich mich mit Christus versöhne (2. Nephi 33:9). Wie nutzt du die uns gewährte Zeit?

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Wir sehen, dass der Mensch wie Gott geworden war

Weiter erklärt Alma der Jüngere seinem Sohn Korianton: „nun, wir sehen, dass der Mensch wie Gott geworden war, indem er Gut und Böse erkannte; und damit er nun nicht seine Hand ausstrecke und auch vom Baum des Lebens nehme und esse und für immer lebe, stellte der Herr, Gott, Kerubim auf und das lodernde Schwert, damit er nicht von der Frucht esse—“ (Alma 42:3).

Wir sehen, dass der Mensch wie Gott geworden war. Der Mensch, der ja schon im Abbild Gottes erschaffen war (Genesis 1:26), ist nun durch den Genuss der Frucht des Baumes der Erkenntnis wieder ein klein wenig mehr wie Gott geworden, und zwar was die Möglichkeit zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können anbelangt. In der Bibel wird uns diese Lehre mit all ihren Umständen bestätigt (Genesis 3:22). Erfahrungen in einem sterblichen Körper sollten uns weiteren Fortschritt ermöglichen. Hätte der Mensch aber von der Frucht des Baumes des Lebens genossen, hätte er in dem momentan erreichten Zustand für immer verbleiben müssen: keine Weiterentwicklung.

Der Herr hat Adam und Eva also durch `Kerubim und das flammende Schwert´ die Möglichkeit genommen auch noch vom Baum des Lebens zu genießen, und somit die Möglichkeit eröffnet, hier im sterblichen Zustand Erkenntnisse zu sammeln, die ihnen und uns als ihre Nachkommen, auch in anderen Eigenschaften gottähnlicher werden lassen, wenn wir sie beherrschen. Dass wir weiter voranschreiten sollen in dem `wie Gott werden´, hat Christus uns sogar zum Auftrag gemacht: „Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!“ (Matthäus 5:48). Wir sind also aufgefordert alles uns Mögliche zu tun, vollkommen zu werden. Da wir dies in unserem fleischlichen Zustand aber nie erreichen können, werden wir durch `Seine Gnade´ schlussendlich vollkommen gemacht (Lehre und Bündnisse 76:69). Aber, ich muss zuvor meinen Teil getan haben (Moroni 10:32). Wie denkst du darüber, dass wir wie Gott werden können? Lies auch gerne hier nach.

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Er stellte am östlichen Ende des Gartens von Eden Kerubim auf und ein loderndes Schwert

Alma der Jüngere zu seinem Sohn Korianton in Bezug auf die Bestrafung der Sünder (Alma 42:1): „Nun siehe, mein Sohn, ich werde es dir erklären. Denn siehe, nachdem der Herr, Gott, unsere ersten Eltern aus dem Garten von Eden weggeschickt hatte, den Boden zu bebauen, von dem sie genommen worden waren—ja, er holte den Menschen heraus, und er stellte am östlichen Ende des Gartens von Eden Kerubim auf und ein loderndes Schwert, die ringsum kreisten, um den Baum des Lebens zu bewachen—„ (Alma 42:2)

Er stellte am östlichen Ende des Gartens von Eden Kerubim auf und ein loderndes Schwert. Kerubim (Plural von Kerub) begegnen wir außer zur Bewachung des Baumes des Lebens im Garten von Eden (Genesis 3:24; Köstliche Perle Mose 4:31) auch noch auf der Deckplatte der Bundeslade, um die Sühneplatte zu beschirmen (Exodus 25:18-22; Hebräer 9:5), dann in der Gotteswohnung im Tempel Salomos (1. Könige 6:23-28), und in den Visionen Ezechiels als Begleiter eines himmlischen Wagens, auf dem Gott thront (Ezechiel 10; 11:22).

Was sind nun Kerubim? Offensichtlich stellen sie himmlische Wesen dar, die die Aufgabe haben, heilige Stätten zu bewachen. Im Garten Eden mit dem lodernden Schwert den Zugang zum Baum des Lebens, auf der Bundeslade mit ihren Flügeln die Sühneplatte. Außer Flügel hatten sie Gesichter (Exodus 37:9) und etwas, was wie Menschenhände aussah (Ezechiel 10:20-21). Mehr ist uns nicht bekannt. Wieder lerne ich, dass es Geheimnisse Gottes gibt (geistige Wahrheiten, die nur durch Offenbarung erkannt werden), die uns noch nicht offenbart sind (Alma 40:3). Deshalb mache ich mir über solche Geheimnisse keine weiteren Gedanken. Übrigens, eine weitere besondere Art von himmlischen Wesen sind die `Serafim´, die offensichtlich die spezielle Aufgabe des Lobpreisens haben (Jesaja 6:2-3; Lehre und Bündnisse 109:79). Wie gehst du mit nicht offenbarten Geheimnissen um?

Bundeslade mit zwei Kerub
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Tue beständig Gutes … und wenn du dies alles tust, dann wirst du deinen Lohn empfangen

Nun fragt Alma der Jüngere seinen Sohn Korianton, was `Wiederherstellung´ bedeutet (Alma 41:12) und erklärt es ihm (Alma 41:13) und fordert ihn dann auf: „Darum sieh zu, mein Sohn, dass du zu deinen Brüdern barmherzig bist; handle gerecht, richte rechtschaffen und tue beständig Gutes; und wenn du dies alles tust, dann wirst du deinen Lohn empfangen; ja, dir wird Barmherzigkeit wiederhergestellt werden; dir wird Gerechtigkeit wiederhergestellt werden; dir wird ein rechtschaffenes Gericht wiederhergestellt werden; und dir wird wiederum Gutes als Lohn zuteil werden.“ (Alma 41:14).

Tue beständig Gutes … und wenn du dies alles tust, dann wirst du deinen Lohn empfangen. Wenn ich diesen Ausschnitt lese, muss ich an Jesus Christus denken und was Simon Petrus der im Haus des Kornelius versammelten Menschenmenge über ihn mitteilte: „… wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.“ (Apostelgeschichte 10:38).

Alma sagt hier, wenn wir Gutes tun, wird uns Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und ein rechtschaffenes Gericht erwarten und uns würde „… wiederum Gutes als Lohn zuteil werden.“ Das sehe ich als eine Gesetzmäßigkeit an, so wie z. B. die Gravitationskraft bewirkt, dass Massen sich gegenseitig anziehen. Hast du es schon mal ausprobiert, was passiert, wenn du jemanden anlächelst? Der berühmte französische Autor Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) sagte: „Ein Lächeln ist oft das Wesentliche. Man wird mit einem Lächeln belohnt oder belebt.“ So wie ich mein Lächeln trainieren kann, kann ich auch trainieren, beständig Gutes zu tun. Nicht aus der Motivation heraus, dass mir als Gegenleistung auch Gutes widerfährt (Alma 41:15), sondern weil ich gerne dem Vorbild Jesu nacheifern möchte. Es gibt ein wunderbares Lied in der Kirche mit folgendem Text: „Ich möchte so sein wie Jesus, will folgen ihm jeden Tag, will liebevoll sein wie Jesus, was immer ich tu und sag. Doch sollt ich versucht sein, das Falsche zu tun, kommt die leise Stimme und sie lässt mich nicht ruhn. Sie sagt: Liebet einander wie Jesus euch liebt, seid immer freundlich bei dem was ihr tut. Im Denken und Handeln seid liebevoll stets: So hat es uns Jesus gelehrt.“ (hier kannst du es dir anhören mit dem Text und hier vom Tabernakelchor gesungen). Ich zögere nicht, wenn ich um Hilfe gebeten werde, sondern bin gerne bereit zu dienen, Hilfsbedürftigen meine Unterstützung zu geben. Wie stehst du dazu, beständig Gutes zu tun?

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Alle Menschen, die in einem natürlichen Zustand … sind

Nachdem Alma der Jüngere mit seinem Sohn Korianton über Sünde gesprochen hatte, erklärt er: „Und nun, mein Sohn, alle Menschen, die in einem natürlichen Zustand oder, wie ich sagen möchte, in einem fleischlichen Zustand sind, die sind in der Galle der Bitternis und in den Banden des Übeltuns; sie sind ohne Gott in der Welt, und sie haben sich gegen die Natur Gottes gewandt; darum sind sie in einem Zustand, der der Natur des Glücklichseins entgegen ist.“ (Alma 41:11).

Alle Menschen, die in einem natürlichen Zustand … sind. Ist ein `natürlicher Zustand´ nicht etwas Gutes? Gerade in unserer Zeit der Gentechnik, der künstlichen Düngung um mehr und schneller Ernteertrag zu erzielen, wünschen sich viele Verbraucher doch das `Zurück zur Natur´, einen `natürlichen Zustand´ der Lebensmittel. Ist dann nicht auch der `natürliche Zustand´ des Menschen etwas Positives?

Es ist eine Sache der Perspektive. Aus Sicht des ewigen Lebens betrachtet, ist ein ´natürlicher Zustand` ein Zustand, der durch den Fall Adams und Evas im Garten von Eden zustande kam (Genesis 3). Sie hatten sich dafür entschieden, sterblich zu werden, um die für das ewige Leben notwendigen Fortschritte in einem sterblichen Körper machen zu können (Köstliche Perle Mose 5:11). Der `gefallene Zustand´, in den der Mensch dadurch eintrat, wird als ´fleischliche Natur´ bezeichnet (Lehre und Bündnisse 20:17-20; Mosia 16:5). Dieser `natürliche Mensch´ lebt sein Leben hier auf Erden ohne Gott, ja, wenn er sich mit Satan verbündet, ist er sogar ein Feind Gottes. Diesen `natürlichen Zustand´ können wir nur dadurch ablegen, indem wir auf die Einflüsterungen des Heiligen Geistes achten und ihnen nachgeben, das Sühnopfer von Jesus Christus annehmen und dadurch ein `Heiliger´ (Mosia3:19), ein Jünger Jesu in Wort und Tat werden (Lehre und Bündnisse 41:5). Täglich bemühe ich mich, den `natürlichen Menschen´ abzulegen und gegenüber dem Wort Gottes fügsam wie ein Kind zu werden. Wie verstehst du das mit dem ´natürlichen Zustand´ des Menschen?

(BIld: Quelle)