Tue beständig Gutes … und wenn du dies alles tust, dann wirst du deinen Lohn empfangen

Nun fragt Alma der Jüngere seinen Sohn Korianton, was `Wiederherstellung´ bedeutet (Alma 41:12) und erklärt es ihm (Alma 41:13) und fordert ihn dann auf: „Darum sieh zu, mein Sohn, dass du zu deinen Brüdern barmherzig bist; handle gerecht, richte rechtschaffen und tue beständig Gutes; und wenn du dies alles tust, dann wirst du deinen Lohn empfangen; ja, dir wird Barmherzigkeit wiederhergestellt werden; dir wird Gerechtigkeit wiederhergestellt werden; dir wird ein rechtschaffenes Gericht wiederhergestellt werden; und dir wird wiederum Gutes als Lohn zuteil werden.“ (Alma 41:14).

Tue beständig Gutes … und wenn du dies alles tust, dann wirst du deinen Lohn empfangen. Wenn ich diesen Ausschnitt lese, muss ich an Jesus Christus denken und was Simon Petrus der im Haus des Kornelius versammelten Menschenmenge über ihn mitteilte: „… wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.“ (Apostelgeschichte 10:38).

Alma sagt hier, wenn wir Gutes tun, wird uns Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und ein rechtschaffenes Gericht erwarten und uns würde „… wiederum Gutes als Lohn zuteil werden.“ Das sehe ich als eine Gesetzmäßigkeit an, so wie z. B. die Gravitationskraft bewirkt, dass Massen sich gegenseitig anziehen. Hast du es schon mal ausprobiert, was passiert, wenn du jemanden anlächelst? Der berühmte französische Autor Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) sagte: „Ein Lächeln ist oft das Wesentliche. Man wird mit einem Lächeln belohnt oder belebt.“ So wie ich mein Lächeln trainieren kann, kann ich auch trainieren, beständig Gutes zu tun. Nicht aus der Motivation heraus, dass mir als Gegenleistung auch Gutes widerfährt (Alma 41:15), sondern weil ich gerne dem Vorbild Jesu nacheifern möchte. Es gibt ein wunderbares Lied in der Kirche mit folgendem Text: „Ich möchte so sein wie Jesus, will folgen ihm jeden Tag, will liebevoll sein wie Jesus, was immer ich tu und sag. Doch sollt ich versucht sein, das Falsche zu tun, kommt die leise Stimme und sie lässt mich nicht ruhn. Sie sagt: Liebet einander wie Jesus euch liebt, seid immer freundlich bei dem was ihr tut. Im Denken und Handeln seid liebevoll stets: So hat es uns Jesus gelehrt.“ (hier kannst du es dir anhören mit dem Text und hier vom Tabernakelchor gesungen). Ich zögere nicht, wenn ich um Hilfe gebeten werde, sondern bin gerne bereit zu dienen, Hilfsbedürftigen meine Unterstützung zu geben. Wie stehst du dazu, beständig Gutes zu tun?

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Alle Menschen, die in einem natürlichen Zustand … sind

Nachdem Alma der Jüngere mit seinem Sohn Korianton über Sünde gesprochen hatte, erklärt er: „Und nun, mein Sohn, alle Menschen, die in einem natürlichen Zustand oder, wie ich sagen möchte, in einem fleischlichen Zustand sind, die sind in der Galle der Bitternis und in den Banden des Übeltuns; sie sind ohne Gott in der Welt, und sie haben sich gegen die Natur Gottes gewandt; darum sind sie in einem Zustand, der der Natur des Glücklichseins entgegen ist.“ (Alma 41:11).

Alle Menschen, die in einem natürlichen Zustand … sind. Ist ein `natürlicher Zustand´ nicht etwas Gutes? Gerade in unserer Zeit der Gentechnik, der künstlichen Düngung um mehr und schneller Ernteertrag zu erzielen, wünschen sich viele Verbraucher doch das `Zurück zur Natur´, einen `natürlichen Zustand´ der Lebensmittel. Ist dann nicht auch der `natürliche Zustand´ des Menschen etwas Positives?

Es ist eine Sache der Perspektive. Aus Sicht des ewigen Lebens betrachtet, ist ein ´natürlicher Zustand` ein Zustand, der durch den Fall Adams und Evas im Garten von Eden zustande kam (Genesis 3). Sie hatten sich dafür entschieden, sterblich zu werden, um die für das ewige Leben notwendigen Fortschritte in einem sterblichen Körper machen zu können (Köstliche Perle Mose 5:11). Der `gefallene Zustand´, in den der Mensch dadurch eintrat, wird als ´fleischliche Natur´ bezeichnet (Lehre und Bündnisse 20:17-20; Mosia 16:5). Dieser `natürliche Mensch´ lebt sein Leben hier auf Erden ohne Gott, ja, wenn er sich mit Satan verbündet, ist er sogar ein Feind Gottes. Diesen `natürlichen Zustand´ können wir nur dadurch ablegen, indem wir auf die Einflüsterungen des Heiligen Geistes achten und ihnen nachgeben, das Sühnopfer von Jesus Christus annehmen und dadurch ein `Heiliger´ (Mosia3:19), ein Jünger Jesu in Wort und Tat werden (Lehre und Bündnisse 41:5). Täglich bemühe ich mich, den `natürlichen Menschen´ abzulegen und gegenüber dem Wort Gottes fügsam wie ein Kind zu werden. Wie verstehst du das mit dem ´natürlichen Zustand´ des Menschen?

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Schlecht zu sein hat noch nie glücklich gemacht

Alma der Jüngere weiter zu seinem Sohn Korianton: „Meine nicht, weil über Wiederherstellung gesprochen worden ist, dass du von Sünde zum Glücklichsein wiederhergestellt werden würdest. Siehe, ich sage dir, schlecht zu sein hat noch nie glücklich gemacht.“ (Alma 41:10).

Schlecht zu sein hat noch nie glücklich gemacht. Wie Samuel der Lamanite um 6 v. Chr. das Volk in Zarahemla belehrt, ist es gegen die Natur der Rechtschaffenheit unseres Gottes, wenn wir in Übeltun Glücklichsein suchen (Helaman 13:38). Das geht einfach nicht zusammen und gilt ebenso auch heute noch für uns, so wie die Naturgesetze damals als auch heute ihre Gültigkeit hatten und haben.

Was bedeutet Glück eigentlich? Bei Glück handelt es sich um momentane bis hin zu anhaltenden, von friedvollen bis hin zu ekstatischen Empfindungen. Es kann ein innerlicher empfundener Zustand sein – jemand verspürt z. B einen unbeschreiblich kostbaren inneren Frieden, oder auch ein äußeres günstiges Ereignis – jemandem wird ein hochwertiges Geschenk gemacht. Der Mensch ist ständig auf der `Suche nach Glück´. Viele Menschen suchen das Glück in Verhaltensweisen, die nicht im Einklang mit Gottes Geboten stehen, z. B indem sie ungerechte Herrschaft ausüben (Lehre und Bündnisse 121:37). Andere wiederum wenden sich der einzigen Quelle wahren Glücks zu, dem „… Plan des Glücklichseins, der ebenso ewig ist wie das Leben der Seele.“ (Alma 42:16). Dieser Plan ist auch bekannt unter dem Namen `Plan der Erlösung´. Dieser Plan enthält die Fülle des Evangeliums von Jesus Christus und ist dazu entworfen worden, „… die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Köstliche Perle Mose 1:39). Hingegen täuscht der Satan Glück vor mit dem Ziel, „… dass alle Menschen so elend seien wie er selbst.“ (2 Nephi 2:27). Ich wähle anstatt des kurzweiligen Vergnügens lieber dauerhaftes Glück, das mit geistigem Wachstum, Dienen und Anstrengung einhergeht (Lies auch gerne den Artikel: „Das Evangelium: Der Weg zum Glück“). Welche Art des Glücklichseins strebst du an?

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Wage auch nicht einen Anstoß mehr gegen deinen Gott in diesen Punkten der Lehre

Alma der Jüngere warnt seinen Sohn Korianton: „Und nun siehe, mein Sohn, wage auch nicht einen Anstoß mehr gegen deinen Gott in diesen Punkten der Lehre, worin du es bisher gewagt hast, Sünde zu begehen.“ (Alma 41:9).

Wage auch nicht einen Anstoß mehr gegen deinen Gott in diesen Punkten der Lehre. Worin sollte Korianton keinen Anstoß gegen Gott mehr wagen? Zu Beginn seines Vater-Sohn-Gespräches hat Alma seinem Sohn Korianton eine Rückmeldung über seine Verfehlungen gegeben: Kein Beispiel an seinem älteren Bruder genommen, nicht so viel Beachtung dem Wort seines Vaters geschenkt, geprahlt, Mission verlassen und zur Dirne gegangen (Alma 39:1-3). Dann hat er ihn gefragt, ob er nicht wisse, dass Unkeuschheit ein Gräuel in den Augen Gottes ist (Alma 39:5) und fordert ihn direkt auf, Umkehr zu üben und nicht mehr der Begierde seiner Augen zu folgen (Alma 39:9).

Für mich entnehme ich daraus, dass auch ich keinen Anstoß mehr gegen Gott in den Punkten seiner Lehre wagen soll. Insbesondere, wenn ich eine schwerwiegende Übertretung begangen habe, wie z. B. Unkeuschheit, und Umkehr geübt habe, dann muss ich alles dransetzen, nicht wieder dieselbe schwere Sünde zu begehen. Warum, kann ich in Lehre und Bündnisse erfahren: „Aber dem, der Ehebruch begangen hat und mit seinem ganzen Herzen umkehrt und davon lässt und es nicht mehr tut, sollst du vergeben; 26  tut er es aber wieder, so soll ihm nicht vergeben werden, sondern er soll ausgestoßen werden.“ (Lehre und Bündnisse 42:25-26). Wie leicht man schon in das Fahrwasser des Ehebruchs geraten kann, sagt mir Christus in der Bergpredigt: „Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“ (Matthäus 5:28). Also offensichtlich eine ganz heikle Angelegenheit, die enorme Selbstbeherrschung verlangt. So muss ich mich ständig darin üben, nicht der Begierde meiner Augen zu folgen (Alma 39:9), denn Gedanken folgen meistens Taten. Im Bild unten steht ein Aphorismus des Talmuds (Auslegung der biblischen Gesetzestexte durch Rabbiner für die Anwendung im Alltag) was aus Gedanken werden kann. Welche Gedanken bewegen dich in dieser Angelegenheit?

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Nun sind die Ratschlüsse Gottes unabänderlich


Alma der Jüngere zu seinem Sohn Korianton: „Nun sind die Ratschlüsse Gottes unabänderlich; darum ist der Weg bereitet, so dass ein jeder, der will, darauf gehen und errettet werden kann.“ (Alma 41:8).

Nun sind die Ratschlüsse Gottes unabänderlich. Dass dem so ist, wird auch in den Psalmen bestätigt (Psalm 33:11). Aufgrund der heiligen Schriften wissen wir, dass die Götter schon im Vorherdasein Rat hielten und ihre Beschlüsse auch umsetzten (Abraham 4:26; 5:2). Im großen Rat im Himmel taten sie uns ihre Ratschlüsse auch schon kund und wir waren von ihnen begeistert (Hiob 38:4-7). Dann kamen wir auf die Erde und hatten auf das Wissen aus unserem Vorherdasein, keinen Zugriff mehr – ein Schleier des Vergessens blockiert unsere Erinnerung an das vorirdische Dasein (Lehre und Bündnisse 110:1).

Wenn sie unveränderlich sind, dann sollten wir diejenigen Ratschlüsse, die sich auf unsere Vorbereitungszeit hier auf Erden beziehen, auch kennenlernen. Dies ist uns dadurch möglich, dass sie uns der Herr durch seine Propheten kundtut (Amos 3:7; Ether 2:11). Ich finde also alle für mein Leben relevanten Ratschlüsse in den heiligen Schriften. Mir ist klar, will ich den allumfassenden Ratschluss des Herrn, die Unsterblichkeit und das ewige Leben (Mose 1:39), tatsächlich auch erreichen, ich seine Ratschlüsse nicht verachten darf (Psalm 107:11). Auch ist mir klar, dass ich im Laufe meines Lebens viele Pläne schmiede, aber, dass nur die Ratschlüsse des Herrn von Bestand sind (Sprüche 19:20-21). Also bin ich mein ganzes Leben lang, mit zunehmendem Alter immer intensiver, bemüht, seine Ratschlüsse kennenzulernen und in meinem Leben anzuwenden. Wie gehst du mit den Ratschlüssen des Herrn um?

Seine Ratschlüsse kennenlernen
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Darum wird alles in seiner rechten Ordnung wiederhergestellt werden

Alma der Jüngere erklärte seinem Sohn Korianton, dass entsprechend der Gerechtigkeit Gottes ein `Plan der Wiederherstellung´ (Auferstehung und Gericht) erforderlich sei, der die Handlungen des Menschen in seinem Erdenleben auf sein Leben nach der Auferstehung projiziert (Alma 41:2-3): „Und wenn ihre Werke böse sind, so werden sie ihnen wiederhergestellt werden, nämlich zu Bösem. Darum wird alles in seiner rechten Ordnung wiederhergestellt werden, ein jedes zu seiner natürlichen Gestalt—das Sterbliche zur Unsterblichkeit erhoben, das Verwesliche zur Unverweslichkeit—, erweckt zu endlosem Glücklichsein, um das Reich Gottes zu ererben, oder zu endlosem Elend, um das Reich des Teufels zu ererben, das eine auf der einen Seite, das andere auf der anderen—5  der eine zum Glücklichsein erweckt gemäß seinen Wünschen nach Glücklichsein oder zu Gutem gemäß seinen Wünschen nach Gutem; und der andere zu Bösem gemäß seinen Wünschen nach Bösem; denn so, wie es den ganzen Tag lang sein Wunsch war, Böses zu tun, so wird er auch seinen Lohn an Bösem haben, wenn die Nacht kommt.“ (Alma 41:4-5).

Darum wird alles in seiner rechten Ordnung wiederhergestellt werden. Wiederherstellung in diesem Zusammenhang bedeutet die Wiederherbeiführung eines Zustandes nach Trennung von Geist und Körper bei dem Tod. Dieses Wiederherbeiführen bedeutet, dass der Geist, der sich zwischenzeitlich in der Geisterwelt aufgehalten hat, mit seinem Leib, der auf Erden verblieb und der Verwesung anheimfiel (doch bedenke: Materie geht nie verloren, sie existiert weiter, auch wenn die Form sich ändern würde – Wasser z. B. verdunstet zu Wasserdampf und kondensiert wieder zu Wasser, je nach Temperatur), zu einer vollkommenen Gestalt vereinigt werden, um vor Gott zu treten und nach seinen Taten gerichtet zu werden (Alma 11:43).

Das Erstaunliche für mich daran ist, dass ich mich all meiner Schuld erinnern werde – ungeachtet dessen, dass ich jetzt schon ein paar Gedächtnislücken habe – , all der Übertretungen, die ich begangen habe, aber natürlich ebenso all dessen, was ich gut gemacht habe und mir aufgrund dessen klar sein wird, wozu ich wiederhergestellt werde, zum Guten oder zum Bösen. Ich bin quasi mein eigener Richter. Wenn ich zur rechten Zeit aufrichtige Umkehr geübt habe, werde ich durch das Sühnopfer Jesu reingewaschen, anderenfalls werde ich meinen Lohn an Bösem haben (Alma 41:5-7). Mit diesem Wissen ausgestattet, nutze ich meine Zeit hier auf Erden Christus nachzueifern und Gutes zu tun, wo es mir nicht gelingt, Umkehr zu üben und mithilfe des Geistes des Herrn eine mächtige Wandlung meines Herzens zu bewirken, sodass ich keine Neigung mehr habe Böses zu tun (Mosia 5:2). Ich kann dir aus eigener Erfahrung bezeugen, dass das ein herrliches Gefühl ist! Ich fühle mich befreit (Lehre und Bündnisse 98:8). Welche Gedanken hast du zur Wiederherstellung von allem in seiner rechten Ordnung?

(BIld: Quelle)

Einige haben die Schriften verdreht und sind deshalb weit in die Irre gegangen

Alma der Jüngere geht nun auf Beunruhigungen, die Korianton in Bezug auf die Lehre hat, ein: „Und nun, mein Sohn, habe ich einiges über die Wiederherstellung zu sagen, von der gesprochen worden ist; denn siehe, einige haben die Schriften verdreht und sind deshalb weit in die Irre gegangen. Und ich bemerke, dass dein Sinn auch darüber beunruhigt ist. Aber siehe, ich werde es dir erklären.“ (Alma 41:1).

Einige haben die Schriften verdreht und sind deshalb weit in die Irre gegangen. Dir ist sicherlich klar, wenn du ein bestimmtes Ziel anstrebst und eine `verdrehte´ Wegbeschreibung bekommst, wirst du woanders ankommen, als du wolltest. Die Westfalenpost titelte „Von Navi fehlgeleitet: Lkw fährt sich an Behelfsbrücke fest.“ Anstatt die aufgestellten Verkehrsschilder zu beachten, die den Fahrer eines 40-Tonners darauf hinweisen sollten, dass eine Brücke für Lastwagen über 3,5 Tonnen gesperrt ist, und für größere Fahrzeuge eine Umleitung auswies, verließ er sich auf sein Navigationsgerät und fuhr sich an der Brücke fest. Brücke und LKW erheblich beschädigt, Straße während der Bergung gesperrt, Feuerwehr und Abschleppdienst mussten ihn freischleppen, Unfallaufnahme durch die Polizei und ein Verwarngeld waren die Folgen der Nichtbeachtung der Verkehrsschilder. Zum Glück hat das sich Verlassen auf die falsche Wegbeschreibung kein Menschenleben gefordert.

Das kann man doch gut damit vergleichen, dass sich manche Menschen eher auf `verdrehte Schriften´ verlassen, weil sie ihnen besser gefallen, anstatt auf die wahren Propheten – behördlich aufgestellte Verkehrsschilder. `Verdrehte Schriften´ entstehen durch „eigenmächtige Auslegung“ (2. Petrus 1:20-21). Solcherlei Auslegungen erfolgen einerseits willentlich (2. Timotheus 4:3), sind manchmal aber auch die Folge schwer verständlicher Aussagen in der Schrift (2. Petrus 3:16), zu deren Auslegung eben nicht der Heilige Geist zu Hilfe gezogen wird (Johannes 16:13), sondern nur der eigene Verstand (Lehre und Bündnisse 3:4). Ich lerne daraus, dass ich beim Studium der Heiligen Schrift, auf die Eingebungen des Heiligen Geistes achten muss. Bevor ich mit dem Studium beginne, bitte ich also den Herrn, mir zu helfen, diese feine und leise Stimme zu erkennen (Lehre und Bündnisse 8:2), wofür ich mein Feingefühl schulen muss (1. Könige 19:11-13), die dann aber mein Innerstes durchdringt (Lehre und Bündnisse 85:6). Wie stellst du sicher, dass du nicht durch `verdrehte Schriften in die Irre geleitet wirst´?

Bekommst du die richtige Botschaft?
Der Geist möchte mit dir kommunizieren, passt du auf?
(Bild: Quelle)

Sie trinken den Bodensatz eines bitteren Kelchs

In Bezug auf die schlechten Menschen sagt Alma der Jüngere seinem Sohn Korianton: „Aber siehe, ein furchtbarer Tod kommt über die Schlechten; denn in dem, was die Rechtschaffenheit betrifft, sterben sie; denn sie sind unrein, und nichts Unreines kann das Reich Gottes ererben; sondern sie werden ausgestoßen und dem überantwortet, die Früchte ihrer Arbeit oder ihrer Werke zu genießen, die böse gewesen sind; und sie trinken den Bodensatz eines bitteren Kelchs.“ (Alma 40:26).

Als erstes denke ich bei dem Begriff `bitterer Kelch´ an Christus im Garten Getsemani. Mit seinen Jüngern ging er nach dem Abendmahl dorthin, um den ersten Teil seines Sühnopfer zu vollbringen. Er kämpfte mit sich und war sich der Last bewusst, die er auf sich nehmen würde und betete: „… Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. …“ (Matthäus 26:39). Wenn sich jemand wünscht, von einem konkreten Unheil verschont zu bleiben, dann hörst du ihn sicherlich auch flehentlich ausrufen: „Möge dieser Kelch an mir vorübergehen!“

Sie trinken den Bodensatz eines bitteren Kelchs. Hier spricht Alma diejenigen an, die in ihren Sünden gestorben sind, also vor dem Ableben keine Umkehr geübt haben. Aus einem Kelch trank man in früheren Zeiten Wein. Wenn jemand ungehorsam ist, Gesetze nicht hält, so muss er mit den Konsequenzen leben. Berücksichtige ich nicht, dass ich in einem schlecht belüfteten Raum kein Feuer machen darf, werde ich den `bitteren Kelch´ trinken müssen: Erstickungstod. Vergehe ich mich gegen Gesetze des Herrn, bildet sich in meinen Becher während der Reifung des Weines, ein Bodensatz. Schlechte Früchte – Taten – ergeben einen bitteren Bodensatz. Der `Bodensatz eines bitteren Kelchs´ wäre, dass ich nie mehr in die Gegenwart Gottes kommen könnte. Will ich schlussendlich keinen bitteren Bodensatz haben, muss ich Umkehr üben und fortan gute Früchte hervorbringen. In diesem Fall, hat dann Christus an meiner Stelle den bitteren Bodensatz geleert und an mir ist `der Kelch vorübergegangen´. Was machst du, damit der Kelch an dir vorübergeht?

„Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn“
(Lukas 22:42-44; Bild: Quelle)

Ich sage nicht, … sondern siehe, ich gebe es als meine Meinung, dass …

Alma der Jüngere betont seinem Sohn Korianton gegenüber: „Nun, mein Sohn, ich sage nicht, dass ihre Auferstehung bei der Auferstehung Christi stattfindet; sondern siehe, ich gebe es als meine Meinung, dass Seele und Leib der Rechtschaffenen bei der Auferstehung Christi und seiner Auffahrt in den Himmel wiedervereinigt werden.“ (Alma 40:20).

Ich sage nicht, … sondern siehe, ich gebe es als meine Meinung, dass … Kann ich unterscheiden, ob eine Führungsautorität etwas im Namen ihres Auftraggebers oder ihre eigene Meinung wiedergibt? Am Beispiel Alma des Jüngeren können wir das wunderbar erkennen. Er macht deutlich, dass er in Sachen Zeitpunkt der Auferstehung der rechtschaffenen, die vor Christus entschlafen sind, bei Auferstehung und Himmelfahrt Jesu stattfinden wird, seine Meinung kundtut. Damit bringt er zum Ausdruck, dass es so sein kann, aber nicht sein muss. Wohingegen er aber als gegebene Tatsache feststellt, dass es so sein wird, dass es „… einen Zeitraum zwischen dem Tod und der Auferstehung des Leibes und einen Zustand der Seele im Glücklichsein oder im Elend bis zu der Zeit, die von Gott bestimmt ist, dass die Toten hervorkommen und in Seele und Leib wiedervereinigt und dazu gebracht werden, vor Gott zu stehen, und gemäß ihren Werken gerichtet werden.“ (Alma 40:21).

Ob ein Diener Gottes etwas im Auftrag des Herrn spricht oder als seine Meinung wiedergibt, bringt dieser zum Ausdruck, indem er entweder sagt, dass er seine eigene Meinung kundtut, oder aber sagt: „So spricht der Herr“. Als Nephi seinem jüngsten Sohn, Joseph, vom Hervorkommen des Buches Mormon prophezeite, sagte er, den von seinen Brüdern nach Ägypten verkauften Joseph meinend: „Ja, Joseph hat wahrhaftig gesagt: So spricht der Herr zu mir: Einen erwählten Seher werde ich aus der Frucht deiner Lenden erwecken; …“ (2. Nephi 3:7). In der Bibel beauftragte der Herr Mose, in seinem Namen zum Pharao zu sprechen: „Dann sag zum Pharao: So spricht der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn. 23 Ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dienen kann! Wenn du dich weigerst, ihn ziehen zu lassen, bringe ich deinen erstgeborenen Sohn um.“ (Exodus 4:22-23). In unserer Zeit ist das nicht anders. Als der Herr Edward Partridge durch die Hand von Sidney Rigdon segnen wollte, sagte er Joseph Smith im Dezember 1830, was dabei zum Ausdruck gebracht werden sollte: So spricht der Herr, Gott, der Mächtige Israels: Siehe, ich sage dir, mein Knecht Edward: …“ (Lehre und Bündnisse 36:1). Immer, wenn ein Diener des Herrn dies sagt, „So spricht der Herr“ bedeutet es auch das und ich nehme es so auf, als wenn es der Herr mir selber sagen würde. Für mich lerne ich klar daraus, wenn auch immer ich etwas von mir gebe, was keine Doktrin ist, spreche ich deutlich davon, dass ich meine Meinung kundtue. Wie machst du das?

(Jesaja 48:17; Bild: Quelle)

Nun gibt es einige, die diesen Zustand … als eine erste Auferstehung verstehen

Alma hatte seinem Sohn Korianton erklärt, dass der Geist der Verstorbenen in der Geisterwelt auf das Gericht und ihre Auferstehung warten (Alma 40:12-14) und erklärt weiter: „Nun gibt es einige, die diesen Zustand des Glücklichseins und diesen Zustand des Elends der Seele vor der Auferstehung als eine erste Auferstehung verstehen. Ja, ich gebe zu, man kann das als eine Auferstehung bezeichnen, das Erwecken des Geistes oder der Seele und ihre Überantwortung in das Glücklichsein oder Elend, gemäß den Worten, die gesprochen worden sind.“ (Alma 40:15).

Nun gibt es einige, die diesen Zustand … als eine erste Auferstehung verstehen. Alma belehrt aber, dass mit Auferstehung etwas anderes gemeint ist als „… das Erwecken des Geistes oder der Seele und ihre Überantwortung in das Glücklichsein oder Elend …“ in der Geisterwelt (Alma 40:15,17). Er belehrt, dass Auferstehung „… die Wiedervereinigung der Seele mit dem Leib …“ bedeutet (Alma 40:18). Alma sagt aber aus seiner zeitlichen Sicht um 74 v. Chr., dass es tatsächlich eine erste Auferstehung gibt und dass es sich dabei um die „… Auferstehung all derer, die es bis herab zur Auferstehung Christi von den Toten gegeben hat oder gibt oder geben wird.“ (Alma 40:16) handelt. Sie ist eine Auferstehung all der „… Propheten und all derer, die ihren Worten geglaubt haben, oder all derer, die die Gebote Gottes gehalten haben, …“, die „… in ihrer Unwissenheit gestorben sind, ohne dass ihnen die Errettung verkündet worden ist. …“, und „… kleine Kinder …“ (Mosia 15:21-25). Nicht dazugehören „… die sich gegen ihn auflehnen und in ihren Sünden sterben; ja, nämlich alle diejenigen, die von Anfang der Welt an in ihren Sünden zugrunde gegangen sind, die sich vorsätzlich gegen Gott aufgelehnt haben, die die Gebote Gottes gekannt haben, sie aber nicht halten wollten, …“ (Mosia 15:26).

Aber wir wissen, dass die erste Auferstehung noch weitere Ereignisse in unterschiedlichen Zeiträumen umfasst. So lernen wir aus der Offenbarung des Johannes: „… Die übrigen Toten kamen nicht zum Leben, bis die tausend Jahre vollendet waren. Das ist die erste Auferstehung. 6 Selig und heilig, wer an der ersten Auferstehung teilhat! Über solche hat der zweite Tod keine Gewalt. Sie werden Priester Gottes und Christi sein und tausend Jahre mit ihm herrschen.“ (Offenbarung 20:5-6). Dazu gehören all jene, „… deren Namen im Himmel aufgeschrieben sind, …“ (Lehre und Bündnisse 76:68-69). Dies ist die Auferstehung der Gerechten, die durch Christus vollkommen gemacht wurden. Bruce R. McConkie lässt uns wissen: „Im Anschluss an dieses großartige Ereignis, nachdem der Herr und die Rechtschaffenen, die entrückt werden, um ihm zu begegnen, auf die Erde herabgekommen sind, wird sich noch eine weitere Auferstehung begeben. Diese kann man auch als Teil der ersten Auferstehung ansehen, obwohl sie erst später stattfindet. In dieser Auferstehung kommen diejenigen hervor, die einer terrestrialen Ordnung angehören, die nicht würdig waren, entrückt zu werden, um ihm zu begegnen, die aber würdig sind, hervorzukommen und die tausendjährige Herrschaft mitzuerleben.“ (Doctrines of Salvation, Hg. Bruce¾R. McConkie, 3¾Bände, 1954–1956, 2:295ff.) Ein Wunsch, den sicherlich nicht nur ich haben dürfte: Bei der Auferstehung der Gerechten dabei sein zu dürfen. Was müssen wir tun, um dies zu erreichen? Hier erfährst du mehr: Lehre und Bündnisse 76:50-80; 88:95-99.

(Bild: Quelle)