Ich möchte, dass du in allem eifrig und maßvoll bist

Alma der Jüngere ermahnt seinen Sohn Schiblon: „Und nun, wie du begonnen hast, das Wort zu lehren, so möchte ich auch, dass du mit dem Lehren fortfährst; und ich möchte, dass du in allem eifrig und maßvoll bist.“ (Alma 38:10).

Ich möchte, dass du in allem eifrig und maßvoll bist. Wie können wir `in allem eifrig und maßvoll sein´ und wie erreichen wir es? Maßvoll zu sein, bedeutet das rechte Maß einzuhalten. Na gut, und was ist das rechte Maß und wo ist es festgelegt? Du kennst die Redensart: „Das Maß ist voll!“ Es ist ein Ausruf der Empörung bzw. Verärgerung. War in Lateinschulen das Maß eines Schülers voll, drohte ihm die Prügelstrafe und er wurde gemaßregelt. Ist das Maß voll, ist es genug, ist es mit der Geduld am Ende. Das Maß wird von einer anerkannten Institution festgelegt. Was bei dessen Überschreitung passiert, muss dementsprechend auch festgelegt werden.

Maßvoll sein bedeutet demzufolge, das rechte Maß einzuhalten – `nicht zu viel und nicht zu wenig´. Elder Kent D. Watson, Mitglied des zweiten Kollegiums der Siebzig, deutet dies auf das Evangelium bezogen folgendermaßen: „Maßvoll zu sein bedeutet, dass wir unsere Erwartungen und Wünsche sorgfältig überprüfen und dass wir eifrig und geduldig rechtschaffene Ziele anstreben.“ (siehe „In allem maßvoll“). Erwartungen und Wünsche nicht zu hoch zu schrauben, verhindert Frustration (Täuschung einer Erwartung bzw. eine Wunschversagung), die eintreten würde, wenn Ziele zu hoch gesteckt sind und nicht erreicht werden können. Bei meiner Recherche stoße ich auf eine Bitte des Propheten Jeremia (um 605 v. Chr.): „Züchtige mich, HERR, doch mit Maß, nicht in deinem Zorn, damit du mich nicht zum Verschwinden bringst!“ (Jeremia 10:24). Ich lerne, dass ich in all meinem Denken und Handeln, meinen Erwartungen und Wünschen – bezogen auf mich selber, aber auch auf meine Mitmenschen – ein gesundes Maß einhalten soll, eben `nicht zu viel und nicht zu wenig´. Stelle dir eine Pendelwaage vor: Wenn der Zeiger in der Mitte stehen bleibt, herrscht Ausgewogenheit, auf beiden Seiten befindet sich das richtige Maß. Im Arbeitsleben gibt es einen Modebegriff für die Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Privatleben: Work-Life-Balance. Ich muss alle Seiten gegeneinander `abwägen´ und dann bei dem einen oder anderen etwas begrenzen oder erweitern, bis ich die Balance hergestellt habe. Sei es bezogen auf familiäre Angelegenheiten, aufs Kirchen- oder Berufsleben … Auf diese Art und Weise werde ich allen Seiten gerecht. Wie stellst du sicher, in allem maßvoll zu sein?

(Bild: Quelle)

Dass es keinen anderen Weg und kein anderes Mittel gibt, wodurch der Mensch errettet werden kann, als nur in und durch Christus

Nachdem Alma der Jüngere seinem Sohn Schiblon von seinen Leiden wegen Agierens gegen die Kirche Gottes und seiner Bekehrung durch einen Engel des Herrn berichtet hat (Alma 38:7-8), erklärt er: „Und nun, mein Sohn, habe ich dir dies gesagt, damit du Weisheit lernst, damit du von mir lernst, dass es keinen anderen Weg und kein anderes Mittel gibt, wodurch der Mensch errettet werden kann, als nur in und durch Christus. Siehe, er ist das Leben und das Licht der Welt. Siehe, er ist das Wort der Wahrheit und Rechtschaffenheit.“ (Alma 38:9).

Dass es keinen anderen Weg und kein anderes Mittel gibt, wodurch der Mensch errettet werden kann, als nur in und durch Christus. Wovon errettet werden? Aufgrund der Übertretung von Adam und Eva im Garten von Eden sind alle ihre Nachkommen – also alle Menschen – sterblich geworden (Genesis 2:16-17; Köstliche Perle Mose 3:16-17). Hätten sie allerdings nicht von der Frucht des Baumes der Erkenntnis gegessen, hätten wir keine Möglichkeit gehabt, auf die Erde zu kommen, um hier weitere Fortschritte machen zu können (Köstliche Perle Mose 5:10-11) und hätten nie das Ziel erreichen können, das sich der Herr gesetzt hat: das ewige Leben des Menschen, gemeint ewige Vermehrung, zu erreichen (Köstliche Perle Mose 1:39).

Nun stand diesem Ziel aber der irdische Tod im Wege. Um diesen zu überwinden, hat der Herr in seiner unendlichen Liebe und Güte ein Sühnopfer vorgesehen und im Vorherdasein in einer großen Ratsversammlung gefragt, wer dieses vollbringen wolle (Köstliche Perle Abraham 3:27). Dieser Erste war Jesus Christus, der Geliebte und Erwählte und Einziggezeugte des Vaters im Fleisch (Köstliche Perle Mose 4:1-3). Dieses Sühnopfer musste zwei Ergebnisse erzielen: 1. Den fleischlichen Tod aller Menschen überwinden; 2. Das ewige Leben derjenigen ermöglichen, die von ihren Verfehlungen umkehrten und bis ans Ende des Erdenlebens darin treu blieben. Dazu war nur einer imstande, nämlich Jesus Christus (Apostelgeschichte 4:10-12; Köstliche Perle Mose 6:52), nur er konnte sein irdisches Dasein sündenfrei durchlaufen (Hebräer 4:15; 1. Petrus 2:21), was notwendig war, dass die Barmherzigkeit Gottes die Forderungen der Gerechtigkeit erfüllt (Alma 34:16). Dieses Sühnopfer bestand darin, dass Christus in Getsemani die Sünden aller Menschen auf sich nahm (Lukas 22:39-45), am Kreuze sein Leben ließ (Lukas 23:46) um es am dritten Tag wieder aufzunehmen (Lukas 24:5-6). Ich bin von Herzen dankbar, dass ich mittels der Bibel und weiterer offenbarter heiliger Schriften dieses Sühnopfer besser verstehen kann, und versuche Christus für diese seine, für Sterbliche unbegreifliche Tat, dadurch Dank zu erweisen, dass ich mich mein Leben lang bemühe, seinem Beispiel mehr und mehr nachzueifern und darin auszuharren bis an mein irdisches Ende. Wie verstehst du das, dass es keinen anderen Weg und kein anderes Mittel gibt, wodurch der Mensch errettet werden kann?

The resurrected Christ stands before Mary, who is kneeling and looking toward Him outside of the Garden Tomb.Maria und der auferstandene Herr, von Harry Anderson (62186)
(Bild: Quelle)

Es ist der Geist Gottes, der in mir ist, der mir dies alles kundtut

Alma der Jüngere zu Schiblon: „Aber, mein Sohn, ich möchte nicht, dass du denkst, ich wüsste dies alles aus mir selbst, sondern es ist der Geist Gottes, der in mir ist, der mir dies alles kundtut; denn wäre ich nicht aus Gott geboren worden, so hätte ich dies alles nicht erfahren.“ (Alma 38:6).

Es ist der Geist Gottes, der in mir ist, der mir dies alles kundtut. Wer ist hier mit dem Geist Gottes gemeint? In den heiligen Schriften ist häufig vom Geist Gottes die Rede. Im 1. Johannes 3:9 gibt es eine Erklärung: „Jeder, der von Gott stammt, tut keine Sünde, weil Gottes Same in ihm bleibt. Er kann nicht sündigen, weil er von Gott stammt.“ Nun gut, auf den ersten Blick doch auch nicht klar, denn wer ist denn mit `Gottes Same´ gemeint? In der Erläuterung zu diesem Vers steht erklärend: „Mit «Gottes Same» ist der Heilige Geist als göttliches Lebensprinzip gemeint.“ Das hilft uns doch weiter. Joseph Smith hat uns eine ganz deutliche Übersetzung dieses Verses geliefert: „Wer auch immer aus Gott geboren ist, verbleibt nicht in Sünde; denn der Geist Gottes bleibt in ihm, und er kann nicht in Sünde verbleiben, weil er aus Gott geboren ist und jenen Heiligen Geist der Verheißung empfangen hat.“ (Joseph Smith – Übersetzung 1. Johannes 3:9). Hier ist also der Heilige Geist, die dritte Person der Gottheit gemeint (Lehre und Bündnisse 20:28).

Diese dritte Person der Gottheit hat keinen Körper aus Fleisch und Gebein, wie Gott Vater und der Sohn ihn haben, sondern einen Körper aus Geist, und deshalb hat er auch die Möglichkeit `in uns zu wohnen´ (Lehre und Bündnisse 130:22). Dieses `in uns zu wohnen´ verstehe ich schon wörtlich. So wie ich jemanden in meine Wohnung einladen kann, mein Gast zu sein, kann ich den Heiligen Geist einladen in meiner irdischen Hülle – meinem Körper als Wohnstätte meines Geistkörpers (Lehre und Bündnisse 93:4) – Gast zu sein. Voraussetzung: Ich muss mich dafür rein machen, so wie ich auch meine Wohnung vor `Hohem Besuch´ besonders sauber mache (Helaman 4:24). Der Vorteil, wenn ich ihn als Gast zu mir einlade: Er wird mich alles lehren und mich an alles erinnern, was Christus uns gelehrt hat (Johannes 14:26). Welches Verständnis hast du darüber, dass der `Geist Gottes´, der Heilige Geist, in uns sein kann?

The Gift of the Holy Ghost requires priesthood authority.Gabe des Heiligen Geist empfangen durch Händeauflegen
(Apostelgeschichte 8:14-17; Bild: Quelle)

In dem Maße, wie du dein Vertrauen in Gott setzt, … wirst du … befreit

Alma der Jüngere zu seinem Sohn: „Und nun, mein Sohn Schiblon, möchte ich, dass du daran denkst: In dem Maße, wie du dein Vertrauen in Gott setzt, im selben Maße wirst du aus deinen Prüfungen und deinen Mühen und deinen Bedrängnissen befreit, und du wirst am letzten Tag emporgehoben werden.“ (Alam 38:5).

Skandale jeglicher Art, politische Lügen, Finanzkrise, Kartellabsprachen, Dieselskandal führen zu immer mehr Verdruss und der Frage: Wem kann man heute noch vertrauen? Vertrauenswürdigkeit ist ein hohes Gut, dass man sich durch sein rechtschaffenes Verhalten verdienen muss. Wird man für vertrauenswürdig gehalten, hat man sich den Respekt seiner Mitmenschen verdient, und wird von ihnen geschätzt. Man konnte sie von seinem aufrichtigen Charakter überzeugen. Auf einen vertrauenswürdigen Menschen ist absoluter Verlass. Anvertraute Geheimnisse werden nicht weiterverbreitet; gegebene Versprechen werden hundertprozentig gehalten; ist Not am Mann, ist der vertrauenswürdige stets zur Hilfe bereit; braucht jemand eine Schulter zum Ausweinen, ist Diskretion gewährleistet. Wer vertrauenswürdig ist oder nicht, entscheiden wir in Bruchteilen von Sekunden am Gesicht des Gegenübers (dies wurde anhand von Gehirnscans gezeigt), natürlich auch an anderen persönlichen Eigenschaften, wie am Auftreten, an der Artikulation, nicht zuletzt spielt die `Chemie´ eine wichtige Rolle.

In dem Maße, wie du dein Vertrauen in Gott setzt, … wirst du … befreit. Hier wird mir versichert, in wen ich bedenkenlos mein Vertrauen setzen kann: in Gott. Große Menschen setzten ihr Vertrauen in ihn. Als ein Beispiel von unzähligen sei hier Hiskija genannt (* 752 v. Chr.; + 697 v. Chr.), der im Alter von fünfundzwanzig Jahren König von Juda wurde und das neunundzwanzig Jahre lang: „Er setzte sein Vertrauen auf den Herrn, den Gott Israels. …“ (2. Könige 18:5) und „Daher war der Herr mit ihm; in allem, was er unternahm, hatte er Erfolg. …“ (2. Könige 18:7). Noch ein Beispiel aus der Neuzeit: Joseph Smith. Er las in der Bibel, dass er Gott fragen könne, wenn er etwas nicht wisse (Jakobus 1:5). Er tat es im Vertrauen, dass das stimmt, was der Herr dort sagt. Die Antwort auf seine Frage, welcher Kirche er sich anschließen solle, folgte umgehend, er dürfe sich: „… keiner von ihnen anschließen, denn sie seien alle im Unrecht; …“ (Joseph Smith—Lebensgeschichte 1:19). Die Folge dieser einfachen Frage war dann der Auftrag, die Fülle des Evangeliums von Jesus Christus wiederherzustellen, wie schon im Neuen Testament vorhergesagt (Markus 9:12) und in neuzeitlicher Offenbarung wiederholt (Lehre und Bündnisse 27:6). All jene haben ihr Vertrauen in den Herrn gesetzt und dadurch kam Befreiung (Johannes 8:32). Ich setze mein Vertrauen auch in Gott und fühle mich befreit, befreit von der Last der Sünde, durch Umkehr (Mosia 5:8). In wen setzt du Vertrauen?

jesus-talking-on-bench(Bild: Quelle)

Dass du um des Wortes willen mit Steinen beworfen wurdest

Nachdem Alma der Jüngere seinen Sohn Schiblon, wegen seiner Glaubenstreue und seines Eifers und seiner Geduld und Langmut unter dem Volk der Zoramiten, gelobt hatte (Alma 38:3), sagt er ihm: „Denn ich weiß, dass du gefangen warst; ja, und ich weiß auch, dass du um des Wortes willen mit Steinen beworfen wurdest; und du hast dies alles geduldig ertragen, weil der Herr mit dir war; und nun weißt du, dass der Herr dich befreit hat.“ (Alma 38:4).

Dass du um des Wortes willen mit Steinen beworfen wurdest. Alma der Jüngere hatte Schiblon und seinen Bruder Korianton mit zu den Zoramiten genommen, um die Anstrengung zu unternehmen, diese von ihrem Irrweg zurückzuführen (Alma 31:7-8). Dabei wurde er nach Aussagen seines Vaters auch gesteinigt. Die Steinigung ist eine jahrtausendealte Art der Hinrichtung durch Menschengruppen, entweder aus Rache oder aufgrund Gesetzesverstoß. Schon im Buch Exodus spricht Mose von Steinigung (Exodus 8:22). Selbst vor der Steinigung von Propheten wurde nicht haltgemacht, auch Lehi sollte in Jerusalem von den Juden gesteinigt werden (1. Nephi 1:18-20). Auch heute noch wird sie von einigen islamistisch geprägten Gruppen praktiziert. Es ist eine relativ grausame Hinrichtungsart, die heute gegen die allgemeine Erklärung der Menschenrechte verstößt. Die betreffende Person wurde mit Steinen beworfen, bis sie starb.

Welch eine grausame, Angst einflößende Vorstellung, aufgrund seines Glaubens an Christus und sein Wort, von andersgläubigen oder nichtgläubigen gesteinigt zu werden (Alma 15:1). Da frage ich mich schon, wie würde ich unter Androhung solcher Maßnahmen treu zu meinem Glauben stehen. Das ist aber das Problem, wir können darauf erst eine Antwort finden, wenn wir uns in einer entsprechenden Situation befinden. Erst dann stellt sich heraus, wie wir vorbereitet sind, wie stark unser Glaube tatsächlich ist. Wenn wir an Petrus denken, er hatte zu Christus gesagt, wenn auch alle an ihm Anstoß nehmen würden, er würde es nicht tun. Er beteuerte sogar, wenn er sterben müsste, er würde ihn nie verleugnen. Christus entgegnete ihm, dass er ihn dreimal verleugnen würde, ehe der Hahn zweimal krähen würde (Markus 14:29-31). Hoffentlich muss ich nicht eines Tages auch bitterlich weinen, weil auch ich ihn verleugnet habe (Matthäus 26:74-75). Das muss, auf das ewige Leben bezogen, schlimmer sein, als für seinen Glauben gesteinigt zu werden. Auch wenn der Herr alle Gläubigen davor behüten möge. Welche Gedanken bewegen dich, wenn du an Leiden denkst, die wegen Glaubens an Gott auf dich zukommen könnten?

Steinigung des Stephanus
(Apostelgeschichte 7:59; Bild: Quelle)

Dass ich an dir große Freude haben werde wegen deiner Beständigkeit und deiner Glaubenstreue vor Gott

Nun wendet sich Alma der Jüngere seinem Sohn Schiblon zu: „Und nun, mein Sohn, vertraue ich darauf, dass ich an dir große Freude haben werde wegen deiner Beständigkeit und deiner Glaubenstreue vor Gott; denn wie du in deiner Jugend begonnen hast, auf den Herrn, deinen Gott, zu blicken, so hoffe ich auch, dass du fortfahren wirst, seine Gebote zu halten; denn gesegnet ist, wer bis ans Ende ausharrt.“ (Alma 38:2).

Schiblon begegnen wir schon einmal als Bezeichnung einer Währung, die dem Wert eines halben Maßes Gerste entsprach (Alma 11:15). Später erfahren wir, dass Alma der Jüngere einen seiner Söhne Schiblon nannte. Wir begegnen ihm zuerst bei der Missionierung der Zoramiten. Sein Vater nahm nämlich ihn und Korianton, die jüngeren Brüder von Helaman, etwa um 74 v. Chr., auf seine Mission zur Rückgewinnung der Zoramiten von ihrem Abfall vom wahren Wort Gottes mit (Alma 31:7). Die Zoramiten waren Nachkommen Zorams, des Dieners von Laban, einem Verwandten Lehis in Jerusalem, der sich der Auswanderungsgruppe um Nephi und Lehi um 600 v. Chr. anschloss (1. Nephi 4:31,35). Dieser Zoram wurde sogar von Lehi etwa um 570 v. Chr. gesegnet (2. Nephi 1:30-32). Später bildeten er und seine Nachkommen unter den Nephiten die Gruppe der Zoramiten (Jakob 1:13), spalteten sich aber ab und verkehrten die Wege des Herrn (Alma 31:1).

Dass ich an dir große Freude haben werde wegen deiner Beständigkeit und deiner Glaubenstreue vor Gott. Wie schön ist es für Eltern, wenn sie so etwas über ihre Kinder sagen können. Dies ist natürlich meist ihrem eigenen Vorbild geschuldet. Wachsen die Kinder in einem behüteten Heim mit gläubiger rechtschaffener Mutter und gläubigem rechtschaffenem Vater auf, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch die Kinder ihrem Vorbild nacheifern. So ist es immer erstrebenswert, Christus als Vorbild zu nehmen und ihm nachzueifern, um dadurch wiederum selber ein gutes Vorbild zu werden (1. Korinther 11:1). Meine Eltern waren mir ein solches Vorbild und ich bemühe mich, mit zunehmendem Alter immer etwas erfolgreicher, ihrem Vorbild nachzueifern, wobei ich das Vorbild von Christus durch die heiligen Schriften ständig vor mir habe. Ich versuche den Gläubigen um mich herum ein Vorbild in meinen Worten und in meinem Lebenswandel, in der Liebe, im Glauben und in der Langmut zu sein (1. Timotheus 4:12). Ich bin darin noch nicht vollkommen, aber arbeite beständig daran. Wie sehen deine Bemühungen aus, dass deine Mutter, dein Vater, einst sagen können: Dass ich an dir große Freude haben werde wegen deiner Beständigkeit und deiner Glaubenstreue vor Gott.


(Bild: Quelle)

Sieh zu, dass du diese heiligen Dinge gut behütest

Die Schlussaufforderung Alma des Jüngeren an seinen Sohn Helaman: „Und nun, mein Sohn, sieh zu, dass du diese heiligen Dinge gut behütest, ja, sieh zu, dass du auf Gott blickst und lebst. Gehe hin zu diesem Volk und verkünde das Wort, und sei ernsthaft. Mein Sohn, lebe wohl.“ (Alma 37:47).

Sieh zu, dass du diese heiligen Dinge gut behütest. Welch eine Verantwortung, die vom Vater auf den Sohn überging, heilige Dinge gut zu behüten. Darunter waren die Messingplatten Labens, die die Heiligen Schriften von der Schöpfung an bis zur Regierung des jüdischen Königs Zidkija um 600 v. Chr. (1. Nephi 5:11-13). Dazu die eigenen Aufzeichnungen, die geführt wurden, des Weiteren das Schwert Labans, eines Verwandten Lehis aus Jerusalem, die Urim und Tummim, die Jardes Bruder vom Herrn erhielt, sowie der wundersame Richtungsweiser, den der Herr Lehi zukommen ließ. Und alle, die diesen Auftrag wie Helaman erhielten, vor ihm und nach ihm, bis hin zu Moroni, behüteten diese heiligen Dinge, sodass sie Joseph Smith und weitere drei Zeugen im Jahr 1829 unbeschadet zu sehen bekamen (Lehre und Bündnisse 17:1), nachdem sie von Mormon im Hügel Cumorah verborgen worden waren (Mormon 6:6) und Moroni den Bericht zu Ende führte und dann um 421 v. Chr. dazulegte (Moroni 10:2).

Ich werde hierbei daran erinnert, dass auch mir heilige Dinge anvertraut wurden, die ich behüten muss – und ich tue es. Die weitere Aufforderung an Helaman „Gehe hin zu diesem Volk und verkünde das Wort“, zählt genauso für einen jeden von uns heute, der ein Jünger, eine Jüngerin Christi ist. Auch dieser Aufforderung versuche ich nachzukommen, indem ich das Evangelium von Jesus Christus so gut wie möglich lebe, dadurch als Vorbild andere um mich herum darauf aufmerksam mache, aber auch z. B. durch diesen Blog. Bleibt noch die Aufforderung, „sei ernsthaft.“ Hiermit ist sicherlich nicht gemeint, dass wir mit einem ernsten Gesichtsausdruck unterwegs sein sollen. Eher umgekehrt, wir dürfen frohgemut, mit guter Laune, in den Tag hinein leben, und freudig Zeugnis von der Wahrheit des Evangeliums – der frohen Botschaft (Jesaja 52:7) -, von Jesus Christus, ablegen und achtgeben, dass keiner von unseren Lieben und Mitmenschen die Chance, zu ewigem Leben zu gelangen, verpasst (Hebräer 4:1). Wie gehst du mit diesen Aufforderungen um: heilige Dinge behüten, auf Gott blicken, das Wort verkünden und ernsthaft zu sein?


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Dass sie, wenn sie hinblickten, leben konnten

Alma der Jüngere kommt nun mit seinen Geboten an seinen Sohn Helaman, mit einer Aufforderung zum Ende: „O mein Sohn, lass uns nicht, weil der Weg so leicht ist, träge sein; denn so war es mit unseren Vätern; denn so war es für sie bereitet, dass sie, wenn sie hinblickten, leben konnten; ebenso ist es mit uns. Der Weg ist bereitet, und wenn wir hinblicken, können wir leben immerdar.“ (Alma 37:46).

Dass sie, wenn sie hinblickten, leben konnten. Der Kompass oder Richtungsweiser, auch Liahona genannt (Alma 37:38), wurde den Nephiten vom Herrn als einfaches Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, mit dem sie in der ihnen unbekannten Wildnis überleben, und die Richtung zum verheißenen Land halten konnten (1. Nephi 16:10), wenn sie nur Glauben aufbrachten (1. Nephi 16:28) und hineinschauten.

Uns geht es heute nicht anders. Auch uns hat der Herr Hilfen an die Hand gegeben, uns auf unserem persönlichen Weg durch diese Wildnis zurechtzufinden. Die Heiligen Schriften stellen für alle Menschen den Richtungsweiser dar. Die Worte unserer lebenden Propheten können da dann schon etwas persönlicher ausfallen, je nachdem der Herr es für richtig hält. So hat er durch den Propheten Joseph Smith in der Gründungszeit seiner Kirche Anweisungen an einzelne Personen ergehen lassen (als eines der unzähligen Beispiele: Lehre und Bündnisse 32:1). Auch heute gibt der Herr einem jeden würdigen und verständigen Mitglied seiner Kirche, ein persönliches Wort als Richtungsweiser mit auf den Weg, den `patriarchalischen Segen´. Dieser Segen wird von demjenigen, der den Wunsch hat ihn zu empfangen bei seinem Bischof beantragt und von einem in seinem Gebiet berufenen Patriarchen erteilt. In dem Segen wird einem mitgeteilt, welchem Stamm Israels man zugehört, und er kann Warnungen und Verheißungen enthalten, und offenbart möglicherweise, was der Herr von einem erwartet und welches Potenzial in einem steckt. Wenn ich auf ihn blicke, und mich an seine Weisungen halte, kann ich zu ewigem Leben, in der Gegenwart des Herrn, geführt werden (Köstliche Perle Mose 1:39). In meiner Jugend habe ich einen solchen Segen erhalten. Wenn du noch keinen hast, bereitest du dich darauf vor? Wenn du einen hast, inwiefern hat er dir schon auf deinem Lebensweg Richtung gewiesen? Mehr kannst du hier erfahren.

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Es ist ebenso leicht, dem Wort von Christus Beachtung zu schenken, … wie …diesem Kompass

Alma der Jüngere erläutert seinem Sohn Helaman: „Denn siehe, es ist ebenso leicht, dem Wort von Christus Beachtung zu schenken, das dir einen geraden Weg zu ewiger Seligkeit zeigt, wie es für unsere Väter war, diesem Kompass Beachtung zu schenken, der ihnen den geraden Weg ins verheißene Land zeigte.“ (Alma 37:44).

Wenn du in einem dir unbekannten Gebiet ein Ziel aufsuchen willst, stellst du es auf deinem Navi ein und folgst dann ganz einfach dessen Anweisungen. Sie werden dir auf einer digitalisierten Karte auf einem Monitor angezeigt und zudem die jeweiligen Richtungswechsel auch per Sprachausgabe angekündigt. Vor Verkehrsstörungen wirst du ebenfalls gewarnt und ggf. eine Ausweichstrecke vorgeschlagen. Wenn du dich verfährst, hilft dir das Gerät auch wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Das System sorgt dafür, dass du dein Ziel sicher erreichst.

Es ist ebenso leicht, dem Wort von Christus Beachtung zu schenken, … wie …diesem Kompass. Die Nephiten bekamen vom Herrn zur Orientierung in fremdem Gebiet eine aus Messing geformte Kugel (1. Nephi 16:10), den `Liahona´ oder Kompass (Alma 37:38), um mittels seiner Angaben aus der Wildnis der östlichen Erdhälfte, sicher ins verheißene Land auf der westlichen Halbkugel zu gelangen. Zudem zeigte sie ihnen auch die Gegenden an, die ihnen am meisten Nahrung bot (1. Nephi 16:16). Sie gab ihnen auch noch weitere Hinweise (1. Nephi 16:26). Dieses göttliche Navigationsgerät arbeitete ohne Stromversorgung, benötigte dafür aber den Glauben der Nutzer (1. Nephi 16:28). Genau diesen Richtungsweiser haben wir heute nicht mehr. Zwar wurde er Joseph Smith, Oliver Cowdery, David Whitmer und Martin Harris im Juni 1829 zu Fayette, New York, gezeigt (Lehre und Bündnisse 17:1), aber der Herr hat es für angebracht gehalten, uns wieder lebendige Propheten, Seher und Offenbarer zu geben, deren Worte wir annehmen sollen, als wären es seine eigenen (Lehre und Bündnisse 21:4-6), und die uns weltweit über elektronische Medien, aber auch in auf Papier gedruckter Form zur Verfügung stehen, und die uns auch `sicher ins verheißene Land´ führen (Alma 37:45). Zudem selbstverständlich all die anderen überlieferten Worte Gottes. Ist es nicht leicht für uns diese zu nutzen, von überall, wo wir uns auch gerade befinden? Wie nutzt du deine elektronischen Geräte in Bezug auf das Wort von Christus, um ihnen Beachtung zu schenken?

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Dass du verstehst, dass dies alles nicht ohne einen Schatten ist

Alma der Jüngere zu Helaman: „Und nun, mein Sohn, möchte ich, dass du verstehst, dass dies alles nicht ohne einen Schatten ist; denn wenn unsere Väter träge waren, diesem Kompass Beachtung zu schenken (dies alles aber war zeitlich), so erging es ihnen nicht wohl; ebenso ist es mit dem, was geistig ist.“ (Alma 37:43).

Wird ein Körper von einer Lichtquelle angestrahlt, so deckt der Körper mit seinen Umrissen, die Fläche hinter der angestrahlten Seite ab, sie empfängt keine Lichtstrahlung und bleibt somit dunkel. Der angestrahlte Körper wirft einen Schatten. Dies wird z. B. bei Schattenspielen genutzt. Der Schatten entsteht auf einer Leinwand, wenn sich zwischen ihr und einer punktförmigen Lichtquelle ein Körper befindet. Der Schatten bewegt sich genau wie der Körper, er ist quasi mit ihm verbunden.

Dass du verstehst, dass dies alles nicht ohne einen Schatten ist. Mit dem oben angesprochenen Schattenspiel vergleiche ich die Aussage Almas. Beachte ich z. B. nicht das Gesundheitsgesetz des Herrn (Lehre und Bündnisse 89), riskiere ich nicht nur körperliche gesundheitliche Schäden, sondern auch geistige Folgeschäden. Und umgekehrt, wenn ich meinen Geist ungenügend nähre, hat das auch Auswirkungen auf meinen Körper. Fühlt sich mein Geist schwach, wird sich ebenso mein Körper geschwächt fühlen. Wem ist nun der Vorrang zu geben? Ich verstehe das Wort Gottes so, dass dem Geistigen der Vorrang zu geben ist, während das Körperliche den Schatten darstellt (Lehre und Bündnisse 29:34). So wie ein Handschuh die Bewegungen der Hand mitmacht, folgt der Körper den Bewegungen des Geistes. Ich bin also bemüht meinen Geist ständig zu trainieren, dass er meinen Körper entsprechend auf Trab hält. Ich muss allerdings auch achtgeben auf meinen Körper. Sollte der Handschuh durch irgendwelche Umstände steif werden, ist es u. U. der Hand unmöglich, ihn zu bewegen – ein Wechselspiel der Kräfte. Wie verstehst du das mit dem Schatten?

Schattenspiel(Bild: Quelle)