Ich will für meinen Knecht Gazelem einen Stein bereiten

Alma der Jüngere zitiert seinem Sohn Helaman Aussagen des Herrn in Bezug auf die Veröffentlichung der Schlechtigkeiten der Jarediten: „… Ich will für meinen Knecht Gazelem einen Stein bereiten, der in der Finsternis wie Licht leuchten wird, damit ich meinem Volk, das mir dient, aufdecke, damit ich ihnen die Werke ihrer Brüder aufdecke, ja, ihre geheimen Werke, ihre Werke der Finsternis und ihre Schlechtigkeit und ihre Greuel.“ (Alma 37:23).

Ich will für meinen Knecht Gazelem einen Stein bereiten. In diesem Zitat fällt es schwer zu erkennen, wer oder was mit Gazelem gemeint ist.

In Bezug auf Gazelam hat Bruce R. McConkie, ein verstorbenes Mitglied des Kollegiums der Zwölf, geäußert, dass in den ersten Tagen der Wiederherstellung in Offenbarungen des Herrn für angesprochene Personen ungewöhnliche Namen eingesetzt wurden, sodass sie von der Welt nicht identifiziert werden konnten. Die Zeit, diese Namen zu verschleiern ist inzwischen vorbei und jetzt sind in den entsprechenden Passagen ihre richtigen Namen eingesetzt. Zwei dieser Namen, die für den Propheten Joseph Smith genutzt wurden, sind Gazelam und Henoch. Mit Bezug auf den Namen Gazelam, ist es interessant festzustellen, dass Alma in seinen Weisungen gegenüber Helaman, sowohl den Urim und Thumim, als auch das Buch Ether aufzubewahren, auch sagt, dass diese Berichte durch den Diener des Herrn Gazelem hervorgebracht werden, der bei seiner Übersetzung einen Stein benutzen wird. Es mag sein, dass Gazelem eine Variante von Gazalam ist, und dass Alma Bezug herstellt zum Propheten Joseph Smith, der in der Tat einen Teil des Berichtes von Ether hervorbrachte. Es könnte aber auch sein, dass Gazelem (Gazelam) als Titel etwas mit der Macht altertümliche Berichte zu übersetzen zu tun hat und Alma sich auf irgendeinen nephitischen Propheten bezog, der den Bericht von Ether, in den goldenen Zeiten nephitischer Geschichte, ans Licht brachte. (Siehe Mormon Doctrine 1966 S. 219/220). Was lerne ich daraus? Dass es immer noch Geheimnisse gibt, die wir nicht kennen, aber bestimmt die Zeit kommen wird, wo wir die entsprechende Kenntnis erlangen werden (Jakob 4:8; Mosia 8:19; Alma 12:10). Je eifriger ich studiere und Glauben übe (Lehre und Bündnisse 88:118), je mehr Geheimnisse werden sich mir durch Offenbarung entfalten. Was unternimmst du, um die Geheimnisse Gottes aufzudecken?

(Bild: Quelle)

Nun will ich zu dir über diese vierundzwanzig Platten sprechen

Alma der Jüngere zu seinem Sohn Helaman: „Und nun will ich zu dir über diese vierundzwanzig Platten sprechen, damit du sie bewahrst, damit die Geheimnisse und die Werke der Finsternis und ihre geheimen Werke, nämlich die geheimen Werke desjenigen Volkes, das vernichtet worden ist, diesem Volk kundgetan werden; ja, all ihr Morden und Rauben und ihr Plündern und alle ihre Schlechtigkeit und ihre Greuel mögen diesem Volk kundgetan werden; ja, und damit du diese Übersetzer bewahrst.“ (Alma 37:21).

Nun will ich zu dir über diese vierundzwanzig Platten sprechen. Gestern hörte ich mit einer Frage auf: „Welche Platten habe ich bei meiner Aufzählung unterschlagen?“ Ich denke, du wirst drauf gekommen sein. Es handelt sich um die vierundzwanzig Platten (Mosia 8:9), über die Alma der Jüngere nun zu seinem Sohn Helaman spricht. Diese Platten stammen von einem vernichteten Volk (Mosia 8:8). Sie wurden von einem Trupp König Limhis um 121 v. Chr. gefunden, der nach dem Land Zarahemla suchte. König Limhi sprach mit Ammon über diesen Fund und fragte ihn, wer Sprachen beherrschen würde, um die Platten zu übersetzen (Mosia 8:6). Sie waren darauf bedacht, in Erfahrung zu bringen, um welches Volk es sich hier handelte (Mosia 8:12). Ammon wusste von einem solchen Mann (Mosia 8:13), einem Seher, der mittels Übersetzersteinen in der Lage war, die Schriften zu übersetzen (Mosia 8:19). Die Übersetzung wurde von Moroni stark abgekürzt und ist als das Buch Ether bekannt (Ether 1:1-2). Moroni hat den Teil der von der Erschaffung der Welt und von Adam bis hin zum Turmbau zu Babel berichtet, weggelassen, da er den Nephiten schon bekannt war. Er gibt also nur den Teil wieder, der den Zeitraum vom Turmbau bis zu ihrer Vernichtung betrifft (Ether 1:3-5). Das Buch bekommt den Namen dessen, der es geschrieben hatte, Ether, und er gehörte zum Volk der Jarediten (Ether 1:6), die zuzeiten des Turmbaus vom Herrn nach Amerika, ins verheißene Land geführt wurden (Ether 2:5-7).

Weil auch diese Platten bewahrt blieben, haben wir heute Kenntnis davon, dass der Herr einen Teil seines Volkes zuzeiten des Turmbaus zu Babel per Schiff nach Amerika umsiedelte, und zwar etwa 1900 Jahre vor Lehi und den Seinen, die um 600 v. Chr. aus Jerusalem auswanderten. Wir erfahren, wie sich Christus in seiner vorirdischen Gestalt Jareds Bruder zeigte, weil dieser einen so außerordentlich starken Glauben hatte (Ether 3:9,13). Wir erfahren, dass sie eine mächtige Nation wurden, aber auch wie sie ihre Schlechtigkeit schlussendlich zur völligen Vernichtung führte (Ether 15:19). Wir erfahren auch, dass in Amerika, dem verheißenen Land, von dem Überrest des Hauses Josephs, ein `neues Jerusalem´ errichtet werden wird (Ether 13:8-10). Der Herr hat es für sinnvoll erachtet, diesen Bericht auch uns zukommen zu lassen. So sehe ich mich verpflichtet auch daraus meine Lehren für mich zu ziehen über: den Grundsatz des Betens; die Notwendigkeit Glauben an Christus zu üben, wenn ich geistige Erkenntnisse erlangen möchte; die Bemühungen von Propheten, die Menschen zur Umkehr zu bewegen; die Folgen, die diejenigen ereilen, die Christus und seine Propheten ablehnen, bis hin zur gänzlichen Vernichtung derjenigen im verheißenen Land (Ether 2:8-9). Welche Lehren aus diesem Bericht sind für dich anregend?

Der Turmbau zu Babel (Peter Bruegel d. Ä.; 1563)
(Bild: Quelle)

Du musst dich in allem, was du mit ihnen zu tun hast, an den Herrn wenden

Alma übergibt seinem Sohn Helaman die Platten und sonstigen heiligen Dinge zur weiteren Verwahrung und Bearbeitung, diesmal verbunden mit einer Wenn-Und-Funktion, und verheißt ihm: Wenn du aber die Gebote Gottes hältst und mit diesen Dingen, die heilig sind, so tust, wie der Herr es dir gebietet (denn du musst dich in allem, was du mit ihnen zu tun hast, an den Herrn wenden), siehe, dann kann keine Macht der Erde oder der Hölle sie dir nehmen, denn Gott ist mächtig, alle seine Worte zu erfüllen.“ (Hervorhebung hinzugefügt; Alma 37:16).

Du musst dich in allem, was du mit ihnen zu tun hast, an den Herrn wenden. Was wurde alles von Generation zu Generation weitergegeben und musste mit dem Herrn abgesprochen werden? Da waren zunächst die Messingplatten, die die fünf Bücher Mose enthielten. Hinzu kamen die ständig fortgeführten eigenen Aufzeichnungen. Des weiteren gehörten dazu die Übersetzersteine inklusive Brustschild (Mosia 28:13-16,20; Alma 37:3-4,38), das Schwert Labans sowie der Liahona oder Richtungsweiser (Mosia 1:16).

All diese Dinge wurden also von Generation zu Generation an würdige Männer Gottes weitergegeben und durch die Hand des Herrn bewahrt, bis sie von Mormon im Hügel Cumorah sicher verwahrt wurden (Mormon 6:6), bis auf einen kleinen Teil der Berichte, die sein Sohn Moroni weiterführen sollte und der sie dann etwa im Jahre 421 n. Chr. zu diesen Dingen im Hügel hinzufügte (Moroni 10:1-2). Nachdem alle das taten, was der Herr ihnen gebot, konnten sie von ebendiesem Moroni, nun als auferstandenes Wesen, nach einer vierjährigen Vorbereitungszeit, 1827 an Joseph Smith übergeben werden (Joseph Smith-Lebensgeschichte 1:42,50-54,59; Lehre und Bündnisse 17:1), so wie es der Psalmist schon vorhergesagt hatte (Psalm 85:12), oder wie der Herr dem Henoch prophezeite: „… Wahrheit werde ich aus der Erde hervorgehen lassen …“ (Köstliche Perle Mose 7:62) und nicht zuletzt Moroni selber sagte: „…es wird aus der Erde hervorgebracht werden …“ (Mormon 8:16). Joseph wurde von Gott beauftragt, die aus der Erde hervorgekommenen nephitischen Aufzeichnungen zu übersetzen (Lehre und Bündnisse 1:29). Jetzt ist das in Erfüllung gegangen, was der Herr als seine `weise Absicht´ bezeichnete (1. Nephi 9:5), um künftigen Generationen seine Mach zu zeigen (Alma 37:18). Seit 1830 ist die ganze Welt Nutznießer dieser weisen Absicht. Sie hält ein Buch in der Hand, von dem Joseph Smith sagte: „Ich habe den Brüdern gesagt, das Buch Mormon sei das richtigste aller Bücher auf Erden und der Schlussstein unserer Religion und wenn man sich an dessen Weisungen halte, werde man dadurch näher zu Gott kommen als durch jedes andere Buch.“ (Einleitung zum Buch Mormon). Welche Erfahrungen hast du schon mit diesem Buch gemacht? Ach, und heute bitte ich noch um eure Hilfe: Welche Platten habe ich bei meiner Aufzählung unterschlagen? Ihr könnt eure Antwort als Kommentar hinterlassen.

Das Buch Mormon, neben der Bibel ein weiterer Zeuge für Jesus Christus
(Bild: Quelle)

Ich sage dir mit dem Geist der Prophezeiung

Alma der Jüngere warnt seinen Sohn Helaman: „Und nun siehe, ich sage dir mit dem Geist der Prophezeiung: Wenn du die Gebote Gottes übertrittst, siehe, dann werden dir diese Dinge, die heilig sind, durch die Macht Gottes weggenommen werden, und du wirst dem Satan übergeben, damit er dich aussondere wie die Spreu vor dem Wind.“ (Alma 37:15).

Ich sage dir mit dem Geist der Prophezeiung. Wie uns auf der Titelseite des Buches Mormon erklärt wird, ist das gesamte Buch Mormon geschrieben „… durch den Geist der Prophezeiung und der Offenbarung …“, und zwar „… für die Lamaniten, die ein Überrest des Hauses Israel sind, und auch für die Juden und die Andern …“. – mit `die Andern´ sind hier die Nationen gemeint, die das Evangelium nicht haben, obwohl es im Volk israelitisches Blut geben mag (Apostelgeschichte 10:45; 11:18; Epheser 3:6). Zu diesen Andern sollte das Evangelium zuerst gebracht werden, bevor es auch zu den Juden gelangt (Lehre und Bündnisse 90:8-10) – damit erfüllt sich das Wort des Herrn: „Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.“ (Matthäus 19:30).

Der `Geist der Prophezeiung´ ist das Zeugnis Jesu (Offenbarung 19:10) und eine Gabe des Geistes, nach der wir streben sollen (1. Korinther 14:1). Da verstehe ich, dass jeder Sohn und jede Tochter Gottes diesen `Geist der Prophezeiung´ haben und nutzen kann. Der Prophet natürlich für das gesamte Volk, jeder der Verantwortung trägt für seinen Verantwortungsbereich. So auch Vater und Mutter für sich selber oder ihre Familie und jedes Kind für sich (Jakob 4:6,13). Wenn jemand prophezeit, dann gibt er kund, was Gott ihm zu seinem, oder seiner ihm anbefohlenen, Nutzen, zur Errettung der Seele erkennen lassen möchte. Ich lerne, dass es für mich und die mir anvertrauten, die Errettung bedeuten kann, wenn ich so lebe, dass ich würdig bin, den Geist der Prophezeiung haben zu dürfen, wie Mose es sich für sein ganzes Volk wünschte (Numeri 11:27-29). Wie ist dies möglich? Ich muss mich mit der gewünschten Thematik selber auseinandersetzen, Antworten finden, sie Gott vorlegen und fragen, ob sie seinem Willen entsprechen, dann wird er mir durch den Heiligen Geist antworten (Lehre und Bündnisse 8:2-3) und mich fühlen lassen, was richtig ist (Lehre und Bündnisse 9:8). Nutzen tut es mir natürlich nur, wenn ich dann auch drauf höre. Was wurde dir schon durch den Geist der Prophezeiung mitgeteilt?

A painting by Harry Anderson showing Samuel as a boy sitting up in bed and looking out the window where a bright light is shining.Samuel lernt den Geist der Prophezeiung kennen
(1. Samuel 3; Bild: Quelle)

Denke daran, mein Sohn, dass Gott dir diese Dinge anvertraut hat

Alma der Jüngere spricht weiter zu Helaman: „Und nun denke daran, mein Sohn, dass Gott dir diese Dinge anvertraut hat, die heilig sind, die er heiliggehalten hat und die er auch in seiner weisen Absicht erhalten und bewahren wird, damit er künftigen Generationen seine Macht zeigen kann.“ (Alma 37:14).

Denke daran, mein Sohn, dass Gott dir diese Dinge anvertraut hat. Die Dinge, die Gott nun Helaman anvertraut, sind heilige Unterlagen, die auf Geheiß des Herrn zu einem besonderen Zweck angefertigt wurden und von Generation zu Generation weitergereicht wurden, mit dem Auftrag die Berichte fortzuführen. Diesen Auftrag hatte der Herr dem Sohn Lehis, Nephi, in seiner weisen Absicht um die 600 v. Chr. erteilt, wobei auch Nephi diese Absicht noch nicht kannte (Nephi 9:3-6).

Dabei kommt mir die Begebenheit der verloren gegangenen 116 Manuskriptseiten „… die aus dem ersten Teil des Buches Mormon übersetzt wurden, der das Buch Lehi genannt wurde.“ (Einleitung zu Lehre und Bündnisse 3) in den Sinn. Als Joseph Smith ein Manuskript von 116 Seiten übersetzt hatte, wurde er im Juni 1828 von Martin Harris dermaßen gedrängt, ihm dieses Manuskript zu überlassen, um ausgewählte Personen von deren Wahrheit zu überzeugen. Joseph befragte den Herrn zweimal und erhielt jeweils eine Absage. Bei der dritten Bitte gab der Herr nach und Martin wurde das Manuskript ausgehändigt, mit der Auflage, es nur seinem Bruder, seinen Eltern, seiner Frau und seiner Schwester zu zeigen. Das Ende vom Lied, Martin hielt sich nicht daran, und so ging das Manuskript verloren und Joseph wurde hart getadelt, da er das ihm `anvertraute´ leichtfertig aus den Händen gab (Lehre und Bündnisse 3:5-6). Er verlor sogar für kurze Zeit die Gabe des Übersetzens, bekam sie dann aber wieder (Lehre und Bündnisse 10:1-3). Auch Martin Harris ging nicht straflos aus: Laut Lucy Mack Smith, der Mutter Josephs, sind zwei Drittel von Harris’s Ernte auf merkwürdige Weise durch einen dichten Nebel zerstört worden (Lucy Mack Smith, History 1845, S. 134 vorletzter Absatz). Drei Lehren, die ich daraus ziehe: 1. Es reicht, wenn der Herr mir einmal eine Absage erteilt, ich hüte mich davor, ihn weiterhin in meinem Sinne zu löchern. 2. Wenn mir etwas anvertraut wird, insbesondere, wenn es sich um von Gott Anvertrautes handelt – z. B. Versprechen bei einem heiligen Bündnis – werde ich mich hüten, davon etwas weiterzugeben. 3. Der Herr vergibt dessen ungeachtet meine Schwächen nach reuiger Umkehr. Wie gehst du mit dir Anvertrautem um?

Lucy Mack Smith, History 1845, S. 134 („It seemed …“ der Absatz, in dem Lucy die Strafe Martins beschreibt)
(Bild: Quelle)

Denke daran, mein Sohn Helaman, wie strikt die Gebote Gottes sind

Alma der Jüngere spricht: „O denke daran, denke daran, mein Sohn Helaman, wie strikt die Gebote Gottes sind. Und er hat gesprochen: Wenn ihr meine Gebote haltet, wird es euch wohl ergehen im Land—aber wenn ihr seine Gebote nicht haltet, werdet ihr von seiner Gegenwart abgeschnitten werden.“ (Alma 37:13).

Denke daran, mein Sohn Helaman, wie strikt die Gebote Gottes sind. Striktheit bedeutet, dass keine Einschränkungen gelten gelassen, keine Ausnahmen gemacht und keine Widersprüche geduldet werden.

Hier haben wir wieder die klassische Wenn-Funktion mit ihren drei Argumenten: Wenn die Bedingung Gebote halten erfüllt – Dann tritt Versprechung des Wohlergehens ein, Sonst, d. h. Bedingung nicht erfüllt, kein Leben in der Gegenwart Gottes möglich. In der Mathematik werden diese Schritte strikt eingehalten, es gibt keine Möglichkeiten dazwischen. Genauso wirkt sich auch unser Verhalten im Plan der Erlösung aus. Da aber keiner von uns Menschen sündlos ist, hat der uns liebende Gott doch noch eine Oder-Funktion eingeführt: „Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.“ (Römer 5:19). Diese Oder-Funktion ist das Sühnopfer, für das sich unser Erretter aus Liebe zu uns bereit erklärt hatte. So lautet die Wenn-Oder-Funktion: Wenn Gebote gehalten – oder Umkehr geübt – dann wirkt die Gnade Gottes aufgrund des Sühnopfers Jesu, sonst trifft uns Gerechtigkeit entsprechend unserer Taten. Ich habe gelernt, die Wenn-Oder-Funktionen des Herrn, um meines Gewissens Willen, zu erfüllen, nicht allein aus Furcht vor der Strafe (Römer 13:5). Das Gewissen kann einen nämlich unerhört peinigen. Wie wirkt sich dein Gewissen auf das Erfüllen der Wenn-Oder-Funktionen des Herrn aus?

ODER-WENN Funktion in Kombination - Excel(Bild: Quelle)

Es genügt mir, nur zu sagen, dass sie zu einem weisen Zweck bewahrt sind

Alma der Jünger spricht weiter zu seinem Sohn Helaman: „Nun sind diese Geheimnisse mir noch nicht völlig kundgetan worden; darum werde ich davon absehen. 12 Und es genügt mir, nur zu sagen, dass sie zu einem weisen Zweck bewahrt sind, und dieser Zweck ist Gott bekannt; denn er gibt Rat mit Weisheit über all seinen Werken, und seine Pfade sind gerade, und seine Bahn ist eine ewige Runde.“ (Alma 37:11-12).

Geheimnisse für sich behalten ist eine Sache für sich. Sollte man es selber gar nicht kennen, tut man gerne so, als wenn man es kennen würde. Allzu gerne möchte man doch mit Wissen glänzen, das andere noch nicht haben, und kommt sich dabei sehr gescheit vor. Man fühlt sich dann einfach besser. Wie heißt es doch bei dem römischen Geschichtsschreiber Publius Cornelius Tacitus (um 55 – um 120 n. Chr.): „Alles Unbekannte gilt für groß.“

Es genügt mir, nur zu sagen, dass sie zu einem weisen Zweck bewahrt sind. Ich denke, hierin zeigt sich die Größe eines Menschen, wenn er dazu steht, was er nicht weiß und dies, wie Alma der Jüngere bekennt: „Nun sind diese Geheimnisse mir noch nicht völlig kundgetan worden; darum werde ich davon absehen.“ darüber zu reden, anstatt irgendwelche nicht belegbaren Vermutungen als wahr hinzustellen. So könnte es einem dann so ergehen wie dem Rumpelstilzchen in Grimms Märchen: Dieses kleine Männchen hatte für die schöne Müllerstochter aus Stroh Gold gesponnen und dafür beim dritten Mal von ihr ihren ersten Sohn verlangt, außer sie würde seinen Namen erraten. Doch durch seinen Tanz und Gesang um ein Feuer herum verriet er selber sein Geheimnis: „Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind; ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!“ Das Ende vom Lied: Rumpelstilzchen zerreißt sich vor Wut selbst mit den Worten: „Das hat dir der Teufel gesagt!“ Mit Gottes Geheimnissen sieht es nun so aus: Er lässt sie durch Offenbarung nur diejenigen erkennen, die seinem Evangelium gehorchen (Matthäus 13:10-11). Ich lerne also, dass ich dem Herrn gehorchen und ihn bitten muss, um „… die Geheimnisse und das Friedfertige erkennen …“ zu können (Lehre und Bündnisse 42:61,65). Was stellst du an, um die Geheimnisse Gottes zu erfahren?

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Vielleicht werden sie das Mittel sein, … dass sie ihren Erlöser erkennen

Alma der Jüngere zu seinem Sohn Helaman über die geführten Aufzeichnungen: „Und wer weiß, vielleicht werden sie das Mittel sein, viele Tausende von ihnen, ja, und auch viele Tausende unserer halsstarrigen Brüder, der Nephiten, die jetzt ihr Herz in Sünde und Übeltaten verhärten, so weit zu bringen, dass sie ihren Erlöser erkennen.“ (Alma 37:10).

Vielleicht werden sie das Mittel sein, … dass sie ihren Erlöser erkennen. Alma der Jüngere stellt die Hypothese auf, dass die Messingplatten mit den fünf Büchern Mose und die von den Nephiten im Auftrag des Herrn geführten Berichte, dazu führen könnten, dass unzählige Menschen, ja sogar solche, die ihr Herz gegenüber Gott verhärten würden, ihren Erlöser, Jesus Christus, zu erkennen.

Einen Vers später sagt er, dass ihm diese Geheimnisse „… noch nicht völlig kundgetan worden …“ sind (Alma 37:11). Aber wie recht er haben sollte. Durch diese Aufzeichnungen haben sich vor seiner Zeit, während seiner Zeit und nach seiner Zeit bis heute, unzählige Menschen zu Christus bekehrt. Nachdem die Aufzeichnungen ab etwa 421 n. Chr. in der Erde schlummerten, haben sie 1827 wieder das Tageslicht erblickt (Joseph Smith Lebensgeschichte 1:59; 2. Nephi 26:14) und wurden im Auftrag des Herrn von Joseph Smith ins Englische übersetzt. Ab dem 26. März 1830 konnte die Erstausgabe des Buches Mormon erworben werden. Bis heute ist dieses Wort Gottes komplett in 95 Sprachen übersetzt und teilweise in weitere 20 Sprachen (siehe hier) und gerade hat die Erste Präsidentschaft angekündigt, dass an weiteren 34 Sparchen gearbeitet wird (siehe hier). Heute wird es kostenlos an Interessenten abgegeben. Im April 2011 wurde das 150-Millionste Exemplar ausgegeben (siehe hier). Auf der Bestsellerliste „Die meistverkauften Bücher aller Zeiten“ rangiert das Buch Mormon an neunter Stelle – die Bibel auf Platz Eins (siehe hier). Wie recht hatte also Alma der Jüngere! Ich arbeite jeden Tag längere Zeit in diesem Buch, aber genauso oft parallel dazu in der Bibel, denn beide Bücher sind „Zeugen für Christus“ und bringen mich ihm näher. Welche Stellung nehmen diese „meistverkauften Bücher aller Zeiten“ bei dir ein?

Buch Mormon, Erstausgabe, 1830Buch Mormon, Erstausgabe, 1830
(Bild: Quelle)

Dass die Überlieferungen ihrer Väter unrichtig sind

„Ja, ich sage dir: …“ fährt Alma der Jüngere gegenüber seinem Sohn fort, „… Wäre es nicht um deswillen, was die Aufzeichnungen enthalten, die auf diesen Platten stehen, so hätten Ammon und seine Brüder nicht so viele Tausende Lamaniten davon überzeugen können, dass die Überlieferungen ihrer Väter unrichtig sind; ja, diese Aufzeichnungen und ihre Worte haben sie zur Umkehr gebracht, das heißt, sie haben sie dahin gebracht, dass sie den Herrn, ihren Gott, erkennen und dass sie sich an Jesus Christus, ihrem Erlöser, freuen.“ (Alma 37:9).

Dass die Überlieferungen ihrer Väter unrichtig sind. Diese Aufzeichnungen, die die Nephiten geführt haben, von denen Alma der Jüngere redet, sind nun, wie vom Herrn versprochen, auch bis zu uns gelangt und so kommen auch wir in den Genuss, Wahrheit bzw. Unwahrheit erkennen zu können. Im Laufe der Jahre ist die Bibel sowohl wissentlich, als auch dadurch, dass Menschen nicht durch den Geist geführt waren, abgeändert worden. Viele Teile sind bei Zusammenfassungen und diversen Überarbeitungen in Konzilen herausgelassen worden und andere so abgeändert, dass dabei Wahrheiten verloren gingen, oder sind schlichtweg verloren gegangen. Hingegen sind die Überlieferungen des Holzes Josephs (Ezechiel 37:15-20), die wir als das Buch Mormon in Händen halten dürfen, die Jahrhunderte hindurch im Auftrag des Herrn von Moroni versiegelt aufbewahrt im Original erhalten geblieben (1. Nephi 14:26) und Joseph Smith bekam sie durch denselben Moroni im Auftrag des Herrn, zur Übersetzung ausgehändigt (Einleitung zum Buch Mormon). Somit haben wir zweifelsfrei das unverfälschte Wort Gottes. Dessen ungeachtet bezeugen sowohl die Bibel, als auch das Buch Mormon den Plan der Erlösung mit seiner Aufforderung zu Christus zu kommen (3. Nephi 27:20). Welche Bedeutung spielt diese Aufforderung in deinem Leben?

In der Bibel sind folgende Schriften angeführt, die in ihr aber nicht mehr enthalten sind:

und im Buch Mormon, bzw. der Köstlichen Perle, erwähnte, in der Bibel nicht mehr vorhandene Schriften:

Ein Engel zeigt Oliver Cowdery und David Whitmer, zwei von den drei Zeugen, im Beisein von Joseph Smith die Goldplatten
(Bild: Quelle)

Sie haben die Erinnerung dieses Volkes erweitert

Über den weisen Grund der Weitergabe und den Erhalt der heiligen Schriften von Generation zu Generation sagt Alma der Jüngere zu seinem Sohn Helaman: „Und nun war es bisher nach Gottes Weisheit, dass diese Dinge bewahrt wurden; denn siehe, sie haben die Erinnerung dieses Volkes erweitert, ja, und viele überzeugt, dass ihre Wege irrig sind, und sie zur Erkenntnis ihres Gottes geführt, zur Errettung ihrer Seele.“ (Alma 37:8).

Sie haben die Erinnerung dieses Volkes erweitert. Weißt du, was du am Dienstag, den 08. Mai 2012 gemacht hast? Ich weiß, was ich an diesem Tag gemacht habe. Unter anderem habe ich mir nachmittags ein Videoclip von Elder M. Russel Ballard angeschaut, in dem er Absolventen der Brigham Young University ermuntert einen Blog zu führen, um auf diese Weise denjenigen, die Fragen zu unserer Religion haben, kompetente persönliche Antworten geben zu können. Dadurch ermuntert suche ich nach einem Anbieter im Internet und beginne auch einen Blog auf http://lobi.over-blog.de/ (heute .com) zu führen. Dieser Tag war also der Beginn meiner Bloggerkarriere. Seitdem habe ich, nur ununterbrochen von Tagen, an denen ich im Tempel war, jeden Tag einen Beitrag geschrieben und veröffentlicht. Damit verbunden war natürlich auch tägliches Schriftstudium. Ich habe, wie ich es auch heute noch mache, die gelesenen Schriftstellen durchdacht und versucht, über mein Bemühen deren Inhalt zu leben, zu schreiben.

Meinst du, ich hätte das noch so genau gewusst, wenn ich nicht in meinen Tagebüchern danach hätte suchen können? Ich habe meine Tagebücher bewahrt (in Dateiform) und sie haben `meine Erinnerung erweitert´. Selbstredend haben die von unseren Vorfahren über Jahrtausende hinweg bewahrten heiligen Schriften einen unvergleichbar höheren Wert als meine Tagebuchaufzeichnungen. Die heiligen Schriften zeigen mir auf, wann ich Irrwege einschlage und wie ich zur Erkenntnis Gottes, zur Errettung meiner Seele geführt werde. Jedoch erkenne ich, dass auch meine Tagebuchaufzeichnungen meiner Erinnerung auf die Sprünge helfen, vielleicht auch hier und da meinen Nachkommen. Wie erweiterst du deine Erinnerungen?

eine seite(Bild: Quelle)