Dass ihr an jedem Tag … in Danksagung lebt

Amulek hatte die verachteten Zoramiten im vorhergehenden Vers aufgefordert, ihre Errettung zu erarbeiten (Alma 34:37) und fordert sie nun weiter auf: „dass ihr nicht mehr gegen den Heiligen Geist streitet, sondern dass ihr ihn empfangt und den Namen Christi auf euch nehmt; dass ihr euch bis in den Staub hinab demütigt und Gott im Geist und in der Wahrheit anbetet, wo auch immer ihr sein mögt, und dass ihr an jedem Tag für all die große Barmherzigkeit und die vielen Segnungen, die er euch zuteil werden lässt, in Danksagung lebt.“ (Alma 34:38).

Dass ihr an jedem Tag … in Danksagung lebt. Wenn du jemandem etwas geholfen oder Gutes getan hast, wirst du dich sicherlich darüber freuen, wenn er dies durch ein `Dankeschön´ anerkennt. Sollte er es nicht tun, wirst du wohl eine gewisse Enttäuschung verspüren. Nicht anders ergeht es wohl auch unserem himmlischen Vater. Ihm wird es auch gefallen, wenn wir uns bei ihm für erhaltene Segnungen bedanken. In seinen Anweisungen für das Gemeindeleben fordert der Apostel Paulus die Mitglieder in Thessalonich u. a. auf: „Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört.“ (1. Thessalonicher 5:18). Und der Psalmist sagt uns auch noch, wie schön es ist, dem Herrn zu danken (Psalm 92:2).

Dankbarkeit ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, natürlich insbesondere gegenüber dem Herrn, aber auch gegenüber unseren Mitmenschen. Wieder ist es Paulus, der uns hierin ein Beispiel gibt. In seinem Rundbrief an die Mitglieder in und um Klein-Asien schreibt er: „Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; …“. Anlass seiner Danksagung ist ihr Glaube an Jesus und ihre Liebe zu allen Heiligen (Epheser 1:15-16). Ich fühle mich hier insbesondere angesprochen, auch meine Mitmenschen in meinen Dankgebeten zu berücksichtigen, die mir im Glauben an Jesus und ihrer Liebe zu anderen ein Vorbild sind. Ich will nicht aufhören zu danken. Ich habe mir angewöhnt, die Aufforderung zu erfüllen, die Alma der Jüngere seinem Sohn Helaman um die 34 v. Chr. gab : „… wenn du dich morgens erhebst, so lass dein Herz von Dank erfüllt sein gegen Gott; …“ (Alma 37:37). Aber nicht nur morgens sage ich Dankeschön, sondern den ganzen Tag über, wo es mich auch immer mit Segnungen trifft. Wie bringst du deinen Dank zum Ausdruck?

An image of a young woman hugging her mother, paired with the words “Say It."Sagen Sie es. „Es gibt zwei kleine Wörter in der englischen Sprache, die vielleicht mehr bedeuten, als alle anderen. Sie sind „Danke dir“ – Präsident Gordon B. Hinckley, Jan. 2001 New Era
(Bild: Quelle)

Nun … wünsche ich, … Ihr würdet eure Errettung mit Furcht vor Gott erarbeiten

Von seinen Brüdern, den gedemütigten Zoramiten, wünscht sich Amulek: „… ihr würdet an dies alles denken, und ihr würdet eure Errettung mit Furcht vor Gott erarbeiten, und ihr würdet das Kommen Christi nicht mehr leugnen;“ (Alma 34:37).

Nun … wünsche ich, … Ihr würdet eure Errettung mit Furcht vor Gott erarbeiten. Etwa 130 Jahre später sagt der Apostel Paulus ähnliches zu den Philippern, deren Gemeinde er als erste christliche, auf europäischem Boden, bei seiner zweiten Missionsreise um 50 n. Chr., gegründet hat, nachdem er zunächst ihre Treue, insbesondere während seiner Abwesenheit, gelobt hat: „… müht euch mit Furcht und Zittern um euer Heil!“ (Philipper 2:12).

Wie ist das zu verstehen, sich mit Furcht und Zittern um sein Heil zu mühen? Sollen wir uns mit großer Angst vor etwas oder dem Gefühl einer Bedrohung, zitternd um unser Heil bemühen? Aus der 1599 entstandenen Tragödie Julius Cäsar von William Shakespeare (1564 – 1616), dem englischen Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter, stammt folgender Aphorismus: „Es steht den Menschen Furcht und Zittern an, wenn die gewaltigen Götter solche Boten furchtbarer Warnung, uns zu schrecken, senden.“ Genügend Warnung (Lehre und Bündnisse 1:4), was uns erwartet, wenn wir uns nicht an den `Plan der Erlösung´ (Alma 12:25-34) halten, den sie für unser Heil erarbeitet und uns im Vorherdasein, der Präexistenz (Lehre und Bündnisse 93:29), vorgelegt und wir dort voller Freude angenommen haben (Hiob 38:7), haben uns die Götter (Gottvater, -Sohn und Heiliger Geist) ja gesandt – und kann man sich davor nicht fürchten und muss zittern (2. Nephi 27:1-2)? Wollen wir einer Zukunft in der Gegenwart Luzifers für immer zu leben entgehen, müssen wir mit Furcht – mit `Ehrfurcht und heiliger Scheu´ – nach den Geboten Gottes leben und ihm dienen (Sprichwörter 3:7). Gerne fürchte ich Gott und erweise ihm die Ehre und bete ihn an, der alles erschaffen hat (Offenbarung 14:7) und folge der Ermahnung Moronis: „… kommt zum Herrn mit eurem ganzen Herzen, und erarbeitet eure eigene Errettung mit Furcht und Zittern vor ihm.“ (Moroni 9:27). Wie verstehst du das mit der Furcht und dem Zittern?

four sons of MosiahDen Söhnen Mosias erschien ein Engel und groß war ihre Bestürzung
(Mosia 27:11,34; Bild: Quelle)

Weil der Herr gesagt hat, er wohne nicht in unheiligen Tempeln

Amulek weiter zu der ausgegrenzten Gruppe der Zoramiten: „Und dies weiß ich, weil der Herr gesagt hat, er wohne nicht in unheiligen Tempeln, sondern im Herzen der Rechtschaffenen wohne er; ja, und er hat auch gesagt, die Rechtschaffenen werden sich in seinem Reich niedersetzen und nie mehr hinausgehen; ihre Kleider aber werden durch das Blut des Lammes weiß gemacht.“ (Alma 34:36).

Weil der Herr gesagt hat, er wohne nicht in unheiligen Tempeln. Was hier mit `Tempeln´ gemeint ist, erklärt uns der Apostel Paulus in seinem Brief an die Korinther: „… wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? …“ (1. Korinther 6:19). Wir haben unseren sterblichen Leib also von unserem himmlischen Vater, als einen `Tempel´, eine heilige Wohnstätte für den Heiligen Geist, erhalten, und zwar nach dem Abbild des Vaters und des Sohnes (Köstliche Perle Mose 2:26-27). Hier auf Erden sind wir auch allerlei Schmutz ausgesetzt – den Anfechtungen Satans (Lehre und Bündnisse 29:39-40) – und es bleibt nicht aus, dass wir unseren Körper verunreinigen. Aus solchen verunreinigten Tempeln entfernen sich sowohl der Heilige Geist als auch der Geist des Herrn und wir sind in verstärktem Maß dem Willen Satans ausgesetzt.

Ehe Heiliges wieder in uns Platz einnimmt, muss unser Tempel erst wieder gereinigt werden. Ich denke beispielhaft an die Reinigung des Tempels in Jerusalem durch Jesus Christus (Matthäus 21:12-16). Wie können wir ihn wieder reinigen? Wir üben Umkehr vom Übeltun und erneuern unsere Bündnisse durch regelmäßige Teilnahme am Tisch des Herrn, dem Abendmahl (Lehre und Bündnisse 20:77,79). Wenn wir dies in ernsthafter und ausreichender Weise tun, dann wäscht uns das `Blut Jesu´, das er bei seinem Sühnopfer vergossen hat, völlig rein, sodass wir in sein Heiligtum – sein Reich – eintreten dürfen, um nie mehr hinauszugehen (Lukas 22:44; Hebräer 10.19). Wie stellst du sicher, dass dein `Tempel´ gereinigt wird?

Jesus reinigt den Tempel
(Johannes 2:13-17; Bild: Quelle)

Dann seid ihr dem Geist des Teufels untertan geworden

Amulek erklärt weiter: „Denn siehe, wenn ihr den Tag eurer Umkehr bis an den Tod aufgeschoben habt, siehe, dann seid ihr dem Geist des Teufels untertan geworden, und er siegelt euch als die Seinen; darum hat der Geist des Herrn sich von euch zurückgezogen und hat keinen Platz in euch, und der Teufel hat alle Macht über euch; und dies ist der schließliche Zustand der Schlechten.” (Alma 34:35).

Dann seid ihr dem Geist des Teufels untertan geworden. Kurz vorher hat Amulek den Zoramiten klargemacht, dass dieses Leben die Zeit ist, in der wir uns vorbereiten sollen, Gott zu begegnen (Alma 34:32). Wenn wir dies nicht tun, und meinen, wir hätten ja noch genügend Zeit – das Ende unseres Erdendaseins ist ja noch so weit entfernt, liefern wir uns mehr und mehr den Tentakeln Satans aus, werden von ihnen umschlungen und unterwerfen uns seinem Geist.

Ich habe nicht vor, mich als einen der seinen siegeln zu lassen. Siegeln im Sinne des Evangeliums bedeutet `gebunden werden´, also in diesem Zusammenhang, an Satan gebunden zu werden, mit ihm eine Einheit zu bilden. Das hätte natürlich zur Folge, dass der Geist des Herrn nicht auch noch Platz in mir einnehmen könnte. Du kennst vielleicht den Refrain des Liedes „Ein Wagen von der Linie 8„, dessen Text von Weiß Ferdl (1883-1949) stammt: „Vorsicht, der Wagen ist besetzt!“ Hat schon der Geist Satans in mir Platz genommen, trifft dieser Refrain auf meinen Körper zu. Kein konträrer Fahrgast hätte mehr Platz in mir. Um dies zu vermeiden, muss ich zur rechten Zeit aufpassen, wen ich bei mir als Fahrgast einsteigen lasse (Lukas 21:36). Sicherlich kommt es vor, dass ich hier und da an einer Haltestelle auch mal den falschen Fahrgast zusteigen lasse. Wenn ich das gemerkt habe, muss ich ihn sofort wieder als ungebetenen Fahrgast rausschmeißen, um Platz für den Geist Gottes zu schaffen – ich muss Umkehr üben, und zwar bevor die Endhaltestelle erreicht ist – der `Nordfriedhof´, der `furchtbare Punkt´ (Alma 34:34). Was unternimmst du, um nicht den falschen Fahrgast einsteigen zu lassen?

(Bild: Quelle)

Wenn ihr an diesen furchtbaren Punkt gebracht werdet, könnt ihr nicht sagen: Ich will umkehren

Amulek gibt ein Geheimnis preis: „Wenn ihr an diesen furchtbaren Punkt gebracht werdet, könnt ihr nicht sagen: Ich will umkehren, ich will zu meinem Gott zurückkehren. Nein, das könnt ihr nicht sagen; denn der gleiche Geist, der euren Körper zu der Zeit beherrscht, da ihr aus diesem Leben scheidet, dieser selbe Geist wird die Macht haben, euren Körper in jener ewigen Welt zu beherrschen.” (Alma 34:34).

Es soll Menschen geben, die den Zeitpunkt ihrer Umkehr immer wieder aufschieben und sich denken, dass irgendwann schon mal der Zeitpunkt kommen wird, nur jetzt noch nicht, gemäß der Redensart lateinischen Ursprungs: „Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.” Ja mancher denkt vielleicht sogar, dass er ja auf dem Sterbebett noch Zeit genug dazu hätte. Was ist an dieser Denkweise falsch?

Wenn ihr an diesen furchtbaren Punkt gebracht werdet, könnt ihr nicht sagen: Ich will umkehren. Offensichtlich gibt es einen Punkt, ab dem Umkehr nicht mehr möglich ist. Um welchen `furchtbaren Punkt´ handelt es sich dabei? In der Belehrung seines Sohnes Korianton bezüglich der Auferstehung lernen wir von Alma dem Jüngeren etwas über diesen Punkt. Er sagt, dass ein Engel ihn unterwiesen hat, „… dass der Geist eines jeden Menschen, sobald er aus diesem sterblichen Leib geschieden ist, … zu dem Gott heimgeführt wird, der ihm das Leben gegeben hat.“ (Alma 40:11). Der Geist der Rechtschaffenen wird in einen Zustand des Glücks aufgenommen – Paradies genannt (Alma 40:12), während bei den Schlechten der Geist des Teufels Einzug gehalten hat und sie nach seinem Willen in Gefangenschaft ausharren müssen – Hölle genannt. In dieser, in zwei getrennte Bereiche eingeteilten Geisterwelt, verweilen sie jeweils bis zum Zeitpunkt ihrer Auferstehung und der Einteilung im `Jüngsten Gericht´ in einen Grad der Herrlichkeit (Alma 40:13-14). Einige von ihnen haben sich aber der Auflehnung gegenüber Gott, also dem Teufel so verschrieben, dass sie „… weiterhin schmutzig bleiben“ werden (Lehre und Bündnisse 88:35). Der Abschnitt der Auferstehung und des Richterspruches ist dann der ` furchtbare Punkt´, wo keine Umkehr mehr möglich sein wird. Ich bekenne mich zum Sohn Gottes und bin voller Hoffnung, dass ich aufgrund des Sühnopfers von Jesus Christus vom Tod und den Ketten der Hölle befreit werden kann (Lehre und Bündnisse 128:23). Welche Gedanken bewegen dich zu diesem `furchtbaren Punkt´?

(Bild: Quelle)

Dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen

Amulek macht die gedemütigten Zoramiten auf einen wesentlichen Aspekt unseres irdischen Daseins aufmerksam: „Denn siehe, dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen; ja, siehe, der Tag dieses Lebens ist der Tag, da der Mensch seine Arbeiten verrichten soll.“ (Alma 34:32).

Du hast sicherlich schon mal den Ausspruch „Gute Vorbereitung ist schon die halbe Miete“ gehört (leitet sich von der Art, wie Bauern z. B. Rüben ernten ab. Sie lagern die geernteten Früchte am Rand des Feldes in sogenannten `Mieten´. Haben sie das halbe Feld abgeerntet, so ist das eben `schon die halbe Miete´). Habe ich den Auftrag ein Projekt zu bearbeiten, so ist `eine gute Vorbereitung schon die halbe Miete´, weil nach guter Vorbereitung das Projekt flott und geordnet zum Erfolg geführt werden kann. Von dem chinesischen Philosophen Konfuzius (*551 v. Chr. †479 v. Chr.) stammt folgende Weisheit: „In allen Dingen hängt der Erfolg von den Vorbereitungen ab.“

Dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen. Diese Aufforderung Amuleks gilt nicht nur den Zoramiten, sondern ebenso jedem von uns, so auch mir. Sie will mich antreiben, diese einzige Chance des sterblichen Lebens hier auf Erden, den `Zustand der Bewährung´, zu nutzen (Alma 12:24), um mich auf den Tag meiner `Prüfung´ – den Tag des Jüngsten Gerichts – vorzubereiten, auf dass es ein herrlicher Tag werde, ein Tag ohne `Prüfungsangst´ dank `guter Vorbereitung´ (2. Nephi 9:46). Ich will den Tag meiner Umkehr nicht bis zum Ende aufschieben, sondern heute die Zeit `nutzbringend anwenden´, die der Herr mir gewährt hat (Alma 34:33). Ich bin mir dessen bewusst und bezeuge es, dass wir nur diese Zeit unseres Erdenlebens als Zeit der Umkehr und des Gottesdienstes haben – und Gottesdienst können wir nur betreiben, indem wir unseren Mitmenschen dienen (Mosia 2:17) – um uns im Glauben darauf vorzubereiten, gerechtfertigt vor Gott treten zu können und nicht für immer verloren zu gehen (Alma 42:4-6). Was tust du, um diese Zeit der Vorbereitung richtig zu nutzen?

(Bild: Quelle)

Wenn ihr umkehrt und euer Herz nicht verhärtet

Amulek fordert die Gruppe der gedemütigten Zoramiten auf, vorzutreten und Frucht zur Umkehr zu erbringen (Alma 34:30) und fährt fort: „Ja, ich möchte, dass ihr vortretet und euer Herz nicht länger verhärtet; denn siehe, jetzt ist die Zeit und der Tag für eure Errettung, und darum, wenn ihr umkehrt und euer Herz nicht verhärtet, wird der große Plan der Erlösung sogleich für euch zuwege gebracht werden.“ (Alma 34:31).

Wenn ihr umkehrt und euer Herz nicht verhärtet. Als die Pharisäer und Sadduzäer zu Johannes dem Täufer kamen, um sich taufen zu lassen, entgegnete er ihnen: „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, 9 und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. …“ (Matthäus 3:8-9).

Ich lerne daraus, dass ich, bevor ich mich taufen lassen kann, Taten meiner Umkehr sprechen lassen muss und mich nicht auf gute Taten meiner Vorfahren berufen, mich also meiner guten Abstammung rühmen und darauf ausruhen kann. Wie sehen diese Taten als Frucht der Umkehr aus? Meine Herzens- und Sinneseinstellung gegenüber Christus muss sich insofern ändern, dass ich meine Einstellung zu Gott, mir selbst und zu meinem Leben so ändere, dass ich mich von bösem Tun abwende und nur noch den Wunsch habe Gutes zu tun, verbunden mit dem aufrichtigen Wunsch, Gottes Gebote zu halten. Wenn ich dies tue, dann kann ich mich darauf freuen, dass „… der große Plan der Erlösung sogleich für …“ mich, aufgrund des Sühnopfers von Jesus Christus, zuwege gebracht werden kann. Wie sieht deine Reaktion auf die Aufforderung Amuleks aus?

„Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“
(Johannes 8:2-11; Bild: Quelle)

Wenn ihr darum nicht daran denkt, mildtätig zu sein

Amulek ergänzt seine Aufforderung an die Gruppe der gedemütigten Zoramiten immer und überall zu beten, noch folgendermaßen: „Und nun siehe, meine geliebten Brüder, ich sage euch, ihr sollt nicht meinen, dies sei alles; denn wenn ihr dies alles getan habt, aber die Bedürftigen und die Nackten abweist und nicht die Kranken und Bedrängten besucht und von eurer Habe, sofern ihr habt, mit den Bedürftigen teilt—ich sage euch, wenn ihr dies nicht tut, siehe, so ist euer Beten unnütz und trägt euch nichts ein, und ihr seid wie Heuchler, die den Glauben verleugnen. 29  Wenn ihr darum nicht daran denkt, mildtätig zu sein, so seid ihr wie Schlacke, welche die Schmelzer hinauswerfen, (denn sie ist nichts wert) und wird von den Menschen zertreten.“ (Alma 34:28-29).

Für den Fall, dass jemand meint, Beten alleine ist ausreichend, und dabei nicht daran denkt, Arme, Kranke und Notleidende zu unterstützen, würden diejenigen vergleichbar sein mit einem Abfallprodukt der bei metallurgischen Herstellungs- und Verarbeitungsprozessen entsteht, Schlacke. Früher hat man damit nichts mehr anzufangen gewusst, als wertlos betrachtet und entsorgt, `hinausgeworfen´. Heute allerdings wird sie zermahlen als Zusatzstoff im Zement, oder als Gesteinskörnung für Tragschichten oder Asphalt verwendet. Nur in seltenen Fällen kann sie nicht weiterverarbeitet und muss deponiert werden.

Wenn ihr darum nicht daran denkt, mildtätig zu sein. Aus der `Abgabenordnung´ erfahre ich eine Definition des Begriffes `Mildtätig`: „Eine Körperschaft verfolgt mildtätige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, Personen selbstlos zu unterstützen, 1. die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen sind …“ (Quelle). Aus der Heiligen Schrift erfahre ich, dass es für mich nutzlos ist, wenn ich zwar Bete, aber es darüber hinaus unterlasse, gegenüber jenen mildtätig zu sein, die auf meine Hilfe angewiesen sind. Als Voraussetzung für meine Taufe habe ich versprochen, wahrhaftig von all meinen Sünden umgekehrt zu sein, und willens zu sein, den Namen Jesu Christi auf mich zu nehmen, mit der Entschlossenheit, ihm bis an mein Lebensende zu dienen (Lehre und Bündnisse 20:37). Gehört es dann etwa nicht dazu mildtätig zu sein? Meine Mildtätigkeit gipfelt darin, dass ich neben dem, was ich vor Ort für meinen Not leidenden Mitmenschen an Hilfe leisten kann, großzügig in entsprechende Fonds der Kirche spende (Fastopferfond, Fond für humanitäre Hilfe, ständiger Ausbildungsfond). Was tust du, um mildtätig zu sein?

Ein Stück Schlacke aus einem Rennofen
(Bild: Quelle)

Demütigt euch und fahrt fort, zu ihm zu beten

Amulek fordert den von ihren Brüdern, wegen ihrer Armut, verachteten Teil der Zoramiten auf: Ja, demütigt euch und fahrt fort, zu ihm zu beten.“ (Alma 34:19).

Demütigt euch und fahrt fort, zu ihm zu beten. Dem hier angesprochenen Teil der Zoramiten wurde von den reicheren verboten, in den Synagogen anzubeten. Hier nun kommt eine Aufforderung im Beten fortzufahren und in den weiteren Versen eine Aufzählung, wo und wofür sie alles beten können: auf euren Feldern, in euren Häusern, gegen die Macht eurer Feinde, gegen den Teufel, für die Ernte, für die Herden, in euren Kammern und an euren verborgenen Plätzen und in eurer Wildnis.

Ich fühle mich hier ganz genauso angesprochen und erfahre, dass ich im festen Glauben überall, in jeder Situation und für alles beten darf, was für mich gut, recht und ratsam ist (Lehre und Bündnisse 88:64). Und ich darf darauf vertrauen, dass es mir zu der vom Herrn bestimmten Zeit auch zuteilwerden wird (Mosia 4:21). In einem weiteren Vers lerne ich auch, dass mein Herz immer mit einem Gebet erfüllt sein kann, auch wenn ich den Herrn gerade nicht `anrufe´ (Alma 43:27). Ich verstehe das beispielhaft so und handhabe es auch in entsprechenden Situationen schon lange so: Ich lenke meinen Wagen und bekomme plötzlich das eindringliche Empfinden, dass ich den Schulterblick anwenden, und mich nicht alleine auf den Rückspiegel verlassen soll. Ich handle nach dem Gefühl – ich gehe davon aus, dass es eine Eingebung des Heiligen Geistes oder die warnende Stimme eines Engels gewesen war – und erkenne, dass sich im toten Winkel ein Fahrzeug auf der Nebenspur befindet, nehme meinen Lenkeinschlag zurück, um auf meiner Fahrspur zu bleiben und kann so die Verschuldung eines Unfalls verhindern. Der andere Verkehrsteilnehmer und ich wurden vor Schaden bewahrt. Ich halte jetzt nicht auf dem Standstreifen an, um ein Dankgebet zu sprechen, sondern spreche in Gedanken und mit meinem Herzen beim Weiterfahren ein inniges Dankgebet. Wie ergeht es dir, wenn du den Herrn gerade nicht `anrufst´?

Cartoon: Der Tod auf der Überholspur (large) by stefanbayer tagged weg,straße,autobahn,bundesstraße,überholen,rasen,fahren,auto,fahrzeug,winkel,rückspiegel,toterwinkel,schulterblick,automobil,stefan,bayer,der(Bild: Quelle)