Dass ein gewisser Jesus Christus, …, kommen werde, um für die Sünden der Welt zu sühnen

Alma der Jüngere erzählt seinem Sohn Helaman weiter, dass viele Kinder Gottes durch sein schlechtes Verhalten ins Verderben geführt wurden und die Gedanken an seine Taten ihn „mit unaussprechlichem Entsetzen“ peinigten (Alma 36:14) und er sich danach sehnte, nicht in der Gegenwart seines Gottes stehen zu müssen (Alma 36:15). Auf diese Weise wurde er drei Tage und drei Nächte gepeinigt (Alma 36:16). „Und es begab sich: Als ich so von Qual gepeinigt war, während ich durch die Erinnerung an meine vielen Sünden gemartert wurde, siehe, da dachte ich auch daran, dass ich gehört hatte, wie mein Vater dem Volk prophezeite, dass ein gewisser Jesus Christus, ein Sohn Gottes, kommen werde, um für die Sünden der Welt zu sühnen.“ (Alma 36:17).

Dass ein gewisser Jesus Christus, …, kommen werde, um für die Sünden der Welt zu sühnen. Wie wir wissen, spielt diese Zwiesprache zwischen Alma dem Jüngeren und seinem Sohn Helaman in der Zeit um 74 v. Chr., das heißt, in der Tat steht sein Kommen noch bevor, so wie es Alma schildert. Dass Christus kommen würde, war den Nephiten aufgrund von Prophezeiungen gut bekannt. Schon Lehi verkündet, noch als sie vor 600 v. Chr. in Jerusalem bei den Juden waren, dass ein Messias zur Erlösung der Welt kommen würde, worauf er von ihnen verspottet wurde (1. Nephi 1:19). Dass dieser Messias Jesus Christus heißen würde, und 600 Jahre nach ihrem Verlassen Jerusalems auf die Erde kommen und von den Juden verworfen werden würde, lehrt Nephi seinem Volk um die 550 v. Chr. (2. Nephi 25:18-19). Sein Wissen stammt aus den Belehrungen seines Vaters Lehi und den Schriften auf den Messingplatten, die sie von ihrem Verwandten Laban mitgenommen hatten. Neben der Thora enthielten sie die Prophezeiungen Jesajas (2. Nephi 25:1).

Wie dankbar können wir sein, dass wir aufgrund der Heiligen Schriften, die wir heute in noch größerem Umfang in Händen halten dürfen, Kenntnis vom Erlösungsplan unseres Vaters im Himmel haben dürfen. Wir wissen, dass sich die Vorhersagen über den Messias in der Mitte der Zeiten erfüllt haben, dass er sein Reich auf Erden gründete, indem er Petrus die Schlüssel dafür übertrug. Er litt für uns im Garten Getsemani und auf Golgatha ließ er sein Leben und nahm es nach drei Tagen wieder auf. Damit ermöglichte er es jedem Menschen auch vom Tod wieder aufzuerstehen, und nach Schließen und Halten von göttlichen Bündnissen, in die Gegenwart Gottes, aus der wir gekommen sind, wieder zurückzukehren. Wenn wir das Sühnopfer des Messias Jesus Christus annehmen und Bündnisse halten, brauchen wir keine geistigen Qualen zu erleiden. Ich bin gläubig die notwendigen Bündnisse eingegangen und bemüht, sie bis ans Ende meines Erdenlebens auch zu halten. Welche Bündnisse bist du eingegangen?

Moses Reading the Book of the Covenant at Mount Sinai, by Clark Kelley Price
(Bild: Quelle)

Meine Seele wurde im höchsten Grad gemartert und mit all meinen Sünden gepeinigt

Alma der Jüngere berichtet seinem Sohn Helaman, dass der Engel ihm vieles sagte, was er aber aufgrund seiner Furcht vor Vernichtung nicht hörte (Alma 36:11) und schildert weiter: „Vielmehr wurde ich von ewiger Qual gepeinigt, denn meine Seele wurde im höchsten Grad gemartert und mit all meinen Sünden gepeinigt. 13  Ja, ich dachte an alle meine Sünden und Übeltaten, für die ich mit den Qualen der Hölle gepeinigt wurde; ja, ich sah, dass ich mich gegen meinen Gott aufgelehnt hatte und dass ich seine heiligen Gebote nicht gehalten hatte.“ (Alma 36:12-13).

Meine Seele wurde im höchsten Grad gemartert und mit all meinen Sünden gepeinigt. Es muss unvorstellbar quälend sein, mit der Erinnerung all seiner Sünden vor reinen Wesen zu stehen. Eine ganz kleine Vorstellung kann man sich wohl geben, wenn man sich vorstellt, mit total dreckigen, zerlumpten Klamotten und verschmiertem Gesicht und Händen auf dem Wiener Opernball erscheinen zu müssen. Da fühlt man sich sicherlich äußerst unwohl. Wie unwohl dann erst mit verdrecktem Geistkörper – also von Sünde beschmutzt – vor heilige Persönlichkeiten treten zu müssen (Alma 5:22).

Wie wunderbar der Gedanke, dass der Vater im Himmel dafür ein Reinigungsmittel zur Verfügung gestellt hat: aufrichtige Umkehr. Sie verhilft uns zu Reinheit, zur Vergebung unseres Ungehorsams. Zu dieser Umkehr gehört, dass ich an Christus als meinen Retter glaube, meine Sünden bereue, um Vergebung bitte, sie, wo möglich wiedergutmache, von ihnen umkehre und sie möglichst nicht wieder begehe (Alma 12:34). Sollte ich noch keinen Bund der Taufe mit dem Herrn eingegangen sein, so ist diese auch erforderlich (Moroni 8:25). Handle ich bis zum Ende meines Erdendasein danach, wird sich der Herr meiner Sünden, die mir vergeben worden sind, nicht mehr erinnern (Lehre und Bündnisse 58:42-42). Für mich ist das eine beruhigende Vorstellung, mit weißgewaschenen Kleidern kann ich dann vor Gott stehen (Alma 5:21; Offenbarung 1:5). Dahin geht mein Bemühen, mich von Sünde frei zu halten bzw. wenn ich vom Weg des Herrn abgewichen bin, aufrichtig umzukehren. Das wöchentliche Abendmahl hilft mir dabei (Lehre und Bündnisse 27:2). Was tust du, um deinen Geistkörper rein zu halten? Eine wunderbare Ansprache zum Thema „Reingewaschen“ von Elder Boyd K. Packer findest du hier.

Alma der Jüngere berichtet seinem Sohn Helaman, dass der Engel ihm vieles sagte, was er aber aufgrund seiner Furcht vor Vernichtung nicht hörte (Alma 36:11) und schildert weiter: „Vielmehr wurde ich von ewiger Qual gepeinigt, denn meine Seele wurde im höchsten Grad gemartert und mit all meinen Sünden gepeinigt. 13  Ja, ich dachte an alle meine Sünden und Übeltaten, für die ich mit den Qualen der Hölle gepeinigt wurde; ja, ich sah, dass ich mich gegen meinen Gott aufgelehnt hatte und dass ich seine heiligen Gebote nicht gehalten hatte.“ (Alma 36:12-13).

Meine Seele wurde im höchsten Grad gemartert und mit all meinen Sünden gepeinigt. Es muss unvorstellbar quälend sein, mit der Erinnerung all seiner Sünden vor reinen Wesen zu stehen. Eine ganz kleine Vorstellung kann man sich wohl geben, wenn man sich vorstellt, mit total dreckigen, zerlumpten Klamotten und verschmiertem Gesicht und Händen auf dem Wiener Opernball erscheinen zu müssen. Da fühlt man sich sicherlich äußerst unwohl. Wie unwohl dann erst mit verdrecktem Geistkörper – also von Sünde beschmutzt – vor heilige Persönlichkeiten treten zu müssen (Alma 5:22).

Wie wunderbar der Gedanke, dass der Vater im Himmel dafür ein Reinigungsmittel zur Verfügung gestellt hat: aufrichtige Umkehr. Sie verhilft uns zu Reinheit, zur Vergebung unseres Ungehorsams. Zu dieser Umkehr gehört, dass ich an Christus als meinen Retter glaube, meine Sünden bereue, um Vergebung bitte, sie, wo möglich wiedergutmache, von ihnen umkehre und sie möglichst nicht wieder begehe (Alma 12:34). Sollte ich noch keinen Bund der Taufe mit dem Herrn eingegangen sein, so ist diese auch erforderlich (Moroni 8:25). Handle ich bis zum Ende meines Erdendasein danach, wird sich der Herr meiner Sünden, die mir vergeben worden sind, nicht mehr erinnern (Lehre und Bündnisse 58:42-42). Für mich ist das eine beruhigende Vorstellung, mit weißgewaschenen Kleidern kann ich dann vor Gott stehen (Alma 5:21; Offenbarung 1:5). Dahin geht mein Bemühen, mich von Sünde frei zu halten bzw. wenn ich vom Weg des Herrn abgewichen bin, aufrichtig umzukehren. Das wöchentliche Abendmahl hilft mir dabei (Lehre und Bündnisse 27:2). Was tust du, um deinen Geistkörper rein zu halten? Eine wunderbare Ansprache zum Thema „Reingewaschen“ von Elder Boyd K. Packer findest du hier.

John the Baptist holding onto the wrist of Jesus Christ, whom he has just immersed in the waters of the River Jordan that surround them.Christus ließ sich von Johannes dem Täufer taufen, um die Gerechtigkeit zu erfüllen (Matthäus 3:13); ich muss es tun, um von meinen Sünden reingewaschen zu werden
(Bild: Quelle)

Für den Zeitraum von drei Tagen und drei Nächten konnte ich … meine Glieder nicht gebrauchen

Alma der Jüngere schildert seinem Sohn Helaman, dass der Engel ihn aufforderte aufzustehen, nachdem er zur Erde niedergefallen war und er forderte ihn auch auf, nicht danach zu trachten, die Kirche zu vernichten (Alma 36:7-9), und danach schildert er weiter: „… Ich fiel zur Erde, und für den Zeitraum von drei Tagen und drei Nächten konnte ich meinen Mund nicht öffnen, ich konnte auch meine Glieder nicht gebrauchen.“ (Alma 36:10).

Für den Zeitraum von drei Tagen und drei Nächten konnte ich … meine Glieder nicht gebrauchen. Dieser Zeitraum, drei Tage und drei Nächte, kommt in der Heiligen Schrift an verschiedenen Stellen vor. Zum einen haben wir da die Begebenheit mit dem Propheten Jona, der drei Tage und drei Nächte im Bauch eines Riesenfisches vom Meer ans Land gebracht wurde, um seinen Auftrag in Ninive zu erfüllen, vor dem er sich drücken wollte und zum anderen, in derselben Stelle erwähnt, dass Christus drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde ruhen würde (Matthäus 12:40). Auf dem amerikanischen Kontinent soll das Zeichen des Todes Jesu mit drei Tagen Finsternis einhergehen (Helaman 14:20,27). Die Erfüllung dieser prophezeiten Zeichen werden im 3. Nephi beschrieben (3. Nephi 8:20,23). Joseph, der von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft wurde, behielt seine Brüder drei Tage lang in Haft (Genesis 42:17). Der erste König des Südreiches Juda, Rehabeam, entließ das Volk, das ihn nach seinem Regierungsstil befragte, mit den Worten, sie sollten nach drei Tagen wieder zu ihm kommen (1. Könige 12:5). Ein Ägypter, der von David verhungernd aufgefunden wurde, berichtete ihm, dass er drei Tage und drei Nächte nichts gegessen hätte (1. Samuel 30:11-13). Die Frau des Perserkönigs Ahasveros (Xerxes I.), Ester, bat die Juden für sie drei Tage und Nächte zu fasten (Esther 4:16).

Aus unserer heutigen Sicht mag jemand sagen, dass der Herr doch nur zwei Nächte im Grab lag, von Freitag bis Sonntag, also keine drei Tage und drei Nächte. Wir lassen dabei außer Acht, dass die Juden etwas anders gezählt haben. Das können wir aus all den anderen oben angeführten Schriftstellen ableiten. In der jüdischen Art der Zeitrechnung zählt ein angebrochener Teil als Ganzes. So zählt also der Freitag seiner Hinrichtung als erster Tag und der Sonntag seiner Auferstehung als dritter Tag. Bleiben noch die Nächte. Nach unserer Sichtweise ja nur zwei, nach jüdischer allerdings sprichwörtlich `drei Tage und drei Nächte´. Ich lerne daraus, dass heutige augenscheinliche Widersprüche in der Schrift sich erklären, wenn wir uns mit der Lebensweise der jeweiligen Zeit auseinandersetzen. Wie gehst du mit offensichtlichen Widersprüchen um?

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He Is Risen. Image Courtesy Del Parson
(Bild: Quelle)

Die Furcht des Herrn kam über uns

Alma der Jüngere berichtet seinem Sohn Helaman über den Besuch eines Engels: „Und siehe, er sprach zu uns wie mit Donnerstimme, und die ganze Erde bebte unter unseren Füßen; und wir fielen alle zur Erde, denn die Furcht des Herrn kam über uns.“ (Alma 36:7).

Die Furcht des Herrn kam über uns. Kann einem da nicht auch Angst und bange werden, wenn einem ein Engel erscheint und mit einer Donnerstimme zu einem spricht, sodass die ganze Erde unter einem bebt? Aber ist das mit „… die Furcht des Herrn kam über uns.“ gemeint?

Man wird sich doch wohl nicht vor jemandem `fürchten´ im Sinne von Angst haben, zu dem hin man sich sogar noch vor den Menschen flüchtet, der gütig zu einem ist (Psalm 31:20), oder vor einem Vater, der sich seiner Kinder erbarmt (Psalm 103:13), oder der einen segnet (Psalm 128:4), oder der einem seine Wünsche erfüllt und einen rettet (Psalm 145:19). Begleitumstände der `Furcht´, im Sinne von Angst, führen auch nicht dazu, dass man gut lernen könnte, wie es die `Gottesfurcht´ zur Folge hat (Sprichwörter 15:33). Es muss also etwas anderes mit der `Furcht des Herrn´ auf sich haben. Ja die Schrift fordert mich regelrecht auf, täglich nach dieser `Furcht´ zu trachten (Sprüche 23:17, Luther) und mir wird sogar versprochen, dass wenn ich sie aufbringe, es mir gut gehen wird (Prediger 8:13). `Furcht des Herrn´ bedeutet in diesem Zusammenhang also, dass ich mich ihm gegenüber ehrfürchtig – mit tiefer Achtung – verhalte, eine heilige Scheu vor ihm empfinde, eben weil er heilig ist, und den Wunsch habe, seine Gebote zu halten. Ich diene meinem Gott gerne in `Furcht´ jedoch ohne Angst (Psalm 2:11). Wie ergeht es dir mit der „Furcht des Herrn“?


Je vollkommener unsere Gottesfurcht, desto vollkommener ist unsere Liebe zu ihm. Und „vollkommene Liebe vertreibt alle Furcht“Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel
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Wäre ich nicht aus Gott geboren

Alma der Jüngere weiter zu seinem Sohn Helaman: „Nun siehe, ich sage dir: Wäre ich nicht aus Gott geboren, so wüsste ich dies nicht; aber Gott hat mir dies durch den Mund seines heiligen Engels kundgetan, nicht weil ich aus mir selbst dessen würdig gewesen wäre; 6  denn ich ging mit den Söhnen Mosias umher und trachtete danach, die Kirche Gottes zu vernichten; aber siehe, Gott sandte seinen heiligen Engel, um uns auf dem Weg anzuhalten.“ (Alma 36:5-6).

Wäre ich nicht aus Gott geboren. Wie ist diese Aussage nun wieder zu verstehen, wie kann Alma aus Gott geboren sein? Schon Nikodemus stellte dem Herrn diese Frage, als dieser davon redete, dass niemand das Reich Gottes sehen könne, „… Wenn jemand nicht von neuem geboren wird …“ (Johannes 3:3-4). Viele, die einen schweren Unfall überlebt haben, oder vor dem sicheren Tod durch jemanden bewahrt wurden – z. B. bei einem Kletterunfall in den Bergen – , empfinden diesen Tag der Rettung als einen zweiten Geburtstag, als wären sie nochmals geboren. Sie sind vor dem sicheren irdischen Tod durch Retter verschont worden.

Der Apostel Petrus erklärt uns das mit dem `aus Gott geboren sein´ folgendermaßen: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: „Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben“ (1. Petrus 1:3). Wir alle, die wir hier über diese Erde gehen dürfen, müssen einen irdischen Tod erleiden, aber Christus hat uns durch sein Sühnopfer von diesem Tod erlöst, gerettet. Wir werden nach diesem Tod `neu geboren´ zu ewigem Leben. Diese Neugeburt beginnt mit unserer Taufe (1. Petrus 1:23; Lehre und Bündnisse 5:16), einhergehend mit einer durch den Geist des Herrn verursachten mächtigen Herzenswandlung, verbunden damit, dass wir kein Verlangen mehr haben Böses zu tun, sondern nur noch Gutes, und wird fortgesetzt durch die Auferstehung (1. Korinther 15:54). Ich erkenne also: Wenn ich das Himmelreich ererben möchte, muss ich `von neuem geboren werden´; wie dies geschieht, fasst ein Vers der Köstlichen Perle wunderbar zusammen, und zwar Mose 6:59. Was ist dein Verständnis von `aus Gott geboren werden´?

An image of Christ and Mary at the tomb, combined with a quote by Elder David A. Bednar: “One of the … purposes of our mortal existence is to be spiritually changed … through the Atonement.”„Einer der Hauptgründe für unser Dasein hier auf Erden besteht darin, dass wir durch das Sühnopfer Christi eine geistige Veränderung und Wandlung erleben.“David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf
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Ich möchte nicht, dass du denkst, ich hätte dieses Wissen aus mir selbst

Alma der Jüngere weiter zu seinem Sohn Helaman: „Und ich möchte nicht, dass du denkst, ich hätte dieses Wissen aus mir selbst—nicht aus dem Zeitlichen, sondern aus dem Geistigen, nicht aus dem fleischlichen Sinn, sondern von Gott.“ (Alma 36:4).

Ich möchte nicht, dass du denkst, ich hätte dieses Wissen aus mir selbst. Wilhelm Liebknecht (1826–1900; Gründervater der SPD) griff bei einem Vortrag die Formulierung des englischen Philosophen Francis Bacon (1561–1626) auf und formulierte mit einer Umkehrung erweitert: „Wissen ist Macht – Macht ist Wissen“. Dieses geflügelte Wort ist dir sicherlich schon mal begegnet. Auch in den Sprüchen findet sich ein ähnlicher Ausspruch: „Der Weise ist dem Starken überlegen, ein verständiger Mensch dem robusten.“ (Sprichwörter 24:5). Wissen zu haben, bedeutet Kenntnis zu besitzen, sich über Wahrheit sicher zu sein.

Alma teilt seinem Sohn mit, dass er sein Wissen über den Plan der Erlösung nicht selber ersonnen hat, sondern es ihm von Gott übermittelt wurde, der ein wissender Gott ist (1. Samuel 2:3). Francis Bacons Ausspruch `Wissen ist Macht´, spiegelt sich auch in einer von Joseph Smith gegebenen Belehrung wieder. Sie besagt, dass diejenigen die sich in diesem Leben eifrig mehr Wissen aneignen, später einmal denjenigen gegenüber im Vorteil sind, die sich hier auf Erden weniger um das Erlangen von Wissen bemühen (Lehre und Bündnisse 130:19). Dadurch werde ich ermuntert, mit dem eifrigen Aneignen von Wissen nie aufzuhören. Meine Vorvordern haben schon immer folgende Redensart auf den Lippen gehabt, wenn sie auch noch im hohen Alter etwas Neues erkannt hatten: „Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu“. Wie gehst du mit `lebenslangem Lernen´ um?

"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück." #Zitat Laozi (gefunden auf https://www.facebook.com/querdenker)Das Zitat stammt vom britischen Komponisten Benjamin Britten (1913–7196)
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Der wird … am letzten Tag emporgehoben werden

Alma der Jüngere: „Und nun, o mein Sohn Helaman, siehe, du bist in deiner Jugend, und darum flehe ich dich an, du wollest meine Worte hören und von mir lernen; denn ich weiß sicher, wer auch immer sein Vertrauen in Gott setzt, der wird in seinen Prüfungen und seinen Mühen und seinen Bedrängnissen gestärkt und wird am letzten Tag emporgehoben werden.“ (Alma 36:3).

Der wird … am letzten Tag emporgehoben werden. Was ist wohl mit dem `letzten Tag´ gemeint? Aus der Fußballszene kennst du vielleicht den Begriff `Deadline Day´. Das ist für Vereine der Zeitpunkt, bis zu dem sie sämtliche Registrierungen von Spielern, Anträge auf Erteilung der Spielberechtigung sowie Transfers über ein Onlinesystem eingerichtet haben müssen. Danach geht nichts mehr. Im Berufsleben gehört das Einhalten von `Deadlines´ (Stichtagen) zum professionellen Arbeiten.

In der Heiligen Schrift finden wir eine Erklärung, was der Herr mit dem `letzten Tag´ meint. Auf seinem Weg zum letzten Osterfest in Jerusalem sprach Jesus u. a.: „Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag.“ (Johannes 12:48); und auf die Aussage Jesu bezüglich ihres verstorbenen Bruders Lazarus: „Dein Bruder wird auferstehen.“ antwortet ihm Marta: „Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.“ (Johannes 11:23-24). Der `letzte Tag´ hat also etwas mit Auferstehung und Gericht, dem endgültigen Gericht, zu tun. An diesem Tag wird sich jedes Knie vor ihm beugen und jede Zunge ihn, unser aller Erlöser, bekennen und von ihm gerichtet werden (Mosia 27:31). Und wie Alma der Jüngere seinem Sohn Helaman erklärt: „… wer auch immer sein Vertrauen in Gott setzt, … der wird … am letzten Tag emporgehoben werden.“, was so viel bedeutet wie „… im immerwährenden Reich des Lammes errettet …“ zu werden (1. Nephi 13:37). Es ist überlebenswichtig, dass wir unser Vertrauen schon vor diesem `letzten Tag´, dem `großen und schrecklichen Tag´ (Lehre und Bündnisse 110:16), in den Herrn setzen, ansonsten ist die Deadline erreicht und nichts geht mehr. Wie sieht dein Vertrauen in den Herrn aus?

A painting by Dan Lewis showing Elijah in a white robe, standing by a window inside the Kirtland Temple and talking to Joseph Smith and Oliver Cowdery.
„Siehe, ich werde euch den Propheten Elija senden, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt;“ (3. Nephi 25:5; Maleachi 3:23). Eingetreten am 3. April 1836 im Tempel zu Kirtland, Ohio (Lehre und Bündnisse 110:13-16).
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Darum flehe ich dich an, du wollest meine Worte hören und von mir lernen

Alma der Jüngere: „Und nun, o mein Sohn Helaman, siehe, du bist in deiner Jugend, und darum flehe ich dich an, du wollest meine Worte hören und von mir lernen; denn ich weiß sicher, wer auch immer sein Vertrauen in Gott setzt, der wird in seinen Prüfungen und seinen Mühen und seinen Bedrängnissen gestärkt und wird am letzten Tag emporgehoben werden.“ (Alma 36:3).

Mormon, der die Berichte seiner Vorfahren zusammenfasste (Worte Mormons 1:1,9), schiebt jetzt einige Kapitel ein, in denen die Belehrungen Alma des Jüngeren an seine Söhne Helaman, Schiblon und Korianton in dessen eigenen Worten wiedergegeben sind.

Darum flehe ich dich an, du wollest meine Worte hören und von mir lernen. Wer hat nicht von seinen Eltern gelernt. Sie haben etwas vorgelebt und wir haben es in unser Handeln übernommen. Wir haben z. B. erlebt, dass sie darauf bedacht waren liebevoll miteinander, mit ihren Kindern und mit den Mitmenschen umzugehen. Wir haben evtl. erlebt, dass sie sich täglich zu einer bestimmten Zeit in die Heiligen Schriften vertieft und darüber nachgedacht und gesprochen haben, wie sie das Gelesene in Taten umsetzen können. Eventuell haben sie uns vorgelebt, dass man morgens und abends und zu den Mahlzeiten mit dem Vater im Himmel spricht … Wir haben diese Handlungen höchstwahrscheinlich übernommen. Genauso passiert es meist auch mit Negativerlebnissen. Aber wir haben eine Person, die wir kennenlernen können und von der wir nur das Gute vorgelebt bekommen haben und dies nachahmen können: Jesus Christus. Er sagt uns: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; …“ (Matthäus 11:29). Für mich bedeutet `sein Joch auf mich zu nehmen´, mich seinem Willen zu unterwerfen – seine Gebote zu halten – und mich von ihm führen und leiten zu lassen. Ich nehme lieber das Joch des Herrn auf mich und lerne von ihm und seinen berufenen Dienern, als `die Last der Welt´ und das Vorbild Satans nachzuahmen. Wessen Worte hörst und von wem lernst du?


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So fingen die Zoramiten und die Lamaniten an, Kriegsvorbereitungen gegen das Volk Ammon zu treffen

Das barmherzige Verhalten des Volkes Ammon gegenüber den vertriebenen Zoramiten, die das Wort Gottes angenommen hatten, stachelte „… die Zoramiten zum Zorn gegen das Volk Ammon auf, und sie fingen an, sich mit den Lamaniten zusammenzutun und auch diese zum Zorn gegen sie aufzustacheln. 11  Und so fingen die Zoramiten und die Lamaniten an, Kriegsvorbereitungen gegen das Volk Ammon zu treffen, ebenso gegen die Nephiten.“ (Alma 35:10-11).

So fingen die Zoramiten und die Lamaniten an, Kriegsvorbereitungen gegen das Volk Ammon zu treffen. Weil die angeseheneren Zoramiten auf das Wort Gottes zornig waren, es zerstörte nämlich ihre `Priesterlist´ (Alma 35:3), wollten sie die Verbreitung unter ihrem Volk vermeiden. Sie fanden also heraus, wer von den ärmeren das Wort annahm und vertrieben diese aus ihrer Heimat (Alma 35:6). Nachdem sie aufgrund dessen bei den Ammoniten eine neue Heimat fanden und sogar eigenes Land bekamen, setzten sie die Ammoniten unter Druck, die Einwanderer auch aus ihrem Land zu vertreiben. Doch die Ammoniten ließen sich nicht einschüchtern (Alma 35:8-9), was die Führer der Zoramiten noch wütender machte und dazu führte, dass sie sich mit den Lamaniten gegen diese verbündeten, um Krieg zu führen (Alma 35:10-11).

In diesem Kapitel erfahren wir, worin die lang andauernden Kriege zwischen den Nephiten und Lamaniten ihren Ursprung hatten, die in den Kapiteln Alma 43 bis 62 beschrieben werden. Die Herzen der `angeseheneren Zoramiten´ wurden von Satan zum Zorn gegen ihre Brüder aufgestachelt (2. Nephi 28:20). So in Rage, beeinflussten sie ihrerseits die Lamaniten und andere abgefallene Nephiten. Auch diese wurden wütend auf die Nephiten und zusammen zettelten sie einen Krieg gegen den rechtschaffeneren Teil der Zoramiten und Nephiten an. Ich lerne daraus, dass ich mich durch andere nicht gegen jemanden durch Worte, die bewirken sollen, dass ich sehr aggressiv gegen jemanden werde, aufhetzen lassen darf. Etliche radikale Kräfte sind auch heute dabei, die dies ständig versuchen. Populisten, ja sogar Staatspräsidenten sind mit von der Partie. Die elektronischen sozialen Medien werden von diesen in schamloser Weise benutzt. Ich weiß, dass hinter solchen Machenschaften Satan steckt, der mich von rechtschaffenem Leben allzu gerne abbringen möchte. Ihm muss und kann ich widerstehen (Jakobus 4:7). Wie gehst du mit Hetztiraden um?

Soziale Netzwerke: Wie sie uns gegeneinander aufhetzenVorsicht in sozialen Netzwerken
(Bildquelle: Getty Images/The Image Bank/Annabelle Breakey)

Sie nahmen sich ihrer gemäß ihren Bedürfnissen an

Nachdem die armen Zoramiten, die das Wort Gottes angenommen hatten, von den angeseheneren aus ihrem Heimatland ausgestoßen waren, bekamen sie Asyl bei dem Volk Ammon, das ihnen hierfür das Land Jerschon räumte (Alma 35:6). Das wiederum passte den restlichen Zoramiten gar nicht. Sie waren „… zornig auf das Volk Ammon, das in Jerschon war, und der oberste Herrscher der Zoramiten, der ein sehr schlechter Mensch war, sandte hinüber zum Volk Ammon und wünschte von ihnen, sie sollten aus ihrem Land alle diejenigen ausstoßen, die von ihnen in ihr Land hinübergekommen waren. 9  Und er stieß viele Drohungen gegen sie aus. Und nun fürchtete das Volk Ammon ihre Worte nicht; darum stießen sie sie nicht aus, sondern sie nahmen alle Armen der Zoramiten auf, die zu ihnen herüberkamen; und sie gaben ihnen Nahrung und kleideten sie und gaben ihnen Land als ihr Erbteil; und sie nahmen sich ihrer gemäß ihren Bedürfnissen an.“ (Alma 35:8-9).

Sie nahmen sich ihrer gemäß ihren Bedürfnissen an. Das Volk Anti-Nephi-Lehi – bekehrte Lamaniten aus dem Ländern Ischmael, Middoni, Schimlom, Schemlon, und den Städten Nephi, Lemuel und Schimlinom (Alma 23:8-12) – die jetzt das Volk Ammon genannt wurden, nahmen die Flüchtlinge aus dem Land Antionum, östlich von Zarahemla (Alma 31:3), auf und „… nahmen sich ihrer gemäß ihren Bedürfnissen an.“

Auch hier haben wir ein Beispiel aus dem Buch Mormon, wie schon zuzeiten vor Christus, Volksgruppen auf dem amerikanischen Kontinent aufgrund ihres Glaubens an Christus, vertrieben wurden und Unterschlupf bei mutigen gläubigen Christen, dem Volk Ammon, erhielten. War doch das aufnehmende Volk Ammon vor kurzer Zeit erst selber von den Nephiten als Flüchtlinge aufgenommen worden und bekamen sogar Land zugeteilt (Alma 27:25-26), wie diese es jetzt auch mit den Ammoniten handhabten: „… und gaben ihnen Land als ihr Erbteil; …“ Erleben wir nicht genau dasselbe heutzutage in unvorstellbarem Ausmaß auch wieder? Wie verhalten wir uns gegenüber solch aus ihrer Heimat geflüchteten. Nehmen auch wir uns ihrer „… gemäß ihren Bedürfnissen an.“? Viele positive Beispiele wurden in TV-Dokumentationen veröffentlicht. Jeder kann im Kleinen etwas zur Verbesserung ihrer Situation beitragen, insbesondere im Gedenken dessen, dass doch eigentlich jeder von uns im Grunde genommen Flüchtling war oder ist. Unsere Gemeinde hat als ein Beispiel, unsere Mehrzweckhalle der Kirche, für Schulsport zur Verfügung gestellt, als Flüchtlinge in die Sporthalle der Schule einquartiert wurden und die Schüler nun hätten keinen Sportunterricht haben können. Dieses Jahr stellen wir sie wieder zur Verfügung, weil die Turnhalle der Schule renoviert werden muss. Unsere Klassenräume haben wir für Deutschunterricht für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. So stehen den vielen Negativbeispiele auch viele positive gegenüber. Wie hältst du es mit der Unterstützung aus ihrer Heimat vertriebener?

Mögliche Lage der Städte zueinander; oben beschriebene Städte sind eingekreist
(Bild: Quelle)